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	<title>Politik &amp; Wirtschaft Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Wed, 01 Jul 2026 19:14:40 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Politik &amp; Wirtschaft Archives</title>
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	<item>
		<title>Usbekistan will regionaler Wirtschaftshub werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 19:14:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Forum]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Juni 2026 hat Usbekistan das f&#xFC;nfte &#x201E;Tashkent International Investment Forum&#x201C; ausgerichtet &#x2013; ein j&#xE4;hrlicher Treffpunkt, um internationale Investor:innen in das zentralasiatische Land zu locken. Zahlreiche franz&#xF6;sische Firmen, insbesondere in den Sektoren Energie, Infrastruktur, Industrie und &#xF6;kologischer Wandel, nahmen daran teil. Seit dem 16. Juni erinnern die Alleen des Central Asian Expo Centers wahrhaft an [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Juni 2026 hat Usbekistan das fünfte „Tashkent International Investment Forum“ ausgerichtet &#8211; ein jährlicher Treffpunkt, um internationale Investor:innen in das zentralasiatische Land zu locken. Zahlreiche französische Firmen, insbesondere in den Sektoren Energie, Infrastruktur, Industrie und ökologischer Wandel, nahmen daran teil.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem 16. Juni erinnern die Alleen des Central Asian Expo Centers wahrhaft an einen Ameisenhaufen. Es herrscht geschäftiges Treiben: Industrievertreter:innen, Geschäftsleiter:innen, Investor:innen sowie politische Verantwortliche kommen dort im weitläufigen, 23m² Messekomplex ohne Unterlass zusammen. Das Gebäude im Herzen der usbekischen Hauptstadt empfängt dieses Jahr mehrere Tausend Teilnehmende aus hunderten Ländern zum „Tashkent International Investment Forum“ (TIIF) – ein Schaufenster der Ambitionen Usbekistans, das gut versteht, sich als regionales Investitionszentrum in Zentralasien zu profilieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 39-jährige Baxtiyor Karimov hat die Geschäftsreise aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Viloyat_Qashqadaryo">Qashqadaryo</a>, einer im Süden Usbekistans gelegenen Provinz (usb. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wilaya">Viloyat</a>, Anm. d. Red.), angetreten. Er ist seit sechs Jahren Vize-Gouverneur des Distrikts Kitab und hat sich während der drei Messetage das Ziel gesetzt, Kontakte mit internationalen Unternehmen anzubahnen, um Projekte in seiner Region zu entwickeln.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es ist sehr wichtig für uns, diese Unternehmen zu treffen. Das eröffnet uns die Perspektive, neue Geschäfte zu machen und Partnerschaften mit ausländischen Firmen aufzubauen.“ </em>erläutert Karimov<em>. „Ich habe zum Beispiel mit Personen diskutiert, die in der Filiale der französischen Firma Saint-Gobain in Kasachstan arbeiten. Des Weiteren habe ich mit Mitgliedern der Agence française de développement (AFD, Französische Entwicklungsagentur) über Projekte in unserer Region gesprochen. Die Region Qashqadaryo ist reich an Mineralen, landwirtschaftlichen Ressourcen und Kohlenwasserstoff.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veranstaltung wird als wichtigste Investitionsplattform des Landes sowie als eine der wichtigsten Zentralasiens präsentiert. <em>„Wir sind Zentralasiens größter Markt“</em>, hebt Mels Ochilov hervor, ein dem Ministerium für Investitionen, Industrie und Handel von Usbekistan beigeordnete Abteilungsleiter. 2025 versammelte das TIIF mehr als 8000 Teilnehmende und mündete in der Unterzeichnung von Abkommen im Wert von über 30 Milliarden US-Dollar.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Einrichtung eines internationalen Finanzzentrums</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zu seinem fünften Jubiläum will das Forum noch weiter gehen. Gemäß dem Communiqué des Ministeriums für Investitionen, Industrie und Handel von Usbekistan sind dieses Jahr <em>„mehr als 160 Abkommen in einer Höhe von fast 43 Milliarden US-Dollar</em> (37,5 Milliarden Euro) <em>unterzeichnet worden“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einrichtung eines internationalen Finanzzentrums in Taschkent (TIFC) ist mit großem Pomp verkündet worden. Dieses soll sehr günstige steuerliche Rahmenbedingungen bieten, um sowohl Banken, Investmentfonds, aber auch globale Finanzgesellschaften anzulocken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In seiner offiziellen Rede auf dem Forum brachte der Usbekistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> Digitalisierungsprojekte und die Fortsetzung der Arbeiten zum Internationalen Zentrum digitaler Technologien von Usbekistan zur Sprache. <em>„Unsere Hauptaufgabe ist es, das Leben aller Bevölkerungsgruppen durch den flächendeckenden Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Bildung, im öffentlichen Dienst und in Geschäftsprozessen zu verbessern“</em>, erklärte der usbekische Präsident. Er bekräftigte ebenso, dass sein Land bereit sei, <em>„Initiativen in den Sektoren der New Economy voll zu unterstützen“.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Frankreich ist einer unserer größten Partner“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit mehreren Jahren kommt in Usbekistan eine Modernisierungspolitik in Gang. Ihr hauptsächliches Ziel: ausländische Investitionen anlocken, den Privatsektor entwickeln und seine Integration in die internationalen Wertschöpfungsketten stärken. Die Behörden heben zudem das sich verbessernde Geschäftsumfeld, ein umfassendes Privatisierungsprogramm sowie die strategische geographische Lage an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die großen Diskussionsthemen des diesjährigen Forums drehen sich rund um Energiewende, Infrastruktur, Logistik, die verarbeitende Industrie, kritische Mineralien und die Digitalwirtschaft. <em>„Usbekistan ist ein sich entwickelnder Markt und alle diese Sektoren müssen berücksichtigt werden“</em>, erklärt Mels Ochilov. „<em>Zum Beispiel im Digitalsektor ist die Digitalisierung einer der Schlüsselaspekte der Produktionskapazität, da sie es erlaubt, die diese zu analysieren. Im Technologiebereich ist Frankreich einer unserer größten Partner im Bergbau- und Energiesektor. Wir freuen uns, mit französischen Firmen zusammenzuarbeiten, um Zugang zu ihren Spitzentechnologien zu haben und davon zu profitieren.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/great-deals-kasachstan-und-usbekistan-schliessen-wirtschaftsabkommen-in-new-york/">„Great Deals“: Kasachstan und Usbekistan schließen Wirtschaftsabkommen in New-York</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die regionale Anbindung ist ebenso eine Priorität für das Land, denn <em>„das TIIF spielt eine wichtige Rolle für die regionale Wirtschaftsintegration: Es bietet Akteur:innen aus Zentralasien, aus dem südlichen Kaukasus und der Türkei, des Nahen Ostens, und sogar darüber hinaus, aus Europa und Asien mit der starken Beteiligung von China und Süd-Korea, die besonders gute Möglichkeit, ihre Partnerschaften zu entwickeln.“</em>, unterstreicht Olivier Grandvoinet, Büroleiter der französischen Entwicklungsagentur AFD in Taschkent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wichtiger Platz wird ebenso den Diskussionen rund um Transportkorridore und Energieaustausch eingeräumt. <em>„Dies illustriert die Ambition Usbekistans, sich als wirtschaftliche Schnittstelle zwischen Europa und Asien zu positionieren“</em>, fügt Grandvoinet hinzu. <em>„Schließlich ist das TIIF ein Treffpunkt für die usbekischen Behörden und die internationalen Entwicklungspartner:innen geworden. Dies ist insbesondere dieses Jahr aufgrund zahlreicher Veranstaltungen rund um europäische Akteur:innen wie der Europäischen Kommission, der Europäischen Investmentbank und der Europäischen Entwicklungsbank sichtbar.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Gelegenheit für französische Unternehmen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für große Unternehmen wird Usbekistan von nun an als Eingangstor zu ganz Zentralasien wahrgenommen. <em>„Unser Handelsvolumen mit Usbekistan beläuft sich auf rund 730 Millionen Euro, und wir verzeichnen einen Handelsüberschuss von 270 Millionen Euro zu unseren Gunsten.“</em>, bemerkt Walid Fouque, französischer Botschafter in Usbekistan. <em>„Wir möchten zur Diversifizierung der Partnerschaften mit diesem Land beitragen.”</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Kontext bringen französische Firmen zahlreiche Vorteile mit. Aufgrund ihrer Präsenz in den Sektoren Energie, Transport, Stadtinfrastruktur, Dienstleistungen sowie Landwirtschaft profitieren sie von einem vorteilhaften Image, das an ihre technologische Expertise und ihr technologisches Know-How geknüpft ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wirtschaftliche-annaeherung-zwischen-singapur-und-usbekistan/">Wirtschaftliche Annäherung zwischen Singapur und Usbekistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>“Die Landwirtschaft in Usbekistan stellt eine große Herausforderung dar.“</em>, erklärt Usbekistans Landwirtschaftsminister Ibrohim Abduraxmonov. “<em>Bei landwirtschaftlichen Technologien haben wir eine Kooperation im Bereich der Mechanisierung mit der französischen Firma KUHN</em> (eine Filiale der Schweizer Unternehmensgruppe Bucher Industries, Anm. d. Red.) <em>laufen. Wir möchten voll von der französischen Erfahrung in diesem Bereich profitieren.”</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>“In all diesen Bereichen setzen wir Projekte mit den </em><em>Usbek:innen um”, unterstreicht der Botschafter Frankreichs in Usbekistan und verweist auf die Unternehmensgruppe Voltalia oder EDF, die im Land Bauvorhaben durchführen.</em>“ Dies trifft auch auf die französische Firma TotalEnergies zu, die Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien in Usbekistan durchführt, <em>“denn es gibt noch zahlreiche Wachstumschancen aufgrund des steigenden Strombedarfs, der Entwicklung der Transportinfrastruktur für Strom und der Vorteile dieser Region für Erneuerbare Energien. Usbekistan profitiert von ausgezeichneten Wind- und Sonnenenergiepotenzialen und verfügt über umfangreiche Flächenressourcen.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>S</em>uez, Airbus, Saint-Gobain, Michelin, Orano… <em>“Alle großen französischen Unternehmen positionieren sich derzeit in Usbekistan.”</em>, fügt er hinzu. Das TIIF stellt für diese daher eine Gelegenheit dar, ihre Position auf einem stark wachsenden Markt mit fast 38 Millionen Einwohner:innen zu stärken.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Test für die Attraktivität des Landes</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Abgesehen von den Investitionsankündigungen ist das TIIF 2026 ein Praxistest für die Fähigkeit Usbekistans, das Vertrauen internationaler Investor:innen aufrechtzuerhalten. <em>“Die heikelste Übung besteht darin, wirtschaftliche Beziehungen mit Russland aufrechtzuerhalten, die nach wie vor essentiell für die Zahlungsbilanz des Landes sind, insbesondere aufgrund der hohen Überweisungen von in Russland tätigen Arbeitnehmer:innen. Dabei soll jedoch vermieden werden, in eine allzu offensichtliche Zwickmühle hinsichtlich der westlichen Sanktionen gegen Russland zu geraten.“</em>, erklärt Julien Vercueil, Wirtschaftsprofessor am INALCO (Nationales Institut für orientalische Sprachen und Kulturen) und dessen Vize-Direktor für Wertschöpfung und ökologische Verantwortung. “<em>In diesem instabilen Kontext ist die Vorhersehbarkeit der Politik entscheidend für den Vertrauensaufbau bei ausländischen Unternehmen.”</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die usbekische Regierung ist das Ziel klar: die Reformen, die seit einigen Jahren unternommen werden, in konkrete Projekte umwandeln. <em>“Eine große strukturelle Herausforderung für das Land”</em>, konstatiert Olivier Grandvoinet, Leiter des Taschkenter Büros der französischen Entwicklungsagentur AFD., das in Zukunft <em>“ausreichend Arbeitsplätze für eine junge und stark wachsende Bevölkerung schaffen muss.”</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Louise Simondet, Korrespondentin für Novastan in Usbekistan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/louzbekistan-affirme-son-ambition-de-devenir-un-carrefour-economique-regional/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Cornelia Steinigen</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Politisches Oberhaupt Berg-Badachschans bei Autounfall gestorben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2026 20:57:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Alischer Mirsonabot]]></category>
