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	<title>Politik &amp; Wirtschaft Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Wed, 10 Jun 2026 15:40:06 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Politik &amp; Wirtschaft Archives</title>
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		<title>Kasachstans Schlüsselrolle beim Ausbau des Mittleren Korridors</title>
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		<dc:creator><![CDATA[La rédaction]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 15:37:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Halbinsel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im vergangenen Monat war Kasachstan Gastgeber der 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen, an der Vertreter aus &#xFC;ber drei&#xDF;ig L&#xE4;ndern teilnahmen. F&#xFC;r Astana bot sich damit die Gelegenheit, vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Neuordnung der globalen Handelswege seine Ambitionen f&#xFC;r den &#x201E;mittleren Korridor&#x201C; zu demonstrieren. Vom Ende April 2026 bot [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Im vergangenen Monat war Kasachstan Gastgeber der 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen, an der Vertreter aus über dreißig Ländern teilnahmen. Für Astana bot sich damit die Gelegenheit, vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Neuordnung der globalen Handelswege seine Ambitionen für den „mittleren Korridor“ zu demonstrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom Ende April 2026 bot die 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen im Herzen von Astana die Gelegenheit, mehr als dreißig Länder in einem unsicheren geopolitischen Kontext zusammenzubringen. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_f%C3%BCr_die_Zusammenarbeit_der_Eisenbahnen">Organisation für die Zusammenarbeit der Eisenbahnen</a>, bekannt als OSJD, ist eine zwischenstaatliche Organisation, die ein Netz von mehr als 320.000 km Eisenbahnstrecken <a href="https://en.osjd.org/api/media/resources/c/68/121/258">vereint</a> und jährlich den Transport von etwa 5,5 Milliarden Fahrgästen und fast 5 Milliarden Tonnen Güter gewährleistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 1956 gegründete OSJD, das wichtigste Forum für die Koordinierung des Eisenbahnverkehrs zwischen Europa und Asien und Erbe der technischen Zusammenarbeit aus der Sowjetzeit, hat sich nach und nach um neue Mitglieder erweitert. Derzeit zählt sie 27 <a href="https://www.geo-ref.net/en/t-osjd.htm">Mitglieder</a>, von Albanien bis Vietnam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Jahr versammelte die <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">40. Konferenz der Generaldirektoren</a> der Eisenbahnen mehr als 300 Führungskräfte und Vertreter von Eisenbahnunternehmen. Der kasachstanische Premierminister Oljas Bektenov hielt dort persönlich eine Rede, was die politische Bedeutung der Veranstaltung unterstreichen sollte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Er erinnerte daran, dass <em>„der Eisenbahnsektor Kasachstans, der eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung spielt, darauf abzielt, die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern und ein nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten“</em>. Der Premierminister <a href="https://primeminister.kz/en/news/kazakhstan-to-build-5000-km-of-new-railways-in-the-next-four-years-olzhas-bektenov-at-osjd-conference-31306">kündigte</a> zudem ehrgeizige Ziele für die kommenden Jahre an und erklärte, er wolle in den nächsten vier Jahren <em>„weitere 5.000 Kilometer Eisenbahnstrecken bauen“ </em>und <em>„das Transitvolumen bis 2035 auf 100 Millionen Tonnen pro Jahr steigern“</em>, womit er seinen Willen unterstrich, die zentrale Rolle Kasachstans im Handel zwischen Europa und China zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Delegation aus Afghanistan, traf sich <a href="https://pajhwok.com/2026/05/01/afghan-delegation-attends-osjd-rail-conference-in-kazakhstan/">laut der afghanistanischen Nachrichtenagentur Pajhwok Afghan News</a> mit kasachstanischen und aserbaidschanischen Vertretern, um über den Ausbau der Häfen von Hairatan und Torghundi sowie über den regionalen Transitverkehr zu beraten. Diese Anwesenheit, ebenso wie die die gemeinsame <a href="https://en.osjd.org/en/8821/page/106072?id=262551">Teilnahme</a> der Ukraine und Russlands, verdeutlicht, dass die Zusammenarbeit im Eisenbahn- und Transitbereich häufig von funktionalen und wirtschaftlichen Interessen geprägt ist und damit politische Konfliktlinien teilweise überlagert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Fragen der Finanzverwaltung befasste sich die Konferenz auch mit dem künftigen Arbeitsprogramm der OSJD und der Organisation der nächsten Sitzung. Der Schwerpunkt lag auf der Steigerung der Transportmengen, der Modernisierung der Infrastruktur sowie dem Übergang zu leistungsfähigeren Technologien, um die Effizienz und den reibungslosen Ablauf des Schienenverkehrs zu verbessern, <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">berichtet das Medium Transport Corridors</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der mittlere Korridor im Zentrum globaler Herausforderungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit seiner Aussage, „<em>Eurasien in einen einheitlichen und optimal funktionierenden Verkehrsknotenpunkt zu verwandeln“</em>, bezieht sich Kasachstans Premierminister direkt auf die Handelsroute, die sich in der Region seit etwa zwanzig Jahren entwickelt, insbesondere im Zuge der chinesischen Initiative der Neuen Seidenstraßen aus dem Jahr 2013.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der mittlere Korridor, auch Trans-Caspian International Transport Route (TITR) genannt, ist ein 4.000 Kilometer langer multimodaler Transportkorridor, der chinesische Fabriken über Zentralasien, das Kaspische Meer, den Südkaukasus und die Türkei mit den europäischen Märkten verbindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist auch die kürzeste Landroute zwischen China und Europa, vorausgesetzt, die notwendige Infrastruktur ist vorhanden, was lange Zeit <a href="https://astanatimes.com/2026/04/kazakhstan-expands-rail-network-and-transit-corridors-to-strengthen-eurasian-connectivity/">nicht der Fall war</a>. Die Lieferzeiten, die früher mehrere Wochen betrugen, sind laut The Astana Times heute auf etwa 18 Tage gesunken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sangesur-korridor-neue-chancen-fuer-zentralasien/">Sangesur-Korridor: Neue Chancen für Zentralasien?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verkürzung wurde zum Teil durch die digitale Transformation und die Einführung des <a href="https://globaldtc.com/products/tez-customs">TezCustoms-Systems</a> ermöglicht, wodurch die Abfertigungszeit an den Grenzen zu China von 8 Stunden auf 30 Minuten reduziert werden konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bektenov hob die <a href="https://primeminister.kz/en/news/kazakhstan-to-build-5000-km-of-new-railways-in-the-next-four-years-olzhas-bektenov-at-osjd-conference-31306">zentrale Rolle Kasachstans</a> hervor, durch das etwa 85 Prozent des Verkehrsaufkommens des mittleren Korridors fließen. Er kündigte zudem den Bau von 5.000 Kilometern neuer Eisenbahnstrecken in den nächsten vier Jahren an, mit dem Ziel, bis 2035 eine Transitkapazität von 100 Millionen Tonnen pro Jahr zu erreichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Route, die seit den geopolitischen Krisen einen Aufschwung erlebt&#8230;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese eurasische Verkehrsachse ist einer der großen Nutznießer der weltweiten geopolitischen Lage der letzten vier Jahre, wobei zwei aufeinanderfolgende Schocks ihre Bedeutung deutlich gesteigert haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste ist der Krieg in der Ukraine seit 2022: Die westlichen Sanktionen gegen Russland haben laut Transport Corridors dazu geführt, dass das Frachtvolumen in Richtung Westen auf russischen Straßen im Jahr 2023 um 51 Prozent <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">eingebrochen ist</a>. Der mittlere Korridor hat sich somit als einzige praktikable Landbrücke zwischen China und Europa etabliert, die das russische Territorium umgeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/global-gateway-die-eu-investiert-in-den-transkaspischen-korridor/">Global Gateway: Die EU investiert in den Transkaspischen Korridor</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Faktor ist der Krieg im Nahen Osten und die Ende 2023 ausgelösten Angriffe der Huthi im Roten Meer. <a href="https://www.gulf-times.com/article/673811/region/houthi-red-sea-attacks-force-rerouting-of-vessels-disrupting-supply-chains">Laut der katarischen Zeitung Gulf Times</a> haben einige Unternehmen angesichts der in der Region herrschenden Unsicherheit ihren Verkehr von der Straße von Hormus und dem Suezkanal zum Kap der Guten Hoffnung verlagert, was die Landalternativen umso attraktiver macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2024 <a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia/politika/2026/04/middle-corridor-transport-prospect">stieg</a> das Frachtvolumen auf der eurasischen Route laut dem amerikanischen Think Tank Carnegie Endowment for International Peace im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 63 Prozent auf 4,1 Millionen Tonnen, gegenüber nur 500.000 Tonnen vor der groß angelegten russischen Invasion in der Ukraine. Allein auf der Strecke China–Europa hat sich die Zahl der transportierten Container laut der Zeitschrift CEBRI zwischen 2023 und 2024 um das 25-Fache <a href="https://cebri.org/revista/en/artigo/220/middle-corridor-connecting-brazil-to-eurasia-via-azerbaijan">erhöht</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8230;die jedoch weiterhin behindert wird</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz ihres Potenzials, sich zu einer wettbewerbsfähigen Hauptroute zu entwickeln, bleibt die eurasische Verkehrsachse durch strukturelle Probleme <a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia/politika/2026/04/middle-corridor-transport-prospect">eingeschränkt</a>. „<em>Der mittlere Korridor ist noch weit davon entfernt, wettbewerbsfähig zu sein. Er bewältigt nur etwa 6 Prozent der jährlichen Kapazität des nördlichen Korridors (über Russland), die sich auf 100 Millionen Tonnen beläuft, und während viele westliche Akteure mit einem weiteren Wachstum rechnen, deuten mehrere Indikatoren stattdessen auf eine Verlangsamung hin“</em>, erklärt Bektenov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Infrastruktur des mittleren Korridors ist in der Tat nach wie vor unzureichend, mit oft überlasteten Häfen, insbesondere in Georgien, und einer von Natur aus fragmentierten Route, da sie auf einer Abfolge von Verkehrsträgern beruht, was sie langsamer, teurer und weniger flüssig macht als die alternativen Routen über Russland oder auf dem Seeweg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen <a href="http://?">anhaltende geopolitische Instabilitäten im Kaukasus</a> und rund um den Iran sowie ökologische Herausforderungen, insbesondere der sinkende Wasserstand des Kaspischen Meeres, der sich direkt auf die Hafenkapazitäten und die Kontinuität des Seeverkehrs auswirkt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lorenz Uberti für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/au-kazakhstan-une-conference-sur-les-chemins-de-fer-abordent-le-corridor-median/">Französischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Ich brauchte nur einen Reisepass“: Zentralasiatische Kriegsgefangene in der Ukraine zwischen Loyalität und Reue</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michèle Häfliger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 10:46:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>B&#xFC;rger aus Zentralasien stellen den gr&#xF6;&#xDF;ten Anteil ausl&#xE4;ndischer K&#xE4;mpfer in der russischen Armee. Novastan hat mehrere von ihnen, die von ukrainischen Streitkr&#xE4;ften gefangen genommen wurden, aufgesucht. Ihre Berichte verdeutlichen, wie Migranten aus Zentralasien f&#xFC;r Moskau zu einer Quelle besonders anf&#xE4;lliger Rekruten geworden sind. Im Hof einer Milit&#xE4;rstrafanstalt in der Region Lviv im Westen der Ukraine [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bürger aus Zentralasien stellen den größten Anteil ausländischer Kämpfer in der russischen Armee. Novastan hat mehrere von ihnen, die von ukrainischen Streitkräften gefangen genommen wurden, aufgesucht. Ihre Berichte verdeutlichen, wie Migranten aus Zentralasien für Moskau zu einer Quelle besonders anfälliger Rekruten geworden sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Hof einer Militärstrafanstalt in der Region Lviv im Westen der Ukraine schreiten Dutzende von Gefangenen schweigend zum Speisesaal. An den Wänden um sie herum hängen Porträts von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Romanowitsch">Daniel von Galizien</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stepan_Bandera">Stepan Bandera</a> und anderen ukrainischen Nationalisten. Im größten Kriegsgefangenenlager des Landes sind alle Beschriftungen und Befehle auf Ukrainisch verfasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Bei uns läuft alles gut, sie sind ruhig, es gibt keine Schlägereien“</em>, erzählt ein Wachmann. Vor seinen Augen betreten die Gefangenen die Kantine zum Mittagessen. Ihre Gesichter sind verschlossen. Einige Häftlinge haben bereits vier Jahre im Lager verbracht. Vor allem weist ein Großteil von ihnen deutlich asiatische Gesichtszüge auf. Bei einigen handelt es sich um Russen aus sibirischen Republiken wie Burjatien und Jakutien, wo die Einberufungsquoten besonders hoch sind.