Sicherheitsrat

Kasachstan wird Mitglied des UNO-Sicherheitsrates

Am Dienstag, 28. Juni, wählte die Generalversammlung der Vereinigten Nationen (UNO) Kasachstan zu einem nicht-permanenten Mitglied des Sicherheitsrats. Mit 138 von 193 Stimmen bei der zweiten Wahlrunde erhält das Land damit den Sitz der Region Asien-Pazifik in den Jahren 2017 und 2018. Das ist, etwas mehr als 25 Jahre nach der Unabhängigkeit von der Sowietunion, ein historischer Moment für die zentralasiatische Republik.

Kasachstan entwickelte eine solide Strategie, um die Generalversammlung von sich zu überzeugen. Es setzte auf den Ausbau des Friedens, den Kampf gegen den Terrorismus, Abrüstung und Ernährungssicherheit. Während seiner Kandidatur unterstützte Kasachstan die Bildung einer Antiterrorismus-Koalition und unterstrich einen anderen wichtigen Aspekt der Arbeit: Spannungen um Wasserknappheit in Zentralasien zu reduzieren.

Außerdem hatte Kasachstan bereits ein Programm zur Förderung des Getreidemarkts und der Ernährungssicherheits in Zentralasien etabliert. Dabei arbeitete das Land mit der internationalen Entwicklungsagentur der Vereinigten Staaten und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) zusammen.

Respekt der internationalen Gesellschaft

Es ist eine Premiere in der Geschichte des Landes, angesehen als ein „Sieg der gesamten kasachischen Nation“, so Jeraly Tugschanow, Vizepräsident der Völkerversammlung – beratendes Organ, bestehend aus Vertretern der 140 Ethnien Kasachstans. Die anerkennende Belohnung der aktiven Rolle, die Kasachstan in internationalen Angelegenheiten spielt, ist eine starke Botschaft.

Ken Farfaix und Larry Napper, ehemalige Botschafter der Vereinten Nationen in Kasachstan, beglückwünschten das Land und betonten nochmals seine Bemühungen seit der Unabhängigkeit 1991.

Der Einfluss kasachischer Diplomatie

Die Wahl Kasachstans in den Sicherheitsrat fällt mit der Präsidentschaft über die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) zusammen, deren nächster Gipfel 2017 in Astana stattfinden wird. Das könnte der SCO helfen, ihre Beziehung zur UNO angesichts regionaler Probleme in Zentralasien zu intensivieren, zumal die wichtigsten regionalen Akteure Russland und China permanente Mitglieder des Sicherheitsrats sind.

Bereits 2010 hat das Land mit der Präsidentschaft der OSCE einen wichtigen Posten besetzt und im Folgejahr auch die Präsidentschaft in der Organisation für Islamische Zusammenarbeit übernommen. Kasachstan war das erste Zentralasiatische Land auf diesem Posten. So bewies das Land seine Rolle als unumgänglicher Akteur für Stabilität in Zentralasien.

Allerdings scheint der Wettlauf um internationale Posten nicht unbedingt einen wachsenden regionalen Einfluss Kasachstans mit sich zu bringen. Insbesondere in einem der wichtigsten Momente zentralasiatischer Diplomatie anlässlich der kirgisischen Revolution 2010 hielt sich der Einfluss der kasachischen Diplomatie äußerst in Grenzen, wie The Diplomat unterstreicht.

Als nächste Demonstration der Stärke beherbergt Kasachstan im kommenden Jahr die Expo 2017 in Astana zum Thema „Energie der Zukunft“. Es ist ein diplomatisches und ökonomisches Großereignis, dessen Vorbereitung allerdings von einem Korruptionsskandal überschattet wird und angesichts einer der schwersten Rezessionen der Landesgeschichte problematisch hohe Kosten für das Land verursacht.

Die Redaktion von Novastan.org

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