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	<title>tmartignolles, Author at Novastan Deutsch</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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		<title>Die Mosaike von Taschkent – das Erbe der Brüder Dscharskij</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tmartignolles]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2020 05:39:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Erscheinungsbild der usbekischen Hauptstadt Taschkent ist gepr&#xE4;gt durch zahlreiche Mosaikplatten, die an den Fassaden hunderter gro&#xDF;er Wohnh&#xE4;user angebracht sind. Diese Tafeln, die w&#xE4;hrend der Sowjetzeit von den in Frankreich geborenen Br&#xFC;dern Dscharskij installiert wurden, verleihen der Stadt eine k&#xFC;nstlerische und urbane Einzigartigkeit, die heute allerdings bedroht ist. Die Mosaikplatten von Taschkent, die nach dem [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Erscheinungsbild der usbekischen Hauptstadt Taschkent ist geprägt durch zahlreiche Mosaikplatten, die an den Fassaden hunderter großer Wohnhäuser angebracht sind. Diese Tafeln, die während der Sowjetzeit von den in Frankreich geborenen Brüdern Dscharskij installiert wurden, verleihen der Stadt eine künstlerische und urbane Einzigartigkeit, die heute allerdings bedroht ist.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mosaikplatten von Taschkent, die nach dem verheerenden Erdbeben von 1966 entstanden sind, befinden sich vor allem an den Fassaden großer Wohngebäude und unterstreichen die Einzigartigkeit der usbekischen Hauptstadt. Sie wurden von drei in Frankreich geborenen Brüdern aus einer russischstämmigen Familie geschaffen, doch neue Dynamiken auf dem Immobilienmarkt bedrohen ihre Werke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 26. April 1966 erlitt Taschkent eines der stärksten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_von_Taschkent_1966">Erdbeben</a> seiner Geschichte. Mit einer Stärke von 5,2 auf der Richterskala zerstörte es fast 80 Prozent der Stadt, wobei sich die beträchtlichen Schäden vor allem auf das historische Zentrum konzentrierten. Mehr als zwei Millionen Quadratmeter Wohnfläche, Hunderte Büro- und Handelsgebäude, Bildungseinrichtungen und Krankenhäuser wurden völlig zerstört und mehr als 300&nbsp;000 Menschen der damals 1,5 Millionen Einwohner Taschkents, obdachlos. Zehntausende Bauarbeiter, Architekten und Ingenieure aus der ganzen Sowjetunion kamen, um die Stadt wiederaufzubauen. Unter ihnen waren die Brüder Dscharskij.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vom Zarenreich über Frankreich in die Sowjetunion</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nikolai, Peter und Alexander Dscharski wurden in Frankreich geboren, nachdem ihre Eltern nach dem Sturz der zaristischen Herrschaft 1917 aus Russland geflohen waren. Während des Zweiten Weltkriegs schlossen sich die drei Brüder jedoch der von den Sowjets angeführten Widerstandsbewegung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetische_Partisanen">Partisanen</a> an, um gegen die Achsenmächte zu kämpfen. Die Familie kehrte schließlich 1947 nach Russland zurück und die Brüder, die aus einer Künstlerfamilie stammten, erhielten dort auch eine künstlerische Ausbildung.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nikolai und Peter Dscharskij kamen 1966 nach Taschkent, um beim Wiederaufbau der Stadt zu helfen. Einige Zeit später stieß ihr Bruder Alexander dazu. Als künstlerische Angestellte in einem Stahlbetonwerk konnten sie zur Erneuerung der Hauptstadt beitragen und jene Bewegung beeinflussen, die man später als „<a href="https://www.nextroom.at/publication.php?_q=n,160322&amp;id=22659">Seismischen Modernismus</a>“ bezeichnen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="Die ungewöhnlichsten und schönsten Mosaike Taschkents">Fotoreihe: Die ungewöhnlichsten und schönsten Mosaike Taschkents</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In seinen Memoiren, die im <a href="https://t.me/uzbland/237">Telegram-Channel</a> „Vermächtnis Usbekistans“ zitiert werden, erklärt Nikolai Dscharskij, wie er und sein Bruder Peter ab dem Moment ihrer Ankunft an der architektonischen und künstlerischen Wiederbelebung Taschkents teilhatten. „<em>Nach Taschkent kamen Peter und ich, um die Stadt nach dem heftigen Erdbeben von 1966 wiederaufzubauen. Wir bekamen eine Stelle im Stahlbetonwerk. Nach unseren Skizzen und Entwürfen wurden unter der Aufsicht der Bauherren an den Seiten der fünf- und neunstöckigen Gebäude Mosaikplatten installiert. So erlangte Taschkent sein einzigartiges Aussehen, das sich durch Farbenvielfalt und orientalische Ornamentik auszeichnet. Die Stadt bekam dadurch einen hohen Wiedererkennungswert.</em>“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine neue kulturelle Identität für Taschkent</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von den Brüdern Dscharskij initiierte Mosaikkunst gab der Stadt in den 1960er und 1980er Jahren eine neue Identität. Diese Kunstwerke, die zunächst neuen, mehrstöckigen Gebäuden vorenthalten waren, welche die zerstörten traditionellen Lehmziegelhäuser ersetzten, erschienen bald auch in Eingangshallen, an Brunnen, Kuppeln und in U-Bahnstationen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="600" height="800" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/imageTT.jpg" alt="" class="wp-image-23439" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/imageTT.jpg 600w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/imageTT-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption>Eine von den Brüdern Dscharskij gestaltete Wohnhausfassade</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Werke zeichnen sich besonders durch ihre orientalischen Ornamente sowie symbolische Darstellungen aus, die für die sowjetische Kunst typisch sind und Themen wie die Völkerfreundschaft oder die Verherrlichung der Arbeiterklasse berühren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Vermächtnis, das erhalten werden muss</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz ihrer tiefen Verwurzelung in der kulturellen Identität der Stadt, sind die Mosaike nun bedroht. Domian Barma, Administrator der Facebookgruppe „<a href="https://www.facebook.com/groups/1380524118874827/about/">Тaschkent stroitsja</a>“ (Taschkent im Aufbau), bedauert das allmähliche Verschwinden der Mosaikpaneele. „<em>Während der Sowjetzeit waren Mosaiktafeln ein verbreitetes Phänomen. Überall waren sie zu sehen. Doch heute verliert dieses Phänomen an Bedeutung. Mittlerweile ist die künstlerische Gestaltung ein Luxus, den sich nicht mehr jeder Bauherr leisten kann</em>“, berichtet er.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Zeit zu Zeit werden Mosaike auch einfach zerstört oder mit einer monochromen Farbschicht übermalt. Doch angesichts dieses allmählichen Verschwindens werden Stimmen laut. Wie die Onlinezeitung <a href="https://www.fergananews.com/news/31408">Fergana News</a> berichtetet, versuchen zahlreiche Anwohner nach dem Beispiel der Bloggerin Alla Dzyurich, die am 13. Juli 2018 über die Zerstörung eines Mosaiks im Wohnviertel Yusufabad im Norden Taschkents <a href="https://www.facebook.com/alla.dzyurich/posts/10214403679903451">berichtete</a>,  dieses langsame Verschwinden ihres Erbes mithilfe von sozialen Netzwerken aufzuhalten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="700" height="482" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/mosaic.jpg" alt="" class="wp-image-23438" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/mosaic.jpg 700w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/mosaic-300x207.jpg 300w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /><figcaption>Bilder der Bloggerin Alla Dzyurich</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behörden scheinen sich jedoch allmählich des künstlerischen und historischen Wertes dieses Erbes bewusst zu werden. Noch im Jahr 2018 kündigte der dem Taschkenter Bürgermeisteramt unterstehende Gemeinderat in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Parkent Plaza auf seiner <a href="https://www.facebook.com/TashkentTop/posts/272060720216458">Facebookseite</a> die Restaurierung einer Mosaiktafel an einem der Gebäude an, dessen Übermalung zuvor einen Skandal in sozialen Netzwerken ausgelöst hatte. Dank des bürgerschaftlichen Engagements kann das Erbe der Brüder Dscharskij vielleicht bewahrt und sogar aufgewertet werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Tanguy Martignolles</strong><strong></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/les-mosaiques-de-tachkent-heritage-des-freres-jarski/">Französischen</a> von Elisabeth Rudolph</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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		<title>Kubatbek Boronow ist neuer Premierminister Kirgistans</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tmartignolles]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jun 2020 12:36:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kubatbek Boronow]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kubatbek Boronow ist am 16. Juni mit der vollen Unterst&#xFC;tzung der regierenden Koalition zum Premierminister von Kirgistan ernannt worden. Er &#xFC;bernimmt das Amt inmitten der Coronavirus-Pandemie und einer Wirtschaftskrise. Kirgistans 31. Premierminister hei&#xDF;t Kubatbek Boronow. Wie das kirgisische Nachrichtenportal AKIpress berichtete, haben sich die Fraktionschefs der Regierungskoalition am 16. Juni daf&#xFC;r ausgesprochen, den bis dahin [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Kubatbek Boronow ist am 16. Juni mit der vollen Unterstützung der regierenden Koalition zum Premierminister von Kirgistan ernannt worden. Er übernimmt das Amt inmitten der Coronavirus-Pandemie und einer Wirtschaftskrise.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Kirgistans 31. Premierminister heißt <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kubatbek_Boronov">Kubatbek Boronow</a>. Wie das kirgisische Nachrichtenportal <a href="https://kg.akipress.org/news:1625545/?telegram">AKIpress</a> berichtete, haben sich die Fraktionschefs der Regierungskoalition am 16. Juni dafür ausgesprochen, den bis dahin ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten Boronow zum Premierminister zu ernennen. Am Vortag hatte der vorherige Premierminister <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wer-ist-muchammetkalyj-abylgasijew-der-neue-kirgisische-premierminister/?noredirect=de_DE">Muchammedkaly Abylgasijew</a> seinen <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistans-premierminister-zurueckgetreten/?noredirect=de_DE">Rücktritt angekündigt</a>. Das <a href="http://www.president.kg/ru/sobytiya/16898_na_kubatbeka_boronova_vozlogheno_ispolnenie_obyazannostey_premer_ministra_kirgizskoy_respubliki">Ernennungsdekret</a> wurde am selben Tag von Kirgistans Staatspräsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sooronbai_Dscheenbekow">Sooronbaj Dscheenbekow</a> unterzeichnet.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify;">Wie das russische Auslandsmedium <a href="https://ru.sputnik.kg/politics/20200616/1048688214/koaliciya-premer-ministr-odobrenie.html?_ga=2.267058635.455923920.1592381239-578195005.1587803143">Sputnik</a> berichtete, wurde Boronow von den anwesenden Abgeordneten des kirgisischen Parlaments <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschogorku_Kengesch">Dschogorku Kengesch</a> einstimmig gewählt. Unter anderem wird er von seinen KollegInnen als Mann des Dialogs gelobt, so das kirgisische Nachrichtenportal <a href="https://24.kg/vlast/156369_105_deputatovza_parlament_utverdil_novoe_pravitelstvo/">24.kg</a>.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ein überstürzter Rücktritt</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Boronow tritt damit die Nachfolge von Abylgasijew an, der das Amt seit April 2018 innehatte und infolge eines Korruptionsskandals zurückgetreten war. Am 20. Mai hatte der Abgeordnete <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Janarbek_Akayev">Dschanar Akajew</a> dem ehemaligen Premierminister vorgeworfen, am Verkauf von Funkfrequenzen zu ungewöhnlich niedrigen Preisen beteiligt zu sein.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistans-premierminister-zurueckgetreten/"><strong>Kirgistans Premierminister zurückgetreten</strong></a></p>
<p style="text-align: justify;">Trotz seines Rücktritts erklärte Abylgasijiew laut <a href="https://kg.akipress.org/news:1625742/?telegram">AKIpress</a>, dass er nicht mit dem Verkauf der Radiofrequenzen in Verbindung stehe. „<em>In letzter Zeit wurden im Dschogorku Kengesch gegen die Regierung und gegen mich Vorwürfe wegen unbestätigter Tatsachen erhoben. Das alles hat mich sehr beunruhigt. Es gab immer Kritik an der Regierung, aber Worte, die einen Schatten auf die Glaubwürdigkeit und den Ruf der Regierung werfen, haben mich zu dieser Entscheidung gebracht. Ich möchte noch einmal betonen, dass ich nichts mit dem Radiofrequenz-Strafverfahren zu tun habe</em>“, sagte er, bevor er abschließend feststellte, dass Kirgistan <em>&#8222;eine glänzende Zukunft&#8220;</em> erwarte.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Vom Maurer zum Premierminister</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Sein Nachfolger Boronow ist im Politikbetrieb Kirgistans kein Unbekannter, jedoch schien er nicht dazu bestimmt, eines Tages die Regierung zu übernehmen.  Wie <a href="https://24.kg/vlast/156168_otkamenschika_dopremera_chto_izvestno_okubatbeke_boronove/">24.kg</a> erklärt, wurde er 1964 im Dorf Serger in der im Süden des Landes gelegenen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Osch">Region Osch</a> geboren und erhielt 1991 am Polytechnischen Institut in Frunse (Name der Hauptstadt Bischkek bis Februar 1991, Anm. d. Red.) einen Abschluss in Landwirtschaftsbau. Nach dem Ende seines Studiums diente er einer Zeit in der Armee und bekam dann einen Job als Maurer in der Firma SMU-9. Dank seiner Fähigkeiten gelang es ihm, 1992 zum stellvertretenden Leiter der Produktionsstätte Stroyleskomplekt aufzusteigen.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Jahr 2003  wurde Boronow zum Leiter der Abteilung für Planung, Wirtschaft und Logistik des Ministeriums für Ökologie und Katastrophenschutz ernannt. 2006 wurde er stellvertretender Leiter der Generaldirektion Katastrophenschutz und 2008 stellvertretender Leiter der Regionalabteilung Nord des Katastrophenschutzministeriums. Von 2009 bis 2010 leitete er die für die im Norden des Landes gelegenen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Tschüi">Region Tschüi</a> zuständige Abteilung des Katastrophenschutzministeriums, anschließend den Katastrophenschutzdienst.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify;">Im Jahr 2011 übernahm er nach einer kurzen Zeit als Stellvertreter den Posten des Katastrophenschutzministers. Am 20. April 2018 wurde er schließlich zum ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten von Kirgistan ernannt. Aufgrund seines Werdegangs wird Boronov als &#8222;politisches Urgestein&#8220; bezeichnet. Während seines beruflichen und politischen Aufstiegs wurde er nach Angaben von 24.kg in keine politischen oder finanziellen Skandale verwickelt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kontinuität als Parole</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Laut <a href="https://ru.sputnik.kg/politics/20200616/1048688214/koaliciya-premer-ministr-odobrenie.html?_ga=2.267058635.455923920.1592381239-578195005.1587803143">Sputnik</a> glaubt Isa Omurkulow, der Mehrheitsführer im kirgisischen Parlament, dass Boronow ausgewählt wurde, um Kontinuität zu gewährleisten und die Stabilität des Landes zu erhalten. Wie <a href="https://kg.akipress.org/news:1625606/?telegram">AKIpress</a> berichtet, wird die Regierung des neuen Premierministers fast identisch mit der seines Vorgängers sein. Die bemerkenswerten Veränderungen sind, dass Taalajbek Temiralijew Leiter des Regierungsapparats, der ehemalige Abgeordnete Almasbek Baatyrbekow Vize-Premierminister und der ehemalige Leiter des „High-Tech-Parks“ Altynbek Ismailow neuer Leiter des staatlichen Komitees für Wissenschaft und Technologie wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Das neue Kabinett wurde am 17. Juni von 105 Abgeordneten <a href="https://24.kg/vlast/156369_105_deputatovza_parlament_utverdil_novoe_pravitelstvo/">bestätigt</a>. Nur zwei Abgeordnete, Natalya Nikitenko und Dschanar Akajew, stimmten dagegen.  