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	<title>Wasserkonflikt Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Tue, 29 Apr 2025 06:23:55 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Wasserkonflikt Archives</title>
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	<item>
		<title>Der Schriftsteller und Geograf Cédric Gras auf den Straßen des Durstes</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Apr 2025 21:54:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Aralsee, das Symbol einer Umweltkatastrophe, dessen Becken von den zentralasiatischen Republiken ausgebeutet wird, hat sein Wasser in etwa 60 Jahren um fast 90 Prozent schrumpfen sehen. Der Geograf und Schriftsteller C&#xE9;dric Gras begibt sich auf die Spuren der Zufl&#xFC;sse dieses Salzwassersees. Das Buch des sachkundigen Abenteurers &#x201E;Auf den Stra&#xDF;en des Durstes&#x201C; schildert die extremen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Aralsee, das Symbol einer Umweltkatastrophe, dessen Becken von den zentralasiatischen Republiken ausgebeutet wird, hat sein Wasser in etwa 60 Jahren um fast 90 Prozent schrumpfen sehen. Der Geograf und Schriftsteller Cédric Gras begibt sich auf die Spuren der Zuflüsse dieses Salzwassersees. Das Buch des sachkundigen Abenteurers &#8222;Auf den Straßen des Durstes&#8220; schildert die extremen Bedingungen, unter denen den Quellen des Aralsees die Luft ausgeht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.beck-shop.de/cedric-gras/creator/576905154">Cédric Gras</a>, französischer Geograf und Schriftsteller, veröffentlichte im Januar seinen Reisebericht über die Reise eines Wünschelrutengängers.<em> </em>Der bislang noch nicht übersetzte Titel <em>„Auf den Straßen des Durstes&#8220;, </em>im <em>Original „Sur les routes de la soif&#8220;, </em>ist im Französischen ein Wortspiel aus <em>soif </em>(Durst) und <em>soie </em>(Seide). An der Seite des Journalisten und Filmemachers Christophe Raylat durchquert der Autor Zentralasien, vom Aralsee über die Uferroute des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> bis hin zur Quelle des Gewässers, dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fedtschenko-Gletscher">Fedtschenko-Gletscher.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgangspunkt ihrer Unternehmung ist der Aralsee, eigentlich ein Salzwassersee. Er teilt sich in zwei ungleiche Becken, den kleineren&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%B6rdlicher_Aralsee">&#8222;Nördlichen Aralsee&#8220;</a>&nbsp;im südlichen Zentralkasachstan und den &#8222;Großen See&#8220; im Nordwesten Usbekistans.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Seine Gewässer werden vom Fluss&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>, der im kirgisischen&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian-Shan-Gebirge</a>&nbsp;entspringt, und vom Amudarja, der aus dem Pamir-Gebirge, wo sich der Fedtschenko-Gletscher befindet, gespeist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor, der seine Geografiekenntnisse mit seinem Schreibstil in Einklang zu bringen weiß, beschreibt seine Suche nach dem &#8222;Ursprung des Wassers, das alle Stan-Länder versorgt&#8220; und den Kampf des Amudarja gegen seine Übernutzung. Gemeinsam mit Christoph Raylat hat er eine Arte-Reportage veröffentlicht – der Zweiteiler „<em><a href="https://www.arte.tv/de/videos/RC-026343/aralsee-wo-ist-das-wasser-hin/">Aralsee – Wo ist das Wasser hin?</a>&#8220; </em>gibt dem Buch eine audiovisuelle Untermalung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Das Tschernobyl Zentralasiens“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Planet durchlebt seine Metamorphosen im Galopp. Der Aralsee begann seine Ebbe in den 1960er Jahren, quasi gestern. Heute sprechen die Usbeken von Aralkum, der Aralwüste&#8220;, sagt Cédric Gras.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einst war er der viertgrößte See der Erde: Noch in den 1960er Jahren erstreckte er sich über rund 68.000 Quadratkilometer. Heute ist er auf weniger als 7.000 Quadratkilometer geschrumpft. Das Wasser ist verdunstet und hat den Salzgehalt dadurch verzehnfacht. Die Folge: Zig Millionen Tonnen freigesetztes Salz und giftiger Staub. Eine Katastrophe, die der Autor beim Namen nennt: „das Tschernobyl Zentralasiens&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Begonnen hat Cédric Gras seine Reise im südlichen Zentrum Kasachstans, wo das Wasser des Nördlichen Aralsees fortbesteht, gestützt durch den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kokaral-Damm">Kokaral-Damm</a>, der 2005 fertiggestellt wurde. <em>„Ein wenige Kilometer langer Staudamm, der das Wasser des Flusses Syrdarja enthält. [&#8230;] Nicht genug, um gestrandete </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Trawler"><em>Trawler</em></a><em> zu unterspülen, <em>[</em>&#8230;] aber genug, um den Salzgehalt zu senken und einige Arten wieder anzusiedeln</em>&#8222;, erklärt der Autor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ufer des Sees versinkt er in dichtem Schlamm, der einst mal luftiger Sand war. Er geht über Brücken, unter denen nichts als Wüste ist, und kommt schließlich nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo%CA%BBynoq">Mo‘ynok.