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	<title>Krieg in der Ukraine Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Wed, 10 Jun 2026 15:40:06 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Krieg in der Ukraine Archives</title>
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		<title>Kasachstans Schlüsselrolle beim Ausbau des Mittleren Korridors</title>
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		<dc:creator><![CDATA[La rédaction]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 15:37:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Halbinsel]]></category>
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		<category><![CDATA[Transport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im vergangenen Monat war Kasachstan Gastgeber der 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen, an der Vertreter aus &#xFC;ber drei&#xDF;ig L&#xE4;ndern teilnahmen. F&#xFC;r Astana bot sich damit die Gelegenheit, vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Neuordnung der globalen Handelswege seine Ambitionen f&#xFC;r den &#x201E;mittleren Korridor&#x201C; zu demonstrieren. Vom Ende April 2026 bot [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Im vergangenen Monat war Kasachstan Gastgeber der 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen, an der Vertreter aus über dreißig Ländern teilnahmen. Für Astana bot sich damit die Gelegenheit, vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Neuordnung der globalen Handelswege seine Ambitionen für den „mittleren Korridor“ zu demonstrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom Ende April 2026 bot die 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen im Herzen von Astana die Gelegenheit, mehr als dreißig Länder in einem unsicheren geopolitischen Kontext zusammenzubringen. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_f%C3%BCr_die_Zusammenarbeit_der_Eisenbahnen">Organisation für die Zusammenarbeit der Eisenbahnen</a>, bekannt als OSJD, ist eine zwischenstaatliche Organisation, die ein Netz von mehr als 320.000 km Eisenbahnstrecken <a href="https://en.osjd.org/api/media/resources/c/68/121/258">vereint</a> und jährlich den Transport von etwa 5,5 Milliarden Fahrgästen und fast 5 Milliarden Tonnen Güter gewährleistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 1956 gegründete OSJD, das wichtigste Forum für die Koordinierung des Eisenbahnverkehrs zwischen Europa und Asien und Erbe der technischen Zusammenarbeit aus der Sowjetzeit, hat sich nach und nach um neue Mitglieder erweitert. Derzeit zählt sie 27 <a href="https://www.geo-ref.net/en/t-osjd.htm">Mitglieder</a>, von Albanien bis Vietnam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Jahr versammelte die <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">40. Konferenz der Generaldirektoren</a> der Eisenbahnen mehr als 300 Führungskräfte und Vertreter von Eisenbahnunternehmen. Der kasachstanische Premierminister Oljas Bektenov hielt dort persönlich eine Rede, was die politische Bedeutung der Veranstaltung unterstreichen sollte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Er erinnerte daran, dass <em>„der Eisenbahnsektor Kasachstans, der eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung spielt, darauf abzielt, die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern und ein nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten“</em>. Der Premierminister <a href="https://primeminister.kz/en/news/kazakhstan-to-build-5000-km-of-new-railways-in-the-next-four-years-olzhas-bektenov-at-osjd-conference-31306">kündigte</a> zudem ehrgeizige Ziele für die kommenden Jahre an und erklärte, er wolle in den nächsten vier Jahren <em>„weitere 5.000 Kilometer Eisenbahnstrecken bauen“ </em>und <em>„das Transitvolumen bis 2035 auf 100 Millionen Tonnen pro Jahr steigern“</em>, womit er seinen Willen unterstrich, die zentrale Rolle Kasachstans im Handel zwischen Europa und China zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Delegation aus Afghanistan, traf sich <a href="https://pajhwok.com/2026/05/01/afghan-delegation-attends-osjd-rail-conference-in-kazakhstan/">laut der afghanistanischen Nachrichtenagentur Pajhwok Afghan News</a> mit kasachstanischen und aserbaidschanischen Vertretern, um über den Ausbau der Häfen von Hairatan und Torghundi sowie über den regionalen Transitverkehr zu beraten. Diese Anwesenheit, ebenso wie die die gemeinsame <a href="https://en.osjd.org/en/8821/page/106072?id=262551">Teilnahme</a> der Ukraine und Russlands, verdeutlicht, dass die Zusammenarbeit im Eisenbahn- und Transitbereich häufig von funktionalen und wirtschaftlichen Interessen geprägt ist und damit politische Konfliktlinien teilweise überlagert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Fragen der Finanzverwaltung befasste sich die Konferenz auch mit dem künftigen Arbeitsprogramm der OSJD und der Organisation der nächsten Sitzung. Der Schwerpunkt lag auf der Steigerung der Transportmengen, der Modernisierung der Infrastruktur sowie dem Übergang zu leistungsfähigeren Technologien, um die Effizienz und den reibungslosen Ablauf des Schienenverkehrs zu verbessern, <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">berichtet das Medium Transport Corridors</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der mittlere Korridor im Zentrum globaler Herausforderungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit seiner Aussage, „<em>Eurasien in einen einheitlichen und optimal funktionierenden Verkehrsknotenpunkt zu verwandeln“</em>, bezieht sich Kasachstans Premierminister direkt auf die Handelsroute, die sich in der Region seit etwa zwanzig Jahren entwickelt, insbesondere im Zuge der chinesischen Initiative der Neuen Seidenstraßen aus dem Jahr 2013.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der mittlere Korridor, auch Trans-Caspian International Transport Route (TITR) genannt, ist ein 4.000 Kilometer langer multimodaler Transportkorridor, der chinesische Fabriken über Zentralasien, das Kaspische Meer, den Südkaukasus und die Türkei mit den europäischen Märkten verbindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist auch die kürzeste Landroute zwischen China und Europa, vorausgesetzt, die notwendige Infrastruktur ist vorhanden, was lange Zeit <a href="https://astanatimes.com/2026/04/kazakhstan-expands-rail-network-and-transit-corridors-to-strengthen-eurasian-connectivity/">nicht der Fall war</a>. Die Lieferzeiten, die früher mehrere Wochen betrugen, sind laut The Astana Times heute auf etwa 18 Tage gesunken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sangesur-korridor-neue-chancen-fuer-zentralasien/">Sangesur-Korridor: Neue Chancen für Zentralasien?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verkürzung wurde zum Teil durch die digitale Transformation und die Einführung des <a href="https://globaldtc.com/products/tez-customs">TezCustoms-Systems</a> ermöglicht, wodurch die Abfertigungszeit an den Grenzen zu China von 8 Stunden auf 30 Minuten reduziert werden konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bektenov hob die <a href="https://primeminister.kz/en/news/kazakhstan-to-build-5000-km-of-new-railways-in-the-next-four-years-olzhas-bektenov-at-osjd-conference-31306">zentrale Rolle Kasachstans</a> hervor, durch das etwa 85 Prozent des Verkehrsaufkommens des mittleren Korridors fließen. Er kündigte zudem den Bau von 5.000 Kilometern neuer Eisenbahnstrecken in den nächsten vier Jahren an, mit dem Ziel, bis 2035 eine Transitkapazität von 100 Millionen Tonnen pro Jahr zu erreichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Route, die seit den geopolitischen Krisen einen Aufschwung erlebt&#8230;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese eurasische Verkehrsachse ist einer der großen Nutznießer der weltweiten geopolitischen Lage der letzten vier Jahre, wobei zwei aufeinanderfolgende Schocks ihre Bedeutung deutlich gesteigert haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste ist der Krieg in der Ukraine seit 2022: Die westlichen Sanktionen gegen Russland haben laut Transport Corridors dazu geführt, dass das Frachtvolumen in Richtung Westen auf russischen Straßen im Jahr 2023 um 51 Prozent <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">eingebrochen ist</a>. Der mittlere Korridor hat sich somit als einzige praktikable Landbrücke zwischen China und Europa etabliert, die das russische Territorium umgeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/global-gateway-die-eu-investiert-in-den-transkaspischen-korridor/">Global Gateway: Die EU investiert in den Transkaspischen Korridor</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Faktor ist der Krieg im Nahen Osten und die Ende 2023 ausgelösten Angriffe der Huthi im Roten Meer. <a href="https://www.gulf-times.com/article/673811/region/houthi-red-sea-attacks-force-rerouting-of-vessels-disrupting-supply-chains">Laut der katarischen Zeitung Gulf Times</a> haben einige Unternehmen angesichts der in der Region herrschenden Unsicherheit ihren Verkehr von der Straße von Hormus und dem Suezkanal zum Kap der Guten Hoffnung verlagert, was die Landalternativen umso attraktiver macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2024 <a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia/politika/2026/04/middle-corridor-transport-prospect">stieg</a> das Frachtvolumen auf der eurasischen Route laut dem amerikanischen Think Tank Carnegie Endowment for International Peace im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 63 Prozent auf 4,1 Millionen Tonnen, gegenüber nur 500.000 Tonnen vor der groß angelegten russischen Invasion in der Ukraine. Allein auf der Strecke China–Europa hat sich die Zahl der transportierten Container laut der Zeitschrift CEBRI zwischen 2023 und 2024 um das 25-Fache <a href="https://cebri.org/revista/en/artigo/220/middle-corridor-connecting-brazil-to-eurasia-via-azerbaijan">erhöht</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8230;die jedoch weiterhin behindert wird</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz ihres Potenzials, sich zu einer wettbewerbsfähigen Hauptroute zu entwickeln, bleibt die eurasische Verkehrsachse durch strukturelle Probleme <a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia/politika/2026/04/middle-corridor-transport-prospect">eingeschränkt</a>. „<em>Der mittlere Korridor ist noch weit davon entfernt, wettbewerbsfähig zu sein. Er bewältigt nur etwa 6 Prozent der jährlichen Kapazität des nördlichen Korridors (über Russland), die sich auf 100 Millionen Tonnen beläuft, und während viele westliche Akteure mit einem weiteren Wachstum rechnen, deuten mehrere Indikatoren stattdessen auf eine Verlangsamung hin“</em>, erklärt Bektenov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Infrastruktur des mittleren Korridors ist in der Tat nach wie vor unzureichend, mit oft überlasteten Häfen, insbesondere in Georgien, und einer von Natur aus fragmentierten Route, da sie auf einer Abfolge von Verkehrsträgern beruht, was sie langsamer, teurer und weniger flüssig macht als die alternativen Routen über Russland oder auf dem Seeweg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen <a href="http://?">anhaltende geopolitische Instabilitäten im Kaukasus</a> und rund um den Iran sowie ökologische Herausforderungen, insbesondere der sinkende Wasserstand des Kaspischen Meeres, der sich direkt auf die Hafenkapazitäten und die Kontinuität des Seeverkehrs auswirkt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lorenz Uberti für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/au-kazakhstan-une-conference-sur-les-chemins-de-fer-abordent-le-corridor-median/">Französischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Die Ukraine ist meine Heimat geworden“: Zentralasiat:innen helfen einem Land im Krieg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rferl]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2026 21:44:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Charkiw]]></category>
		<category><![CDATA[Humanitäre Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Jurten]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg in der Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Kyiw]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kasachische &#x201E;Jurten der Unzerst&#xF6;rbarkeit&#x201C;, usbekischer Plow und humanit&#xE4;re Hilfe von der tadschikischen Diaspora &#x2013; Menschen aus Zentralasien, die in Kyjiw, Charkiw und anderen ukrainischen St&#xE4;dten leben, reichen w&#xE4;hrend des Krieges den Menschen in ihrer N&#xE4;he die Hand. F&#xFC;r viele von ihnen ist die Ukraine &#xFC;ber die Jahre zur Heimat geworden. Sie sehen es als ihre [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kasachische „Jurten der Unzerstörbarkeit“, usbekischer Plow und humanitäre Hilfe von der tadschikischen Diaspora – Menschen aus Zentralasien, die in Kyjiw, Charkiw und anderen ukrainischen Städten leben, reichen während des Krieges den Menschen in ihrer Nähe die Hand. Für viele von ihnen ist die Ukraine über die Jahre zur Heimat geworden. Sie sehen es als ihre Pflicht an, die Ukrainer:innen zu unterstützen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Fleisch, Karotten und Zwiebeln – so lautet Saule Alievas Einkaufsliste für die „Jurte der Unzerstörbarkeit“. Zu Hause schneidet sie die Zutaten noch klein, um am nächsten Morgen daraus Plow zuzubereiten. Dutzende Kiewer:innen stehen Schlange für das warme Mittagessen. Denn aufgrund der in diesem Winter verstärkten russischen Luftangriffe auf die zivile Infrastruktur der Ukraine fällt in vielen Mehrfamilienhäusern der ukrainischen Hauptstadt stundenlang der Strom aus und wird die Heizung abgeschaltet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es kommen Leute vorbei: Hier können sie ihre Handys aufladen und sich aufwärmen. Wir servieren kasachischen Tee. Zwei- bis dreimal [pro Woche] kochen wir Plow“, </em>sagt Saule.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die „Stätte der Unzerstörbarkeit“ im Kyjiwer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schewtschenko-Park_(Kiew)">Schewtschenko-Park</a> wurde wie in so einigen Städten im ersten Kriegsjahr in einer traditionellen Nomadenbehausung eröffnet. Die Konstruktionen und die Einrichtung stellte der kasachische Mäzen und Mitbegründer der Agrarholding <a href="https://www.kustogroup.com/">Kusto Group</a>, Daulet Nurjanov, während Vertreter:innen der kasachischen Diaspora in der Ukraine, wie Saule, die Jurten hochzogen und sich um die Beheizung kümmerten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/eine-jurte-der-unzerstoerbarkeit-fuer-die-ukraine/"><strong>Eine „Jurte der Unzerstörbarkeit“ für die Ukraine</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Saule lebt bereits seit 35 Jahren in der Ukraine. Geboren in Aqtöbe, absolvierte sie später das Polytechnische Institut in Tomsk und arbeitete daraufhin als Ingenieurin an einer Flugschule in ihrer Heimat. 1991 zog sie mit gemeinsam mit ihrem Mann in die Ukraine und fand dort, was sie heute ihre zweite Heimat nennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es ist [auch] die Heimat meines Sohnes und meines Mannes. Das Land hat mich aufgenommen, als wäre ich hier geboren. In meinen 35 Jahren in der Ukraine habe ich noch nie jemanden ein böses Wort über mich sagen hören.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den ersten Monaten seit dem 24. Februar 2022 halfen Jurten in Butscha, Kyjiw, Mykolajiw, Dnipro, Charkiw, Odessa, Slawjansk und Lwiw Tausenden von Ukrainer:innen. Die Menschen luden ihre Handys, wärmten sich auf und wurden mit Tee und <a href="https://cooking-with-dailyfamilystories.de/kasachische-baursaki-fluffige-teigbaellchen/">Baursaki</a> (kasachischen Berlinern, Anm. d. Ü.) umsorgt. Später, als sich die Energieversorgung im Land stabilisiert hatte, wurden viele Jurten abgebaut und in ein Lager gebracht. Nur in Kyjiw und Dnipro blieben sie stehen und wurden so zum Blickfang im Stadtbild.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Als Russland seine Angriffe auf das ukrainische Stromnetz in diesem Winter jedoch verstärkte, erwuchs die hauptstädtische Jurte erneut zu einem „Ort der Unzerstörbarkeit“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Unsere Jurte hat sogar eine Ecke für Kinder, wo sie malen und Bücher lesen können“, </em>führt Saule durch die Jurte und zeigt uns eine Kinderzeichnung, auf der eine schöne kasachische Jurte zu sehen ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Die Ukraine hat mir nie etwas Böses angetan“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorsitzende der usbekischen Diaspora in der Ukraine, Shahobiddin Yusupov, lebt in Charkiw, der zweitgrößten Stadt des Landes, die nahe der russischen Grenze liegt. In den ersten Tagen der Invasion standen russische Soldaten vor den Toren Charkiws und drangen schließlich bis in die Stadt vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stadt stand unter täglichem Beschuss, wodurch Tausende von Gebäuden zerstört wurden, und dennoch schlug der Sturmversuch fehl. Im September führten die ukrainischen Streitkräfte eine erfolgreiche Gegenoffensive durch, befreiten den größten Teil der besetzten Region Charkiw und damit auch die Stadt aus der unmittelbaren Bedrohung. Doch die Angriffe auf Charkiw dauern an.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-krieg-in-der-ukraine-und-seine-folgen-fuer-zentralasien/"><strong>Der Krieg in der Ukraine und seine Folgen für Zentralasien</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Shahobiddin hilft bedürftigen Ukrainer:innen schon seit Kriegsbeginn. Er erinnert sich, dass Gerüchte über eine bevorstehende Invasion bereits Anfang Februar 2022 aufkamen. Statt zu fliehen, beschloss Shahobiddin, sich gemeinsam mit seiner Familie vorzubereiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Etwa Mitte Februar hörte ich, dass ein Krieg ausbrechen würde. Ich erzählte meinen Kindern davon. Auf unserem kleinen Bauernhof bereiteten wir das Fleisch vor und legten im Keller einen Vorrat an Butter und Mehl an. In der Ukraine hatten die meisten Menschen nicht geglaubt, dass es zu einem Krieg kommen würde, und waren nicht vorbereitet. Deshalb suchten dann so viele unsere Hilfe auf: Soldaten, ältere Menschen und auch Krankenhäuser</em>“, so Yusupov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Krieg entwickelte sich bald zu einem Stellungskrieg. Shahobiddin sagt, dass er jetzt einmal pro Woche Plow verteilt. In den ersten beiden Kriegsjahren kochte er täglich einen riesigen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kazan_(cookware)">Kasan</a> (große Mengen fassender Topf, Anm. d. Ü.), später dreimal pro Woche.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Menschen haben sich daran gewöhnt. Es gibt die ersten Kriegskinder: Diejenigen, die zu Beginn des Konflikts geboren wurden, sind mittlerweile vier Jahre alt.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Shahobiddin kam 1996 auf Einladung eines Freundes zum Arbeiten in die Ukraine. Das neue Land und die Freundlichkeit seiner Bewohner:innen gefielen ihm, weshalb er beschloss, zu bleiben, und später auch seine Angehörigen nach Charkiw nachzogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihren Lebensunterhalt verdient Yusupovs Familie mit der Zubereitung orientalischer Gerichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Zuerst haben wir Fast Food zubereitet, dann Samsa. 1997 haben wir den Leuten gezeigt, wie man Samsa mit Hackfleisch zubereitet. Es folgte unser erstes ein Café, dann ein Restaurant und später ein Hotel. Seit nunmehr 30 Jahren sind wir im Dienstleistungsbereich tätig“</em>, so der Usbeke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Shahobiddin sieht es als seine Pflicht an, den Ukrainer:innen in schwierigen Zeiten zu helfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Mehr als die Hälfte meines Lebens habe ich hier verbracht, habe meine Kinder aufwachsen und heiraten sehen. Sogar meine Eltern wurden hier beigesetzt. Die Ukraine hat mir nie etwas Böses angetan. Nach Kriegsbeginn sind nur noch wenige Migrant:innen aus Zentralasien in der Ukraine geblieben. Hauptsächlich diejenigen, die schon seit Jahrzehnten hier leben und Familien gegründet haben.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/ohne-unnoetigen-laerm-wer-hilft-ukrainerinnen-in-usbekistan-und-aus-welchen-gruenden/"><strong>Ohne unnötigen Lärm: Wer hilft Ukrainer:innen in Usbekistan und aus welchen Gründen?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kirgistaner Talaj Sary, der seit vielen Jahren in der Ukraine lebt, fügt hinzu, dass die Menschen mit der Zeit wieder zurückkehrten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Als der Krieg begann, begann die Botschaft [Kirgistans], ihre Bürger:innen zu evakuieren – nicht alle, aber knapp 90 Prozent. Mit der Zeit kehrten zwar diejenigen, die hier einer Arbeit nachgingen, nach und nach zurück. Trotzdem sind es jetzt weniger als vor dem Krieg.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Menschen aus Tadschikistan reichen den Ukrainer:innen eine helfende Hand. Tadschikische Arbeitsmigrant:innen, die in europäischen Ländern arbeiten, sammeln Geld und Sachspenden und schicken diese an die tadschikische Diaspora in der Ukraine.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kleidung kommt auf diese Weise Bedürftigen zu und von dem Geld lassen sich warme Mahlzeiten zubereiten. Diese werden auf Wunsch des <a href="https://www.spiegel.de/ausland/kyjiw-ukraine-vitali-klitschko-raet-buergern-von-kyjiw-zum-verlassen-der-stadt-a-a753a7e7-9dae-4b77-958b-eb6ffb61bcb3">Kyjiwer Bürgermeisters Vitali Klitschko</a> an die Beschäftigten im Energiesektor der Stadt weitergegeben, berichtet der in Litauen lebende Tadschikistaner Ilchom Jokubow<strong>:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Ukraine hat Tadschikistaner:innen aufgenommen, insbesondere solche, die in ihrem Land Probleme mit dem herrschenden Regime haben. [Wir erinnern uns], dass auch die einfachen Bürger:innen der Ukraine den Bürger:innen Tadschikistans umfassende Unterstützung gewährt haben. Die Haltung der Bevölkerung [gegenüber den Tadschiken] war immer freundlich. Heute durchlebt das ukrainische Volk leider schwerste Zeiten, wie Kälte, Stromausfälle und vor allem einen ungerechten Krieg. Wir betrachten es als Pflicht, unter diesen Umständen Unterstützung zu leisten, als Antwort auf all das Gute, das die ukrainische Regierung und dieses Volk für sie getan haben.“</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />



<p class="wp-block-paragraph"><a id="_msocom_1"></a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Abdulla Zhusupaliev für Radio Free Europe/Radio Liberty</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://www.azattyqasia.org/a/ukraina-stala-moey-rodinoy-kak-vyhodtsy-iz-tsentralnoy-azii-pomogayut-strane-otrazhayuschey-voen/33683359.html">Russischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zentralasien indirekt von ukrainischen Drohnenangriffen in Russland betroffen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2025 22:40:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ukrainische Drohnen, die eine russische Verarbeitungsanlage ins Visier genommen hatten, haben Kasachstan zur Drosselung der &#xD6;lf&#xF6;rderung aus einem seiner wichtigsten &#xD6;lfelder gezwungen. In anderen zentralasiatischen L&#xE4;ndern ist mit einem Anstieg der Benzinpreise zu rechnen, sollten russische Raffinerien weiterhin von Kiew angegriffen werden. Am 19. Oktober musste die Gasaufbereitungsanlage Orenburg, der weltweit gr&#xF6;&#xDF;te Chemie- und Gaskomplex [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ukrainische Drohnen, die eine russische Verarbeitungsanlage ins Visier genommen hatten, haben Kasachstan zur Drosselung der Ölförderung aus einem seiner wichtigsten Ölfelder gezwungen. In anderen zentralasiatischen Ländern ist mit einem Anstieg der Benzinpreise zu rechnen, sollten russische Raffinerien weiterhin von Kiew angegriffen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 19. Oktober musste die Gasaufbereitungsanlage <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orenburg">Orenburg</a>, der weltweit größte Chemie- und Gaskomplex im Süden Russlands, nach einem Drohnenangriff der Ukraine vorübergehend ihre Gaslieferungen aus Kasachstan einstellen, wie das kasachstanische Energieministerium <a href="https://www.dw.com/ru/bpla-vsu-atakovali-rad-syrevyh-predpriatij-v-rf/a-74415037">mitteilte</a>. Der Vorfall löste im Land, das für die Verarbeitung seines Gases und Öls von Russland abhängig ist, sowie bei seinen zentralasiatischen Nachbarn Alarmstimmung aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ukraine bestätigte, dass die Anlage, die etwa 1.700 Kilometer östlich der russisch-ukrainischen Grenze liegt, sowie eine Ölraffinerie in der Region Samara angegriffen wurde, <a href="https://www.reuters.com/world/europe/ukrainian-drones-cause-fire-russian-gas-plant-governor-says-2025-10-19/">berichtet die Nachrichtenagentur Reuters</a>. Laut dem Gouverneur von Orenburg, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Yevgeny_Solntsev">Jevgenij Solntsew</a>, löste der Angriff einen Brand in einer der Werkstätten aus, worauf die Feuerwehr und die örtlichen Rettungsdienste alarmiert wurden. Es wurden keine Opfer gemeldet und für die umliegende Bevölkerung bestand keine Gefahr. Satellitenbilder der NASA haben außerdem ein Feuer in der Nähe einer Anlage zur Trennung von Flüssiggas (LPG) entdeckt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Anlage produziert insbesondere Propan, Butan und Naturbenzin, die von Gazprom verwendet oder exportiert werden. <a href="https://www.kommersant.ru/doc/8138146">Laut der russischen Zeitung Kommersant</a> beträgt ihre Verarbeitungskapazität 37,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Nach dem Vorfall wurden kurzzeitig Flugbeschränkungen verhängt, bevor der Notfallplan aufgehoben und der Flughafen von Orenburg wieder geöffnet wurde, <a href="https://www.dw.com/ru/bpla-vsu-atakovali-rad-syrevyh-predpriatij-v-rf/a-74415037">wie die Deutsche Welle berichtet</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ukrainische Angriffe richten sich zunehmend gegen die russische Energieversorgung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Angriff ist Teil einer ukrainischen Kampagne zur Intensivierung der Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur. Seit August vermehrt Kiew die Drohnenangriffe auf russische Raffinerien, Gasaufbereitungsanlagen und Pumpstationen: Innerhalb von zwei Monaten soll jede dritte Raffinerie angegriffen worden sein. Im September trafen die Angriffe die Raffinerie in Nowokusjibtschesk, die Gasaufbereitungsanlage in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astrachan">Astrachan</a> (Gazprom) und die Raffinerie in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rjasan">Rjasan</a> (Rosneft), eine der größten des Landes und Hauptlieferant für die Region Moskau. Fünf weitere Raffinerien wurden in der ersten Oktoberwoche getroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht darin einen Beweis für die <em>„Intensivierung und Präzision“</em> der ukrainischen Operationen, die als <em>„langfristige Sanktionen gegen Russland“</em> dargestellt werden, <a href="https://www.rferl.org/a/kazakh-gas-production-ukrainian-drone-attack-russian-plant/33564896.html">berichtet Radio Free Europe Kasachstan</a>. <em>„Praktisch jeden Tag oder alle zwei Tage werden russische Raffinerien getroffen. Und das trägt dazu bei, Russland in die Realität zurückzuholen“</em>, erklärte er.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rückgang der Ölproduktion in Kasachstan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Störung der Kraftstoffversorgung und die Verringerung der Energieeinnahmen Moskaus haben diese Angriffe auch Auswirkungen auf die Länder Zentralasiens. Die Produktion des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gasfeld_Karatschaganak">Gasfeldes Karatschaganak</a> im Nordwesten Kasachstans ging laut mehreren Branchenquellen am 27. Oktober um 25 bis 30 Prozent zurück. Am 22. Oktober gab das kasachstanische Energieministerium bekannt, dass die Gaslieferungen an die Verarbeitungsanlage in Orenburg wieder aufgenommen wurden und die Produktion in Karatschaganak wieder angelaufen ist, <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/orenburgskiy-gpz-vozobnovil-prim-kazahstanskogo-gaza-583808/">wie Tengrinews schreibt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/an-der-front-in-der-ukraine-sterben-weiterhin-zentralasiaten/">An der Front in der Ukraine sterben weiterhin Zentralasiaten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Karatschaganak ist die Öl- und Gasförderung eng verknüpft: Ein Rückgang der Gasverarbeitung schränkt automatisch die Ölförderung ein. Das Gas wird nicht nur für die Verarbeitung in Orenburg verwendet, sondern auch zur Reinjektion, um den Druck im Reservoir aufrechtzuerhalten, sowie zur lokalen Stromerzeugung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2024 wurden laut Reuters 263.000 Barrel Öl pro Tag aus Karatschaganak gefördert, das von einem Konsortium aus Chevron (18 Prozent), Shell und Eni (jeweils 29,25 Prozent), Lukoil (13,5 Prozent) und KazMunayGaz (10 Prozent) <a href="https://www.reuters.com/business/energy/ukraine-drone-attack-russian-gas-plant-hits-kazakh-output-sources-say-2025-10-20/">betrieben wird</a>. Das Öl wird hauptsächlich über das <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Caspian_Pipeline_Consortium">Caspian Pipeline Consortium</a> exportiert, das das Öl zum <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Port_of_Novorossiysk">Hafen von Noworossijsk</a> im Süden Russlands am Schwarzen Meer transportiert, von wo aus es hauptsächlich über die russische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%B6lleitung_Freundschaft">Druschba-Pipeline</a> nach Deutschland weitergeleitet wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Anstieg der Benzinpreise in Kirgistan und Tadschikistan erwartet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Tadschikistan sind die Preise für Erdölprodukte, die größtenteils aus Russland importiert werden, nach dem Angriff vorübergehend <a href="https://www.reuters.com/business/energy/ukrainian-strikes-russian-refineries-drive-fuel-price-rise-tajikistan-sources-2025-10-24/">gestiegen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstanische-russinnen-eine-bevoelkerung-die-im-zuge-des-krieges-in-der-ukraine-fluktuiert/">Kasachstanische Russ:innen: eine Bevölkerung, die im Zuge des Krieges in der Ukraine fluktuiert</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan befürchten Experten <a href="https://www.currenttime.tv/a/v-kyrgyzstane-opasayutsya-defitsita-topliva-tseny-na-benzin-i-dizel-mogut-uvelichitsya-na-15-/33568782.html">laut Current Time</a> ebenfalls einen Anstieg der Benzinpreise um bis zu 15 Prozent nach dem Angriff ukrainischer Drohnen. Bereits Anfang September 2025 hatte der Verband der Ölhändler Kirgistans angesichts der Angriffe der Kiewer Luftwaffe auf russische Ölraffinerien vor einer möglichen Kraftstoffknappheit und einem Preisanstieg gewarnt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Energieabhängigkeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Vorfall erinnert daran, wie anfällig die Energieinfrastruktur und -versorgung der Region seit Beginn des Krieges in der Ukraine ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan hatten Wartungsarbeiten im Werk Orenburg im September bereits zu einem Rückgang der Produktion des Feldes um 24 Prozent (im Vergleich zum August desselben Jahres) geführt. Astana hatte seinen westlichen Aktionären bereits die Idee eines Projekts zum Bau einer neuen Gasaufbereitungsanlage direkt am Feld mit einer Kapazität von 4 Milliarden Kubikmetern pro Jahr vorgelegt, um die Versorgung des Binnenmarktes zu erhöhen; doch das ursprünglich für 2028 geplante Projekt wurde ausgesetzt. Die Regierung sucht nun nach neuen Investoren, insbesondere aus Kasachstan, um dieses Projekt zu verwirklichen, <a href="https://forbes.kz/articles/na-karachaganake-otlozhili-zapusk-proekta-po-obratnoy-zakachke-gaza-4210d0">berichtet Forbes Kasachstan</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Zoé Toulouse für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/asie-centrale-souffre-des-attaques-de-drones-ukrainiens-sur-la-russie/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Leider hat sich Kasachstans Wirtschaft nicht angepasst“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[thevillage]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Apr 2025 18:11:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Experte]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg in der Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was hat sich f&#xFC;r Kasachstan und seine Wirtschaft in den drei Jahren von Russlands Krieg gegen die Ukraine ge&#xE4;ndert? &#x201E;The Village&#x201C; sprach mit zwei Experten. Vor drei Jahren begann die russische Vollinvasion der Ukraine (im Nachfolgenden gem&#xE4;&#xDF; des Wordings der Interviewten und von The Village: Krieg &#x2013; Anm. d. &#xDC;.) Die Auswirkungen des f&#xFC;r viele [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was hat sich für Kasachstan und seine Wirtschaft in den drei Jahren von Russlands Krieg gegen die Ukraine geändert? „The Village“ sprach mit zwei Experten.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor drei Jahren begann die russische Vollinvasion der Ukraine (im Nachfolgenden gemäß des Wordings der Interviewten und von The Village: Krieg – Anm. d. Ü.) Die Auswirkungen des für viele überraschenden Krieges auf die Wirtschaft Kasachstans waren erheblich. Manche sind positiver, andere negativer Natur. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Bank_f%C3%BCr_Wiederaufbau_und_Entwicklung">Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD</a>) führt das starke Wachstum des BIP Kasachstans in der ersten Jahreshälfte 2023 <a href="https://rus.azattyq.org/a/review-central-asian-economies-are-booming-thanks-to-russia/32627172.html?utm_source=">auf den Krieg in der Ukraine und seine Folgen</a> zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„The Village“ beschreibt, wie sich das Leben der Kasachstaner:innen in den drei Jahren seit dem Beginn der Vollinvasion verändert hat. Dabei stellen Professor <a href="https://pps.kaznu.kz/en/Main/Personal/100/359/14825/%D0%A1%D0%BF%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%20%D0%9C%D0%B0%D0%B3%D0%B1%D0%B0%D1%82%20%D0%A3%D0%B0%D1%80%D1%8B%D1%81%D0%B1%D0%B5%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">Magbat Spanov</a> von der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Farabi-Universit%C3%A4t">Al-Farabi-Universität</a> in Almaty und der Finanzanalyst Rasul Rysmambetov ihre Expertise zur Verfügung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Inflation und Verteuerung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember 2021 betrug die die jährliche Inflation in Kasachstan 8,4 Prozent. Bereits im Dezember 2022, einen Monat nach Kriegsbeginn, erreichte die jährliche Inflation ein <a href="https://stat.gov.kz/ru/industries/economy/prices/publications/8124/">Rekordhoch von 20,3 Prozent</a>. 2023 <a href="https://stat.gov.kz/ru/industries/economy/prices/publications/113711/#:~:text=%D0%98%D0%BD%D1%84%D0%BB%D1%8F%D1%86%D0%B8%D1%8F%20%D0%B2%20%D0%A0%D0%B5%D1%81%D0%BF%D1%83%D0%B1%D0%BB%D0%B8%D0%BA%D0%B5%20%D0%9A%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%85%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%20%D0%B2,(%D0%BF%D1%80%D0%B5%D0%B4%D1%8B%D0%B4%D1%83%D1%89%D0%B8%D0%B9%20%D0%BC%D0%B5%D1%81%D1%8F%D1%86%20%E2%80%93%201%25).&amp;text=%D0%A6%D0%B5%D0%BD%D1%8B%20%D0%BD%D0%B0%20%D0%BF%D1%80%D0%BE%D0%B4%D0%BE%D0%B2%D0%BE%D0%BB%D1%8C%D1%81%D1%82%D0%B2%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B5%20%D1%82%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%80%D1%8B%20%D0%B7%D0%B0,1%25%20(%D0%B2%20%D0%BD%D0%BE%D1%8F%D0%B1%D1%80%D0%B5%202023%D0%B3.">betrug</a> die Inflation 9,8 Prozent und gegen Ende 2024 <a href="https://stat.gov.kz/ru/industries/economy/prices/publications/280679/#:~:text=%D0%98%D0%BD%D1%84%D0%BB%D1%8F%D1%86%D0%B8%D1%8F%20%D0%B2%20%D0%A0%D0%B5%D1%81%D0%BF%D1%83%D0%B1%D0%BB%D0%B8%D0%BA%D0%B5%20%D0%9A%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%85%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%20(%D0%B4%D0%B5%D0%BA%D0%B0%D0%B1%D1%80%D1%8C%202024%D0%B3.)&amp;text=%D0%98%D0%BD%D1%84%D0%BB%D1%8F%D1%86%D0%B8%D1%8F%20%D0%B2%20%D0%A0%D0%B5%D1%81%D0%BF%D1%83%D0%B1%D0%BB%D0%B8%D0%BA%D0%B5%20%D0%9A%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%85%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%20(%D0%B4%D0%B5%D0%BA%D0%B0%D0%B1%D1%80%D1%8C%202024%D0%B3.),-%D0%A1%D0%BA%D0%B0%D1%87%D0%B0%D1%82%D1%8C%20%D0%BF%D1%83%D0%B1%D0%BB%D0%B8%D0%BA%D0%B0%D1%86%D0%B8%D1%8E%20264.7&amp;text=%D0%98%D0%BD%D1%84%D0%BB%D1%8F%D1%86%D0%B8%D1%8F%20%D0%B2%20%D0%A0%D0%B5%D1%81%D0%BF%D1%83%D0%B1%D0%BB%D0%B8%D0%BA%D0%B5%20%D0%9A%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%85%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%20%D0%B7%D0%B0%D0%BC%D0%B5%D0%B4%D0%BB%D0%B8%D0%BB%D0%B0%D1%81%D1%8C,%D0%BA%D0%B0%D0%BA%20%D0%B8%20%D0%B2%20%D0%BF%D1%80%D0%B5%D0%B4%D1%8B%D0%B4%D1%83%D1%89%D0%B5%D0%BC%20%D0%BC%D0%B5%D1%81%D1%8F%D1%86%D0%B5).">lag sie</a> bei 8,6 Prozent. Somit hat sich die Inflation erst im letzten Jahr wieder auf das Niveau vor 2022 eingependelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Inflation wirkte sich massiv auf die Preisentwicklung in Kasachstan aus. 2022 stiegen laut nationaler Statistikbehörde die Mieten um 39,8 Prozent, die Preise für Baumaterialien um 24,8 Prozent und die für Büroausstattung um 70,3 Prozent. Die Lebensmittelpreise stiegen ebenfalls anhängig vom Produkt. Zucker verteuerte sich beispielsweise um 64,9 Prozent und Mehl um 43,2 Prozent.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Wirtschaftsexperte Magbat Spanov führt die Preisentwicklung auf komplexere Ursachen als nur den Krieg zurück: <em>„Die unkluge Wirtschaftspolitik, die schon seit fünf Jahren verfolgt wird, hätte so oder so zu den negativen Auswirkungen und Exzessen geführt, die wir derzeit beobachten.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer Veränderung sei in der nächsten Zeit nicht zu rechnen, da die Unfähigkeit der Regierung und Zentralbank weiterhin die Inflation, Lebensmittelpreise und die Preise für Kraft- und Schmierstoffe anheize. <em>„2020 war die Inflation in Kasachstan pandemiebedingt hoch. Im Jahr 2021 erreichte sie ein Allzeithoch von 7 Prozent. Meiner Auffassung nach waren damals zwei Drittel der Inflation auf äußere Faktoren zurückzuführen, da infolge der Pandemie die Abläufe in Produktion und Logistik zum Erliegen kamen“</em>, so Spanov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus setze sich der Werteverfall des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tenge">Tenge</a> fort, da Kasachstans hauptsächlich unverarbeitete Rohstoffe exportiere und im Wesentlichen kein Export von Endprodukten existiere. Die Abhängigkeit von Rohstoffexporten resultiere in einer hohen Vulnerabilität der Wirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Im letzten Jahr wurde ein eklatantes Problem offensichtlich: Dem Staat fehlt es an Geld. Das tatsächliche Steueraufkommen lag um ein Drittel niedriger als prognostiziert. Darunter hat auch die Wirtschaft gelitten. Die Inflation wurde weiter angeheizt, weil die Löcher im Staatsaushalt mit aus Mitteln aus dem Nationalen Fonds und anderen Quellen gestopft werden mussten“</em>, so Spanov. