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Unser Rückblick: Das Jahr 2025 in Zentralasien

Wie zu Beginn jedes Jahres fassen wir für euch zusammen, was Zentralasien im Vorjahr bewegt hat.

Flaggen Zentralasien

Wie zu Beginn jedes Jahres fassen wir für euch zusammen, was Zentralasien im Vorjahr bewegt hat.

Das vergangene Jahr stand im Zeichen der Festigung innerzentralasiatischer Beziehungen und Annäherungen an internationale Partner. Innenpolitisch war es hingegen von Repressionen geprägt: In Kasachstan und Kirgistan sahen sich Journalist:innen und Medienschaffende wachsenden Einschränkungen der Meinungsfreiheit ausgesetzt, während beide Staaten Maßnahmen einleiteten oder planten, um den Einfluss ihrer Parlamente zu begrenzen. Ein bedeutender regionaler Erfolg war die Einigung über die lang umstrittenen Grenzen zwischen Kirgistan, Tadschikistan (und Usbekistan). Tadschikistan blieb zudem mit der instabilen südlichen Grenze zu Afghanistan und Migrationsfragen beschäftigt. Usbekistan erzielte wirtschaftliche, diplomatische, sportliche und kulturelle Erfolge, sieht sich zugleich aber gesellschaftlichen Herausforderungen wie geschlechterspezifischer Gewalt gegenüber. Turkmenistan hielt sich weitgehend abgeschottet, öffnete sich jedoch vorsichtig gegenüber internationalen Partnern. Ein Überblick.

Kasachstan: Zwischen autoritären Tendenzen und gesellschaftlichem Wandel

Präsident Qasym Jomart-Toqaev nutzte das Jahr 2025, um Umstrukturierungen im politischen System anzustoßen. In seiner Ansprache an die Nation im September brachte er die Abschaffung des Senats ins Spiel und stellte ein Referendum darüber für 2027 in Aussicht. Dadurch würde Kasachstan zum Einkammersystem. Das Ziel lautet offiziell, den Gesetzgebungsprozess zu beschleunigen und die Rolle des Parlaments zu stärken. Expert:innen meinen, dass die Verfassungsänderung darauf abziele, die Macht in den Händen des Präsidenten zu konsolidieren. 

Wie eng die Grenzen für Kritik bleiben, zeigte sich 2025 besonders deutlich an Fällen rund um Meinungsfreiheit. Der Blogger und Satiriker Temirlan Ensebek, bekannt durch den satirischen Account Qaznews24, wurde im Januar festgenommen und saß zunächst in Untersuchungshaft. Im April verurteilte ihn ein Gericht in Almaty wegen „Aufstachelung zu ethnischem Hass“ zu einer mehrjährigen Strafe, die mit weitreichenden beruflichen und öffentlichen Verboten verbunden ist. Im Juni lehnte ein Gericht zudem seine Rehabilitierung ab und Ensebek musste die Aktivitäten auf seinen Accounts einstellen. Der Fall steht symbolisch für den Druck auf freie Meinungsäußerung, auch vor dem Hintergrund, Russland nicht verärgern zu wollen.

„Aufgrund des Drucks der Strafverfolgungsbehörden auf Redaktionsmitglieder und neuer Ermittlungsverfahren haben wir beschlossen, unsere Agentur zu schließen. Unter den gegenwärtigen Umständen können wir unsere Arbeit nicht fortsetzen […]“ Foto: Screenshot, Instagram Qaznews24

Im gesellschaftspolitischen Bereich waren mehrere Veränderungen zu beobachten. Im Juli reformierte Kasachstan Teile seines Strafgesetzbuches, um Zwangsheirat und Stalking unter Strafe zu stellen. Dies geschah als Reaktion auf jahrelangen Druck der Zivilgesellschaft, denn die Zahl der Anklagen ist trotz zahlreicher Beschwerden gering. Gleichzeitig zeichnet sich ein  Wertewandel unter jüngeren Menschen ab. 2025 wurden weniger Ehen geschlossen, Werte wie Selbstverwirklichung sind jungen Kasachstaner:innen zunehmend wichtiger und viele haben eine kritischere Haltung gegenüber traditionellen Erwartungen. Jede:r fünfte in dieser Altersgruppe denkt allerdings darüber nach, Kasachstan zu verlassen.