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="771" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kantine-des-Kriegsgefangenen-Camps-am-15-April-2026-Foto-Driss-Rejichi-1024x771.jpg" alt="" class="wp-image-44844" style="aspect-ratio:1.3281519161785866;width:1024px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kantine-des-Kriegsgefangenen-Camps-am-15-April-2026-Foto-Driss-Rejichi-1024x771.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kantine-des-Kriegsgefangenen-Camps-am-15-April-2026-Foto-Driss-Rejichi-300x226.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kantine-des-Kriegsgefangenen-Camps-am-15-April-2026-Foto-Driss-Rejichi-768x579.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kantine-des-Kriegsgefangenen-Camps-am-15-April-2026-Foto-Driss-Rejichi.jpg 1536w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kantine des Kriegsgefangenen-Camps am 15. April 2026. Foto: Driss Rejichi</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Viele andere sind Soldaten aus den fünf ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens. <em>„Die meisten Ausländer, die ich in der russischen Armee gesehen habe, kamen von dort“</em>, erklärt Chuschbacht Perusalijew. Im Frühjahr 2024 unterzeichnete der 47-jährige Tadschike einen Vertrag, um in der russischen Armee zu dienen. <em>„Man sagte mir: ‚Du wirst nicht an der Front sein, nichts dergleichen, du wirst einfach in einem Lager arbeiten‘ … Also habe ich zugestimmt“</em>, erinnert sich der Mann mit rasiertem Kopf und Bart. Eine Lüge: Wenige Wochen später wurde der Tadschike von ukrainischen Streitkräften gefangen genommen, nachdem er bei einem Frontalangriff im Gebiet Donezk verwundet worden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weit vor den 1.400 Männern aus afrikanischen Ländern oder den 200 indischen Staatsbürgern, die seit Kriegsbeginn von der russischen Armee rekrutiert wurden, sollen laut den im April 2026 von der ukrainischen Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene veröffentlichten Daten bereits mehr als 12.000 Soldaten aus Zentralasien an der „militärischen Sonderoperation“ in der Ukraine teilgenommen haben. Mehr als die Hälfte der ausländischen Kämpfer, die für Russland kämpfen, stammen somit aus dieser Region.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Angesichts von Razzien und Ausweisungen: das Versprechen eines Passes</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Alle zentralasiatischen Kriegsgefangenen, mit denen Novastan gesprochen hat, befanden sich im Gefängnis von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mykolajiw">Mykolajiv</a> und waren bereits vor 2022 in Russland. <em>„Die Rekrutierungsbemühungen, die sich an Ausländer richten, konzentrieren sich auf Arbeitsmigranten und Häftlinge, die eine Freiheitsstrafe verbüßen“</em>, betont ein Offizier der ukrainischen Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Iljas, ein kirgistanischer Staatsbürger und Getränkehändler, der seit 2007 in Moskau lebt, unterzeichnete seinen Vertrag im April 2025. <em>„Mir wurde bei der Rekrutierung nicht direkt die Staatsbürgerschaft versprochen, aber ich wusste, dass ich später die Möglichkeit haben würde, sie zu erhalten“</em>, erklärt der Vierzigjährige.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im Januar 2024 unterzeichnete Wladimir Putin ein Dekret, das es ermöglichte, bestimmten Ausländern, die in der Armee gedient hatten, insbesondere während der „militärischen Sonderoperation“, die Staatsbürgerschaft zu gewähren. Die Zahl der Ausländer, die davon profitiert haben, ist nach wie vor unbekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Ukraine berichten die zentralasiatischen Gefangenen übereinstimmend, dass sie nach einer kurzen Ausbildung an die Front geschickt wurden, was zu hohen Verlusten führte. <em>„Wir rückten auf ein Dorf vor, und schon auf dem Weg dorthin tauchten Drohnen auf und begannen, uns anzugreifen“</em>, erinnert sich Iljas, der knapp entkommen konnte und anschließend gefangen genommen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chuschbacht wurde seinerseits bei einem Artillerieangriff verwundet, als er auf die ukrainischen Linien vorrückte: <em>„Die Hälfte der Gruppe fiel sofort, alle 200 [russischer Militärcode für Tote, Anm. d. Red.]“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Familienvater, dessen Frau und Kinder noch immer in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rjasan">Rjasan</a>, 200 Kilometer südöstlich von Moskau, leben, beschreibt, wie <em>„unmittelbar nach dem Anschlag auf die Crocus City Hall“</em> im März 2024 ein Klima der Angst herrschte. Der von tadschikistanischen Staatsbürgern verübte und vom Islamischen Staat Khorasan beanspruchte Terroranschlag forderte mehr als 149 Todesopfer und führte zu einer Verschärfung der Lebensbedingungen für Migrierte aus Zentralasien in Russland. Laut Chuschbacht kam es häufig zu <em>„Razzien gegen Tadschiken“</em>, bei denen den Migranten <em>„sofort die Abschiebung mit Einreiseverbot“</em> auferlegt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/werden-die-angeklagten-im-fall-crocus-city-hall-ausgeliefert/">Werden die Angeklagten im Fall Crocus City Hall ausgeliefert?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Angst verzichtete der Mann darauf, seinen abgelaufenen Pass verlängern zu lassen, aus Furcht, auf dem Weg zur Botschaft in Moskau festgenommen zu werden. <em>„Schließlich kontrollierten Spezialeinheiten der Polizei die Baustelle, auf der ich arbeitete“</em>, erklärt der Migrant, dem daraufhin die Staatsbürgerschaft versprochen wurde, wenn er sich der Armee anschließe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es stimmt, dass Tadschiken nach dem Anschlag auf die Crocus City Hall stärker ins Visier genommen wurden als andere Gruppen aus Zentralasien“</em>, betont Caress Schenk, Professorin für Politikwissenschaft an der Nazarbaev-Universität in Astana. Nach Angaben der ukrainischen Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene sind Tadschiken mit mehr als 3.400 Rekruten die zweitgrößte Nationalität in der russischen Armee, hinter etwa 4.800 Usbeken und 2.400 Kasachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/der-vorwand-sind-kopftuch-bart-und-predigten-auf-dem-handy-migrantinnen-aus-zentralasien-berichten-ueber-islamophobie-in-russland/">Kopftuch und Bart – Migrant:innen aus Zentralasien über Islamophobie in Russland</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schenk weist jedoch darauf hin, dass in Russland <em>„die Maßnahmen zur Migrationskontrolle, Razzien und der Druck, zum Militär zu gehen, stark von der aktuellen Lage abhängen“</em>. Seit Kriegsbeginn konnten je nach Kontext auch andere Bevölkerungsgruppen ins Visier geraten. <em>„Manchmal gerät jede Person mit asiatischen Gesichtszügen unter Verdacht“</em>, bemerkt die Forscherin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit November 2025 müssen bestimmte in Russland lebende Ausländer einen Vertrag über den Eintritt in die Armee vorlegen, wenn sie die russische Staatsbürgerschaft oder eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten wollen. Zu Beginn des Jahrzehnts machten Zentralasiaten jedoch mehr als 40 Prozent der in Russland lebenden Migranten aus und sind daher am stärksten von diesen neuen Maßnahmen betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar erklären alle von Novastan befragten Gefangenen, ihren Vertrag freiwillig unterzeichnet zu haben, um einen russischen Pass zu erhalten, doch betont Schenk auch, dass der zunehmende administrative Druck <em>„eher darauf abzielt, die Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit der Migranten einzuschränken, als ihnen echte Wahlmöglichkeiten zu bieten.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Ideologisch gefährdete Migranten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der prekären administrativen Lage stützt sich die russische Armee bei ihren Mobilisierungsbemühungen auch auf mögliche ideologische Affinitäten der zentralasiatischen Migranten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich wollte in Russland leben. Um die Staatsbürgerschaft zu erlangen, auf die ich meiner Meinung nach Anspruch hatte, musste ich also dem Vaterland dienen“</em>, erklärt der 38-jährige Jasur Islamov in einem gleichgültigen Ton. Nach anderthalb Jahren in der Armee wird ihm im März 2025 endlich der Pass versprochen, sofern er an der Front bleibt. Jasur wird jedoch wenige Wochen später gefangen genommen, nachdem er bei einem Angriff von einer Drohne verwundet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/situation-zentralasiatischer-migrierter-in-russland-verschlechtert-sich/">Situation zentralasiatischer Migrierter in Russland verschlechtert sich</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu den Berichten anderer Ausländer, die zu Kriegsgefangenen wurden, wie beispielsweise Männer aus Afrika, haben Iljas, Jasur oder Chuschbacht nicht versucht, sich freiwillig zu ergeben oder zu desertieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diese unterschiedlichen Verhaltensweisen im Kampf zu erklären, stellt die ukrainische Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene fest, dass bestimmte Schichten der Migrantenbevölkerung <em>„russischsprachige Menschen sind, die in den 1970er oder 1980er Jahren in der UdSSR geboren wurden“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von Novastan befragten Gefangenen betonen ebenfalls, dass sie nach Russland zurückkehren wollen, in der Hoffnung, an einem Gefangenenaustausch teilzunehmen. <em>„Wir haben keinerlei Einwände gegen den Austausch von Bürgern aus zentralasiatischen Ländern“</em>, erklärt die ukrainische Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene. Unter den rund 7.000 bereits ausgetauschten russischen Soldaten bildeten Staatsangehörige aus Zentralasien jedoch eine sehr kleine Minderheit und betrafen nur Einzelfälle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die direkte Frage nach ihren Erfahrungen mit Rassismus in Russland vor oder während ihres Dienstes versichern die Kriegsgefangenen, mit denen Novastan gesprochen hat, alle, dass sie nie damit konfrontiert worden seien. Sie sind zudem zuversichtlich, dass sie sich nach ihrer Haft mit einem Reisepass wieder in die russische Gesellschaft integrieren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Stellen Sie sich vor: Ich habe mein Leben riskiert, um die Staatsbürgerschaft zu erhalten, und nun soll ich in mein Land zurückgeschickt werden, obwohl ich dort nichts mehr habe? Das wäre ein großer Verrat“</em>, sagt Jasur mit scharfer Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/warum-spricht-usbekistan-china-und-russland-sein-beileid-aus-aber-niemals-der-ukraine/">Warum spricht Usbekistan China und Russland sein Beileid aus, aber niemals der Ukraine?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Kriegsgefangenen haben jedoch bereits Enttäuschungen auf ihrem Weg als Migranten in Russland erlebt. Iljas, der seit Jahren mit einer Russin verheiratet ist, erzählt nüchtern, dass er <em>„vor langer Zeit die Staatsbürgerschaft beantragt und die Unterlagen eingereicht habe, aber sie wurde mir verweigert“</em>. Jasur gibt seinerseits bitter zu, <em>„nicht einmal das Geld aus dem Vertrag erhalten zu haben“</em>, da ihm von den achtzehn Monaten, die er in der Armee verbracht hat, nur zwei Monatsrenten ausgezahlt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich glaube, es braucht Jahre und verschiedene Formen der Bewusstseinsbildung, um verinnerlichte Diskriminierungen abzubauen“</em>, erklärt Schenk und erinnert daran, dass in der sowjetischen Vorstellungswelt Rassismus ausschließlich mit dem Westblock und dem Kapitalismus in Verbindung gebracht wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter Berufung auf die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Genfer_Konventionen">Genfer Konventionen</a> erklärt die ukrainische Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene, dass die Zentralasiaten wie alle anderen behandelt werden. Im Hof trainieren einige gemeinsam mit russischen Mitgefangenen an den Krafttrainingsgeräten des Lagers.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir hätten nie gedacht, dass wir hier landen würden“</em>, beklagt sich schließlich Jasur. Als man ihn daran erinnert, dass er sich in voller Kenntnis der Sachlage verpflichtet hat, wird der Häftling gereizt: <em>„Sie reden, als hätte ich extra unterschrieben, um Menschen zu töten… Ich brauchte einfach nur einen Ort zum Leben und einen Pass, um zu arbeiten und meine Familie zu ernähren.“</em> Nach einer Pause fügt er bedauernd hinzu: <em>„Ich sage nicht, dass wir das Richtige getan haben. Jeder macht Fehler. Jeder.“</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Driss Rejichi, Sonderkorrespondent in der Ukraine für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/guerre-en-ukraine/j-avais-juste-besoin-d-un-passeport-en-ukraine-les-prisonniers-de-guerre-d-asie-centrale-entre-loyaute-et-regrets/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
