Saida Mirsijojewa

Usbekistan: Die Tochter des Präsidenten erhält Staatsposten

Saida Mirsijojewa, die älteste Tochter des usbekischen Präsidenten Schawkat Mirsijojew, ist zur stellvertretenden Direktorin der staatlichen Agentur für Information und Massenkommunikation ernannt worden. Die Tradition, Präsidententöchter mit derartigen Posten zu versorgen, setzt sich in Usbekistan fort.

Saida Mirsijojewa ist die neue stellvertretende Direktorin der Agentur für Information und Massenkommunikation. Wie der Pressedienst der Agentur berichtete, wurde die älteste Tochter des usbekischen Präsidenten Schawkat Mirsijojew am 12. April auf diesen Posten berufen.

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In ihrer neuen Funktion wird Mirsijojewa sowohl die Zusammenarbeit mit den Pressediensten der Staatsorgane als auch die Aktivitäten jenes PR-Zentrums koordinieren, welches für das Image Usbekistans im Ausland verantwortlich ist. Der Posten ist strategisch wichtig, zumal es zentraler Bestandteil der Politik ihres Vaters ist, das internationale Image des Landes nach den Jahren der Isolation während der Präsidentschaft Islam Karimows zu verbessern. Kurz nach der Ernennung richtete Mirsijojewa öffentliche Profile auf Facebook und Instagram ein.

Die Agentur für Information und Massenkommunikation war per Präsidialerlass am 2. Februar 2019 auf der Basis der ehemaligen Presseagentur Usbekistans gegründet worden. Zu ihren Aufgaben gehört es, das Bild Usbekistans auf internationaler Ebene zu entwickeln und die Pressefreiheit innerhalb des Landes zu garantieren. Die Agentur ist der Präsidialverwaltung unterstellt, ihre Leitung wird direkt vom Präsidenten bestimmt.

Eine typische Karriere

Saida ist damit schon die zweite Tochter von Präsident Mirsijojew, die seit seinem Amtsantritt Ende 2016 auf einen Staatsposten berufen wurde. Ihre jüngere Schwester Schachnosa bekleidet bereits seit Januar 2018 das Amt der stellvertretenden Abteilungsleiterin für die Koordination der Tätigkeiten von Vorschuleinrichtungen im usbekischen Bildungsministerium.

Die Ernennungen rufen Erinnerungen an die Töchter des ehemaligen Präsidenten Karimow wach, die Schritt für Schritt an Einfluss gewannen und so zu den einflussreichsten Personen des Landes avancierten. Während Gulnara Karimowa noch unter ihrem Vater in Ungnade fiel, ging Lola Karimowa erst nach dem Tod des Vaters ins Exil.

Doch auch in den anderen zentralasiatischen Ländern ist der Aufstieg der präsidialen Zöglinge gängige Praxis. In Kasachstan wurde Dariga Nasarbajewa, Tochter des ehemaligen Präsidenten Nursultan Nasarbajew, vor kurzem auf das zweithöchste Staatsamt befördert. Der Sohn von Tadschikistans Präsidenten Emomali Rachmon ist Bürgermeister der Hauptstadt Duschanbe und der Sohn des turkmenischen Präsidenten Gurbanguly Berdymuchamedow wurde zuletzt zum stellvertretenden Hokim (Chef der Regionalverwaltung) ernannt.

Die Redaktion

Aus dem Französischen von Robin Roth

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