</a> In der im Norden <a href="https://novastan.org/de/tag/karakalpakstan/">Karakalpakstans</a> gelegenen Stadt findet er die letzten gestrandeten Fischtrawler, die nun als <em>„apokalyptische Kulisse für Anflüge digitaler Selbstbezogenheit&#8220;</em> herhalten. Hier beschreibt der Autor den Aral als <em>„ausgetrocknet, so weit das Auge reicht, niemand anderem ausgeliefert als dem Nichts</em>“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein gesegneter Fluss, der ausblutet wie kein anderer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Cédric Gras erzählt von seiner Reise flussaufwärts des Amudarja, zwischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kysylkum">Kyzylkum</a>&#8211; und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakum">Karakum</a>-Wüste, von <em>„seinem Mäandern durch die Wüsten, in denen er sich verliert, bis zu seinen Anfängen, die hoch oben in den Tälern eingebettet liegen&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor der Fluss in den Aral mündet, legt er 2540 Kilometer zurück und windet sich durch Usbekistan, Turkmenistan und Afghanistan, bis er in den Höhen Tadschikistans seinen Durst löscht. Da die zentralasiatischen Länder nicht auf Meerwasser zurückgreifen können, begehren sie den Amudarja umso mehr, was zu Spannungen führt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor nähert sich den Rinnen des Flusses und damit seinem wunden Punkt. Turkmenistan auf der einen Seite, und Usbekistan auf der anderen, beschuldigen sich gegenseitig, für den immer niedrigeren Wasserstand des Flusses verantwortlich zu sein. Den Wettlauf um den Baumwollanbau bremst das nicht im Geringsten aus, und so beansprucht die Bewässerung der Felder den Amudarja immer weiter über alle Maße hinaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Cédric Gras beobachtet einen Fluss, der <em>„bis aufs letzte Schlückchen ausgetrunken&#8220;</em> wird. Er sagt: <em>„Wir wissen, was er erleidet, und wir haben ihn im tiefsten Karakalpakstan sterben sehen, wie einen alten Elefanten.&#8220;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von seinem letzten Mäander bis zu seinem ersten Tropfen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fedtschenko-Gletscher, der in den Höhen des Pamir-Gebirges in Tadschikistan Zuflucht gefunden hat, ist der verdiente Lohn der Reise. Außerhalb der Polarregionen ist der Fedtschenko, benannt nach dem russischen Abenteurer und Naturforscher Alexej Fedtschenko, das längste Gletscherplateau der Welt. Allein ein Achtel der Wasserreserven des Pamir stammen von ihm.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Eine 77 Kilometer lange Zunge, die ein riesiges Becken von Zuflüssen speist, von bis zu 7500 Meter hohen Gipfeln fließt und deren gesamtes Schmelzwasser früher oder später in den Amudarja fließt&#8220;,</em> erklärt der Autor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Durchführung der Expedition engagieren Cédric Gras und Christophe Raylat den einheimischen Reiseführer Anatoli Scharipow sowie den als „Polarabenteurer“ geltenden Matthieu Tordeur. Er hat als jüngster Mensch der Welt den Südpol im Alleingang auf Skiern und ohne Vorräte erreicht. Bei der Besteigung des Gletschers ist er mit von der Partie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oberlauf folgen sie über mehrere hundert Kilometer dem reißenden Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pandsch</a>. Neben dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a> gehört er zu den wichtigsten Nebenflüssen des Amudarja. Bevor die Gletscherschmelze in den Amudarja mündet, fließt sie in Gebirgsbäche und von dort in die beiden Flüssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Zapfhahn Tadschikistans</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf ihrem Weg zum Fedtschenko passierten die Abenteurer den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nurek-Staudamm">Nurek-Staudamm</a>, der am Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a> errichtet wurde. Der 304 Meter hohe Bau aus Stein und Erde, der zwischen 1961 und 1980 errichtet wurde, ist nicht nur einer der größten Staudämme der Welt: Er deckt auch <em>„die Hälfte des Strombedarfs [und] versorgt die Aluminiumindustrie&#8220;,</em> berichtet der Autor.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;</strong>&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-aralsee-gestern-heute-morgen/">Der Aralsee: gestern, heute, morgen</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals hatte die Sowjetunion den Staudamm in die Kategorie ihrer wichtigsten und vorrangigen Infrastrukturprojekte aufgenommen. Bei einem Besuch am 1. September 1970 sprach der sowjetische Staatschef <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leonid_Iljitsch_Breschnew">Leonid Iljitsch Breschnew</a> zu den Monteuren, Maurern und Bohrtechnikern, den Maschinisten und Fahrern: <em>„Als Ingenieur weiß ich einzuschätzen, wie schwierig die Anordnung der verschiedenen Teile des Bauwerks ist, aber ihr habt es geschafft, diese Aufgabe zu bewältigen. Ich gratuliere euch, den Einwohnern von Nurek, ihr seid wahre Helden und eure Arbeit ist bemerkenswert&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Cédric Gras betont, dass das Ende der UdSSR auch die Solidarität zwischen den zentralasiatischen Republiken gebremst hat, und fügt hinzu, dass jedes Land seine eigenen Interessen in den Vordergrund stellt und versucht, aus seinen Ressourcen Profit zu schlagen. Dabei beschreibt er den Staudamm als einen Zapfhahn, der sich nach auf Willen Tadschikistans öffnet und schließt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Krieg, der mit der Führung des Flusses korreliert?