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/souveraenitaet-angesichts-des-kriegs-die-ungewisse-zukunft-der-russischen-sprache-in-kasachstan/">Souveränität angesichts des Kriegs: Die ungewisse Zukunft der russischen Sprache in Kasachstan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Rasul Rysmambetov ist der Meinung, dass der Krieg durchaus eine Rolle bei der Preisentwicklung in Kasachstan spiele, jedoch nicht der einzige Faktor sei. Als weitere Gründe führt er die nach der Pandemie gestiegenen Rohstoffpreise und Transportkosten, die gestiegene Notenausgabe von Tenge, sowie die Unterstützungsmaßnahmen während der Pandemie an, die den Staat viel Geld gekostet hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Preissteigerung bei den Lebensmitteln gibt er mit im Durchschnitt 30 bis 40 Prozent an, Kraftstoffe seien ebenso teurer geworden. Der Finanzanalyst ist der Meinung, dass die Teuerung ohne den Krieg weniger sprunghaft verlaufen, inflationsbedingt und aufgrund des Strukturdefizits jedoch vorprogrammiert gewesen sei.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Sanktionen und Umsiedlung von Firmen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Spanov zufolge wurde die Logistik zwischen Russland und Kasachstan in den vergangenen drei Jahren vollständig umgestellt. <em>„Zu Beginn erklärte Kasachstan, dass es die Sanktionen gegen Russland mitträgt. In letzter Zeit klingen die kasachstanischen Verlautbarungen eher danach, dass sie unter Berücksichtigung der eigenen Interessen eingehalten werden sollen, wovon die Wirtschaft in gewisser Weise profitiert“</em>, so der Experte. Er fügt hinzu: <em>„Kasachstan trägt die Sanktionen nicht blind mit, sondern handelt geleitet von seinen eigenen Interessen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Sanktionen seien viele russische Geschäftsleute und ausländische Firmen gezwungen worden, ihre Aktivitäten nach Kasachstan zu verlagern. Einerseits sei Kasachstan nicht gleich Russland, andererseits aber auch nicht zu weit von ihm entfernt. In dieser Hinsicht habe Kasachstan profitiert, so Spanov. Er führt das Beispiel eines russischen Milliardärs an, der in Kasachstan aktiv geworden sei und eine Bank aufgekauft habe. Er habe auch die kasachstanische Staatsbürgerschaft angenommen (die Rede ist natürlich von Timur Turlov, dem Besitzer der Freedom Holding &#8211; Anm. der Redaktion von The Village).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Luftfahrt und Logistik</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Kriegsbeginn wurde der Luftraum über der Ukraine und einigen Gebieten Russlands für zivile Flugzeuge gesperrt. Bald darauf stellten die meisten europäischen Airlines den Flugbetrieb nach Russland ein. Gegen die russische Luftfahrtindustrie wurden Sanktionen verhängt. Bereits im März 2022 stellten die wichtigsten beiden Fluggesellschaften Kasachstans „Air Astana“ und „Fly Arystan“ ihre Flüge nach Russland ein. Begründet wurde dies damit, dass es nicht möglich sei, die Flüge versichern zu lassen. Die Einschränkungen gelten nach wie vor, obwohl sich Russland 2023 und 2024 dennoch unter den beliebtesten Destinationen für Flugreisende aus Kasachstan wiederfand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso betroffen sind internationale Flüge, für die Preise und Flugdauer gestiegen sind. So dauerte beispielsweise der Flug von Almaty nach London vor dem Krieg 7,5 Stunden, bzw. 7,25 Stunden von Astana. Beide Verbindungen wurden nach Kriegsbeginn eingestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/steigende-besucherzahlen-nach-kasachstan-herausforderung-oder-gelegenheit/">Steigende Besucherzahlen nach Kasachstan – Herausforderung oder Gelegenheit?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst seit Oktober 2024 fliegt Air Astana wieder auf der Route Almaty-London. Der Flug dauert nun 9,5 Stunden, womit er der längste in der Geschichte der Fluggesellschaft ist. „<em>Die Ticketpreise sind gestiegen, weil viele westliche Airlines den russischen Luftraum nicht mehr nutzen. Gleichzeitig profitiert Kasachstan von dieser Entwicklung, weil viele Ländern nun stattdessen unseren Luftraum benutzen, wofür Gebühren erhoben werden“</em>, so Spanov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Flog man aus Kasachstan früher über Moskau nach Europa und Amerika, so führen die gängigen Routen heute über die Türkei und anderen Länder, was die Ticketpreise ansteigen lässt. <em>„Meinem Gefühl nach haben die Preise um 20-30 Prozent angezogen. Während man früher noch direkt über Moskau fliegen konnte, muss man nun wegen der Umleitungen einige Stunden mehr Reisezeit einplanen“</em>, fügt er hinzu.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan als Drehkreuz für den Transit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan hat bedingt durch den Krieg eine Wandlung hin zu einem Transitland vollzogen, erklärt Magbat Spanov. Das Land ist bemüht Logistik und Transportinfrastruktur zu <a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia/politika/2024/06/silk-road-war-ukraine?lang=ru">stärken</a>. Die wichtigsten Projekte finden im Rahmen der Initiativen <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wohin-fuehrt-die-neue-seidenstrasse-ueber-die-chancen-und-risiken-von-one-belt-one-road/">Neue Seidenstraße</a> und <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-transkaspische-route-eine-reale-chance-zur-umgehung-russlands/">Mittlerer Korridor</a> statt. Dafür werden enorme Summen <a href="https://www.check-point.kz/opinion?id=1839&amp;utm_source">zur Verfügung gestellt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Russland hat darüber hinaus begonnen seine Warenströme umzuleiten. Dies stärkt den „Transportkorridor Nord-Süd“ (eine Route von Indien durch den Iran und Zentralasien oder den Südkaukasus nach Russland – Anm. d. Ü.)“</em>, so der Experte. Daraus ergäben sich Chancen für Kasachstan. Spanov ist der Auffassung, dass die Bedeutung von regionalen Organisationen wie der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/BRICS">BRICS</a> zunimmt. Volkswirtschaftlich betrachtet sei diese Gruppe bereits an den G7 vorbeigezogen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Auswirkungen auf die Weltwirtschaft</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Experte ist der Meinung, dass ein Trend weg von der Globalisierung, hin zu nationalen Interessen zu beobachten sei. In dieser Hinsicht steigt der Einfluss der Wirtschaft auf die Politik. Kasachstan sei wie Armenien und Georgien zu einem Drehkreuz geworden, über das Waren nach Russland gelangen. Die starke Sanktionierung Russlands hat die Lieferketten umfassend verändert, wodurch Kasachstan sich gezwungen sah, aktiv in die Wahrung seiner wirtschaftlichen Interessen zu investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Dabei geht es um Projekte, wie den Ausbau des Mittleren Korridors, den Bau eines Atomkraftwerks, sowie die Förderung von seltenen Erden. Im letztgenannten Bereich hat der Krieg eine Entwicklung in Gang gesetzt. Früher war China der Hauptlieferant von seltenen Erden“</em>, erklärt Spanov. Da China Russland im Krieg in der Ukraine zumindest funktional unterstützt, beziehe es zwangsläufig eine Position in diesem Konflikt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rasul Rysmambetov ist hingegen der Auffassung, dass der Krieg die wirtschaftliche Situation in Kasachstan verschlechtert habe, wenn auch nicht in katastrophalem Ausmaß. <em>„Kasachstan ist in einer schwierigen Lage. Zum einem scheuen ausländische Investoren Länder, die Beziehungen zu Russland unterhalten. Andererseits ziehen einige westliche Firmen, die Russland den Rücken gekehrt haben, Kasachstan als neuen Standort in Erwägung.“</em>, so der Finanzexperte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wie-kasachstan-russischen-unternehmen-hilft-sanktionen-zu-umgehen/">Wie Kasachstan russischen Unternehmen hilft, Sanktionen zu umgehen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Prozesse hätten im Angesicht des Krieges an Fahrt aufgenommen. Allen voran sei dabei die <a href="https://www.isw-muenchen.de/online-publikationen/texte-artikel/5321-de-dollarisierung">De-Dollarisierung</a> der Weltwirtschaft (die Abkehr vom US-Dollar als dominantes Zahlungsmittel, &nbsp;Anm. d. Ü.) und die Verringerung der Abhängigkeit von Russland zu nennen. Rysmambetov zufolge baue Kasachstan derzeit seine Handelsbeziehungen zu China, der Türkei und seinen Nachbarn in Zentralasien aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Darüber hinaus beobachten wir einen Zuwachs an sogenannten Parallelimporten. Kasachstan exportiere gewisse Güter nach Russland weiter, die dorthin nicht auf direktem Wege ausgeführt werden dürfen. Diese unterlägen jedoch nicht den Sanktionen im engeren Sinne“</em>, so Rysmambetov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus habe der Krieg das westliche Investitionsaufkommen in Kasachstan abgeschwächt, sowie die Einfuhr von Gerätschaften erschwert, da Logistik und Zahlungsabwicklung herausfordernder geworden seien.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Langzeitfolgen des Krieges</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Spanov betont, dass die Aufhebung der bereits gegen Russland verhängten Sanktionen allenfalls langfristig zu erwarten sei. <em>„Auch angesichts der bevorstehenden Treffen in Saudi-Arabien (Der Original-Artikel erschien Ende Februar, Anm. d. Red.), im Vorfeld derer Russland und die USA ihr Interesse an einer Beendigung des Krieges in der Ukraine bekundet haben, bleibt die Frage der Aufhebung der Sanktionen eine sehr langfristige“</em>, so der Experte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er geht davon aus, dass Kasachstan noch fünf bis zehn Jahre mit den negativen Folgen zu kämpfen haben wird. Dies gelte sogar für den Fall, in dem die Ordnung, die mit dem 24. Februar 2022 eingerissen wurde, wiederherstellt würde.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ist es Kasachstan gelungen sich anzupassen?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„</em><em>Leider hat sich Kasachstans Wirtschaft in meinen Augen nicht angepasst“</em>, sagt Magbat Spanov. Er führt dies auf die Überforderung der zuständigen Behörden und staatlichen Stellen zurück. <em>„Die Weltwirtschaft befindet sich in einem umfassenden Wandel, daher sind Innovationen unumgänglich. Am wichtigsten sei es, dass Bevölkerung, Regierung und Wirtschaft an einem Strang ziehen. Leider passiert das noch nicht und auf Besserung ist kaum zu hoffen“</em>, führt der Professor aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eu-zentralasien-gipfel-europa-buhlt-in-samarkand-um-rohstoffe/">EU-Zentralasien-Gipfel: Europa buhlt in Samarkand um Rohstoffe</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Rasul Rysmambetov ist optimistischer. In seinen Augen ist die Anpassung trotz etlicher Hürden zumindest teilweise geglückt. Das Land habe die wichtigsten Warenströme umgelenkt und die Beziehungen zu China und zur Türkei ausgebaut, was die Herausforderungen jedoch nicht kleiner werden lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der Grund ist schnell genannt: Kasachstan ist eine offene Marktwirtschaft. Als solche kann es sich nicht von den globalen Verwerfungen abkapseln. Der Krieg in der Ukraine ist ein Instabilitätsfaktor, jedoch beschleunigt er auch die notwendige Diversifizierung Kasachstans. Vor uns liegen schwierige, aber nicht hoffnungslose Zeiten“</em>, schließt der Finanzexperte.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>The Village</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://www.the-village-kz.com/village/city/situation/39497-ya-dumayu-chto-ekonomika-kazahstana-k-sozhaleniyu-ne-adaptirovalas">Russischen</a> von Focko Kreutzkamp</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>An der Front in der Ukraine sterben weiterhin Zentralasiaten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eléonore Darasse]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Nov 2024 19:09:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Krieg in der Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Gegenleistung f&#xFC;r Geld und die Staatsb&#xFC;rgerschaft schickt Russland weiterhin Migranten aus Zentralasien an die Front. Ihre genaue Zahl ist unbekannt. Seit Februar 2022 sind aber laut einer Umfrage der BBC schon mindestens 124 von ihnen gestorben. 124 M&#xE4;nner aus zentralasiatischen L&#xE4;ndern sind seit Februar 2022 in den Reihen der russischen Streitkr&#xE4;fte in der Ukraine [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Als Gegenleistung für Geld und die Staatsbürgerschaft schickt Russland weiterhin Migranten aus Zentralasien an die Front. Ihre genaue Zahl ist unbekannt. Seit Februar 2022 sind aber laut einer Umfrage der BBC schon mindestens 124 von ihnen gestorben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">124 Männer aus zentralasiatischen Ländern sind seit Februar 2022 in den Reihen der russischen Streitkräfte in der Ukraine gestorben. Dies dokumentiert eine <a href="https://www.bbc.com/russian/articles/c74jg9ejnlwo">Umfrage</a> des russischsprachigen Dienstes der BBC. Die Umfrage war in Zusammenarbeit mit dem russischen Medium <a href="https://zona.media/">Mediazona</a> durchgeführt und in diesem September veröffentlicht worden. Die Daten basieren auf offen zugänglichen Quellen, wie zum Beispiel Nachrufe in den lokalen Medien bei der Rückführung der Leichen oder Nachrichten von den Angehörigen der Soldaten in sozialen Netzwerken. Unter den 265 ausländischen Toten auf der russischen Seite, waren 51 Tadschiken, 47 Usbeken und 26 Kirgisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine frühere Untersuchung der BBC berichtete im Juni 2023, dass mindestens 93 zentralasiatische Staatsangehörige in der Ukraine ihr Leben verloren hatten: Darunter waren 40 Tadschiken, 34 Usbeken und 19 Kirgisen, wie <a href="https://asiaplustj.info/en/news/world/20230615/at-least-93-citizens-of-central-asian-countries-were-killed-in-russias-war-in-ukraine">Asia-Plus</a> berichtete. Die ersten Todesfälle zentralasiatischer Staatsangehöriger unter russischen Streitkräften in der Ukraine <a href="https://www.rferl.org/a/tajiks-killed-fighting-ukraine/31767197.html">ereigneten sich</a> schon im März 2022.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die russischen Behörden bieten seit Beginn des Krieges immer mehr Anreize für Migranten aus Zentralasien, sich der ukrainischen Front anzuschließen: Sie versprechen ihnen Geld und die russische Staatsbürgerschaft (und wenn man sie in Gefängnissen rekrutiert – die anschließende Freilassung). Dafür gehen diese Menschen, hauptsächlich Tadschiken, Usbeken und Kirgisen, in die Ukraine. Dort müssen sie Wiederaufbauarbeiten leisten, Schützengräben ausheben, aber auch kämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der Front in der Ukraine mangelt es immer mehr an Soldaten; die Lage von Migranten aus Zentralasien in Russland hat sich in den letzten Monaten verschlechtert, insbesondere <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-terroranschlag-massive-anfeindungen-gegen-tadschikinnen-in-russland/?noredirect=de-DE">seit dem Anschlag auf die Crocus City Hall</a> im März. Das Land hat seine Gesetze verschärft und Abschiebungen erleichtert: Russland hat laut <a href="https://asiaplustj.info/en/news/tajikistan/society/20240807/more-than-17000-tajik-citizens-deported-from-russia-in-h1-this-year-says-tajik-labor-minister">Asia-Plus</a> zwischen Januar und Juni dieses Jahres mehr als 17.000 Tadschiken abgeschoben, hauptsächlich wegen Verstößen gegen die Aufenthaltsbestimmungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Abschiebung oder Front?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die russischen Behörden verbergen ihre Absichten nicht. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Iwanowitsch_Bastrykin">Alexander Bastrykin</a>, Leiter des Untersuchungsausschusses der Russischen Föderation, <a href="https://www.currenttime.tv/a/rossiya-ukraina-migranty-bastrykin/33011827.html">erklärte</a> im Juni auf dem Internationalen Rechtsforum in St. Petersburg, dass die Behörden mehr als 30.000 Migranten, die die russische Staatsbürgerschaft angenommen hatten, <em>„gefasst“</em> haben. 10.000 davon habe man schon in die Ukraine geschickt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Wir haben einen Trick gefunden, der dazu führte, dass nun die Migranten die Russische Föderation nach und nach verlassen. Möchten Sie wissen, welcher das ist? Nun, wir haben Gesetze eingeleitet, nach denen Personen, die die Staatsbürgerschaft erhalten, sich zum Militärdienst anmelden müssen und, wenn nötig, an der SVO (militärische Sonderoperation, Anm.d.Red.) teilnehmen müssen“</em>, so Bastrykin laut <a href="https://www.currenttime.tv/a/rossiya-ukraina-migranty-bastrykin/33011827.html">Current Time</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-armee-braucht-tadschikische-migranten-mehr-denn-je/"><strong>Russlands Armee braucht tadschikische Migranten mehr denn je</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juli verabschiedete die russische Duma ein spezielles Gesetz dazu: Dies koppelt die Verleihung der russischen Staatsbürgerschaft an der Registrierung beim Militär. Die russischen Abgeordneten behaupten, es sei <em>„allgemein bekannt“</em>, dass neu eingebürgerte Ausländer sich dieser Registrierung entziehen. Das neue Gesetz zwingt sie dazu: Wer sich weigert, verliert automatisch seine neue Staatsbürgerschaft. Wie das kirgisische Medium <a href="https://kaktus.media/doc/506300_novyy_zakon_o_voinskom_ychete_v_rossii_napravlen_na_vyhodcev_iz_centralnoy_azii.html">Kaktus</a> anmerkt, richtet sich diese Regelung anscheinend vor allem gegen Migranten aus Zentralasien.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Es stellt sich heraus, dass es der Weg in den Tod ist“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juli unterzeichnete der Bürgermeister von Moskau, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Semjonowitsch_Sobjanin">Sergej Sobjanin</a>, einen Erlass: Wer ab dem 23. Juli in Moskau einen Vertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium unterschreibt, erhält einmalig 1,9 Millionen Rubel (ca. 18.000 Euro). Anschließend wurde die Ankündigung über soziale Netzwerke, die viele Migranten aus Zentralasien nutzen, weit verbreitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://rus.azattyk.org/a/33054973.html">Radio Azattyk</a>, der kirgisische Zweig von Radio Free Europe, sprach mit einem Vermittler: Er rekrutiert Freiwillige für die russische Armee und wirbt proaktiv in den Netzwerken für die Initiative. <em>&#8222;Die Leute, die zu mir kommen, haben viele Schulden und Kredite. Sie brauchen dringend Geld. Ich werbe sie an. Es gibt viele solcher Unternehmen. Wir werben und rekrutieren. Wir sorgen dafür, dass jeder seine Zahlung erhält&#8220;</em>, erklärt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Radio Azattyk hatte im Juli den Bericht von Aman veröffentlicht: Er ist als Sohn kasachischer Eltern in Russland geboren, besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft und war bei den russischen Streitkräften in der Region Donezk. <em>„Es stellte sich heraus, dass es der Weg in den Tod ist“</em>, fasst Aman zusammen. <em>&#8222;Ich habe einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium unterzeichnet. Nach einer zweimonatigen Ausbildung, in der ich gelernt habe, wie man ein Maschinengewehr hält, bin hierhergekommen. Ich habe viele Kasachen, Tadschiken und Kirgisen kennengelernt“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kein-herz-fuer-russische-kuenstler/"><strong>Kein Herz für russische Künstler</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Ich habe neulich mit einem Tadschiken gesprochen, der hier verwundet wurde und nach der Behandlung im Krankenhaus auf das Schlachtfeld zurückgekehrt ist. [&#8230;] Er prahlte damit, dass er mit dem Geld, das er erhalten hatte, eine Wohnung in Russland kaufen konnte. Er sagte, seine Mutter suche Möbel aus. Er scherzte: wenn er wieder verletzt werde, könne er sie kaufen, diese Möbel.