Überwachungskameras

Überwachungskameras mit Gesichtserkennung: Huaweis künstliche Intelligenz wacht auch über Tadschikistan

In Tadschikistan werden Überwachungskameras mit Gesichtserkennung des chinesischen Telekommunikationsausrüsters Huawei installiert. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original auf Fergana-News. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

In den großen Städten Tadschikistans werden Überwachungskameras aufgestellt, die zur Gesichtserkennung geeignet sind. Dies berichtete Radio Osodi mit Verweis auf den stellvertretenden Leiter des Zentrums „Sichere Stadt“, Furkat Schoimardonow.

Die tadschikischen Behörden gehen davon aus, dass das neue Sicherheitssystem, welches von dem chinesischen Unternehmen Huawei erarbeitet wurde, dabei helfen wird, vermisste Personen zu finden und Verbrechen zu verhindern.

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Die Grundlage des Programms zur Gesichtserkennung stellt eine Form von künstlicher Intelligenz dar, die in der Lage ist, binnen weniger Sekunden große Mengen an Daten zu sammeln und zu analysieren. Das System scannt digitale Bilder und hebt einzigartige Merkmale hervor, an denen man ein Gesicht erkennen kann.

„Wenn die Kamera feststellt, dass ein Bürger zu 25 Prozent einer gesuchten Person äußerlich ähnelt, geht diese Information direkt in unserem Zentrum ein“, erklärt Schoimardonow. Es ist geplant, dass die neuen Kameras in Duschanbe am Bahnhof, am Flughafen, in großen Einkaufzentren, an großen Märkten, in Parks und anderen Orten mit großen Menschenansammlungen aufgestellt werden. Wie viel diese Neuerung kosten wird, wurde nicht mitgeteilt.

Hohe Einnahmen durch strenge Überwachung

Das System „Sichere Stadt“ wurde in Duschanbe 2013 eingeführt. Damals wurden in der Hauptstadt 855 Überwachungskameras an 75 Kreuzungen und zentralen Straßen installiert. Für die Umsetzung des Projektes wurden 22 Millionen US-Dollar (circa 19,6 Millionen Euro) investiert, von denen 20,9 Millionen US-Dollar (circa 18,6 Millionen Euro) in Form von langfristigen Krediten von China zur Verfügung gestellt wurden. Laut den lokalen Behörden konnte „Sichere Stadt“ im letzten Jahr dank der Kameras circa 2 Millionen Rechtsbrüche feststellen, die Strafzahlungen von 14 Millionen US-Dollar (12,5 Millionen Euro) einbrachten.

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Als Pilotprojekt wurden schon im vergangenen Jahr Kameras zur Gesichtserkennung in Duschanbes Aini-Park aufgestellt. Damals wurde berichtet, dass dies mit dem Ziel geschah, die Besucherzahlen des Parks zu erfassen, aber auch um den Strafverfolgungsbehörden bei der Suche nach Personen zu helfen, nach denen gefahndet wird.

Das chinesische System zur Identifizierung durch Überwachungskameras wird auch in anderen Ländern angewandt, zum Beispiel in Ecuador. Im Februar dieses Jahres wurde mitgeteilt, dass in Almaty  23 Millionen US-Dollar (20,5 Millionen Euro) für Überwachungskameras mit Gesichtserkennung ausgegeben werden sollen. Ein zusätzliches Problem ist, dass eine derartige Technologie das Menschenrecht auf Privatsphäre verletzt.

Fergana-News

Aus dem Russischen von Robin Roth

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