Fluchtziel Kasachstan – Eine Reportage aus Qostanaı, wo Hunderte Russen aufgenommen wurden

Das an Russland grenzende Gebiet Qostanaı ist zu einem Zufluchtsort für Russen geworden, die vor der Mobilisierung fliehen wollen. Der Journalist Almas Qaısar reiste für Vlast nach Qostanaı, um mit russischen Geflüchteten sowie mit Einheimischen über die Geschehnisse in der Stadt zu sprechen. Wir übersetzen den Artikel mir freundlicher Genehmigung der Redaktion.

Je näher man den zentralen Stadtvierteln von Qostanaı kommt, in denen sich alle Verwaltungsgebäude, Einkaufszentren, Gaststätten und öffentlichen Dienststellen befinden, desto mehr Menschen mit Koffern und Reisetaschen tauchen am Horizont auf. Abgesehen von der auffälligen Kleidung, den ordentlich gestutzten Haaren und Bärten fallen die Russen vor allem durch ihre verwirrten Gesichter auf. Sie scharen sich meistens um drei Orte im Stadtzentrum – ein Einkaufszentrum, ein Dienstleistungszentrum und einen McDonalds. Auch wenn sie die Grenze bereits überwunden haben, diskutieren sie immer wieder über die Situation an den Grenzstationen.

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Russen sitzen an einem Tisch bei McDonalds. Gegenüber von ihnen steht eine Gruppe ethnischer Kirgisen, die mit ihnen zusammen angekommen sind. „Ein kalmückischer Bekannter von mir wurde an der Grenze zurückgeschickt! Und das von kasachischen Grenzbeamten“, sagt ein junger Russe, der sich gerade Zugang zum Internet verschafft hat, erstaunt. „Er muss die Grenze an der falschen Stelle überquert haben. Entweder das oder er hat seine Unterlagen vermasselt“, antwortet sein Gesprächspartner, während er seinen Burger isst.

“Ich werde es gleich klären“, sagt er. In der nächsten halben Stunde telefoniert der Kerl, um sich über die Situation zu informieren. Die Menschen, die es nach Qostanaı geschafft haben, haben ein Dutzend Bekannte, die derzeit versuchen, die Grenze zu überqueren.

Dostonbek

„Wir haben uns entschieden, vor der Mobilisierung zu fliehen, ohne darauf zu warten, dorthin gebracht zu werden“, sagt Dostonbek (alle Namen im Artikel wurden geändert), der ursprünglich aus Kirgistan stammt. “Ich habe vor acht Jahren die russische Staatsbürgerschaft erhalten. Ich war selbst mehr als 15 Jahre dort tätig und habe in einem Einkaufszentrum gearbeitet. Meine Familie ist jetzt dortgeblieben.“

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Er erzählt, dass sie eigentlich von Moskau aus fliegen wollten, aber die Tickets waren schnell ausverkauft und die Preise waren sehr hoch. Nun ist er auf dem Weg nach Bischkek. „Aber es ist schwer, dort zu leben, die Gehälter sind gering, die Kredite sind unvorstellbar. Abgesehen davon geben wir dort eine Menge Geld aus. Der da drüben hat in 13 Tagen seine Hochzeit geplant“, zeigt er auf einen jüngeren Mann. – „Er hat 300 Personen eingeladen! Wie viel Geld wird verschwendet!“, lacht Dostonbek.

Stepan

Immer mehr Russen versammeln sich im McDonalds. Einige haben die Seitensitze mit ihren Ladegeräten besetzt und versuchen, an ihren Laptops zu arbeiten, andere versuchen, sich auszuruhen. Draußen ist es kalt und düster: in Qostanai ist es deutlich kälter geworden und es weht ein frostiger Wind.

“Ich bin 32 Jahre alt und bin nicht von der ersten Mobilisierungswelle betroffen. Sie nehmen aber alle willkürlich mit. Warum ich hier bin? Wir haben einen verbrecherischen Krieg begonnen, an dem ich mich nicht beteiligen will. Ich bin gegen diesen Krieg. Ich will keine Menschen töten. Das ist nicht der Grund, warum ich studiert, mein Haus gebaut und meine Kinder großgezogen habe“, sagte Stepan. Er wurde in Kasan geboren. Davor arbeitete er als Softwareentwickler in einem IT-Unternehmen. Als die Mobilisierung bekannt gegeben wurde, stand seine Familie zunächst unter Schock.

“Niemand wusste, was man tun sollte. Viele dachten erstmal, es wird an uns vorbeigehen. Aber es blieb immer weniger Zeit, darüber nachzudenken. Innerhalb von vier Tagen nach Bekanntgabe der Mobilisierung haben wir beschlossen, zu fliehen. Wir hatten Angst, dass wir es nicht mehr rechtzeitig schaffen würden. Die Menschen wurden bereits an der Grenze zurückgeschickt“, fügt er hinzu.