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Wir sind alle zu Sklaven des Geldes geworden. Die Russen zahlen, was sie versprochen haben, aber der Preis ist zu hoch. Wie viele sind hier begraben? Ihre Angehörigen suchen nach ihnen, warten und denken, dass sie noch leben. Aber sie sind hier, irgendwo begraben&#8220;</em>, stellt er fest.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Aufrufe zur Rückkehr in die Heimat</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im September, nach der Rückführung aus der Ukraine der sterblichen Überreste von zwei Tadschiken, haben die Behörden des Bezirks Ischkoschim in der autonomen Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">Berg-Badachschan</a> eine Erklärung veröffentlicht: Dort warnten sie die Einwohner davor, sich an ausländischen Konflikten zu beteiligen, berichtete <a href="https://asiaplustj.info/en/news/tajikistan/society/20240920/cargo-200-from-ukraine-bodies-of-two-tajik-citizens-returned-to-homeland">Asia-Plus</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Einer der Aspekte, die uns in Tadschikistan heute am meisten beunruhigen, ist die Beteiligung unserer Landsleute an Kriegen im Namen fremder Staaten. Die Handlungen dieser Landsleute schaden dem Ruf Tadschikistans und des tadschikischen Volkes auf der internationalen Bühne. Dies ist in erster Linie das Ergebnis der Bemühungen interessierter Gruppen in einigen Staaten, die die Naivität, Unerfahrenheit und Unwissenheit einiger unserer jungen Leute ausnutzen&#8220;</em>, so die Erklärung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die lokalen Behörden rufen ihre Staatsangehörigen in Russland zur Rückkehr in die Heimat. <em>&#8222;Wir rufen unsere Landsleute dazu auf, nach Hause zurückzukehren und mit ihren Familien ein friedliches Leben zu führen. In unserer Region hat der Bau von Anlagen für den Abbau und die Verarbeitung von Mineralien begonnen. Es gibt Tausende Arbeitsplätze mit Löhnen von 250 bis 300 Somoni (21 bis 25 Euro) pro Tag“</em>, berichtet <a href="https://rus.ozodi.org/a/v-tadzhikistan-privezli-tela-esche-dvuh-pogibshih-na-voyne-v-ukraine-grazhdan-ih-zaverbovali-v-rossii/33127412.html">Radio Ozodi</a>, der tadschikische Zweig von Radio Free Europe. Die kirgistanischen Behörden hatten im vergangenen September einen <a href="https://kaktus.media/doc/509264_administraciia_prezidenta_prizvala_kyrgyzstancev_rabotaushih_v_rossii_vernytsia_na_rodiny.html">ähnlichen Aufruf</a> an ihre Staatsangehörigen in Russland gerichtet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Asyl in Russland beantragt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behörden der zentralasiatischen Länder verschärfen den Ton gegenüber Personen, die an den Kämpfen in der Ukraine teilgenommen haben und verhängen immer häufiger Urteile wegen Söldnertätigkeit. Erst im vergangenen Oktober berichtete das usbekische Nachrichtenportal <a href="https://kun.uz/ru/news/2024/10/17/perevozil-tela-pogibshix-soldat-prigovoren-yeshche-odin-zaverbovannyy-v-rossiyskuyu-armiyu-uzbekistanets">Kun</a> über die Verurteilung eines 56-jährigen Usbeken: Zwischen August und Oktober 2023 hatte er an den Kämpfen in den Regionen Donezk und Lugansk teilgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann hatte seit 2005 in Russland als Elektriker gearbeitet. Wegen administrativer Schwierigkeiten in seinem Beruf hatte er die russische Staatsbürgerschaft beantragt. Nach einer einmonatigen Ausbildung wurde er in die Ukraine geschickt. Er wurde verletzt und dann in einem Krankenhaus in Russland behandelt. Schließlich kehrte er in die Heimat zurück. Dort wurde er gemäß Artikel 154 des Strafgesetzbuchs der Republik Usbekistan wegen Söldnertum zu drei Jahren Haft verurteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-wegen-umgehung-der-sanktionen-gegen-russland-am-pranger/"><strong>Kirgistan wegen Umgehung der Sanktionen gegen Russland am Pranger</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juni berichtete <a href="https://rus.azattyq.org/a/33005566.html">Radio Azattyk</a> von einer weiteren Geschichte: Kirgistan verurteilte einen 31-jährigen Mann wegen der Teilnahme an den Kämpfen in der Ukraine. Askar Kubanytschbek Uulu hatte sich bei der Wagner-Miliz verpflichtet, im November 2022 trat er aber aus der Einheit aus und kehrte nach Kirgistan zurück. Dort wurde er ursprünglich zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Oberste Gerichtshof der Kirgisischen Republik hatte seine Strafe jedoch aufgehoben und den Fall an die Justiz zurückverwiesen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Januar 2024 wurde der Mann schließlich zu sieben Jahren Haft auf Bewährung verurteilt und auf freien Fuß gesetzt, er durfte das Land aber nicht verlassen. Trotzdem reiste er im Frühjahr über Kasachstan nach Russland, stellte dort einen Antrag auf vorübergehendes Asyl und beantragte die russische Staatsbürgerschaft. Daraufhin verlängerte er seinen Vertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zentralasiaten in den ukrainischen Reihen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im April 2023 berichtete <a href="https://www.currenttime.tv/a/urozhenets-turkmenistana-srazhaetsya-za-ukrainu-voyuem-protiv-diktatorskogo-rezhima-putina-/32367111.html">Current Time</a> über einen Freiwilligen in den ukrainischen Reihen. Der 44-jährige Abu Yunus stammte aus Turkmenistan und lebte seit 2018 in der Ukraine. Im Februar 2022 schloss er sich als Scharfschütze dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Scheich-Mansur-Bataillon">Scheich-Mansur-Bataillon</a> an. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Scheich_Mansur">Scheich Mansur</a> war der erste Kaukasus-Imam und ein tschetschenischer Anführer im Freiheitskampf gegen die russische Besatzung im 18. Jahrhundert. Das Bataillon besteht hauptsächlich aus Menschen aus dem Nordkaukasus und Zentralasien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abu Yunus ist sich der juristischen Konsequenzen bewusst, die ihm in seiner Heimat wegen seiner Teilnahme an den Kämpfen in der Ukraine drohen. Er äußert allerdings sein Unverständnis über zentralasiatische Migranten, die sich den russischen Streitkräften anschließen. In den Mittelpunkt seines Engagements stellt er seinen muslimischen Glauben. Diese Ansicht teilen die religiösen Autoritäten dieser Länder nicht: Dagegen versuchen diese mit zahlreichen <a href="https://kun.uz/en/79808161">Reden</a>, ihre Bürger davon abzuhalten, sich an einem Krieg mit der oder gegen die ehemalige Schutzmacht (Russland) zu beteiligen, die fast 3.000 Kilometer von Zentralasien entfernt liegt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eléonore Darasse für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/societe-et-culture/sur-le-front-en-ukraine-des-centrasiatiques-continuent-de-mourir/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Giulia Manca</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Unser Rückblick: Das Jahr 2023 in Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jan 2024 10:45:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie zu Beginn jedes Jahres fassen wir noch einmal zusammen, was Zentralasien im Vorjahr bewegt hat. Globale Krisen wie der Klimawandel, der Krieg Russlands gegen die Ukraine und zunehmender Autoritarismus pr&#xE4;gten auch im vergangenen Jahr die zentralasiatischen Staaten. In Kasachstan konnte sich die Regierung unter Pr&#xE4;sident Toqaev auch mit Hilfe starker Repressionen stabilisieren und suchte [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Wie zu Beginn jedes Jahres fassen wir noch einmal zusammen, was Zentralasien im Vorjahr bewegt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Globale Krisen wie der Klimawandel, der Krieg Russlands gegen die Ukraine und zunehmender Autoritarismus prägten auch im vergangenen Jahr die zentralasiatischen Staaten. In Kasachstan konnte sich die Regierung unter Präsident Toqaev auch mit Hilfe starker Repressionen stabilisieren und suchte trotz des weiterhin großen Einfluss Russlands die geopolitische Nähe zum Westen. Obwohl das Verhältnis von Kirgistan und Tadschikistan weiterhin vom schwelenden Konflikt um die fast 1000 km lange Grenze bestimmt war, führten intensive Verhandlungen dazu, dass sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr deutlich entspannte und die beiden Länder sich bereits über große Teile des gemeinsamen Grenzverlaufs einigen konnten. Während das vergangene Jahr in Turkmenistan von Versorgungs- und Umweltkrisen geprägt war, stand die politische Situation in Usbekistan im Zeichen einer Verfassungsänderung und der Wiederwahl von Präsident Mirziyoyev. Ein Überblick.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan: Lokale Proteste, globale Öffnung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem das letzte Jahr in Kasachstan von den<a href="https://novastan.org/de/kasachstan/ein-jahr-nach-den-januar-ereignissen-was-haben-kasachstans-behoerden-seitdem-getan/"> </a><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/ein-jahr-nach-den-januar-ereignissen-was-haben-kasachstans-behoerden-seitdem-getan/">Januar-Ereignissen</a> geprägt war, hat sich die Lage in diesem Jahr wieder stabilisiert. Der Einfluss der Familie von Ex-Präsident<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew"> </a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nursultan Nazarbaev</a> wurde weiter<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-die-de-nazarbaevisierung-schreitet-voran/"> </a><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-die-de-nazarbaevisierung-schreitet-voran/">zurückgedrängt</a>. Bei der<a href="https://novastan.org/de/kasachstan/parlamentswahl-in-kasachstan-nur-demokratische-fassade/"> </a><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/parlamentswahl-in-kasachstan-nur-demokratische-fassade/">Parlamentswahl</a> am 19. März, bei der die regierende Partei<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amanat_(Partei)"> </a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amanat_(Partei)">Amanat</a> mehr als 54 Prozent der Sitze gewann, konnten erstmals seit langer Zeit wieder unabhängige Kandidierende teilnehmen. Dennoch agiert das Regime äußerst repressiv gegenüber der Opposition. So wurden Aktivist:innen der politischen Bewegung „Oyan, Qazaqstan“ („Wach auf, Kasachstan!“)<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstan-haftstrafen-wegen-friedlicher-proteste-gegen-unfaire-wahlen/"> </a><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstan-haftstrafen-wegen-friedlicher-proteste-gegen-unfaire-wahlen/">zu 15 Tagen Haft verurteilt</a>, weil sie gegen die Wahlergebnisse protestiert hatten. Auch in der Ölarbeiterstadt<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schanga%C3%B6sen"> </a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schanga%C3%B6sen">Jańaózen</a> flammten<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/pulverfass-janaozen-kasachstans-oelarbeiter-protestieren-erneut/"> </a><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/pulverfass-janaozen-kasachstans-oelarbeiter-protestieren-erneut/">neue Proteste</a> auf, die aber diesmal – im Gegensatz zu den Januar-Ereignissen – nicht auf das ganze Land übergriffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch im zweiten Jahr des Krieges in der Ukraine bleibt Kasachstans Verhältnis zu Russland ambivalent. So plant Kasachstan ein<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wird-es-in-kasachstan-ein-register-auslaendischer-agentinnen-geben/"> Register ausländischer Agent:innen</a> einzuführen, bei dem Beobachter:innen Parallelen zum russischen Vorbild sehen. Außerdem half das Land russischen Unternehmen,<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wie-kasachstan-russischen-unternehmen-hilft-sanktionen-zu-umgehen/"> europäische Sanktionen zu umgehen</a>, und geriet so<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sanktionen-gegen-russland-zentralasien-im-visier-des-westens/"> ins Visier des Westens</a>. Dennoch wurde die Zusammenarbeit<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-gipfel-zentralasien-usa-ein-geopolitisch-bedeutsames-treffen/"> mit den USA</a> und der<a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eu-zentralasien-gipfel-in-kirgistan-zusammenarbeit-auf-der-tagesordnung/"> Europäischen Union</a> intensiviert. Dass Kasachstan angesichts der geopolitischen Situation auch für Deutschland interessanter wird, wurde deutlich, als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das zentralasiatische Land im Juni<a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/bundespraesident-steinmeier-zu-gast-in-kasachstan-und-kirgistan/"> besuchte</a>.</p>



<figure class="wp-block-image"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="2560" height="1710" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/06/1687238354_KZ2_8661_2-scaled.jpg" alt="Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kasachstans Präsident Qasym-Jomart Toqaev bei ihrem Treffen am 20. Juni in Astana, Foto: president.kz" class="wp-image-33543" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/06/1687238354_KZ2_8661_2-scaled.jpg 2560w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/06/1687238354_KZ2_8661_2-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/06/1687238354_KZ2_8661_2-1024x684.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/06/1687238354_KZ2_8661_2-768x513.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/06/1687238354_KZ2_8661_2-1536x1026.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/06/1687238354_KZ2_8661_2-2048x1368.jpg 2048w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kasachstans Präsident Qasym-Jomart Toqaev bei ihrem Treffen am 20. Juni in Astana, Foto: president.kz</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zivilbevölkerung steht Russland zunehmend skeptisch gegenüber. Dies<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstan-nein-zu-pro-russischen-kuenstlerinnen/"> </a><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstan-nein-zu-pro-russischen-kuenstlerinnen/">spürten auch russische Musiker:innen</a>, deren Konzerte in Zentralasien vermehrt<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kein-herz-fuer-russische-kuenstler/"> </a><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kein-herz-fuer-russische-kuenstler/">abgesagt wurden</a>. Die Konzert-Absagen sind auch im Kontext von intensiven<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/sprache-als-mittel-zur-identitaetsfindung-und-abkehr-von-kolonialen-strukturen/"> </a><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/sprache-als-mittel-zur-identitaetsfindung-und-abkehr-von-kolonialen-strukturen/">Diskursen um Dekolonialisierung</a> zu sehen, welche die kasachstanische Gesellschaft beschäftigen. Doch auch der Staat distanziert sich immer mehr von seinem sowjetischen Erbe und gab im Oktober<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/repression-in-der-sowjetunion-kasachstan-gibt-24-millionen-akten-frei/"> </a><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/repression-in-der-sowjetunion-kasachstan-gibt-24-millionen-akten-frei/">mehr als 2,4 Millionen Akten</a> zu Fällen von Repressionen während der Sowjetzeit frei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:<a href="https://novastan.org/de/kasachstan/warum-almaty-und-nicht-alma-ata/"> Warum Almaty und nicht Alma-Ata?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der internationale Stahlkonzern<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/ArcelorMittal"> </a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/ArcelorMittal">ArcelorMittal</a> beschäftigte in diesem Jahr Kasachstans Öffentlichkeit. Nachdem es am 28. Oktober in einer Mine des Unternehmens erneut zu einem<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-toedlicher-explosion-in-bergwerk-kasachstan-stoppt-investitionsabkommen-mit-arcelormittal/"> </a><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-toedlicher-explosion-in-bergwerk-kasachstan-stoppt-investitionsabkommen-mit-arcelormittal/">Grubenunglück mit 46 Toten</a> gekommen war, kündigte die Regierung ein Investitionsabkommen mit ArcelorMittal auf. Der Konzern des indischen Geschäftsmanns<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lakshmi_Mittal"> </a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lakshmi_Mittal">Lakshmi Mittal</a> , der neben dem Stahlwerk von<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Temirtau"> </a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Temirtau">Temirtaý</a> auch eine Vielzahl von Bergwerken im<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaraghandy_(Gebiet)"> </a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaraghandy_(Gebiet)">Gebiet Qaraģandy</a> unterhielt, musste in der Folge Kasachstan verlassen. Bereits im August war es nach einem tödlichen Unfall in einem anderen Bergwerk des für seinen laxen Umgang mit Sicherheitsvorschriften bekannten Unternehmens zu<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sterben-fuer-mittal-grubenunglueck-in-kasachstan-fordert-erneut-leben/"> </a><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sterben-fuer-mittal-grubenunglueck-in-kasachstan-fordert-erneut-leben/">massiver Kritik</a> an ArcelorMittal gekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Industriestädte wie Temirtaý oder<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atyrau"> </a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atyrau">Atyraý</a> machten Anfang des Jahres durch ihre hohe<a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstans-industriestaedte-leiden-unter-ausserordentlicher-luftverschmutzung/"> </a><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstans-industriestaedte-leiden-unter-ausserordentlicher-luftverschmutzung/">Luftverschmutzung</a> Schlagzeilen, welche die Bevölkerung zunehmend belastet. Doch das ist nicht das einzige Umweltproblem: Die Hauptstadt Astana war im Mai von<a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstans-bevoelkerung-leidet-unter-wassermangel/"> </a><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstans-bevoelkerung-leidet-unter-wassermangel/">akutem Wassermangel</a> bedroht, und auch im<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspisches_Meer"> </a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspisches_Meer">Kaspischen Meer</a> geht der Wasserstand in bedrohlichem Maße zurück. Sollte nicht gegengesteuert werden, droht seine<a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/das-kaspische-meer-im-ausnahmezustand/"> </a><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/das-kaspische-meer-im-ausnahmezustand/">Austrocknung</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kirgistan: Flaggenwechsel im Schatten autoritärer Züge</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan beginnt das neue Jahr mit einer neuen Flagge. Präsident Sadyr Dschaparow<a href="https://kloop.kg/blog/2023/12/22/vsyo-u-kyrgyzstana-novyj-flag-prezident-podpisal-zakon/"> </a><a href="https://kloop.kg/blog/2023/12/22/vsyo-u-kyrgyzstana-novyj-flag-prezident-podpisal-zakon/">unterzeichnete</a> am 22. Dezember ein<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/debatte-um-staatsflagge-erschuettert-kirgistan/"> </a><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/debatte-um-staatsflagge-erschuettert-kirgistan/">entsprechendes Gesetz</a>, das eine leichte Neugestaltung des Nationalsymbols vorsieht. Für die Initiatoren markiert die Änderung einen Meilenstein in der Entwicklung des Landes, kritische Stimmen sehen darin jedoch einen weiteren Schritt in der Etablierung<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-bausteine-der-diktatur-wie-sadyr-dschaparow-seine-macht-festigte/"> </a><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-bausteine-der-diktatur-wie-sadyr-dschaparow-seine-macht-festigte/">autoritärer</a> politischer