Nikitenko brachte dem neuen Premierminister gegenüber ihre <a href="https://24.kg/vlast/156366_nenado_prodoljat_kurs_byivshego_premera_prosba_deputata_kkubatbeku_boronovu/">Befürchtungen</a> zum Ausdruck. „<em>Ich verstehe, dass fast 99 Prozent der Zusammensetzung gleichbleiben. Wir bitten Sie, den Weg der alten Regierung zur Ineffizienz und unkoordinierten Arbeit der staatlichen Organe nicht fortzusetzen</em>“, erklärte sie.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sozialdemokratische-partei-von-ex-praesident-atambajew-in-kirgistan-zerlegt-sich-weiter/">Sozialdemokratische Partei von Ex-Präsident Atambajew in Kirgistan zerlegt sich weiter </a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Boronow antwortete, die vorherige Regierung habe durchaus Mängel, es gebe aber auch auch Errungenschaften in ihrer Arbeit. „<em>Ich verstehe Ihre Sorge. Vielleicht wurden Entscheidungen zu bestimmten Themen spät getroffen. Ich denke aber, es gibt auch Erfolge. Wir werden Entscheidungen zu Fragen treffen, die unsere Mitbürger betreffen. Die Aufgabe der Regierung ist es, Bedingungen für faire Wahlen zu schaffen</em>“, <a href="https://24.kg/vlast/156366_nenado_prodoljat_kurs_byivshego_premera_prosba_deputata_kkubatbeku_boronovu/">sagte</a> der neue Premierminister.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Wirtschaft ist Priorität</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Priorität der neuen Regierung ist es, die wirtschaftlichen Verluste, die durch die Covid-19-Pandemie verursacht wurden, zu vermindern. Dies erklärte Boronow nach Angaben des kirgisischen Nachrichtenportals <a href="http://kabar.kg/news/boronov-osnovnoi-prioritet-v-rabote-pravitel-stva-sokrashchenie-ekonomicheskikh-poter-v-sviazi-s-covid-19/">Kabar</a> auf der letzten Plenarsitzung des Dschogorku Kengesch.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/coronavirus-neue-zunahme-der-infektionen-in-zentralasien/">Coronavirus: Neue Zunahme der Infektionen in Zentralasien</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8222;Vor der Verschlechterung der epidemiologischen Situation hat die Regierung der Kirgisischen Republik alle Indikatoren für die Wirtschaftsprognose berechnet, nach denen das BIP-Volumen um 5,3 Prozent sinken würde. Nach den ersten fünf Monaten 2020 belief sich das BIP-Volumen auf 1.863 Milliarden Som (rund 22 Mrd. Euro), ein Rückgang um 4,8 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Kumtör-Lagerstätte (das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kumtor-Mine">größte Goldvorkommen</a> in Kirgistan, das von der kanadischen Firma Centerra Gold betrieben wird, Anm. d. Red.), sank dieser Indikator um 6,4 Prozent. Ich möchte es ganz offen sagen – mein Ziel ist es, die Wirtschaft des Landes wiederherzustellen und das BIP bis Ende des Jahres nicht unter die erwarteten 5,3 Prozent fallen zu lassen&#8220;</em>, sagte Boronow.</p>
<p style="text-align: justify;">Die nächsten Monate könnten für den neuen Premierminister entscheidend sein. Es geht nun darum, die Wirtschaft des Landes und die Gesundheit seiner BewohnerInnen zu schützen und gleichzeitig das Vertrauen in eine Regierung zurückzuerobern, die weitgehend mit einem ehemaligen Premierminister verbunden ist, welcher der Korruption beschuldigt wird.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Tanguy Martignolles, Redakteur für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/koubatbek-boronov-nomme-premier-ministre-du-kirghizstan/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Coronavirus: Neue Zunahme der Infektionen in Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tmartignolles]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2020 17:01:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Drei Monate nach den ersten F&#xE4;llen und etwa einen Monat, nachdem die meisten Eind&#xE4;mmungsma&#xDF;nahmen zur&#xFC;ckgenommen wurden, sehen sich die zentralasiatischen Staaten nun mit einem Wiederaufleben der Coronavirus-Epidemie konfrontiert. Die Region hat inzwischen mehr als 25.000 Infektionen und fast 200 Todesf&#xE4;lle zu verzeichnen. Novastan zieht Bilanz, Land f&#xFC;r Land. Nach drei Monaten Epidemie &#xFC;bersteigt die Zahl [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Drei Monate nach den ersten Fällen und etwa einen Monat, nachdem die meisten Eindämmungsmaßnahmen zurückgenommen wurden, sehen sich die zentralasiatischen Staaten nun mit einem Wiederaufleben der Coronavirus-Epidemie konfrontiert. Die Region hat inzwischen mehr als 25.000 Infektionen und fast 200 Todesfälle zu verzeichnen. Novastan zieht Bilanz, Land für Land.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nach drei Monaten Epidemie übersteigt die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Zentralasien 25.000 Fälle, mehr als die Hälfte davon in Kasachstan, dass auch die höchste Zahl an Todesfällen aufweist. Während Tadschikistan das wahre Ausmaß der Gesundheitskrise zu verschleiern scheint, gibt es in Turkmenistan bisher noch gar keine registrierten Fälle.</p>
<p style="text-align: justify;">In Kasachstan, Kirgistan und Usbekistan scheint mit der Aufhebung der Eindämmungsmaßnahmen im vergangenen Monat eine weitere Beschleunigung der Epidemie einherzugehen. In der Coronavirus-Krise sehen sich die Länder der Region gezwungen, einen Kompromiss zwischen der epidemiologischen Kontrolle und der Begrenzung des wirtschaftlichen Schadens einzugehen. Ein Überblick über die jüngsten Entwicklungen in Zentralasien.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kasachstan intensiviert seine Bemühungen </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nach <a href="https://www.coronavirus2020.kz/">Angaben</a> des kasachstanischen Gesundheitsministeriums wurden bis zum 16. Juni 15.192 Infektionsfälle im Land festgestellt, 9.488 Menschen sind genesen und 81 gestorben. Das Gesundheitsministerium hat jedoch 5.492 asymptomatische Träger nicht in die allgemeine Statistik der Infizierten aufgenommen. Nach Angaben der kasachstanischen Nachrichtenagentur <a href="https://tengrinews.kz/tag/%D0%9A%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%BD%D0%B0%D0%B2%D0%B8%D1%80%D1%83%D1%81-%D0%B2-%D0%9A%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%85%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%B5/">Tengrinews</a> zähle das Land am 16. Juni somit insgesamt 20.684 Infizierte.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify;">Seit dem 3. Juni trennt Kasachstan in der Gesamtstatistik zwischen symptomatischen und asymptomatischen Patienten. Symptomatische Patienten stellen eine größere epidemiologische Gefahr dar, so die nationale Chefärztin Aıjan Esmaǵambetova laut der Onlinezeitung <a href="https://vlast.kz/novosti/40078-minzdrav-kazahstana-obasnil-razdelenie-pacientov-s-simptomami-covid-19-i-bez-nih-raznym-urovnem-zaraznosti.html">Vlast.kz</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Generell nimmt die Zahl der Infektionen in Kasachstan weiter zu. Einer ersten Abflachung der Kurve folgte eine zweite Welle, erklärte der Gesundheitsminister Eljan Birtanov am 4. Juni nach Angaben von <a href="https://vlast.kz/obsshestvo/40033-kazahstan-obavil-o-vtoroj-volne-koronavirusa-ne-dozidaas-zaversenia-pervoj.html">Vlast.kz</a>. Diese Entwicklung fällt mit dem Beginn der Aufhebung der Quarantänebeschränkungen <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/coronavirus-in-zentralasien-erste-schritte-aus-der-quarantaene/?noredirect=de_DE">am 11. Mai</a> zusammen. Das Gesundheitsministerium erklärt dieses anhaltende Wachstum durch genauere Vorsorgeuntersuchungen, aber auch durch das Entstehen von lokalisierten Clustern.</p>
<p style="text-align: justify;">Die anhaltende Ausbreitung von Covid-19 habe den Staat daher veranlasst, in bestimmten Regionen wieder verstärkte restriktive Maßnahmen einzuführen, so <a href="https://tengrinews.kz/news/v-kakih-oblastyah-kazahstana-usilili-karantin-405372/">Tengrinews</a>. Dies ist seit dem 13. Juni für die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaraghandy_(Gebiet)">Region Qaraǵandy</a> und seit dem 15. Juni für die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nordkasachstan">Region Nordkasachstan</a> der Fall. Straßensperren wurden errichtet, die Arbeitszeiten in kommerziellen Einrichtungen und die Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel wurden begrenzt, während die Kommunalverwaltungen ihre Umstellung auf Telearbeit beschleunigt haben.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/coronavirus-in-zentralasien-erste-schritte-aus-der-quarantaene/?noredirect=de_DE">Coronavirus in Zentralasien &#8211; erste Schritte aus der Quarantäne</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Es wurden auch neue Regeln zur Behandlung der Patienten erlassen. Die neunte Ausgabe des Protokolls zur Behandlung von Coronavirusinfektionen wurde am Dienstag, den 16. Juni, verabschiedet, teilte die stellvertretende Gesundheitsministerin der Republik Kasachstan, Lıýdmila Bıýrabekova, auf ihrer <a href="https://www.facebook.com/lyudmila.byurabekova/posts/3157612410972103">Facebook-Seite</a> mit. Demnach werden asymptomatischer Patienten und Personen mit leichten Formen von Covid-19 zu Hause oder in Quarantäneeinrichtungen gepflegt, in Koordination mit der primären Gesundheitsversorgung sowie einer verbesserten ambulanten Nachbetreuung.</p>
<p style="text-align: justify;">Kasachstan hat laut <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/vaktsinu-protiv-koronavirusa-budut-proizvodit-yuge-405223/">Tengrinews</a> auch beschlossen, in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schambyl_(Gebiet)">Region Jambyl</a> eine Produktionsanlage für Impfstoff zu bauen. Sie soll bis Dezember 2020 fertiggestellt werden und jährlich bis zu 60 Millionen Dosen Biopharmazeutika produzieren. Die Anlage soll mitunter einen Impfstoff gegen Coronavirusinfektionen herstellen. Gegenwärtig ist der Covid-19 Impfstoffkandidat des kasachischen Forschungsinstituts in der WHO-Liste aufgeführt und durchläuft erfolgreich präklinischen Studien.</p>
<p style="text-align: justify;">Gleichzeitig öffnet Kasachstan behutsam seine Grenzen. Eine vollkommene Quarantäne ist nicht länger eine Option. Das Land hat beschlossen, seine Grenzposten mit Kirgistan wieder <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/le-kazakhstan-rouvre-ses-frontieres-avec-le-kirghizstan/">zu öffnen</a>. Nach Angaben von <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/novyie-pravila-priletayuschih-iz-za-rubeja-vveli-kaza%20hstane-405380/">Tengrinews</a> wurde auch der Flugverkehr mit sechs Ländern genehmigt. Ab dem 20. Juni werden nach und nach Flüge in die Türkei, nach China, Südkorea, Thailand, Georgien und Japan ermöglicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Die möglichen Zielländer von internationalen Flügen werden in drei Kategorien <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/novyie-pravila-priletayuschih-iz-za-rubeja-vveli-kaza%20hstane-405380/">unterteilt</a>. Zur ersten Kategorie gehören China, Südkorea, Japan, Georgien und Thailand. Menschen, die aus diesen Ländern ankommen, werden bei der Einreise befragt und ihre Temperatur wird gemessen. Für Ankünfte aus Ländern der zweiten Kategorie, die vorerst nur die Türkei betrifft, wird es zusätzliche Bedingungen geben. Um sich in Kasachstan frei bewegen zu können, benötigen diese Ankömmlinge eine Bescheinigung über einen negativen Coronavirus-Test. Falls kein Zertifikat vorliegt, müssen sich die Bürger innerhalb von 48 Stunden nach ihrer Ankunft einem Coronavirus-Test unterziehen. Die dritte Kategorie umfasst alle anderen Länder, mit denen der Flugverkehr verboten bleibt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Trügerische Normalität in Kirgistan</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Fast drei Monate nach dem Auftreten der <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-bestaetigt-erste-faelle-von-coronavirus/?noredirect=de_DE">ersten Fälle</a> von Coronavirus in Kirgistan <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/le-kirghizstan-confirme-ses-premiers-cas-de-coronavirus/">zählt das Land</a> 2.472 Infektionen, darunter 28 Todesfälle und 1.847 genesene Patienten. Das Wachstum der Infektionszahlen hat sich seit Anfang des Monats beschleunigt, mit einer Rekordzahl von 100 neuen Fällen am 16. Juni. Dies gilt insbesondere für die Hauptstadt Bischkek, auf die mehr als 35 Prozent aller Infektionen entfallen.  Fast die Hälfte sind es, nimmt man die Nachbarregion <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Tsch%C3%BCi">Tschüi</a> hinzu. In relativen Zahlen ist die Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Naryn">Naryn</a> im Zentrum des Landes mit mehr als 6 Fällen pro 1.000 Einwohner (0,9 in Bischkek) am <a href="http://opendatacovid.tilda.ws/">stärksten betroffen</a>. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Talas">Region Talas</a> im Nordwesten, die lange virusfrei war, verzeichnete ab dem 10. Juni die ersten Fälle, berichtet die kirgisische Onlinezeitung <a href="https://kloop.kg/blog/2020/06/10/v-talase-vyyavili-pervyj-sluchaj-zarazheniya-covid-19/">Kloop.kg</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Seit dem Übergang vom Notstand zur Ausnahmesituation <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/coronavirus-in-zentralasien-erste-schritte-aus-der-quarantaene/?noredirect=de_DE">am 11. Mai</a> wurden die meisten Eindämmungsmaßnahmen aufgehoben. Moscheen und Kirchen wurden am 8. Juni vorbehaltlich der Einhaltung der Gesundheitsvorschriften wieder für die Öffentlichkeit <a href="https://kloop.kg/blog/2020/06/04/s-8-iyunya-mozhno-poseshhat-mecheti-i-tserkvi-no-v-maskah-i-soblyudaya-distantsiyu/">zugänglich gemacht</a>. Dasselbe gilt für öffentliche Verkehrsmittel, Cafés und Restaurants, die Ende Mai ihren Betrieb wieder aufgenommen haben. Während sich das öffentliche Leben fast wieder normalisiert zu haben scheint, weisen die Behörden auf einen Mangel an Verantwortung in der Bevölkerung hin. „<em>Wir sehen Menschenmassen im öffentlichen Raum, einige halten Familienfeiern in Restaurants mit einer großen Anzahl von Menschen ab. Dies ist eine unverantwortliche Haltung im Hinblick auf die pausenlose Arbeit unserer Ärzte</em>“, <a href="http://president.kg/ru/sobytiya/16893_prezident_sooronbay_gheenbekov_obsudil_s_i_o__premer_ministra_kubatbekom_boronovim_meri_po_stabilizacii_epidemiologicheskoy_situacii">stellte</a> Präsident <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/dscheenbekow-und-seine-familie-das-ist-uber-den-zukunftigen-prasidenten-bekannt/?noredirect=de_DE">Sooronbai Dscheenbekow</a> am 15. Juni fest.</p>
<p style="text-align: justify;">Während die Organisation von Massenveranstaltungen nach wie vor verboten ist, drohen die Behörden in Bischkek Einrichtungen, die gegen die Gesundheitsvorschriften verstoßen, mit der administrativen Schließung. Mehrere Restaurants und Cafés sind bereits wegen der Organisation von Banketten geschlossen worden, so die kirgisische <a href="https://24.kg/obschestvo/155845_plevat_hoteli_napravila_kaynar_zakryili_zaignorirovanie_sanitarnyih_norm/">Nachrichtenagentur 24.kg</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Angesichts des Anstiegs der Fallzahlen hat der <a href="https://www.gov.kg/ru/post/s/respublikalyk-shtab-covid-19-menen-oorup-birok-belgileri-baykalbagan-beytaptar-ynd-obocholonot">Covid-19-Krisenstab</a> zudem die Behandlungsmechanismen geändert: Asymptomatische Patienten werden nun in Heimquarantäne geschickt, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Laut dem von <a href="https://24.kg/vlast/156232_rost_zarajeniya_COVID-19v_bishkeke_kubatbek_boronov_oproverg_zakryitie_goroda/">24.kg</a> zitierten wahrscheinlichen <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistans-premierminister-zurueckgetreten/?noredirect=de_DE">neuen Premierminister</a> Kubatbek Boronow entspricht die Lage einer „mäßig pessimistischen“ Prognose. „<em>Aber die Situation ist unter Kontrolle. Es gelingt uns, die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen. Bischkek gibt jedoch Anlass zur Sorge. Aber es gibt zu diesem Zeitpunkt keine Pläne, Einschränkungen einzuführen und die Hauptstadt zu schließen</em>“, fügte er hinzu.</p>