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		<title>Russlands kasachstanische Ölwaffe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sschulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2026 06:30:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Folgen russische Angriffskrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Pipeline]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 22. April k&#xFC;ndigte die russische Regierung an, in Zukunft kein kasachstanisches &#xD6;l mehr durch die Druschba-Pipeline nach Deutschland zu leiten. Die Bundesrepublik, so die Botschaft, zahle aufgrund ihrer immer noch betr&#xE4;chtlichen Abh&#xE4;ngigkeit von russischen Energieinfrastrukturen einen hohen Preis f&#xFC;r die Unterst&#xFC;tzung der Ukraine. Dieser Schritt Moskaus offenbart jedoch ebenso, wie sehr auch Kasachstans Wirtschaft [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am 22. April kündigte die russische Regierung an, in Zukunft kein kasachstanisches Öl mehr durch die Druschba-Pipeline nach Deutschland zu leiten. Die Bundesrepublik, so die Botschaft, zahle aufgrund ihrer immer noch beträchtlichen Abhängigkeit von russischen Energieinfrastrukturen einen hohen Preis für die Unterstützung der Ukraine. Dieser Schritt Moskaus offenbart jedoch ebenso, wie sehr auch Kasachstans Wirtschaft weiterhin auf Russland angewiesen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Russlands stellvertretender Ministerpräsident Aleksandr Nowak kündigte am 22. April an, die kasachstanischen Ölexporte nach <a href="https://www.reuters.com/business/energy/russia-halt-kazakhstans-oil-flows-germany-via-druzhba-sources-say-2026-04-21/">Deutschland</a> zu stoppen. Diese Entscheidung, die ab dem 1. Mai umgesetzt wurde, begründete er mit „<em>technischen Einschränkungen</em>“. Auch Kasachstans Energieminister Erlan Aqkenjenov <a href="https://mobile.aa.com.tr/ru/%D1%8D%D0%BA%D0%BE%D0%BD%D0%BE%D0%BC%D0%B8%D0%BA%D0%B0/%D0%B2-%D0%BC%D0%B8%D0%BD%D1%8D%D0%BD%D0%B5%D1%80%D0%B3%D0%BE-%D0%BA%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%85%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%B0-%D0%BF%D0%BE%D0%B4%D1%82%D0%B2%D0%B5%D1%80%D0%B4%D0%B8%D0%BB%D0%B8-%D0%BE%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%BA%D1%83-%D1%82%D1%80%D0%B0%D0%BD%D0%B7%D0%B8%D1%82%D0%B0-%D0%BA%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%85%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D1%81%D0%BA%D0%BE%D0%B9-%D0%BD%D0%B5%D1%84%D1%82%D0%B8-%D1%87%D0%B5%D1%80%D0%B5%D0%B7-%D1%80%D1%84/3914332">teilte mit</a>, dass er diesen Schritt vor dem Hintergrund der „<em>kürzlichen Angriffe auf russische Infrastruktur</em>“ sehe. Ein klarer Verweis auf die <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/asie-centrale-souffre-des-attaques-de-drones-ukrainiens-sur-la-russie/">ukrainischen Drohnenangriffe</a> der letzten Wochen und Monate.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge lieferte Kasachstan 2025 täglich <a href="https://www.reuters.com/business/energy/russia-halt-kazakhstans-oil-flows-germany-via-druzhba-sources-say-2026-04-21/">43.000 Barell Rohöl</a> über die Druschba-Pipeline nach Deutschland. Mit insgesamt 10,3 Millionen Tonnen Öl und einem Anteil von 14 Prozent an den gesamten deutschen Ölimporten war Kasachstan damit Deutschlands viertgrößter Zulieferer.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wir-sind-oelarbeiter-und-schaemen-uns-ueber-unser-gehalt-zu-sprechen/">„Wir sind Ölarbeiter und schämen uns, über unser Gehalt zu sprechen“</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der russische Transitstopp für kasachstanisches Öl trifft besonders die PCK Raffinerie in Schwedt hart. Mit 17 Prozent machten die kasachstanischen Lieferungen über die Druschba-Pipeline einen wesentlichen Anteil des dort verarbeiteten Erdöls aus. Die rund 100 Kilometer nordöstlich von Berlin gelegene Raffinerie ist eine der wichtigsten Deutschlands und stellt zu fast 90 Prozent die Versorgung der Hauptstadt und Brandenburgs mit Kerosin, Diesel und Heizöl sicher. Der <a href="https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/raffinerie-pck-schwedt-oel-lieferstopp-druschba-100.html">BER</a>, Deutschlands drittgrößter Flughaben, erhält sein gesamtes Kerosin aus Schwedt. Ihre unmittelbare Nähe zur polnischen Grenze macht die Raffinerie zudem zum Teil der strategischen Infrastruktur an der <a href="https://legrandcontinent.eu/fr/2026/04/22/suspension-des-exportations-de-petrole-kazakh-par-moscou-quelles-consequences-pour-lallemagne/">NATO-Ostflanke</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mit Energielieferstopps gegen Deutschlands Unterstützung der Ukraine</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser jüngste Schritt der Regierung in Moskau ist Teil einer ganzen Reihe von energiepolitischen Drohungen, die die wachsenden Spannungen zwischen Deutschland und Russland verdeutlichen. Bereits im März diesen Jahres hatte Russlands Präsident Putin angedroht, die <a href="https://www.reuters.com/business/energy/putin-suggests-russia-could-stop-supplying-gas-european-markets-now-2026-03-04/">Gaslieferungen nach Europa</a> einzustellen. Er reagierte damit auf die Ankündigung Brüssels, schrittweise den Kauf russischen Gases zu verbieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. April hatten die Ukraine und Deutschland bei einem Besuch des ukrainischen Präsidenten beim deutschen Kanzler in Berlin eine <a href="https://euractiv.com/fr/news/missiles-drones-et-partage-de-donnees-lallemagne-et-lukraine-concluent-un-accord-de-defense/">Kooperationsvereinbarung</a> unterzeichnet, die auf die Stärkung der ukrainischen Luftabwehr abzielt. Friedrich Merz erklärte bei diesem Anlass erneut seine Unterstützung für die Ukraine und stellte vier Milliarden Euro für die Finanzierung von Waffenkäufen zur Verfügung. Auch die Gründung eines Joint Ventures zur gemeinsamen Produktion von Drohnen ist Teil des Abkommens.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Russlands Antwort ließ nicht lange auf sich warten und kam als Drohungen des russischen Verteidigungsministers gegen europäische Drohnenhersteller. Dazu veröffentlichte dieser die Adressen mehrerer solcher Drohnenhersteller auf <a href="https://euractiv.com/fr/news/la-russie-menace-les-fabricants-europeens-de-drones-et-publie-leurs-adresses-sur-internet/">Telegram</a>. Die Bundesregierung wiederum reagierte darauf, indem sie Russlands Botschafter in Deutschland einbestellte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit solchen Maßnahmen versucht Russland kontinuierlich, den Druck auf Deutschland, einen der wichtigsten Unterstützer der Ukraine, zu erhöhen. Obwohl Deutschland seine massive Abhängigkeit von russischen Energieimporten seit dem Jahr 2022 wesentlich reduzieren konnte, kämpft es nach wie vor gegen Moskaus Einfluss auf seine Energiepolitik an. Nun sieht sich die Bundesrepublik einem doppelten Preisschock ausgesetzt: Zum russischen Angriffskrieg und deren Folgen kommt noch der Krieg im Nahen Osten, wo die Schließung der Straße von Hormus die Energiepreise auf den Weltmärkten erneut massiv nach oben getrieben hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/iran-krieg-was-sind-die-folgen-fuer-zentralasien/">Iran-Krieg: Was sind die Folgen für Zentralasien?</a></strong><strong></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Schwierige Suche nach Alternativen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Folgen des nun angekündigten russischen Transitstopps abzufedern, hat ein Sprecher des polnischen Pipelinebetreibers PERN vorgeschlagen, Öl, das weder aus Russland noch aus Kasachstan stammt, über den <a href="https://www.reuters.com/business/energy/russia-halt-kazakhstans-oil-flows-germany-via-druzhba-sources-say-2026-04-21/">Hafen von Gdańsk (dt. Danzig)</a> nach Schwedt zu leiten. Diese Option würde es ermöglichen, Öl über den Seeweg zu zwei der drei Hauptanteilseignern der PCK Raffinerie, Eni und Shell, zu leiten. Die dritte Partei, Rosneft, wäre davon ausgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei ihrem Besuch der Raffinerie in Schwedt Mitte Mai versuchten Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, weitere Perspektiven aufzuzeigen. Kurzfristig verlängerte die Bundesregierung die <a href="https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2026/05/pck-raffinerie-schwedt-oel-reserven-versorgung-rostock-polen.html">Beschäftigungsgarantie</a> für die rund 1.000 Mitarbeiter:innen bis Ende 2026. Langfristig investieren die Bundes- und die Landesregierung 350 Millionen Euro in die Produktion von <a href="https://www.dw.com/de/kraftstoff-ostdeutsche-raffinerie-schwedt-kersosin-%C3%B6l-roh%C3%B6l-pipeline-hormus-russland-reiche/a-77123123">synthetischem Kerosin</a> auf Basis von Wasserstoff ab 2030. In der Bevölkerung und unter den Mitarbeiter:innen herrscht dennoch Verunsicherung und Sorge um die Zukunft des <a href="https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/raffinerie-pck-schwedt-oel-lieferstopp-druschba-100.html">größten Arbeitgebers</a> der Region.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kollateralschaden: Kasachstan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Verlierer der russischen Maßnahme ist Kasachstan, das einen immer stärker werdenden Absatzmarkt einbüßt. Allein von 2024 auf 2025 seien die Exporte des Landes nach Schwedt um <a href="https://www.reuters.com/business/energy/russia-halt-kazakhstans-oil-flows-germany-via-druzhba-sources-say-2026-04-21/">44 Prozent</a> angestiegen, wie Reuters betont.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kasachstanische Energieminister sah sich daher am 28. April gezwungen, Änderungen bei den Exportrouten kasachstanischen Öls nach Deutschland anzukündigen. Das kasachstanische <a href="https://nationalbusiness.kz/news/kazahstan-menyaet-marshrut-nefti-v-obhod-druzhbi/">Medienportal National Business</a> berichtete, dass von dem ursprünglich für die Druschba-Pipeline vorgesehenen Rohöl nun 160.000 Tonnen über das Netz des <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/guerre-ukraine-kazakhstan-inquietude-drones-pipeline-cpc/">Caspian Pipeline Consortium (CPC)</a> und 100.000 Tonnen über den russischen Ostseehafen Ust-Luga fließen sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Entscheidung macht Kasachstans strukturelle Verwundbarkeit deutlich: Das Land hängt von Energiekorridoren ab, die es selbst nicht kontrolliert. Als Binnenland ist es auf russische Infrastruktur angewiesen, um sein Erdöl an den Weltmarkt zu bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/leider-hat-sich-kasachstans-wirtschaft-nicht-angepasst/">„Leider hat sich Kasachstans Wirtschaft nicht angepasst“</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie auch im Fall Deutschlands ist das für Kasachstan nicht neu. Über das durch südrussisches Territorium verlaufende Pipelinenetz CPC exportiert das Land rund 80 Prozent seines Öls. Seit 2022 hat Russland dieses Netz bereits mehrmals als Druckmittel genutzt, indem es den Transit entweder eingeschränkt oder ganz unterbrochen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-einfluss-in-kasachstan-die-illusion-der-schwaechung/">Russlands Einfluss in Kasachstan: Die Illusion der Schwächung</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Kasachstan ist also dringend darauf angewiesen, seine Exportwege zu diversifizieren, um Russlands harten Griff um die Erdölindustrie des Landes zu lockern. Unter den möglichen Alternativen spielt insbesondere die <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/le-petrole-kazakh-peut-il-contourner-la-russie-par-lazerbaidjan/">Baku-Tbilissi-Ceyhan-Pipeline</a> eine zunehmend große Rolle, die durch die Staaten des Südkaukasus und durch die Türkei verläuft. Da über diese aktuell jedoch nur der Export von fünf bis sechs Prozent des kasachstanischen Rohöls möglich ist, bleibt Kasachstans Abhängigkeit von Russland auf absehbare Zeit unverändert hoch.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Verfasst von Adèle Obry,<br>korrigiert von Anaïs Boulard,<br>übersetzt und ergänzt von Simon Schulz</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<item>
