Neuer Aktionsplan: Usbekistan will Inlands- und Auslandstourismus entwickeln

Die usbekische Regierung hat einen Aktionsplan zur Entwicklung des Tourismus angekündigt. Die verschiedenen Maßnahmen sollen bereits ab Ende Februar greifen und es dem Land ermöglichen, seine Tourismusbranche trotz der Coronavirus-Pandemie auszubauen.

Der folgende Artikel erschien im Original auf der französischsprachigen Version von Novastan.

Usbekistans Präsident Shavkat Mirziyoyev hat am 3. Februar ein Dekret zur Entwicklung des Tourismus im Land unterzeichnet. Dies berichtet das auf Wirtschaftsnachrichten spezialisierte Portal Spot.uz. Mit den neuen Maßnahmen will das bevölkerungsreichste Land Zentralasiens trotz der Coronavirus-Pandemie seinen Inlands- und Auslandstourismus ankurbeln, indem es die lokale Bevölkerung, aber auch die EinwohnerInnen benachbarter Staaten anspricht.

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Der Aktionsplan umfasst sechs unterschiedliche Bereiche, unter anderem Transport, Kurtaxe, Geschäftsvorteile und zusätzliche Urlaubstage. Ziel ist es, ein günstiges touristisches Umfeld zu schaffen und das Image des Landes zu verbessern. Der Tourismus machte im Jahr 2020 laut der Wirtschaftsdatenbank Knoema 3,4 Prozent des usbekischen Bruttoinlandsprodukts aus.

Neue Flug- und Eisenbahnverbindungen

Ein zentraler Bestandteil ist der Ausbau der Reiseverbindungen innerhalb Usbekistans. So sollen ab Ende Februar Flugverbindungen zwischen Urganch und den Städten Fargʻona, Termiz und Qarshi eingerichtet werden.

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Die Eisenbahnverbindungen zwischen Andijon in Osten und Xiva im Westen des Landes werden ausgebaut. Des Weiteren ist geplant, ab dem 1. April die Zugverbindungen Termiz – Qarchi – Xiva, Xiva – Urganch – Nukus und Termiz – Qarchi – Samarkand einzurichten. Die neuen Verbindungen werden von den Behörden subventioniert.

Steuerliche Vorteile

Die finanziellen Vorteile, die mit Beginn der Coronavirus-Pandemie zur Unterstützung der Tourismusbranche beschlossen worden waren, werden bis zum 31. Dezember 2021 verlängert. So wird der Einkommensteuersatz für Reisebüros und touristische Unterkünfte weiterhin um 50 Prozent reduziert. Die Kosten für Flug- und Zugtickets werden zu 30 Prozent subventioniert, sofern eine Reise einer ausländischen Gruppe von mindestens zehn Personen bei mindestens fünf Übernachtungen organisiert wird.

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Für Reisebüros und touristische Unterkünfte wird eine Befreiung von der Grundsteuer und die Festlegung der Sozialsteuer auf einen ermäßigten Satz von einem Prozent angewendet. Die Verhängung von Strafen für ausstehende Forderungen aus Außenhandelstransaktionen gegen Reisende, Reisebüros und Unterkünfte wird ebenfalls bis Ende Dezember ausgesetzt.

Um die Infrastruktur zu unterstützen, wird jedoch ab dem 1. März die Kurtaxe von allen TouristInnen erhoben. Bisher war diese nur von ausländischen Reisenden zu zahlen gewesen.

Erleichtertes Visaregime

Darüber hinaus wird Usbekistan ab dem 1. März den BürgerInnen von Bahrain, Katar, Kuwait, Oman und China erlauben, für zehn Tage ohne Visum im Land zu bleiben. Zuvor lag die Frist bei fünf Tagen. Deutsche Staatsangehörige genießen seit Januar 2019 eine 30-tägige Visafreiheit.

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Mit dem Maßnahmenpaket will Usbekistan die Qualität seiner Dienstleistungen verbessern und seine touristischen Produkte sowohl im Inland auch international fördern. Um dies zu erreichen, werden Mittel für die Verbesserung von Verkehrsnetzen und touristischer Infrastruktur bereitgestellt. Es bleibt abzuwarten, ob diese Maßnahmen die gewünschte Wirkung haben werden.

Adèle Brière, Redakteurin für Novastan

Aus dem Französischen von Robin Roth

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