<p style="text-align: justify;">Tatsächlich würden solche Beschränkungen, die ohnehin schon schwierige wirtschaftliche Lage weiter verschärfen. Nach Angaben des stellvertretenden Finanzministers Marlen Amandykow hat Kirgistan in den ersten fünf Monaten des Jahres ein <a href="https://t.me/RshKRCOV/4965">Haushaltsdefizit</a> von mehr als 13 Milliarden Som (154 Millionen Euro) angehäuft. Ganz zu schweigen von mehreren krisengeschüttelten Wirtschaftssektoren, wie dem Tourismus, der in den letzten Jahren immer wichtiger für die Gesamtwirtschaft geworden ist. Der überwiegende Teil der <a href="https://help.covid.kg/covid_help/view/main.xhtml">Hilfsmittel</a> für Bedürftige, die hauptsächlich aus privaten Spenden bestehen, ist bereits ausgegeben worden.</p>
<p style="text-align: justify;">So geht der Trend trotz der Zunahme der Infektionen in Richtung Öffnung. Es wird erwartet, dass die Grenzübergänge mit Kasachstan in diesem Monat schrittweise wieder <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/le-kazakhstan-rouvre-ses-frontieres-avec-le-kirghizstan/">geöffnet werden</a>. Der Luftverkehr innerhalb des Landes wurde am 12. Juni wieder <a href="https://rus.azattyk.org/a/30662668.html">aufgenommen</a>. Seit dem 15. Juni <a href="https://kloop.kg/blog/2020/06/04/aeroporty-kyrgyzstana-s-15-iyunya-budut-gotovit-k-mezhdunarodnym-rejsam/">bereiten sich</a> die Flughäfen auf eine Wiederaufnahme der internationalen Flüge vor, deren Datum noch nicht bekannt gegeben wurde. Die Einreisebeschränkungen für ausländische Staatsbürger könnten jedoch erstmal bestehen bleiben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wiederaufflammen der Epidemie in Usbekistan?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Drei Monate nach dem ersten Fall von Coronavirus sind am 16. Juni in Usbekistan <a href="https://coronavirus.uz/ru">5.293 Menschen</a> mit dem Virus infiziert. Davon sind 4.019 wieder genesen und 19 gestorben. Auch wenn diese Zahlen in einem Land mit 33 Millionen Einwohnern bescheiden erscheinen mögen, ruft die Kurve der Epidemie zur Vorsicht. Wie die von der amerikanischen Johns Hopkins University <a href="https://coronavirus.jhu.edu/map.html">zusammengestellten Statistiken</a> zeigen, nimmt die Zahl der offiziell gemeldeten täglichen Fälle in der Tat ständig zu.</p>
<p style="text-align: justify;">Der bisherige Höhepunkt liegt am 7. Juni mit 237 neuen Fällen. Auch die Zahl der aktiven Infektionen ist wieder angestiegen. Sie liegt über 1.000 Fällen, während sie Mitte Mai noch auf unter 500 Fälle gesunken war. Nach Angaben des russischen Medienunternehmens <a href="https://en.fergana.news/news/118912/?country=uz">Fergana News</a> könnte dieser Anstieg der Fallzahlen jedoch zumindest teilweise auf die verbesserte Testkapazität Usbekistans zurückzuführen sein.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/internet-in-usbekistan-waehrend-corona-pandemie-verlangsamt/?noredirect=de_DE">Internet in Usbekisten während Coronavirus-Epidemie verlangsamt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Zur Bewältigung der Gesundheitskrise <a href="https://t.me/koronavirusinfouz/4248">kündigte</a> die Regierung am 14. Juni an, dass die Einteilung des Landes in Zonen (grün, gelb und rot) und die entsprechenden <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/coronavirus-in-zentralasien-erste-schritte-aus-der-quarantaene/?noredirect=de_DE">Quarantänemaßnahmen</a> bis zum 1. August in Kraft bleiben würden. Wie das usbekischen Medium <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/06/15/quarantine-levels/">Gazeta.uz</a> berichtet, wird die Liste der Zonen regelmäßig aktualisiert: Seit dem 16. Juni befindet sich die Hauptstadt Taschkent in der gelben Zone, während die Provinzen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Farg%CA%BBona">Farg’ona</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Andijon">Andijon</a> in der grünen Zone liegen. Die Städte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Urganch">Urganch</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Termiz">Termiz</a> liegen in der roten Zone.</p>
<p style="text-align: justify;">Am 15. Juni genehmigte die Regierung nach Angaben der russischen Onlinezeitung <a href="https://uz.sputniknews.ru/society/20200614/14340282/Karantinnye-ogranicheniya-v-Uzbekistane-prodlili-do-1-avgusta.html">Sputnik</a> die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs zwischen grünen und gelben Zonen. In diesen Gebieten konnten auch Cafés, Restaurants und Bekleidungsgeschäfte wiedereröffnet werden, während der Bausektor ebenfalls wieder anlaufen konnte.</p>
<p style="text-align: justify;">Darüber hinaus wurden die Außengrenzen, die <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/coronavirus-in-zentralasien-erste-schritte-aus-der-quarantaene/?noredirect=de_DE">seit dem 16. März</a> geschlossen sind, am 15. Juni teilweise wieder geöffnet. Tatsächlich hat die Regierung, wie das usbekischen Medium <a href="https://kun.uz/ru/64290166">Kun.uz</a> berichten, grünes Licht für die Wiederaufnahme internationaler Flüge gegeben und gleichzeitig große Einschränkungen auferlegt. Nur bestimmte Gruppen ausländischer Staatsbürger, darunter Experten, die an Investitionsprojekten beteiligt sind, oder Personen mit Wohnsitz in Usbekistan, dürfen in das Land einreisen. Voraussetzung ist, dass sie sich in Ländern aufgehalten haben, deren epidemiologische Situation als „stabil“ gilt.</p>
<p style="text-align: justify;">Demnach dürfen Touristen vorerst nicht nach Usbekistan einreisen. Am 27. Mai <a href="https://president.uz/ru/lists/view/3608">versprach</a> der usbekische Präsident <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wer-ist-der-neue-praesident-usbekistans/?noredirect=de_DE">Shavkat Mirziyoyev</a> jedoch Maßnahmen zur Unterstützung des <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-der-coronavirus-trifft-die-tourismusbranche/?noredirect=de_DE">Tourismussektors</a>, der für die Wirtschaft des Landes lebenswichtig ist. Tatsächlich wurde nach Angaben der <a href="https://president.uz/ru/lists/view/3608">usbekischen Präsidentschaft</a> das Einkommen von mehr als 250.000 Menschen durch den Zusammenbruch dieses Wirtschaftszweigs „ernsthaft beeinträchtigt“. So wurden beispielsweise die Befreiungen von bestimmten Abgaben und Steuern bis Ende 2020 verlängert, während Hotels direkte Beihilfen vom Staat erhalten werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-der-coronavirus-trifft-die-tourismusbranche/?noredirect=de_DE">Usbekistan: Der Coronavirus trifft die Tourismusbranche</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Tourismussektor ist bei weitem nicht der einzige betroffene Sektor, während die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen in die Höhe geschnellt ist.<em> „Vor der Pandemie lag die Zahl der Arbeitslosen in Usbekistan bei 1,35 Millionen, aber jetzt [am 7. Juni 2020] ist die Zahl der Arbeitslosen aufgrund der Schließung einer Reihe von Unternehmen auf fast 2 Millionen gestiegen“</em>, sagte Arbeitsminister Nozim Husanov gegenüber <a href="https://kun.uz/ru/news/2020/06/07/iz-za-pandemii-chislo-bezrabotnyx-v-uzbekistane-priblizilos-k-2-millionam-ministr">Kun.uz</a>. Nach Angaben des Ministers wurden bereits 3,6 Milliarden Sum (rund 311 Millionen Euro) zur Unterstützung von Arbeitslosen freigegeben. Eine beträchtliche Summe, die aber bei weitem nicht ausreichen wird, sollte die Krise anhalten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ein fragwürdiger „Sieg“ über das Virus in Tadschikistan<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Bis zum 15. Juni wurden in Tadschikistan nach <a href="https://covid.tj/">Angaben</a> des Gesundheitsministeriums 5.097 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Von diesen Menschen haben sich 3.503 offiziell erholt und 50 sind gestorben. Tadschikistan, <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-ist-das-zentralasiatische-land-mit-den-meisten-corona-toten/?noredirect=de_DE">zwischenzeitlich</a> das zentralasiatische Land mit der höchsten Zahl an registrierten Todesfällen, hat diesen wenig beneidenswerten Titel nun Kasachstan übergeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Laut den Daten der Regierung ist das Virus rückläufig, wobei Tadschikistan seine <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-meldet-erste-faelle-von-covid-19/?noredirect=de_DE">ersten Fälle</a> erst am 30. April meldete. Am 29. Mai teilte der Gesundheitsminister Dschamoliddin Abdullosoda der tadschikischen Onlinezeitung <a href="http://cccp.tj/tj/">SSSR.tj</a> mit, die Epidemie habe am 15. Mai mit 211 neuen Fällen ihren Höhepunkt erreicht. Seitdem ist die Zahl der täglichen Fälle nach offiziellen Angaben stetig zurückgegangen. Am 15. Juni wurden nur 62 neue Fälle identifiziert.</p>
<div style="padding: 8px 0; font-family: Arial!important; font-size: 13px!important; line-height: 15px!important; text-align: center; border-top: 1px solid #dadada; margin: 0 30px; width: 490px;"><a style="color: #989898!important; text-decoration: none!important;" href="https://infogram.com/19262695-dd18-4642-b4e3-38c10db84c81" target="_blank" rel="noopener">Number of cases Coronavirus</a><br />
<a style="color: #989898!important; text-decoration: none!important;" href="https://infogram.com" target="_blank" rel="nofollow noopener">Infogram</a></div>
<p style="text-align: justify;">Trotz der zuversichtlichen Erklärungen des Gesundheitsministers wirft der „Sieg“ Tadschikistans über das Virus Fragen auf. Tatsächlich standen die Behörden bereits im März und April <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/ist-tadschikistan-wirklich-coronavirusfrei/?noredirect=de_DE">unter Verdacht</a>, die Präsenz des Virus im Land zu leugnen. Seit Anfang Mai wurden sie dann verdächtigt, das wahre Ausmaß der Krise zu verheimlichen. Auch heute, während die Regierung den Sieg beansprucht, bleiben viele Zweifel bestehen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-entlaesst-mitten-in-der-coronavirus-epidemie-den-gesundheitsminister/?noredirect=de_DE">Tadschikistan entlässt mitten in der Coronavirus-Epidemie den Gesundheitsminister</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Diese Zweifel werden durch die Website <a href="https://kvtj.info/">Kvtj.info</a> genährt, die schnell von den tadschikischen Behörden blockiert wurde. Die Seite listet alle Fälle verdächtiger Todesfälle auf, insbesondere solche, die auf eine „Lungenentzündung“ zurückgeführt werden. Bis zum 13. Juni wurden auf dieser Seite bereits 434 Todesfälle verzeichnet, also neunmal mehr, als die offiziellen Daten angeben. Darüber hinaus mussten nach Angaben der amerikanischen Mediums <a href="https://eurasianet.org/the-mystery-of-tajikistans-win-on-covid-19">Eurasianet</a> einige Patienten das Krankenhaus verlassen, obwohl sie noch nicht genesen waren. Schließlich, so <a href="https://rus.ozodi.org/a/30653416.html">Radio Ozodi</a>, der tadschikische Zweig des amerikanischen Mediums Radio Free Europe, verdeckt die medizinische Diagnostik bestimmte Fälle von Coronaviren weiterhin als „Lungenentzündung“.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie das russischen Medium <a href="https://tj.sputniknews.ru/health/20200603/1031349999/WHO-Tajikistan-vozvrastchenie.html">Sputnik</a> am 3. Juni berichtete, teilt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Zweifel am tadschikischen „Sieg“. Am 7. Juni <a href="https://www.euro.who.int/en/countries/tajikistan/news/news/2020/6/covid-19-who-coordinates-large-scale-response-operation-in-tajikistan">entsandte</a> die WHO, die bereits im Mai eine zweiwöchige Mission in Tadschikistan durchgeführt hatte, medizinische Notfallteams und mobile Labors in das Land.</p>
<p style="text-align: justify;">Als Zeichen dafür, dass die Regierung möglicherweise nicht so sicher ist, wie sie behauptet, wurden am 10. Juni neue Änderungen des tadschikischen Strafgesetzbuches verabschiedet. Laut <a href="https://www.ozodi.org/a/30662727.html">Radio Ozodi</a> können dadurch Geldstrafen oder Gefängnisstrafen gegen jeden verhängt werden, der keine Maske trägt, zur Verbreitung des Virus beiträgt oder falsche Informationen verbreitet.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/man-macht-uns-mal-wieder-mundtot-ueber-covid-19-und-pressefreiheit-in-tadschikistan/?noredirect=de_DE">„Man macht uns mal wieder mundtot“ – Über Covid-19 und Pressefreiheit in Tadschikistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wer ohne Gesichtsschutz erwischt wird, muss mit einer Geldstrafe zwischen 116 und 290 Somoni (etwa 10 bis 25 Euro) rechnen. <em>„Eine Maske kostet mehr als fünf Somoni (etwa 43 Cent). Viele Menschen können es sich nicht jeden Tag leisten, eine Maske zu kaufen. Woher sollen sie 290 Somoni zur Zahlung der Strafe nehmen?“</em>, beklagt eine Bewohnerin von Duschanbe, die von <a href="https://www.ozodi.org/a/five-things-to-know/30671088.html">Radio Ozodi</a> interviewt wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese drastischen Maßnahmen treten in Kraft, obwohl die Behörden beschlossen haben, ab dem 15. Juni einige Geschäfte wieder zu öffnen. Wie die unabhängige tadschikische Medienorganisation <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20200615/mi-otkrivaemsya-v-tadzhikistane-zavershilsya-rezhim-izolyatsii-dlya-sferi-obsluzhivaniya">Asia-Plus</a> berichtet, ist es Cafés, Restaurants, Geschäften und Hotels nun erlaubt, Gäste zu empfangen, sofern sie desinfiziert werden und physische Distanz eingehalten wird. Ein willkommener frischer Wind in einem Land, in dem die Wirtschaftskrise mit der Gesundheitskrise verflochten ist: Nach Prognosen der Weltbank, die <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20200609/vsemirnii-bank-predskazal-uzbekistanu-unikalnii-dlya-regiona-ekonomicheskii-rost-v-2020-godu">von Asia-Plus</a> zitiert werden, dürfte Tadschikistans Wirtschaft bereits in diesem Jahr in eine Rezession geraten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Turkmenistan leugnet weiterhin</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Offiziell gibt es noch immer keine Fälle von Covid-19 in Turkmenistan, doch die Krankenhäuser des Landes seien mit Patienten mit Covid-19-Symptomen überfüllt, und das medizinische Personal arbeite in Vollschutzanzügen, berichtet <a href="https://rus.azathabar.com/a/30666845.html">Radio Azatlyk</a>, der turkmenische Zweig des amerikanischen Medienunternehmens Radio Free Europe.</p>
<p style="text-align: justify;">Laut Mitarbeitern des turkmenischen Gesundheitssektors, die anonym von Radio Azatlyk interviewt wurden, gebe es bereits viele Fälle von Covid-19, darunter auch tödliche Fälle. Demnach sei es verboten, die charakteristischen Symptome und durch Covid-19 verursachte Todesfälle zu erfassen. Dieser Mangel an Transparenz auf Seiten des turkmenischen Staates veranlasste die Bewertungsgruppe <a href="http://analytics.dkv.global/covid-regional-assessment-200-regions/full-report.pdf">Deep Knowledge</a> dazu, Turkmenistan hinsichtlich des Coronavirus-Risikos als das gefährlichste Land in Zentralasien einzustufen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify;">Generell bezweifeln internationale Beobachter die Zuverlässigkeit der turkmenischen Daten. Der bevorstehende Besuch einer Inspektionsmission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte etwas Licht in die Situation bringen. Hans Kluge, Direktor des WHO-Büros für Europa und Zentralasien, sagte in einem Interview mit <a href="https://tj.sputniknews.ru/health/20200603/1031350428/WHO-Turkmenistan-vizit.html">Sputnik</a> am 3. Juni, die WHO-Mission nach Turkmenistan werde innerhalb von zwei Wochen stattfinden. Dem im Ausland ansässigen <a href="https://www.hronikatm.com/2020/06/who-visit-preparations/">Chronicles of Turkmenistan</a> zufolge bereite sich Turkmenistan aktiv auf den Besuch vor, indem es neue Ausrüstung in Krankenhäusern in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkmenabat">Türkmenabat</a> platziert und infizierte Personen nach Hause schickt.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Leugnung könnte durch <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/hat-turkmenistan-die-coronavirus-epidemie-wirklich-unter-kontrolle/?noredirect=de_DE">finanzielle Interessen</a> motiviert sein. Die aktuelle Weltkrise, der Rückgang der Ölpreise und die verhängten Lebensmittelbeschränkungen sind allesamt harte Schläge für die turkmenische Wirtschaft. Der Staat versucht somit, die derzeitige Gesundheitssituation zu minimieren, um Eindämmungsmaßnahmen zu vermeiden. Dies ermöglicht es, die nationale Wirtschaft so gut wie möglich zu erhalten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/hat-turkmenistan-die-coronavirus-epidemie-wirklich-unter-kontrolle/?noredirect=de_DE">Hat Turkmenistan die Coronavirus-Epidemie wirklich unter Kontrolle?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Gleichzeitig organisiert das Land weiterhin Massenveranstaltungen, wodurch die Bevölkerung zunehmend der Ansteckungsgefahr ausgesetzt ist. Am 3. Juni wurde in Turkmenistan die dritte Auflage des Weltfahrradtags mit großem Pomp und Umstand gefeiert, ohne jegliche Schutzmaßnahmen. Zu diesem Anlass zogen mehr als 7.500 Menschen auf einer 12 Kilometer langen Strecke zwischen dem Fuße des Köpetdag-Gebirges, das südlich der Hauptstadt liegt, und dem zentralen Platz der Stadt umher.</p>
