Safran – Tadschikistans „rotes Gold“

In Tadschikistan wurde dieses Jahr auf einer kleinen Fläche eine neue Safranernte eingeholt. Im Vorjahr war Safran erstmals auf demselben Feld experimentell angebaut worden. Der folgende Artikel erschien am 28. Oktober 2022 auf Asia-Plus. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

Der Unternehmer Asim Hakimow, Vorstandsvorsitzender der „AVAS Group“, hat zusammen mit usbekischen Partnern die Idee des Safrananbaus im zweiten Jahr umgesetzt. Ihr Joint Venture „BMB AVAS ZA’FARON“ verfügt über eine große Safranplantage in der Provinz Jizzax in Usbekistan.

Der tadschikische Unternehmer plant, Safranplantagen in Tadschikistan zu entwickeln. „Alle Bedingungen, um Erfolg zu haben, sind gegeben“, sagt er.

Das Safran-Projekt

Das usbekisch-tadschikische Experiment zum Anbau von Safran erwies sich als erfolgreich. Ihre Produkte wurden auf dem europäischen Markt von einem italienischen Partner beworben – der Marke ORO ROSSO, einer der Sponsoren des italienischen Fußballvereins AC Mailand.

Das Joint Venture zum Anbau von Safran wurde nach Hakimows Angaben im Juli 2021 gegründet. Ihm zufolge befindet sich die Hauptplantage von 50 Hektar in Usbekistan, in der Provinz Jizzax. In Tadschikistan wurden in Pandschakent und im Bezirk Rudaki Safran-Zwiebeln als Experiment gepflanzt. Safran ist eines der teuersten Gewürze und wird auch als Königin der Gewürze bezeichnet. Der Preis beträgt bis zu 6.000 US-Dollar pro Kilogramm.

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Die Zwiebeln wurden in Italien gekauft“, erklärt Hakimow. „Dieses Jahr im Oktober haben wir die zweite Ernte eingeholt. Jede Blume hat 4-5 Narben, von denen 2-3 rot und 2 gelb sind. Am teuersten sind die Roten.“

Der Anbau von Safran ist harte Arbeit, da alle Prozesse von der Pflanzung bis zur Ernte des Produkts von Hand durchgeführt werden. „Wir stellen nur Frauen für die Arbeit an, denn in der Region, in der wir Safran angebaut haben, gibt es eine große Anzahl arbeitsloser Frauen“, merkt Hakimow an.

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Der Unternehmer blickt optimistisch in die Zukunft des Safrangeschäfts in Tadschikistan. „Das Projekt hat gute Perspektiven. Wir planen, die Plantagen auf 1.000 Hektar zu erweitern. Es gibt bereits erschlossene Märkte – Amerika, Malaysia, Saudi-Arabien und Europa, die bereit sind, Safran in großen Mengen von uns zu kaufen“, so Hakimow. „Der Eintritt in den Weltmarkt für Safran-Produkte wird das Exportpotenzial Tadschikistans erweitern.“

Die hohen Preise für das Gewürz erklären sich aus der mühsamen Herstellung: Eine Blume ergibt nur drei Narben, mehr als 200.000 Blumen sind erforderlich, um ein Kilogramm Safran zu erhalten. Auf einem Hektar Land können so 4 bis 12 Kilogramm gewonnen werden. In Zentralasien wird Safran derzeit vor allem in Usbekistan angebaut. Der weltweit führende Safran-Produzent ist aber der Iran, der etwa 90 Prozent des Weltmarktes ausmacht.

Das Unternehmen

Die „AVAS Group“ verwaltet drei Unternehmen, die auf unterschiedliche Branchen spezialisiert sind. „AVAS Engineering“ liefert Ausrüstung für Benzin- und Gastankstellen sowie für Öldepots und bietet in diesem Bereich auch Konstruktions- und Installationsdienstleistungen an. „AVAS Logistics“ erbringt Dienstleistungen im internationalen Transport und „AVAS Market“ bietet hochwertige Materialien für Renovierung und Innenausbau.

Hakimows Unternehmensgruppe beteiligt sich aktiv an Regierungsprojekten, die in erster Linie der Bevölkerung Tadschikistans zugutekommen und der Entwicklung des ganzen Landes Impulse geben sollen. Um das Geschäft zu diversifizieren, erweiterte die Gruppe im vergangenen Jahr ihre Aktivitäten und investierte in ein neues interessantes Projekt – den Anbau von Safran. Im Rahmen des Safran-Projekts entstehen neue Produktionsbetriebe für kulinarische und pharmazeutische Produkte, die der Erschließung neuer Arbeitsplätze dienen sollen.

Der goldene Safran

Safran gehört zur Gattung der Krokusse und zur Familie der Schwertliliengewächse. Dabei ist Safran die einzige Krokus-Art, deren getrocknete Blüten-Narben als Gewürz verwendet werden. Gemahlener Safran wird oft mit den günstigeren Gewürzen Kurkuma und Färberdistel verwechselt. Letztere wird auf den Märkten vieler Länder als Safran verkauft, allerdings ist sie um ein Vielfaches billiger und hat ein viel weniger ausgeprägtes Aroma.

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Im Kaukasus wird ein Gewürz aus getrockneten Ringelblumen „Imeretischer Safran“ genannt. Tatsächlich sind aber ungemahlene getrocknete Safrannarben schwer zu verwechseln. Drei oder vier Narben reichen übrigens aus, um einen starken Safrantee herzustellen.

Weitere Bilder befinden sich im Original-Artikel.

Saifiddin Karajew für Asia-Plus

Aus dem Russischen übersetzt und gekürzt von Robin Roth

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