Rustam Emomali

Der Sohn des tadschikischen Präsidenten wird Senator

Am 27. März wurde Rustam Emomali einstimmig in das Amt des Senators gewählt. Nur wenige Monate vor den für November 2020 geplanten Präsidentschaftswahlen ist diese Ernennung ein weiterer Schritt auf der Karriereleiter des Bürgermeisters von Duschanbe und stärkt die These, dass er seinem Vater im Präsidentenamt nachfolgen könnte.

Der Aufstieg des Sohnes von Tadschikistans Präsidenten Emomali Rahmon setzt sich fort. Rustam Emomali, Bürgermeister der Hauptstadt Duschanbe, ist nun auch Senator. Die Kandidatur des 33-jährigen wurde am 27. März einstimmig angenommen, berichtet das tadschikische Nachrichtenportal Asia-Plus. Die Mitglieder des Maschlis, der Bezirksversammlung der Stadt, wählten Emomali in das Oberhaus des tadschikischen Parlaments. Das Amt des Bürgermeisters wird er weiterhin parallel ausüben.

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Laut Asia-Plus sehen viele tadschikische PolitologInnen und ExpertInnen hinter dieser neuen Funktion Emomalis den Senator, der bald zum Senatspräsidenten ernannt werden wird. Diese Ernennung würde ihn zur zweitwichtigsten Person des Landes machen, direkt hinter seinem Vater, dem tadschikischen Präsidenten Emomali Rahmon. Artikel 71 der tadschikischen Verfassung besagt, dass im Falle des Rücktritts oder des Todes des Präsidenten sein Amt vorübergehend dem Senatspräsidenten übertragen wird.

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In Herbst 2020 wird in Tadschikistans die Präsidentschaftswahl stattfinden und einige BeobachterInnen betonen die Möglichkeit einer Kandidatur von Rustam Emomali. Wie das amerikanische Magazin The Diplomat beschreibt, wäre der Sohn ein plausibler Ersatz, wenn der seit 1992 amtierende Präsident sich entschließen würde, nicht zu kandidieren. Im Jahr 2016 senkte Emomali Rahmon durch eine Verfassungsänderung das Mindestalter für die Teilnahme an der Präsidentschaftswahl von 35 auf 30 Jahre. Der 33-jährige Rustam Emomali könnte daher im Rahmen dieser Wahl rechtlich die Nachfolge seines Vaters antreten.

Victor Nicolas, Redakteur für Novastan

Aus dem Französischen von Robin Roth

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