Strukturen, die sich<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kirgistan-abschied-von-der-demokratie-und-uebergang-zu-einem-autoritaeren-staat/"> </a><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kirgistan-abschied-von-der-demokratie-und-uebergang-zu-einem-autoritaeren-staat/">im Laufe des Jahres</a> in Angriffen auf die<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kirgistan-verbot-von-radio-azattyk-schlaegt-wellen/"> </a><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kirgistan-verbot-von-radio-azattyk-schlaegt-wellen/">Presse</a>&#8211; und<a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-und-kirgistan-schraenken-freiheit-in-sozialen-netzwerken-weiter-ein/"> </a><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-und-kirgistan-schraenken-freiheit-in-sozialen-netzwerken-weiter-ein/">Meinungsfreiheit</a>,<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-festnahmen-wegen-putschversuch/"> </a><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-festnahmen-wegen-putschversuch/">Verhaftungen</a> politischer Gegner:innen und einem erneuten Anlauf zur Verabschiedung eines Gesetzes über “<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-ngos-verurteilen-gesetzentwurf-zu-auslaendischen-agenten/">ausländische Agenten</a>” manifestierten. Die Debatte um die Staatsflagge, so eine weitere Hypothese, habe dazu gedient, von bestehenden strukturellen Problemen wie<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/warum-kirgistan-nicht-der-armut-entkommt/"> </a><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/warum-kirgistan-nicht-der-armut-entkommt/">Armut</a> und<a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/bischkek-und-taeglich-gruesst-der-smog/"> </a><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/bischkek-und-taeglich-gruesst-der-smog/">Umweltverschmutzung</a> abzulenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der medienwirksame Kampf der Sicherheitsbehörden gegen die<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/bekaempfung-der-organisierten-kriminalitaet-in-kirgistan/"> organisierte Kriminalität</a> kann als Bekräftigung des staatlichen Gewaltmonopols gesehen werden, etwa zum Aufbau eines eigenen “Mafia-Staates”, wie manche <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wie-dschaparow-und-taschijew-den-mafia-staat-legalisieren/">Beobachter:innen</a> meinen. Dafür spricht auch, dass im Laufe des Jahres mehrere Dutzend Dienstgebäude des Sicherheitsdienstes GKNB<a href="https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1dvWz0XctgtE8FSwpd3BwMmhl4uFbwdw&amp;ll=42.48066766060247%2C75.030480025&amp;z=8"> eröffnet oder renoviert wurden</a>. Außerdem hat Kirgistan im Oktober die Aufenthaltsbedingungen für Ausländer:innen<a href="https://novastan.org/de/panorama/kirgistan-aendert-aufenthaltsbedingungen-fuer-auslaenderinnen/"> verschärft</a>: Wer ohne Visum nach Kirgistan einreisen kann, muss nun eine Karenzzeit von 120 Tagen zwischen zwei Aufenthalten einhalten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Außenpolitisch stand das Jahr im Zeichen verstärkter Bemühungen um eine<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/spannungen-zwischen-kirgistan-und-tadschikistan-nehmen-ab/"> Grenzfestlegung</a> mit Tadschikistan sowie um die Pflege der Beziehungen zu anderen<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/freundschaft-und-zusammenarbeit-der-besuch-des-usbekischen-praesidenten-in-bischkek/"> Nachbarstaaten</a>. Auch China bleibt ein bevorzugter Partner für<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/chinas-wachsende-integration-in-kirgistans-energiesektor/"> Infrastrukturinvestitionen</a>. Vor dem Hintergrund von Russlands Aggression gegen die Ukraine versucht Kirgistan wie die übrige Region eine Balance zwischen der Aufrechterhaltung der politischen Beziehungen zu Moskau (etwa durch<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/geflohene-russische-aktivistinnen-in-kirgistan-festgenommen/"> Verhaftung</a> und<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-schiebt-einen-weiteren-russischen-aktivisten-nach-moskau-ab/"> Ausweisung</a> russländischer Oppositioneller) und gleichzeitiger Partnerschaft mit<a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eu-zentralasien-gipfel-in-kirgistan-zusammenarbeit-auf-der-tagesordnung/"> europäischen Staaten</a> und den<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-gipfel-zentralasien-usa-ein-geopolitisch-bedeutsames-treffen/"> USA</a> zu halten. Wirtschaftlich könnte das Land von den geopolitischen Spannungen sogar profitieren – der Außenhandel erreicht Rekordumsätze, was allerdings auch den<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-wegen-umgehung-der-sanktionen-gegen-russland-am-pranger/"> Verdacht</a> der Umgehung der Sanktionen gegen Russland aufkommen lässt.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/11/355_2856.jpg" alt="" class="wp-image-37095" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/11/355_2856.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/11/355_2856-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/11/355_2856-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Tadschikische Soldaten werden mit Brot und Salz begrüßt &#8211; eine Geste der Gastfreundschaft, Foto: Verteidigungsministerium Kirgistan</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem unter den städtischen Eliten gewinnen die Themen<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/bruecken-der-erinnerung-eine-konferenz-zur-dekolonisierung-in-bischkek/"> </a><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/bruecken-der-erinnerung-eine-konferenz-zur-dekolonisierung-in-bischkek/">Dekolonisierung</a> und Erinnerungspolitik zunehmend an Aktualität. Das betrifft auch die Sprachpolitik: Im Laufe des Jahres wurde die Idee einer<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kirgistan-diskussion-um-latinisierung-des-alphabets/"> </a><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kirgistan-diskussion-um-latinisierung-des-alphabets/">Latinisierung</a> der kirgisischen Sprache wieder aufgegriffen und ein neues<a href="https://kloop.kg/blog/2023/12/25/zakon-o-gosyazyke-kak-kyrgyzstan-pytaetsya-usilit-rodnoj-yazyk-nesmotrya-na-davlenie-rossii/"> </a><a href="https://kloop.kg/blog/2023/12/25/zakon-o-gosyazyke-kak-kyrgyzstan-pytaetsya-usilit-rodnoj-yazyk-nesmotrya-na-davlenie-rossii/">Sprachgesetz verabschiedet</a>, nach dem Angestellte im öffentlichen Dienst Kirgisisch können müssen – gegen den Protest Moskaus. In diesem Zusammenhang eine gute Nachricht für alle, die sich selbst für die kirgisische Sprache interessieren: Im Mai ist ein ausführliches Grammatikbuch in deutscher Sprache<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgisische-grammatik-auf-deutsch/"> </a><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgisische-grammatik-auf-deutsch/">erschienen</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tadschikistan: Anhaltende Grenzkonflikte und diplomatische Bemühungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan, infolgedessen es<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgisisch-tadschikischer-grenzkonflikt-verschaerft-sich/"> im September 2022 zu Kämpfen kam</a>, trübt die Beziehung zwischen den beiden Staaten nach wie vor. Einschneidend sind auch die Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung wegen der Schließung der Grenzübergänge für Personen- und Warenverkehr. Wie etwa der Pamir-Highway von den Grenzschließungen betroffen ist, lest ihr<a href="https://novastan.org/de/panorama/die-sackgasse-leben-am-pamir-highway/"> in unserer Reportage</a>. Zu allem Überfluss ist das Pamir-Gebirge stark<a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/klimawandel-und-wasserressourcen-in-zentralasien-wachsende-unsicherheit/"> vom Klimawandel betroffen</a>.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-1-1024x683-1.jpg" alt="" class="wp-image-34270" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-1-1024x683-1.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-1-1024x683-1-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/M41-IMPASSE_NOVASTAN_MATTAUDIFFRET_SELECTION-1-1024x683-1-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">M41 bei Dschelondy, Foto: Matthieu Audiffret</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings nahmen die Spannungen im Zuge des Grenzkonflikts im Laufe des Jahres<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/spannungen-zwischen-kirgistan-und-tadschikistan-nehmen-ab/"> stetig ab</a>. In mehrmals tagenden Kommissionen wurden weite Teile der Grenzlinie zwischen Tadschikistan und Kirgistan festgelegt; bisher wurde über mehr als 664 km (ca. zwei Drittel) der gemeinsamen Grenze verhandelt. Der Besuch von Präsident<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon"> Emomalj Rahmon</a> in Kirgistan am<a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eu-zentralasien-gipfel-in-kirgistan-zusammenarbeit-auf-der-tagesordnung/"> EU-Zentralasien-Gipfel</a> hatte daher auch eine symbolische Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:<a href="https://novastan.org/de/panorama/die-geheimnisse-der-seen-im-pamir/"> Die Geheimnisse der Seen im Pamir</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Rahmon war auch bei den<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zwischen-den-golfstaaten-und-zentralasien-bildet-sich-eine-institutionalisierte-kooperation-heraus/"> </a><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zwischen-den-golfstaaten-und-zentralasien-bildet-sich-eine-institutionalisierte-kooperation-heraus/">Gipfeltreffen mit den Golfstaaten</a> und <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-gipfel-zentralasien-usa-ein-geopolitisch-bedeutsames-treffen/">mit den USA</a> anwesend. Darüber hinaus befindet sich die<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/von-teheran-nach-duschanbe-tadschikistan-und-iran-verstaerken-bilaterale-zusammenarbeit/"> </a><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/von-teheran-nach-duschanbe-tadschikistan-und-iran-verstaerken-bilaterale-zusammenarbeit/">bilaterale Zusammenarbeit mit dem sprachlich eng verwandten Iran</a> in stetem Ausbau, doch auch der<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-china-seinen-kulturellen-einfluss-in-zentralasien-verstaerkt/"> </a><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-china-seinen-kulturellen-einfluss-in-zentralasien-verstaerkt/">Einfluss Chinas</a> lässt sich nicht von der Hand weisen. Schließlich machte die<a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-vertreter-der-taliban-regierung-im-konsulat-in-chorugh-ernannt/"> </a><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-vertreter-der-taliban-regierung-im-konsulat-in-chorugh-ernannt/">Ernennung eines Vertreters der Taliban-Regierung im Konsulat in Chorugh</a> Schlagzeilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was Menschenrechte betrifft, steht Tadschikistan nach wie vor in der Kritik. Soziale Probleme wie<a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/verhaftungen-unmoralischer-bloggerinnen-in-tadschikistan-behoerden-erhoehen-druck-auf-die-gesellschaft/"> Druck der Behörden auf die Gesellschaft</a> und fortlaufende<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/fortlaufende-repression-in-tadschikistan/"> Repression</a>, zunehmender<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/journalismus-wird-in-tadschikistan-zu-einem-gefaehrlichen-beruf/"> Druck auf Medienschaffende</a> und einem demzufolge weiterhin<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/pressefreiheit-in-zentralasiatischen-laendern-verschlechtert-sich/"> schlechten Ranking in Sachen Pressefreiheit</a>,<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-laesst-anwaelte-wegsperren/"> Erschwerung der Berufsausführung von Anwälten</a> durch die Behörden oder<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/beduerftige-familien-werden-in-tadschikistan-opfer-von-menschenhandel/"> Menschenhandel</a> als scheinbar letzter Ausweg für Bedürftige sind nach wie vor existent. Auch die Aga-Khan-Stiftung steht immer mehr unter Druck: Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen der Stiftung in Berg-Badachschan<a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-der-druck-auf-die-aga-khan-stiftung-waechst/"> wurden verstaatlicht</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan ist auch von überregionalen Problemen betroffen, etwa von der<a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/zwiebelkrise-nach-hartem-winter-in-zentralasien/"> «Zwiebelkrise» </a>Anfang des Jahres. Außerdem sind nicht nur die<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/rekrutierung-in-tadschikistan-problem-fuer-behoerden-hoelle-fuer-soldaten/"> Zustände in der Rekrutierung von Soldaten</a> für die Armee in Tadschikistan prekär, sondern auch jene tadschikistanischer Migrant:innen und deren<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-armee-braucht-tadschikische-migranten-mehr-denn-je/"> Dienst in der russischen Armee</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/warum-stillende-muetter-in-tadschikistan-gezwungen-sind-sich-zu-verstecken/"> </a><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/warum-stillende-muetter-in-tadschikistan-gezwungen-sind-sich-zu-verstecken/">Diskriminierung von Frauen</a> in verschiedenen Bereichen der<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-tadschikische-frauen-stereotypen-veraendern-und-maennliche-berufe-ergreifen/"> </a><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-tadschikische-frauen-stereotypen-veraendern-und-maennliche-berufe-ergreifen/">Arbeitswelt</a> und der Gesellschaft – sei es als <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/ist-es-einfach-sozialarbeiterin-zu-sein/">Sozialarbeiterin</a> oder sogar als <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/geschichte-zwei-wie-schwangere-frauen-in-tadschikistan-diskriminiert-werden/">schwangere Frau</a> &#8211; &nbsp;ist groß und hochaktuell.<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/ist-es-einfach-sozialarbeiterin-zu-sein/"> </a>&nbsp;Mehr zu sozialen Problemen in Tadschikistan lest ihr im Interview mit der UN-Berichterstatterin für<a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/menschenrechte-in-tadschikistan-interview-mit-der-un-berichterstatterin/"> </a><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/menschenrechte-in-tadschikistan-interview-mit-der-un-berichterstatterin/">Menschenrechte</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-frauen-in-tadschikistan-von-der-justiz-diskriminiert-werden/"> Wie Frauen in Tadschikistan von der Justiz diskriminiert werden</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie in Kirgistan und in Kasachstan gibt es auch in Tadschikistan Stimmen, die eine<a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/kolonialismus-und-dekolonisierung-sollten-die-tadschikinnen-ihre-vergangenheit-ueberdenken/"> Dekolonisierungs-Debatte</a> für nötig halten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Turkmenistan: Klimakrise und kritische Menschenrechtslage</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch nach der Übergabe von<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow"> </a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a> an seinen Sohn<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serdar_Berdimuhamedow"> </a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serdar_Berdimuhamedow">Serdar Berdimuhamedow</a> hält der Ex-Präsident die Macht in Turkmenistan fest in der Hand. Die Rückkehr zum<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/turkmenistan-ex-praesident-gurbanguly-berdimuhamedow-aendert-gesetzgebungsverfahren-zu-seinen-gunsten/"> </a><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/turkmenistan-ex-praesident-gurbanguly-berdimuhamedow-aendert-gesetzgebungsverfahren-zu-seinen-gunsten/">Einkammerparlament</a> Anfang des Jahres stärkte die Position des ehemaligen Staatspräsidenten und verdeutlicht die inoffiziellen Machtverhältnisse in Turkmenistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wirtschaftlich wurde auch Turkmenistan von der<a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/zwiebelkrise-nach-hartem-winter-in-zentralasien/"> </a><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/zwiebelkrise-nach-hartem-winter-in-zentralasien/">„Zwiebelkrise“</a> getroffen, die in Zentralasien nach einem frostigen Winter zu Nahrungsmittelengpässen geführt hat. Außenpolitisch befindet sich das Land in einem Spagat zwischen Europa und Russland. Turkmenistan verfügt über riesige Gasreserven, die nach den EU-Sanktionen gegen Russland eine interessante Alternative für den europäischen Markt darstellen könnten. Auf der anderen Seite versucht Russland seinen Einfluss im Land zu bewahren und blockiert Planungen zur<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/turkmenistans-gas-unter-russischem-einfluss/"> transkaspischen Pipeline</a>, die Turkmenistan via Türkei mit Europa verbinden würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/turkmenistan-liefert-gas-durch-afghanisches-territorium-nach-pakistan/"> Turkmenistan liefert Gas durch afghanisches Territorium nach Pakistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Situation turkmenischer Migrant:innen in der Türkei hat sich weiter verschlechtert. Türkische Behörden versuchen verstärkt gegen illegale turkmenische Arbeitskräfte vorzugehen. Dennoch stehen die meisten einer Rückkehr nach Turkmenistan skeptisch gegenüber, da sie Repressalien in ihrer Heimat befürchten. Zu allem Überdruss nimmt die<a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/in-turkmenistan-nimmt-die-brotkrise-kein-ende/"> Brotkrise</a> kein Ende. In dem isolierten zentralasiatischen Land sind große Teile der Bevölkerung auf subventionierte Lebensmittel angewiesen. Im Laufe des Jahres häuften sich Meldungen über zu spät gelieferte Mehl- und Butterrationen, was zu Unmut in der Bevölkerung führte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besorgniserregende Bilder liefert auch das<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspisches_Meer"> </a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspisches_Meer">Kaspische Meer</a>. An der turkmenischen Küste wurde ein Rückgang des Pegels von bis zu 40 cm gemeldet. Neben Klimaveränderungen werden vor allem sinkende Zuflussmengen der Wolga für das<a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/das-kaspische-meer-im-ausnahmezustand/"> </a><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/das-kaspische-meer-im-ausnahmezustand/">Absinken des Wasserspiegels</a> verantwortlich gemacht. Sollten keine Maßnahmen zur Rettung unternommen werden, könnte der Pegel bis zum Jahr 2100 um weitere 8 bis 30 Meter sinken. Eine Austrocknung würde die Anrainerstaaten aber teuer zu stehen kommen. Turkmenistan investierte in den letzten Jahren in den Bau von riesigen Häfen am Kaspischen Meer, die zur Entwicklung der Handelsrouten zwischen China und Europa beitragen sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:<a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-gruende-fuer-das-robbensterben-im-kaspischen-meer/"> Die Gründe für das Robbensterben im Kaspischen Meer</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Bezug auf<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-hoch-ist-der-grad-der-freiheit-und-sicherheit-von-frauen-in-zentralasien/"> </a><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-hoch-ist-der-grad-der-freiheit-und-sicherheit-von-frauen-in-zentralasien/">Menschenrechte und Geschlechtergleichstellung</a> hat Turkmenistan weiterhin Aufholbedarf. Frauen werden systematisch unterdrückt und als Bürgerinnen zweiter Klasse behandelt. Abtreibung ist praktisch verboten, Zwangsehen und häusliche Gewalt sind weit verbreitet. In puncto<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/pressefreiheit-in-zentralasiatischen-laendern-verschlechtert-sich/"> </a><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/pressefreiheit-in-zentralasiatischen-laendern-verschlechtert-sich/">Pressefreiheit</a> gehört Turkmenistan zu den fünf am schlechtesten abschneidenden Ländern der Welt. Mit der Übernahme von Serdar Berdimuhamedow hat die Zensur in dem autoritär regierten Land sogar noch zugenommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Usbekistan: Verfassungsänderung und Präsidentschaftswahlen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Frühjahr 2023 fand in Usbekistan ein verfassungsänderndes Referendum statt. Kritiker:innen mahnten schon seit 2021 vor der Volksbefragung. Sie diene lediglich dazu, <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/das-verfassungsreferendum-in-usbekistan-findet-im-fruehjahr-2023-statt/">die Amtszeit von Präsident Mirziyoyev zu verlängern</a>, indem seine Präsidentschaftszeit auf Null gesetzt werde. Am 30. April wurden die Bürger:innen Usbekistans befragt, ob sie das neue Verfassungsgesetz der Republik Usbekistan akzeptieren würden.