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Zentralasien im Mittelfeld des globalen Glücks

In seiner diesjährigen Ausgabe platziert der World Happiness Report Zentralasien im globalen Mittelfeld. Kasachstan gilt auf Platz 40 als glücklichstes Land in der Region, während Tadschikistan auf Platz 83 das regionale Schlusslicht bildet.

Im Jahr 2021 war Zentralasien weder besonders glücklich noch besonders unglücklich. Zu diesem Ergebnis kommen die Autor:innen der diesjährigen Ausgabe des World Happiness Reports. Dieser Bericht wird seit 2012 jedes Jahr von den Vereinten Nationen anlässlich des Weltglücktags veröffentlicht und versucht, das Lebenszufriedenheit in 146 Ländern der Welt zu messen.

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Dafür stützt sich der Bericht unter anderem auf den Gallup World Poll der Gallup Agency, bei dem etwa 1.000 Menschen aus jedem Land verschiedene Aspekte ihres Alltags auf einer Skala von eins bis zehn bewerten. Der World Happiness Report umfasst auch andere gesellschaftliche Indikatoren, wie das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf oder die Lebenserwartung bei der Geburt.

Durchschnittliches Glück

In der jüngsten Ausgabe des Berichts steht Kasachstan auf Platz 40 als das glücklichste Land in Zentralasien da. Usbekistan belegt den 53. Platz, gefolgt von Kirgistan (64.) und Turkmenistan (78.). Tadschikistan ist das Land, das als das unglücklichste in Zentralasien beschrieben wird – auf Platz 83 von 146.

Die meisten zentralasiatischen Länder befinden sich somit im Mittelfeld der Rangliste, mit ähnlichen Bewertungen wie Griechenland, Kroatien, Japan, Kolumbien, Chile, Mexiko, Südkorea und Russland.

Bedeutende Entwicklungen

Über die Zeit hinweg haben sich die Positionen der Länder Zentralasiens in der Rangliste erheblich verändert. Zum ersten Mal seit 2015 gilt Usbekistan nicht mehr das „glücklichste“ Land in Zentralasien und hat innerhalb eines Jahres neun Plätze verloren. Dieser Sprung ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr keine Gallup-Umfrage durchgeführt werden konnten. In die Rangliste 2021 hatte ein Fragebogen aus den Jahren 2018 und 2019 einfließen müssen. Tatsächlich werden nicht in allen Ländern jährliche Umfragen durchgeführt, insbesondere in Zentralasien.

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Kasachstan, Kirgistan und Turkmenistan werden laut Angaben des World Happiness Report hingegen immer glücklicher. Kasachstan macht fünf Plätze gut, Kirgistan drei und Turkmenistan 19. Für das letztgenannte Land, das geschlossenste in der Region, stammen die Daten aus dem Jahr 2019.

Tadschikistan belegt zwar den letzten Platz in Zentralasien, fällt aber nur auf den Stand von 2018 zurück. Damals wurden die Tadschik:innen als zufriedener als die Kirgis:innen angesehen.

Ein nuancierter Bericht über die Lage in der Welt

In der Berichterstattung anlässlich der Veröffentlichung des Berichts wird natürlich die Spitze der Rangliste besonders hervorgehoben. Für die Ausgabe 2022 erhält Finnland zum fünften Mal in Folge den Titel des glücklichsten Landes der Welt. Im Gegensatz dazu belegt Afghanistan den letzten Platz.

Ein anderer auffälliger Punkt im diesjährigen Bericht ist der Anstieg der negativen Emotionen seit 2020. Stress, Traurigkeit und Sorgen haben zwischen 2020 (+8%) und 2021 (+4%) vor dem Hintergrund der Covid-Krise zugenommen.

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Gleichzeitig zeigt der Bericht aber auch einen positiven Trend bei ehrenamtlichen Handlungen und der freiwilligen Hilfe der Bevölkerung in schwierigen Zeiten. „In jeder Region der Welt gab es einen starken Anstieg des Anteils der Menschen, die Geld für wohltätige Zwecke spenden, Ausländer:innen helfen und ehrenamtlich tätig sind. Insgesamt ist der weltweite Durchschnitt dieser drei Maße (während der Pandemie) bis 2021 um ein Viertel gestiegen“, merkt der Bericht an.

Der World Happiness Report wurde ins Leben gerufen, um die Grenzen der Indikatoren für Wirtschaftswachstum zu überwinden, gesellschaftlicher Komplexität gerecht zu werden und die globale Situation mit ihren starken Kontrasten und zahlreichen Herausforderungen hervorzuheben. Er basiert auf einem Vorschlag von Bhutan, das zuvor bereits einen Bruttonationalglücksindikator (BNG) eingeführt hatte. Der Bericht zielt darauf ab, dass Organisationen und Regierungen ihn aufgreifen, um Strategien und Programme für öffentliche Maßnahmen zu entwickeln, die die Lebensbedingungen der Menschen verbessern.

Indira Ramirez
Redakteurin für Novastan

Aus dem Französischen von Florian Coppenrath

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