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In „<em>Auf den Straßen des Durstes&#8220;<strong> </strong></em>fragt sich der Autor: <em>„Überbewässerung, schwindelerregende Staudämme, Umleitungskanäle und Bevölkerungsexplosion – sind das die Vorboten eines Wasserkriegs zwischen diesen oft despotischen Ex-Sowjetrepubliken auf der ehemaligen Seidenstraße?&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Usbekistan und Turkmenistan gefährlich nahe an die Schwelle des Wasserdefizits geraten, nutzt Tadschikistan sein hydroelektrisches Potenzial, indem es die Wasserführung seiner Flüsse reguliert. Der Autor fügt hinzu, dass Tadschikistan im Sommer, wenn die usbekischen und turkmenischen Feldfrüchte bewässert werden müssen, die Schleusen seiner Infrastruktur schließt, um Wasser zu speichern und im Winter Energie zu erzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor bezeichnet diese Änderung des Abflussregimes des Flusses als einen echten Nutzungskonflikt, der die bestehenden Spannungen aufdeckt, die zwischen den zentralasiatischen Ländern um die Kontrolle der Wasserressourcen herrschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der afghanische Bau eines neuen Kanals am Oberlauf des Amu-Darja-Flusses im März 2023 brachte die Wasserwirtschaftspolitik in Zentralasien erneut in Bedrängnis.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Marianne Bultel für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/environnement/ecrivain-geographe-cedric-gras-routes-soif/">Französischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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			</item>
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		<title>Kirgistan: Gericht fällt Urteil im Fall Kempir-Abad</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-gericht-faellt-urteil-im-fall-kempir-abad/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[vlprzybylinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Jun 2024 18:24:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gericht]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Kempir Abad]]></category>
		<category><![CDATA[Sadyr Dschaparow]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als die Regierung Kirgistans das Wasserreservoir Kempir-Abad an Usbekistan &#xFC;bertragen wollte, stellte sich Gruppe von Politikerinnen und Aktivisten quer &#x2013; 27 davon wurden verhaftet. Nun, fast zwei Jahre sp&#xE4;ter, f&#xE4;llt das Gericht sein Urteil und spricht 22 der Verhafteten frei. Seit dem Beginn der Kempir-Abad-Aff&#xE4;re sind fast zwei Jahre vergangen. Der Fall hatte in Kirgistan [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Als die Regierung Kirgistans das Wasserreservoir Kempir-Abad an Usbekistan übertragen wollte, stellte sich Gruppe von Politikerinnen und Aktivisten quer – 27 davon wurden verhaftet. Nun, fast zwei Jahre später, fällt das Gericht sein Urteil und spricht 22 der Verhafteten frei.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Beginn der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kempir-Abad-Reservoir">Kempir-Abad</a>-Affäre sind fast zwei Jahre vergangen. Der Fall hatte in Kirgistan für große Aufregung gesorgt. Am 23. Oktober 2022 wurden 27 Gegnerinnen und Gegner der Übertragung des Kempir-Abad-Reservoirs an Usbekistan festgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-uebergabe-eines-wasserreservoirs-an-usbekistan-fuehrt-zu-protesten/"><strong>Kirgistan: Übergabe eines Wasserreservoirs an Usbekistan führt zu Protesten</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das 4.400 Hektar große Reservoir enthält <a href="https://24.kg/vlast/247658_profilnyiy_komitet_odobril_soglashenie_pogranitse_suzbekistanom/">laut 24.kg</a> fast 1,9 Kubikkilometer Wasser. Daher ist es für die Bevölkerung der Region – insbesondere für die Bewässerung und die Wasserversorgung – von größter Bedeutung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Willkürliche Verhaftungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Damals kam es zu Demonstrationen und etwa 30 Gegnerinnen und Gegner des Projekts wurden festgenommen. Am Tag vor dem Prozess <a href="https://eurasia.amnesty.org/2024/06/14/politicheski-motivirovannye-obvineniya-po-kempir-abadskomu-delu-v-kyrgyzstane-dolzhny-byt-snyaty-a-podsudimye-nemedlenno-osvobozhdeny-amnesty-international/">forderte Amnesty International</a> die sofortige Freilassung der Angeklagten und sprach von willkürlichen Verhaftungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Marie Struthers, Direktorin des Osteuropa- und Zentralasienprogramms von Amnesty International, verurteilte <em>„eine Parodie der Justiz und einen politisch motivierten Angriff auf die Menschenrechte derjenigen, die es wagen zu protestieren.