<p style="text-align: justify;">Gleichzeitig zeigt das Land um eine verstärkte internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Coronavirus. Nach Angaben der aserbaidschanischen Mediums <a href="https://www.trend.az/casia/turkmenistan/3254930.html">Trend.az</a> fanden am 12. Juni Online-Gespräche zwischen den Außenministern der zentralasiatischen Länder und dem Hohen Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Josep_Borrell">Josep Borrell i Fontelles</a>, statt. Die Parteien erörterten die Konsolidierung der Bemühungen zur Bekämpfung der Ausbreitung der Coronavirus-Infektion sowie die Aussichten für eine Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und den Ländern der Region.</p>
<p style="text-align: justify;">Aschgabat bereitet sich auch auf <a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/les-frontieres-turkmenes-se-preparent-a-une-possible-reouverture/">die Wiederöffnung</a> vor, mit dem Bau von Quarantänezentren an seinen Grenzen zu Usbekistan, Afghanistan und Iran. Letzteres Land scheint in diesem Punkt ein privilegierter Partner zu sein, denn am 8. Juni wurde eine Brücke zwischen den beiden Staaten eingeweiht. Es wird erwartet, dass die Grenzen zwischen den beiden Nachbarn bald wieder geöffnet werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Turkmenistan beteiligt sich laut <a href="https://rus.azathabar.com/a/30668967.html">Radio Azatlyk</a> auch am Bau eines Zentrums für den Nachweis von Coronavirusinfektionen in Afghanistan. Es wird berichtet, dass dem Coronavirus-Forschungszentrum ein separates Gebäude zugewiesen wurde. Coronavirus-infizierte Patienten können in allen Teilen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Faryab">Provinz Faryab</a> und ihrer zentralen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Maimana">Stadt Maimana</a> im Nordwesten Afghanistans untersucht werden.</p>
<p style="text-align: right;"><b>Florian Coppenrath<br />
Redaktionsleiter, Novastan</b><b><br />
</b></p>
<p style="text-align: right;"><b>Quentin Couvreur</b><b><br />
</b><b>Journalist für Novastan</b></p>
<p style="text-align: right;"><b>Tanguy Martignolles<br />
</b><b>Journalist für Novastan</b></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Alle zentralasiatischen Präsidenten bei der Siegesparade in Moskau</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tmartignolles]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2020 05:20:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die zentralasiatischen Pr&#xE4;sidenten wurden zu der am 24. Juni geplanten Siegesparade in Moskau eingeladen. Anl&#xE4;sslich des 75. Jahrestags des Sieges &#xFC;ber die Nationalsozialisten soll den L&#xE4;ndern Zentralasiens ein wichtiger Platz einger&#xE4;umt werden, als Symbol ihrer gegenw&#xE4;rtigen politischen Ann&#xE4;herung mit Russland. Am 10. Juni best&#xE4;tigte der Pressesekret&#xE4;r des russischen Pr&#xE4;sidenten, Dmitri Peskow, dass alle f&#xFC;nf L&#xE4;nder [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die zentralasiatischen Präsidenten wurden zu der am 24. Juni geplanten Siegesparade in Moskau eingeladen. Anlässlich des 75. Jahrestags des Sieges über die Nationalsozialisten soll den Ländern Zentralasiens ein wichtiger Platz eingeräumt werden, als Symbol ihrer gegenwärtigen politischen Annäherung mit Russland.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Am 10. Juni bestätigte der Pressesekretär des russischen Präsidenten, <a href="https://www.dekoder.org/de/gnose/dimitri-peskow">Dmitri Peskow</a>, dass alle fünf Länder Zentralasiens bei der Moskauer Parade anlässlich des 75. Jahrestages des Sieges über die Nationalsozialisten vertreten sein werden: „<em>Wir haben die Bestätigung von Kasachstan, Kirgistan, Moldawien, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan; auch Serbien, Kroatien, Abchasien und Südossetien haben ihre Teilnahme bestätigt</em>“, erklärte er <a href="https://ria.ru/20200610/1572740254.html">laut Ria.ru</a>.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Insgesamt 12 ausländische Staats- und Regierungschefs haben bereits ihren Besuch der Zeremonie bestätigt, so der russische Außenminister <a href="https://www.dekoder.org/de/gnose/sergej-lawrow-aussenminister-russland">Sergej Lawrow</a>, zitiert von der Presseagentur <a href="https://tass.ru/obschestvo/8707149">Tass</a>. Die endgültige Zahl der vertretenen Länder ist noch nicht bekannt. Eine Reihe weiterer Führungspersönlichkeiten haben eine Einladung erhalten, und eine Bestätigung von ihnen wird „jeden Tag“ erwartet, sagte Peskow.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine lang erwartete Parade </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Parade zum 75. „<a href="https://www.dekoder.org/de/gnose/tag-des-sieges">Tag des Sieges</a>“, so der russische Name des Feiertags, sollte in den meisten ehemaligen Sowjetrepubliken ein besonderes Ereignis werden. Die normalerweise am 9. Mai gefeierte Parade wurde jedoch in den meisten Ländern wegen der Covid-19 Pandemie abgesagt.</p>
<p style="text-align: justify">Nur <a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/le-turkmenistan-organise-un-defile-militaire-pour-celebrer-la-fin-de-la-seconde-guerre-mondiale-une-premiere-depuis-1991/">Turkmenistan</a> und <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/belarus-militaerparade-105.html">Belarus</a> haben beschlossen, den ursprünglichen Termin beizubehalten. Das Ereignis war in Turkmenistan besonders wichtig, weil es die erste Siegesparade war, die das Land seit seiner Unabhängigkeit organisiert hat.</p>
<p style="text-align: justify">Auch in Russland war die Parade verschoben worden. Am 26. Mai ordnete der Präsident <a href="https://putin.dekoder.org/person">Wladimir Putin</a> die Vorbereitung für den 24. Juni an, berichtete <a href="https://uz.sputniknews.ru/politics/20200601/14264891/Emomali-Rakhmon-priedet-na-parad-Pobedy-v-Moskvu.html">das russische Auslandsmedium Sputnik</a>. Das neue Datum entspricht dem Jahrestag der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Moskauer_Siegesparade_von_1945">Parade auf dem Roten Platz</a> im Jahr 1945.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Besonders symbolische Einladungen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Sehr bald nachdem die Paraden verschoben wurden, rief Putin persönlich mehrere politische Vertreter der zentralasiatischen Länder an. Diese Aktion veranschaulicht die seit mehreren Jahren laufende Annäherung zwischen Moskau und den Ländern Zentralasiens.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-und-russland-verwischen-grenzen/">Kasachstan und Russland verwischen die Grenzen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Der kasachstanische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> und Putin führten am 26. Mai ein <a href="https://www.akorda.kz/ru/events/international_community/phone_calls/telefonnyi-razgovor-s-prezidentom-rossiiskoi-federacii-vladimirom-putinym-39">Telefongespräch</a>, in dem die Parteien unter anderem die epidemiologische Situation und aktuelle Fragen der bilateralen Zusammenarbeit innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion erörterten. Am Ende des Gesprächs lud Putin den Präsidenten Kasachstans ein, als Ehrengast an der Siegesparade teilzunehmen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das Coronavirus befällt die kirgisische Delegation</strong></p>
<p style="text-align: justify">Streitkräfte aus mehreren eingeladenen Ländern werden in Moskau an der Seite des russischen Militärs marschieren. Dazu gehören Serbien, Belarus und Kirgistan. Am 28. Mai nahm der kirgisische Präsident <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/dscheenbekow-und-seine-familie-das-ist-uber-den-zukunftigen-prasidenten-bekannt/?noredirect=de_DE">Sooronbai Dscheenbekow</a> die Einladung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Parade an. Der russische Verteidigungsminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Kuschugetowitsch_Schoigu">Sergej Schoigu</a> lud daraufhin die Nationalgarde der kirgisischen Streitkräfte zum Marsch auf den Roten Platz ein, so <a href="https://fergana.site/news/118794/">Fergana News</a>.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Bei einer medizinischen Untersuchung vor dem Flug nach Moskau wurden jedoch zehn Soldaten der kirgisischen Nationalgarde positiv auf das Coronavirus getestet, berichtet die kirgisische Onlinezeitung <a href="https://kaktus.media/doc/414946_boycy_nacgvardii_kyrgyzstana_zarazilis_covid_19._na_parad_pobedy_poedyt_drygie.html">Kaktus</a>. Um keine gesundheitlichen Risiken einzugehen, wurde die kirgisische Nationalgarde vollständig ersetzt. Ein Reserveparadeteam, bestehend aus 79 weiteren Soldaten, wird als Ersatz entsandt.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Tanguy Martignolles </strong><br />
<strong>Journalist für Novastan </strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Florian Coppenrath</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Kasachstan: Vier Tote bei Unfall in petrochemischer Fabrik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tmartignolles]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2020 05:47:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Aqtóbe]]></category>
		<category><![CDATA[Chemie]]></category>
		<category><![CDATA[Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Unfall]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vier Mitarbeiter einer petrochemischen Fabrik in der Region Aqt&#xF3;be sind bei einem Unfall get&#xF6;tet worden. Drei leitende Angestellte der Fabrik wurden wegen Verletzung der Arbeitsschutzvorschriften festgenommen. Vier Arbeiter der petrochemischen Anlage AZHS in der im Westen Kasachstans gelegenen Region Aqt&#xF3;be sind am 28. Mai bei einem Unfall an ihrem Arbeitsplatz get&#xF6;tet worden. Der Unfall ereignete [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Vier Mitarbeiter einer petrochemischen Fabrik in der Region Aqtóbe sind bei einem Unfall getötet worden. Drei leitende Angestellte der Fabrik wurden wegen Verletzung der Arbeitsschutzvorschriften festgenommen.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Vier Arbeiter der petrochemischen Anlage AZHS in der im Westen Kasachstans gelegenen Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be_%28Gebiet%29">Aqtóbe</a> sind am 28. Mai bei einem Unfall an ihrem Arbeitsplatz getötet worden. Der Unfall ereignete sich am frühen Morgen in der Werkstatt Nr. 4. Die Polizei erhielt jedoch erst um 13:20 Uhr Ortszeit den ersten Alarm, berichtet das auf Zentralasien spezialisierte, russische Nachrichtenportal <a href="https://fergana.media/news/118588/">Fergana News</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Das kasachstanische Nachrichtenportal <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/tragediya-zavode-aktobe-zaderjanyi-nachalniki-otdela-tseha-404104/">Tengrinews</a> berichtet mit Verweis auf die Strafverfolgungsbehörden, dass die vier Arbeiter während einer Reinigungsaktion ein technisches Problem in einem 50-Kubikmeter-Tank fanden, welcher zuvor <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hydroxyl">Hydroxyl</a> enthielt. Sie stiegen dann in den besagten Behälter und wurden einige Zeit später tot aufgefunden. Todesursache sollen chemische Verbrennungen und Vergiftungen gewesen sein.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Eine Untersuchung zur Klärung der Ursachen dieses Unfalls wurde sofort eingeleitet. Es scheint, dass die vier Opfer dazu gebracht worden wären, die Sicherheitsvorschriften zu verletzen. Zwei weitere Menschen, die bei demselben Unfall verletzt wurden, kamen laut einem Bericht des regionalen Nachrichtenportals <a href="https://avestnik.kz/vzyaty-pod-strazhu/">Aktjubinskij Vestnik</a> auf die Intensivstation. Sie sind die einzigen zwei Zeugen der Tragödie.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das Unternehmen bezieht Stellung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wie <a href="https://fergana.site/news/118696/">Fergana News</a> berichtet, wurde die Fabrik 1957 gebaut und beschäftigt derzeit mehr als 2.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen produziert verschiedene chemische Verbindungen, die in der Textil -, Chemie -, Pharmazie -, Leder- und Pelzindustrie sowie im Maschinenbau, Instrumentenbau und bei der Pyrotechnik weit verbreitet sind.</p>
<p style="text-align: justify">Vertreter des Unternehmens behaupten, dass die Reinigung der Tanks ein regelmäßiges und einfaches Verfahren wäre. Die Mitarbeiter der Werkstatt, in der sich der Vorfall ereignete, gelten nach Angaben von <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/tragediya-zavode-aktobe-zaderjan-brat-odnogo-pogibshih-403903/">Tengrinews</a> als erfahren, sachkundig und sich strikt an die Disziplin haltend.</p>
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<p style="text-align: justify"><em>„Fakt ist, dass die Arbeiter nicht erst gestern hier angefangen haben. Die Mitarbeiter haben Anweisungen und sie sind mit persönlicher Schutzausrüstung und Arbeitskleidung ausgestattet&#8220;</em>, <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/tragediya-zavode-aktobe-zaderjan-brat-odnogo-pogibshih-403903/">kommentierte</a> Alexander Asyka, Leiter der Produktionsabteilung von AZHS, den Vorfall.</p>
<p style="text-align: justify">Die Fabrik hat sich unter anderem verpflichtet, die Beerdigung der Opfer mitzufinanzieren. <em>&#8222;Die Anlage bietet finanzielle Unterstützung für die Organisation der Beerdigung. Alle fälligen Zahlungen werden ebenfalls geleistet. Darüber hinaus stellen wir 200.000 Tenge (445 Euro) für die Versorgung der Verletzten, die sich jetzt im Krankenhaus befinden, zur Verfügung&#8220;</em>, <a href="https://fergana.site/news/118696/">erklärte</a> Alexei Himich, der Direktor von AZHS.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Drei leitende Angestellte festgenommen</strong></p>
<p style="text-align: justify"><a href="https://fergana.site/news/118696/">Fergana News</a> berichtet mit Verweis auf die lokalen Behörden, dass der Leiter der Anlage, der Abteilungsleiter sowie der Chef der 4. Werkstatt nach dem Unfall in Untersuchungshaft genommen wurden. Ihre Namen sind nicht bekannt. Darüber hinaus wurden alle Unterlagen in Bezug auf die Sicherheitsvorschriften beschlagnahmt.</p>
<p style="text-align: justify">Gegen die Festgenommenen wurde ein Strafverfahren gemäß Artikel 156 Absatz 4 des Strafgesetzbuches der Republik Kasachstan eingeleitet (&#8222;Verletzung der Arbeitsschutzvorschriften, die zum Tod von zwei oder mehr Personen führt&#8220;). Laut dem russischen Auslandsmedium <a href="https://ru.sputniknews.kz/incidents/20200601/14132564/Tri-cheloveka-zaderzhali-iz-za-gibeli-rabochikh-na-zavode-v-Aktobe.html">Sputnik</a> drohen den drei Verantwortlichen bis zu sieben Jahre Berufsverbot oder sogar eine Freiheitsstrafe.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Tanguy Martignolles, Redakteur für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Robin Roth</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Kaspisches Meer: Niedrigster Wasserstand seit 30 Jahren gemessen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tmartignolles]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2020 16:02:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Kaspisches Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>J&#xFC;ngsten Messungen zufolge ist der schon seit mehreren Jahren r&#xFC;ckl&#xE4;ufige Wasserstand des Kaspischen Meeres im vergangenen Jahr weiter gesunken. Dies wirft die Frage auf, ob das Kaspische Meer in naher Zukunft dasselbe Schicksal teilen wird wie der zu trauriger Ber&#xFC;hmtheit gelangte Aralsee. Die Pr&#xE4;sidentin des Nationalen Zentrums f&#xFC;r die Erforschung des Kaspischen Meeres Masume Bani [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Jüngsten Messungen zufolge ist der schon seit mehreren Jahren rückläufige Wasserstand des Kaspischen Meeres im vergangenen Jahr weiter gesunken. Dies wirft die Frage auf, ob das Kaspische Meer in naher Zukunft dasselbe Schicksal teilen wird wie der zu trauriger Berühmtheit gelangte Aralsee.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Präsidentin des Nationalen Zentrums für die Erforschung des Kaspischen Meeres Masume Bani Hashemi hat am 18. Mai mitgeteilt, dass der Wasserstand des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspisches_Meer">Kaspischen Meeres</a> zwischen 2018 und 2019 um 13 Zentimeter gesunken ist. Dies berichtet die iranische <a href="https://ru.irna.ir/news/83792405/%D0%A3%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B5%D0%BD%D1%8C-%D0%B2%D0%BE%D0%B4%D1%8B-%D0%9A%D0%B0%D1%81%D0%BF%D0%B8%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%BE%D0%B3%D0%BE-%D0%BC%D0%BE%D1%80%D1%8F-%D1%81%D0%BD%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D0%BB%D1%81%D1%8F-%D0%BD%D0%B0-13-%D1%81%D0%BC">Nachrichtenagentur der Islamischen Republik</a> (IRNA). Der Pegel des Kaspischen Meeres, das sich unterhalb des Meeresspiegels befindet und dessen Höhe daher negativ angegeben wird, sei demnach auf -27,18 Meter gefallen.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Der Wasserstand im Kaspischen Meer ist im Jahr 2019 auf den niedrigsten Stand der letzten 30 Jahre gefallen und folgt seit 1995 einem Abwärtstrend&#8220;</em>, teilte Bani Hashemi mit.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Mehrere Gründe für den sinkenden Pegel</strong></p>