Innenpolitisch prägte zudem ein rauer Ton gegenüber vermeintlichen „Sozialschmarotzern“ die Debatte. In einer viel beachteten Rede warf Toqaev weiten Teilen der Bevölkerung vor, das Sozialsystem des Landes auszunutzen, und kündigte eine Überarbeitung der Sozialpolitik an. Damit setzt Toqaev ein Narrativ fort, welches bereits sein Vorgänger Nursultan Nazarbaev verwendete – eines, das Verantwortung für Armut und Ungleichheit auf Einzelne schiebt und staatliche Wirtschaftspolitik aus der Schusslinie nimmt.

Umweltpolitisch zeigte sich 2025, wie stark Klimafolgen und Energiewende in Kasachstan miteinander kollidieren. Der Winter 2024/25 wurde offiziell als ungewöhnlich warm eingestuft, mit Temperaturen deutlich über dem langjährigen Mittel. Auch Frühling und Sommer brachten regionale Rekorde. Kasachstans Ziel, 2060 die Klimaneutralität zu erreichen, scheint dabei fragwürdig. Fossile Energieträger nahmen auch 2025 einen hohen Stellenwert für Astana ein.

Außenpolitisch war das vergangene Jahr von der Suche nach Spielräumen zwischen den großen Akteuren geprägt. Beim USA-Zentralasien-Gipfel im Format C5+1 in Washington im November des vergangenen Jahres standen vor allem Rohstoffe, seltene Erden und große Wirtschaftsabkommen im Mittelpunkt. Wenige Wochen später folgte ein weiteres Signal in Richtung USA. Kasachstan erklärte seine Bereitschaft, dem von Washington getragenen Abraham-Abkommen über die Kooperation mit Israel beizutreten.

Auch regionale Kooperationen gewannen 2025 weiter an Gewicht. Beim siebten Konsultativtreffen der zentralasiatischen Staatschefs am 16. November in Taschkent stand nicht mehr nur politische Annäherung, sondern vor allem praktische Zusammenarbeit auf der Agenda. Diskutiert wurden unter anderem Wasserversorgungssicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Kulturdiplomatie.

Ebenso wurde 2025 abermals deutlich, wie stark Russlands Krieg gegen die Ukraine Kasachstans Wirtschaft seit 2022 verändert hat, etwa durch Inflationsdruck, Tenge-Schwankungen und eine neu organisierte Logistik im Handel mit Russland. Nach wie vor steht für Astana die Frage im Zentrum, wie Kasachstan seinen Kurs zwischen Kooperation und Sanktionsdruck austariert, während der Westen strenger auf mögliche Sanktionsumgehungen durch Geschäfte mit Dual-Use-Gütern blickt. 

Kirgistan: Grenzen gezogen, Freiheiten beschnitten

Ein außenpolitischer Meilenstein prägte den Beginn des Jahres: Im März 2025 unterzeichneten die Präsidenten Kirgistans und Tadschikistans in Bischkek ein historisches Grenzabkommen, das jahrzehntelange Konflikte über die rund 970 Kilometer lange Grenze beendete. Neben der exakten Festlegung des Grenzverlaufs wurden Vereinbarungen zu Wasser- und Energieanlagen sowie zum Bau und zur Nutzung grenzüberschreitender Straßen getroffen. Außerdem sind Umsiedlungen von Grenzbewohner:innen geplant, deren Häuser nun auf dem Staatsgebiet des Nachbarlandes liegen, um zukünftige Konflikte im sensiblen Ferganatal zu vermeiden.