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong><strong>22 von 27 Angeklagten freigesprochen</strong></strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. Juni verkündete das Gericht sein Urteil. Von den 27 festgenommenen Personen wurden 22 freigesprochen. Ihnen war vorgeworfen worden, <em>„die Organisation von Massenunruhen vorbereitet zu haben.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch bleibt der Fall mehrerer verhafteter politischer Persönlichkeiten weiterhin ungeklärt. Dies gilt für die ehemalige Abgeordnete Orosajym Narmatowa, den Aktivisten Talantbek Eschaliew, die Politiker Bektur Asanow und Kengeschbek Duischebajew sowie den Abgeordnetenkandidaten Kubanytschbek Kadyrow. Ihre Verfahren wurden getrennt behandelt, <a href="https://storage.googleapis.com/qurium/kloop.kg/blog-2024-06-14-sud-opravdal-figurantov-kempir-abadskogo-dela.html">wie Kloop ausführlich berichtet</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Der Staatsanwalt hatte gefordert, dass alle Angeklagten im Fall Kempir-Abad schuldig gesprochen und zu jeweils 20 Jahren Haft sowie der Beschlagnahmung ihres Vermögens verurteilt werden sollten, doch die Entscheidung der Justiz werfe laut <a href="https://kloop.kg/blog/2024/06/15/prezident-zayavil-chto-bud-on-sudej-to-naznachil-by-nakazanie-dlya-figurantov-kempir-abadskogo-dela/">Kloop</a> weiter Fragen auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während sich die Öffentlichkeit über die Entscheidung zum Freispruch eines Großteils der Angeklagten erfreut zeigte, tauchte der Verdacht auf, dass Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> die Freilassungen vorangetrieben hatte, um seine Popularitätswerte zu erhöhen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Präsident von Entscheidung enttäuscht</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dschaparow behauptet jedoch, nichts mit der Freilassung der 22 Aktivistinnen und Aktivisten zu tun zu haben. In einem <a href="https://kabar.kg/news/ia-ne-imeiu-nikakogo-otnosheniia-k-resheniiu-kotoroe-vynes-sud-prezident-vyskazal-svoe-mnenie-po-delu-kempir-abada/">Interview mit Cabar</a> betonte er, dass <em>„das Gericht ein separater Zweig der Staatsgewalt ist. Von Anfang an habe ich darauf bestanden, dass niemand das Recht hat, sich in die Arbeit des Gerichts einzumischen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/repressionen-in-kirgistan-ist-das-land-noch-die-demokratische-insel-zentralasiens/"><strong>Repressionen in Kirgistan: Ist das Land noch die „demokratische Insel“ Zentralasiens?</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beweis dafür führt er an, dass für ihn die vom Gericht getroffenen Entscheidungen zu mild seien. Seiner Meinung nach hätte das Gericht <em>„Strafen für die Organisierenden verhängen müssen. Mindestens eine Geldstrafe oder Bewährung.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dschaparow sei weiter der Ansicht, dass die im Oktober 2022 Verhafteten <em>„Großmäuler und falsche Patrioten“</em> sind und dass die Bevölkerung solchen Personen insbesondere deshalb nicht folge, weil <em>„die Menschen gelernt haben, zu analysieren und selbstständig zu denken.“</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Vladimir Przybylinski, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/kirghizstan-la-justice-rend-son-verdict-sur-laffaire-kempir-abad/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Michèle Häfliger</strong></p>



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			</item>
		<item>
		<title>One Water Summit: Internationale Antwort mit ungewisser Wirksamkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eva Montford]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Feb 2024 19:36:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Amudarja]]></category>
		<category><![CDATA[One Water Summit]]></category>
		<category><![CDATA[Syrdarja]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserknappheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Wassermanagement ist in Zentralasien seit vielen Jahren ein gro&#xDF;es Thema. Der &#x201E;One Water Summit&#x201C;, den die Pr&#xE4;sidenten Frankreichs und Kasachstans nun angek&#xFC;ndigt haben, soll die Probleme l&#xF6;sen. Kasachstans Pr&#xE4;sident Qasym-Jomart Toqaev und sein franz&#xF6;sischer Amtskollege Emmanuel Macron haben die gemeinsame Organisation einer Weltwasserkonferenz angek&#xFC;ndigt, die im September 2024 in New York stattfinden soll. Das [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Wassermanagement ist in Zentralasien seit vielen Jahren ein großes Thema. Der „One Water Summit“, den die Präsidenten Frankreichs und Kasachstans nun angekündigt haben, soll die Probleme lösen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> und sein französischer Amtskollege <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emmanuel_Macron">Emmanuel Macron</a> haben die gemeinsame Organisation einer Weltwasserkonferenz angekündigt, die im September 2024 in New York stattfinden soll. Das Ziel? Eine weltweite Verwaltung