<br>Die Gewalttaten der Regierung gegen Demonstrant:innen im Vorjahr in Karakalpakstan wurden hingegen verschwiegen. Weitere<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/juli-proteste-in-karakalpakstan-lange-haftstrafen-gegen-demonstrierende/"> Demonstrant:innen, Aktivist:innen und Blogger:innen wurden zu langen Haftstrafen</a> verurteilt. Eine Aufhebung des Autonomiestatus von Karakalpakstan war in der neuen Verfassung jedoch nicht mehr vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-die-verfassungsaenderung-fuer-usbekistan-bedeutet/"> Verfassungsänderung</a> wurde erwartungsgemäß mit hoher Wahlbeteiligung und Zustimmung angenommen. Einige Änderungen wurden von internationalen Beobachter:innen positiv aufgenommen, wie das Recht auf Wohnung, das Verbot der Geschlechterdiskriminierung oder die Höherstufung von Lehrkräften im Bildungswesen, andere wurden als<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/gute-miene-zum-boesen-spiel-usbekistans-praesident-mirziyoyev-zu-besuch-in-karakalpakstan/"> oberflächlich</a> kritisiert, manche gar als Pfeiler einer<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-die-verfassungsaenderung-fuer-usbekistan-bedeutet/"> autoritären Kehrtwende</a> gewertet. Die<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/trotz-verfassungsreform-pressezensur-in-usbekistan-dauert-an/"> Pressezensur wird rigoros aufrechterhalten</a>.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1280" height="853" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/05/1a9bd160-9782-44fb-b1ed-ad1d7184343f_lists_slider_6241.jpg" alt="" class="wp-image-33036" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/05/1a9bd160-9782-44fb-b1ed-ad1d7184343f_lists_slider_6241.jpg 1280w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/05/1a9bd160-9782-44fb-b1ed-ad1d7184343f_lists_slider_6241-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/05/1a9bd160-9782-44fb-b1ed-ad1d7184343f_lists_slider_6241-1024x682.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/05/1a9bd160-9782-44fb-b1ed-ad1d7184343f_lists_slider_6241-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /><figcaption class="wp-element-caption">Präsident Shavkat Mirziyoyev, hier bei der Stimmabgabe, hat seine Macht durch das Verfassungsreferendum gefestigt, Photo: president.uz</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Keine Überraschungen brachten am 9. Juli die vorgezogenen Präsidentschaftswahlen. Wie im<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wahlkampf-in-usbekistan-keine-intrigen-zu-erwarten/"> Vorfeld vermutet</a>, fehlte es an politischer Konkurrenz und ernstzunehmender Opposition, so dass Mirziyoyev<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/shavkat-mirziyoyev-siegt-bei-vorgezogener-praesidentschaftswahl-in-usbekistan/"> wiedergewählt wurde</a>. Ein Karrieresprung gelang auch der Präsidententochter<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/saida-mirziyoyeva-die-praesidententochter-und-ihr-kometenhafter-aufstieg/"> Saida Mirziyoyeva</a>, die Ende August zur<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/saida-mirziyoyeva-die-praesidententochter-und-ihr-kometenhafter-aufstieg/"> Leiterin der Präsidialadministration</a> ernannt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/die-baumwolle-ist-ein-fluch-ueber-die-ausstellung-paxta-in-taschkent/"> „Die Baumwolle ist ein Fluch“ – Über die Ausstellung „Paxta“ in Taschkent</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur der<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/10-gipfeltreffen-der-organisation-der-turkstaaten-neue-wege-der-zusammenarbeit-sind-gefragt/"> Austausch zwischen den Turkstaaten</a>, sondern auch der<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-gipfel-zentralasien-usa-ein-geopolitisch-bedeutsames-treffen/"> internationale Dialog</a> wurde von usbekischer Seite intensiviert. So stattete der Präsident<a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/usbekistans-praesident-mirziyoyev-zu-besuch-in-berlin/"> im Mai Berlin einen offiziellen Besuch</a> ab, traf dort unter anderem Bundeskanzler Scholz und Bundespräsident Steinmeier und eröffnete die Ausstellung „<a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/von-alexander-bis-zu-den-kuschan-archaeologische-schaetze-usbekistans-in-berlin/">Archäologische Schätze Usbekistans</a>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungeachtet der<a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kaeltewelle-fuehrt-zu-energiekrise-in-usbekistan/"> Energiekrise in Usbekistan</a> wurde der<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/usbekistan-und-afghanistan-verlaengern-vertrag-ueber-stromexport/"> Stromexportvertrag mit Afghanistan</a> verlängert, während das Projekt der<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/transafghanische-eisenbahn-neuer-schwung-und-alte-problem/"> transafghanischen Eisenbahn</a> erneut auf Hindernisse stößt. Verstärkt wurde der Austausch mit<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/irans-initiativen-in-usbekistan-ein-spiegel-seiner-beziehungen-zu-zentralasien/"> Iran</a>,<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wirtschaftliche-annaeherung-zwischen-singapur-und-usbekistan/"> Singapur</a> und den<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zwischen-den-golfstaaten-und-zentralasien-bildet-sich-eine-institutionalisierte-kooperation-heraus/"> Golfstaaten</a>. Die wirtschaftlichen<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sanktionen-gegen-russland-zentralasien-im-visier-des-westens/"> Verflechtungen mit Russland</a> führten in den zentralasiatischen Staaten immer wieder zu Konflikten zwischen<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sanktionen-gegen-russland-zentralasien-im-visier-des-westens/"> europäischen</a> und<a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasiens-praesidenten-nehmen-an-moskauer-siegesparade-teil/"> russischen Interessen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/grenzen-und-bruecken-bei-der-herausbildung-einer-regionalen-zentralasiatischen-identitaet/"> Grenzen und Brücken bei der Herausbildung einer regionalen zentralasiatischen Identität</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die menschenrechtswidrigen Zustände in Usbekistan gehören zu den Schattenseiten des vergangenen Jahres. Obwohl sich die Frauenrechte in Usbekistan vordergründig verbessert haben, ist die<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/sexuelle-gewalt-in-usbekistan-milde-justiz-und-tragische-schicksale/"> strafrechtliche Verfolgung von Sexualdelikten</a> zu lasch. Aufsehen erregten nicht zuletzt die Vergewaltigungen Minderjähriger aus einem Kinderheim in der Provinz<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Xorazm"> Xorazm</a> durch usbekische Staatsbeamte. Die verhängten Strafen fielen milde aus.<br>Homosexuelle wiederum werden <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/code-103-wie-straftaten-nach-artikel-120-in-usbekistan-tatsaechlich-geahndet-werden/">systematisch kriminalisiert, erniedrigt und verfolgt</a>, auch an HIV erkrankte Personen erleben Diskriminierung. Besorgniserregend ist auch das häufige Phänomen der<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/femizid-in-usbekistan-es-sind-wirksamere-mechanismen-zum-schutz-von-frauen-erforderlich/"> Femizide</a>. Leider ist gerade das eigene Zuhause der Frauen oftmals der gefährlichste Ort für geschlechtsspezifisch motivierte Morde. Immerhin wurde<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-hoch-ist-der-grad-der-freiheit-und-sicherheit-von-frauen-in-zentralasien/"> häusliche Gewalt</a> in Usbekistan kriminalisiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das im Oktober von Mirziyoyev unterzeichnete<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/usbekistan-bekaempft-polygamie/"> Gesetz, welches Polygamie unter Strafe</a> stellt, wird in Usbekistan insbesondere in den sozialen Medien diskutiert und trifft nicht nur auf Befürworter:innen, sondern auch auf Gegner:innen. Das Leben der Frauen in Usbekistan ist auch aus historischer Perspektive<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/alles-andere-als-maerchenhaft-das-leben-der-frauen-in-samarkand/"> alles andere als märchenhaft</a>, wie ein Forschungsbeitrag dokumentiert. Beim diesjährigen goEast-Filmfestival in Wiesbaden wurde ein queerer Kurzfilm der usbekischen Fotografin und Regisseurin Kamila Rustambekova gezeigt: „<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/dekolonial-queer-feministisch-zentralasiatischer-kurzfilm-beim-goeast-filmfestival-2023/">Ertak</a>“ erzählt eine Geschichte über homosexuelle Beziehungen und Diskriminierung in Usbekistan. </p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1088" height="600" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/05/Screenshot-67.png" alt="" class="wp-image-33255" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/05/Screenshot-67.png 1088w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/05/Screenshot-67-300x165.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/05/Screenshot-67-1024x565.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/05/Screenshot-67-768x424.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1088px) 100vw, 1088px" /><figcaption class="wp-element-caption">Szene aus dem Film &#8222;Ertak&#8220; (Foto bereitgestellt von goEast-Filmfestival)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Eine politische Kontroverse löste auch die<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/backtomuynak-warum-das-diesjaehrige-stihia-festival-nicht-in-karakalpakstan-stattfindet/"> Verlegung eines usbekischen Elektro-Festivals</a> aus, das nicht wie gewohnt am Ufer des<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee"> Aralsees</a>, sondern in<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Buxoro"> Buchara</a> stattfand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die historischen Panoramen zu Usbekistan konzentrierten sich auf zwei Schauplätze: die<a href="https://novastan.org/de/panorama/farg%CA%BBona-usbekische-wiege-der-zivilisation/"> Wiege der usbekischen Zivilisation, das Farg’ona-Tal</a>, und die<a href="https://novastan.org/de/panorama/der-fall-von-buchara-und-das-schicksal-der-tadschikinnen-war-es-eine-revolution/"> wechselvolle Geschichte Bucharas</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Novastan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für uns bei Novastan hat das Jahr 2023 eine lang ersehnte Neuerung unserer Internetpräsenz gebracht. Seit April ist die vierte Version unserer Website online, die eine übersichtlichere und transparentere Nutzung ermöglichen soll. Jeder Artikel ist nun mit einem Infokasten versehen, der anzeigt, ob es sich um eine Übersetzung oder einen eigenen Text handelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im November sind rund 30 Novastanis aus den verschiedenen Teams in Berlin zum „Kongress“<a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/novastan-trifft-sich-zum-5-kongress/"> zusammengekommen</a> &#8211; einem Werkstatttreffen, bei dem wir uns vernetzen und gemeinsame Arbeitsprozesse verbessern. Wie in den vergangenen Jahren wurde das Treffen durch die großzügige Unterstützung des<a href="https://www.buergerfonds.eu/"> Deutsch-Französischen Bürgerfonds</a> ermöglicht.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="2500" height="1875" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/11/Gruppenbild-Kongress-2023.jpg" alt="Gruppenbild Novastan 2023" class="wp-image-37341" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/11/Gruppenbild-Kongress-2023.jpg 2500w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/11/Gruppenbild-Kongress-2023-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/11/Gruppenbild-Kongress-2023-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/11/Gruppenbild-Kongress-2023-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/11/Gruppenbild-Kongress-2023-1536x1152.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/11/Gruppenbild-Kongress-2023-2048x1536.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2500px) 100vw, 2500px" /><figcaption class="wp-element-caption">Knapp 30 Vertreter:innen der verschiedenen Zweige von Novastan haben sich am 4. und 5. November in Berlin getroffen. Foto: Kelley Luyken</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der regulären redaktionellen Arbeit hat der Novastan e.V. auch zahlreiche Veranstaltungen für Zentralasien-Interessierte organisiert – allen voran zwei „<em>Dance with the Stans</em>“ Parties in Berlin, zwei Filmabende und regelmäßige Stammtische in Berlin und in Leipzig. Auf der Mitgliederversammlung im Dezember haben der Vorstand und der Aufsichtsrat daher eine durchaus positive Jahresbilanz gezogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch im kommenden Jahr wollen wir Zentralasien und Europa einander näher bringen und freuen uns auf Eure Teilhabe und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Unterstützung</a>!</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Florian Coppenrath, Michèle Häfliger, Jan Ritter, Robin Roth und Berenika Zeller</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Kirgistan schiebt einen weiteren russischen Aktivisten nach Moskau ab</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Dec 2023 17:36:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Abschiebung]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Flucht]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg in der Ukraine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die L&#xE4;nder Zentralasiens helfen Russland bei der Verfolgung Oppositioneller. Immer wieder werden Antikriegsaktivist:innen nach Russland abgeschoben. Nachdem Lew Skorjakin in der Nacht vom 16. auf den 17. Oktober in Kirgistan verschwand, tauchte er am 3. November in einem Gef&#xE4;ngnis in Moskau wieder auf. Das berichtet Memorial. Zwei Wagen waren an seinem Wohnsitz in Bischkek vorgefahren. [&#x2026;]</p>
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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Länder Zentralasiens helfen Russland bei der Verfolgung Oppositioneller. Immer wieder werden Antikriegsaktivist:innen nach Russland abgeschoben.</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem Lew Skorjakin in der Nacht vom 16. auf den 17. Oktober in Kirgistan verschwand, tauchte er am 3. November in einem Gefängnis in Moskau wieder auf. Das berichtet <a href="https://memopzk.org/news/pohishhennogo-v-kyrgyzstane-aktivista-lva-skoryakina-vyvezli-v-moskvu-i-pytali-v-sizo-2/">Memorial</a>. Zwei Wagen waren an seinem Wohnsitz in Bischkek vorgefahren. Die Personen, die sich als Beamte der Abteilung für strafrechtliche Ermittlungen der kirgisischen Polizei ausgaben, brachten ihn an einen unbekannten Ort, von wo er am nächsten Tag mit dem Flugzeug nach Moskau ausgeflogen wurde. Dort wurde Skorjakin dann, laut Memorial, gefoltert und zwei Wochen lang in Untersuchungshaft festgehalten, ohne dass ein Verfahren gegen ihn eröffnet wurde.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Skorjakin war als Aktivist der Bewegung „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Left_Bloc_(Russia)">Linksblock</a>“ ins Visier der russischen Behörden geraten. Die Gruppe engagiert sich unter anderem gegen den Krieg, den Russland in der Ukraine begonnen hat. Laut <a href="https://www.svoboda.org/a/rossiyskiy-aktivist-pohischennyy-v-bishkeke-zayavil-ob-izbienii-fsb/32678289.html">Radio Svoboda</a>, dem russischen Dienst von Radio Free Europe, wird Skorjakin die Beteiligung an einer Demonstration im Dezember 2021 vor dem Büro des russischen Geheimdiensts FSB vorgeworfen, während der er ein Transparent mit der Aufschrift „<em>Frohen Tscheka Tag</em>“ getragen haben soll (die 1917 gegründete und 1922 aufgelöste Tscheka war die erste mit der brutalen Verfolgung politischer Oppositioneller betraute Organisation der Bolschewiki). Bereits im März 2020 war er bei einer <a href="https://ovd.info/express-news/2020/06/03/v-moskve-u-posolstva-ssha-zaderzhali-uchastnikov-levogo-bloka">Protestaktion</a> vor der amerikanischen Botschaft festgenommen worden, weil er ein „Justice for George Floyd“-Spruchband aufgehangen hatte. Im Januar 2021 kam es im Zuge einer <a href="https://ovd.info/news/2021/01/31/spisok-zaderzhannyh-na-akcii-v-podderzhku-alekseya-navalnogo-31-yanvarya-2021-goda">Solidaritätsveranstaltung</a> für Aleksej Nawalny zu einer erneuten Inhaftierung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verhaftungen russischer Oppositioneller nehmen zu</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verhaftung von Lew Skorjakin ist kein Einzelfall: Die russische Staatsmacht geht immer härter gegen Oppositionelle vor, auch außerhalb Russlands. Bereits im Juni lieferte Kirgistan den Antikriegsaktivisten <a href="https://rus.azattyk.org/a/32448088.html">Alexej Rojkow</a> nach Russland aus. Ebenfalls im Juni wurde <a href="https://t.me/sotaproject/60655">Aljona Krylowa</a>, die ehemalige Pressesprecherin der russischen Gruppe „Für die Menschenrechte“, in Bischkek festgenommen. Aufgrund ihrer Beteiligung an der Bewegung „Linker Widerstand“ wird ihr von Russland Extremismus vorgeworfen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/geflohene-russische-aktivistinnen-in-kirgistan-festgenommen/"><strong>Geflohene russische Aktivist:innen in Kirgistan festgenommen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch im Zuge der russischen Emigration entstandene Organisationen sind in Kirgistan Repressionen ausgesetzt: <a href="https://www.instagram.com/p/Cy2N8UsoeSb/?img_index=1">Rubezh</a>, ein 2022 gegründetes Künstler:innenkollektiv, dem viele Geflüchtete angehören, hat wegen der intensivierten Zusammenarbeit zwischen Russland und Kirgistan bei der Verfolgung Oppositioneller und Kriegsdienstverweigerer seinen Sitz nach Georgien verlegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleiches gilt für Red Roof. Das Kollektiv bot Unterkünfte für Bedürftige an, insbesondere für Russen, die vor der Mobilisierung geflohen sind. Die kirgisischen Behörden überwachten die Mitglieder der Gruppe und drohten ihnen mit der Ausweisung.