Während Kirgistan außenpolitisch Fortschritte erzielte, zeigte sich innenpolitisch ein deutlich anderes Bild. Im Laufe des Jahres verschärfte sich die Lage für unabhängige Medien. Ein Gericht stufte mehrere Medienportale, darunter Kloop, Temirow Live und Ait Ait Dese, als extremistisch ein, und zwei ehemalige Mitarbeiter von Kloop wurden wegen „Anstiftung zu Unruhen“ zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Journalist:innen und Menschenrechtsorganisationen kritisieren diese Entscheidungen als politisch motiviert und weisen auf Verstöße gegen das Recht auf ein faires Verfahren hin. Die wiederholten Maßnahmen verdeutlichen, dass kritische Berichterstattung unter Präsident Sadyr Dschaparow zunehmend erschwert wird.

Auch institutionell blieb das Jahr nicht ohne Zäsur. Im November fanden in Kirgistan vorgezogene Parlamentswahlen statt. Das Parlament hatte sich zuvor selbst aufgelöst, offiziell wegen der drohenden Überschneidung von Parlaments- und Präsidentschaftswahlen. Beobachter:innen vermuten jedoch eine strategische Vorbereitung auf Machtverschiebungen innerhalb der Staatsführung, da das neue Mehrheitswahlsystem größere Parteien begünstigt und den Einfluss der Exekutive stärkt. Kritiker:innen werteten dies unter anderem als weiteren Bedeutungsverlust parlamentarischer Kontrolle.

Parallel dazu positionierte sich Kirgistan auf internationaler Bühne als geopolitisch bedeutsames Land: Anfang Februar besuchte Präsident Dschaparow China, traf Xi Jinping und unterzeichnete Abkommen im Rahmen der Belt-and-Road-Initiative. Dabei standen Infrastrukturprojekte wie die China-Kirgistan-Usbekistan-Eisenbahn und Handelsabkommen im Fokus, die den wirtschaftlichen Austausch und technologischen Fortschritt fördern. Zugleich nahm Kirgistan am EU-Zentralasien-Gipfel in Samarkand teil, bei dem ein 12-Milliarden-Euro-Investitionspaket im Rahmen der Global-Gateway-Initiative angekündigt wurde.

Trotz wirtschaftlicher und diplomatischer Initiativen blieben Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit auch 2025 eine Herausforderung in Kirgistan. Polygamie ist dort zwar formal verboten, wird jedoch inoffiziell über religiöse Nikah-Zeremonien praktiziert, wodurch Frauen und Kinder häufig rechtlos bleiben. Etwa 30 Prozent der Kinder übernehmen zudem frühzeitig Verantwortung für Geschwister oder kranke Familienmitglieder  – ein Phänomen, das „Parentifizierung“ genannt wird und als Form emotionaler Gewalt gilt. Fachleute warnen, dass diese Belastungen langfristige negative Auswirkungen auf psychische Gesundheit, Selbstwertgefühl und Beziehungsfähigkeit der Kinder haben können.

Künstliche Gletscher sollen in Kirgistan für nachhaltige Wasserquellen sorgen. Foto: ©FAO/Evgeniy Pechurin

Auch Umwelt- und Klimafragen rückten in diesem Jahr vermehrt ins öffentliche Bewusstsein. Schmelzende Gletscher bilden instabile Gletscherseen, die ganze Hochgebirgsdörfer gefährden und Überschwemmungen oder Schlammlawinen verursachen können. Um dem entgegenzuwirken, startete Kirgistan gemeinsam mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ein Projekt zum Bau künstlicher Gletscher, die Wasser für Haushalte, Viehherden und Felder speichern. Diese innovativen Anlagen zeigen, wie traditionelles Wissen und moderne Technik kombiniert werden können, um die Resilienz der Bevölkerung zu stärken und die Folgen der globalen Erwärmung zu mildern.