		<category><![CDATA[Berg-Badachschan]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Unfall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach dem Tod von Alischer Mirsonabot gehen die Einsch&#xE4;tzungen seiner Amtszeit weit auseinander. Am 17. Juni 2026 ist der Verwaltungschef der tadschikischen Autonomen Provinz Berg-Badachschan, Alischer Mirsonabot, bei einem Autounfall im Bezirk Darwoz ums Leben gekommen. Sein Dienstfahrzeug st&#xFC;rzte in den Grenzfluss Pandsch. Mit ihm verungl&#xFC;ckten seine Frau, seine zweij&#xE4;hrige Tochter, sein Assistent und sein [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nach dem Tod von Alischer Mirsonabot gehen die Einschätzungen seiner Amtszeit weit auseinander.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 17. Juni 2026 ist der Verwaltungschef der tadschikischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">Autonomen Provinz Berg-Badachschan</a>, Alischer Mirsonabot, bei einem Autounfall im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Darvoz_District">Bezirk Darwoz</a> <a href="https://www.vkd.tj/8341-jekstrennoe-soobschenie-press-centra-ministerstva-vnutrennih-del-respubliki-tadzhikistan.html">ums Leben</a> gekommen. Sein Dienstfahrzeug stürzte in den Grenzfluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pandsch</a>. Mit ihm verunglückten seine Frau, seine zweijährige Tochter, sein Assistent und sein Fahrer. Wie das tadschikische Nachrichtenportal Asia-Plus <a href="https://asiaplus.news/en/2026/06/23/search-for-gbao-chairman-alisher-mirzonabot-continues-over-100-rescuers-involved/">berichtet</a>, wurden die Leichen trotz Suchmaßnahmen noch nicht gefunden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Trauer über den Unfalltod Mirsonabots und seiner zweijährigen Tochter wird von einer kontroversen Debatte über seine politische Bilanz begleitet. Während die Regierung seine Rolle bei der Stabilisierung der Region hervorhebt, werfen ihm Kritiker vor, für eine Welle von Repressionen in Berg-Badachschan mitverantwortlich zu sein. Die autonome Provinz ist Heimat der ethnischen Minderheit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamiri">Pamiri</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von der Regierung gelobt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Alischer Mirsonabot wurde <a href="https://fergana.media/news/123726/">im November 2021</a> zum Oberhaupt von Berg-Badachschan ernannt. Zuvor war er nacheinander als stellvertretender Leiter des Staatlichen Komitees für Nationale Sicherheit (GKNB), als stellvertretendes Oberhaupt Berg-Badachschans sowie als Bürgermeister von Berg-Badachschans Hauptstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh">Chorugh</a> tätig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rustam_Emomalij">Rustam Emomali</a>, Vorsitzender der Nationalversammlung und Sohn des tadschikischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a>, sprach sein Beileid aus und <a href="https://t.me/RustamEmomali/8145">erklärte</a>: <em>„Der Verstorbene zeichnete sich durch seine vorzüglichen menschlichen Eigenschaften, sein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein und sein Engagement für Staat und Nation aus. Durch seine Beiträge zur gesellschaftlichen Entwicklung hatte er sich den besonderen Respekt und die Anerkennung seiner Kollegen erworben. Das ehrende Gedenken an Alischer Hudoberdi Mirsonabot wird für immer in den Herzen der Menschen fortleben.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/berg-badachschan-der-tod-von-inhaftierten-aktivisten-hat-system/"><strong>Berg-Badachschan: Der Tod von inhaftierten Aktivisten hat System</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung würdigte Mirsonabot für die aus ihrer Sicht erfolgte Wiederherstellung der Ordnung in der Region. Wie <a href="https://www.ozodi.org/a/nigohho-ba-kornomai-alisher-mirzonabot/33783824.html">Radio Ozodi</a>, der tadschikische Dienst von Radio Free Europe, berichtet, wird in offiziellen Beileidsbekundungen staatlicher Stellen seine Rolle bei der Wiederherstellung der Stabilität und der Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung in Berg-Badachschan hervorgehoben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von der Opposition geschmäht</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das oppositionelle Medium <a href="https://pamirinside.org/analytics/14825">Pamir Inside</a> zeichnet seinerseits ein verheerendes Bild der viereinhalbjährigen Amtszeit von Alischer Mirsonabot, der von der Zentralregierung ernannt und nicht von der Bevölkerung gewählt worden war. In diesem Zeitraum wurden mehr als 300 Menschen aus politischen Gründen inhaftiert, und über 50.000 verließen die Region aufgrund von Repression – bei einer geschätzten Gesamtbevölkerung von 250.000 Einwohner:innen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem <a href="https://novastan.org/de/panorama/tadschikistan-tote-und-verletzte-bei-protesten-in-berg-badachschan/">im November 2021</a> Spannungen zwischen der Bevölkerung und den Behörden begannen, sieht „Pamir Inside“ in dem <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-ein-jahr-seit-den-tragischen-ereignissen-im-pamir/?noredirect=de-DE">blutigen Vorgehen</a> gegen Proteste in Chorugh und Ruschan im Mai 2022 den Höhepunkt dieser repressiven Maßnahmen. Den Journalist:innen zufolge war <em>„Mirsonabot nicht bloß ein außenstehender Beobachter. Er unterstützte diesen Prozess öffentlich und politisch, sprach sich nicht gegen das harte Vorgehen aus und wurde faktisch zum Gesicht dieser Politik in der Region.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><strong> </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-ethnische-saeuberungen-und-repression-in-berg-badachschan/"><strong>Tadschikistan: ethnische Säuberungen und Repression in Berg-Badachschan</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktionen wie Entführungen und <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/rekrutierung-in-tadschikistan-problem-fuer-behoerden-hoelle-fuer-soldaten/?noredirect=de-DE">Zwangsrekrutierungen</a> – die in Berg-Badachschan früher selten waren – sind dort inzwischen zur Norm geworden, genau wie im Rest des Landes. Kurz gesagt: Auch wenn die Provinz in der Vergangenheit tatsächlich eine gewisse, wenn auch fragile Autonomie genoss, wurde sie inzwischen – wie der Rest des Landes – auf Linie gebracht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Misstrauen gegenüber den Behörden</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich entwickelte sich während seiner Amtszeit ein ausgeprägtes öffentliches Misstrauen gegenüber den Behörden. Ironischerweise verdeutlicht sein Tod dies einmal mehr. Trotz seiner unerschütterlichen Loyalität gegenüber der Hauptstadt verbreiten sich in den sozialen Medien Gerüchte über seine Ermordung – so abwegig erscheint es mittlerweile, dass eine mächtige Persönlichkeit auf andere Weise zu Fall kommen könnte als auf Anordnung aus Duschanbe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des Innenministeriums hingegen verlor der Fahrer bei überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Wagen prallte daraufhin gegen zwei Masten, bevor er in den darunterliegenden Fluss stürzte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Laufende Ermittlungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einige stellen bereits eine Liste von Ungereimtheiten zusammen – so etwa Anora Sarkorowa, eine ehemalige BBC-Journalistin, die nun als unabhängige Journalistin im Exil arbeitet. Sie verzichtet darauf, der Zentralregierung Mord anzulasten, weißt auf <a href="https://www.facebook.com/anora.sarkor/posts/pfbid02xcS54q5tHE3RQpJjfjVND5cGoDtyPPamTtHxVpkV9TefxkqmXDhzFGmCAhkF2gepl">Facebook</a> jedoch auf Ungereimtheiten hin. So seien die Insassen des Wagens bereits für tot erklärt worden, noch bevor die Rettungsmaßnahmen abgeschlossen waren. Die Schilderung des Hergangs sei angesichts des offensichtlichen Fehlens von Zeugen verdächtig präzise. Zudem scheint das Nummernschild unversehrt geblieben zu sein und den Unfall überstanden zu haben – als sollte es die Identität der Opfer bezeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr zufolge tauchte ein von einem Soldaten nach dem Vorfall aufgenommenes Video genau im richtigen Moment in den sozialen Medien auf – obwohl es Soldaten untersagt ist, diese strategisch wichtigen Grenzbereiche zu filmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Journalistin führt sieben Punkte im Zusammenhang mit dem Unfall auf, die sie beunruhigen, weist aber auch darauf hin, dass die von der Regierung angeordnete Untersuchung noch andauert. Tatsache ist, dass das Misstrauen mittlerweile so groß ist, dass viele Menschen bereit sind zu glauben, jede einflussreiche Persönlichkeit, die verschwindet, müsse von Duschanbe beseitigt worden sein – selbst wenn es sich um dessen treuesten Verbündeten handelte.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Judith Robert für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/qui-etait-le-president-du-haut-badakhchan-mort-dans-un-accident-de-voiture/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



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		<title>Kasachstan: Anti-Kriegs-Priester in psychiatrische Klinik eingewiesen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2026 20:54:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Orthodoxie]]></category>
		<category><![CDATA[Psychatrie]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Vater Iakov]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 25. Mai ist Vater Iakov in eine psychiatrische Einrichtung au&#xDF;erhalb von Almaty verlegt worden. Als entschiedener Gegner von Russland Krieg gegen die Ukraine verk&#xF6;rperte er zuletzt eine kasachstanische orthodoxe Kirche frei vom Joch Moskaus. Seine Unterbringung erfolgte nach wachsendem Druck seitens der Beh&#xF6;rden: ein Vorgehen, das von zahlreichen NGOs verurteilt wurde. Im Fall von [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 25. Mai ist Vater Iakov in eine psychiatrische Einrichtung außerhalb von Almaty verlegt worden. Als entschiedener Gegner von Russland Krieg gegen die Ukraine verkörperte er zuletzt eine kasachstanische orthodoxe Kirche frei vom Joch Moskaus. Seine Unterbringung erfolgte nach wachsendem Druck seitens der Behörden: ein Vorgehen, das von zahlreichen NGOs verurteilt wurde.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Fall von Vater <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Yakov_Vorontsov">Iakov Vorontsov</a> (bürgerlich Vladimir Vorontsov) wurde ein weiterer Schritt vollzogen. Am 25. Mai wurde der ehemalige orthodoxe Priester nach mehrmonatiger Untersuchungshaft zwangsweise in eine psychiatrische Spezialklinik in der Nähe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a> verlegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung eines kasachstanischen Gerichts erging, obwohl seine Anwälte Beschwerde gegen das Verfahren eingelegt hatten. Dies berichtet <a href="https://www.azattyqasia.org/a/sud-v-almaty-postanovil-napravit-v-psihiatricheskiy-statsionar-byvshego-svyaschennika-rpts-iakova-vorontsova-nahodyaschegosya-pod-strazhey/33761591.html">Radio Azattyq</a>, der kasachstanische Dienst von Radio Free Europe. Nach Angaben mehrerer NGOs und internationaler Organisationen wurden weder Vorontsov noch sein Verteidigerteam über die Anhörung informiert, die zu seiner Internierung führte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Öffentliche Äußerungen gegen den Krieg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der 40-jährige Vater Iakov ist der in den letzten Jahren als eine der unkonventionellsten religiösen Persönlichkeiten Kasachstans in Erscheinung getreten ist. Damals noch als Priester des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Russisch-Orthodoxe_Kirche">Moskauer Patriarchats</a> verurteilte er bereits im Februar 2022 öffentlich den russischen Einmarsch in die Ukraine und schloss sich einem offenen Brief an, der von mehreren hundert kriegsgegnerischen orthodoxen Gesitlichen unterzeichnet worden war.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Seine öffentlichen Äußerungen führten rasch zu Sanktionen seitens der Russisch-Orthodoxen Kirche in Kasachstan. Nachdem er 2023 zunächst suspendiert und anschließend formell aus dem Klerus entlassen worden war, kritisierte Vorontsov jahrelang den politischen und religiösen Einfluss, den Moskau auf die orthodoxen Strukturen in Kasachstan ausübte. Er setzte sich für die Gründung einer unabhängigen orthodoxen Gemeinschaft ein – einer Gemeinschaft, die auf den kasachstanischen nationalen Kontext zugeschnitten und vom russischen Patriarchat unabhängig sein sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-ukraine-ist-meine-heimat-geworden-zentralasiaten-helfen-einem-land-im-krieg/">„Die Ukraine ist meine Heimat geworden“: Zentralasiat:innen helfen einem Land im Krieg</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenige Tage vor seiner Festnahme im Februar 2026 hatte Vorontsov ein Gerichtsverfahren gegen das Justizministerium Kasachstans eingeleitet, nachdem dieses die Registrierung einer neuen unabhängigen orthodoxen Gemeinde verweigert hatte. In der Nacht zum 13. Februar durchsuchte die Polizei seine Wohnung in Almaty. Die Behörden gaben an, Betäubungsmittel gefunden zu haben, und leiteten Ermittlungen wegen Drogenbesitzes sowie des „Betreibens eines Ortes für den Drogenkonsum“ ein – Vorwürfe, die der Geistliche und seine Anhänger zurückweisen. Sie prangern den Fall als politisch motiviert an.