		<title>Kirgistan strebt nichtständige Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat an</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 May 2026 20:04:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[nichtständige Mitgliedschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinte Nationen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Pr&#xE4;sident Sadyr Dschaparow hat die Mitgliedsstaaten der UN dazu aufgerufen, Kirgistans Antrag auf eine nichtst&#xE4;ndige Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Organisation ab Januar 2027 zu unterst&#xFC;tzen. Im Falle einer Nominierung w&#xFC;rde sich das Land laut Dschaparow f&#xFC;r die Interessen kleiner Staaten ohne Meereszugang und wirtschaftlich schw&#xE4;cherer L&#xE4;nder einsetzen. Am 17. Mai hatte der kirgisische Pr&#xE4;sident in [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Präsident Sadyr Dschaparow hat die Mitgliedsstaaten der UN dazu aufgerufen, Kirgistans Antrag auf eine nichtständige Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Organisation ab Januar 2027 zu unterstützen. Im Falle einer Nominierung würde sich das Land laut Dschaparow für die Interessen kleiner Staaten ohne Meereszugang und wirtschaftlich schwächerer Länder einsetzen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 17. Mai hatte der kirgisische Präsident in einer <a href="https://www.facebook.com/japarov.sadyr/posts/pfbid032U5Sn1v6KVKv2eLKeYir6CTBKJYGobjhRa5L38MkX7MVGzHZgAWdfATtNQgDYHASl">Erklärung auf seiner Facebook-Seite</a> die ausschlaggebenden Faktoren für die Bewerbung auf den nichtständigen Sitz dargelegt. Dabei verwies er unter anderem auf die fehlende Stimme kleinerer Staaten sowie wirtschaftlich weniger entwickelter Länder innerhalb des UN-Sicherheitsrats.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Die Kirgisische Republik geht davon aus, dass ein Fortbestehen des Ungleichgewichts in der Zusammensetzung des Rates, insbesondere die unzureichende Beteiligung kleiner, sich entwickelnder und Binnenstaaten, die Stabilität der gesamten Architektur der kollektiven Sicherheit untergräbt,” so Dschaparow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Weltweit werden mehr als drei Billionen US-Dollar für militärische Konflikte ausgegeben. Mit diesen Mitteln könnte man der gesamten Menschheit ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. [&#8230;] Unter diesen Umständen rücken Fragen der inklusiven und gerechten Vertretung der UN-Mitgliedstaaten im Sicherheitsrat sowie dessen Fähigkeit, seine Legitimität als Entscheidungsgremium im Namen der gesamten internationalen Gemeinschaft zu wahren, in den Vordergrund”, hieß es weiter.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Dschaparow gab an, dass Kirgistan keinem politischen oder militärischen Bündnis angehöre und in keinerlei geopolitische Konflikte verwickelt sei, weswegen das Land “eine ausgewogene, unabhängige und pragmatische Haltung” innerhalb des Sicherheitsrates einnehmen könne, die darauf abziele, “die Polarisierung abzubauen und den konstruktiven Dialog im Rahmen des Sicherheitsrats wiederherzustellen.” Die fortdauernde Mitgliedschaft Kirgistans in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_%C3%BCber_kollektive_Sicherheit">OVKS</a> (Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit) und der Eurasischen Wirtschaftsunion, die beide unter Führung Russlands stehen, ließ er dabei unerwähnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kirgisische Präsident verwies auch auf die friedliche Lösung von Grenzstreitigkeiten mit Nachbarstaaten in Zentralasien als Beispiel für die Erfahrung seines Landes in der Beilegung regionaler Konflikte. Erst letztes Jahr hatte Kirgistan eine Einigung über die gemeinsame Grenze mit Tadschikistan erzielt, die seit der Unabhängigkeit beider Länder von der Sowjetunion im Jahre 1991 zu (teils bewaffneten) Auseinandersetzungen geführt hatte.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/grenzen-wieder-offen-kirgistan-und-tadschikistan-besiegeln-historisches-abkommen/">Grenzen wieder offen: Kirgistan und Tadschikistan besiegeln historisches Abkommen</a></strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dschaparow kündigte zudem an, dass sich Kirgistan im Falle einer Erlangung des Status als nichtständiges Mitglied besonders auf die Situation in Afghanistan fokussieren würde, dessen Stabilität “untrennbar” mit der Sicherheit Zentralasiens verbunden sei. In diesem Kontext plädierte er auch für eine stärkere politische und wirtschaftliche Einbindung Afghanistans in die Weltgemeinschaft.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/fehlende-mittel-in-afghanistan-gefaehrden-die-sicherheit-an-der-grenze-zu-tadschikistan/">Fehlende Mittel in Afghanistan gefährden die Sicherheit an der Grenze zu&nbsp;Tadschikistan</a></strong></strong></p>



<h4 class="wp-block-heading">Wettkampf gegen die Philippinen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Jahr werden fünf der insgesamt zehn nichtständigen Sitze im Sicherheitsrat durch die Generalversammlung für die Dauer von zwei Jahren neu besetzt. Von Anfang 2017 bis Ende 2018 war Kasachstan als erstes zentralasiatisches Land als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat vertreten. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-wird-mitglied-des-uno-sicherheitsrates-2/">Kasachstan wird Mitglied des UNO-Sicherheitsrates</a></strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den fünf nichtständigen Sitzen, die in diesem Jahr für die Amtsperiode 2027–2028 neu vergeben werden, entfällt einer auf die Gruppe der asiatisch-pazifischen Staaten. Die Wahl dazu findet am 3. Juni am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York statt. Der Hauptkonkurrent Kirgistans sind dabei die Philippinen, die bereits viermal als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat vertreten waren. Dieser Umstand wurde von Dschaparow auch als Grund dafür angeführt, warum Kirgistan, das ebenso wie knapp 60 andere Länder noch nie dem Gremium angehörte, bei der Wahl als Sieger hervorgehen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Die Wahl Kirgistans wäre ein Beweis für den politischen Willen der Weltgemeinschaft, historische Gerechtigkeit wiederherzustellen und allen Ländern das gleiche Recht auf Wahl in das oberste Organ der Vereinten Nationen zu gewährleisten”, findet der kirgisische Präsident.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits im November des vergangenen Jahres hatten die übrigen Staaten der Region beim Gipfeltreffen der zentralasiatischen Staatschefs in Taschkent ihre Unterstützung für die kirgisische Kandidatur ausgesprochen. Diese wurde schließlich Anfang Dezember von Ulugbek Lapasov, dem Ständigen Vertreter der Republik Usbekistan beim Büro der Vereinten Nationen, <a href="https://media.un.org/avlibrary/en/asset/d351/d3510676">im Rahmen einer Pressekonferenz</a> offiziell verkündet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ständige Vertreterin Kirgistans bei der UN, Aida Kasymalieva, fügte hinzu, dass dieser Schritt “ein gemeinsames Bekenntnis zu Frieden, Dialog und einem konstruktiven multilateralen Ansatz” innerhalb der Region bedeute und dass Kirgistan sich als ein „verantwortungsbewusstes und prinzipientreues“ Ratsmitglied erweisen würde.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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		<title>Warum spricht Usbekistan China und Russland sein Beileid aus, aber niemals der Ukraine?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fergana News]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 May 2026 18:32:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Beileidsbekundung]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Shavkat Mirziyoyev]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder bekundet Usbekistans Pr&#xE4;sident Shavkat Mirziyoyev sein Beileid, wenn sich Trag&#xF6;dien in Russland oder China ereignen. Bei ukrainischen Opfern ist dies aber nicht der Fall. Alles Kalk&#xFC;l, sagt Daniil Kislov, Chefredakteur unseres Partnermediums Fergana News, in einem Kommentar. Am 6. Mai 2026 &#xFC;bermittelte Usbekistans Pr&#xE4;sident Shavkat Mirziyoyev umgehend sein Beileid an den Pr&#xE4;sidenten der [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Immer wieder bekundet Usbekistans Präsident Shavkat Mirziyoyev sein Beileid, wenn sich Tragödien in Russland oder China ereignen. Bei ukrainischen Opfern ist dies aber nicht der Fall. Alles Kalkül, sagt Daniil Kislov, Chefredakteur unseres Partnermediums Fergana News, in einem Kommentar.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 6. Mai 2026 <a href="https://t.me/shmirziyoyev/33307">übermittelte</a> Usbekistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> umgehend sein Beileid an den Präsidenten der Volksrepublik China, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xi_Jinping">Xi Jinping</a>. Anlass war eine Explosion in einer Feuerwerksfabrik in der Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hunan">Hunan</a>, bei der 26 Menschen ums Leben kamen und mehr als 60 verletzt wurden. Diese Geste ist vollkommen verständlich: In einem Land, das nach wie vor zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern Usbekistans zählt, hatte sich eine technische Tragödie ereignet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Standard-Diplomatie – ohne politische Risiken. Doch genau an jenem Tag – dem 6. Mai 2026 – griffen russische Drohnen <a href="https://www.aljazeera.com/video/newsfeed/2026/5/6/russian-drone-hits-kindergarten-in-ukraine">einen Kindergarten</a> im Zentrum der ukrainischen Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sumy">Sumy</a> an. Zwei Mitarbeiterinnen der Einrichtung kamen dabei ums Leben, zwei weitere Zivilist:innen wurden verletzt. Glücklicherweise befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs keine Kinder im Gebäude; dennoch bildete allein die Tatsache eines Angriffs auf eine Einrichtung der Kinderinfrastruktur ein weiteres Glied in der langen Kette von Angriffen auf ukrainische Städte – Attacken, bei denen seit nunmehr über vier Jahren Zivilist:innen, darunter auch Kinder, ihr Leben verlieren.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Und kein einziges Wort wurde vom offiziellen Taschkent an die Ukraine gerichtet – weder Beileidsbekundungen an das ukrainische Volk noch auch nur eine formelle Anteilnahme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum diese Selektivität? Weil sich Usbekistans erklärte Neutralität in der Praxis als äußerst bedingt erweist. Moskau bleibt Taschkents „Seniorpartner“ im postsowjetischen Raum: Millionen usbekischer Arbeitsmigrant:innen sind in Russland beschäftigt, und ihre Rücküberweisungen sind für die Volkswirtschaft von entscheidender Bedeutung. Zudem bestehen traditionell starke Bindungen zwischen den beiden Ländern – in den Bereichen Energie, Logistik und regionale Sicherheit. All dies schafft in der Realität eine Abhängigkeit Usbekistans von Russland – eine Tatsache, die sich nicht ignorieren lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/soft-power-mit-vorgehaltener-waffe-was-steckt-hinter-sergej-kirijenkos-besuch-in-usbekistan/">Soft Power mit vorgehaltener Waffe: Was steckt hinter Sergej Kirijenkos Besuch in Usbekistan?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies bedeutet, dass jede öffentliche Sympathiebekundung für Opfer russischer Aggression vom Kreml als unfreundliche Geste wahrgenommen wird. Und die derzeitige Führung Usbekistans zieht es vor, ihre Beziehungen zu Moskau nicht aufs Spiel zu setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig – und das ist hoch anzurechnen – bekräftigt Usbekistan konsequent seine Anerkennung der territorialen Integrität der Ukraine, erkennt die selbsternannten „Donetsker Volksrepublik“ und „Luhansker Volksrepublik“ nicht an und setzt sich für friedliche Verhandlungen ein. Dies ist eine ausgewogene und im Großen und Ganzen korrekte Haltung. Doch wenn es um konkrete menschliche Tragödien geht – insbesondere um Kinder, die infolge dieser Aggression getötet oder verstümmelt wurden, herrscht ohrenbetäubendes Schweigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein pragmatisches Kalkül</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist keine Neutralität in ihrer Reinform. Es handelt sich vielmehr um ein pragmatisches Kalkül, bei dem Menschenleben in der Ukraine im Vergleich zu den Opfern in China als „drittrangig“ behandelt werden. Eine solche Logik ist aus der Perspektive der Realpolitik eines Kleinstaates, der zwischen Großmächten eingeklemmt ist, durchaus nachvollziehbar. Dennoch offenbart sie zugleich die Grenzen dieser Politik: Wenn es um universelle humanitäre Grundsätze geht, entscheidet sich Taschkent für das Schweigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine wahrhaft unabhängige Außenpolitik erfordert nicht nur die Weigerung, militärischen Bündnissen beizutreten, sondern auch moralische Konsequenz. Solange diese fehlt, bleibt das Gerede von „Ausgewogenheit“ lediglich eine bequeme Tarnung für die Unwilligkeit, die Beziehungen zu Moskau aufs Spiel zu setzen – selbst aus offensichtlichsten humanitären Gründen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-ukraine-ist-meine-heimat-geworden-zentralasiaten-helfen-einem-land-im-krieg/">„Die Ukraine ist meine Heimat geworden“: Zentralasiat:innen helfen einem Land im Krieg</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Punkt ist erwähnenswert: Wir haben in offenen Quellen keinerlei öffentliche Kondolenzbekundungen des usbekischen Präsidenten an die Ukraine – oder an die Opfer russischer Angriffe auf deren Territorium – verzeichnet. Das umgekehrte Bild ist jedoch aufschlussreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mirziyoyev hat der russischen Seite wiederholt und ausdrücklich sein Beileid ausgesprochen: im Dezember 2024 – persönlich gegenüber Putin <a href="https://www.rbc.ru/rbcfreenews/67645c249a7947c0ffca3b08?utm_referrer=https%3A%2F%2Ffergana.news%2F">nach dem <u>Tod</u></a> von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Igor_Anatoljewitsch_Kirillow">General Kirillow</a>, wobei er den Vorfall als <em>„niederträchtigen Terrorakt“</em> verurteilte; <a href="https://www.vedomosti.ru/politics/news/2024/03/23/1027567-uzbekistana">nach dem <u>Terroranschlag in der Crocus City Hall</u></a> im März 2024; sowie <a href="https://www.rbc.ru/rbcfreenews/66797ace9a7947e20a7d45ed">nach den Anschlägen in Dagestan</a> im Juni 2024. Im Dezember 2025 ging Mirziyoyev sogar so weit, gegenüber Putin seine <em>„Empörung“</em> über einen ukrainischen Drohnenangriff auf die Residenz des russischen Präsidenten zum Ausdruck zu bringen, und bezeichnete diesen als <em>„rücksichtslose Terrorakte des Kiewer Regimes“</em>.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Daniil Kislov für Fergana News</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://fergana.news/articles/146682/"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<item>