des „blauen Goldes“ zu organisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wasserverteilung führt nicht nur in Zentralasien immer wieder <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/">zu Spannungen</a>. Und so steht auch der geplante One Water Summit im Zeichen der weltweiten Wasserkrise, die die Vereinten Nationen (UN) im März 2023 <a href="https://unric.org/de/">ausriefen</a>, und zu der sie eine globale Wasseragenda für 2026 <a href="https://unric.org/de/">aufstellten</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Am 10. Dezember 2023 wurde der internationale Lenkungsausschuss des One Water Summit <a href="https://www.diplomatie.gouv.fr/fr/politique-etrangere-de-la-france/climat-et-environnement/actualites-et-evenements/2023/article/cop28-la-france-et-le-kazakhstan-lancent-aujourd-hui-le-comite-international-de">ins Leben gerufen</a>, der von der ehemaligen Ökologie-Ministerin Frankreichs, Barbara Pompili, und der Sonderbeauftragten für internationale Zusammenarbeit im Umweltbereich, Zulfıya Suleımenova, geleitet wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan im Zentrum der Herausforderungen?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rolle Kasachstans bei der Organisation des One Water Summit ist nicht unbedeutend: Das Land kämpft seit vielen Jahren gegen die Austrocknung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a>, dessen Rettung immer utopischer wird. <a href="https://www.natura-sciences.com/decider/one-water-summit-2024-climat-acces-eau.html">Natura Sciences berichtet</a>, dass die Prognosen für die globale Erwärmung in Zentralasien von einem Temperaturanstieg von 2,5°C bis zum Jahr 2100 ausgehen. Ein solcher Anstieg würde eine echte Wasserkatastrophe bedeuten, auf die der One Water Summit reagieren soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-aralsee-gestern-heute-morgen/"><strong>Der Aralsee: gestern, heute, morgen</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie soll dies geschehen? Durch die Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Wasserbereich, um eine nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser zu gewährleisten. Aber nicht nur das. Die Zusammenarbeit soll auch auf die Herausforderungen der sanitären Grundversorgung eingehen, da das verfügbare Wasser allzu oft verschmutzt ist. Diese besorgniserregende Situation ist auch Gegenstand einer <a href="https://unece.org/environment-policy/project-strengthening-tailings-safety-and-prevention-accidental-water-pollution">von den UN geleiteten Studie</a>, die darauf abzielt, die Sicherheit und die Prävention von Wasserverschmutzung zu verbessern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Zusammenarbeit, die sich entwickelt…</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn der One Water Summit eine globale Governance im Bereich der Wasserwirtschaft anstrebt, kann die Initiative nur dann Früchte tragen, wenn möglichst viele internationale Akteure mobilisiert werden. Im Falle Zentralasiens könnte die Lage jedoch eskalieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wasserversorgung in der Region hängt hauptsächlich von zwei Flüssen ab: dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a>, der durch Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan und Afghanistan fließt, und dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>, der Kasachstan, Tadschikistan und Usbekistan versorgt und dessen Quellen sich in Kirgistan befindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Abhängigkeit der zentralasiatischen Länder von schrumpfenden Wasserquellen hat bereits zur Organisation grenzüberschreitender Kooperationen geführt, insbesondere ab 2017 durch Konferenzen oder Räte wie dem <a href="https://uza.uz/de/posts/le-fonds-international-pour-la-sauvegarde-de-la-mer-daral-une-plateforme-importante-pour-le-developpement-durable-de-lasie-centrale_509863?q=%2Fposts%2Fle-fonds-international-pour-la-sauvegarde-de-la-mer-daral-une-plateforme-importante-pour-le-developpement-durable-de-lasie-centrale_509863">Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees</a> oder der <a href="http://icwc-aral.uz/">Zwischenstaatlichen Kommission für die Koordinierung der Wasserversorgung in Zentralasien</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>&#8230;und auf Schwierigkeiten stößt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl sich zwischen den zentralasiatischen Ländern eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit <a href="https://suvchi.gov.uz/en/posts/1545735855/2768">herausbildet</a>, die zu Lieferabkommen, gemeinsamen Feldstudien oder der Beteiligung an gemeinsamen Wasserfonds führt, wird der Prozess durch die nach wie vor bestehenden Spannungen zwischen einigen Staaten noch eingeschränkt. Dies zeigte sich 2022, als die Taliban in Afghanistan den Bau des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal">Kusch-Tepa-Kanals</a> am Amudarja ankündigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/usbekistan-und-afghanistan-verlaengern-vertrag-ueber-stromexport/"><strong>Usbekistan und Afghanistan verlängern Vertrag über Stromexport</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kanal, der in der Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Balch_(Provinz)">Balch</a> im Norden Afghanistans entstehen soll, würde den flussabwärts gelegenen Ländern, insbesondere Usbekistan und Turkmenistan 15 bis 20 Prozent des Wassers aus dem Amudarja <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2023/12/15/qoshtepa/">entziehen</a>. Dies würde sich auf die Herausforderungen des Wassermanagements auf regionaler Ebene auswirken. Die Taliban-Regierung <a href="https://avesta.tj/2023/03/27/strong-tsentralnaya-aziya-megaproekt-talibov-mozhet-ostavit-region-bez-vody-strong/">plant</a> auch den Bau eines großen Wasserkraftwerks am Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pandsch</a>, einem der beiden Quellflüsse des Amudarja.