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Besorgniserregende Haftbedingungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit seiner Festnahme haben verschiedene Faktoren die Kritik von Menschenrechtler:innen befeuert. Vorontsov gibt an, dass ihm Familienbesuche, Unterlagen aus seiner Verfahrensakte sowie seine religiöse Literatur verweigert wurden. Sein Anwalt Galym Nurpiesov wirft den Behörden zudem vor, psychiatrische Untersuchungen ohne Zustimmung oder vorherige Benachrichtigung der Verteidigung durchgeführt zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.hrw.org/news/2026/05/28/kazakhstan-psychiatric-detention-of-activist-priest">Human Rights Watch</a> sieht den Fall als Teil eines besorgniserregenden Trends in Kasachstan: den Einsatz der Psychiatrie als Instrument politischer Repression. Die Organisation hebt insbesondere hervor, dass bei Iakov Vorontsov keinerlei Vorgeschichte psychiatrischer Probleme oder von Missbrauch verbotener Substanzen vorliegt. Außerdem seien zahlreiche Verfahrensunregelmäßigkeiten seit seiner Festnahme festgestellt worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/warum-spricht-usbekistan-china-und-russland-sein-beileid-aus-aber-niemals-der-ukraine/"><strong>Warum spricht Usbekistan China und Russland sein Beileid aus, aber niemals der Ukraine?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Unterstützung wurde ein <a href="https://www.birkirpish.kz/#petitions/18">offener Brief</a> an Kasachtans Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> verfasst und von mehr als hundert Menschenrechtler:innen aus Russland und Kasachstan unterzeichnet. Darin wird die Freilassung von Iakov Vorontsov gefordert und das Verfahren als rechtswidrig verurteilt. Zudem wurde er vom <a href="https://bureau.kz/en/news/vorontsov-added-to-list/">Kasachischen Internationalen Büro für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit (KIBHR)</a> in die Liste der Personen aufgenommen, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden. Auch die Vereinten Nationen haben Zweifel an den Beweggründen für die Inhaftierung <a href="https://spcommreports.ohchr.org/TMResultsBase/DownLoadPublicCommunicationFile?gId=30902">geäußert</a>. Der Fall Vorontsov weckt zudem Erinnerungen an die sowjetische Praxis der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Politischer_Missbrauch_der_Psychiatrie_in_der_Sowjetunion">Strafpsychiatrie</a>, die gegen politische und religiöse Dissident:innen eingesetzt wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zersplitterung der russischsprachigen<strong> </strong>Gemeinschaft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über die religiöse Dimension hinaus offenbart der Vorfall wachsende Spannungen innerhalb der kasachstanischen Gesellschaft in Bezug auf Russlands Krieg gegen die Ukraine. Seit 2022 bemüht sich Astana um eine diplomatische Balance zwischen Moskau und dem Westen. Gleichzeitig werden politische Äußerungen unterbunden, die die Beziehungen zu Russland gefährden könnten. Vor diesem Hintergrund sind offen kriegskritische Äußerungen besonders heikel – insbesondere dann, wenn sie von einer religiösen Persönlichkeit aus der russischsprachigen orthodoxen Gemeinschaft stammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Russisch-Orthodoxe_Kirche_in_Kasachstan">orthodoxe Kirche in Kasachstan</a> – ein Metropolitenbezirk des Moskauer Patriarchats – ist eines der Instrumente, mit denen Moskau Einfluss auf Astana ausübt. Laut der letzten Volkszählung von 2021 leben mehr als 3 Millionen orthodoxe Christ:innen in Kasachstan. Sie sind überwiegend russischer Herkunft, gehören aber auch ethnischen Gruppen ukrainischer und belarussischer Abstammung an. Die Aussicht auf eine eigenständige kasachstanische orthodoxe Kirche würde den russischen Behörden den privilegierten Zugang zu den slawischen Gemeinschaften Kasachstans entziehen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lenny Cabrol für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/au-kazakhstan-un-pretre-orthodoxe-contre-la-guerre-en-ukraine-interne-en-hopital-psychiatrique/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Kasachstans Schlüsselrolle beim Ausbau des Mittleren Korridors</title>
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		<dc:creator><![CDATA[La rédaction]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 15:37:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Halbinsel]]></category>
		<category><![CDATA[Astana]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Eisenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Geopolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Kaukasus]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg in der Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Mittlerer Korridor]]></category>
		<category><![CDATA[Transport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im vergangenen Monat war Kasachstan Gastgeber der 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen, an der Vertreter aus &#xFC;ber drei&#xDF;ig L&#xE4;ndern teilnahmen. F&#xFC;r Astana bot sich damit die Gelegenheit, vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Neuordnung der globalen Handelswege seine Ambitionen f&#xFC;r den &#x201E;mittleren Korridor&#x201C; zu demonstrieren. Vom Ende April 2026 bot [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im vergangenen Monat war Kasachstan Gastgeber der 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen, an der Vertreter aus über dreißig Ländern teilnahmen. Für Astana bot sich damit die Gelegenheit, vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Neuordnung der globalen Handelswege seine Ambitionen für den „mittleren Korridor“ zu demonstrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom Ende April 2026 bot die 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen im Herzen von Astana die Gelegenheit, mehr als dreißig Länder in einem unsicheren geopolitischen Kontext zusammenzubringen. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_f%C3%BCr_die_Zusammenarbeit_der_Eisenbahnen">Organisation für die Zusammenarbeit der Eisenbahnen</a>, bekannt als OSJD, ist eine zwischenstaatliche Organisation, die ein Netz von mehr als 320.000 km Eisenbahnstrecken <a href="https://en.osjd.org/api/media/resources/c/68/121/258">vereint</a> und jährlich den Transport von etwa 5,5 Milliarden Fahrgästen und fast 5 Milliarden Tonnen Güter gewährleistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 1956 gegründete OSJD, das wichtigste Forum für die Koordinierung des Eisenbahnverkehrs zwischen Europa und Asien und Erbe der technischen Zusammenarbeit aus der Sowjetzeit, hat sich nach und nach um neue Mitglieder erweitert. Derzeit zählt sie 27 <a href="https://www.geo-ref.net/en/t-osjd.htm">Mitglieder</a>, von Albanien bis Vietnam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Jahr versammelte die <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">40. Konferenz der Generaldirektoren</a> der Eisenbahnen mehr als 300 Führungskräfte und Vertreter von Eisenbahnunternehmen. Der kasachstanische Premierminister Oljas Bektenov hielt dort persönlich eine Rede, was die politische Bedeutung der Veranstaltung unterstreichen sollte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Er erinnerte daran, dass <em>„der Eisenbahnsektor Kasachstans, der eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung spielt, darauf abzielt, die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern und ein nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten“</em>. Der Premierminister <a href="https://primeminister.kz/en/news/kazakhstan-to-build-5000-km-of-new-railways-in-the-next-four-years-olzhas-bektenov-at-osjd-conference-31306">kündigte</a> zudem ehrgeizige Ziele für die kommenden Jahre an und erklärte, er wolle in den nächsten vier Jahren <em>„weitere 5.000 Kilometer Eisenbahnstrecken bauen“ </em>und <em>„das Transitvolumen bis 2035 auf 100 Millionen Tonnen pro Jahr steigern“</em>, womit er seinen Willen unterstrich, die zentrale Rolle Kasachstans im Handel zwischen Europa und China zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Delegation aus Afghanistan, traf sich <a href="https://pajhwok.com/2026/05/01/afghan-delegation-attends-osjd-rail-conference-in-kazakhstan/">laut der afghanistanischen Nachrichtenagentur Pajhwok Afghan News</a> mit kasachstanischen und aserbaidschanischen Vertretern, um über den Ausbau der Häfen von Hairatan und Torghundi sowie über den regionalen Transitverkehr zu beraten. Diese Anwesenheit, ebenso wie die die gemeinsame <a href="https://en.osjd.org/en/8821/page/106072?id=262551">Teilnahme</a> der Ukraine und Russlands, verdeutlicht, dass die Zusammenarbeit im Eisenbahn- und Transitbereich häufig von funktionalen und wirtschaftlichen Interessen geprägt ist und damit politische Konfliktlinien teilweise überlagert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Fragen der Finanzverwaltung befasste sich die Konferenz auch mit dem künftigen Arbeitsprogramm der OSJD und der Organisation der nächsten Sitzung. Der Schwerpunkt lag auf der Steigerung der Transportmengen, der Modernisierung der Infrastruktur sowie dem Übergang zu leistungsfähigeren Technologien, um die Effizienz und den reibungslosen Ablauf des Schienenverkehrs zu verbessern, <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">berichtet das Medium Transport Corridors</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der mittlere Korridor im Zentrum globaler Herausforderungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit seiner Aussage, „<em>Eurasien in einen einheitlichen und optimal funktionierenden Verkehrsknotenpunkt zu verwandeln“</em>, bezieht sich Kasachstans Premierminister direkt auf die Handelsroute, die sich in der Region seit etwa zwanzig Jahren entwickelt, insbesondere im Zuge der chinesischen Initiative der Neuen Seidenstraßen aus dem Jahr 2013.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der mittlere Korridor, auch Trans-Caspian International Transport Route (TITR) genannt, ist ein 4.000 Kilometer langer multimodaler Transportkorridor, der chinesische Fabriken über Zentralasien, das Kaspische Meer, den Südkaukasus und die Türkei mit den europäischen Märkten verbindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist auch die kürzeste Landroute zwischen China und Europa, vorausgesetzt, die notwendige Infrastruktur ist vorhanden, was lange Zeit <a href="https://astanatimes.com/2026/04/kazakhstan-expands-rail-network-and-transit-corridors-to-strengthen-eurasian-connectivity/">nicht der Fall war</a>. Die Lieferzeiten, die früher mehrere Wochen betrugen, sind laut The Astana Times heute auf etwa 18 Tage gesunken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sangesur-korridor-neue-chancen-fuer-zentralasien/">Sangesur-Korridor: Neue Chancen für Zentralasien?