		<title>Kasachstan: Die futuristische Stadt Alatau erhält Sonderstatus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 15:50:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Alatau]]></category>
		<category><![CDATA[Hub]]></category>
		<category><![CDATA[Südkorea]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Stadt Alatau, die sich selbst als wichtiges Technologie- und Wirtschaftszentrum der Zukunft pr&#xE4;sentiert, tritt mit dem Erhalt eines Sonderstatus in eine neue Phase der institutionellen Strukturierung ein. Dennoch bestehen Unsicherheiten hinsichtlich ihrer Entwicklung. Am 27. M&#xE4;rz hat Kasachstans Parlament ein Gesetz verabschiedet, das der im erweiterten Speckg&#xFC;rtel von Almaty gelegenen Stadt Alatau einen besonderen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Stadt Alatau, die sich selbst als wichtiges Technologie- und Wirtschaftszentrum der Zukunft präsentiert, tritt mit dem Erhalt eines Sonderstatus in eine neue Phase der institutionellen Strukturierung ein. Dennoch bestehen Unsicherheiten hinsichtlich ihrer Entwicklung.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 27. März hat Kasachstans Parlament ein Gesetz <a href="https://qazinform.com/news/kazakh-parliament-approves-draft-law-on-alatau-city-special-status-f8a669">verabschiedet</a>, das der im erweiterten Speckgürtel von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a> gelegenen Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alatau_(Stadt)">Alatau</a> einen besonderen Rechtsstatus verleiht. Dieser Status als „Gebiet beschleunigter Entwicklung“ mit spezifischen wirtschaftlichen, administrativen und rechtlichen Regelungen soll Investitionen anziehen und Innovationen fördern. Die Entscheidung markiert einen wichtigen Schritt in der Entwicklung des Projekts, das seit Jahren als zukünftiges technologisches Vorzeigeprojekt des Landes präsentiert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis vor Kurzem beschränkte sich Alatau weitgehend auf politische Ankündigungen und ambitionierte Prognosen, ohne dass es in der Praxis konkrete Umsetzungen gab. Die Vergabe dieses Sonderstatus spiegelt daher den Wunsch der kasachstanischen Behörden wider, das Projekt zu strukturieren und ihm eine operative Dimension zu verleihen. Es bleibt nun abzuwarten, ob dieser institutionelle Schritt eine futuristische Vision in greifbare Realität umsetzen wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wiederbelebung eines Projekts</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut <a href="https://alatau.city/news/parliament-approves-constitutional-law-on-the-special-status-of-alatau-city">Angaben der Stadtverwaltung</a> profitiert Alatau künftig von einem eigenständigen Verwaltungssystem mit einer Organisation, die Entscheidungsprozesse beschleunigen und die Ansiedlung wirtschaftlicher Akteure erleichtern soll. Das Projekt umfasst insbesondere die Schaffung einer strategischen Behörde unter der Leitung von Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Olschas_Bektenow">Oljas Bektenov</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Diese „Alatau City Authority“ (ACA) soll für die Festlegung von Entwicklungsrichtlinien zuständig sein und eine direkte Koordination auf höchster Staatsebene gewährleisten. Gleichzeitig sollen lokale Institutionen wie Akimat und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4slihat">Mäslihat</a> ihre Zuständigkeiten für Verwaltung und die öffentlichen Sozialdienste behalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Governance hinaus geht dieser Status mit einem spezifischen Regulierungsrahmen einher, der Steueranreize, vereinfachte Verwaltungsverfahren und auf innovative Sektoren zugeschnittene Regelungen umfasst. Dies ermöglicht es dem Projekt, eine neue Phase seiner Entwicklung einzuleiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Zentrum zur Anwerbung von Investitionen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Alatau wurde zu Beginn der Präsidentschaft von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> ins Leben gerufen und soll durch die Integration in eine Sonderwirtschaftszone internationale Investitionen anziehen und die wirtschaftliche Diversifizierung des Landes unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stadt mit derzeit circa 50.000 Einwohner:innen will sich zudem zu einem Zentrum für digitale Technologien, digitale Vermögenswerte und innovative Finanzdienstleistungen entwickeln. Im Mai 2025 kündigte Präsident Toqaev die <a href="https://timesca.com/kazakhstan-unveils-alatau-investor-led-city-with-crypto-ambitions/">Einrichtung einer Pilotzone</a> namens „CryptoCity“ in Alatau an. In dieser sollen Kryptowährungen legal zur Bezahlung von Waren und Dienstleistungen eingesetzt werden können. Diese Strategie ist Teil einer umfassenderen Initiative, Kasachstan als aufstrebenden Akteur in Branchen mit hoher Wertschöpfung zu positionieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/per-referendum-kasachstan-stimmt-fuer-neue-verfassung/"><strong>Per Referendum: Kasachstan stimmt für neue Verfassung</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere konkrete Initiativen belegen dieses Ziel. Wie die Stadt Alatau <a href="https://alatau.city/news/kazakhstan-and-south-korea-discuss-infrastructure-development-of-alatau-city-under-the-eipp-program">mitteilte</a>, wurden im Rahmen des Programms für wirtschaftliche Innovationspartnerschaft (EIPP) Gespräche mit Südkorea über die Entwicklung der städtischen Infrastruktur aufgenommen. Darüber hinaus soll in Alatau eine Zweigstelle <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/KAIST">des Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST)</a>, einer der führenden technischen Universitäten Südkoreas, errichtet werden, um die akademische und wissenschaftliche Stellung der Stadt zu stärken.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1024" height="656" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/tours-jumelles-alatau-1024x656-1.png" alt="" class="wp-image-44651" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/tours-jumelles-alatau-1024x656-1.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/tours-jumelles-alatau-1024x656-1-300x192.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/tours-jumelles-alatau-1024x656-1-768x492.png 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Projektion der Iconic Towers, Bild: Alatau City</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch finanziell sind die Ambitionen beträchtlich. Laut Angaben der Behörden könnten die geplanten Investitionen für das Projekt 10,4 Billionen Tenge (circa 20 Milliarden Euro) erreichen. Parallel dazu kündigte die Stadtverwaltung den <a href="https://alatau.city/news/alatau-city-prepares-to-launch-construction-of-iconic-towers-a-world-class-multifunctional-complex">bevorstehenden Baubeginn</a> eines architektonischen Wahrzeichens namens „Iconic Towers“ an. Die Arbeiten sollen im Mai 2026 beginnen und voraussichtlich 2029 abgeschlossen sein. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 800 Millionen US-Dollar (ca. 680 Millionen Euro).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zwischen erklärten Zielen und anhaltenden Unsicherheiten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz dieser Fortschritte deuten mehrere Faktoren darauf hin, dass die unmittelbaren Auswirkungen des Projekts mit Vorsicht zu betrachten sind. Insbesondere die Unklarheit bezüglich der für Alatau geltenden Steuer- und Rechtsvorschriften wirft Fragen hinsichtlich der Kohärenz und effektiven Umsetzung des Systems auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstans-regierung-will-schuld-fuer-wirtschaftliche-probleme-der-bevoelkerung-zuschieben/"><strong>Kasachstans Regierung schiebt Schuld für wirtschaftliche Probleme der Bevölkerung zu</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem ist die Realität vor Ort in dieser Phase noch begrenzt. Im März 2026 besuchte der kasachstanische <a href="https://www.youtube.com/watch?v=XhtYRGL3gLg">Influencer Alimbek Ulan</a> Alatau und beobachtete die Bauarbeiten vom Rand des Geländes. Es waren jedoch keine wesentlichen baulichen Fortschritte erkennbar. Dies bestätigt, dass sich das Projekt größtenteils noch in der Vorbereitungsphase befindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Diskrepanz zwischen den erklärten Zielen und dem tatsächlichen Fortschritt verdeutlicht die Gefahr, dass Alatau vorwiegend ein symbolisches Projekt bleiben könnte. Das Jahr 2026 erscheint daher als Wendepunkt, denn mit dem angekündigten Baubeginn müssen die Behörden ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, ihre Versprechen einzulösen und eine tatsächliche Bauphase einzuleiten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lenny Cabrol Noto für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/la-ville-futuriste-alatau-obtient-un-statut-special-au-kazakhstan/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



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<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Soft Power mit vorgehaltener Waffe: Was steckt hinter Sergej Kirijenkos Besuch in Usbekistan?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fergana News]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 18:44:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aussenpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der erste stellvertretende Leiter der Pr&#xE4;sidialverwaltung Russlands, Sergej Kirijenko, ist am 15. April nicht ohne Grund nach Taschkent geflogen. Wenn ein solch wichtiger Vertreter der Kreml-Verwaltung nach Usbekistan reist und nicht etwa ein gew&#xF6;hnlicher Minister oder Vizepremier, bedeutet dies stets, dass es um ernste und nicht immer &#xF6;ffentlich diskutierte Angelegenheiten geht. Offiziell klang alles sehr [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der erste stellvertretende Leiter der Präsidialverwaltung Russlands, Sergej Kirijenko, ist am 15. April nicht ohne Grund nach Taschkent geflogen. Wenn ein solch wichtiger Vertreter der Kreml-Verwaltung nach Usbekistan reist und nicht etwa ein gewöhnlicher Minister oder Vizepremier, bedeutet dies stets, dass es um ernste und nicht immer öffentlich diskutierte Angelegenheiten geht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Offiziell klang alles sehr harmonisch: Man sprach über den Anstieg des Warenumsatzes, große gemeinsame Projekte und kulturelle Beziehungen. Bezeichnenderweise begann der Besuch nicht mit Verhandlungen, sondern mit einem Besuch im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Victory_Park,_Tashkent">Siegespark</a> in Taschkent, wo die russische Delegation Blumen am Denkmal „Oda stojkosti“ (Russisch für „Ode an die Standhaftigkeit“) niederlegte und das „Museum des Ruhmes“ besuchte. Die Symbolik ist klar: Das gemeinsame historische Gedächtnis ist ein weiteres Instrument der Einflussnahme, und Kirijenko versteht es, damit umzugehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wichtiger Mann in Moskau</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Wladilenowitsch_Kirijenko">Sergej Kirijenko</a> ist in Moskau nicht nur für die Innenpolitik im traditionellen Sinne zuständig. Seit 2022 ist gerade er der wichtigste ideologische Kurator der „neuen Gebiete“ – der von Russland besetzten ukrainischen Regionen. Er reiste persönlich nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mariupol">Mariupol</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cherson">Cherson</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Melitopol">Melitopol</a>, um sich dort mit dem zu befassen, was der Kreml als „Integration“ bezeichnet: die Ernennung loyaler Beamter, der Aufbau von Verwaltungsstrukturen, die Durchsetzung russischer Bildungs- und Ideologiestandards.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kürzlich wurden Videoaufnahmen veröffentlicht, die Kirijenko bei einem Rundgang durch die von Russland „befreite“ und vollständig zerstörte ukrainische Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Myrnohrad">Mirnograd</a> [ukr. Myrnohrad, Anm. d. Übers.] zeigen – mit einem Sturmgewehr in der Hand. Für einen Beamten seines Ranges ist dies eine demonstrative Geste: Ich bin nicht nur ein Verwalter, ich bin Teil dieses Krieges. Genau deshalb werden seine Besuche in den post-sowjetischen Hauptstädten ganz anders wahrgenommen als die Reisen gewöhnlicher Diplomaten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich hatte der Besuch in Taschkent mehrere wichtige Ziele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstens will Moskau herausfinden, inwieweit Usbekistan noch „auf seiner Seite“ steht. