Marco-Polo-Schaf

Bedrohte Tiere retten tadschikischen Staatshaushalt

Jagdlizenzen zum Abschuss seltener Tierarten sollen die tadschikische Staatskasse füllen. Dadurch will die Regierung 772.000 US-Dollar einnehmen. 123 bedrohte Tiere sollen so gegen ein Kopfgeld legal geschossen werden dürfen. Diese Meldung erschien im russischen Original bei der Nachrichtenagentur Fergana.

7,23 Millionen tadschikische Somoni (etwa 772.000 US-Dollar) sollen durch die Jagdlizenzen in die Staatskasse fließen, meldet die tadschikische Nachrichtenseite Asia-Plus. Die Lizenzen werden für vier Tierarten vergeben: In der aktuellen Jagdliste sind 95 Pamir-Argali (auch: Marco-Polo-Schaf), zwölf Schraubenziegen (auch: Markhor), sechs Buchara-Uriale (auch: Tadschikistan-Wildschaf) und zehn Braunbären verzeichnet.

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Jedes Tier hat seinen Preis

Die Jagdlizenz auf ein Marco-Polo-Schaf kostet 45.000 Somoni (etwa 4.800 US-Dollar). Das heißt: Allein auf Kosten dieser Tiere kann der Staatshaushalt um mehr als 4 Millionen Somoni (etwa 450.000 US-Dollar) aufgestockt werden. Wer ein Marco-Polo-Schaf erlegt, ohne eine entsprechende Lizenz zu haben, muss mit 200.000 Somoni (etwa 21.000 US-Dollar) Strafe rechnen.

Legal eine Schraubenziege zu jagen kostet 241.000 Somoni (etwa 25.000 US-Dollar). Die Strafe für das unrechtmäßige Erlegen beträgt 400.000 Somoni (etwa 42.000 US-Dollar). Die Jagdlizenz für einen Buchara-Urial kostet 2.290 Somoni (etwa 250 US-Dollar). Wer ein solches Wildschaf ohne Lizenz erlegt, muss 60.000 Somoni (etwa 6.300 US-Dollar) Strafe zahlen. Die Lizenz für einen Braunbären kostet 9.248 Somoni (etwa 1.000 US-Dollar). Allerdings ist es nur dann erlaubt, einen Bären zu erschießen, wenn das Leben des Jägers in Gefahr ist. Ein nicht rechtmäßiger Abschuss eines Braunbären kostet 300.000 Somoni (etwa 32.000 US-Dollar) Strafe.

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Mehr oder minder bedrohte Arten betroffen

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Marco-Polo-Schafe in Tadschikistan auf 23.000 bis 25.000 gestiegen. Von der Schraubziege, deren Verbreitungsgebiet sich über Tadschikistan, Afghanistan und Pakistan erstreckt, gibt es noch etwa 1.500 Exemplare. Im vergangenen Jahr stiegen die Einkünfte des tadschikischen Staats durch den Verkauf von Jagdlizenzen um 5 Millionen Somoni (etwa 530.000 US-Dollar), wovon 10 Prozent in die Entwicklung der Branche flossen.

Zuvor wurde bekannt, dass das tadschikische Naturschutzamt die Tätigkeit der Tierschutzorganisation „Panthera“ gestoppt hatte, weil Gesetzesverstöße gefunden worden waren. Die amerikanische Organisation hatte sich in Tadschikistan für den Schutz des vom Aussterben bedrohten Schneeleopards eingesetzt.

Fergana

Aus dem Russischen von Christina Spitzmüller

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