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verkürzung wurde zum Teil durch die digitale Transformation und die Einführung des <a href="https://globaldtc.com/products/tez-customs">TezCustoms-Systems</a> ermöglicht, wodurch die Abfertigungszeit an den Grenzen zu China von 8 Stunden auf 30 Minuten reduziert werden konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bektenov hob die <a href="https://primeminister.kz/en/news/kazakhstan-to-build-5000-km-of-new-railways-in-the-next-four-years-olzhas-bektenov-at-osjd-conference-31306">zentrale Rolle Kasachstans</a> hervor, durch das etwa 85 Prozent des Verkehrsaufkommens des mittleren Korridors fließen. Er kündigte zudem den Bau von 5.000 Kilometern neuer Eisenbahnstrecken in den nächsten vier Jahren an, mit dem Ziel, bis 2035 eine Transitkapazität von 100 Millionen Tonnen pro Jahr zu erreichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Route, die seit den geopolitischen Krisen einen Aufschwung erlebt&#8230;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese eurasische Verkehrsachse ist einer der großen Nutznießer der weltweiten geopolitischen Lage der letzten vier Jahre, wobei zwei aufeinanderfolgende Schocks ihre Bedeutung deutlich gesteigert haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste ist der Krieg in der Ukraine seit 2022: Die westlichen Sanktionen gegen Russland haben laut Transport Corridors dazu geführt, dass das Frachtvolumen in Richtung Westen auf russischen Straßen im Jahr 2023 um 51 Prozent <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">eingebrochen ist</a>. Der mittlere Korridor hat sich somit als einzige praktikable Landbrücke zwischen China und Europa etabliert, die das russische Territorium umgeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/global-gateway-die-eu-investiert-in-den-transkaspischen-korridor/">Global Gateway: Die EU investiert in den Transkaspischen Korridor</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Faktor ist der Krieg im Nahen Osten und die Ende 2023 ausgelösten Angriffe der Huthi im Roten Meer. <a href="https://www.gulf-times.com/article/673811/region/houthi-red-sea-attacks-force-rerouting-of-vessels-disrupting-supply-chains">Laut der katarischen Zeitung Gulf Times</a> haben einige Unternehmen angesichts der in der Region herrschenden Unsicherheit ihren Verkehr von der Straße von Hormus und dem Suezkanal zum Kap der Guten Hoffnung verlagert, was die Landalternativen umso attraktiver macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2024 <a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia/politika/2026/04/middle-corridor-transport-prospect">stieg</a> das Frachtvolumen auf der eurasischen Route laut dem amerikanischen Think Tank Carnegie Endowment for International Peace im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 63 Prozent auf 4,1 Millionen Tonnen, gegenüber nur 500.000 Tonnen vor der groß angelegten russischen Invasion in der Ukraine. Allein auf der Strecke China–Europa hat sich die Zahl der transportierten Container laut der Zeitschrift CEBRI zwischen 2023 und 2024 um das 25-Fache <a href="https://cebri.org/revista/en/artigo/220/middle-corridor-connecting-brazil-to-eurasia-via-azerbaijan">erhöht</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8230;die jedoch weiterhin behindert wird</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz ihres Potenzials, sich zu einer wettbewerbsfähigen Hauptroute zu entwickeln, bleibt die eurasische Verkehrsachse durch strukturelle Probleme <a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia/politika/2026/04/middle-corridor-transport-prospect">eingeschränkt</a>. „<em>Der mittlere Korridor ist noch weit davon entfernt, wettbewerbsfähig zu sein. Er bewältigt nur etwa 6 Prozent der jährlichen Kapazität des nördlichen Korridors (über Russland), die sich auf 100 Millionen Tonnen beläuft, und während viele westliche Akteure mit einem weiteren Wachstum rechnen, deuten mehrere Indikatoren stattdessen auf eine Verlangsamung hin“</em>, erklärt Bektenov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Infrastruktur des mittleren Korridors ist in der Tat nach wie vor unzureichend, mit oft überlasteten Häfen, insbesondere in Georgien, und einer von Natur aus fragmentierten Route, da sie auf einer Abfolge von Verkehrsträgern beruht, was sie langsamer, teurer und weniger flüssig macht als die alternativen Routen über Russland oder auf dem Seeweg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen <a href="http://?">anhaltende geopolitische Instabilitäten im Kaukasus</a> und rund um den Iran sowie ökologische Herausforderungen, insbesondere der sinkende Wasserstand des Kaspischen Meeres, der sich direkt auf die Hafenkapazitäten und die Kontinuität des Seeverkehrs auswirkt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lorenz Uberti für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/au-kazakhstan-une-conference-sur-les-chemins-de-fer-abordent-le-corridor-median/">Französischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>
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		<item>
		<title>„Ich brauchte nur einen Reisepass“: Zentralasiatische Kriegsgefangene in der Ukraine zwischen Loyalität und Reue</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michèle Häfliger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 10:46:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Staatsbürgerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>B&#xFC;rger aus Zentralasien stellen den gr&#xF6;&#xDF;ten Anteil ausl&#xE4;ndischer K&#xE4;mpfer in der russischen Armee. Novastan hat mehrere von ihnen, die von ukrainischen Streitkr&#xE4;ften gefangen genommen wurden, aufgesucht. Ihre Berichte verdeutlichen, wie Migranten aus Zentralasien f&#xFC;r Moskau zu einer Quelle besonders anf&#xE4;lliger Rekruten geworden sind. Im Hof einer Milit&#xE4;rstrafanstalt in der Region Lviv im Westen der Ukraine [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bürger aus Zentralasien stellen den größten Anteil ausländischer Kämpfer in der russischen Armee. Novastan hat mehrere von ihnen, die von ukrainischen Streitkräften gefangen genommen wurden, aufgesucht. Ihre Berichte verdeutlichen, wie Migranten aus Zentralasien für Moskau zu einer Quelle besonders anfälliger Rekruten geworden sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Hof einer Militärstrafanstalt in der Region Lviv im Westen der Ukraine schreiten Dutzende von Gefangenen schweigend zum Speisesaal. An den Wänden um sie herum hängen Porträts von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Romanowitsch">Daniel von Galizien</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stepan_Bandera">Stepan Bandera</a> und anderen ukrainischen Nationalisten. Im größten Kriegsgefangenenlager des Landes sind alle Beschriftungen und Befehle auf Ukrainisch verfasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Bei uns läuft alles gut, sie sind ruhig, es gibt keine Schlägereien“</em>, erzählt ein Wachmann. Vor seinen Augen betreten die Gefangenen die Kantine zum Mittagessen. Ihre Gesichter sind verschlossen. Einige Häftlinge haben bereits vier Jahre im Lager verbracht. Vor allem weist ein Großteil von ihnen deutlich asiatische Gesichtszüge auf. Bei einigen handelt es sich um Russen aus sibirischen Republiken wie Burjatien und Jakutien, wo die Einberufungsquoten besonders hoch sind.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="771" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kantine-des-Kriegsgefangenen-Camps-am-15-April-2026-Foto-Driss-Rejichi-1024x771.jpg" alt="" class="wp-image-44844" style="aspect-ratio:1.3281519161785866;width:1024px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kantine-des-Kriegsgefangenen-Camps-am-15-April-2026-Foto-Driss-Rejichi-1024x771.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kantine-des-Kriegsgefangenen-Camps-am-15-April-2026-Foto-Driss-Rejichi-300x226.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kantine-des-Kriegsgefangenen-Camps-am-15-April-2026-Foto-Driss-Rejichi-768x579.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kantine-des-Kriegsgefangenen-Camps-am-15-April-2026-Foto-Driss-Rejichi.jpg 1536w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kantine des Kriegsgefangenen-Camps am 15. April 2026. Foto: Driss Rejichi</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Viele andere sind Soldaten aus den fünf ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens. <em>„Die meisten Ausländer, die ich in der russischen Armee gesehen habe, kamen von dort“</em>, erklärt Chuschbacht Perusalijew. Im Frühjahr 2024 unterzeichnete der 47-jährige Tadschike einen Vertrag, um in der russischen Armee zu dienen. <em>„Man sagte mir: ‚Du wirst nicht an der Front sein, nichts dergleichen, du wirst einfach in einem Lager arbeiten‘ … Also habe ich zugestimmt“</em>, erinnert sich der Mann mit rasiertem Kopf und Bart. Eine Lüge: Wenige Wochen später wurde der Tadschike von ukrainischen Streitkräften gefangen genommen, nachdem er bei einem Frontalangriff im Gebiet Donezk verwundet worden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weit vor den 1.400 Männern aus afrikanischen Ländern oder den 200 indischen Staatsbürgern, die seit Kriegsbeginn von der russischen Armee rekrutiert wurden, sollen laut den im April 2026 von der ukrainischen Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene veröffentlichten Daten bereits mehr als 12.000 Soldaten aus Zentralasien an der „militärischen Sonderoperation“ in der Ukraine teilgenommen haben. Mehr als die Hälfte der ausländischen Kämpfer, die für Russland kämpfen, stammen somit aus dieser Region.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Angesichts von Razzien und Ausweisungen: das Versprechen eines Passes</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Alle zentralasiatischen Kriegsgefangenen, mit denen Novastan gesprochen hat, befanden sich im Gefängnis von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mykolajiw">Mykolajiv</a> und waren bereits vor 2022 in Russland. <em>„Die Rekrutierungsbemühungen, die sich an Ausländer richten, konzentrieren sich auf Arbeitsmigranten und Häftlinge, die eine Freiheitsstrafe verbüßen“</em>, betont ein Offizier der ukrainischen Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Iljas, ein kirgistanischer Staatsbürger und Getränkehändler, der seit 2007 in Moskau lebt, unterzeichnete seinen Vertrag im April 2025. <em>„Mir wurde bei der Rekrutierung nicht direkt die Staatsbürgerschaft versprochen, aber ich wusste, dass ich später die Möglichkeit haben würde, sie zu erhalten“</em>, erklärt der Vierzigjährige.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im Januar 2024 unterzeichnete Wladimir Putin ein Dekret, das es ermöglichte, bestimmten Ausländern, die in der Armee gedient hatten, insbesondere während der „militärischen Sonderoperation“, die Staatsbürgerschaft zu gewähren. Die Zahl der Ausländer, die davon profitiert haben, ist nach wie vor unbekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Ukraine berichten die zentralasiatischen Gefangenen übereinstimmend, dass sie nach einer kurzen Ausbildung an die Front geschickt wurden, was zu hohen Verlusten führte. <em>„Wir rückten auf ein Dorf vor, und schon auf dem Weg dorthin tauchten Drohnen auf und begannen, uns anzugreifen“</em>, erinnert sich Iljas, der knapp entkommen konnte und anschließend gefangen genommen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chuschbacht wurde seinerseits bei einem Artillerieangriff verwundet, als er auf die ukrainischen Linien vorrückte: <em>„Die Hälfte der Gruppe fiel sofort, alle 200 [russischer Militärcode für Tote, Anm. d. Red.]“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Familienvater, dessen Frau und Kinder noch immer in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rjasan">Rjasan</a>, 200 Kilometer südöstlich von Moskau, leben, beschreibt, wie <em>„unmittelbar nach dem Anschlag auf die Crocus City Hall“</em> im März 2024 ein Klima der Angst herrschte. Der von tadschikistanischen Staatsbürgern verübte und vom Islamischen Staat Khorasan beanspruchte Terroranschlag forderte mehr als 149 Todesopfer und führte zu einer Verschärfung der Lebensbedingungen für Migrierte aus Zentralasien in Russland. Laut Chuschbacht kam es häufig zu <em>„Razzien gegen Tadschiken“</em>, bei denen den Migranten <em>„sofort die Abschiebung mit Einreiseverbot“</em> auferlegt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/werden-die-angeklagten-im-fall-crocus-city-hall-ausgeliefert/">Werden die Angeklagten im Fall Crocus City Hall ausgeliefert?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Angst verzichtete der Mann darauf, seinen abgelaufenen Pass verlängern zu lassen, aus Furcht, auf dem Weg zur Botschaft in Moskau festgenommen zu werden. <em>„Schließlich kontrollierten Spezialeinheiten der Polizei die Baustelle, auf der ich arbeitete“</em>, erklärt der Migrant, dem daraufhin die Staatsbürgerschaft versprochen wurde, wenn er sich der Armee anschließe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es stimmt, dass Tadschiken nach dem Anschlag auf die Crocus City Hall stärker ins Visier genommen wurden als andere Gruppen aus Zentralasien“</em>, betont Caress Schenk, Professorin für Politikwissenschaft an der Nazarbaev-Universität in Astana. Nach Angaben der ukrainischen Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene sind Tadschiken mit mehr als 3.400 Rekruten die zweitgrößte Nationalität in der russischen Armee, hinter etwa 4.800 Usbeken und 2.400 Kasachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/der-vorwand-sind-kopftuch-bart-und-predigten-auf-dem-handy-migrantinnen-aus-zentralasien-berichten-ueber-islamophobie-in-russland/">Kopftuch und Bart – Migrant:innen aus Zentralasien über Islamophobie in Russland</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schenk weist jedoch darauf hin, dass in Russland <em>„die Maßnahmen zur Migrationskontrolle, Razzien und der Druck, zum Militär zu gehen, stark von der aktuellen Lage abhängen“</em>. Seit Kriegsbeginn konnten je nach Kontext auch andere Bevölkerungsgruppen ins Visier geraten. <em>„Manchmal gerät jede Person mit asiatischen Gesichtszügen unter Verdacht“</em>, bemerkt die Forscherin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit November 2025 müssen bestimmte in Russland lebende Ausländer einen Vertrag über den Eintritt in die Armee vorlegen, wenn sie die russische Staatsbürgerschaft oder eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten wollen. Zu Beginn des Jahrzehnts machten Zentralasiaten jedoch mehr als 40 Prozent der in Russland lebenden Migranten aus und sind daher am stärksten von diesen neuen Maßnahmen betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar erklären alle von Novastan befragten Gefangenen, ihren Vertrag freiwillig unterzeichnet zu haben, um einen russischen Pass zu erhalten, doch betont Schenk auch, dass der zunehmende administrative Druck <em>„eher darauf abzielt, die Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit der Migranten einzuschränken, als ihnen echte Wahlmöglichkeiten zu bieten.