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev </a>verfolgt tatsächlich eine eigenständige Politik und balanciert meisterhaft zwischen Russland, China, der Türkei und dem Westen: Vor einem Jahr fand in Samarkand der Gipfel zwischen Zentralasien und der Europäische Union statt, erst kürzlich empfing Mirziyoyev erfolgreich den türkischen Staatschef, und kurz vor Kirijenkos Ankunft führte die älteste Tochter des usbekistanischen Präsidenten und zugleich Leiterin seiner Verwaltung, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saida_Mirziyoyeva">Saida Mirziyoyeva</a>, eine Reihe erfolgreicher Treffen und Verhandlungen auf höchster Ebene in den USA durch, wo sie den amerikanisch-usbekischen Wirtschaftsrat <a href="https://fergana.news/news/146458/">ins Leben rief</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/saida-mirziyoyeva-die-praesidententochter-und-ihr-kometenhafter-aufstieg/">Saida Mirziyoyeva – Die Präsidententochter und ihr kometenhafter Aufstieg</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch heute ist es für den Kreml wichtig, dass Taschkent nicht zu weit aus der Reihe tanzt. Und Kirijenko gehört zu den Menschen, die auf sanfte, aber deutliche Weise daran erinnern können: „Wir sehen alles.“</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="682" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Foto-UzA.jpg" alt="" class="wp-image-44533" style="aspect-ratio:1.5014777647948312;width:1024px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Foto-UzA.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Foto-UzA-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Foto-UzA-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Präsident Usbekistans Shavkat Mirziyoyev und die Leiterin seiner Verwaltung, Saida Mirziyoyeva, beim Treffen mit Sergej Kirijenko. Foto: UzA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zweitens ging es sicherlich um konkrete industrielle Zusammenarbeit und darum, wie Russland Usbekistan unter den Bedingungen der Sanktionen weiterhin nutzen kann – als günstigen Standort für Produktion und Umgehungsmechanismen. Der Mechanismus für Parallelimporte in Russland wurde bis Ende 2026 verlängert, und die zentralasiatischen Routen bleiben dafür von grundlegender Bedeutung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Soft Power für Usbekistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und drittens ist da noch das für Kirijenko traditionelle Thema – „Soft Power“: Bildung, Jugend, Kultur, die russische Sprache. Das ist keine Abstraktion: Gleich am Tag ihrer Ankunft besuchte die russische Delegation die Taschkenter Zweigstelle der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Forschungsuniversit%C3%A4t_f%C3%BCr_Kerntechnik_%E2%80%9EMIFI%E2%80%9C">Moskauer Nuklearuniversität MIFI</a>, wo sie sich mit Studierenden traf. Am Vortag fand dort die Präsentation des von Russland organisierten Internationalen Jugendfestivals 2026 statt, zu der sich etwa 300 Physikstudierende zusammenfanden. In Usbekistan gibt es einen sehr hohen Anteil an jungen Menschen, und für Moskau ist es von Vorteil, wenn diese weiterhin ihren Blick auf Russland richten und nicht nur auf Ankara oder Washington.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Interesse überschneidet sich unmittelbar mit dem Thema der Arbeitsmigration, das Mirziyoyev und Kirijenko bei ihrem Treffen wahrscheinlich ebenfalls angesprochen haben. Ebenso wie Fragen der kollektiven Sicherheit sowie die Vorbereitungen für Putins bevorstehenden Besuch in Usbekistan. Zuletzt war der russische Präsident im Mai 2024 in Taschkent, und die Frage nach dem nächsten Besuch steht offensichtlich auf der Tagesordnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Taschkent in Moskaus Fängen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es wurde außerdem über eine <em>„Intensivierung der Zusammenarbeit in den Bereichen digitale Technologien und Informationspolitik, Entwicklung der Massenmedien und zivilgesellschaftlicher Initiativen“</em> <a href="https://uza.uz/ru/posts/prezident-uzbekistana-prinyal-delegaciyu-rossii_845186">gesprochen</a>. Die Formulierung klingt neutral und sogar fortschrittlich – doch dahinter verbirgt sich ein ganz konkretes russisches Modell. Immerhin wurde in Russland bis 2026 eines der strengsten Systeme staatlicher digitaler Kontrolle aufgebaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%B6deraler_Dienst_f%C3%BCr_die_Aufsicht_im_Bereich_der_Kommunikation,_Informationstechnologie_und_Massenkommunikation">Roskomnadzor</a>, das seit 2019 im Rahmen des Gesetzes über das „souveräne Runet“ [russisches staatlich kontrolliertes Internet, Anm. d. Übers.] Befugnisse erhalten hat, verfügt heute über die technischen Möglichkeiten, den russischen Teil des Internets vollständig vom globalen Netz zu isolieren – und führte bereits solche Experimente durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/usbekistans-militaerdoktrin-im-zeitalter-der-drohnen/">Usbekistans Militärdoktrin im Zeitalter der Drohnen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Was bedeutet das in Bezug auf Kirijenkos Besuch in Taschkent? Vermutlich schlägt er dieses Modell – in dem die digitale Umgebung und der Medienraum nicht der Information, sondern der Steuerung dienen – der usbekistanischen Regierung als Vorbild für die „Zusammenarbeit“ vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit war der Besuch aus Russland nicht einfach nur ein „Arbeitstreffen“. Es war eine klassische Kreml-Inspektion und eine Bestimmung der Lage – durch einen Mann, der sich nicht nur mit politischen Strategien, sondern auch mit der direkten Verwaltung der „neuen“ russischen Gebiete befasst. Kirijenko wollte sehen, inwieweit Usbekistan noch immer im russischen Einflussbereich liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was getan werden muss, damit Usbekistan so lange wie möglich in diesem Bereich verbleibt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Daniil Kislow für Fergana News</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://fergana.news/articles/146543/">Russischen</a> (leicht gekürzt) von Michèle Häfliger</strong></p>



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		<title>„Wir sind Ölarbeiter und schämen uns, über unser Gehalt zu sprechen“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vlast]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2026 06:40:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Aqtöbe]]></category>
		<category><![CDATA[Kökjide]]></category>
		<category><![CDATA[Öl]]></category>
		<category><![CDATA[Ölarbeiter]]></category>
		<category><![CDATA[Ölfirma]]></category>
		<category><![CDATA[Streik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den &#xD6;lfeldern des im Nordwesten Kasachstans gelegenen Gebiets Aqt&#xF6;be liegen reiche Vorkommen. Die Arbeiter der F&#xF6;rderanlagen m&#xFC;ssen dennoch f&#xFC;r eine faire Bezahlung k&#xE4;mpfen. Unser Partnermedium Vlast hat mit einigen von ihnen gesprochen. Das Gebiet Aqt&#xF6;be produziert zwar nur 5 Prozent des gesamten kasachstanischen &#xD6;ls, doch die Erd&#xF6;lf&#xF6;rderung ist nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftszweig. [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In den Ölfeldern des im Nordwesten Kasachstans gelegenen Gebiets Aqtöbe liegen reiche Vorkommen. Die Arbeiter der Förderanlagen müssen dennoch für eine faire Bezahlung kämpfen. Unser Partnermedium Vlast hat mit einigen von ihnen gesprochen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be_(Gebiet)">Gebiet Aqtöbe</a> produziert zwar nur 5 Prozent des gesamten kasachstanischen Öls, doch die Erdölförderung ist nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftszweig. Für viele Menschen, die in der Nähe von Erdöl- und Erdgasfeldern leben, ist die Arbeit in der Ölindustrie die einzige Möglichkeit, den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien zu sichern. Dies gilt auch für die Bewohner:innen des Bezirks Temir, wo die Erdöl- und Erdgasförderung rund um das Sand-Massiv Kökjide stattfindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch diese Branche ist nach wie vor stark abgeschottet, geprägt von häufigen Arbeitskämpfen und Gewerkschaften, die unter Druck stehen und sich nur schwer etablieren können.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Streiks</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das größte Ölunternehmen der Region ist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/CNPC-AktobeMunaiGas">CNPC-AktobeMunaiGas</a>, eine Tochtergesellschaft der China National Petroleum Corporation (CNPC). Es beschäftigt im Gebiet Aqtöbe 5.400 Mitarbeiter:innen, ohne die Angestellten von Dienstleistern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die häufigsten Streiks im Bezirk Temir gab es bisher jedoch bei KMK Munai, einem Unternehmen, das ebenfalls mehrheitlich im Besitz von CNPC ist. KMK Munai beschäftigt rund 275 Mitarbeiter:innen, ohne die Angestellten von Dienstlerstern. Die jährliche Ölproduktion beträgt 56.000 Tonnen auf den drei Feldern Qümsaı, Mortyq und Kökjide – das entspricht 0,05 Prozent der jährlichen Ölproduktion Kasachstans.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im Januar 2021 begann eine Streikwelle im Unternehmen, als sich Ölarbeiter nach ihrem regulären Schichtwechsel weigerten, nach Hause zu gehen. Sie versammelten sich an der Produktionsstätte und forderten eine Lohnerhöhung von 100 Prozent. Laut Quellen von <a href="https://www.azattyq.org/a/kazakhstan-aktobe-region-oil-workers-on-strike-to-demand-higher-pay/31069687.html">Radio Azattyq</a>, erhielt ein Arbeiter der vierten Gehaltsgruppe zu diesem Zeitpunkt 155.000 Tenge (damals umgerechnet etwa 370 US-Dollar).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeiter beklagten sich auch über die Arbeitsbedingungen. <em>„Wir haben Satellitenschüsseln und Fernseher für die Wohnwagen [in denen Schichtarbeiter untergebracht waren, die in den Schlafsälen keinen Platz mehr gefunden hatten] selbst gekauft; manche haben sich sogar ihre eigenen Waschmaschinen gekauft. Nur 100 bis 200 Meter von hier entfernt befinden sich Ölquellen. Selbst wenn es hier Fünf-Sterne-Hotels gäbe, wäre es unmöglich, hier zu leben. Wir ersticken fast im Geruch von Schwefel und Gas. Den Jungs fallen schon die Haare und Zähne aus“</em>, erklärte einer der Arbeiter unter der Bedingung der Anonymität gegenüber <a href="https://www.azattyq.org/a/31074210.html">Radio Azattyq</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterdessen traten 60 Arbeiter des Dienstleisters AMK Munai, der für die Firma Ada Oil auf dem Feld Bäşenköl tätig ist, <a href="https://www.azattyqasia.org/a/31075994.html">in den Streik</a>. Sie forderten ebenfalls eine Lohnerhöhung von 100 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/koekjide-oel-steppe-was-hat-das-erdoel-den-doerfern-in-der-region-aqtoebe-gebracht/"><strong>Kökjide. Öl-Steppe – Was hat das Erdöl den Dörfern in der Region Aqtöbe gebracht?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Maschinenführer unseres Unternehmens verdienen 67.000 Tenge, was nicht ausreicht, um eine Familie zu ernähren, die Nebenkosten zu bezahlen und Lebensmittel zu kaufen… Arbeit an Feiertagen und Nachtschichten wird nicht angemessen vergütet. Wir fordern eine Lohnerhöhung. Das ist unsere einzige Forderung“</em>, <a href="https://www.instagram.com/p/CKn43_zgwzj/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=embed_video_watch_again">wandte sich</a> einer der Streikenden an den Präsidenten. Später beendeten die Arbeiter den Streik und erklärten, sie hätten eine Einigung erzielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derartige Streiks sind in Kasachstans Öl- und Gassektor typisch. Die Arbeiter beklagen sich häufig darüber, dass das Management Vereinbarungen nicht einhält und sie an der Gründung einer unabhängigen Gewerkschaft hindert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Am Tag, an dem der Gewerkschaftsvorsitzende gewählt werden sollte, brachte der Arbeitgeber 50 Leute aus dem Büro in </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be"><em>Aqtöbe</em></a><em> zum Ölfeld. Ihnen schlossen sich Ingenieure vom [Ölfeld] Kökjide an, sodass sie insgesamt über 100 waren. Wir traten in einen zweiten Streik, weil wir wussten, dass es keine faire Wahl geben würde“</em>, sagte einer der streikenden Arbeiter gegenüber <a href="https://www.centralasian.org/a/31170621.html">Radio Azattyq</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Arbeitern gelang es daraufhin, ihren eigenen Gewerkschaftspräsidenten zu wählen. Dieser behauptet jedoch später, er sei vom Unternehmen unter Druck gesetzt und aufgrund seiner Gewerkschaftstätigkeit entlassen worden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Gewerkschaft</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir treffen Erjan Elamanov, den ehemaligen Gewerkschaftsführer bei KMK Munai, in einem Park in Aqtöbe. Derzeit arbeitslos, sucht er verzweifelt nach Möglichkeiten, seine Familie zu ernähren. Zuvor arbeitete er als Anlagenführer bei dem Ölkonzern und setzte sich für Arbeitnehmerrechte ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich habe zehn Jahre lang als Maschinenführer bei KMK Munai gearbeitet und wurde zum Gewerkschaftsvorsitzenden gewählt, weil man mit der Arbeit des vorherigen Vorsitzenden unzufrieden war“</em>, sagt Elamanov. <em>„Wir waren 180 Leute. Einige Leute mit Verbindungen zur Firmenzentrale traten sofort aus der Gewerkschaft aus. Und dann habe ich meine Arbeit aufgenommen. Und ich muss sagen, die Geschäftsleitung war davon nicht begeistert.