Tadschikistan Duschanbe IS Terror

Französischer IS-Anwärter in Tadschikistan festgenommen

Das Gericht in Duschanbe hat einen französischen Staatsangehörigen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, er habe die Grenze zu Afghanistan illegal überschreiten wollen.

Ein Franzose, dessen Identität noch nicht offiziell bekannt gegeben wurde, ist von einem Gericht in Duschanbe am 10. Dezember zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Laut der Nachrichtenagentur AKIpress, von der die Information stammt, wollte sich der Angeklagte dem Islamischen Staat (IS) in Afghanistan anschließen.

Laut AKIPress wohnten Vertreter der französischen Botschaft dem Prozess in Tadschikistan bei. Auf Anfrage von Novastan, bestätigte das französische Außenministerium, der Sache nachzugehen, ohne weitere Details bekannt zu geben.

Seit Juli in Haft

Wie die Agentur mitteilte saß der Mann bereits seit letztem Juli in der Region Chatlon im Süd-Osten des Landes in Haft. Er soll über Kirgistan mithilfe eines Touristenvisums ins Land gelangt sein.

In einer Meldung vom 10. Dezember lieferte die französische Presseagentur AFP Informationen über den augenscheinlich selben Mann, der „im Juli“ zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde aufgrund „illegaler Grenzüberschreidung“ in Tadschikistan.

Der in Marseille gebürtige, 30 jährige Klempner hatte zugegeben, in Afghanistan dem IS beitreten zu wollen. „Zwei weitere Männer, die im mit ihm verhört wurden hatten gefälschte französische Pässe dabei“, so eine Quelle der AFP.

Keine Abschiebung

Der Franzose sei muslimischen Glaubens und habe angegeben, in Kontakt mit einem gewissen „Mohamed aus Kirgistan“ zu stehen, berichtet AKIPress. Nach seiner Verurteilung verweigerte sich der Franzose einer Abschiebung und sprach sich dafür aus, seine Strafe in Tadschikistan abzusitzen.

Der Fall zeigt, dass Tadschikistan für Afghanische IS-Anhänger ein Rückzugsort ist, an dem sie sich neu gruppieren können. Am 10. Dezember berichtete die AFP über eine Gruppe von Franzosen, die dem IS in Afghanistan angehörten.

Laut der AFP vermuten mehrere europäische Nachrichtensender die Existenz „eines Daesch-Ablegers in Tadschikistan.“ Zum jetzigen Zeitpunkt können solche Aussagen noch nicht unabhängig geprüft werden.

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Der einzige korrekte Hinweis stammt aus Asia-Plus: Seit einigen Tagen ist die Grenze zu Afghanistan auf tadschikischer Seite geschlossen. Eine Möglichkeit für die tadschikische Regierung zu zeigen, dass sie solche Anschuldigungen nicht auf die leichte Schulter nimmt.

aus dem Französischen von Julia Tappeiner

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