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Ideologisch gefährdete Migranten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der prekären administrativen Lage stützt sich die russische Armee bei ihren Mobilisierungsbemühungen auch auf mögliche ideologische Affinitäten der zentralasiatischen Migranten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich wollte in Russland leben. Um die Staatsbürgerschaft zu erlangen, auf die ich meiner Meinung nach Anspruch hatte, musste ich also dem Vaterland dienen“</em>, erklärt der 38-jährige Jasur Islamov in einem gleichgültigen Ton. Nach anderthalb Jahren in der Armee wird ihm im März 2025 endlich der Pass versprochen, sofern er an der Front bleibt. Jasur wird jedoch wenige Wochen später gefangen genommen, nachdem er bei einem Angriff von einer Drohne verwundet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/situation-zentralasiatischer-migrierter-in-russland-verschlechtert-sich/">Situation zentralasiatischer Migrierter in Russland verschlechtert sich</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu den Berichten anderer Ausländer, die zu Kriegsgefangenen wurden, wie beispielsweise Männer aus Afrika, haben Iljas, Jasur oder Chuschbacht nicht versucht, sich freiwillig zu ergeben oder zu desertieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diese unterschiedlichen Verhaltensweisen im Kampf zu erklären, stellt die ukrainische Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene fest, dass bestimmte Schichten der Migrantenbevölkerung <em>„russischsprachige Menschen sind, die in den 1970er oder 1980er Jahren in der UdSSR geboren wurden“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von Novastan befragten Gefangenen betonen ebenfalls, dass sie nach Russland zurückkehren wollen, in der Hoffnung, an einem Gefangenenaustausch teilzunehmen. <em>„Wir haben keinerlei Einwände gegen den Austausch von Bürgern aus zentralasiatischen Ländern“</em>, erklärt die ukrainische Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene. Unter den rund 7.000 bereits ausgetauschten russischen Soldaten bildeten Staatsangehörige aus Zentralasien jedoch eine sehr kleine Minderheit und betrafen nur Einzelfälle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die direkte Frage nach ihren Erfahrungen mit Rassismus in Russland vor oder während ihres Dienstes versichern die Kriegsgefangenen, mit denen Novastan gesprochen hat, alle, dass sie nie damit konfrontiert worden seien. Sie sind zudem zuversichtlich, dass sie sich nach ihrer Haft mit einem Reisepass wieder in die russische Gesellschaft integrieren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Stellen Sie sich vor: Ich habe mein Leben riskiert, um die Staatsbürgerschaft zu erhalten, und nun soll ich in mein Land zurückgeschickt werden, obwohl ich dort nichts mehr habe? Das wäre ein großer Verrat“</em>, sagt Jasur mit scharfer Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/warum-spricht-usbekistan-china-und-russland-sein-beileid-aus-aber-niemals-der-ukraine/">Warum spricht Usbekistan China und Russland sein Beileid aus, aber niemals der Ukraine?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Kriegsgefangenen haben jedoch bereits Enttäuschungen auf ihrem Weg als Migranten in Russland erlebt. Iljas, der seit Jahren mit einer Russin verheiratet ist, erzählt nüchtern, dass er <em>„vor langer Zeit die Staatsbürgerschaft beantragt und die Unterlagen eingereicht habe, aber sie wurde mir verweigert“</em>. Jasur gibt seinerseits bitter zu, <em>„nicht einmal das Geld aus dem Vertrag erhalten zu haben“</em>, da ihm von den achtzehn Monaten, die er in der Armee verbracht hat, nur zwei Monatsrenten ausgezahlt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich glaube, es braucht Jahre und verschiedene Formen der Bewusstseinsbildung, um verinnerlichte Diskriminierungen abzubauen“</em>, erklärt Schenk und erinnert daran, dass in der sowjetischen Vorstellungswelt Rassismus ausschließlich mit dem Westblock und dem Kapitalismus in Verbindung gebracht wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter Berufung auf die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Genfer_Konventionen">Genfer Konventionen</a> erklärt die ukrainische Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene, dass die Zentralasiaten wie alle anderen behandelt werden. Im Hof trainieren einige gemeinsam mit russischen Mitgefangenen an den Krafttrainingsgeräten des Lagers.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir hätten nie gedacht, dass wir hier landen würden“</em>, beklagt sich schließlich Jasur. Als man ihn daran erinnert, dass er sich in voller Kenntnis der Sachlage verpflichtet hat, wird der Häftling gereizt: <em>„Sie reden, als hätte ich extra unterschrieben, um Menschen zu töten… Ich brauchte einfach nur einen Ort zum Leben und einen Pass, um zu arbeiten und meine Familie zu ernähren.“</em> Nach einer Pause fügt er bedauernd hinzu: <em>„Ich sage nicht, dass wir das Richtige getan haben. Jeder macht Fehler. Jeder.“</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Driss Rejichi, Sonderkorrespondent in der Ukraine für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/guerre-en-ukraine/j-avais-juste-besoin-d-un-passeport-en-ukraine-les-prisonniers-de-guerre-d-asie-centrale-entre-loyaute-et-regrets/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
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		<title>Russlands kasachstanische Ölwaffe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sschulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2026 06:30:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Folgen russische Angriffskrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 22. April k&#xFC;ndigte die russische Regierung an, in Zukunft kein kasachstanisches &#xD6;l mehr durch die Druschba-Pipeline nach Deutschland zu leiten. Die Bundesrepublik, so die Botschaft, zahle aufgrund ihrer immer noch betr&#xE4;chtlichen Abh&#xE4;ngigkeit von russischen Energieinfrastrukturen einen hohen Preis f&#xFC;r die Unterst&#xFC;tzung der Ukraine. Dieser Schritt Moskaus offenbart jedoch ebenso, wie sehr auch Kasachstans Wirtschaft [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am 22. April kündigte die russische Regierung an, in Zukunft kein kasachstanisches Öl mehr durch die Druschba-Pipeline nach Deutschland zu leiten. Die Bundesrepublik, so die Botschaft, zahle aufgrund ihrer immer noch beträchtlichen Abhängigkeit von russischen Energieinfrastrukturen einen hohen Preis für die Unterstützung der Ukraine. Dieser Schritt Moskaus offenbart jedoch ebenso, wie sehr auch Kasachstans Wirtschaft weiterhin auf Russland angewiesen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Russlands stellvertretender Ministerpräsident Aleksandr Nowak kündigte am 22. April an, die kasachstanischen Ölexporte nach <a href="https://www.reuters.com/business/energy/russia-halt-kazakhstans-oil-flows-germany-via-druzhba-sources-say-2026-04-21/">Deutschland</a> zu stoppen. Diese Entscheidung, die ab dem 1. Mai umgesetzt wurde, begründete er mit „<em>technischen Einschränkungen</em>“. Auch Kasachstans Energieminister Erlan Aqkenjenov <a href="https://mobile.aa.com.tr/ru/%D1%8D%D0%BA%D0%BE%D0%BD%D0%BE%D0%BC%D0%B8%D0%BA%D0%B0/%D0%B2-%D0%BC%D0%B8%D0%BD%D1%8D%D0%BD%D0%B5%D1%80%D0%B3%D0%BE-%D0%BA%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%85%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%B0-%D0%BF%D0%BE%D0%B4%D1%82%D0%B2%D0%B5%D1%80%D0%B4%D0%B8%D0%BB%D0%B8-%D0%BE%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%BA%D1%83-%D1%82%D1%80%D0%B0%D0%BD%D0%B7%D0%B8%D1%82%D0%B0-%D0%BA%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%85%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D1%81%D0%BA%D0%BE%D0%B9-%D0%BD%D0%B5%D1%84%D1%82%D0%B8-%D1%87%D0%B5%D1%80%D0%B5%D0%B7-%D1%80%D1%84/3914332">teilte mit</a>, dass er diesen Schritt vor dem Hintergrund der „<em>kürzlichen Angriffe auf russische Infrastruktur</em>“ sehe. Ein klarer Verweis auf die <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/asie-centrale-souffre-des-attaques-de-drones-ukrainiens-sur-la-russie/">ukrainischen Drohnenangriffe</a> der letzten Wochen und Monate.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge lieferte Kasachstan 2025 täglich <a href="https://www.reuters.com/business/energy/russia-halt-kazakhstans-oil-flows-germany-via-druzhba-sources-say-2026-04-21/">43.000 Barell Rohöl</a> über die Druschba-Pipeline nach Deutschland. Mit insgesamt 10,3 Millionen Tonnen Öl und einem Anteil von 14 Prozent an den gesamten deutschen Ölimporten war Kasachstan damit Deutschlands viertgrößter Zulieferer.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wir-sind-oelarbeiter-und-schaemen-uns-ueber-unser-gehalt-zu-sprechen/">„Wir sind Ölarbeiter und schämen uns, über unser Gehalt zu sprechen“</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der russische Transitstopp für kasachstanisches Öl trifft besonders die PCK Raffinerie in Schwedt hart. Mit 17 Prozent machten die kasachstanischen Lieferungen über die Druschba-Pipeline einen wesentlichen Anteil des dort verarbeiteten Erdöls aus. Die rund 100 Kilometer nordöstlich von Berlin gelegene Raffinerie ist eine der wichtigsten Deutschlands und stellt zu fast 90 Prozent die Versorgung der Hauptstadt und Brandenburgs mit Kerosin, Diesel und Heizöl sicher. Der <a href="https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/raffinerie-pck-schwedt-oel-lieferstopp-druschba-100.html">BER</a>, Deutschlands drittgrößter Flughaben, erhält sein gesamtes Kerosin aus Schwedt. Ihre unmittelbare Nähe zur polnischen Grenze macht die Raffinerie zudem zum Teil der strategischen Infrastruktur an der <a href="https://legrandcontinent.eu/fr/2026/04/22/suspension-des-exportations-de-petrole-kazakh-par-moscou-quelles-consequences-pour-lallemagne/">NATO-Ostflanke</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mit Energielieferstopps gegen Deutschlands Unterstützung der Ukraine</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser jüngste Schritt der Regierung in Moskau ist Teil einer ganzen Reihe von energiepolitischen Drohungen, die die wachsenden Spannungen zwischen Deutschland und Russland verdeutlichen. Bereits im März diesen Jahres hatte Russlands Präsident Putin angedroht, die <a href="https://www.reuters.com/business/energy/putin-suggests-russia-could-stop-supplying-gas-european-markets-now-2026-03-04/">Gaslieferungen nach Europa</a> einzustellen. Er reagierte damit auf die Ankündigung Brüssels, schrittweise den Kauf russischen Gases zu verbieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. April hatten die Ukraine und Deutschland bei einem Besuch des ukrainischen Präsidenten beim deutschen Kanzler in Berlin eine <a href="https://euractiv.com/fr/news/missiles-drones-et-partage-de-donnees-lallemagne-et-lukraine-concluent-un-accord-de-defense/">Kooperationsvereinbarung</a> unterzeichnet, die auf die Stärkung der ukrainischen Luftabwehr abzielt. Friedrich Merz erklärte bei diesem Anlass erneut seine Unterstützung für die Ukraine und stellte vier Milliarden Euro für die Finanzierung von Waffenkäufen zur Verfügung. Auch die Gründung eines Joint Ventures zur gemeinsamen Produktion von Drohnen ist Teil des Abkommens.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Russlands Antwort ließ nicht lange auf sich warten und kam als Drohungen des russischen Verteidigungsministers gegen europäische Drohnenhersteller. Dazu veröffentlichte dieser die Adressen mehrerer solcher Drohnenhersteller auf <a href="https://euractiv.com/fr/news/la-russie-menace-les-fabricants-europeens-de-drones-et-publie-leurs-adresses-sur-internet/">Telegram</a>. Die Bundesregierung wiederum reagierte darauf, indem sie Russlands Botschafter in Deutschland einbestellte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit solchen Maßnahmen versucht Russland kontinuierlich, den Druck auf Deutschland, einen der wichtigsten Unterstützer der Ukraine, zu erhöhen. Obwohl Deutschland seine massive Abhängigkeit von russischen Energieimporten seit dem Jahr 2022 wesentlich reduzieren konnte, kämpft es nach wie vor gegen Moskaus Einfluss auf seine Energiepolitik an. Nun sieht sich die Bundesrepublik einem doppelten Preisschock ausgesetzt: Zum russischen Angriffskrieg und deren Folgen kommt noch der Krieg im Nahen Osten, wo die Schließung der Straße von Hormus die Energiepreise auf den Weltmärkten erneut massiv nach oben getrieben hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/iran-krieg-was-sind-die-folgen-fuer-zentralasien/">Iran-Krieg: Was sind die Folgen für Zentralasien?