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Kusch-Tepa-Kanal: eine Gefahr für die Region</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kusch-Tepa-Kanal stellt eine echte Bedrohung für die Region dar, sowohl in Bezug auf das Wassermanagement als auch auf die ökologischen Auswirkungen, die diese Bauten mit sich bringen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan, das von dieser Herausforderung besonders betroffen ist, mobilisiert aktiv gegen den Kanal und rief <a href="https://gadebate.un.org/en/78/uzbekistan">auf der 78. UN-Generalversammlung</a> die internationale Gemeinschaft dazu auf, Afghanistan zu unterstützen, um eine Lösung für die globale Krise, mit der das Land konfrontiert ist, zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch <a href="https://thediplomat.com/2023/12/the-qosh-tepa-canal-a-source-of-hope-in-afghanistan/">erklärt The Diplomat</a>, dass Kabul sich den Verhandlungen wohl kaum beugen wird, da die Vorteile dieser groß angelegten Operationen nicht zu vernachlässigen sind: Schaffung von Arbeitsplätzen, Unterstützung der Landwirtschaft&#8230; Vor dem Hintergrund der großen Schwierigkeiten des Landes sind die Fortschritte, die auf Kosten der Nachbarn erzielt wurden, beachtlich.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Anhaltendes Problem</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das zentrale Problem besteht darin, dass Afghanistan bei der Festlegung der Quoten für die Wasserverteilung in Zentralasien nicht berücksichtigt wurde, da diese noch aus der Sowjetzeit stammen, <a href="https://journals.openedition.org/asiecentrale/3080">erklärt der Forscher Alain Carioux</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit scheint die Integration Afghanistans in die Verhandlungsprozesse jedoch schwierig zu sein, vor allem weil transnationale Kooperationsinstitutionen wie die Interstate Commission for Water Coordination in Central Asia nicht über die rechtlichen Mittel verfügen, um das Land in die Verhandlungen einzubeziehen, <a href="https://avesta.tj/2023/03/27/strong-tsentralnaya-aziya-megaproekt-talibov-mozhet-ostavit-region-bez-vody-strong/">so Avesta</a>. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass die Taliban-Regierung derzeit von den UN als terroristische Organisation eingestuft wird. Außerdem hat Afghanistan das <a href="https://unece.org/environment-policy/publications/convention-protection-and-use-transboundary-watercourses-and">Übereinkommen der UN</a> zum Schutz und zur Nutzung grenzüberschreitender Wasserläufe und internationaler Seen nicht unterzeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">All diese Faktoren werfen die Frage auf, wie effektiv der One Water Summit tatsächlich sein kann. Da er in New York stattfindet, ist es unwahrscheinlich, dass Afghanistan in die Verhandlungen einbezogen wird. Und falls Maßnahmen ergriffen werden, würden diese von den Taliban akzeptiert werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage des Wassermanagements in Zentralasien ist nicht nur ein ökologisches Problem. Es geht auch um diplomatische Spielchen, die während dieser Konferenz wohl kaum gelöst werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eva Montford für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><strong><a href="https://novastan.org/fr/environnement/one-water-summit-reponse-internationale-efficacite-incertaine/">Französischen</a></strong><strong> von Michèle Häfliger</strong></p>



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		<item>
		<title>Freundschaft und Zusammenarbeit: Der Besuch des usbekischen Präsidenten in Bischkek</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Feb 2023 12:34:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Kambarata]]></category>
		<category><![CDATA[Kempir Abad]]></category>
		<category><![CDATA[Sadyr Dschaparow]]></category>