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Elamanovs wichtigste Kritikpunkte betrafen die Löhne. <em>„Als ich 2015 anfing, verdiente ich 70.000 Rubel. Das ist eine Schande. Ich war Ölarbeiter. Nach dem Streik haben sie mein Gehalt auf 220.000 bis 260.000 Rubel angehoben. Aber denken Sie mal darüber nach: Wir sind Ölarbeiter und schämen uns, über unser Gehalt zu sprechen“</em>, räumt er ein. <em>„Die Firma hat mich wegen Beleidigung ihrer Ehre und Würde verklagt. Weil ich in einem Brief an den Premierminister geschrieben hatte, dass wir unter den Ölarbeitern die niedrigsten Gehälter in der Region haben. Und ich habe es vor Gericht bewiesen.“</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/5e78388a75ccd933ec9226cc825d13f5_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44538" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/5e78388a75ccd933ec9226cc825d13f5_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/5e78388a75ccd933ec9226cc825d13f5_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/5e78388a75ccd933ec9226cc825d13f5_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/5e78388a75ccd933ec9226cc825d13f5_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Erjan Elamanov</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Januar-Ereignissen, als die Ölarbeiter aus Solidarität mit den Einwohner:innen von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schanga%C3%B6sen">Janaözen</a> die Arbeit niederlegten [in Janaözen begannen die Januar-Proteste 2022, Anm. d. Ü.], ging er zusammen mit anderen Aktivisten aus den umliegenden Dörfern zum Akim [Verwaltungschef, Anm. d. Ü.] des Gebiets Aqtöbe. <em>„Am 7. Januar gingen wir zu [Ondasyn] Orazalin, jeder mit seinen eigenen Forderungen. Ich sagte, dass Fremde in unser Unternehmen kommen und dass sie uns durch Leute von Firmen wie „Asia Munai Service“ ersetzen. Die Geschäftsleitung hat ihnen gesagt, sie sollen nicht streiken, wenn wir es tun“</em>, so Elamanov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Asia Munai Service“ bietet Outsourcing-Dienstleistungen für Ölkonzerne an. Das von Ge Yuding gegründete Unternehmen wird derzeit von Shan Yuntao geleitet. Die Beauftragung solcher Firmen ist eine gängige Taktik großer Ölkonzerne, um Kosten zu sparen und Verantwortung abzuwälzen. Viele Branchenveterane aus den in der Nähe der Ölförderanlagen gelegenen Dörfern <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/koekjide-oel-steppe-was-hat-das-erdoel-den-doerfern-in-der-region-aqtoebe-gebracht/">Kenqiıaq und Şubarşi</a> beschweren sich ebenfalls über das Outsourcing zahlreicher Abteilungen. Sie berichteten außerdem, dass sich die Arbeitsbedingungen seit der Übernahme durch einen chinesischen Investor verschlechtert hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/landproteste-janaoezen-qantar-die-geschichte-der-proteste-kasachstans/"><strong>Landproteste, Jañaözen, Qañtar – Die Geschichte der Proteste Kasachstans</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Wissen Sie, meine Gewerkschaftstätigkeit hatte auch Auswirkungen auf andere Unternehmen. Obwohl ich niemandem persönlich böse war, wollte ich einfach nur, dass alles gesetzeskonform abläuft“</em>, seufzt Elamanov. <em>„Letztendlich wurde ich entlassen. Innerhalb eines Tages erhielt ich eine Verwarnung, eine strenge Verwarnung und die Kündigung meines Arbeitsvertrags.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe lange gekämpft, aber danach befand ich mich in einer schwierigen finanziellen Lage. Ich habe Frau und Kinder. Ich habe eine Einigung mit ihnen erzielt, meinen Job gekündigt und sie haben mir die unfreiwillige Abwesenheit bezahlt“, fügt er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus wurden fünf Strafverfahren gegen ihn eingeleitet. Er sagt, er habe alle gewonnen. <em>„Eines davon beispielsweise betraf Betrug [ein Vorgehen, das <a href="https://www.hrw.org/ru/news/2017/07/26/307171">häufig</a> gegen unabhängige Gewerkschaftsaktivisten angewendet wird, Anm. von Vlast]. Ich ging mit meinem Gewerkschaftsausweis hin und legte alle Unterlagen vor. Daraufhin wurde das Verfahren eingestellt“</em>, sagt er.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Positionierung der Unternehmen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Streiks und Forderungen der Arbeiter erklärte Samat Berdenov, Erster Vizepräsident von KMK Munai, dass seine Ressourcen stark eingeschränkt seien. <em>„Andere Unternehmen, die große Öl- oder Gasfelder wie </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tengiz"><em>Tengiz</em></a><em>, </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaschagan"><em>Qaşağan</em></a><em> oder </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gasfeld_Karatschaganak"><em>Qaraşyğanaq</em></a><em> erschließen, haben Zugang zum </em><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Caspian_Pipeline_Consortium"><em>Caspian Pipeline Consortium (CPC) </em></a><em>und zum Weltmarkt. Wir im Gebiet Aqtöbe sind vertraglich gebunden – wir haben einen Festpreis für den Inlandsmarkt und einen Festpreis für den internationalen Markt. Selbst ein Preis von 150 Dollar pro Barrel hat keinen Einfluss auf die Finanzen unseres Unternehmens“</em>, betont er.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="600" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/a2f2c273ffa2d10ffd4af0912186f3ec_900xauto.jpg" alt="" class="wp-image-44537" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/a2f2c273ffa2d10ffd4af0912186f3ec_900xauto.jpg 900w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/a2f2c273ffa2d10ffd4af0912186f3ec_900xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/a2f2c273ffa2d10ffd4af0912186f3ec_900xauto-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption class="wp-element-caption">Samat Berdenov</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem merkt er an, dass sein Unternehmen <em>„hochviskoses Öl“</em> produziere, das <em>„enorme“</em> Mengen an Strom und Erdgas verbrauche<em>. „Die Erdgaspreise haben sich innerhalb von zwei Jahren verfünffacht, die Strompreise haben sich verdoppelt. Von den Steuern ganz zu schweigen. Da stellt sich die Frage: Womit soll ich denn noch die Gehälter erhöhen?“</em>, fragt Berdenov und fügt hinzu, dass das Unternehmen die Gehälter dennoch an die Inflation anpasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CNPC – AktobeMunaiGas gibt an, die Gehälter regelmäßig zu erhöhen und dass die Mitarbeitenden einem Tarifvertrag unterliegen. Allerdings hat das Unternehmen weder die Gehaltshöhen noch die Einkommensunterschiede zwischen Arbeitern und Führungskräften offengelegt. Ada Oil beantwortete keine Fragen zu Arbeitsbedingungen und Gehältern, während Kazakhoil Aqtöbe und Urikhtau Operating, die ebenfalls in der Region tätig sind, die Anfrage von Vlast unbeantwortet ließen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Almas Kaysar, Paolo Sorbello (Text) und Daniyar Musirov (Fotos) für Vlast</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://vlast.kz/obsshestvo/68208-my-neftaniki-i-nam-stydno-govorit-o-svoej-zarplate.html">Russischen</a> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Die Eurasische Wirtschaftsunion – eine Organisation zwischen Ambitionen und Realitäten in Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Apr 2026 19:51:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Armenien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das letzte Treffen der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU), das Ende M&#xE4;rz in Kasachstan stattfand, verdeutlicht die Kluft zwischen den ehrgeizigen Pl&#xE4;nen des eurasischen Blocks und der konkreten Umsetzung seiner Projekte. Der letzte Rat der EAWU, der am 26. und 27. M&#xE4;rz in Schymkent im S&#xFC;den Kasachstans stattfand, bekr&#xE4;ftigte erneut deren Ambitionen. Unter der F&#xFC;hrung Kasachstans, das [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das letzte Treffen der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU), das Ende März in Kasachstan stattfand, verdeutlicht die Kluft zwischen den ehrgeizigen Plänen des eurasischen Blocks und der konkreten Umsetzung seiner Projekte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der letzte Rat der EAWU, der am 26. und 27. März in Schymkent im Süden Kasachstans stattfand, bekräftigte erneut deren Ambitionen. Unter der Führung Kasachstans, das im Jahr 2026 den Vorsitz der Union innehat, bleibt die politische und wirtschaftliche Agenda der EAWU mehr als zehn Jahre nach ihrer Gründung vertraut: eine stärkere wirtschaftliche Integration, ein reibungsloserer Handel und modernere gemeinsame Märkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die EAWU wurde 2015 von ihren fünf Mitgliedstaaten – Russland, Kasachstan, Kirgistan, Belarus und Armenien – gegründet, mit dem Ziel, einen gemeinsamen Markt innerhalb des eurasischen Blocks zu schaffen, ermöglicht durch den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräften. Auch wenn diese Länder bislang die einzigen offiziellen Mitglieder der Union bleiben, werden sie in den Räten der EAWU von Tadschikistan, einem Beitrittskandidaten, sowie von weiteren Staaten mit potenzieller Kandidatur begleitet. Diese sogenannten Beobachterstaaten sind Usbekistan, Turkmenistan, die Mongolei, China und der Iran.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan nutzte seinen Vorsitz, um den Nutzen von KI bei der Modernisierung der Märkte hervorzuheben. Laut dem&nbsp;<a href="http://?">kasachischen Premierminister Olzhas Bektenov</a>&nbsp;habe sich das Land<em>&nbsp;„das strategische Ziel gesetzt, ein vollständig digitales Land zu werden. […] Wir sind bereit, unser Wissen und unsere Erfahrung im Bereich der digitalen Regulierung und der wirtschaftlichen Transformation mit unseren Partnern der EAWU zu teilen.“</em>&nbsp;Am Ende der Konferenz wurden zwölf Dokumente unterzeichnet, die sich auf industrielle Zusammenarbeit, Gütertransport und digitale Integration beziehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der freie Warenverkehr – ein Prinzip, das nicht mehr eingehalten wird?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Pläne bleiben jedoch eher theoretisch als konkret. Zwar existiert das Konzept des&nbsp;<em>„freien Verkehrs“</em>&nbsp;im offiziellen Recht der EAWU, doch wird es in der Praxis nicht eingehalten. Seit dem 1. April muss jede Warensendung aus einem der Länder des eurasischen Blocks in Richtung Russland im Voraus – zwei Tage vor Ankunft an der Grenze – durch ein Dokument angekündigt werden, bevor ihr von den russischen Behörden ein QR-Code zugewiesen wird. Dieses neue System zur Kontrolle von Importen, das sogenannte&nbsp;<a href="http://?">SPOT-System</a>, soll bis Anfang Juli vollständig in Kraft treten und dann durch eine sogenannte „Sicherheitsabgabe“ ergänzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese von Russland den übrigen EAWU-Staaten auferlegte Verschärfung der Zollkontrollen offenbart die Schwächen der Union. Anstatt den Handel zu vereinfachen, führt das SPOT-System neue administrative Hürden zwischen Russland und seinen eurasischen Partnern ein. Angesichts des wirtschaftlichen Ungleichgewichts zwischen Russland und den anderen Mitgliedstaaten der EAWU bleiben diese neuen Barrieren nicht ohne nachteilige Folgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="http://?">Eurasische Union: Wiederbelebung der Sowjetunion?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Kasachstan beispielsweise stellt dies ein echtes Hindernis dar. Die neuen administrativen Anforderungen Russlands verlängern den Exportprozess kasachischer Produkte in das Nachbarland, was zusätzliche, nicht unerhebliche Kosten sowie eine nachteilige Unsicherheit hinsichtlich der Lieferfristen bedeutet. Laut <a href="http://?">Statistiken der kasachischen Regierung</a> entfiel im Januar 2026 rund ein Drittel der gesamten Importe Kasachstans auf Russland. Diese ungleiche wirtschaftliche Abhängigkeit Kasachstans von Russland macht das Land somit besonders anfällig für die neuen russischen Zollvorschriften.