Tadschikistan: Annäherungen nach außen, Spannungen im Inneren

Auch für Tadschikistan stellt das im Frühjahr 2025 unterzeichnete Grenzabkommen mit Kirgistan ein zentrales Ereignis dar, das bisher die Grenzregion weitgehend befriedet. Kurz darauf bekannte sich auf dem Ferganatal-Gipfel auch Usbekistan zu einer engeren regionalen Zusammenarbeit mit Tadschikistan und Kirgistan – ein bemerkenswerter Schritt, war doch auch Usbekistan in der Vergangenheit immer wieder in Grenzkonflikte mit beiden Ländern verwickelt. Weitaus unruhiger bleibt hingegen Tadschikistans südliche Grenze zu Afghanistan, die seit der Machtübernahme der Taliban weiterhin als instabil gilt. Nichtsdestotrotz schieben tadschikische Behörden immer wieder afghanische Staatsangehörige ab – darunter auch Personen mit anerkanntem Flüchtlingsstatus – vielfach unter rechtlich und humanitär höchst fragwürdigen Umständen. Gleichzeitig gab es zum Ende des Jahres Anzeichen für eine Annäherung der beiden Nachbarstaaten.

Shavkat Mirziyoyev, Emomali Rahmon und Sadyr Dschaparow beim Gipfel in Chudschand. Foto: president.tj

Über den regionalen Kontext hinaus brachten vor allem internationale Entwicklungen Veränderungen mit sich. Insbesondere der Amtsantritt Donald Trumps hatte spürbare Auswirkungen: Auf der einen Seite brach die durch USAID geleistete Entwicklungshilfe weg, von der auch mehrere Projekte in Tadschikistan betroffen waren. Auf der anderen Seite rückte die Region durch den USA-Zentralasien-Gipfel in Washington erneut in den Fokus amerikanischer Außenpolitik. Weder dort noch bei den anderen internationalen Gipfeltreffen mit der EU, China und Russland gelang es Tadschikistan jedoch, als eines der wirtschaftsschwächsten Länder der Region größere wirtschaftliche Vereinbarungen zu erzielen.

Große politische und mediale Aufmerksamkeit erfuhren dagegen im Ausland lebende tadschikische Staatsangehörige. In Russland sind Arbeitsmigrant:innen nach dem Anschlag auf die Moskauer Crocus Cityhall im Jahr 2024 weiterhin zunehmender Diskriminierung und wachsendem Rassismus ausgesetzt. Gleichzeitig häufen sich Fälle umstrittener Abschiebungen tadschikischer Oppositioneller aus EU-Staaten in ihr Herkunftsland.

Im Inneren des Landes wiederum zeigt sich ein widersprüchliches Bild. Einerseits formiert sich an einigen Stellen eine engagierte Zivilgesellschaft, die sich insbesondere für Umwelt– un Gleichstellungsfragen einsetzt. Andererseits entzieht sich die politische Führung mit einer erneut unfreien Parlamentswahl ohne echte Opposition weiterhin demokratischen Prinzipien. In der Hauptstadt Duschanbe steht zudem die rasch wachsende Stadtbevölkerung vor zunehmenden infrastrukturellen Herausforderungen. Um dem täglichen Verkehrschaos entgegenzuwirken, das zu Stoßzeiten regelmäßig im Stillstand mündet, treibt Tadschikistan in Kooperation mit koreanischen Bauunternehmen die Planung einer U-Bahn weiter voran.

Turkmenistan: Zensur nach innen, Öffnung nach Außen?

Turkmenistan bekam im Juni ungewohnte internationale Aufmerksamkeit, als die US-Administration unter Donald Trump per Dekret ein vollständiges Einreiseverbot gegen Staatsangehörige von zwölf Ländern verhängte – darunter Turkmenistan. Doch warum Turkmenistan? Ein nicht unwesentlicher Anteil der turkmenischen Staatsangehörigen, die mit einem Touristen- oder Geschäftsvisum die Vereinigten Staaten besucht hatten, hätten das Land nicht rechtzeitig verlassen, heißt es in der Begründung. Turkmenistan selbst hingegen scheint sich zumindest in kleinen Schritten internationalen Gästen zu öffnen und führte im April ein elektronisches Visaverfahren ein.