<p style="text-align: justify">Laut Bani Hashemi ist dieser Rückgang vor allem auf zurückgehende Abflussmengen in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wolga">Wolga</a> zurückzuführen. Wie die iranische Zeitung <a href="https://www.tehrantimes.com/news/448110/Caspian-Sea-water-level-sinks-to-lowest-in-25-years">Tehran Times</a> berichtet, war die Überschwemmungszeit des Flusses, die normalerweise von Anfang Mai bis Ende Juli dauert, im Jahr 2019 kürzer als sonst. Außerdem lag die Abflussrate unter dem üblichen Durchschnitt. Dies hat erhebliche Auswirkungen, da die Wolga der größte unter den Zuflüssen des Kaspischen Meeres ist. Sie führt ihm durchschnittlich 240 Milliarden Kubikmeter pro Jahr zu, also 80 Prozent der Gesamtmenge des einströmenden Wassers. Andere größere Zuflüsse sind die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kura">Kura</a>, der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ural_(Fluss)">Ural</a>, der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Terek">Terek</a>,  der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sefid_Rud">Sefid Rud</a> und der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Haraz_River">Haraz</a>, aber die jeweils zufließende Wassermenge ist deutlich geringer.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/ich-filme-robben-am-ufer-des-kaspischen-meers-ueber-die-umweltaktivistin-asel-baimuqanova/">„Ich filme Robben am Ufer des Kaspischen Meers“ – Über die Umweltaktivistin Ásel Baımuqanova </a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Der andere Hauptgrund für den zurückgehenden Wasserstand des Kaspischen Meeres ist laut <a href="https://ru.irna.ir/news/83792405/%D0%A3%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B5%D0%BD%D1%8C-%D0%B2%D0%BE%D0%B4%D1%8B-%D0%9A%D0%B0%D1%81%D0%BF%D0%B8%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%BE%D0%B3%D0%BE-%D0%BC%D0%BE%D1%80%D1%8F-%D1%81%D0%BD%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D0%BB%D1%81%D1%8F-%D0%BD%D0%B0-13-%D1%81%D0%BC">IRNA</a> der Anstieg der Durchschnittstemperatur. Nach Angaben des Nationalen Zentrums für die Erforschung des Kaspischen Meeres ist der Anstieg der Temperatur an der Meeresoberfläche in den letzten Jahren zu einem besonders wichtigen Faktor geworden. Im Vergleich zu 2018 lag diese 2019 durchschnittlich um 0,2 °C höher. Wie die <a href="https://www.tehrantimes.com/news/448110/Caspian-Sea-water-level-sinks-to-lowest-in-25-years">Tehran Times</a> berichtet, waren in den letzten zwei Jahren alle Teile des Kaspischen Meeres mit Ausnahme des Nordens von diesem Temperaturanstieg betroffen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Bestätigung früherer Prognosen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die jüngsten Messungen scheinen die Prognosen russischer ExpertInnen zu bestätigen, über die am 14. Mai 2019 in der russischen Tageszeitung <a href="https://rg.ru/2019/05/14/reg-ufo/k-chemu-privedet-snizhenie-urovnia-vody-v-kaspijskom-more.html">Rossijskaja Gazeta</a> berichtet wurde. Diese sagten unter anderem voraus, dass der Wasserstand des Kaspischen Meeres bis Ende 2019 um bis zu 15 Zentimeter sinken werde. Die Realität kommt dem sehr nahe.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Als ökologische und wirtschaftliche Folgen nannten sie unter anderem eine Verringerung der Fischpopulationen, einen Rückgang des Schiffsverkehrs sowie die Bildung von Untiefen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wachsende Sorgen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Schicksal des Kaspischen Meeres ist sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht von entscheidender Bedeutung. Das größte geschlossene Binnengewässer der Welt wird im Nordosten von Kasachstan, im Nordwesten von Russland, im Westen von Aserbaidschan, im Süden vom Iran und im Südosten von Turkmenistan eingerahmt. Es ist daher Gegenstand zahlreicher geopolitischer Fragen. Im August 2018 erhielt es einen rechtlichen Status mit einer Art Verfassung, die in der kasachstanischen Hafenstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtau">Aqtaý</a> von den Anrainerstaaten unterzeichnet wurde.</p>
<p style="text-align: justify">Die Sorgen werden umso größer, je alarmierender die Messungen sind. An manchen Stellen hat sich die Küstenlinie aufgrund des sinkenden Wasserspiegels bereits <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-kaspische-meer-am-scheideweg/?noredirect=de_DE">um 100 Kilometer verschoben</a>. Viele WissenschaftlerInnen sind der Meinung, dass das Kaspische Meer das gleiche Schicksal wie das des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a> ereilen könnte. Laut der überbehördlichen Arbeitsgruppe zur Regulierung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wolga-Kama-Kaskade">Wolga-Kama-Kaskade</a> war der Juni 2019 für die untere Wolga kritisch, da sie den niedrigsten Wasserstand seit mehreren Jahrzehnten verzeichnete.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-kaspische-meer-am-scheideweg/?noredirect=de_DE">Das Kaspische Meer am Scheideweg</a> </strong></p>
<p style="text-align: justify">Satellitenbilder zeigen, dass der Nordosten des Kaspischen Meeres zwischen 2005 und 2018 bereits <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-kaspische-meer-am-scheideweg/?noredirect=de_DE">auf einer Fläche von 5.000 Quadratkilometer</a> ausgetrocknet ist und sich neue Inseln und eine neue Küstenlinie gebildet haben. Darüber hinaus kann ein Sinken des Wasserstandes um mehr als einen Meter zu einem Rückgang der Küstenlinie um 50 Kilometer führen, insbesondere in Kasachstan, wo der Meeresboden flach abfällt und leicht austrocknen kann.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Widersprüchliche Prognosen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Masume Bani Hashemi erwartet, dass der Rückgang des Wasserspiegels im Kaspischen Meer aufgrund des Klimawandels und der Verdunstung des Wassers trotz möglicher jährlicher Schwankungen langfristig anhalten wird.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Elena Ostrowskaja, Direktorin des Kaspischen Meeresforschungszentrums, sieht die Situation hingegen weniger pessimistisch. Ihrer Meinung nach gebe es die Chance, dass der Meeresspiegel auf lange Sicht wieder steigen wird, berichtet <a href="http://casp-geo.ru/uroven-kaspijskogo-morya-ponizilsya-na-13-santimetrov-iranskie-uchyonye/">Kaspijskij Westnik</a>. Es sei jedoch<em> &#8222;noch nicht klar, auf wessen Kosten dies geschehen wird. Faktoren wie Luftfeuchtigkeit oder der erhöhte Wassergehalt des Wolga-Beckens in den kommenden Jahrzehnten können eine Rolle spielen&#8220;</em>, erklärt die Expertin.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Tanguy Martignolles, Redakteur für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Robin Roth</strong></p>
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		<item>
		<title>Das Projekt der Eisenbahnverbindung zwischen Usbekistan, Kirgistan und China wird wiederbelebt</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/das-projekt-der-eisenbahnverbindung-zwischen-usbekistan-kirgistan-und-china-wird-wiederbelebt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[tmartignolles]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 May 2020 10:51:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Eisenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Seidenstraße]]></category>
		<category><![CDATA[Transport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Usbekistan, Kirgistan und China haben erneut Gespr&#xE4;che &#xFC;ber ein Eisenbahnprojekt aufgenommen, das die drei L&#xE4;nder verbinden soll. Das Projekt, das bereits vor mehr als 20 Jahren angedacht wurde, k&#xF6;nnte bald in Angriff genommen werden. Allerdings gibt es noch zahlreiche technische und wirtschaftliche Fragen. Am 20. Mai hat auf Initiative Usbekistans eine Videokonferenz zum Eisenbahnprojekt Usbekistan-Kirgistan-China [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Usbekistan, Kirgistan und China haben erneut Gespräche über ein Eisenbahnprojekt aufgenommen, das die drei Länder verbinden soll. Das Projekt, das bereits vor mehr als 20 Jahren angedacht wurde, könnte bald in Angriff genommen werden. Allerdings gibt es noch zahlreiche technische und wirtschaftliche Fragen.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Am 20. Mai hat auf Initiative Usbekistans eine Videokonferenz zum Eisenbahnprojekt Usbekistan-Kirgistan-China stattgefunden. Wie der <a href="https://mintrans.uz/ru/news/o-zbekiston-qirg-iziston-xitoy-temir-yo-li-qurilishi-masalasi-muhokama-qilindi">Pressedienst</a> des usbekischen Verkehrsministeriums mitteilte, nahmen an der Konferenz Usbekistans Verkehrsminister <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Elyor_Ganiyev">Elyor Ganiyev</a>, der kirgisische Minister für Verkehr und Straßen Dschanat Beischenow und der stellvertretende Generaldirektor der Abteilung für ausländisches Kapital und Investitionen des staatlichen Komitees für Entwicklung und Reform der Volksrepublik China, Zhen Chiping, teil.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">In dem Gespräch vereinbarten die drei Parteien, die Umsetzung des Eisenbahnprojekts zu beschleunigen. Themen waren unter anderem eine Vereinbarung über die vorgeschlagenen Routen, die bei der Planung und Konstruktion verwendeten technischen Standards sowie die Finanzierungsquellen. Diese Aspekte sollen in jeder nationalen Direktion bis zum 31. Mai diskutiert werden, um zu einem gemeinsamen Ergebnis zu gelangen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein Projekt mit langer Vorgeschichte</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Projekt ist nicht neu. Wie das usbekische Nachrichtenportal <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/05/20/project/?utm_source=push&amp;utm_medium=telegram">Gazeta.uz</a> darlegt, wird es vielmehr seit über 20 Jahren diskutiert. Erstmals brachte China in den 1990er Jahren die Idee ein, mittels einer Eisenbahnlinie durch Kirgistan die im Westen Chinas gelegene Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaxgar_(Stadt)">Kaschgar</a> mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Andijon">Andijon</a> im Osten Usbekistans zu verbinden. Die Bahnstrecke sollte auch mit Turkmenistan, dem Kaukasus, der Türkei, dem Iran, dem Nahen Osten und Europa verbunden werden. Im Jahr 1997 wurde ein Protokoll unterzeichnet, welches eine trilaterale Arbeitskommission zwischen China, Kirgistan und Usbekistan einrichtete. Diese legte 2002 eine erste Machbarkeitsstudie vor.</p>
<p style="text-align: justify">Seitdem befand sich das Projekt jedoch in der Schwebe. Mehrere politische Ereignisse, wie die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Regierungswechsel_in_Kirgisistan_2010">Kirgisische Revolution von 2010</a>, aber auch technische und finanzielle Meinungsverschiedenheiten verzögerten die Realisierung des Projekts. Der Austausch wurde von Zeit zu Zeit wieder aufgenommen, jedoch ohne Ergebnisse. Nun haben die drei Parteien jedoch ausdrücklich ihre Bereitschaft bekundet, eine gemeinsame Vereinbarung zu finden und das Projekt endlich umzusetzen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein Projekt mit viel Potenzial</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Potenzial dieses Projekts ist beträchtlich<em>. &#8222;Diese Eisenbahn ist der kürzeste Weg von China in die Länder Europas und des Nahen Ostens. Im Vergleich zu den bestehenden Routen wird die Entfernung um 900 Kilometer reduziert, die Lieferzeit beträgt sieben bis acht Tage&#8220;</em>, erklärte 2019 Eldor Aripov, Direktor des Instituts für strategische und interregionale Studien, gegenüber dem usbekischen Nachrichtenportal <a href="https://podrobno.uz/cat/uzbekistan-i-kitay-klyuchi-ot-budushchego/zheleznaya-doroga-uzbekistan-kyrgyzstan-kitay-eto/">Podrobno.uz</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Die usbekische Seite scheint die Herausforderungen eines solchen Projekts verstanden zu haben. Seit der Machtübernahme von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> im Dezember 2016 hat Usbekistan große wirtschaftliche Veränderungen eingeleitet. Der usbekische Präsident hofft, sein Land zu einem wichtigen Akteur im Transport- und Logistiksektor Zentralasiens zu machen, insbesondere bei der Umsetzung der <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-neue-seidenstrase-ein-stand-der-dinge/?noredirect=de_DE">Neuen Seidenstraße</a>. In diesem Sinne haben die usbekischen Behörden Eisenbahnstrecken in die Nachbarländer Tadschikistan und Turkmenistan saniert beziehungsweise neu errichtet.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-baut-demontierte-bahnstrecke-nach-tadschikistan-wieder-auf/">Usbekistan baut demontierte Bahnstrecke nach Tadschikistan wieder auf</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Elyor Ganiyev betrachtet die Sicherung des Güterverkehrs auf der Schiene <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/coronavirus-in-zentralasien-erste-schritte-aus-der-quarantaene/?noredirect=de_DE">zu Zeiten der gegenwärtigen Pandemie</a> sogar als noch wichtiger wie der <a href="https://mintrans.uz/ru/news/o-zbekiston-qirg-iziston-xitoy-temir-yo-li-qurilishi-masalasi-muhokama-qilindi">Pressedienst</a> des usbekischen Verkehrsministeriums berichtet. <em>&#8222;Aufgrund der Quarantänemaßnahmen ist der Straßenverkehr zwischen unseren Ländern begrenzt. In diesem Zusammenhang bleibt die Eisenbahn die sicherste und zuverlässigste Transportart. Diese Tatsache zeigt die Notwendigkeit einer beschleunigten Umsetzung dieses Projekts&#8220;</em>, erklärte der Minister.</p>
<p style="text-align: justify">China scheint der gleichen Ansicht zu sein. Der Eisenbahnverkehr von China nach Europa hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Nach Angaben der <a href="http://www.crct.com/index.php?m=content&amp;c=index&amp;a=show&amp;catid=19&amp;id=241">China Railway Corporation</a> stieg die Zahl der jährlichen Züge zwischen 2011 und 2018 von 17 auf 6.363. Der Schienenverkehr hat für Spediteure eine Reihe von Vorteilen gegenüber dem Seetransport. Er ist billiger, schnellerer und verläuft regelmäßiger. Die Umsetzung dieses Eisenbahnprojekts würde es ermöglichen, die Neue Seidenstraße erheblich zu erweitern.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kirgistan: das schwächste Glied des Projekts</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Stand des für lange Zeit stagnierenden Projekts hängt nicht unwesentlich von Kirgistan ab. In einer 2019 veröffentlichten <a href="http://center.kg/article/269">Analyse</a> sieht der Ökonom Asamat Akenejew den Willen Kirgistans, die Transportinfrastruktur auszubauen, ohne dies aber konkreter auszuführen. Er zieht vor allem Vergleiche mit Projekten in anderen zentralasiatischen Ländern, insbesondere Usbekistan und Kasachstan, die seit mehreren Jahren versuchen, ihre Eisenbahnstrukturen zu modernisieren.</p>
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<p style="text-align: justify">Kirgistan wiederum habe nicht einen Meter neue Eisenbahnschienen gebaut und verwende weiterhin etwa 400 Kilometer Gleise, die im letzten Jahrhundert noch zu Zeiten der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetunion">UdSSR </a>gebaut wurden, stellt Akenejew fest. Das Streckennetz der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kyrgys_Temir_Dscholu#Streckennetz">Kirgisischen Eisenbahn</a> besteht bis heute nur aus einzelnen, aus dem Ausland kommenden und nicht miteinander verbundenen Stichstrecken.</p>