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Beschwerde Kirgistans über die Behandlung von Migranten in Russland</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso reichte Kirgistan Ende Januar beim Gericht der EAWU Klage gegen Russland ein und <a href="http://?">warf Moskau vor,</a> kirgisischen Arbeitskräften, die nach Russland migriert sind, die zugesagten Sozialleistungen nicht zu gewähren. Das Recht der EAWU sieht nämlich vor, dass die Arbeitskräfte jedes Mitgliedstaates sich frei innerhalb des Blocks bewegen dürfen und Anspruch auf soziale Absicherung sowie Krankenversicherung haben – gleichgestellt mit den Staatsbürgern des Landes, in dem sie arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Länder mit einer kleineren Volkswirtschaft wie Kirgistan stellte dieses Versprechen der Freizügigkeit der Arbeitskräfte einen der zentralen Beweggründe für den Beitritt zur Union dar. Im März 2025 erklärte der kirgisische Vizearbeitsminister für Arbeit, soziale Sicherheit und Migration, dass im Jahr 2024&nbsp;<a href="http://?">mehr als 370.000 Kirgisen als Migranten</a>&nbsp;in Russland registriert waren, wie das kirgisische Medium&nbsp;<em>Atchkabar</em>&nbsp;berichtete. Für die Mehrheit von ihnen bedeutet die Arbeit in Russland eine Möglichkeit, ihre in Kirgistan verbliebenen Familien finanziell zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im November 2025&nbsp;<a href="http://?">kündigte der Präsident der Duma, Viatcheslav Volodin, an,</a>&nbsp;dass Migranten aus EAWU-Staaten erst nach fünf Jahren legaler Arbeit in Russland Anspruch auf diese Sozialleistungen hätten. Infolge der Beschwerde der kirgisischen Regierung stellte das EAWU-Gericht klar, dass die Mitgliedstaaten nicht automatisch verpflichtet seien, Sozialleistungen zu gewähren. Anders gesagt, ist das Recht der EAWU den nationalen Gesetzen untergeordnet und wenn sich die regionale politische Lage verschlechtert, werden die Grundprinzipien der Union verletzlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese beiden Beispiele aus Kasachstan und Kirgistan sind nicht einzigartig, sondern verdeutlichen eine strukturelle Tendenz im Funktionieren der EAWU: Die Länder üben weiterhin Druck mithilfe administrativer und wirtschaftlicher Instrumente aus, die regional große Auswirkungen haben, insbesondere wenn Moskau diese Mechanismen aufgrund seiner wirtschaftlichen Dominanz einsetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="http://?">Die Eurasische Wirtschaftsunion steht Russland-Sanktionen hilflos gegenüber</a></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Debatte über Steuern</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus&nbsp;<a href="http://?">beantragte Kirgistan</a>&nbsp;eine Woche vor der Konferenz in Schymkent die Abschaffung der Importsteuern auf eine Reihe von Gütern wie Mehl, Pflanzenöle, Obst und Gemüse sowie Kakao. Bischkek argumentierte, dass die Steuern, kombiniert mit der allgemeinen Inflation, eine zu große Belastung für die kleine Wirtschaft des Landes darstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir beobachten eine steigende Inflation auf globaler Ebene, auch bei den Produkten, die wir importieren, insbesondere bei landwirtschaftlichen Gütern. Wenn wir Waren zu höheren Preisen importieren, ist es, als würden wir die Inflation importieren“,</em>&nbsp;<a href="http://?">betonte Elimbek Kanybek Uulu,</a>&nbsp;Leiter der Koordinationsabteilung der EAWU, auf einer Pressekonferenz in Bischkek.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich suchen die zentralasiatischen Länder angesichts des Drucks aus Russland zunehmend nach einer Diversifizierung ihrer Wirtschaftspartner, wobei sie sich insbesondere China und der Europäischen Union zuwenden – ein Verhalten, das in Russland nicht unbeachtet bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch bleibt das wirtschaftliche Gewicht der EAWU erheblich, und die Mitgliedstaaten betrachten ihre Zugehörigkeit zur Union weiterhin als vorteilhaft. Seit 2015 hat sich der gegenseitige Warenhandel nahezu verdoppelt und erreichte im Jahr 2024 fast 100 Milliarden US-Dollar,&nbsp;<a href="http://?">so die Eurasische Wirtschaftskommission.</a>&nbsp;Die Barrieren innerhalb der Union sind daher nicht nur wirtschaftlicher Natur, die sich aus dem ungleichen Gewicht der Mitgliedstaaten ergeben, sondern vor allem politischer Natur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bleibt jedoch, dass die in Schymkent vorgestellten Pläne zur Integration und digitalen Modernisierung der EAWU, so realisierbar sie auch sein mögen, voraussetzen, dass die Länder ihre Interessen bündeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eloïse Thompson für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/economie/lunion-economique-eurasiatique-entre-ambitions-et-realites-pour-lasie-centrale/">Französischen</a> von Margaret Bullich </strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Kasachstan: Angst russischer Exilant:innen vor Abschiebung wächst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Mar 2026 17:29:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Abschiebungen]]></category>
		<category><![CDATA[Asyl]]></category>
		<category><![CDATA[Deportation]]></category>
		<category><![CDATA[Exil]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Anfang des Jahres hat Kaschstan, das bis dahin gegen&#xFC;ber der Ankunft russischer Auswanderer:innen relativ nachsichtig gewesen war, seine Migrationspolitik versch&#xE4;rft. Dies geschieht offenbar in Zusammenarbeit mit Moskau. Am 10. M&#xE4;rz hat die russische Menschenrechtsgruppe &#x201E;Slowo Saschite&#x201C; (Verteidigungsrede) auf ihrem Telegram-Kanal davor gewarnt, dass Kasachstan eine gro&#xDF; angelegte strafrechtliche Untersuchung eingeleitet habe. Diese ziele darauf [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seit Anfang des Jahres hat Kaschstan, das bis dahin gegenüber der Ankunft russischer Auswanderer:innen relativ nachsichtig gewesen war, seine Migrationspolitik verschärft. Dies geschieht offenbar in Zusammenarbeit mit Moskau.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 10. März hat die russische Menschenrechtsgruppe „Slowo Saschite“ (Verteidigungsrede) <a href="https://t.me/endoflaw/2351">auf ihrem Telegram-Kanal</a> davor gewarnt, dass Kasachstan eine groß angelegte strafrechtliche Untersuchung eingeleitet habe. Diese ziele darauf ab, alle russischen Staatsangehörigen, die im Besitz einer gefälschten befristeten Aufenthaltserlaubnis seien, zu verhaften und abzuschieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Dutzende Russen im wehrpflichtigen Alter wurden zu Zeugen, die Täter des Betrugs sind jedoch noch nicht gefasst. Dieser Fall könnte zur Ausweisung einer großen Anzahl friedlicher russischer Auswanderer nach Russland führen“</em>, erklärt die NGO. Sie präzisiert, dass die Zahl der betroffenen Männer Zehntausende betragen könnte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Für russische Staatsangehörige, die vor dem Militärdienst oder potenzieller politischer Verfolgung in Russland geflohen sind, ist die Erlangung von Asyl in Kasachstan in der Regel unmöglich. Diese Auswanderer:innen beantragen daher in der Regel Aufenthaltsgenehmigungen, die ihnen einen Aufenthalt von mindestens einem Jahr ermöglichen, sofern sie eine reguläre Beschäftigung nachweisen und sich bei den lokalen Behörden registriert haben. Laut der Aktivistengruppe ignorierte Kasachstans Regierung jedoch bisher die zahlreichen Fälschungen dieser Genehmigungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Erste Auslieferungsanträge genehmigt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Warnung der russischen NGO erfolgt vor dem Hintergrund, dass Kasachstan die Bedingungen für russische Emigrant:innen deutlich verschärft hat. Wie <a href="https://www.lemonde.fr/international/article/2026/03/01/au-kazakhstan-l-acceleration-des-extraditions-de-russes-recherches-par-moscou_6668925_3210.html?search-type=classic&amp;ise_click_rank=2">Le Monde</a> berichtet, hat das Land seit Januar bereits drei Auslieferungsanträge nach Russland genehmigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mansur Mowlajew, ein Tschetschene, der im Mai 2025 nach illegalem Grenzübertritt in Kasachstan festgenommen wurde, wird von Moskau wegen seiner Kritik am Regime von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ramsan_Achmatowitsch_Kadyrow">Ramsan Kadyrow</a> gesucht. Seine Auslieferung wurde am 30. Januar genehmigt, jedoch nach einer Intervention der Vereinten Nationen am 24. Februar nicht vollstreckt. Am darauffolgenden Tag blockierte der Oberste Gerichtshof Kasachstans Mowlajews Abschiebung; sein Asylantrag wird derzeit geprüft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/us-asyl-fuer-den-chinesischen-filemacher-guan-heng-der-die-umerziehungslager-fuer-uigurinnen-gefilmt-hat/"><strong>US-Asyl für den chinesischen Filemacher Guan Heng, der die „Umerziehungslager“ für Uigur:innen gefilmt hat</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Schicksal von Oleksandr Katschkurin war weniger günstig. Der von der Krim stammende Katschkurin hat einen russischen Pass, lebte aber in Kasachstan. Ihm wurden Geldtransfers in die Ukraine vorgeworfen. Seine Abschiebung Ende Januar erfolgte schnell und dauerte nur wenige Stunden statt der üblichen Monate.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Julia Emeljanowa, einst Freiwillige der Anti-Korruptionsstiftung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alexei_Anatoljewitsch_Nawalny">Alexej Nawalny</a>, wurde im August 2025 in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a> festgenommen. Sie befindet sich seitdem in Haft, während sie auf die Bearbeitung ihres Asylantrags wartet. Ihr wird vorgeworfen, 2021 einem Taxifahrer ein Mobiltelefon im Wert von 12.000 Rubel (128 Euro) gestohlen zu haben. Das russische Antikriegskomitee bezeichnet diese Anschuldigungen als politisch motiviert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine besorgniserregende Beschleunigung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut „Slowo Saschite“ wird das Tempo der Ermittlungen von Seiten der kasachstanischen Behörden deutlich ansteigen. In ihrer Erklärung gibt die Gruppe an, dass seit Beginn der Untersuchung Ende Februar 2026 bereits Dutzende russische Wehrpflichtige festgenommen und verhört wurden. Dies geschehe in einem alarmierenden Tempo; jeweils drei bis vier Personen würden gleichzeitig verhört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die NGO äußert den Verdacht, dass die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit den russischen Behörden durchgeführt würden. Dieser Verdacht wird dadurch verstärkt, dass die Ermittlungen vom Nationalen Sicherheitskomitee (dem Geheimdienst, Anm. d. Ü.) statt von der Migrationspolizei geleitet werden, aber auch dadurch, dass die Zielpersonen nicht diejenigen sind, die die Genehmigungen fälschen, sondern die Inhaber:innen der gefälschten Genehmigungen selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russland-und-kasachstan-eine-welle-von-einreiseverboten/"><strong>Russland und Kasachstan: eine Welle von Einreiseverboten</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Abschließend rät „Slowo Saschite“ allen Inhaber:innen gefälschter befristeter Aufenthaltsgenehmigungen dringend, Kasachstan zu verlassen, solange dies noch möglich sei. Die NGO empfiehlt außerdem, in Kasachstan keine Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen, da lokale Menschenrechtsorganisationen enge Verbindungen zum Nationalen Sicherheitskomitee unterhalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kein „Zufluchtsland“ für russische Emigrant:innen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 12. März äußerte sich Kasachstans Vize-Außenminister Erjan Achyqbaev zu Gerüchten über Massenabschiebungen und <a href="https://en.tengrinews.kz/news_overview/kazakhstans-foreign-ministry-comments-on-reports-of-mass-271173/">erklärte</a>, alle Entscheidungen bezüglich ausländischer Staatsangehöriger in Kasachstan würden im Einklang mit internationalen Abkommen und nationalem Recht getroffen. Er bekräftigte zudem, dass Personen, die mit einer Entscheidung nicht einverstanden seien, vor Gericht Berufung einlegen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterdessen betont Murat Adam, der Anwalt von Julia Emeljanowa, gegenüber <a href="https://www.lemonde.fr/international/article/2026/03/01/au-kazakhstan-l-acceleration-des-extraditions-de-russes-recherches-par-moscou_6668925_3210.html?search-type=classic&amp;ise_click_rank=2">Le Monde</a>, dass die Auslieferung seiner Mandantin <em>„jederzeit erfolgen könnte, obwohl ihr Asylantrag noch bearbeitet wird“</em>. Dies sei seiner Ansicht nach illegal. Erjan Achyqbaev konnte im Übrigen keine Angaben zur Anzahl der von der russischen Regierung an Kasachstan gerichteten Auslieferungsanträge machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/fluchtziel-kasachstan-eine-reportage-aus-qostanai-wo-hunderte-russen-aufgenommen-wurden/"><strong>Fluchtziel Kasachstan – Eine Reportage aus Qostanaı, wo Hunderte Russen aufgenommen wurden</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verschärfung des Gesetzes für russische Emigranten in Kasachstan spiegelt einen umfassenden Trend zu zunehmend restriktiveren Einwanderungspolitik, sei es in den USA oder Europa. Kasachstan galt jedoch lange als relativ sicherer, wenn auch nur vorübergehender Zufluchtsort. Das größte Land Zentralasiens gehört neben Kirgistan, Armenien und Belarus zu den Staaten, in denen Russen ohne Reisepass reisen können und lediglich ihren Personalausweis mitführen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem Interview mit dem russischen Exilmedium <a href="https://meduza.io/en/feature/2026/03/11/kazakhstan-is-reportedly-preparing-for-a-mass-deportation-of-anti-war-russians-is-anywhere-safe-for-those-fleeing-kremlin-repressions">Meduza</a> erklärt Anastasia Burakowa, Gründerin des Projekts „Kowtscheg“ (auf Deutsch: Arche), dass die ideale Lösung für vom Kreml verfolgte Russ:innen weiterhin darin bestehe, Zuflucht in einem <em>„demokratischen Land mit einem stabilen Rechtssystem und unabhängigen Gerichten“</em> zu suchen, auch wenn die Einreisebedingungen für russische Staatsangehörige auf den ersten Blick schwierig seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eloïse Thompson für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/la-peur-des-opposants-russes-au-kazakhstan-d-etre-extrades-s-intensifie/">Französischen</a> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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