Asel Sartbajewa

Heldinnen Zentralasiens: Von den wichtigsten Frauen der Region

Zentralasien ist reich an bedeutenden Frauen, die ihre Spuren in der Geschichte der Länder hinterlassen haben: Königinnen, Wissenschaftlerinnen, Sängerinnen, Ärztinnen, Lehrerinnen. Das Nachrichtenportal Kaktakto stellt 14 dieser bemerkenswerten Persönlichkeiten vor.

Tomyris

Tomyris war Königin des skythischen Stammes der Massageten, welche heute von manchen WissenschaftlerInnen als die Vorfahren der Kasachen beziehungsweise der Turkmenen betrachtet werden. Bekannt wurde sie dadurch, dass der Perserkönig Kyros der Große durch ihre Hand fiel.

Bopaj

Die Gattin des Abulhair Khan zeichnete sich durch einen tiefen Verstand, einen starken Charakter, eine besondere Unabhängigkeit in ihren Urteilen und Taten sowie durch politisches Taktgefühl aus. Sie genoss großes Ansehen und „hatte manchmal zu viel Einfluss auf die Führung“ der Kleinen und der Mittleren Horde.

Nadira

Die usbekische Dichterin zählt zu den Klassikern der Literatur von Kokand. Ihr Gatte Omar Khan regierte Kokand und war selbst Dichter sowie Schutzherr verschiedener Dichter und Wissenschaftler. Zusammen mit Uwajsi und Machsuna gilt Nadira als Vertreterin der weiblichen Poesie Kokands.

Kurmandschan Datka

Kurmandschan Datka, die „Königin des Südens“ ist eine der ersten Frauen des Ostens, die selbst Regentin wurde. Ihre Regierungszeit ist mit einem Dilemma verbunden: der Existenzfrage des kirgisischen Volkes (zu jener Zeit eroberte das Russische Reich Zentralasien, Anm. d. Ü.). In dieser schwierigen Zeit opferte die Königin ihren Sohn und rettete das Volk vor einem Genozid. Dies war der dramatischste und tragischste Moment in der Geschichte des kirgisischen Volkes. Sie konnte nicht nur im Feld der Politik ihre Spuren hinterlassen, indem sie ihr Volk für mehr als ein halbes Jahrhundert regierte, sondern hinterließ auch wundervolle Gedichte unter dem Pseudonym Syjnat.

Nasipa Kulschanowa

Nasipa Kulschanowa war Pädagogin, Ethnografin, Übersetzerin und die erste Journalistin Kasachstans. Sie ist Autorin der Bücher „Vorschulbildung“ und „Mutter und Kind“, die in den Jahren 1923 bis 1927 herausgegeben wurden, aber bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben.

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Sajra Kiisbajewa

Sajra Kiisbajewa war Opernsängerin, Pädagogin, Professorin. Sie gilt bis heute als die beste Darstellerin des nationalen und internationalen Opernrepertoires, die jemals auf den Bühnen Kirgistans stand. Zu ihren Rollen zählten unter anderem Tatjana aus Jewgenij Onegin und Kanykej, die Witwe des Manas. Ihre Zeit gilt als das goldene Zeitalter der kirgisischen Oper.

Sofia Chakimowa

Im Alter von 33 Jahren erhielt sie als erste Tadschikin überhaupt den Titel Doktor der Medizin. Bekanntheit erlangte sie als Spezialistin im Bereich der Geburtshilfe und Gynäkologie. Sie richtete in Duschanbe das erste Genetik-Labor der Sowjetunion ein.

Toktogon Altybasarowa

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die erst 16-jährige Toktogon für 150 Kinder aus dem von der Blockade umschlossenen Leningrad zur Mutter. Als der Krieg begann wurden alle Männer ihres Dorfes an die Front beordert. 1941 übernahm sie mit 16 Jahren den Vorsitz des Dorfsowjets. Ein Jahr später wurden die 150 Kinder aus Leningrad in ihr Dorf evakuiert. Keines starb, alle erlebten den Sieg.

Balschan Butrikowa

Balschan Butrikowa war die erste Frau, die das Amt der Außenministerin Kasachstans bekleidete und die erste Frau, die als Vertreterin ihres Landes bei den Vereinten Nationen sprach.

Kakisch Ryskulowa

Kakisch Ryskulowa war die erste Chirurgin und Akademikerin in Zentralasien. Sie ist Autorin vieler Lehrbücher und wissenschaftlicher Arbeiten und führte bedeutende Forschungen im Bereich der Nervenchirurgie und der Blutgefäße durch. Ihre Arbeiten werden noch von heutigen MedizinerInnen genutzt.

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Chaditscha Sulajmanowa

Die promovierte Juristin war Justizministerin und Vorsitzende des Obersten Gerichts der Usbekischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Außerdem ist sie Autorin des ersten Strafrechtslehrbuchs in usbekischer Sprache.

Dilbar Abdurachmanowa

Dilbar Abdurachmanowa war nicht nur die erste Dirigentin Usbekistans, sondern ganz Zentralasiens. Ihr Repertoire umfasste mehr als 60 Oper- und Ballettaufführungen. Sie trat auf vielen Bühnen der Welt auf und arbeitete mehr als ein halbes Jahrhundert am Navoy-Theater in Taschkent.

Malika Sabirowa

Malika Sabirowa zählt zu den größten Ballerinas des 20. Jahrhunderts. Von 1961 bis zu ihrem frühen Tod 1982 war sie Primaballerina des Ajni-Theaters in Duschanbe. Nach einem internationalen Ballettwettbewerb 1969 in Moskau galt sie als Ballerina von Weltklasse. Sie machte das Ballett Tadschikistans in der Welt bekannt. Ihr zu Ehren luden Präsidenten und Könige, Premierminister, Lords und Prinzen zu Empfängen.

Asel Sartbajewa

Asel Sartbajewa ist eine der ersten weltweit anerkannten Wissenschaftlerinnen aus Zentralasien. Sie erarbeitete eine Methode um Impfstoffe ohne die teure Kühlung zu transportieren. Ihre Entdeckung ist von immenser Wichtigkeit, da viele Impfstoffe ohne Kühlung bisher ihre Wirkung verloren oder gar toxische Wirkungen entwickelten. Ihre Forschungen werden voraussichtlich Millionen Menschenleben weltweit retten und machen Impfstoffe günstiger, sodass sie auch in Entwicklungsländern zugänglich sein werden.

 

Aljona Postelnjak für Kaktakto

Aus dem Russischen von Robin Roth

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