<p style="text-align: justify">Laut dem Ökonomen müsse Kirgistan handeln und sich stärker an der Realisierung dieses Projekts beteiligen, da sonst die Gefahr bestehe, dass das Projekt ohne das Land verwirklicht werde. <em>&#8222;Aufgrund der Größe des Landes und seiner geografischen Lage ist das Transitpotenzial […] nicht groß genug, um unumgänglich zu sein&#8220;</em>, schreibt Akenejew. Seiner Meinung nach könne das Projekt eine Chance für Kirgistan darstellen, Finanzmittel zu erhalten, um seine Transportlogistik auszubauen und seine Wirtschaft zu beleben.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Tanguy Martignolles, Redakteur für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Robin Roth </strong></p>
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		<title>In Usbekistan werden bald chinesische Autos produziert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tmartignolles]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 May 2020 17:59:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Automobilmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Usbekistans Wirtschaft, die lange einer protektionistischen Politik unterworfen war, internationalisiert sich immer mehr. Als letzte Bastion gegen die Liberalisierung scheint sich die Automobilindustrie langsam zu &#xF6;ffnen, indem sie auf neue Verkaufs- und Produktionsvereinbarungen setzt. Dies verdeutlicht der angek&#xFC;ndigte Bau einer Fabrik zur Herstellung von Autos einer chinesischen Marke. Die nationale Nachrichtenagentur Usbekistans (UzA) hat am [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Usbekistans Wirtschaft, die lange einer protektionistischen Politik unterworfen war, internationalisiert sich immer mehr. Als letzte Bastion gegen die Liberalisierung scheint sich die Automobilindustrie langsam zu öffnen, indem sie auf neue Verkaufs- und Produktionsvereinbarungen setzt. Dies verdeutlicht der angekündigte Bau einer Fabrik zur Herstellung von Autos einer chinesischen Marke.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die nationale Nachrichtenagentur Usbekistans (<a href="http://uza.uz/oz/society/navoiyda-yiliga-30-ming-dona-avtomobil-ishlab-chi-arish-uvva-13-05-2020">UzA</a>) hat am 13. Mai 2020 den Bau einer Fabrik des Joint-Ventures Navoiy Motors angekündigt, die in der freien Wirtschaftszone <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Navoiy">Navoiy</a> in Zentral-Usbekistan entstehen soll. Anders als von UzA behauptet, handelt es sich allerdings nicht um ein usbekisch-iranisches sondern usbekisch-österreichisches Joint-Venture, das Fahrzeuge der Marke Oshan produzieren wird. Oshan gehört zum chinesischen Autohersteller <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chongqing_Changan_Automobile_Company">Changan</a>.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Habib Abdullayev, Direktor der freien Wirtschaftszone von Navoiy, erklärte gegenüber <a href="https://fergana.site/news/118106/">Fergana News</a>, dass das Missverständnis darauf zurückzuführen sei, dass das Unternehmen derzeit von Personen iranischer Staatsangehörigkeit geführt werde.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Bald chinesische Autos auf Usbekistans Straßen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Projekt umfasst mehr als 12 Millionen US-Dollar (etwas mehr als 11 Millionen Euro) und wird laut UzA die Autoindustrie des Landes radikal verändern. Nach Fertigstellung des Werkes ist geplant, dort Oshan-Nutzfahrzeuge zu montieren, die dann auf dem usbekischen Inlandsmarkt verkauft werden. <em>„Der Inlandsmarkt braucht eine Versorgung mit Personenkraftwagen, wie modernen SUVs, Lieferwagen, Minivans“</em>, sagte Afshin Shakeri, Cheftechnologe des Unternehmens, gegenüber <a href="http://uza.uz/oz/society/navoiyda-yiliga-30-ming-dona-avtomobil-ishlab-chi-arish-uvva-13-05-2020">UzA</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Um 25.000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren zu können, werden 200 neue Arbeitsplätze geschaffen, von denen 95 Prozent nach den geltenden nationalen Rechtsvorschriften an usbekische Staatsangehörige vergeben werden, erklärte Habib Abdullayev gegenüber Novastan. Ein Teil dieser Produktion werde auch ins Ausland exportiert. <em>„Mindestens 30 Prozent der Autos werden exportiert, die meisten in die Länder der Region&#8220;</em>, so Abdullayev weiter. Im Moment befindet sich der Bau in der Phase der Zementierungs- und Erdarbeiten. Trotz der aktuellen Covid-19-Pandemie sollen die Bauarbeiten rechtzeitig abgeschlossen werden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/autohersteller-psa-verlaesst-usbekistan-ohne-je-ein-fahrzeug-hergestellt-zu-haben/">Autohersteller PSA verlässt Usbekistan, ohne je ein Fahrzeug hergestellt zu haben </a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Dennoch verzögert sich die Lieferung einiger für den Bau notwendiger Geräte um bis zu zwei Monate, teilte Habib Abdullayev gegenüber Novastan mit, <em>„aber die Österreicher hoffen das aufzuholen, so dass die Chance besteht, dass das Werk noch vor Ende des Jahres eröffnet wird“</em>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die freien Wirtschaftszonen öffnen das Land</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die gewählte Lage des Werks ist strategisch, da es sich in der freien Wirtschaftszone von Navoiy befindet wird. Diese ist die älteste und wichtigste Wirtschaftszone dieser Art in Usbekistan. Sie wurde <a href="http://www.feznavoi.uz/">2008 in der Region Navoiy gegründet</a> und umfasst heute eine Fläche von 645 Hektar mit mehr als 30 Unternehmen. Die Unternehmen in diesem Gebiet profitieren von Zoll- und Steuervorteilen sowie von Mechanismen zur Vereinfachung von Verfahren. Diese Vorteile sind ein Anreiz für in- und ausländische Unternehmen, sich dort niederzulassen. Dadurch entsteht ein echtes Cluster, das reich an Ressourcen und qualifizierten Arbeitskräften ist, die aktiv zur Öffnung des Landes beitragen.</p>
<p style="text-align: justify">Ausländische Investitionen anzuziehen scheint zu einer Priorität der Wirtschaftspolitik Usbekistans geworden zu sein. Die freien Wirtschaftszonen spielen in diesem Prozess der Öffnung eine wichtige Rolle. Das Ziel dieser Gebiete, insbesondere der Wirtschaftszone Navoiy, besteht laut <a href="http://uza.uz/oz/society/navoiyda-yiliga-30-ming-dona-avtomobil-ishlab-chi-arish-uvva-13-05-2020">UzA</a> darin, High-Tech-Unternehmen zu gründen, die internationalen Standards entsprechen, sich auf den Weltmärkten behaupten können und ausländische Investitionen &#8211;  vor allem Direktinvestitionen  &#8211; anziehen. 170 Millionen Dollar (rund 158 Millionen Euro) sollen bereits in die Region Navoiy investiert worden sein, von denen 40 Prozent Direktinvestitionen seien.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein begehrter Markt</strong></p>
<p style="text-align: justify">Neben Changan kündigte auch Volkswagen im März dieses Jahres an, <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/volkswagen-geht-kooperation-mit-usbekischem-autohersteller-ein/?noredirect=de_DE">Autos in Usbekistan produzieren zu wollen</a>. Dies wurde im Rahmen einer Vereinbarung zwischen Uzavtosanoat und Volkswagen Group Rus über die Produktion des Volkswagen Caddy in der freien Wirtschaftszone <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jizzax">Jizzax</a> ermöglicht. Das Produktionsziel wurde auf 20.000 Fahrzeuge pro Jahr festgelegt. Volkswagen wird neue Technologien und Fertigungsprozesse bereitstellen und die Mitarbeiter schulen. Das Werk wird in Bezug auf Produktionsmanagement, Qualität, Einkauf, Beschaffung und Vertrieb nach den Standards des Volkswagen-Konzerns arbeiten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/volkswagen-geht-kooperation-mit-usbekischem-autohersteller-ein/?noredirect=de_DE">Volkswagen geht Kooperation mit usbekischem Autohersteller ein</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Für Changan, Volkswagen und andere ausländische Automobilhersteller stellt Usbekistan ein großes Potenzial dar. Das Land mit mehr als 34 Millionen EinwohnerInnen ist sowohl kostengünstige Produktionsstätte mit qualifizierten ArbeitnehmerInnen als auch ein wachsender Markt. <em>„Der Automobilmarkt Usbekistans entwickelt sich dynamisch und hat ein großes Wachstumspotenzial in allen Segmenten&#8220;</em>, <a href="http://uzavtosanoat.uz/ao-uzavtosanoat-i-folksvagen-grup-rus-podpisali-soglashenie-o-sotrudnichestve-po-vypusku-i-prodazham-legkih-kommercheskih-avtomobiley-v-uzbekistane.html">sagte</a> Markus Osegowitsch, Generaldirektor der Volkswagen Rus Group, im März laut Angaben des Unternehmens Uzavtosanoat.</p>
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<p style="text-align: justify">Der usbekische Automobilsektor, der noch vor kurzem verschlossen war, ist heute immer offener für ausländische Vorschläge. Fahrzeuge des Konzerns UzAuto Motors, der sich im Besitz des usbekischen Staates befindet, beherrschen jedoch nach wie vor den usbekischen Markt. <em>„Die Eröffnung des Werks wird den lokalen Markt beeinflussen, aber auf moderate Weise, da es nur 25.000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren wird, während GM Uzbekistan (ehemaliger Name von UzAuto Motors, Anm. d. Red.) jährlich 250.000 produziert“</em>, berichtet Habib Abdullayev gegenüber Novastan. Auch wenn das Erscheinen ausländischer Konzerne den usbekischen Automarkt nicht abrupt revolutionieren wird, so kann dennoch festgestellt werden, dass eine Erneuerung beginnt, zu der insbesondere Volkswagen und Changan beitragen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Tanguy Martignolles, Redakteur für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Robin Roth</strong></p>
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		<title>Turkmenistan: Proteste gegen Untätigkeit der Regierung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tmartignolles]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 May 2020 08:02:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Lebap]]></category>
		<category><![CDATA[Naturkatastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nachdem Naturkatastrophen die Provinz Lebap im Osten Turkmenistans verw&#xFC;stet hatten, sind im Land angesichts der Unt&#xE4;tigkeit der Regierung Protestbewegungen entstanden. Die Demonstrierenden prangerten die unhaltbaren gesundheitlichen und sozialen Bedingungen an und forderten staatliche Entscheidungen, teilweise sogar R&#xFC;cktritte. Am 13. Mai haben BewohnerInnen eines Stadtbezirks von T&#xFC;rkmenabat, der Hauptstadt der Provinz Lebap im Osten Turkmenistans, auf [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Nachdem Naturkatastrophen die Provinz Lebap im Osten Turkmenistans verwüstet hatten, sind im Land angesichts der Untätigkeit der Regierung Protestbewegungen entstanden. Die Demonstrierenden prangerten die unhaltbaren gesundheitlichen und sozialen Bedingungen an und forderten staatliche Entscheidungen, teilweise sogar Rücktritte.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Am 13. Mai haben BewohnerInnen eines Stadtbezirks von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkmenabat">Türkmenabat</a>, der Hauptstadt der Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lebap_wela%C3%BDaty">Lebap</a> im Osten Turkmenistans, auf der Straße demonstriert &#8211; ein seltenes Ereignis im Land. Mit Verweis auf zwei unterschiedliche Quellen berichtet das turkmenische unabhängige Nachrichtenportal <a href="https://turkmen.news/news/v-turkmenabade-sostoyalsya-protest-zhitelej-odnogo-rajona/">Turkmen News</a>, dass die Demonstrierenden die Untätigkeit der Regierung in Bezug auf die Schäden verurteilt, die durch die jüngsten Naturkatastrophen verursacht wurden. Die Protestbewegung <a href="https://turkmen.news/news/protest-turkmenabat/">soll ausgebrochen sein</a>, weil die BewohnerInnen das Gefühl hatten, von den Behörden vergessen worden zu sein. Die städtischen Dienste hätten die beschädigte Infrastruktur wiederhergerichtet und die Trümmer an den großen zentralen Straßen aufgeräumt, aber die Randgebiete vergessen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Die genaue Anzahl der Teilnehmenden ist nicht bekannt, aber laut <a href="https://turkmen.news/news/protest-turkmenabat/">Turkmen News</a> sollen es etwa tausend gewesen sein. Dies wäre die größte Protestaktion seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1991. Die BewohnerInnen hätten einen Teil einer Straße blockiert, indem sie sich auf den Boden gesetzt hätten, um ihren Forderungen Gehör zu verschaffen. Unter ihnen seien Frauen und Kinder die Mehrheit. <em>&#8222;Männer haben Angst&#8220;</em>, sagte eine der Quellen von <a href="https://turkmen.news/news/protest-turkmenabat/">Turkmen News</a>. <em>&#8222;Männer werden sofort weggebracht, aber Frauen, besonders solche mit Kindern, werden in der Regel nicht angefasst.&#8220;</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine verwüstete und vernachlässigte Region</strong></p>
<p style="text-align: justify">Grund für die landesweite Empörung ist die mangelnde Rücksichtnahme der lokalen und nationalen Behörden auf die Not der Bevölkerung. Die Provinz Lebap wurde am 27. April von einem heftigen Sturm heimgesucht, der zu Wasser-, Gas- und Stromausfällen führte und zahlreiche Gebäude beschädigte. Einige Tage später, am <a href="https://turkmen.news/news/na-lebap-vsled-za-uraganom-obrushilsya-liven/">4. Mai</a>, wurde die Region, die kaum Hilfe von der Regierung erhalten hatte, von starken Regenfällen heimgesucht, was wiederum die Strom- und Gasversorgung in <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Farap">Farab</a>, Türkmenabat und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kerki">Kerki</a> lahmlegte. Laut <a href="http://meteojurnal.ru/pogoda/za-dve-nedeli-maya-v-turkmenabade-vypalo-polovina-godovoj-normy-osadkov/">meteojournal.ru</a> fielen in Türkmenabat in den ersten zwei Mai-Wochen fast die Hälfte der ansonsten für ein ganzes Jahr üblichen Niederschläge.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/ost-turkmenistan-nach-unwettern-stark-verwuestet/">Ost-Turkmenistan nach Unwettern stark verwüstet</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Im Rahmen der Demonstration klagten die AnwohnerInnen unter anderem über den Mangel an Strom, eine nicht funktionierende Kanalisation und die Überflutung zahlreicher Keller in mehrstöckigen Gebäuden. Laut mehreren AnwohnerInnen sind Trinkwasserpumpen außer Betrieb, während die Feuchtigkeit in überfluteten Kellern zur Invasion von Moskitos und anderen Insekten geführt habe, berichtet <a href="https://turkmen.news/news/protest-turkmenabat/">Turkmen News</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Gemäß mehreren <a href="https://turkmen.news/news/v-turkmenabade-sostoyalsya-protest-zhitelej-odnogo-rajona/">Zeugenaussagen</a> ist die Internetverbindung in Türkmenabat seit dem Sturm Ende April sehr instabil. Die AnwohnerInnen glauben, dass dies eine geplante Aktion seitens der Behörden war, damit sie keine Informationen ins Ausland senden und Aktionen innerhalb des Landes koordinieren können. Am Flughafen von Türkmenabat sollen darüber hinaus Kontrollen durchgeführt worden sein, um die Gründe für die Ein- und Ausreise aus der Provinz zu überwachen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Reaktionen der Behörden</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nach dem Protest gingen lokale Beamte auf die Forderungen der Demonstrierenden ein und informierten sie über Unterstützungsmaßnahmen. Laut Berichten des unabhängigen turkmenischen Onlinemediums <a href="https://en.hronikatm.com/2020/05/officials-from-turkmenabats-city-hall-meet-with-residents-outraged-with-failure-of-the-authorities-to-take-action/">Chronicles of Turkmenistan</a> werden nicht privatisierte Häuser auf Kosten der Regierung restauriert. EigentümerInnen von Privathäusern und Wohnungen erhalten Baumaterialien zum Festpreis sowie Darlehen für die Renovierung und Restaurierung.</p>
<p style="text-align: justify">Einige BewohnerInnen scheinen jedoch angesichts der angekündigten Maßnahmen skeptisch zu sein. <em>„Die Ressourcen der Stadtwerke sind ebenfalls begrenzt, es sind nur wenige <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saugwagen">Saugwagen</a> in Betrieb&#8220;</em>, sagte eine Quelle von Turkmen News. Außerdem stellt sie <em>&#8222;einen gravierenden Mangel an Schiefer in der Region&#8220;</em> fest, was insbesondere den Fortschritt bei der Instandsetzung von Dächern behindern könnte.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Unzufriedenheit in der turkmenischen Diaspora</strong></p>