</a></strong><strong></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Schwierige Suche nach Alternativen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Folgen des nun angekündigten russischen Transitstopps abzufedern, hat ein Sprecher des polnischen Pipelinebetreibers PERN vorgeschlagen, Öl, das weder aus Russland noch aus Kasachstan stammt, über den <a href="https://www.reuters.com/business/energy/russia-halt-kazakhstans-oil-flows-germany-via-druzhba-sources-say-2026-04-21/">Hafen von Gdańsk (dt. Danzig)</a> nach Schwedt zu leiten. Diese Option würde es ermöglichen, Öl über den Seeweg zu zwei der drei Hauptanteilseignern der PCK Raffinerie, Eni und Shell, zu leiten. Die dritte Partei, Rosneft, wäre davon ausgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei ihrem Besuch der Raffinerie in Schwedt Mitte Mai versuchten Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, weitere Perspektiven aufzuzeigen. Kurzfristig verlängerte die Bundesregierung die <a href="https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2026/05/pck-raffinerie-schwedt-oel-reserven-versorgung-rostock-polen.html">Beschäftigungsgarantie</a> für die rund 1.000 Mitarbeiter:innen bis Ende 2026. Langfristig investieren die Bundes- und die Landesregierung 350 Millionen Euro in die Produktion von <a href="https://www.dw.com/de/kraftstoff-ostdeutsche-raffinerie-schwedt-kersosin-%C3%B6l-roh%C3%B6l-pipeline-hormus-russland-reiche/a-77123123">synthetischem Kerosin</a> auf Basis von Wasserstoff ab 2030. In der Bevölkerung und unter den Mitarbeiter:innen herrscht dennoch Verunsicherung und Sorge um die Zukunft des <a href="https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/raffinerie-pck-schwedt-oel-lieferstopp-druschba-100.html">größten Arbeitgebers</a> der Region.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kollateralschaden: Kasachstan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Verlierer der russischen Maßnahme ist Kasachstan, das einen immer stärker werdenden Absatzmarkt einbüßt. Allein von 2024 auf 2025 seien die Exporte des Landes nach Schwedt um <a href="https://www.reuters.com/business/energy/russia-halt-kazakhstans-oil-flows-germany-via-druzhba-sources-say-2026-04-21/">44 Prozent</a> angestiegen, wie Reuters betont.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kasachstanische Energieminister sah sich daher am 28. April gezwungen, Änderungen bei den Exportrouten kasachstanischen Öls nach Deutschland anzukündigen. Das kasachstanische <a href="https://nationalbusiness.kz/news/kazahstan-menyaet-marshrut-nefti-v-obhod-druzhbi/">Medienportal National Business</a> berichtete, dass von dem ursprünglich für die Druschba-Pipeline vorgesehenen Rohöl nun 160.000 Tonnen über das Netz des <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/guerre-ukraine-kazakhstan-inquietude-drones-pipeline-cpc/">Caspian Pipeline Consortium (CPC)</a> und 100.000 Tonnen über den russischen Ostseehafen Ust-Luga fließen sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Entscheidung macht Kasachstans strukturelle Verwundbarkeit deutlich: Das Land hängt von Energiekorridoren ab, die es selbst nicht kontrolliert. Als Binnenland ist es auf russische Infrastruktur angewiesen, um sein Erdöl an den Weltmarkt zu bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/leider-hat-sich-kasachstans-wirtschaft-nicht-angepasst/">„Leider hat sich Kasachstans Wirtschaft nicht angepasst“</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie auch im Fall Deutschlands ist das für Kasachstan nicht neu. Über das durch südrussisches Territorium verlaufende Pipelinenetz CPC exportiert das Land rund 80 Prozent seines Öls. Seit 2022 hat Russland dieses Netz bereits mehrmals als Druckmittel genutzt, indem es den Transit entweder eingeschränkt oder ganz unterbrochen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-einfluss-in-kasachstan-die-illusion-der-schwaechung/">Russlands Einfluss in Kasachstan: Die Illusion der Schwächung</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Kasachstan ist also dringend darauf angewiesen, seine Exportwege zu diversifizieren, um Russlands harten Griff um die Erdölindustrie des Landes zu lockern. Unter den möglichen Alternativen spielt insbesondere die <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/le-petrole-kazakh-peut-il-contourner-la-russie-par-lazerbaidjan/">Baku-Tbilissi-Ceyhan-Pipeline</a> eine zunehmend große Rolle, die durch die Staaten des Südkaukasus und durch die Türkei verläuft. Da über diese aktuell jedoch nur der Export von fünf bis sechs Prozent des kasachstanischen Rohöls möglich ist, bleibt Kasachstans Abhängigkeit von Russland auf absehbare Zeit unverändert hoch.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Verfasst von Adèle Obry,<br>korrigiert von Anaïs Boulard,<br>übersetzt und ergänzt von Simon Schulz</strong></p>



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		<title>Kirgistan strebt nichtständige Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat an</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 May 2026 20:04:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[nichtständige Mitgliedschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinte Nationen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Pr&#xE4;sident Sadyr Dschaparow hat die Mitgliedsstaaten der UN dazu aufgerufen, Kirgistans Antrag auf eine nichtst&#xE4;ndige Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Organisation ab Januar 2027 zu unterst&#xFC;tzen. Im Falle einer Nominierung w&#xFC;rde sich das Land laut Dschaparow f&#xFC;r die Interessen kleiner Staaten ohne Meereszugang und wirtschaftlich schw&#xE4;cherer L&#xE4;nder einsetzen. Am 17. Mai hatte der kirgisische Pr&#xE4;sident in [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Präsident Sadyr Dschaparow hat die Mitgliedsstaaten der UN dazu aufgerufen, Kirgistans Antrag auf eine nichtständige Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Organisation ab Januar 2027 zu unterstützen. Im Falle einer Nominierung würde sich das Land laut Dschaparow für die Interessen kleiner Staaten ohne Meereszugang und wirtschaftlich schwächerer Länder einsetzen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 17. Mai hatte der kirgisische Präsident in einer <a href="https://www.facebook.com/japarov.sadyr/posts/pfbid032U5Sn1v6KVKv2eLKeYir6CTBKJYGobjhRa5L38MkX7MVGzHZgAWdfATtNQgDYHASl">Erklärung auf seiner Facebook-Seite</a> die ausschlaggebenden Faktoren für die Bewerbung auf den nichtständigen Sitz dargelegt. Dabei verwies er unter anderem auf die fehlende Stimme kleinerer Staaten sowie wirtschaftlich weniger entwickelter Länder innerhalb des UN-Sicherheitsrats.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Die Kirgisische Republik geht davon aus, dass ein Fortbestehen des Ungleichgewichts in der Zusammensetzung des Rates, insbesondere die unzureichende Beteiligung kleiner, sich entwickelnder und Binnenstaaten, die Stabilität der gesamten Architektur der kollektiven Sicherheit untergräbt,” so Dschaparow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Weltweit werden mehr als drei Billionen US-Dollar für militärische Konflikte ausgegeben. Mit diesen Mitteln könnte man der gesamten Menschheit ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. [&#8230;] Unter diesen Umständen rücken Fragen der inklusiven und gerechten Vertretung der UN-Mitgliedstaaten im Sicherheitsrat sowie dessen Fähigkeit, seine Legitimität als Entscheidungsgremium im Namen der gesamten internationalen Gemeinschaft zu wahren, in den Vordergrund”, hieß es weiter.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Dschaparow gab an, dass Kirgistan keinem politischen oder militärischen Bündnis angehöre und in keinerlei geopolitische Konflikte verwickelt sei, weswegen das Land “eine ausgewogene, unabhängige und pragmatische Haltung” innerhalb des Sicherheitsrates einnehmen könne, die darauf abziele, “die Polarisierung abzubauen und den konstruktiven Dialog im Rahmen des Sicherheitsrats wiederherzustellen.” Die fortdauernde Mitgliedschaft Kirgistans in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_%C3%BCber_kollektive_Sicherheit">OVKS</a> (Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit) und der Eurasischen Wirtschaftsunion, die beide unter Führung Russlands stehen, ließ er dabei unerwähnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kirgisische Präsident verwies auch auf die friedliche Lösung von Grenzstreitigkeiten mit Nachbarstaaten in Zentralasien als Beispiel für die Erfahrung seines Landes in der Beilegung regionaler Konflikte. Erst letztes Jahr hatte Kirgistan eine Einigung über die gemeinsame Grenze mit Tadschikistan erzielt, die seit der Unabhängigkeit beider Länder von der Sowjetunion im Jahre 1991 zu (teils bewaffneten) Auseinandersetzungen geführt hatte.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/grenzen-wieder-offen-kirgistan-und-tadschikistan-besiegeln-historisches-abkommen/">Grenzen wieder offen: Kirgistan und Tadschikistan besiegeln historisches Abkommen</a></strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dschaparow kündigte zudem an, dass sich Kirgistan im Falle einer Erlangung des Status als nichtständiges Mitglied besonders auf die Situation in Afghanistan fokussieren würde, dessen Stabilität “untrennbar” mit der Sicherheit Zentralasiens verbunden sei. In diesem Kontext plädierte er auch für eine stärkere politische und wirtschaftliche Einbindung Afghanistans in die Weltgemeinschaft.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/fehlende-mittel-in-afghanistan-gefaehrden-die-sicherheit-an-der-grenze-zu-tadschikistan/">Fehlende Mittel in Afghanistan gefährden die Sicherheit an der Grenze zu&nbsp;Tadschikistan</a></strong></strong></p>



<h4 class="wp-block-heading">Wettkampf gegen die Philippinen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Jahr werden fünf der insgesamt zehn nichtständigen Sitze im Sicherheitsrat durch die Generalversammlung für die Dauer von zwei Jahren neu besetzt. Von Anfang 2017 bis Ende 2018 war Kasachstan als erstes zentralasiatisches Land als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat vertreten. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-wird-mitglied-des-uno-sicherheitsrates-2/">Kasachstan wird Mitglied des UNO-Sicherheitsrates</a></strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den fünf nichtständigen Sitzen, die in diesem Jahr für die Amtsperiode 2027–2028 neu vergeben werden, entfällt einer auf die Gruppe der asiatisch-pazifischen Staaten. Die Wahl dazu findet am 3. Juni am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York statt. Der Hauptkonkurrent Kirgistans sind dabei die Philippinen, die bereits viermal als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat vertreten waren. Dieser Umstand wurde von Dschaparow auch als Grund dafür angeführt, warum Kirgistan, das ebenso wie knapp 60 andere Länder noch nie dem Gremium angehörte, bei der Wahl als Sieger hervorgehen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Die Wahl Kirgistans wäre ein Beweis für den politischen Willen der Weltgemeinschaft, historische Gerechtigkeit wiederherzustellen und allen Ländern das gleiche Recht auf Wahl in das oberste Organ der Vereinten Nationen zu gewährleisten”, findet der kirgisische Präsident.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits im November des vergangenen Jahres hatten die übrigen Staaten der Region beim Gipfeltreffen der zentralasiatischen Staatschefs in Taschkent ihre Unterstützung für die kirgisische Kandidatur ausgesprochen. Diese wurde schließlich Anfang Dezember von Ulugbek Lapasov, dem Ständigen Vertreter der Republik Usbekistan beim Büro der Vereinten Nationen, <a href="https://media.un.org/avlibrary/en/asset/d351/d3510676">im Rahmen einer Pressekonferenz</a> offiziell verkündet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ständige Vertreterin Kirgistans bei der UN, Aida Kasymalieva, fügte hinzu, dass dieser Schritt “ein gemeinsames Bekenntnis zu Frieden, Dialog und einem konstruktiven multilateralen Ansatz” innerhalb der Region bedeute und dass Kirgistan sich als ein „verantwortungsbewusstes und prinzipientreues“ Ratsmitglied erweisen würde.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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		<title>Warum spricht Usbekistan China und Russland sein Beileid aus, aber niemals der Ukraine?