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Krieg in der Ukraine als Katalysator</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 haben die Verhaftungen und Auslieferungen russischer Aktivist:innen in Kirgistan erhöhte Aufmerksamkeit erhalten. Im Gespräch mit Novastan sagte uns ein Experte, der anonym bleiben möchte, dass „<em>Russland einige Zeit gebraucht hat, um zu reagieren und Druck auf die kirgisischen Behörden auszuüben</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zahlreiche Vereinigungen in und außerhalb Russlands haben sich gegen den Krieg positioniert. Russischen Aktivist:innen und denjenigen, die vor der Mobilisierung flohen, wurde Unterstützung entgegengebracht. Doch erst seit Ende 2022 (nach Ankündigung der Teilmobilmachung in Russland) kam es, dem erwähnten Experten zufolge, zu Repressionen, um potentielle Deserteure abzuschrecken und die Bildung regierungskritischer Gruppen in der russischen Einflusssphäre zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erklärt sowohl die Verhaftungen linker Oppositioneller wie Aljona Krylowa oder Lew Skorjakin als auch die Schwierigkeiten, mit denen die Organisationen zu kämpfen haben, die sich gegen den Krieg positionieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vertiefte Zusammenarbeit zwischen Kasachstan, Kirgistan und Russland</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahl der Verhaftungen in Kirgistan erklärt sich, laut dem Experten, auch dadurch, dass Kirgistan und Kasachstan mehr fliehende Russ:innen anziehen als die anderen Länder in der Region, die als autoritärer und repressiver wahrgenommen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-ziel-fuer-russinnen-auf-der-flucht/"><strong>Kirgistan: Ziel für Russ:innen auf der Flucht</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Staaten bedienen sich verschiedener Instrumente, um die Fluchtbewegungen unter ihre Kontrolle zu bringen. Dazu gehört die Anwendung von Überwachungstechnologien: Mit dem euphemistisch „<a href="https://cabar.asia/en/how-road-conditions-in-bishkek-have-changed-after-the-implementation-of-safe-city-project#:~:text=In%20February%202019%2C%20the%20Ministry,and%20ensure%20safety%20of%20citizens.">Safe City</a>“ genannten Projekt hat Kirgistan ein umfassendes, von russischen und chinesischen Unternehmen entwickeltes Überwachungssystem im öffentlichen Raum implementiert. Wie die russische Nachrichtenagentur <a href="https://tass.ru/proisshestviya/17992237">TASS</a> berichtet, werden dabei neuerdings auch Gesichtserkennungsverfahren genutzt. <a href="https://www.rferl.org/a/china-kazakhstan-technology/30223745.html">Radio Free Europe</a> weist auf die Ausweitung der Gesichtserkennung im öffentlichen Raum auch in Kasachstan hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Sommer dieses Jahres hat Kirgistan zudem beschlossen, einem multilateralen Abkommen mit Russland und Kasachstan über den Austausch personenbezogener Daten der sich innerhalb ihrer Staatsgrenzen aufhaltenden Menschen beizutreten, schreibt <a href="https://www.themoscowtimes.com/2023/06/22/kazakhstan-and-kyrgyzstan-to-share-data-with-moscow-on-anti-war-russians-conscripts-a81594">The Moscow Times</a>. Das Abkommen ermöglicht den Geheimdiensten der drei Länder den Zugang zu persönlichen Adressen, Informationen über Zweitwohnsitze, die berufliche Tätigkeit oder das Strafregister der Bürger:innen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das französische, auf geheimdienstliche Aktivitäten spezialisierte Nachrichtenportal <a href="https://www.intelligenceonline.com/government-intelligence/2022/02/15/guided-by-the-fsb-nur-sultan-and-moscow-forge-closer-links,109734233-art">Intelligence Online</a> erinnert daran, dass der FSB immer noch einen gewissen Einfluss in Kasachstan und Kirgistan hat. Das neue Abkommen wird diesen Einfluss wohl eher noch vergrößern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Kiana Meghdadi, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/kirghizstan-continue-dexpulser-militants-russes-vers-moscou/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Lucas Kühne</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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		<title>Löst sich Zentralasien von Russland?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[caanetwork]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Dec 2023 17:54:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Geopolitische Ausrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg in der Ukraine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>W&#xE4;hrend der Krieg in der Ukraine weitergeht und Russland weiterhin unter strengen internationalen Sanktionen steht, heben seine politischen Verb&#xFC;ndeten, Wirtschaftspartner und geografischen und kulturellen Nachbarn in Zentralasien ihr diplomatisches Spiel auf ein neues Niveau. Das wachsende internationale Interesse bietet eine neue Zukunftsaussicht f&#xFC;r diese Staaten &#x2013; m&#xF6;glicherweise mit weitaus geringerer Abh&#xE4;ngigkeit von Russland. Doch l&#xF6;st [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Während der Krieg in der Ukraine weitergeht und Russland weiterhin unter strengen internationalen Sanktionen steht, heben seine politischen Verbündeten, Wirtschaftspartner und geografischen und kulturellen Nachbarn in Zentralasien ihr diplomatisches Spiel auf ein neues Niveau. Das wachsende internationale Interesse bietet eine neue Zukunftsaussicht für diese Staaten &#8211; möglicherweise mit weitaus geringerer Abhängigkeit von Russland. Doch löst sich Zentralasien tatsächlich von ihrer ehemaligen Metropole? Und wie sehen die Perspektiven für die zentralasiatischen Staaten aus? Dr. Johan Engvall vom Schwedischen Zentrum für Osteuropastudien (SCEEUS) versucht, auf diese Fragen zu antworten.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Krieg in der Ukraine hat einiges in Eurasien verändert. Für Zentralasien stellt er eine ernsthafte Herausforderung in Hinsicht auf Sicherheit, Wirtschaft, Verkehr, Handel, Arbeitsmigration und natürlich Geopolitik dar. Wie verändern sich unter diesem Blickwinkel die Beziehungen dieser Staaten zu Russland und in welchen Bereichen? Sind diese Veränderungen vorübergehend oder langfristig?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zentralasiatischen Staaten bewegen sich auf einem schmalen Grat, wenn sie sich von Russlands Handeln distanzieren wollen. Sie alle stehen unter starkem Druck aus Moskau und die Beziehungen zwischen Russland und Zentralasien sind sehr eng. Die militärischen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bindungen haben sich über einen langen Zeitraum entwickelt und werden nicht über Nacht verschwinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Zentralasien wird für Russland immer wichtiger – nicht zuletzt in wirtschaftlicher Hinsicht, da gewisse Handelswege neu ausgerichtet wurden. Putin, der sich seit 2022 in zunehmender politischer Isolation befindet, hat die Hoffnung nicht aufgegeben, die Region in seinem Bann zu halten. Deswegen hält er zahlreiche Treffen mit nationalen Führern ab, um die Länder offensichtlich enger an Russland zu binden. Die führenden Politiker der Region versuchen ihrerseits, aus der politischen und wirtschaftlichen Isolation Russlands und der neu gewonnenen internationalen Aufmerksamkeit für die Region Kapital zu schlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig hat Russland definitiv an Attraktivität in der Region verloren: Die Eurasische Wirtschaftsunion (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eurasische_Wirtschaftsunion">EAWU</a>) wird unter den Mitgliedsländern immer unbeliebter und für potenzielle Mitglieder wie Usbekistan und Tadschikistan zunehmend unattraktiv. Putins privilegierte Stellung in Zentralasien wird nun von anderen Staaten in Frage gestellt, vor allem von China und der Türkei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Debatten um Kolonialismus und Identität begannen in Zentralasien lange vor dem Krieg – vielleicht waren sie einer der Gründe für den Zusammenbruch der Sowjetunion. So eröffnete Kasachstans Präsident </strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew"><strong>Qasym-Jomart Toqaev</strong></a><strong> vor kurzem eine gemeinsame Konferenz mit Putin in kasachischer Sprache. Gleichzeitig verpflichtete sich Toqaev, die russische Sprache in Zentralasien zu unterstützen. Wie wirken Entkolonialisierungsprozesse und die „</strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Russki_Mir"><strong>russische Welt</strong></a><strong>“ in Zentralasien zusammen? Können sie koexistieren?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt mehrere komplementäre Prozesse, die zur allmählichen Aufhebung des kolonialen Jochs in Zentralasien beitragen. Erstens haben diese Staaten in den mehr als 30 Jahren Unabhängigkeit eine eigene nationale Identität entwickelt und verteidigen ihre Souveränität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweitens haben die Aggressionen Russlands und seine Weigerung, das Recht der Ukraine auf Unabhängigkeit anzuerkennen, auch eine Neubewertung des kolonialen Erbes in Zentralasien ausgelöst. In Kasachstan und Kirgistan blickt eine breitere Öffentlichkeit kritischer auf die Vergangenheit – in diesen Ländern wurde die Unabhängigkeit nie auf einer antikolonialen Grundlage durchgesetzt. Und Usbekistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> zeigt sich zunehmend selbstbewusster gegenüber dem Unrecht, das während der Sowjetära von Moskau aus gegen die Usbekische SSR verübt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-gipfel-zentralasien-usa-ein-geopolitisch-bedeutsames-treffen/"><strong>Der Gipfel Zentralasien – USA, ein geopolitisch bedeutsames Treffen</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Drittens: Der rote Faden, der sich durch diese Transformationsprozesse zieht, ist die Kluft zwischen den Generationen. Zentralasien durchläuft einen raschen sozialen und demografischen Wandel, der sich auf die Identitätsbildung auswirkt. Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung in der Region sind unter 40 Jahre alt. Diese postsowjetische Generation, die keine persönliche Erfahrung mit dem Leben in der Sowjetunion hat, tritt nun in den Vordergrund und verändert die Länder der Region sowohl politisch als auch kulturell. Für diese Generation ist die Anziehungskraft Russlands nicht so sehr ideologischer und sentimentaler Natur, sondern hängt mit dem Status Russlands als Quelle von Arbeitsplätzen und materiellen Möglichkeiten zusammen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Russland reagiert überempfindlich auf diese Entwicklungen und versucht unermüdlich, sie umzukehren. Die russische Propaganda stellt die zentralasiatischen Länder als brüderliche Staaten zu Russland dar, als Erweiterungen der „russischen Welt“, in denen die Bevölkerung die russischen Werte und Normen teilt. Da die anhaltende Rolle der russischen Sprache den Einfluss Russlands in der Region stärkt, wird jeder Versuch, das Russische herabzusetzen, als feindlicher Akt empfunden. Moskau lehnt auch fieberhaft jeden Versuch ab, nationale Traumata zu erforschen und Aspekte der sowjetischen Kolonialherrschaft kritisch zu untersuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dementsprechend ergibt sich ein zunehmend unruhiges Bild: auf der einen Seite Befreiung und die Rückkehr der Vergangenheit, auf der anderen Seite fortgesetzte Unterwerfung und das Gefühl einer unauflösbaren historischen Verbindung. Auf einen Schritt in die eine Richtung folgt meist ein korrigierender Schritt in die andere. Langfristig besteht jedoch kein Zweifel daran, dass der Einfluss Russlands auf Zentralasien abnimmt. Dieser Prozess ist zudem kaum umkehrbar; stattdessen ist Moskau gezwungen, verstärkt auf Angstmacherei zu setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Zentralasien ist das Gerede vom „</strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/The_Great_Game"><strong>Great Game</strong></a><strong>“ überhaupt nicht gerne gesehen. Aber es wird unweigerlich wiederholt, vor allem im aktuellen Kontext, in dem Zentralasien als Energieressource und Transitraum in der Welt wieder an Bedeutung gewinnt. In diesem Jahr besuchten mehrere europäische Staats- und Regierungschefs Zentralasien. Wie ist die geopolitische Bedeutung Zentralasiens und der außenpolitische Handlungsspielraum der Länder einzuschätzen? Konnten die zentralasiatischen Staaten die Außenpolitik der letzten drei Jahrzehnte zur Stärkung ihrer Unabhängigkeit nutzen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle zentralasiatischen Staaten sind sich der Risiken bewusst, die entstehen, wenn sie das Schicksal ihrer Wirtschaft, nationalen Sicherheit und Souveränität in die Hände eines unzuverlässigen und revisionistischen Russlands legen. Diese Länder versuchen, verschiedene Initiativen in den Bereichen Handel und Verkehr zu schaffen oder wiederzubeleben, und sind auf der Suche nach alternativen Sicherheitspartnerschaften. Daher waren die europäischen Staats- und Regierungschefs in der Region wahrscheinlich noch nie so willkommen wie in diesem Jahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Länder Zentralasiens bauen ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu China weiter aus, gleichzeitig macht sich die wachsende Abhängigkeit Russlands von China bemerkbar. Unterdessen stärkt die Türkei im Rahmen der Organisation der Turkstaaten (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten">OTS</a>) die Zusammenarbeit mit Zentralasien, welches sich auch um Investitionen aus den Golfstaaten bemüht. Um schließlich die Sicherheit und Stabilität von innen heraus zu verbessern, bemühen sich Kasachstan und Usbekistan um eine weitere Stärkung der regionalen Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/10-gipfeltreffen-der-organisation-der-turkstaaten-neue-wege-der-zusammenarbeit-sind-gefragt/"><strong>10. Gipfeltreffen der Organisation der Turkstaaten: Neue Wege der Zusammenarbeit sind gefragt</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt also eine Reihe von Maßnahmen, die auf ein Gleichgewicht in den Außenbeziehungen hindeuten. Die zentralasiatischen Staaten versuchen, aus Russlands Schwäche Kapital zu schlagen, indem sie ihre Bemühungen um den Aufbau alternativer diplomatischer Allianzen verstärken. Dies hat in Zentralasien einen gewissen Handlungsspielraum in einer sehr komplexen geopolitischen Situation geschaffen und wäre nicht möglich gewesen, wären sie russische Satelliten gewesen, wie sie in den westlichen Medien oft fälschlicherweise dargestellt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Religion ist ein weiteres Identitätsmerkmal, dessen Bedeutung in der Region stetig zunimmt. Was wird passieren, wenn eine neue Generation an die Macht kommt: Wird sie die Trennung zwischen Politik und Religion aufrechterhalten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zentralasien ist eine Ausnahme in der muslimischen Welt und widersetzt sich dem Trend, Religion und Politik zu vermischen. Das Wiedererstarken der Religion seit der Unabhängigkeit stellt jedoch eine Herausforderung für ihre säkularen Regierungssysteme dar. Indem die Gesellschaften religiöser werden, nimmt die Rolle des Islam – als Faktor politischer Legitimation und als Mittel zur Mobilisierung und Gewinnung von Wählenden – zu. In Kirgistan werden etwa Moscheen nicht mehr durch ausländisches Sponsoring gebaut, sondern von lokalen Geschäftsleuten, die in die Politik involviert sind. Ein weiterer Trend ist die Vertiefung der Beziehungen zwischen Politik und Geistlichen, wobei die Politik die Unterstützung der Geistlichen nutzen, um ihre lokale Wählerbasis zu stärken. Säkulare Staatlichkeit sollte daher nicht als selbstverständlich angesehen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zukunft des Säkularismus in Zentralasien wird wahrscheinlich von mehreren Faktoren abhängen. Einer davon ist die Entwicklung religiöser Ideen in der übrigen muslimischen Welt. Aus regionaler Sicht wird sie aber auch von der Politik abhängen, die die Regierungen der Länder in den kommenden Jahren verfolgen werden. In Zukunft wird es entscheidend sein, stärkere Bindungen zwischen Staat und Gesellschaft aufzubauen. Korrupte Regierungen, die als ungerecht empfunden werden und die Erwartungen der Gesellschaft nicht erfüllen, werden wahrscheinlich das Risiko erhöhen, dass religiöse Bewegungen aus der Frustration der Menschen Kapital schlagen und eine ganz andere Art von sozialer und politischer Ordnung fordern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie lautet Ihre Prognose für Zentralasien im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine? Wird eine der Folgen dieses Krieges – die Umsiedlung von Russinnen und Russen, die Verringerung der Arbeitsmigration aus Zentralasien oder andere soziale Veränderungen, die derzeit stattfinden – dauerhafte Auswirkungen haben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Einzige, dessen wir uns sicher sein können, ist, dass es unvorhergesehene Veränderungen geben wird. Als etwa der Krieg ausbrach und westliche Sanktionen gegen die russische Wirtschaft verhängt wurden, wurde vorausgesagt, dass viele Arbeitsmigrierte aus Zentralasien in ihre Heimat zurückkehren müssten. Dies würde die Gefahr steigender Arbeitslosigkeit, geringerer Geldüberweisungen und einer allgemeinen Destabilisierung der Gesellschaft mit sich bringen. Doch trotz der wachsenden Probleme kommen weiterhin Arbeitsmigrierende aus Zentralasien nach Russland, um die dort herrschende Lücke an russischen Arbeitskräften zu schließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der russische Angriffskrieg stellt einen Wendepunkt dar, der wahrscheinlich eine neue geopolitische Landschaft schaffen wird. Während die regionalen politischen Veränderungen in Form von neuen und erneuerten Initiativen sichtbar sind, bleibt die volle Tragweite dieser Ereignisse abzuwarten. Letztlich hängt viel vom Ausgang des Krieges ab. Verliert Russland in der Ukraine, könnte dies auch in Zentralasien eine seismische Verschiebung auslösen. Doch die Politikerinnen und Politiker der Region halten sich zurück. Tatsächlich können sich viele in der Region nicht vorstellen, dass Russland verlieren könnte; deshalb müssen sie so gut wie möglich auf einen russischen Sieg vorbereitet sein. Unabhängig davon wird es keine Rückkehr zum Vor-Kriegs-Zustand geben.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Central Asian Analytical Network</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://www.caa-network.org/archives/25018/czentralnaya-aziya-vyhodit-za-ramki-rossii">Russischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Kein Herz für russische Künstler</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Oct 2023 10:31:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[BI-2]]></category>
		<category><![CDATA[Entschlüsselung]]></category>
