Wie Usbekistan von den russischen Sanktionen für Lebensmittel aus dem Westen profitiert

Das Nahrungsmittelembargo Russlands hilft Usbekistan, seine Exporte an die russischen Konsumenten zu steigern. Der Einfluss Usbekistans auf den russischen Markt nimmt besonders in Sibirien zu, dank der geografischen Lage des zentralasiatischen Landes. Die folgende Meldung erschien im russischen Original auf Spot.uz. Wir übersetzen sie mit freundlicher gemehmigung der Redaktion.

Die Beziehungen zwischen Russland und den westlichen Ländern verschlechterten sich aufgrund der Situation in der Ukraine und auf der Krim. Der Westen, der Russland der Einmischung bezichtigte, verhängte Sanktionen gegen das Land.

Moskau ergriff am 6. August 2014 Vergeltungsmaßnahmen, führte eigene Importverbote ein und erklärte wiederholt, dass es kontraproduktiv sei, mit ihm in der Sprache der Sanktionen zu sprechen.

Lest auch auf Novastan: Usbekistan und Tadschikistan – Der Handel boomt dank offener Grenzen

Die Liste der verbotenen Waren für die Lieferung nach Russland umfasst Fleisch und Milchprodukte, Fisch, Gemüse, Obst und Nüsse. Unter das Verbot fallen die erwähnten Nahrungsmittelprodukte aus den USA, der Europäischen Union, Kanada, Australien und Norwegen. Die Verluste dieser Länder durch die Einführung des russischen Nahrungsmittelembargos werden auf etwa 8,3 Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt.

Der Vorteil von usbekischen Früchten und Gemüse

Genau das Nahrungsmittelembargo Russlands half Usbekistan, seine Exporte an russische Verbraucher zu steigern. Dabei bleibt aber der Wettbewerb immer noch auf einem hohen Niveau.

”Das Lebensmittelembargo hat sicherlich zu einem Anstieg der Exporte aus Usbekistan nach Russland beigetragen, vor allem von Obst und Gemüse”, sagte Ilchat Tuschew, Analytiker bei Central Asian Investments, gegenüber der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Seiner Einschätzung nach spielt der Grüne Korridor, der 2017 für die Lieferung von Obst- und Gemüseprodukten geschaffen wurde, eine wichtige Rolle bei der Steigerung der Exporte.

Der Leiter der Exportförderungsabteilung des Außenhandelsministeriums Usbekistans, Pulat Asrajew, glaubt, dass die usbekischen Gemüse und Früchte auf dem russischen Markt den Vorteil eines “hohen Preises für die frühe Produktion” genießen, da die Reife im Vergleich zu Lieferungen aus anderen Ländern früher eintritt.

Neue Handelsvertretungen in Russland

Laut der Firma Uzagroexport stieg das Volumen der Obst- und Gemüseverkäufe von Usbekistan nach Russland im Jahr 2017 um 30 Prozent auf 111 Millionen US-Dollar oder. 162 Tausend Tonnen. Das Unternehmen eröffnete Vertretungen in 16 Regionen Russlands. Mit einer Reihe von großen Einzelhändlern wurden Verträge und Vereinbarungen abgeschlossen. Laut Experten, bleibt aber der Wettbewerb auf dem Obst- und Gemüsemarkt Russlands trotz des Embargos hoch.

Lest auch auf Novastan: Termez – Die Stadt die vom Krieg und von der Grenze lebt

Die Beschränkung der Lieferungen aus der Türkei wurde aufgehoben, die chinesischen Lieferanten bleiben unsere Konkurrenten auf dem innnerhalb Russlands so wichtigen Markt in Sibirien, sagt ein Vertreter des Untenehmens.

“Heute können wir Produkte in jene Regionen liefern, die von unseren Wettbewerbern aus der EU und der Türkei nicht abgedeckt werden. Das ist vor allem die sibirische Region”, erklärt er.

Irkutsk so nah wie St. Petersburg

Laut dem Unternehmen ist Usbekistan vom Standpunkt der Logistik aus sehr günstig gelegen, da die Kosten für die Lieferung nach St. Petersburg und Irkutsk vergleichbar sind. Es ist deswegen notwendig, dies auszunutzen, die Logistik aufzubauen und an der Verpackung, Zertifizierung und Förderung der eigenen Marken zu arbeiten. Nach Angaben des Staatlichen Statistik-Komitees stieg das Export-Volumen von frischen und verarbeiteten Früchten und Gemüseprodukten aus Usbekistan bis Ende 2017 um 15,6 Prozent auf 708,8 Millionen US-Dollar.

In der ersten Jahreshälfte dieses Jahres stieg das Exportvolumen um das 1,73-fache auf 463,2 Millionen US-Dollar oder 590,6 Tsd. Tonnen Zur gleichen Zeit betrug der Anteil der Lieferungen nach Russland 15,2 Prozent. Experten zufolge wird ein erheblicher Teil des usbekischen Obsts und Gemüses über kasachische und kirgisische Zwischenhändler an Russland geliefert, die die Vorteile im Rahmen der Eurasischen Wirtschaftsunion nutzen.

Spot

Aus dem Russischen von Veronika Snoj

Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei TwitterFacebookTelegramLinkedin oder Instagram. Für Zentralasien direkt in Eurer Mailbox könnt ihr Euch auch zu unserem wöchentlichen Newsletter anmelden.

Jetzt Teilen:
% Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Captcha *