Er und seine Familie sind mit ihrem eigenen Auto losgefahren und haben 18 Stunden lang am Kontrollpunkt gestanden. Es gab die Möglichkeiten, durch Orenburg zu fahren, aber die Menschen standen dort „drei Tage lang ohne Wasser und Essen“. Sie planten durch Georgien zu fahren, aber dort steht es bereits eine militärische Rekrutierungsstelle.

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“Es gibt Menschen in ihren 40ern und 50ern. Es gibt Autos voll mit sechs jungen Leuten. Drei von ihnen wurden am Kontrollpunkt vor uns zurückgewiesen. Es gibt Familien mit kleinen Kindern und Babys. Wir wissen nicht, warum sie da Menschen zurückschicken. Gestern wurde an der Grenze ein Wehrpflichtiger durchgelassen, der in der Armee diente. Aber einen Mann, der als behindert eingestuft ist, nie gedient hat und keine Kampferfahrung hat, haben sie nicht durchgelassen“, erzählt Stepan.

Er sagt, er habe es geschafft, innerhalb von zwei Stunden durch den kasachstanischen Grenzdienst zu kommen: „Es gibt keine Schwierigkeiten mit ihnen. Sie lächeln und scherzen“. Von seiner 20-köpfigen Abteilung haben bereits 16 Personen Russland verlassen, von zehn engen Freunden sind es sieben. Der Rest hofft, nicht eingezogen zu werden. Durch einige Bekannte und Freiwillige gelang es Stepan, in einem Ferienlager etwa anderthalb Kilometer außerhalb der Stadt unterzukommen.

„Es ist nur ein Ferienlager mit einem Ofen. Wir haben 25.000 [Tenge – circa 55 Euro, Anm. d. Red.] für die Nacht bezahlt. Das ganze Lager ist voll von Russen. Wir haben noch einen langen Weg vor uns – wir fahren nach Almaty“, sagt er.

Stepan will in Almaty bleiben, weil er dort Verwandte hat. Er habe gesammelte Ersparnisse, aber „niemand wird nur herumsitzen“, sagt er. “Das Geld wird immer knapper. Wir werden helfen, Ihr Land zu entwickeln. Wenn unser Land uns nicht braucht“, sagt er frustrierend. “Natürlich wollen wir nach Russland zurückkehren. Unser Zuhause ist dort. Bisher haben meine Frau und ich darüber gesprochen, dass wir versuchen werden, nach Europa zu ziehen, wenn sich die Situation verschlechtert – und meiner Meinung nach wird es nicht besser werden und es wird noch lange dauern.” Am Ende fügt er hinzu: „Es ist sehr schwierig gerade für meine Frau. Ich habe keine Zeit zum Reflektieren.“

Igor

Der Menschenstrom bewegt sich weiter durch das Zentrum. Plötzlich schaltet sich an der Kreuzung ein Megafon ein, das verkündet, dass [der Fernseh- und Internetprovider, Anm. d. Red.] Beeline die Sendungen russischer Fernsehsender abschalten wird.

In der Nähe, zwischen Koffern und Taschen, steht Igor. Er spricht mit einem Freund, den er aus Qostanaı kennt. „Hier gibt es einen Kollaps der ankommenden Russen“, scherzt er. Igor hat am Anfang die Mobilisierung nicht allzu ernst genommen. Als sich jedoch in Russland Gerüchte über die Grenzschließung verbreiteten, beschloss er zu flüchten. Innerhalb eines Tages hatten er und seine Freunde die möglichen Optionen durchdacht und sich für Kasachstan entschieden.

Vor der Mobilisierung lebte er in Wologda und arbeitete wie mehrere andere Russen als IT-Fachmann. Seiner Meinung nach liegt das daran, dass sie von jedem Ort der Welt aus arbeiten können. Das Wichtigste ist, dass man Internet, Strom und einen Laptop hat.

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„Selbst als ich im Gebiet Tscheljabinsk an der Grenze im Stau stand, habe ich gearbeitet“, sagt Igor. Zunächst nahm er den Schnellzug nach Moskau. Danach gab es einen Flug nach Tscheljabinsk. Seine Tochter und seine Frau blieben in Wologda.

„Wir hatten in gewisser Weise Glück. Wir trafen einen kasachstanischen Staatsangehörigen, der uns für einen ziemlich hohen Geldbetrag half, die Grenze zu überqueren. Am 27. reihte er sich auf der russischen Seite in diese Schlange ein. Wir waren in Tscheljabinsk und er stand in der Schlange. Als wir an der Grenze ankamen, war er bereits in der Nähe der Grenze. Wir haben nicht 15 Stunden auf die Überfahrt gewartet, sondern nur 7. Dadurch haben wir unsere Wartezeit halbiert“, sagt Igor.