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fergana News]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 May 2026 18:32:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Beileidsbekundung]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Shavkat Mirziyoyev]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder bekundet Usbekistans Pr&#xE4;sident Shavkat Mirziyoyev sein Beileid, wenn sich Trag&#xF6;dien in Russland oder China ereignen. Bei ukrainischen Opfern ist dies aber nicht der Fall. Alles Kalk&#xFC;l, sagt Daniil Kislov, Chefredakteur unseres Partnermediums Fergana News, in einem Kommentar. Am 6. Mai 2026 &#xFC;bermittelte Usbekistans Pr&#xE4;sident Shavkat Mirziyoyev umgehend sein Beileid an den Pr&#xE4;sidenten der [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Immer wieder bekundet Usbekistans Präsident Shavkat Mirziyoyev sein Beileid, wenn sich Tragödien in Russland oder China ereignen. Bei ukrainischen Opfern ist dies aber nicht der Fall. Alles Kalkül, sagt Daniil Kislov, Chefredakteur unseres Partnermediums Fergana News, in einem Kommentar.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 6. Mai 2026 <a href="https://t.me/shmirziyoyev/33307">übermittelte</a> Usbekistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> umgehend sein Beileid an den Präsidenten der Volksrepublik China, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xi_Jinping">Xi Jinping</a>. Anlass war eine Explosion in einer Feuerwerksfabrik in der Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hunan">Hunan</a>, bei der 26 Menschen ums Leben kamen und mehr als 60 verletzt wurden. Diese Geste ist vollkommen verständlich: In einem Land, das nach wie vor zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern Usbekistans zählt, hatte sich eine technische Tragödie ereignet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Standard-Diplomatie – ohne politische Risiken. Doch genau an jenem Tag – dem 6. Mai 2026 – griffen russische Drohnen <a href="https://www.aljazeera.com/video/newsfeed/2026/5/6/russian-drone-hits-kindergarten-in-ukraine">einen Kindergarten</a> im Zentrum der ukrainischen Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sumy">Sumy</a> an. Zwei Mitarbeiterinnen der Einrichtung kamen dabei ums Leben, zwei weitere Zivilist:innen wurden verletzt. Glücklicherweise befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs keine Kinder im Gebäude; dennoch bildete allein die Tatsache eines Angriffs auf eine Einrichtung der Kinderinfrastruktur ein weiteres Glied in der langen Kette von Angriffen auf ukrainische Städte – Attacken, bei denen seit nunmehr über vier Jahren Zivilist:innen, darunter auch Kinder, ihr Leben verlieren.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Und kein einziges Wort wurde vom offiziellen Taschkent an die Ukraine gerichtet – weder Beileidsbekundungen an das ukrainische Volk noch auch nur eine formelle Anteilnahme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum diese Selektivität? Weil sich Usbekistans erklärte Neutralität in der Praxis als äußerst bedingt erweist. Moskau bleibt Taschkents „Seniorpartner“ im postsowjetischen Raum: Millionen usbekischer Arbeitsmigrant:innen sind in Russland beschäftigt, und ihre Rücküberweisungen sind für die Volkswirtschaft von entscheidender Bedeutung. Zudem bestehen traditionell starke Bindungen zwischen den beiden Ländern – in den Bereichen Energie, Logistik und regionale Sicherheit. All dies schafft in der Realität eine Abhängigkeit Usbekistans von Russland – eine Tatsache, die sich nicht ignorieren lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/soft-power-mit-vorgehaltener-waffe-was-steckt-hinter-sergej-kirijenkos-besuch-in-usbekistan/">Soft Power mit vorgehaltener Waffe: Was steckt hinter Sergej Kirijenkos Besuch in Usbekistan?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies bedeutet, dass jede öffentliche Sympathiebekundung für Opfer russischer Aggression vom Kreml als unfreundliche Geste wahrgenommen wird. Und die derzeitige Führung Usbekistans zieht es vor, ihre Beziehungen zu Moskau nicht aufs Spiel zu setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig – und das ist hoch anzurechnen – bekräftigt Usbekistan konsequent seine Anerkennung der territorialen Integrität der Ukraine, erkennt die selbsternannten „Donetsker Volksrepublik“ und „Luhansker Volksrepublik“ nicht an und setzt sich für friedliche Verhandlungen ein. Dies ist eine ausgewogene und im Großen und Ganzen korrekte Haltung. Doch wenn es um konkrete menschliche Tragödien geht – insbesondere um Kinder, die infolge dieser Aggression getötet oder verstümmelt wurden, herrscht ohrenbetäubendes Schweigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein pragmatisches Kalkül</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist keine Neutralität in ihrer Reinform. Es handelt sich vielmehr um ein pragmatisches Kalkül, bei dem Menschenleben in der Ukraine im Vergleich zu den Opfern in China als „drittrangig“ behandelt werden. Eine solche Logik ist aus der Perspektive der Realpolitik eines Kleinstaates, der zwischen Großmächten eingeklemmt ist, durchaus nachvollziehbar. Dennoch offenbart sie zugleich die Grenzen dieser Politik: Wenn es um universelle humanitäre Grundsätze geht, entscheidet sich Taschkent für das Schweigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine wahrhaft unabhängige Außenpolitik erfordert nicht nur die Weigerung, militärischen Bündnissen beizutreten, sondern auch moralische Konsequenz. Solange diese fehlt, bleibt das Gerede von „Ausgewogenheit“ lediglich eine bequeme Tarnung für die Unwilligkeit, die Beziehungen zu Moskau aufs Spiel zu setzen – selbst aus offensichtlichsten humanitären Gründen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-ukraine-ist-meine-heimat-geworden-zentralasiaten-helfen-einem-land-im-krieg/">„Die Ukraine ist meine Heimat geworden“: Zentralasiat:innen helfen einem Land im Krieg</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Punkt ist erwähnenswert: Wir haben in offenen Quellen keinerlei öffentliche Kondolenzbekundungen des usbekischen Präsidenten an die Ukraine – oder an die Opfer russischer Angriffe auf deren Territorium – verzeichnet. Das umgekehrte Bild ist jedoch aufschlussreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mirziyoyev hat der russischen Seite wiederholt und ausdrücklich sein Beileid ausgesprochen: im Dezember 2024 – persönlich gegenüber Putin <a href="https://www.rbc.ru/rbcfreenews/67645c249a7947c0ffca3b08?utm_referrer=https%3A%2F%2Ffergana.news%2F">nach dem <u>Tod</u></a> von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Igor_Anatoljewitsch_Kirillow">General Kirillow</a>, wobei er den Vorfall als <em>„niederträchtigen Terrorakt“</em> verurteilte; <a href="https://www.vedomosti.ru/politics/news/2024/03/23/1027567-uzbekistana">nach dem <u>Terroranschlag in der Crocus City Hall</u></a> im März 2024; sowie <a href="https://www.rbc.ru/rbcfreenews/66797ace9a7947e20a7d45ed">nach den Anschlägen in Dagestan</a> im Juni 2024. Im Dezember 2025 ging Mirziyoyev sogar so weit, gegenüber Putin seine <em>„Empörung“</em> über einen ukrainischen Drohnenangriff auf die Residenz des russischen Präsidenten zum Ausdruck zu bringen, und bezeichnete diesen als <em>„rücksichtslose Terrorakte des Kiewer Regimes“</em>.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Daniil Kislov für Fergana News</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://fergana.news/articles/146682/"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Kasachstan: Die futuristische Stadt Alatau erhält Sonderstatus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 15:50:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Alatau]]></category>
		<category><![CDATA[Hub]]></category>
		<category><![CDATA[Südkorea]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Stadt Alatau, die sich selbst als wichtiges Technologie- und Wirtschaftszentrum der Zukunft pr&#xE4;sentiert, tritt mit dem Erhalt eines Sonderstatus in eine neue Phase der institutionellen Strukturierung ein. Dennoch bestehen Unsicherheiten hinsichtlich ihrer Entwicklung. Am 27. M&#xE4;rz hat Kasachstans Parlament ein Gesetz verabschiedet, das der im erweiterten Speckg&#xFC;rtel von Almaty gelegenen Stadt Alatau einen besonderen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Stadt Alatau, die sich selbst als wichtiges Technologie- und Wirtschaftszentrum der Zukunft präsentiert, tritt mit dem Erhalt eines Sonderstatus in eine neue Phase der institutionellen Strukturierung ein. Dennoch bestehen Unsicherheiten hinsichtlich ihrer Entwicklung.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 27. März hat Kasachstans Parlament ein Gesetz <a href="https://qazinform.com/news/kazakh-parliament-approves-draft-law-on-alatau-city-special-status-f8a669">verabschiedet</a>, das der im erweiterten Speckgürtel von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a> gelegenen Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alatau_(Stadt)">Alatau</a> einen besonderen Rechtsstatus verleiht. Dieser Status als „Gebiet beschleunigter Entwicklung“ mit spezifischen wirtschaftlichen, administrativen und rechtlichen Regelungen soll Investitionen anziehen und Innovationen fördern. Die Entscheidung markiert einen wichtigen Schritt in der Entwicklung des Projekts, das seit Jahren als zukünftiges technologisches Vorzeigeprojekt des Landes präsentiert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis vor Kurzem beschränkte sich Alatau weitgehend auf politische Ankündigungen und ambitionierte Prognosen, ohne dass es in der Praxis konkrete Umsetzungen gab. Die Vergabe dieses Sonderstatus spiegelt daher den Wunsch der kasachstanischen Behörden wider, das Projekt zu strukturieren und ihm eine operative Dimension zu verleihen. Es bleibt nun abzuwarten, ob dieser institutionelle Schritt eine futuristische Vision in greifbare Realität umsetzen wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wiederbelebung eines Projekts</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut <a href="https://alatau.city/news/parliament-approves-constitutional-law-on-the-special-status-of-alatau-city">Angaben der Stadtverwaltung</a> profitiert Alatau künftig von einem eigenständigen Verwaltungssystem mit einer Organisation, die Entscheidungsprozesse beschleunigen und die Ansiedlung wirtschaftlicher Akteure erleichtern soll. Das Projekt umfasst insbesondere die Schaffung einer strategischen Behörde unter der Leitung von Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Olschas_Bektenow">Oljas Bektenov</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Diese „Alatau City Authority“ (ACA) soll für die Festlegung von Entwicklungsrichtlinien zuständig sein und eine direkte Koordination auf höchster Staatsebene gewährleisten. Gleichzeitig sollen lokale Institutionen wie Akimat und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4slihat">Mäslihat</a> ihre Zuständigkeiten für Verwaltung und die öffentlichen Sozialdienste behalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Governance hinaus geht dieser Status mit einem spezifischen Regulierungsrahmen einher, der Steueranreize, vereinfachte Verwaltungsverfahren und auf innovative Sektoren zugeschnittene Regelungen umfasst. Dies ermöglicht es dem Projekt, eine neue Phase seiner Entwicklung einzuleiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Zentrum zur Anwerbung von Investitionen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Alatau wurde zu Beginn der Präsidentschaft von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> ins Leben gerufen und soll durch die Integration in eine Sonderwirtschaftszone internationale Investitionen anziehen und die wirtschaftliche Diversifizierung des Landes unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stadt mit derzeit circa 50.000 Einwohner:innen will sich zudem zu einem Zentrum für digitale Technologien, digitale Vermögenswerte und innovative Finanzdienstleistungen entwickeln. Im Mai 2025 kündigte Präsident Toqaev die <a href="https://timesca.com/kazakhstan-unveils-alatau-investor-led-city-with-crypto-ambitions/">Einrichtung einer Pilotzone</a> namens „CryptoCity“ in Alatau an. In dieser sollen Kryptowährungen legal zur Bezahlung von Waren und Dienstleistungen eingesetzt werden können. Diese Strategie ist Teil einer umfassenderen Initiative, Kasachstan als aufstrebenden Akteur in Branchen mit hoher Wertschöpfung zu positionieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/per-referendum-kasachstan-stimmt-fuer-neue-verfassung/"><strong>Per Referendum: Kasachstan stimmt für neue Verfassung</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere konkrete Initiativen belegen dieses Ziel. Wie die Stadt Alatau <a href="https://alatau.city/news/kazakhstan-and-south-korea-discuss-infrastructure-development-of-alatau-city-under-the-eipp-program">mitteilte</a>, wurden im Rahmen des Programms für wirtschaftliche Innovationspartnerschaft (EIPP) Gespräche mit Südkorea über die Entwicklung der städtischen Infrastruktur aufgenommen. Darüber hinaus soll in Alatau eine Zweigstelle <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/KAIST">des Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST)</a>, einer der führenden technischen Universitäten Südkoreas, errichtet werden, um die akademische und wissenschaftliche Stellung der Stadt zu stärken.