Internet Symbolbild
In Turkmenistan schlagen Beamte Profit aus Internetzensur Foto: Symbolbild: Darwin Laganzon/ Pixabay

Innerhalb des Landes kann allerdings von Öffnung keine Rede sein: Die Internetnutzung innerhalb des zentralasiatischen Landes wird immer weiter eingeschränkt, weite Teile des Netzes sind für Turkmen:innen unzugänglich. Neu ist hingegen, dass die Behörden versuchen, daraus Profit zu schlagen. Wer sich Zugang über eine „weiße Liste“ beschaffen möchte, muss exorbitant hohe Preise zahlen. Fast schon amüsant wirkt angesichts dessen, wie Turkmenistans Präsident Serdar Berdimuhamedow – übrigens wie auch einige seiner zentralasiatischen Amtskollegen – Photoshop nutzen, um stets vorteilhaft in Erscheinung zu treten.

Auf internationaler Ebene mischt Berdimuhamedow regelmäßig mit, insbesondere wenn die Großen der Welt zu den so genannten „C5+1“-Formaten laden, also Gipfeltreffen mit den Staatschefs der fünf zentralasiatischen Länder. Am 6. November hat US-Präsident Trump zum insgesamt zweiten US-Zentralasien-Gipfel geladen und damit die Region wieder in den Fokus der Vereinigten Staaten gerückt. Dabei wurden etliche Wirtschaftsabkommen mit den Ländern Zentralasiens geschlossen.

Zu Spannungen kam es hingegen beim Gipfeltreffen der Organisation der Turkstaaten (OTS) im Mai. Grund dafür war, dass Kasachstan, Usbekistan und auch Turkmenistan die Republik Zypern anerkannt und gleichzeitig die Türkische Republik Nordzypern als illegale Einheit betrachtet hatten – sehr zum Missfallen Ankaras.

Bei dem zentralasieninternen Gipfel, zu dem die fünf Präsidenten im November in Taschkent zusammenkamen, konnten sie sich über Zuwachs freuen: auch Aserbaidschans Staatsoberhaupt Ilham Aliyev war als geladener Gast zugegen. Kein Zufall, denn durch die Einrichtung des Sangesur-Korridors, der Aserbaidschan mit seiner Exklave Nachitschewan verbindet, erhoffen sich auch die Regierungen Zentralasiens einen wirtschaftlichen Aufschwung entlang des Mittleren Korridors.

Usbekistan: Ein Jahr voller Meilensteine: Gas, Gipfel, Goldmedaillen

Die Entdeckung eines neuen Gasfelds in 6.500 Metern Tiefe auf dem Ustyurt-Plateau sorgte für Aufsehen und weckte Hoffnungen auf einen Durchbruch im Energiesektor. Dieses Feld könnte die Exportkapazitäten merklich steigern und Usbekistan unabhängiger von etablierten Lieferanten machen. Gleichzeitig gibt es kritische Stimmen wegen der großen Tiefe, in der das Gas liegt, der damit verbundenen technischen Herausforderungen sowie möglicher negativer Umweltauswirkungen.

Außenpolitisch profitierte Usbekistan wie seine Nachbarländer von den regionalen und internationalen Abkommen. Am Rande des Jahresgipfels der Vereinten Nationen schloss Präsident Shavkat Mirziyoyev ein bemerkenswertes Wirtschaftsabkommen über 8 Milliarden US-Dollar zwischen der nationalen usbekischen Fluggesellschaft Uzbekistan Airways und Boeing ab.

Weitere Erfolge konnte Usbekistan im Bereich des Sports verzeichnen. Bei der Boxweltmeisterschaft in Liverpool belegte das usbekische Team beim Medaillenspiegel den zweiten Platz. Von den insgesamt 18 Athlet:innen gewannen 11 eine Medaille, davon sechs Mal Gold. Ein Beispiel für die anhaltende Beliebtheit des Schachspiels im postsowjetischen Zentralasien ist Schach-Talent Javohir Sindarov. Er holte im November den Weltcup in Goa und ist damit der bisher jüngste Gewinner dieses Turniers – ein Symbol für usbekischen Aufstieg im Sport.