		<category><![CDATA[Shavkat Mirziyoyev]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Usbekistans Pr&#xE4;sident Shavkat Mirziyoyev ist Ende Januar zu einem Staatsbesuch nach Kirgistan gereist. Das Treffen in Bischkek markiert einen Wendepunkt in den usbekisch-kirgisischen Beziehungen vor dem Hintergrund eines turbulenten politischen Kontextes in Kirgistan. Das Treffen hat endlich stattgefunden. Am 26. Januar ist Usbekistans Pr&#xE4;sident Shavkat Mirziyoyev in Bischkek gelandet und wurde im Rahmen eines zweit&#xE4;gigen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Usbekistans Präsident Shavkat Mirziyoyev ist Ende Januar zu einem Staatsbesuch nach Kirgistan gereist. Das Treffen in Bischkek markiert einen Wendepunkt in den usbekisch-kirgisischen Beziehungen vor dem Hintergrund eines turbulenten politischen Kontextes in Kirgistan.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Treffen hat endlich stattgefunden. Am 26. Januar ist Usbekistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> in Bischkek gelandet und wurde im Rahmen eines zweitägigen <a href="https://www.president.kg/ru/sobytiya/24240_zavershilsya_gosudarstvenniy_vizit_prezidenta_uzbekistana_shavkata_mirziyoeva_v_kirgizstan">Staatsbesuchs</a> von seinem kirgisischen Amtskollegen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> begrüßt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese offizielle Reise wurde viele Male verschoben: Zunächst für Ende November geplant, wurde der Besuch erst auf die erste Dezemberhälfte und dann auf Ende 2022 verlegt, bevor er offiziell für den 26. Januar angekündigt wurde, berichtet <a href="https://rus.azattyk.org/a/32239094.html">Radio Azattyk</a>, der kirgisische Dienst von Radio Free Europe. </p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Rafael Sattarov, usbekischer Experte für internationale Beziehungen, erklärte gegenüber Radio Azattyk, dass diese lange Wartezeit auf die turbulente politische Situation in Kirgistan zurückzuführen sei, auch wenn die usbekischen Behörden die <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kaeltewelle-fuehrt-zu-energiekrise-in-usbekistan/?noredirect=de-DE">schwierige Energiesituation</a>, die zu Beginn des Winters in Usbekistan herrschte, als Grund nennen.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Übergabe von Kempir-Abad endgültig beschlossen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Der Besuch des usbekischen Präsidenten folgt auf die Unterzeichnung von Vereinbarungen über den Kempir-Abad-Stausee im kirgisischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Osch">Gebiet Osch</a>. Nach diesem Abkommen behält Kirgistan mehr als 19.000 Hektar Land und tritt 4.485 Hektar an Usbekistan ab, einschließlich des sehr wichtigen und strategischen Stausees. Wie das usbekische Nachrichtenportal <a href="https://kun.uz/ru/news/2022/11/18/parlament-kyrgyzstana-ratifitsiroval-dogovor-o-delimitatsii-granitsy-s-uzbekistanom-i-soglasheniye-po-kempir-abadskomu-vodoxranilishchu">Kun.uz</a> berichtet, werden Kirgistan und Usbekistan gemäß dem Vertragsentwurf ein Joint Venture zur Verwaltung des Stausees gründen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-uebergabe-eines-wasserreservoirs-an-usbekistan-fuehrt-zu-protesten/"><strong>Kirgistan: Übergabe eines Wasserreservoirs an Usbekistan führt zu Protesten </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies führte im Oktober zu <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-uebergabe-eines-wasserreservoirs-an-usbekistan-fuehrt-zu-protesten/?noredirect=de-DE">heftigen Demonstrationen</a> der kirgisischen Zivilgesellschaft gegen die Übergabe des Reservoirs. Damals hatten Kirgistan und Usbekistan bekanntgegeben, dass sie eine Vereinbarung über einen Abschnitt der Grenze einschließlich des Kempir-Abad-Stausees getroffen hätten. Die kirgisischen Behörden nahmen infolge der Proteste mehr als 20 Politiker:innen und Aktivist:innen fest. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Abkommen wurde Anfang November von den beiden Außenministerien unterzeichnet und in den folgenden Wochen von den Parlamenten beider Staaten angenommen. Dann unterzeichneten die Präsidenten den Vertrag Ende des Monats separat, erinnert <a href="https://thediplomat.com/2023/01/whats-next-for-the-kempir-abad-dissenters/">The Diplomat</a>. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zwanzig Kooperationsvereinbarungen unterzeichnet</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
Wie <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2023/01/27/documents-kg/">Gazeta.uz</a> berichtet, wurden während des Besuchs etwa zwanzig Abkommen zwischen den beiden Ländern unterzeichnet, darunter zur wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit in vielen Bereichen. Eines der wichtigsten Abkommen ist zweifellos dasjenige, das usbekischen und kirgisischen Staatsangehörigen erlaubt, die gemeinsame Grenze nur mit ihrem Personalausweis zu überqueren.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Die „Grenze der Freundschaft“, wie der kirgisische Präsident sie <a href="https://www.president.kg/ru/sobytiya/novosti/24227_prezident_sadir_ghaparov_mi_zavershaem_process_delimitacii_kirgizsko_uzbekskoy_granici__eto_poistine_istoricheskoe_sobitie">nannte</a>, könnte der eigentliche Ausgangspunkt für eine viel tiefere Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern sein. Dies sei ein echter „historischer Moment“ für die beiden Länder, merkt der Experte Arkadij Dubnov gegenüber <a href="https://www.rferl.org/a/kyrgyzstan-uzbekistan-cooperation-ties/32248114.html">Radio Free Europe</a> an. Denn zu dieser Freundschaft zwischen den beiden Ländern war es ein weiter Weg.