<p style="text-align: justify">Empörung zeigte sich auch im Ausland. Wie <a href="https://en.hronikatm.com/2020/05/turkmen-nationals-organize-an-act-of-protest-in-cyprus/">Chronicles of Turkmenistan</a> berichtete, protestierten am 11. Mai turkmenische Staatsangehörige mit Wohnsitz in Zypern gegen die turkmenischen Behörden. <em>“Wir sind bereit, nach Turkmenistan zu kommen, um unseren Familienmitgliedern zu helfen, die ohne Zuhause, ohne Strom, ohne Kommunikation und ohne Geld sind. Hören Sie uns!&#8220;</em>, sagte eine der Protestierenden. Während der Demonstration wurden mehrere Appelle an Landsleute mit Wohnsitz in anderen Ländern gerichtet, bürgerschaftliches Engagement zu zeigen. Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a> wurde aufgefordert, zurückzutreten.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Einige Tage später, am 15. Mai, <a href="https://en.hronikatm.com/2020/05/turkmen-nationals-hold-a-demonstration-in-turkey/">versammelten sich</a> rund 20 turkmenische Staatsangehörige vor dem Konsulat ihres Landes in der Türkei. Sie prangerten die mangelnde Rücksichtnahme der Behörden, die weit verbreitete Arbeitslosigkeit, niedrige Löhne, Korruption und den Mangel an Primärnahrungsmitteln an.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein Desaster vor dem Hintergrund der Inflation</strong></p>
<p style="text-align: justify">Aufgrund der beiden Naturkatastrophen und des Mangels an staatlicher Hilfe befinden sich viele EinwohnerInnen Turkmenistans in einer unsicheren Situation. Die Inflation und die Nahrungsmittelknappheit, die das Land seit mehreren Monaten durchlebt, verstärken diese Unsicherheit zusätzlich.</p>
<p style="text-align: justify">Für die Ärmsten gibt es in Turkmenistan staatliche Läden, in denen sie Grundnahrungsmittel zu einem Festpreis kaufen können. Allerdings hat die Verwaltung der Provinz Lebap Maßnahmen zur Versorgung der staatlichen Läden verhängt, um den Wiederverkauf dieser Waren auf dem Schwarzmarkt zu stoppen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/der-untergang-des-zweiten-kuweit-ernaehrungskrise-in-turkmenistan/">Der Untergang des zweiten Kuwait: Ernährungskrise in Turkmenistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Laut Angaben von <a href="https://www.hronikatm.com/2020/05/rations-decreased/">Chronicles of Turkmenistan</a> können zum Beispiel in Türkmenabat pro Monat nur zwei statt normalerweise fünf Kilogramm Mehl pro Person erstanden werden, im Falle von Pflanzenöl sind es nur zwei Liter pro Monat. Diese Maßnahmen gewährleisten zwar einerseits den Zugang zu Grundnahrungsmitteln für Bedürftige, schränken jedoch andererseits deren Einkäufe ein, da private Geschäfte für sie nahezu unbezahlbar sind. Eine solche Rationierung könnte ihre Situation also noch verschlimmern.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Tanguy Martignolles, Redakteurin für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Robin Roth</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Coronavirus in Zentralasien: Erste Schritte aus der Quarantäne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tmartignolles]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 May 2020 06:23:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zentralasien n&#xE4;hert sich der Marke von 10.000 Coronavirus-F&#xE4;llen, wovon gut die H&#xE4;lfte sich in Kasachstan konzentriert. Die Ausbreitung der Epidemie verlangsamt sich jedoch in drei der vier betroffenen L&#xE4;nder, die allm&#xE4;hlich den Weg aus der Quarant&#xE4;ne suchen. Wie in vielen Teilen der Welt steht auch in Zentralasien die Entsch&#xE4;rfung der Quarant&#xE4;nema&#xDF;nahmen auf der Tagesordnung. Da [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Zentralasien nähert sich der Marke von 10.000 Coronavirus-Fällen, wovon gut die Hälfte sich in Kasachstan konzentriert. Die Ausbreitung der Epidemie verlangsamt sich jedoch in drei der vier betroffenen Länder, die allmählich den Weg aus der Quarantäne suchen. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wie in vielen Teilen der Welt steht auch in Zentralasien die Entschärfung der Quarantänemaßnahmen auf der Tagesordnung. Da sich die epidemiologische Situation in Kasachstan, Kirgistan und Usbekistan stabilisiert zu haben scheint, gehen die Regierungen eine Alarmstufe herunter und leiten eine schrittweise Wiederaufnahme der Wirtschaftstätigkeit ein. Die Erholung ist jedoch fragil, da viele Haushalte bereits von der Krise hart getroffen wurden.</p>
<p style="text-align: justify;">Nur Tadschikistan, das einen Ausbruch der Epidemie erst <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-meldet-erste-faelle-von-covid-19/?noredirect=de_DE">sehr spät anerkannt</a> hat, befindet sich mitten in einer Gesundheitskrise, während Turkmenistan noch immer keine Fälle registriert. Unser Überblick, Land für Land.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kasachstan beendet zweimonatigen Ausnahmezustand </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Kasachstan hat mit <a href="https://www.coronavirus2020.kz/">5.417 Infektionen</a> und 32 Todesfällen (Stand 13. Mai) die bei weitem höchste Zahl von Coronavirus-Fällen in Zentralasien. Etwa zwei Drittel der Fälle konzentrieren sich auf die drei wichtigsten Städte des Landes, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a>, <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-hauptstadt-wird-in-nursultan-umbenannt/">Nur-Sultan</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schymkent">Shymkent</a>. Die Infektionskurve verlangsamt sich jedoch allmählich, und die Zahl der Genesungen nimmt zu, was zu einem Rückgang der aktiven Covid-19-Fälle führt.</p>
<p style="text-align: justify;">„<em>Die Einhaltung der Quarantänebedingungen hat es uns ermöglicht, die epidemiologische Situation zu stabilisieren. Vor diesem Hintergrund müssen die Quarantänemaßnahmen nun schrittweise abgeschwächt werden. Nach und nach müssen wir zu einem normalen und ruhigen Leben zurückkehren</em>“, erklärte die nationale Chefärztin Aıjan Esmaǵambetova Anfang Mai laut dem kasachstanischen Online-Medium <a href="https://vlast.kz/novosti/39316-epidemiologiceskaa-situacia-v-kazahstane-stabilizirovalas-esmagambetova.html">Vlast.kz</a>. Am <a href="https://vlast.kz/novosti/39459-v-kazahstane-zaversilos-dejstvie-rezima-cp.html?utm_source=popular_pages&amp;utm_medium=novosti">11. Mai</a> hob Kasachstans Präsident <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-baut-praesident-toqaev-seine-macht-aus/">Qasym-Jomart Toqaev</a> den am 16. März eingeführten und zweimal verlängerten Ausnahmezustand auf.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify;">Wie der Präsident <a href="http://www.akorda.kz/ru/speeches/internal_political_affairs/in_speeches_and_addresses/vystuplenie-glavy-gosudarstva-na-zaklyuchitelnom-zasedanii-gosudarstvennoi-komissii-po-chrezvychainomu-polozheniyu">in seiner Rede</a> zur Aufhebung des Ausnahmezustands angedeutet hat, können so mehr als eine Million kasachstanischer Bürger wieder arbeiten, während bestimmte Geschäfte, Schönheitssalons und Bildungszentren ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Darüber hinaus werden einige <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/nazvanyi-goroda-kazahstana-kuda-vnov-nachnut-letat-samoletyi-401776/">inländische Fluglinien</a> wiedereröffnet. „<em>Im täglichen Leben ist es unerlässlich, die Vorsichtsmaßnahmen strikt einzuhalten. Soziale Distanzierung und das Tragen von Masken an öffentlichen Orten muss zur Norm werden</em>“, warnte Toqaev jedoch.</p>
<p style="text-align: justify;">Da die Epidemie noch lange nicht vorbei ist, bleiben Quarantänemaßnahmen <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/rejim-chp-zavershilsya-v-kazahstane-no-karantin-ne-snyali-401699/">in Kraft</a>, insbesondere in Almaty und der Hauptstadt Nur-Sultan. So ist die Mobilität zwischen den Regionen nach wie vor eingeschränkt, die öffentlichen Verkehrsmittel werden nur zur Hälfte ausgelastet und die Bürger können in Gruppen von höchstens drei Personen ausgehen, so die <a href="http://www.akorda.kz/ru/speeches/internal_political_affairs/in_speeches_and_addresses/vystuplenie-glavy-gosudarstva-na-zaklyuchitelnom-zasedanii-gosudarstvennoi-komissii-po-chrezvychainomu-polozheniyu">Ankündigungen</a> des Präsidenten. <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/usloviya-oslableniya-karantina-nazvala-glavnyiy-sanvrach-401928/">Laut Kasachstans Chefärztin Esmaǵambetova</a> hänge eine schrittweise Aufhebung der Quarantänemaßnahmen von der Verlangsamung der Neuinfektionen ab.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-pocken-in-kasachstan-1971-wie-eine-epidemie-verhindert-wurde/">Die Pocken in Kasachstan 1971 &#8211; Wie eine Epidemie verhindert wurde</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Für viele Familien sind die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise verheerend. Laut <a href="https://rus.azattyq.org/a/kazakhstan-coronavirus-quarantine-socium/30607037.html">Radio Azattyq</a>, dem kasachischen Zweig des amerikanischen Mediums Radio Free Europe, können es sich viele nicht mehr leisten, ihre Miete oder die Ausbildung ihrer Kinder zu bezahlen. Gegenüber Radio Azattyq erklärte die Soziologin Aıman Jusupova, dass  nur 15 Prozent der Bevölkerung Ersparnisse angesammelt haben. „<em>In unserem Land bezahlen die meisten Menschen ihre täglichen Ausgaben aus ihrem Einkommen. Die Löhne sind so niedrig, dass sie für morgen nichts gespart haben</em>“, sagt Jusupova. So erhielten nach Angaben des <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/enbek/press/news/details/bolee-2-mln-chelovek-poluchili-vtoruyu-vyplatu-42-500-tenge?lang=ru">Ministeriums für Arbeit und Sozialschutz</a> 4,5 Millionen Menschen, also ein Viertel der Bevölkerung, die 42.500 Tenge (etwa 92 Euro) an Sozialhilfe, die von der Regierung während der Krise bereitgestellt wurden.</p>
<p><iframe src="https://selfcontrol.carto.com/viz/6bece7c2-efcd-446e-af85-f8102b299ab9/embed_map" width="100%" height="520" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Die Krise ist also noch lange nicht vorbei, zumal Kasachstan nach Angaben des <a href="https://vlast.kz/novosti/39423-kazahstan-ozidaet-vtoroj-volny-koronavirusa-osenu.html">von Vlast.kz zitierten</a> Direktors des nationalen Gesundheitszentrums Damir Kóbjasarov im Herbst eine zweite Welle der Epidemie erwartet, zeitgleich mit der üblichen Grippeepidemie. <em>„Wir dürfen uns nicht zu sehr entspannen. Die gesamte Bevölkerung muss sich daran erinnern, dass das Virus da ist, es ist nicht eliminiert“</em>, warnte Kóbjasarov.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kirgistan geht in kleinen Schritten aus der Quarantäne</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Kirgistan hatte früh besonders <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/coronavirus-zentralasien-im-krisenmodus/?noredirect=de_DE">strenge Quarantänemaßnahmen</a> eingeführt, sodass sich die Zahl der registrierten Infektionen moderat entwickelte. Fast zwei Monate nach den ersten Fällen zählt das Land am 13. Mai <a href="https://covid.kg/">1 044 Fälle</a>, darunter 12 Todesfälle. Während die Zahl der Genesungen zunimmt, geht die Zahl der aktiven Infektionen leicht zurück. Laut dem stellvertretenden Gesundheitsminister Nurbolot Usenbajew, zitiert vom <a href="https://kloop.kg/blog/2020/05/12/nablyudaetsya-tendentsiya-k-snizheniyu-zabolevaemosti-koronavirusnoj-infektsiej-minzdrav/">kirgisischen Online-Medium Kloop.kg</a>, wurde der Höhepunkt der Epidemie in der ersten Aprilhälfte, eine gute Woche früher als erwartet, erreicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Beunruhigend ist jedoch, dass fast ein Viertel der Infektionen <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-ein-fuenftel-der-coronavirus-infektionen-gehoeren-zum-medizinischen-personal/?noredirect=de_DE">medizinisches Personal</a> trifft, ein Indikator für <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/es-mangelt-an-allem-amir-talipow-zum-gesundheitswesen-in-kirgistan/">die Schwächen</a> des Gesundheitssystems, das bei einer Zunahme der Epidemie schnell an seine Grenzen stoßen würde. Verschiedene Experten, die von den kirgisischen <a href="https://kaktus.media/doc/412761_pochemy_v_infekcionnoy_bolnice_lish_odin_zarajennyy_medik_a_v_drygih_massa._mneniia.html">Medium Kaktus.kg</a> zitiert werden, weisen auf einen Mangel an Ausrüstung, Krankenhäuser, die schlecht für die epidemiologische Kontrolle geeignet sind, und eine mangelnde Vorbereitung des Personals hin.</p>
<p style="text-align: justify;">Seit Anfang Mai hat Kirgistan auch mit der schrittweisen Aufhebung der Quarantäne in besonders betroffenen Gebieten begonnen, insbesondere in der Hauptstadt Bischkek und in <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-grenzstadt-osch/?noredirect=de_DE">Osch</a>, der zweitgrößten Stadt des Landes. Seit dem 1. Mai haben bestimmte Wirtschaftssektoren ihre Aktivitäten wieder aufgenommen, darunter der Bausektor, der Automobilsektor und die Taxidienste, wie <a href="https://rus.azattyk.org/a/30587909.html">Radio Azattyk</a>, dem kirgisischen Zweig von Radio Free Europe, berichtet. Alle Kontrollpunkte innerhalb der Städte wurden entfernt. In Bischkek konnten 120.000 Menschen wieder eine Arbeit aufnehmen.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ramadan-in-quarantaene-in-kirgistan/">Kirgistan &#8211; Ramadan in Quarantäne</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die zweite Phase begann am 11. Mai mit der <a href="https://www.gov.kg/ru/post/s/premer-ministr-mukhammedkalyy-abylgaziev-soblyudenie-rezhima-chrezvychaynoy-situatsii-trebuet-osoboy-otvetstvennosti-ot-kazhdogo-kyrgyzstantsa">Aufhebung des Ausnahmezustands</a> in allen betroffenen Gebieten und der Wiederaufnahme der Arbeit in neuen Bereichen, insbesondere im Dienstleistungssektor. Das Land geht eine Alarmstufe herunter und befindet sich nun in einer Notsituation, in der viele Quarantänebestimmungen bestehen bleiben. Zum Beispiel ist die Mobilität zwischen den Regionen immer noch durch Kontrollpunkte eingeschränkt, während sich Bürger in Quarantänegebieten nur nach Vorlage einer „Wegbeschreibung“ oder einer Arbeitgebererklärung bewegen können, berichtet <a href="https://kloop.kg/blog/2020/05/10/rezhim-chp-i-komendantskij-chas-snimut-rezhim-chs-i-karantin-ostanutsya/">Kloop.kg</a>. Auch die Inbetriebnahme öffentlicher Verkehrsmittel wurde aus Angst vor einer neuen Infektionswelle verschoben.</p>
<p style="text-align: justify;">Theoretisch hat sich für die Bürger in Quarantänezonen wenig geändert, aber das öffentliche Leben dort hat sich seit Anfang des Monats deutlich intensiviert. Die Kritik wächst auch an den Behörden, denen teils widersprüchliche Aussagen und unnötige administrative Schwierigkeiten vorgeworfen werden, wie bei den notwendigen Bescheinigungen, um zur Arbeit zu können. Die Oppositionsabgeordnete Natalja Nikitenko sagte in einem Interview mit dem <a href="https://kaktus.media/doc/412804_natalia_nikitenko:_vlasti_igraut_v_igry_kak_maksimalno_yslojnit_jizn_ludey.html">Online-Medium Kaktus</a> ironisch: „<em>Manchmal scheint es, dass die Regierung und der Nationalstab [für den Kampf gegen das Coronavirus] ein Spiel spielen, namens &#8218;Wie man das Leben so schwierig wie möglich macht und Leute in die Irre treibt‘. Ich frage mich, was der Preis in diesem Spiel ist. Ein guter Posten?</em>“.</p>
<p style="text-align: justify;">Während die Möglichkeit, bestimmte Rechte im Falle einer Quarantäne einzuschränken, <a href="http://www.president.kg/ru/sobytiya/16624_vneseni_izmeneniya_vzakoni_krobobshestvennom_zdravoohranenii_iograghdanskoy_zashite">gesetzlich verankert</a> wurde und viele weiterhin in wirtschaftlicher Notlage sind, wurde für den 16. Mai eine „friedliche Demonstration für Bürgerrechte“ <a href="https://www.facebook.com/events/892549817837144/">angekündigt</a>. In der Beschreibung des Ereignisses auf Facebook, das von einem anonymen Konto namens „Soke Kamalsyn“ (Soke [Spitzname von Präsident Sooronbai Dscheenbekow] ins Gefängnis!) organisiert wurde, heißt es: „<em>Lasst uns die soziale Distanzierung und alle Vorsichtsmaßnahmen respektieren, lasst uns herausgehen und unser Meinung sagen! Wir, das Volk Kirgistans, sind die Macht in unserem Land!</em>“</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Tadschikistan verharmlost weiter das Ausmaß der Gesundheitskrise</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Tadschikistan meldete seine ersten 15 Fälle von Coronavirus offiziell erst am <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-meldet-erste-faelle-von-covid-19/?noredirect=de_DE">30. April</a>. Seitdem ist die Zahl stetig gestiegen: Die letzte Bilanz, die am 12. Mai vom Gesundheitsministerium übermittelt wurde, meldete <a href="https://covid.tj/">729 Fälle</a> und 23 Todesfälle. Nach Angaben von <a href="https://rus.ozodi.org/a/30606122.html">Radio Ozodi</a>, dem tadschikischen Zweig von Radio Free Europe, stehen auch etwa 5.000 Menschen unter medizinischer Überwachung.</p>