Szene aus „Sustxotin“ (The Song). Foto: goEast-Filmfetival

Auch auf kultureller Ebene erlangte Usbekistan internationale Anerkennung, etwa beim goEast-Filmfestival in Wiesbaden. Dort feierte Husnora RozmatovasThe Song Sustxotin“ Europapremiere und wurde doppelt ausgezeichnet. Der Film beleuchtet patriarchale Gewalt und verknüpft diese mit weiteren gesellschaftlichen Tabuthemen in Usbekistan. Damit leistet Rozmatova einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Auseinandersetzung mit geschlechterspezifischer Gewalt gegen Frauen in Usbekistan.

Weiterhin porträtierte Novastan die Filmemacherin und Fotografin Kamila Rustambekova, eine aufstrebende Künstlerin, die in ihren Arbeiten den Alltag zwischen Tradition und Moderne sowie Migration und Identität in den Blick nimmt.

Novastan

Wie jedes Jahr berichtete Novastan.org ausgiebig über politische, wirtschaftliche, soziale, Umwelt- und gesellschaftliche Themen – und viele mehr. Wir sind stolz, unserer Lesendenschaft stetig mehr Eigenproduktionen wie Reportagen, Analysen und Rezensionen aus eigener Feder zu bieten. Neben der Erneuerung unserer Website, bei der wir einige Features im Laufe des Jahres verbesserten, erstrahlt nun auch unser wöchentlicher Montags-Newsletter in neuem Glanz. Auch im neuen Jahr werden wir weiter daran arbeiten unsere Inhalte noch ansprechender und informativer gestalten und Zentralasien dadurch unserem Zielpublikum und darüber hinaus näherbringen können.

Unsere Redaktion entwickelt konstant neuen Ideen – Ihr dürft Euch also auf gewohnt informative und spannende News sowie weitere Features freuen. Besonders glücklich schätzen wir uns, auch im vergangenen Jahr redaktionellen Zuwachs erhalten zu haben und sind auch weiteri´hin auf der Suche nach Freiwilligen – bei Interesse erwarten wir gerne Eure Nachricht an redaktion@novastan.org. Neben regelmässigen Redaktionstreffen planen wir im Mai 2026 den nächsten Novastan-Kongress in Berlin, bei dem sich alle Novastan-Redaktionen (Deutsch, Französisch und Englisch) zu einem Ideenaustausch über die Weiterentwicklung des Projektstreffen werden.

Neben der regulären redaktionellen Arbeit organisierte unser Verein Novastan e.V. im letzten Jahr wie gewohnt einige Veranstaltungen für Zentralasien-Interessierte – dieses Mal zwei „Dance with the Stans“-Partys, eine Nowruz Edition mit Kurzfilm-Screening und als zehnte (!) Ausgabe von DwtS die TΛNIŞ-BILIШ ПОРТӢ (Tanisch-Bilisch-Party) mit der kasachstanischen Stand-Up-Komikerin Dinara Kerey. Für Plov und feinste Hits aus Zentralasien war dabei selbstverständlich wie immer gesorgt. Auch einige thematische Stammtische mit interessanten Gästen fanden in Berlin statt – ein Format, das wir auch 2026 weiterführen wollen. Im Januar diesen Jahres wird die nächste Mitgliederversammlung von Novastan e.V. stattfinden und wie immer hoffen wir auf wertvolles Feedback unserer Mitglieder und des Aufsichtsrates. Du möchtest auch Mitglied werden und Novastan e.V. unterstützen? Dann melde Dich bei verein@novastan.org!

Heinrich Jakunin, Margaret Bullich, Julius Bauer, Robin Roth, Mahkam Hamid und Michèle Häfliger für Novastan

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