Volkswagen-Emblem

Volkswagen geht Kooperation mit usbekischem Autohersteller ein

Volkswagen hat mit dem führenden Autohersteller Usbekistans einen Kooperationsvertrag über die Produktion von 20.000 Wagen pro Jahr unterzeichnet. Die Wolfsburger treten damit an die Stelle der französischen PSA-Gruppe, die ihr Engagement in Usbekistan im Januar aufgegeben hatte.

Die Deutschen ersetzen die Franzosen. Laut einer Pressemitteilung des führenden usbekischen Autoherstellers Uzavtosanoat hat das Unternehmen am 4. März einen Kooperationsvertrag mit Volkswagen Group Rus, der für Russland und Zentralasien zuständigen Tochter des Volkswagen-Konzerns, geschlossen. Gemeinsam wollen sie im bevölkerungsreichsten Land Zentralasiens den Volkswagen Caddy in seiner siebensitzigen Familienversion und als Nutzfahrzeug produzieren. Als Produktionsstandort wurde die Stadt Jizzax im Osten des Landes festgelegt.

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Laut der Pressemitteilung hat sich Volkswagen verpflichtet, jährlich 20.000 Fahrzeuge im Land zu produzieren. Zu diesem Zweck wird die deutsche Seite usbekische ArbeiterInnen ausbilden und das Werk mit Technologien und Betriebssystemen versorgen.

„Das Segment der leichten Nutzfahrzeuge ist bis heute das einzige unterentwickelte auf dem Automarkt Usbekistans. Die Realisierung dieses Projektes wird einen neuen qualitativen Schritt in der Entwicklung der heimischen Automobilindustrie ermöglichen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende von Uzavtosanoat Shavkat Umurzakov. Der usbekische Konzern umfasst 85 mittlere und größere Unternehmen, die vor allem Fahrzeuge der Marken Chevrolet, Ravon, MAN, Isuzu, KAMAZ und Sinotruck produzieren. Er beschäftigt 27.000 MitarbeiterInnen, von denen 5.000 von im Land produzierenden ausländischen Unternehmen ausgebildet wurden.

In den Fußstapfen von PSA

Volkswagens Eintritt in den usbekischen Markt erfolgt knapp zwei Monate nach dem übereilten Rückzug der PSA-Gruppe. Der französische Konzern sollte im gleichen Segment und ebenfalls in Jizzax eine ähnliche Zahl an Fahrzeugen herstellen. Am 9. Januar wurde das Projekt nach zwei Jahren jedoch plötzlich gestoppt, ohne dass PSA auch nur ein einziges Fahrzeug in Usbekistan verkauft hatte.

Lest auch auf Novastan: Autohersteller PSA verlässt Usbekistan, ohne je ein Fahrzeug hergestellt zu haben

Die Bereitschaft des Wolfsburger Autoherstellers, eigene Technologien zu teilen und usbekische ArbeiterInnen auszubilden, war vermutlich der entscheidende Pluspunkt für Volkswagen. So zeigte sich Shuhrat Mirsamukov, Leiter des Vertriebs und des Kundendienstes bei Uzavtosanoat, sehr frustriert über die geringe Bereitschaft von PSA, eigene IngenieurInnen nach Usbekistan zu schicken.

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Es bleibt abzuwarten, ob Volkswagen seinen Verpflichtungen gerecht wird. Wenn ja, winken neue Aufträge: Wie es in der Pressemitteilung heißt, plane Uzavtosanoat für diesen Fall bereits, weitere Modelle der deutschen Marke zu produzieren.

Etienne Combier, Chefredakteur von Novastan France

Aus dem Französischen von Robin Roth

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