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1024" height="656" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/tours-jumelles-alatau-1024x656-1.png" alt="" class="wp-image-44651" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/tours-jumelles-alatau-1024x656-1.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/tours-jumelles-alatau-1024x656-1-300x192.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/tours-jumelles-alatau-1024x656-1-768x492.png 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Projektion der Iconic Towers, Bild: Alatau City</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch finanziell sind die Ambitionen beträchtlich. Laut Angaben der Behörden könnten die geplanten Investitionen für das Projekt 10,4 Billionen Tenge (circa 20 Milliarden Euro) erreichen. Parallel dazu kündigte die Stadtverwaltung den <a href="https://alatau.city/news/alatau-city-prepares-to-launch-construction-of-iconic-towers-a-world-class-multifunctional-complex">bevorstehenden Baubeginn</a> eines architektonischen Wahrzeichens namens „Iconic Towers“ an. Die Arbeiten sollen im Mai 2026 beginnen und voraussichtlich 2029 abgeschlossen sein. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 800 Millionen US-Dollar (ca. 680 Millionen Euro).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zwischen erklärten Zielen und anhaltenden Unsicherheiten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz dieser Fortschritte deuten mehrere Faktoren darauf hin, dass die unmittelbaren Auswirkungen des Projekts mit Vorsicht zu betrachten sind. Insbesondere die Unklarheit bezüglich der für Alatau geltenden Steuer- und Rechtsvorschriften wirft Fragen hinsichtlich der Kohärenz und effektiven Umsetzung des Systems auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstans-regierung-will-schuld-fuer-wirtschaftliche-probleme-der-bevoelkerung-zuschieben/"><strong>Kasachstans Regierung schiebt Schuld für wirtschaftliche Probleme der Bevölkerung zu</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem ist die Realität vor Ort in dieser Phase noch begrenzt. Im März 2026 besuchte der kasachstanische <a href="https://www.youtube.com/watch?v=XhtYRGL3gLg">Influencer Alimbek Ulan</a> Alatau und beobachtete die Bauarbeiten vom Rand des Geländes. Es waren jedoch keine wesentlichen baulichen Fortschritte erkennbar. Dies bestätigt, dass sich das Projekt größtenteils noch in der Vorbereitungsphase befindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Diskrepanz zwischen den erklärten Zielen und dem tatsächlichen Fortschritt verdeutlicht die Gefahr, dass Alatau vorwiegend ein symbolisches Projekt bleiben könnte. Das Jahr 2026 erscheint daher als Wendepunkt, denn mit dem angekündigten Baubeginn müssen die Behörden ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, ihre Versprechen einzulösen und eine tatsächliche Bauphase einzuleiten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lenny Cabrol Noto für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/la-ville-futuriste-alatau-obtient-un-statut-special-au-kazakhstan/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



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<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Soft Power mit vorgehaltener Waffe: Was steckt hinter Sergej Kirijenkos Besuch in Usbekistan?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fergana News]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 18:44:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aussenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der erste stellvertretende Leiter der Pr&#xE4;sidialverwaltung Russlands, Sergej Kirijenko, ist am 15. April nicht ohne Grund nach Taschkent geflogen. Wenn ein solch wichtiger Vertreter der Kreml-Verwaltung nach Usbekistan reist und nicht etwa ein gew&#xF6;hnlicher Minister oder Vizepremier, bedeutet dies stets, dass es um ernste und nicht immer &#xF6;ffentlich diskutierte Angelegenheiten geht. Offiziell klang alles sehr [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der erste stellvertretende Leiter der Präsidialverwaltung Russlands, Sergej Kirijenko, ist am 15. April nicht ohne Grund nach Taschkent geflogen. Wenn ein solch wichtiger Vertreter der Kreml-Verwaltung nach Usbekistan reist und nicht etwa ein gewöhnlicher Minister oder Vizepremier, bedeutet dies stets, dass es um ernste und nicht immer öffentlich diskutierte Angelegenheiten geht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Offiziell klang alles sehr harmonisch: Man sprach über den Anstieg des Warenumsatzes, große gemeinsame Projekte und kulturelle Beziehungen. Bezeichnenderweise begann der Besuch nicht mit Verhandlungen, sondern mit einem Besuch im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Victory_Park,_Tashkent">Siegespark</a> in Taschkent, wo die russische Delegation Blumen am Denkmal „Oda stojkosti“ (Russisch für „Ode an die Standhaftigkeit“) niederlegte und das „Museum des Ruhmes“ besuchte. Die Symbolik ist klar: Das gemeinsame historische Gedächtnis ist ein weiteres Instrument der Einflussnahme, und Kirijenko versteht es, damit umzugehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wichtiger Mann in Moskau</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Wladilenowitsch_Kirijenko">Sergej Kirijenko</a> ist in Moskau nicht nur für die Innenpolitik im traditionellen Sinne zuständig. Seit 2022 ist gerade er der wichtigste ideologische Kurator der „neuen Gebiete“ – der von Russland besetzten ukrainischen Regionen. Er reiste persönlich nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mariupol">Mariupol</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cherson">Cherson</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Melitopol">Melitopol</a>, um sich dort mit dem zu befassen, was der Kreml als „Integration“ bezeichnet: die Ernennung loyaler Beamter, der Aufbau von Verwaltungsstrukturen, die Durchsetzung russischer Bildungs- und Ideologiestandards.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kürzlich wurden Videoaufnahmen veröffentlicht, die Kirijenko bei einem Rundgang durch die von Russland „befreite“ und vollständig zerstörte ukrainische Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Myrnohrad">Mirnograd</a> [ukr. Myrnohrad, Anm. d. Übers.] zeigen – mit einem Sturmgewehr in der Hand. Für einen Beamten seines Ranges ist dies eine demonstrative Geste: Ich bin nicht nur ein Verwalter, ich bin Teil dieses Krieges. Genau deshalb werden seine Besuche in den post-sowjetischen Hauptstädten ganz anders wahrgenommen als die Reisen gewöhnlicher Diplomaten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich hatte der Besuch in Taschkent mehrere wichtige Ziele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstens will Moskau herausfinden, inwieweit Usbekistan noch „auf seiner Seite“ steht. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev </a>verfolgt tatsächlich eine eigenständige Politik und balanciert meisterhaft zwischen Russland, China, der Türkei und dem Westen: Vor einem Jahr fand in Samarkand der Gipfel zwischen Zentralasien und der Europäische Union statt, erst kürzlich empfing Mirziyoyev erfolgreich den türkischen Staatschef, und kurz vor Kirijenkos Ankunft führte die älteste Tochter des usbekistanischen Präsidenten und zugleich Leiterin seiner Verwaltung, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saida_Mirziyoyeva">Saida Mirziyoyeva</a>, eine Reihe erfolgreicher Treffen und Verhandlungen auf höchster Ebene in den USA durch, wo sie den amerikanisch-usbekischen Wirtschaftsrat <a href="https://fergana.news/news/146458/">ins Leben rief</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/saida-mirziyoyeva-die-praesidententochter-und-ihr-kometenhafter-aufstieg/">Saida Mirziyoyeva – Die Präsidententochter und ihr kometenhafter Aufstieg</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch heute ist es für den Kreml wichtig, dass Taschkent nicht zu weit aus der Reihe tanzt. Und Kirijenko gehört zu den Menschen, die auf sanfte, aber deutliche Weise daran erinnern können: „Wir sehen alles.“</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="682" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Foto-UzA.jpg" alt="" class="wp-image-44533" style="aspect-ratio:1.5014777647948312;width:1024px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Foto-UzA.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Foto-UzA-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Foto-UzA-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Präsident Usbekistans Shavkat Mirziyoyev und die Leiterin seiner Verwaltung, Saida Mirziyoyeva, beim Treffen mit Sergej Kirijenko. Foto: UzA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zweitens ging es sicherlich um konkrete industrielle Zusammenarbeit und darum, wie Russland Usbekistan unter den Bedingungen der Sanktionen weiterhin nutzen kann – als günstigen Standort für Produktion und Umgehungsmechanismen. Der Mechanismus für Parallelimporte in Russland wurde bis Ende 2026 verlängert, und die zentralasiatischen Routen bleiben dafür von grundlegender Bedeutung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Soft Power für Usbekistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und drittens ist da noch das für Kirijenko traditionelle Thema – „Soft Power“: Bildung, Jugend, Kultur, die russische Sprache. Das ist keine Abstraktion: Gleich am Tag ihrer Ankunft besuchte die russische Delegation die Taschkenter Zweigstelle der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Forschungsuniversit%C3%A4t_f%C3%BCr_Kerntechnik_%E2%80%9EMIFI%E2%80%9C">Moskauer Nuklearuniversität MIFI</a>, wo sie sich mit Studierenden traf. Am Vortag fand dort die Präsentation des von Russland organisierten Internationalen Jugendfestivals 2026 statt, zu der sich etwa 300 Physikstudierende zusammenfanden. In Usbekistan gibt es einen sehr hohen Anteil an jungen Menschen, und für Moskau ist es von Vorteil, wenn diese weiterhin ihren Blick auf Russland richten und nicht nur auf Ankara oder Washington.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Interesse überschneidet sich unmittelbar mit dem Thema der Arbeitsmigration, das Mirziyoyev und Kirijenko bei ihrem Treffen wahrscheinlich ebenfalls angesprochen haben. Ebenso wie Fragen der kollektiven Sicherheit sowie die Vorbereitungen für Putins bevorstehenden Besuch in Usbekistan. Zuletzt war der russische Präsident im Mai 2024 in Taschkent, und die Frage nach dem nächsten Besuch steht offensichtlich auf der Tagesordnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Taschkent in Moskaus Fängen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es wurde außerdem über eine <em>„Intensivierung der Zusammenarbeit in den Bereichen digitale Technologien und Informationspolitik, Entwicklung der Massenmedien und zivilgesellschaftlicher Initiativen“</em> <a href="https://uza.uz/ru/posts/prezident-uzbekistana-prinyal-delegaciyu-rossii_845186">gesprochen</a>. Die Formulierung klingt neutral und sogar fortschrittlich – doch dahinter verbirgt sich ein ganz konkretes russisches Modell. Immerhin wurde in Russland bis 2026 eines der strengsten Systeme staatlicher digitaler Kontrolle aufgebaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%B6deraler_Dienst_f%C3%BCr_die_Aufsicht_im_Bereich_der_Kommunikation,_Informationstechnologie_und_Massenkommunikation">Roskomnadzor</a>, das seit 2019 im Rahmen des Gesetzes über das „souveräne Runet“ [russisches staatlich kontrolliertes Internet, Anm. d. Übers.] Befugnisse erhalten hat, verfügt heute über die technischen Möglichkeiten, den russischen Teil des Internets vollständig vom globalen Netz zu isolieren – und führte bereits solche Experimente durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/usbekistans-militaerdoktrin-im-zeitalter-der-drohnen/">Usbekistans Militärdoktrin im Zeitalter der Drohnen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Was bedeutet das in Bezug auf Kirijenkos Besuch in Taschkent? Vermutlich schlägt er dieses Modell – in dem die digitale Umgebung und der Medienraum nicht der Information, sondern der Steuerung dienen – der usbekistanischen Regierung als Vorbild für die „Zusammenarbeit“ vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit war der Besuch aus Russland nicht einfach nur ein „Arbeitstreffen“. Es war eine klassische Kreml-Inspektion und eine Bestimmung der Lage – durch einen Mann, der sich nicht nur mit politischen Strategien, sondern auch mit der direkten Verwaltung der „neuen“ russischen Gebiete befasst. Kirijenko wollte sehen, inwieweit Usbekistan noch immer im russischen Einflussbereich liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was getan werden muss, damit Usbekistan so lange wie möglich in diesem Bereich verbleibt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Daniil Kislow für Fergana News</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://fergana.news/articles/146543/">Russischen</a> (leicht gekürzt) von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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