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Pamirsprachen vom Aussterben bedroht

Laut Experten der UNESCO sind die Sprache Parya und die Gruppe der Pamirsprachen vom Aussterben bedroht, wie Sputnik.tj berichtet. Wir haben den Artikel übersetzt und ergänzt.

Die UNESCO hat den aktuellen Atlas der aussterbenden Sprachen veröffentlicht. Demnach ist etwa ein Drittel aller Sprachen der Welt bedroht. In nächster Zeit könnten 2500 Sprachen der insgesamt 6900 auf der Welt für immer aus dem freien Sprachgebrauch verschwinden.

Unter ihnen sind auch elf Sprachen aus Tadschikistan.

Bedrohte Sprachen aus Tadschikistan

Insbesondere die Parya-Sprache und die Gruppe der Pamirsprachen (alte Bezeichnung für manche Zweige des Südostiranischen, Anm. d. Ü.) sind betroffen: Yazghulami (ca. 4000 Muttersprachler), Roschorwi (ca. 2000 Muttersprachler), Bartangi (ca. 2400 Muttersprachler), Ischkaschimi (ca. 2500 Muttersprachler) und Sangletschi (ca. 2200 Muttersprachler).

Laut des Berichts gehören auch die Sprachen der zentralasiatischen Araber – Jaghnobi (ca. 13500 Muttersprachler) sowie die Pamirsprachen Ruschani und Wachi (je 25000 und 38000 Muttersprachler) – zu den „ernsthaft gefährdeten Sprachen“. „In bedrohlicher Lage“ befindet sich die Schugni Sprache (ca. 80 – 100.000 Muttersprachler, ebenfalls aus der Gruppe der Pamirsprachen).

Seht auch unsere Reportage aus dem tadschikischen Pamir: Über den Fluss Pandsch

Die Lebensfähigkeit der Sprachen wird von der UNESCO Anhand von neun Kriterien beurteilt, darunter die Anzahl der Muttersprachler, die generationsübergreifende Weitergabe der Sprache, die Verfügbarkeit von Lehrmaterialien und die Einstellung zur Sprache innerhalb der Gesellschaft.

Die Rolle der Politik

Darüber hinaus wird im Bericht der UNESCO erwähnt, dass eine Regierung in nicht unwichtigem Maße in der Lage ist, über „Leben oder Tod“ einer Sprache zu entscheiden: Sie kann die Sprache unterstützen oder ignorieren, zum Lernen der Sprache ermuntern oder nicht, die Assimilation befördern oder die Verwendung nicht dominanter Sprachen verbieten.

Sputnik Tadschikistan

Aus dem Russischen von Katharina Kluge

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Evgeni Zotov
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