<p style="text-align: justify;">Dennoch scheinen diese offiziellen Zahlen das Ausmaß der Epidemie im Land zu unterschätzen. Bürgerinnen und Bürger haben deshalb die Website <a href="https://kvtj.info/">Kvtj.info</a> eingerichtet, die verdächtige Todesfälle auflistet, insbesondere solche, die auf eine „Lungenentzündung“ zurückgeführt werden. Bis zum 12. Mai waren bereits mehr als 150 Todesfälle auf der Website aufgeführt. Die Website wurde von den Behörden blockiert und ist in Tadschikistan nicht mehr zugänglich, wie das russische Medium <a href="https://fergana.agency/news/117985/">Fergana News</a> berichtet.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Regierung hatte zunächst <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/ist-tadschikistan-wirklich-coronavirusfrei/?noredirect=de_DE">keine Eindämmungsmaßnahmen</a> ergriffen und auch die Durchführung öffentlicher Veranstaltungen nicht eingeschränkt. Nun sind die Behörden bemüht, ihren katastrophalen Umgang mit dem Beginn der Gesundheitskrise in Vergessenheit geraten zu lassen. Am 5. Mai wurde der Gesundheitsminister <a href="http://moh.tj/leadership/?lang=en">Nasim Olimsoda</a> zum politischen Opfer dieser Wende und <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-entlaesst-mitten-in-der-coronavirus-epidemie-den-gesundheitsminister/?noredirect=de_DE">entlassen</a>. Darüber hinaus überdachten die Behörden ihre Kommunikation und inszenieren ihren Einsatz für die Bevölkerung. Die offizielle Nachrichtenagentur <a href="http://khovar.tj/rus/2020/05/rustami-emomali-oznakomilsya-v-dushanbe-s-hodom-razvyortyvaniya-bolnits-dlya-infitsirovannyh-koronavirusom/">Khovar</a> berichtete am 4. Mai ausführlich über den Besuch des Bürgermeisters der Hauptstadt Duschanbe und Präsidentensohnes, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rustam_Emomalij">Rustam Emomali</a>, auf der Baustelle eines Krankenhauses.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-entlaesst-mitten-in-der-coronavirus-epidemie-den-gesundheitsminister/">Tadschikistan entlässt mitten in der Coronavirus-Epidemie den Gesundheitsminister</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Außerdem wurden in der Hauptstadt einige Maßnahmen zur sozialen Distanzierung ergriffen. So kündigte beispielsweise die Stadtverwaltung von Duschanbe laut dem russischen Medium <a href="https://sputnik-tj.com/Tajikistan/20200512/1031221977/Makomoti-Dushanbe-faoliyati-tamomi-koshonahoi-husn-sartaroshkhonahoro-man-kard.html">Sputnik</a> am 12. Mai die Schließung von Schönheitssalons, Friseur- und Telefongeschäften bis zum 31. Mai an. Die Bekleidungsmärkte der Stadt, die seit dem 30. April geschlossen sind, bleiben ebenfalls bis Ende Mai zu, wie das tadschikische Medienunternehmen <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20200508/v-dushanbe-vetshevie-rinki-budut-zakriti-do-kontsa-maya">Asia-Plus</a> ankündigte.</p>
<p><iframe loading="lazy" style="border: none;" title="Number of cases Coronavirus" src="https://e.infogram.com/19262695-dd18-4642-b4e3-38c10db84c81?src=embed" width="550" height="706" frameborder="0" scrolling="no" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<div style="padding: 8px 0; font-family: Arial!important; font-size: 13px!important; line-height: 15px!important; text-align: center; border-top: 1px solid #dadada; margin: 0 30px; width: 490px;"><a style="color: #989898!important; text-decoration: none!important;" href="https://infogram.com/19262695-dd18-4642-b4e3-38c10db84c81" target="_blank" rel="noopener">Number of cases Coronavirus</a><br />
<a style="color: #989898!important; text-decoration: none!important;" href="https://infogram.com" target="_blank" rel="nofollow noopener">Infogram</a></div>
<p style="text-align: justify;">Das tadschikische Gesundheitssystem scheint derzeit nicht in der Lage zu sein, den Zustrom von Kranken zu bewältigen. Ärzte, die von <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20200507/na-12-vrachei-4-kostyuma-i-plavatelnie-ochki-vmesto-zatshitnih">Asia-Plus</a> anonym zitiert werden, beschreiben prekäre Zustände. „<em>Wir haben vier Schutzanzüge für 12 Ärzte, die wir selbst gekauft haben</em>“, sagt einer von ihnen und fügt hinzu: „<em>Weder Hilfe noch Tests erreichen uns</em>“. Der Stadtrat von Duschanbe hat dennoch versprochen, provisorische Krankenhäuser mit einer Kapazität von 3.000 Betten zu bauen.</p>
<p style="text-align: justify;">Angesichts dieser Situation organisiert sich die internationale Hilfe. Am 8. Mai schickte Usbekistan medizinische Ausrüstung auf dem Luftweg, darunter Atemschutzgeräte, Medikamente und Schutzausrüstung. Nach Angaben von <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20200508/shavkat-mirziyoev-napravil-v-tadzhikistan-mobilnie-meditsinskie-konteineri">Asia-Plus</a> wurden auch acht usbekische Virologen und Epidemiologen nach Tadschikistan entsandt. Am 7. Mai war bereits ein usbekischer Zug mit 144 medizinischen Containern, die als mobile Krankenhäuser genutzt werden, in Duschanbe eingetroffen.</p>
<p style="text-align: justify;">Schließlich traf am 1. Mai, am Tag nach der Meldung der ersten Fälle von Coronavirus im Land, ein <a href="http://www.euro.who.int/en/media-centre/sections/press-releases/2020/whoeurope-covid-19-mission-arrives-in-tajikistan-international-experts-to-support-countrys-response-to-the-pandemic">Team der Weltgesundheitsorganisation</a> (WHO) in der Hauptstadt ein. Die Organisation hat jedoch nur eine beratende Funktion, und die Wirksamkeit ihrer Arbeit wird weitgehend von der Zusammenarbeit der lokalen Behörden abhängen. Diese scheinen jedoch nicht bereit, zuverlässige Daten zu liefern.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Turkmenistan eingeschlossen in der Leugnung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Seitdem Tadschikistan am 30. April dieses Jahres die ersten Fälle gemeldet hat, ist Turkmenistan das einzige Land in Zentralasien, das offiziell coronavirusfrei ist. Turkmenistan war auch das erste Land der Region, das Anfang März <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/coronavirus-zentralasien-im-krisenmodus/?noredirect=de_DE">seine Grenzen schloss</a>. Es meldet weiterhin keine Infektionsfälle, erlaubt es aber auch internationalen Organisationen nicht, die Lage vor Ort zu prüfen.</p>
<p style="text-align: justify;">Es mehren sich jedoch Anzeichen, dass die Behörden versuchen, Infektionen zu vertuschen. Am 12. Mai meldete <a href="https://rus.azathabar.com/a/30607418.html">Radio Azatlyk</a>, der turkmenische Zweig von Radio Free Europe, dass Menschen mit Covid-19-Symptomen aus mehreren turkmenischen Provinzen in ein Krankenhaus der Hauptstadt Aschgabat eingeliefert worden seien. Darüber hinaus berichtete Radio Azatlyk über einen Anstieg der Todesfälle in der Hauptstadt, was durch die Zunahme der Zahl der Begräbniszeremonien und Gräber auf Friedhöfen in den letzten fünf Wochen sichtbar wurde. In der Mehrzahl der Fälle wird offiziell eine „Lungenkrankheit“ als Todesursache angegeben.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify;">Um die offiziell inexistente Epidemie zu bekämpfen, haben die Behörden mehrere Maßnahmen ergriffen. Nach Angaben von Radio Free Europe hat die turkmenische Regierung in der östlichen Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lebap_wela%C3%BDaty">Lebap</a> Quarantänelager eingerichtet, in denen die wenigen aus dem Ausland ankommenden Menschen isoliert bleiben müssen. Darüber hinaus wurde, wie das turkmenische Medium <a href="http://gundogar.org/?02330519279000000000000011000000">Gündogar</a> feststellte, der Verkehr zwischen den Provinzen eingeschränkt, und es wurden Straßensperren an den Ortseingängen errichtet. Öffentliche Verkehrsmittel und Märkte werden regelmäßig desinfiziert, wobei <a href="https://rus.azathabar.com/a/30600913.html">Radio Azatlyk</a> am 8. Mai über die Lockerung der Desinfektionsmaßnahmen in Aschgabat sowie über den Ausverkauf von hydro-alkoholischen Gelen im Land berichtete.</p>
<p style="text-align: justify;">Die turkmenischen Behörden setzen jedoch keine sozialen Distanzierungsmaßnahmen durch und es gibt keine Maskenpflicht. Darüber hinaus organisierte das Regime am 9. Mai eine grandiose <a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/le-turkmenistan-organise-un-defile-militaire-pour-celebrer-la-fin-de-la-seconde-guerre-mondiale-une-premiere-depuis-1991/">Militärparade</a> zur Feier des 75. Jahrestages vom Ende des zweiten Weltkriegs und ignorierte dabei gesundheitliche Bedenken. Der turkmenische Präsident, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a>, scheint sich daher seiner Fähigkeit sicher zu sein, die Ausbreitung des Coronavirus im Land zu verhindern, und zögerte nicht, anderen Staaten <a href="https://rus.azathabar.com/a/30600913.html">seine Erfahrungen anzubieten</a>.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-width="500" data-dnt="true">
<p lang="en" dir="ltr">VC with the <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f1f9-1f1f2.png" alt="🇹🇲" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Minister of Health. I welcome Turkmenistan Government‘s invitation for <a href="https://twitter.com/WHO_Europe?ref_src=twsrc%5Etfw">@WHO_Europe</a> to undertake a technical <a href="https://twitter.com/hashtag/COVID19?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#COVID19</a> mission. <a href="https://twitter.com/WHO?ref_src=twsrc%5Etfw">@WHO</a> ready to deploy experts as soon as possible. Minister expressed gratitude to <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f1f7-1f1fa.png" alt="🇷🇺" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f1f9-1f1f7.png" alt="🇹🇷" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f1e9-1f1ea.png" alt="🇩🇪" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f1fa-1f1f3.png" alt="🇺🇳" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />for solidarity <a href="https://twitter.com/hashtag/UnitedActionforBetterHealth?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#UnitedActionforBetterHealth</a></p>
<p>&mdash; Hans Kluge (@hans_kluge) <a href="https://twitter.com/hans_kluge/status/1257751363217473537?ref_src=twsrc%5Etfw">May 5, 2020</a></p></blockquote>
<p><script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p style="text-align: justify;">Andererseits hat Turkmenistan trotz dieses auffallenden offiziellen Erfolgs immer noch keine WHO-Mission zur Beurteilung der Lage eingeladen. Laut dem amerikanischen <a href="https://eurasianet.org/turkmenistan-more-lean-times-looming">Medium Eurasianet</a> bestätigte der turkmenische Außenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ra%C5%9Fit_Meredow">Raşit Meredow</a> am 8. Mai, dass das Land bereit sei, eine WHO-Mission zu empfangen, da es „absolut kein Problem“ im Land gebe. Hans Kluge, der WHO-Regionaldirektor für Europa, erklärte zwar <a href="https://twitter.com/hans_kluge/status/1257751363217473537">am 6. Mai auf Twitter</a>, die Organisation habe eine mündliche Einladung des turkmenischen Gesundheitsministers erhalten. Die Einladung wurde aber noch nicht schriftlich bestätigt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Usbekistan nimmt die Pandemie sehr ernst</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Fast zwei Monate nach dem <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/coronavirus-erster-fall-in-usbekistan/">ersten Fall</a> von Covid-19, am 13. Mai, waren in Usbekistan <a href="https://coronavirus.uz/uz">2.568 Menschen</a> von dem Virus betroffen. Davon sind 2.046 Personen wieder genesen zehn sind gestorben.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese moderate Entwicklung ist auf die extreme Reaktivität Usbekistans zurückzuführen. Am 16. März schloss das Land alle seine Grenzen. Dies ging einher mit starken Eindämmungsmaßnahmen im ganzen Land. Schulen und die Mehrheit der Unternehmen wurden geschlossen. Auf diese Maßnahme folgte eine Zunahme der Telearbeit, deren Ergebnisse laut dem Bericht des usbekischen Mediums <a href="https://podrobno.uz/cat/obchestvo/v-mininfokome-obyasnili-prichiny-snizheniya-skorosti-mobilnogo-interneta-v-selskikh-rayonakh/">Podrobno.uz</a> jedoch nicht immer ganz zufriedenstellend sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Am 8. Mai wurde ein Farbsystem für die Organisation der Eindämmungsmaßnahmen im Land eingeführt, berichtet das russische Medium <a href="https://uz.sputniknews.ru/society/20200510/14103901/Koronavirus-v-Uzbekistane-glavnoe-na-10-maya.html">Sputnik</a>. Die Behörden haben beschlossen, jedem Bezirk und jeder Stadt des Landes eine Farbe zu geben: grün, orange oder rot. Die zugewiesene Farbe gibt den Grad der Kontaminationsgefahr und den Umfang der in dem betreffenden Gebiet geltenden Einschränkungen an.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Eindämmung ist mit einem effizienten Gesundheitssystem gekoppelt. Usbekistan schafft es, mehr als 10.000 Labortests pro Tag durchzuführen. Am 5. Mai hatte das Land bereits mehr als 335.000 Tests durchgeführt, berichtet <a href="https://uz.sputniknews.ru/Uzbekistan/20200505/14060652/Koronavirus-v-Uzbekistane-glavnoe-na-5-maya.html">Sputnik</a>. Dies mag zum Teil die im Verhältnis zur Bevölkerungszahl geringe Zahl der Kontaminationsfälle erklären.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-der-coronavirus-trifft-die-tourismusbranche/">Usbekistan &#8211; Der Coronavirus trifft die Tourismusbranche</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">International positioniert sich Usbekistan als eine führende Kraft im Kampf gegen das Virus und vermehrt seine humanitäre Hilfe im Ausland und die Entsendung von Sanitärmaterial. Zu Beginn des letzten Monats half die usbekische Regierung den Nachbarländern <a href="http://uza.uz/en/society/humanitarian-aid-to-tajikistan-09-04-2020">Tadschikistan</a> und <a href="http://uza.uz/en/society/humanitarian-aid-to-kyrgyzstan-01-04-2020">Kirgistan</a>, aber auch <a href="http://uza.uz/en/politics/presidents-of-uzbekistan-and-afghanistan-speak-over-the-phon-26-03-2020">Afghanistan</a>, wie die Nationale Nachrichtenagentur Usbekistans berichtete.</p>
<p style="text-align: justify;">Seinerseits hat Usbekistan auch Unterstützung von der internationalen Gemeinschaft erhalten. Wie das usbekische Medium <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/05/01/wb/">Gazeta.uz</a> am 30. April berichtete, gewährte die Weltbank Usbekistan 200 Millionen Dollar (184 Millionen Euro), um die Auswirkungen des Coronavirus auf die Entwicklung der Wirtschaft des Landes zu mildern.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Land bemüht sich nun um eine schrittweise Wiederbelebung der Wirtschaftsaktivitäten. Laut <a href="https://uz.sputniknews.ru/society/20200505/14057527/Khokim-Andizhanskoy-oblasti-poruchil-vozobnovit-rabotu-salonov-krasoty.html">Sputnik</a> hat der Chef der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Andijon">Andijon</a>, Shuhratbek Abdurahmonov, bereits am 4. Mai die Wiederaufnahme der Arbeit für mehr als 3.700 Unternehmen genehmigt, obwohl in der Region immer noch Infektionsfälle gemeldet werden. In diesem Sinne berichtet <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/05/12/charter-flights/">Gazeta.uz</a>, dass das Verkehrsministerium am 11. Mai ein Programm von Charterflügen angekündigt hat, damit im Ausland gestrandete Bürger in ihre Heimat zurückgeführt werden können. Diese Flüge richten sich hauptsächlich an gefärdete Bevölkerungsgruppen, ältere Menschen, Schwangere und Kinder.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Florian Coppenrath<br />
Redaktionsleiter, Novastan Deutsch</strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Quentin Couvreur<br />
Journalist für Novastan (Französisch)</strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Tanguy Martignolles<br />
Journalist für Novastan (Französisch)</strong></p>
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