Er sitzt bei seinen Sachen und sucht eine Unterkunft. Es gab auch Probleme mit russischen Karten, die hier nicht funktionieren. Jetzt ist Igor auf der Suche nach einem Arbeitgeber im Ausland, insbesondere in Europa und den USA.

„Je nach Angebot kann man entweder in Kasachstan bleiben, sich legalisieren lassen und die Familie hierherholen oder, wenn der Arbeitgeber ein Relocation-Programm anbietet, dorthin gehen, wohin er befördert wird. Es gibt auch eine Option in Polen – es wird am Montag ein Vorstellungsgespräch geben“, sagte er.

Igor würde gerne in Qostanaı bleiben, aber er sieht, dass die Wirtschaft der Stadt einen solchen Zustrom nicht aushalten kann. „Und er wird noch größer werden. Und es wird schwieriger sein“, ist er sicher. Er fährt nach Almaty, da einige seiner Freunde aus Wologda bereits dorthin geflogen sind und eine große Mietwohnung suchen. „Um ehrlich zu sein, wünsche ich mir, dass sich die Dinge in Russland zum Besseren verändern. Das ist alles sehr traurig. Ich wollte nicht weg. Ich möchte, dass sich die Dinge ändern. Wir hoffen uns das Beste, bereiten uns aber auf das Schlimmste vor“, sagt er zum Schluss.

David

Wenn Russen über ihr Land sprechen, spürt man ihre innere Zerrissenheit, aber viele von ihnen sind zuversichtlich, dass sie mit ihrem Leben außerhalb des Landes zurechtkommen werden. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass vor allem Menschen mit Spareinlagen nach Qostanaı gekommen sind.

David hat die Parametern der Mobilisierung erfüllt und daher entschieden, aus dem Land zu fliehen. “Ich werde nicht hingehen und in einem anderen Land die Probleme eines anderen lösen, unter dem Vorwand, dass uns jemand angegriffen hat. Jeder versteht, dass uns niemand angegriffen hat“, sagt er.

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David hat in Jekaterinburg gelebt und für sich selbst gearbeitet. Er war im Management tätig und hat das Geld gespart. Seine Frau und sein Kind sind in Russland geblieben. Sein Weg führt ihn ebenfalls nach Almaty, denn dort leben seine Freunde. Er hat vor, in Kasachstan zu bleiben, muss aber erst einmal die Rechtsvorschriften in Ordnung bringen.

Er sagt, dass er überall, wo er hingegangen ist, immer freundlich aufgenommen wurde. Er hat von verschiedenen Personen gehört, wie sie im Stau an der kasachstanischen Grenze Obst verteilt haben und wie patrouillierende Polizeibeamte auf sie zugekommen sind und gefragt haben, ob sie was zum Essen und eine Unterkunft haben. „Wir konnten uns so etwas in Russland nicht vorstellen“, fügt er hinzu.

„Meine Familie ist dort. Ich hoffe auf irgendeine Art von Verbesserung. Es ist schwer, darüber zu sprechen. Die Lage in Russland war allerdings nicht besonders rosig. Über Nacht wird so etwas angekündigt. Leute verlassen alles und verreisen. An der Grenze zu Kasachstan gibt es einen großen Zustrom. Ich verstehe die Belastung für Kasachstan. Ich hoffe, dass es keine Konflikte zwischen den Völkern geben wird. Es ist wichtig, dass wir verstanden werden. Und dass unsere Leute bei allem gewissenhaft sind“, fasst David zusammen.

 Wasilij

 Wasilij ist Musiker und hat in den letzten Jahren Informatik studiert. Er war kurz davor, einen Job zu bekommen. Vor der Mobilisierung hat er an verschiedenen Protesten teilgenommen und war auch ein Wahlbeobachter.

„Ich habe so hart gekämpft, wie ich konnte. Als die Mobilisierung angekündigt wurde, wurde mir klar, dass ich vor der Wahl stand: Gefängnis oder Umzug. Ich möchte niemanden in der Ukraine töten“, sagt Wasilij.

Er hat die Tickets am ersten Tag der Mobilisierung gekauft. Zusammen mit einem Freund sind sie durch den Stau zum Kontrollpunkt gelaufen. Dort haben sie eine Stunde im Regen verbracht. Von 300 Personen sind nur 10 durchgekommen. Sie haben schließlich Geld an einen der Autofahrer bezahlt, die bereits in der Nähe der Grenze waren und sind dann mit ihm zusammen gefahren.

