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Gipfel in Astana zu Umweltproblemen in Zentralasien

Der Regional Ecological Summit, der vom 22. bis 24. April 2026 in Astana stattfand, ist Teil der fortgesetzten zentralasiatischen Bemühungen zur Bekämpfung der Folgen der globalen Erwärmung.

Der Regionale Ökologie-Gipfel, in Partnerschaft mit der UNO, fand vom 22. bis 24. April 2026 in Astana statt

Der Regional Ecological Summit, der vom 22. bis 24. April 2026 in Astana stattfand, ist Teil der fortgesetzten zentralasiatischen Bemühungen zur Bekämpfung der Folgen der globalen Erwärmung.

Als erste große Plattform für die Entwicklung koordinierter Lösungen auf regionaler Ebene brachte der Regional Ecological Summit (RES) Expert:innen, internationale Organisationen und Regierungsvertreter:innen für zwei Tage Diskussionen und Verhandlungen zusammen. Organisiert wurde der Gipfel vom kasachstanischen Ministerium für Ökologie und natürliche Ressourcen in Partnerschaft mit der UNO. Im Mittelpunkt stand die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Staaten, da sowohl natürliche Ressourcen als auch ökologische Katastrophen grenzüberschreitender Natur seien.

Am Ende der Konferenz wurde von den zentralasiatischen Staatschefs eine Erklärung zu Ökologie und nachhaltiger Entwicklung verabschiedet. Unter dem Titel „Ökologische Solidarität Zentralasiens“ legt dieses Dokument eine gemeinsame regionale Position zu den größten Umweltproblemen der Region fest.

„Für Zentralasien ist der Klimawandel keine Zukunftsprojektion mehr“, erklärte der kasachstanische Umweltminister Jerlan Nysanbaev . „Er ist ein Faktor, der direkt unsere Wasser- und Energieressourcen betrifft, aber auch Landwirtschaft, Infrastruktur und öffentliche Gesundheit.“ Daher sei die Klimapolitik nicht mehr nur eine ökologische Frage, sondern auch eine Frage der „wirtschaftlichen Resilienz, regionalen Sicherheit und Qualität der öffentlichen Verwaltung“.

Wüstenbildung und Bedarf an Wiederaufforstung

Einer der wichtigsten behandelten Punkte war die zunehmende Wüstenbildung in der Region, die die Wasserressourcen drastisch reduziert. Wie der Vorsitzende des usbekistanischen Komitees für Ökologie und Klimawandel, Aziz Abduhakimov, betonte, verwandeln sich in Zentralasien wissenschaftlichen Schätzungen zufolge jede Minute neun Quadratmeter Land in Wüste. Dies betrifft große zentralasiatische Seen, deren Wasserstand kontinuierlich sinkt, insbesondere das Kaspisches Meer und den Aralsee.

Die gesamte Fläche ausgetrockneter Meeresböden, die sich Kasachstan im Norden und Usbekistan im Süden teilen, umfasst heute rund 6 Millionen Hektar.

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In der Folge wird die Wasserversorgung unberechenbarer, was den Zugang zu Wasser erschwert. Um diesem Problem zu begegnen, sieht die Erklärung von Astana die Entwicklung neuer datengestützter Technologien vor, die auf Oberflächen- und Grundwasserdaten basieren und eine vorausschauende Wasserbewirtschaftung ermöglichen sollen, etwa durch die Digitalisierung von Kanälen.

„Die Priorität besteht nicht mehr darin, die Wasserversorgung zu erhöhen, sondern die Effizienz ihrer Nutzung zu verbessern“, erklärte der kasachstanische Vizeminister für Wasserressourcen und Bewässerung, Talgat Momyşev. Die Regierung subventioniere derzeit bis zu 80 Prozent der Kosten solcher wassersparenden Technologien, was einen „grundlegenden Wandel hin zu einer rationalen und wirtschaftlich sinnvollen Wasserbewirtschaftung“ darstelle.

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Schließlich wurde auf dem Gipfel eine neue Initiative Kasachstans verabschiedet: der „Grüne Schild Zentralasiens“, ein umfangreiches Wiederaufforstungsprojekt. Der Aufbau von Waldnetzen ist in der Region nicht neu, insbesondere in Kasachstan, wo seit 1997 ein 102.000 Hektar großer Waldgürtel um die Hauptstadt Astana angelegt wurde.

Laut Umweltminister Nysanbaev zeige dies, dass „selbst in zuvor für Waldökosysteme ungeeigneten Gebieten die Wiederherstellung von Ökosystemen möglich ist, wenn sie auf Wissenschaft, vorausschauender Planung und professionellem Forstwissen basiert“. Der kasachstanische Präsident Qasym-Jomart Toqaev wies zudem darauf hin, dass Kasachstan in den letzten fünf Jahren über 1,5 Milliarden Bäume gepflanzt habe und dass 36 Prozent des kasachstanischen Teils des Aralsees durch ökologische Maßnahmen wiederhergestellt worden seien.

Ein bewusstes Bedürfnis nach Zusammenarbeit

Auf dem Gipfel wurden weitere Maßnahmen angekündigt, um die Luftqualität zu verbessern, die Biodiversität zu erhalten, die Ernährungssicherheit zu gewährleisten, chemische Abfälle zu verwalten, Plastikverschmutzung zu bekämpfen und ökologische Innovationen in Zentralasien zu fördern. Besonders betont wurde die Notwendigkeit der Zusammenarbeit. „All diese Herausforderungen sind ihrer Natur nach grenzüberschreitend und erfordern gemeinsame politische Entscheidungen und Investitionen“, betonte der Präsident der COP29 und Klimabeauftragte Aserbaidschans, Mukhtar Babayev.

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In der Erklärung „Ökologische Solidarität Zentralasiens“ schlug Kasachstan zudem die Schaffung einer internationalen Wasserorganisation innerhalb der UNO vor, allerdings ohne konkreten Finanzierungsplan. Außerdem forderten die zentralasiatischen Staaten stärkere internationale finanzielle Unterstützung zur Bewältigung ihrer Umweltprobleme.

Es bleibt abzuwarten, ob die Länder ihre Interessen und Ressourcen koordinieren können, um ihre Ziele zu erreichen. Der Gipfel von Astana hat zumindest eine neue Erzählung im Kampf gegen den Klimawandel vorgeschlagen – mit dem Bewusstsein, dass geteilte Risiken zu gemeinsamen Lösungen werden können.

Eloise Thompson für Novastan

Aus dem Französischen von Margaret Bullich

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