Rogun Staudamm Baustelle

Umstrittenes Wasserkraftwerk Rogun: Usbekistan und Tadschikistan untersuchen gemeinsam mögliche Risiken

Usbekistan und Tadschikistan untersuchen gemeinsam Risiken, die mit dem Bau hydrotechnischer Anlagen an den Oberläufen der grenzüberschreitenden Flüsse verbunden sein können. Dies teilte der Direktor des dem usbekischen Präsidenten unterstellten Instituts für Strategische und Internationale Forschung Wladimir Norow dem Nachrichtenportals mit. Wir übersetzen die Meldung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

„Bedenken gibt es immer“, sagte Norow, als er die mögliche Beteiligung Usbekistans am Bau des Rogun-Wasserkraftwerks kommentierte. Viele Jahre lang hatte Taschkent kategorisch gegen dieses Bauprojekt gestellt, da es laut der usbekischen Staatsmacht eine Bedrohung der nationalen Landwirtschaft darstelle.

Norow hob hervor, dass der tadschikische Präsident Emomali Rahmon erklärt habe, „dass Tadschikistan niemals die Interessen von Ländern der Region verletzt oder sie ohne Wasser gelassen hat und das auch nicht tun wird.“

Lest auch bei Novastan: Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in ZentralasienIn diesem Zusammenhang drückte die usbekische Seite ihre Bereitschaft aus, eine Beteiligung am Bau des Wasserkraftwerks  sowie die Möglichkeit einer Nutzung des Saressees als Süßwasserquelle zu prüfen. Diesbezüglich wurde die Entscheidung getroffen eine Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen.

„Ich habe (den tadschikischen Kollegen; Anm. d. Verf.) vorgeschlagen Forschungen durchzuführen, wie wir gemeinsam Lösungen für unsere Bedenken finden, sodass die Interessen beider Länder nicht bedroht werden“, merkte Institutsdirektor Norow an.

Lest auch bei Novastan: Riesenprojekt Rogun – das erste Aggregat soll fristgerecht ans Netz gehenDer Präsident Tadschikistans Emomali Rahmon hatte bereits zuvor im Rahmen eines Treffens mit seinem usbekischen Amtskollegen mitgeteilt, dass sein Land den Nachbarn keine Probleme im Bereich der Wasserversorgung bereitet habe und auch nicht vorhabe dies in der Zukunft zu tun. „Wir haben niemals und in keiner Weise unsere Nachbarn ohne Wasser gelassen“, hob damals das tadschikische Staatsoberhaupt hervor.

Chamid Berdijew
Podrobno.uz
Aus dem Russischen von Robin Roth

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Hat Politologie und Slavistik in Göttingen und Torun studiert und war von November 2015 bis Juni 2017 Sprachassistent des Goethe-Instituts Kasachstan mit dem Einsatzort Karaganda. Derzeit arbeitet er als DAAD-Lektor in Ufa, Russland.

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