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„Als wir in Kasachstan ankamen, wurden wir mit offenen Armen empfangen. Der Taxifahrer war ein sehr netter Mann. Er sagte uns, wie wir uns fortbewegen und was wir tun sollten. Dann fand der Freund von mir durch Bekanntschaften einen Mann, der uns half, eine Wohnung für eine Nacht zu mieten. Jetzt haben wir schon einen Platz gefunden, an dem wir für lange Zeit bleiben können. Ich dachte ursprünglich, ich hätte genug Geld für sechs Monate. Davor habe ich schon einige Jahre lang gespart. Ich hatte andere Pläne für sie, aber was soll man machen. Meine Frau bleibt dort, um zu arbeiten, vielleicht hilft sie mit, wenn etwas passiert. Ich werde wahrscheinlich circa vier Monate in Qostanaı bleiben – wenn der Trubel aufhört und es nicht so teuer ist“, fügt er hinzu.

Dennoch hat er nicht vor, sich in Kasachstan länger aufzuhalten. Er glaubt, dass die politische Situation in Russland in eine kritische Phase eingetreten ist: „Entweder wird es zu einem Horrorszenario kommen, oder es wird sich etwas lösen.”

Die Meinung der Einheimischen

Die Einheimischen haben die Zugereisten auf unterschiedliche Weise empfangen. Die Unternehmer haben angefangen, für ihre Betriebe und Büroräume zu werben, um Russen anzuziehen. Im Einkaufszentrum wird Werbung für Geschäfte gemacht, in denen man eine SIM-Karte kaufen und Geld wechseln kann. Freiwilligeninitiativen helfen den Menschen bei der Wohnungssuche, bei Übernachtungen in Ressourcenzentren und so weiter. Sie haben es jedoch alle abgelehnt, sich zu äußern.

Für andere werden die Russen mit „coolen Autos“, Verkehrsstau und steigenden Mietpreisen in Verbindung gebracht. „Ja, sie kommen und kommen. Für mich hat sich nichts geändert. Das Einzige, was sich geändert hat, ist, dass die Russen jetzt hier sind. Aber das macht keinen Unterschied“, sagen einige der Bewohner.

Aber ein anderer Teil hat Verständnis für die Neuankömmlinge. Toktasyn ist bereits ein Rentner. Er lebt ein paar Kilometer von Qostanaı entfernt in einem Aul. Er ist hierher zu Besuch gekommen. Er hat den Zustrom von Russen bemerkt und geglaubt, dass sie Hilfe brauchen.

„Lass sie kommen. Sie kamen auch vorher. Ins Neuland [Anspielung auf die Ansoedlung von russischen Bauern während der Sowjetzeit, Anm. d. Red.]. Wohin können sie sonst gehen? Wenn sie dorthin ziehen, werden sie sterben. Wir müssen helfen, jetzt ist es kälter geworden. Wo werden sie hingehen? Sie ließen alles stehen und kamen hierher“, sagt er.

Andrej, der als Taxifahrer arbeitet, ist ebenfalls der Meinung, dass sie „das Richtige tun, wenn sie vor der Mobilisierung flüchten“.

„Niemand will sterben und töten. Ich fahre heute nur noch Russen. Es waren Jungs aus Ulan-Ude dabei. Das bedeutet, dass sie von so weither kommen. Moskau, St. Petersburg, Jekaterinburg. Sehr junge Leute. 18 bis 22 Jahre alt. Es gab auch Jungs, die im Allgemeinen so wie Kinder waren. Warum sollten Kinder in diesem Krieg sterben? Sollen sie doch zu uns kommen“, sagt er.

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Azamat schlendert durch den Busbahnhof, umhüllt von der lila Farbe der drohenden Finsternis. Dort, an einer überdachten Haltestelle, stehen Menschen mit Koffern. Nach einer Weile gehen sie zu einer Gruppe von Taxifahrern, die Fahrgäste für Fahrten nach Qaraģandy, Astana und Almaty anwerben.

Azamat arbeitet nicht als Taxifahrer. Er geht einfach herum und hilft den Leuten. „Sehen Sie sich das Mädchen dort drüben an“, sagt er und zeigt auf ein junges Mädchen in einem rosa Mantel. „Sie ist so jung, dass sie meine Tochter sein könnte.  So jung und was für eine Herausforderung ist das alles für sie. Das sind unschuldige Menschen. Wer will schon so einfach weglaufen und seine Brüder, Schwestern, Eltern und Kinder verlassen? Niemand will Menschen töten.“

Er sagt, dass jeden Tag etwa 200 Menschen hierherkommen. Seiner Meinung nach verdient die Stadt gut an ihnen. „Lebensmittel, Miete, Taxis – sie alle achen Gewinn. Sie machen die Dinge für Qostanaı nicht schlechter“, sagte er.

Hinter den abfahrenden Russen durchschneiden Zugvögel den Himmel.

 Almas Qaısar für Vlast

Aus dem Russischen von Amina Akhrorkulova

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