		<category><![CDATA[Grigory Leps]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg in der Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Polina Gagarina]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Z-Künstler]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>ENTSCHL&#xDC;SSELUNG. Seit Anfang 2023 kommt es zu immer mehr Absagen von Konzerten russischer Musiker. Die Gr&#xFC;nde daf&#xFC;r stehen dabei oft im Gegensatz zueinander: Mal werden die K&#xFC;nstler f&#xFC;r ihre Unterst&#xFC;tzung des russischen Milit&#xE4;rs, mal jedoch auch f&#xFC;r ihre zu ausgepr&#xE4;gte Anti-Kriegs-Haltung kritisiert. In Kasachstan, Kirgistan und Usbekistan sorgt der Krieg in der Ukraine auf diese [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>ENTSCHLÜSSELUNG. Seit Anfang 2023 kommt es zu immer mehr Absagen von Konzerten russischer Musiker. Die Gründe dafür stehen dabei oft im Gegensatz zueinander: Mal werden die Künstler für ihre Unterstützung des russischen Militärs, mal jedoch auch für ihre zu ausgeprägte Anti-Kriegs-Haltung kritisiert. In Kasachstan, Kirgistan und Usbekistan sorgt der Krieg in der Ukraine auf diese Weise für einen Wandel innerhalb der russischsprachigen Musikszene. Entschlüsselung eines kulturellen Wandels in Zentralasien.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Auftritt des kreml-freundlichen Sängers <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Grigori_Leps">Grigor</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Grigori_Leps">y</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Grigori_Leps"> Leps</a> ist erneut abgesagt worden. Geplant war ein Konzert im Badeort <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tscholponata">Tscholpon</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tscholponata">at</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tscholponata">a</a> am<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yssykköl"> Yssykköl.</a> Grund für die Absage ist laut dem kirgisischen Medium <a href="https://24.kg/obschestvo/269811_grigoriy_leps_otmenil_kontsert_vcholpon-ate/">24.kg</a> seine offene Unterstützung der russischen Invasion in der Ukraine.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuvor waren auch Konzerte des ultra-patriotischen Künstlers in Kasachstan und Usbekistan gestrichen worden, die für den 8. Juli sowie den 23. Oktober angesetzt gewesen waren. Laut dem amerikanischen Medium <a href="https://eurasianet.org/pro-war-russian-stars-concerts-cancelled-in-kyrgyzstan-uzbekistan">Eurasianet</a> führen die Veranstalter als Gründe die lautstarke Unterstützung und den anti-ukrainischen Aktivismus des Sängers an. Laut der russischen Tageszeitung <a href="https://www.vedomosti.ru/politics/news/2023/07/04/983584-leps-peredal-rossiiskomu-voennomu-million-rublei">Vedimosti</a> hatte er russischen Soldaten für jeden abgeschossenen Leopard-Panzer der ukrainischen Armee eine Million Rubel versprochen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Grigory Leps ist einer jener sogenannter Z-Künstler, die die russische Invasion unterstützen. Doch außer ihm wurden noch weitere der zentralasiatischen Bühne verwiesen. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine hatte sich das Publikum in Zentralasien zu einem besonders attraktiven Ziel für russische Musiker entwickelt. Doch nun scheint die Region nicht mehr zugänglich zu sein &#8211; weder für diejenigen, die den Krieg offen unterstützen, noch für diejenigen, die dagegen sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Boykott in den sozialen Netzwerken</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisatoren der abgesagten Konzerte geben nur selten explizite Gründe an. Meist verweisen sie auf technische Probleme. Seit Anfang dieses Jahres treffen Konzertabsagen jedoch ausschließlich Russen, und fast immer solche, die den Krieg in der Ukraine unterstützen.<br><em>&#8222;Die Behörden der Kirgisischen Republik müssen seine Auftritte am heiligen kirgisischen See Yssykköl und auf unserem Territorium verbieten!&#8220;</em>, <a href="https://twitter.com/AlmazTazhybai/status/1676777065817731077?ref_src=twsrc%5etfw|twcamp%5etweetembed|twterm%5e1676777065817731077|twgr%5e6893c81e16d53b04f7339f06c8b23455665524e5|twcon%5es1_&amp;ref_url=https%3A%2F%2F24.kg%2Fobschestvo%2F269706_vkyirgyizstan_priezjaet_grigoriy_leps_aktivistyi_prizyivayut_otmenit_kontsert%2F">twitterte</a> Almas Tadschjibajew über das Konzert von Grigory Leps. <em>&#8222;Mit dem Geld, das er durch seine Konzerte verdient, setzt er Belohnungen für die Ermordung von Ukrainern aus&#8220;</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Usbekistan kursierte der Hashtag #LepsKerakmas (&#8222;Wir brauchen Leps nicht&#8220;), als der Konzerttermin veröffentlicht wurde. Als die Behörden des kasachstanischen Gebiets <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/warum-almaty-und-nicht-alma-ata/">Almaty</a> meldeten, dass sie einen Saal für das Konzert von Grigory Leps in der Stadt <a href="https://rus.azattyq.org/a/32465928.html">Qonaev</a> zur Verfügung stellen würden, kam es zu harscher Kritik in den sozialen Netzwerken, berichtet <a href="https://rus.azattyq.org/a/32465928.html">Radio</a> <a href="https://rus.azattyq.org/a/32465928.html">Azattyq</a>, der kasachstanische Dienst von Radio Free Europe. Die Verantwortlichen nannten &#8222;die Nachfrage des Volkes&#8220; als Grund für ihre Entscheidung, das Konzert abzusagen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Z-Künstler seit Anfang des Jahres außen vor</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Z-Künstlerin <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Polina_Sergejewna_Gagarina">Polina Gagarina,</a> die in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astana">Astana</a> hätte auftreten sollen, musste mit ansehen, wie ihre ab November 2022 geplanten Auftritte abgesagt wurden. Einige Wochen später traf es auch das Musikfestival Jara, das vom 9. bis 12. März in Kasachstan stattfinden sollte: Nutzer von sozialen Netzwerken hetzten dagegen, nannten es &#8222;Z-Festival&#8220; beschuldigten die Veranstalter, den Krieg in der Ukraine zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich wurde das Festival für den 21. Mai neu angesetzt, diesmal mit Taschkent als Austragungsort. Doch auch die Neu-Edition war nicht vor der Kritik gefeit. Mit den Hashtags&nbsp; <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstan-nein-zu-pro-russischen-kuenstlerinnen/?noredirect=de-DE">#StopKremlinPropaganda</a> und #StopZArtistsConcerts riefen Internetnutzer dazu auf, keine pro-russischen Künstler mehr ins Land zu holen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstan-nein-zu-pro-russischen-kuenstlerinnen/"><strong>Kasachstan: „Nein“ zu pro-russischen Künstler:innen</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Usbekistan ist neutral [im russisch-ukrainischen Krieg]. Aber ich bin auf der Seite der Ukraine. Ich bin dagegen, dass ein anderes Land mit einem Terrorakt in das souveräne Territorium [der Ukraine] eindringt, das Land besetzt und das Volk ausrottet&#8220;</em>, erklärte ein Aktivist gegenüber <a href="https://thediplomat.com/2023/07/in-uzbekistan-another-z-artists-concert-canceled/">The</a> <a href="https://thediplomat.com/2023/07/in-uzbekistan-another-z-artists-concert-canceled/">Diplomat</a>. Das Festival wurde schließlich endgültig abgesagt, wie das usbekische Medium <a href="https://kun.uz/news/2023/04/03/ozbekistonliklar-boykot-qilgan-jara-festivali-qoldirildi">Kun.uz</a> berichtete.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Umgang mit Kriegsgegnern unklar</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan sind jedoch auch Künstler, die sich zu entschieden gegen den Krieg in der Ukraine aussprechen, von kurzfristigen Absagen betroffen. Denn trotz seiner theoretisch neutralen Haltung zum Krieg bleibt Bischkek dem Kreml insgesamt treu. <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/geflohene-russische-aktivistinnen-in-kirgistan-festgenommen/?noredirect=de-DE">Die Repressionen seitens der kirgisischen Regierung gegen Anti-Kriegs-Aktivisten</a>, die als zu vehement eingestuft wurden, halten nach wie vor an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nähe zu Moskau äußert sich unter anderem darin, dass am 10. Juni das Konzert der russischen Punkband <a href="https://www.instagram.com/p/CtT6SAforSx/">Pornofilmy</a> abgesagt wurde. In ihrem Heimatland gelten sie aufgrund ihrer öffentlich geäußerten Antikriegshaltung als &#8222;unerwünscht&#8220;. Dem russischen Rapper <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Morgenshtern">Morgens</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Morgenshtern">ht</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Morgenshtern">ern</a>, der sich in seinen Texten unmissverständlich gegen den Krieg ausspricht, blühte das gleiche Schicksal für sein Konzert am 23. Juni in der kirgisischen Hauptstadt, wie das kirgisische Medium <a href="https://kaktus.media/doc/482477_minkylt_hochet_zapretit_morgenshterna_v_bishkeke._otmeneny_i_drygie_koncerty._eto_cenzyra.html">Kaktus</a> berichtete.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novstan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/geflohene-russische-aktivistinnen-in-kirgistan-festgenommen/"><strong>Geflohene russische Aktivist:innen in Kirgistan festgenommen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Usbekistan wurden zudem einige russische Bands und Künstler, die sich nicht zum Krieg in der Ukraine geäußert hatten, ebenfalls von den Behörden zensiert. Hier sind die Band <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Samoe_Bolshoe_Prostoe_Chislo">SBPC</a> beim <a href="https://www.instagram.com/grozafest/">Groza</a>&#8211;<a href="https://www.instagram.com/grozafest/">Festival</a> im Mai oder die Sängerin <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zemfira">Zemfira</a> zu nennen. Sie hätte im August in Taschkent auftreten sollen, berichtete das usbekische Medium<a href="https://hook.report/2023/06/prosto-slushay-makomi/">Hook</a><strong>.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan teilte das Akimat [die Stadtverwaltung, Anm. d. Red.] der ost-kasachstanischen Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Semei">Seme</a>ı schließlich wenige Tage nach der Absage des Konzerts von Grigory Leps in Qonaev mit, dass der belarusischen Band <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/BI-2">B</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/BI-2">I</a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/BI-2">-2 </a>der Auftritt ebenfalls verwehrt würde. Die Band ist laut dem kasachstanischen Medium <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/otmenu-kontserta-bi-2-v-semee-prokommentirovali-v-akimate-502643/">Tengri News</a> dafür bekannt, dass sie den Krieg in der Ukraine seit Beginn der Invasion an verurteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Quellen sehen im Verhalten der kasachstanischen Regierung einen politischen Balanceakt. Einerseits soll die Zusammenarbeit mit Russland nicht ins Stocken geraten, andererseits aber auch die territoriale Integrität der Ukraine anerkannt werden, so Radio Azattyq. Eine ähnliche Strategie fahren auch Usbekistan und Kirgistan.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/les-artistes-russes-de-moins-en-moins-accueillis-en-asie-centrale/">Französischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Kirgistan wegen Umgehung der Sanktionen gegen Russland am Pranger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jean Monéger-Leclerc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jul 2023 15:53:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg in der Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Juni beschlagnahmte der Zoll in Kasachstan Drohnen aus Kirgistan. Die Drohnen, die aus China stammten und ohne Genehmigung transportiert wurden, l&#xF6;sten in den USA Besorgnis &#xFC;ber die Rolle Kirgistans bei der Umgehung der Sanktionen gegen Russland aus. W&#xE4;hrend das 11. Ma&#xDF;nahmenpaket die M&#xF6;glichkeit bietet, Unternehmen aus f&#xFC;r Russland wichtigen Drittstaaten zu sanktionieren, bleibt der [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Juni beschlagnahmte der Zoll in Kasachstan Drohnen aus Kirgistan. Die Drohnen, die aus China stammten und ohne Genehmigung transportiert wurden, lösten in den USA Besorgnis über die Rolle Kirgistans bei der Umgehung der Sanktionen gegen Russland aus. Während das 11. Maßnahmenpaket die Möglichkeit bietet, Unternehmen aus für Russland wichtigen Drittstaaten zu sanktionieren, bleibt der Westen vorsichtig, da er befürchtet, sich von den zentralasiatischen Ländern zu entfremden.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der Umgehung der Sanktionen gegen Russland droht Washington damit, den Druck zu erhöhen. Die zentralasiatischen Länder sind nach der russischen Invasion in der Ukraine indirekt von den westlichen Sanktionspaketen betroffen und werden beschuldigt, an der Umgehung der Sanktionen beteiligt zu sein. Während Kasachstan seit Juni letzten Jahres vorsichtiger geworden ist, steht heute Kirgistan besonders im Fokus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grund dafür ist die Entdeckung von 14 chinesischen Drohnen der Marke <a href="https://www.dji.com/ru">DJI Agras T-30</a> durch die Zollbehörde Kasachstans. Auch wenn die kirgisischen Behörden bestreiten, an der Umgehung von Sanktionen beteiligt zu sein, hat sich der Ton auf westlicher Seite <a href="https://www.state.gov/imposing-additional-sanctions-on-those-supporting-russias-war-against-ukraine-2/">verschärft</a>.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Chinesische Drohnen im Transit durch Kasachstan</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Aus den Frachtpapieren ging hervor, dass die Drohnen für Russland bestimmt waren. Da der Lieferant keine entsprechende Genehmigung hatte, wurden die Drohnen beschlagnahmt, <a href="https://e-auction.gosreestr.kz/p/ru/GuestViewAuction?AuctionId=278128&amp;MenuAction=viewb">versteigert</a> und der Lieferant zu einer Geldstrafe von 76.000 Tenge (153 Euro) verurteilt, <a href="https://kaktus.media/doc/482116_partiu_bespilotnikov_pytalis_nezakonno_provezti_iz_kyrgyzstana_v_rossiu_cherez_kazahstan.html">wie Kaktus berichtet</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Präsenz der chinesischen Drohnen hat in den USA Besorgnis ausgelöst. In kirgisischen Medien wird <a href="https://kaktus.media/doc/483982_washington_post:_ssha_mogyt_vvesti_sankcii_protiv_kompaniy_iz_kyrgyzstana_na_etoy_nedele.html">gemunkelt</a>, dass die Anti-Umgehungsmaßnahmen speziell auf Kirgistan abzielen könnten, und dass die Maßnahmen darin bestünden, <em>„Unternehmen, die verbotene Güter nach Russland liefern, auf eine schwarze Liste zu setzen und Sanktionen gegen sie zu verhängen“</em>. Der russische Endabnehmer der Drohnen sei zudem dafür bekannt, bereits in der Vergangenheit militärische Ausrüstung gekauft zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/das-11-sanktionspaket-gegen-russland-trifft-auch-zentralasien/">Das 11. Sanktionspaket gegen Russland trifft auch Zentralasien</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die chinesischen Drohnen, die für das Versprühen von Agrochemikalien entwickelt wurden, stellen jedoch potenzielles Kriegsmaterial dar. Zwar ist der mögliche Einsatz von Chemiewaffen das beunruhigendste Szenario, aber die Drohnen sind auch in der Lage, militärische Ausrüstung oder Bomben zu transportieren. Zudem habe die russische Regierung selbst das militärische Potenzial dieser Drohnen festgestellt, als sie 2022 einige Exemplare in der Ostukraine beschlagnahmte. In diesem Zusammenhang <a href="https://www.washingtonpost.com/national-security/2023/07/18/russia-sanctions-weapons-china-drones/">berichtet die Washington Post</a>, dass laut US-Beamten direkte Sanktionen gegen kirgisische Unternehmen in Betracht gezogen werden.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Kirgistans Beteiligung an der Umgehung von Sanktionen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Die Washington Post berichtet, dass Kirgistan zwar nur einen geringen Anteil an der Umgehung habe, aber dennoch ein Exportkanal nach Russland sei. Die für diesen Handel notwendige Koordination zwischen Bischkek und Moskau lasse zudem den Verdacht aufkommen, dass der russische Geheimdienst involviert sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beschlagnahmung der Drohnen sei ein <em>„seltener Sieg“</em> im Kampf gegen die Umgehung, so die Washington Post weiter, da die kirgisischen Exporte nach Russland bis 2022 um mehr als 250 Prozent gestiegen seien. Kirgisische Unternehmen profitieren dabei erheblich vom Import und Export chinesischer und europäischer Waren, insbesondere von Rüstungsgütern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/geflohene-russische-aktivistinnen-in-kirgistan-festgenommen/">Geflohene russische Aktivist:innen in Kirgistan festgenommen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein erstes kirgisisches Unternehmen war bereits im Mai 2023 auf die schwarze Liste gesetzt <a href="https://public-inspection.federalregister.gov/2023-10684.pdf">worden</a>. Kirgisische Unternehmen seien jedoch nicht besorgt über die US-Sanktionen, <a href="https://kaktus.media/doc/484011_stoit_li_opasatsia_sankciy_kyrgyzstany_iz_za_rossii_so_storony_stran_zapada.html">stellte Kaktus weiter fest</a>: Da sie ihre eigenen Waren nach Russland lieferten, würden sie nicht unter die Sanktionen fallen. Das Medium wies jedoch auch auf die besorgte Reaktion des Bankensystems hin, das seine Gewinne verlieren könnte. Bereits jetzt würden die Banken bereits bestimmte Kund:innen ablehnen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Kirgistan behauptet, es halte sich an Sanktionen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behörden in Kirgistan haben erklärt, sie seien unschuldig an jeglicher Handlung oder Absicht, die Sanktionen zu umgehen. Die Botschaft Kirgistans in Washington erinnerte an die wirtschaftliche Verflechtung Bischkeks mit seinem großen Nachbarn im Norden und daran, dass über eine Million seiner Staatsangehörigen in Russland arbeiten. Diese Verflechtung erkläre den Transport der chinesischen Drohnen.</p>



<p class="has-primary-800-color has-accent-500-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph">A<strong>ls vereinsgetragene, <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängige</a> Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! Durch jede noch so kleine <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das Staatskomitee für Nationale Sicherheit reagierte, wie Kaktus am 20. Juli <a href="https://kaktus.media/doc/484043_v_gknb_prokommentirovali_vozmojnye_sankcii_ssha_protiv_kyrgyzstana.html">berichtete</a>, und erklärte, dass <em>„weder der Staat noch seine Strukturen oder Unternehmen in die Verletzung“</em> westlicher Sanktionen verwickelt seien. Es erinnerte auch an seine strikte Einhaltung des internationalen Rechtssystems und der internationalen Normen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Komitee zieht allenfalls eine <em>„mögliche Beteiligung“</em> privater Akteure in Betracht, die den endgültigen Bestimmungsort der von ihnen transportierten Güter nicht kennen würden. Dabei scheint die Transitfunktion Kasachstans eine wichtige Rolle zu spielen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Der Kampf des Westens gegen Sanktionsumgehung</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Die zentralasiatischen Staaten waren neben anderen Drittstaaten wie dem Iran Ende Juni 2023 Ziel des <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/das-11-sanktionspaket-gegen-russland-trifft-auch-zentralasien/">11. Sanktionspakets</a>. Damit sollten die bestehenden Maßnahmen und der Kampf gegen deren Umgehung verstärkt werden. Kirgistan und Kasachstan, die Mitglieder der Zollunion der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eurasische_Wirtschaftsunion">Eurasischen Wirtschaftsunion</a> sind, stehen dabei unter besonderer Beobachtung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Russland ist es nämlich verboten, militärische Ausrüstung und Elektronik aus westlichen Ländern zu beziehen. Angesichts der Blockade im Westen hat sich Moskau an seine südlichen Nachbarn gewandt, die nun indirekt von den Sanktionen betroffen sind. So war Kasachstan, das Russland direkt belieferte und als Transitland diente, bereits vor der Verabschiedung der elften Sanktionsrunde vorsichtiger geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das größte Risiko der Sanktionen besteht darin, dass der Westen die zentralasiatischen Länder verprellt und sie dazu bringt, sich der Türkei, China oder Russland anzunähern. Die westlichen Behörden scheinen dieses Risiko ernst zu nehmen, indem sie der Diplomatie den Vorzug geben und nur bestimmte Unternehmen auf ihre schwarzen Listen setzen. Sie sind somit weit davon entfernt davon, die Herkunftsländer der jeweiligen Unternehmen direkt zu beschuldigen, deren Verantwortung unklar bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jean Monéger, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/economie/le-kirghizstan-epingle-dans-le-contournement-des-sanctions-visant-la-russie/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



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