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Ende der Spannungen </strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Einer der größten Dornen in den usbekisch-kirgisischen Beziehungen war die Wasserwirtschaft. In Kirgistan würde der Bau des Wasserkraftwerks Kambarata Auswirkungen auf die Wassermenge haben, die über den Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Naryn_(Fluss)">Naryn</a> nach Usbekistan transportiert wird. Dies wollte der frühere usbekische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karimov</a> unbedingt vermeiden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/leben-mit-dem-fluss-der-naryn-in-kirgistan/"><strong>Leben mit dem Fluss: Der Naryn in Kirgistan </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Shavkat Mirziyoyevs Entscheidung für eine offene Diplomatie war prägend für die Verbesserung der Beziehungen zu Kirgistan und den anderen Nachbarn Usbekistans. Dies zeigt die Vereinbarung zum <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-kann-das-kambarata-projekt-die-energieprobleme-loesen/">gemeinsamen Bau des Kraftwerks Kambarata</a> mit Kirgistan und Kasachstan. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Entscheidung, die sich auch direkt in den Handelszahlen niederschlägt. Zwischen 2016 und 2020 hat sich der Handel zwischen Usbekistan und Kirgistan bereits um das 3,5-fache vervielfacht und 903 Millionen US-Dollar (833 Millionen Euro) erreicht, stellte das <a href="https://www.caa-network.org/archives/22378/uzbekistan-i-kyrgyzstan-slozhnye-straniczy-pochti-perevernuty">Central Asian Analytical Network</a>, eine Plattform der George Washington University, im Jahr 2021 fest. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/amitie-et-cooperation-la-visite-du-president-ouzbek-a-bichkek/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



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		<title>Kirgistan: Kann das Kambarata-Projekt die Energieprobleme lösen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Feb 2023 12:26:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Entschlüsselung]]></category>
		<category><![CDATA[Kambarata]]></category>
		<category><![CDATA[Naryn]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Zusammenarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>ENTSCHL&#xDC;SSELUNG. Das seit 1986 geplante Projekt des Kambarata-Wasserkraftwerks war f&#xFC;r lange Zeit ins Stocken geraten. Nun aber k&#xF6;nnte es wieder in Angriff genommen werden. Im Januar 2023 bekr&#xE4;ftigten die Pr&#xE4;sidenten Kasachstans und Usbekistans ihr Interesse, ein Partner beim Bau des kirgisischen Kraftwerks zu sein. Kann Kambarata die L&#xF6;sung f&#xFC;r die st&#xE4;ndigen Stromprobleme im Winter sein? [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>ENTSCHLÜSSELUNG. Das seit 1986 geplante Projekt des Kambarata-Wasserkraftwerks war für lange Zeit ins Stocken geraten. Nun aber könnte es wieder in Angriff genommen werden. Im Januar 2023 bekräftigten die Präsidenten Kasachstans und Usbekistans ihr Interesse, ein Partner beim Bau des kirgisischen Kraftwerks zu sein. Kann Kambarata die Lösung für die ständigen Stromprobleme im Winter sein? </strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist der Beginn eines Großprojekts für Kirgistan. Am 6. Januar wurde zwischen den Energieministern Usbekistans, Kasachstans und Kirgistans eine Roadmap für den Bau des Kambarata-Wasserkraftwerks unterzeichnet, berichtet das kirgisische Nachrichtenportal <a href="https://24.kg/ekonomika/255030_kambar-ata-1_podpisana_dorojnaya_karta_porealizatsii_proekta/">24.kg</a>. Die Roadmap, das erste unterzeichnete Dokument seit Jahrzehnten, betrifft Kambarata-1 und bringt damit das 1986 begonnene Projekt im kirgisischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Dschalalabat">Gebiet Dschalalabad</a> wieder auf den Weg. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ursprüngliche Projektierung sah einen Komplex aus drei Kraftwerkstufen vor. Nach mehreren Verzögerungen soll der Bau nun 2024 beginnen. Das Kraftwerk soll ab 2028 in Betrieb gehen, so <a href="https://www.azattyk.org/a/32212327.html">Radio Azattyk</a>, der kirgisische Dienst von Radio Free Europe. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist das größte Energieprojekt Kirgistans seit dem Ende der UdSSR. Kambarata wird voraussichtlich eine Leistung von 1.860 Megawatt erreichen, das ist anderthalb Mal so viel wie das Kraftwerk <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Toktogul-Talsperre">Toktogul</a>, das eine Leistung von 1.200 Megawatt hat und <a href="https://kloop.kg/blog/2021/02/10/besperebojnoe-elektrosnabzhenie-investitsii-i-vozobnovlyaemye-istochniki-prezident-prinyal-ministra-energetiki/">40 Prozent des Stroms im Land</a> produziert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut <a href="https://24.kg/english/236257_Kambarata_HPP-1_About_15_billion_soms_allocated_for_preparatory_work/#:~:text=Kambarata%20HPP%2D1%20will%20be,installed%20capacity%20of%201%2C860%20megawatts">24.kg</a> wird Kambarata-1 bei einem vollen Reservoir-Volumen von 5,4 Milliarden Kubikmeter Wasser durchschnittlich 5,6 Milliarden Kilowattstunden erzeugen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein lange ins Stocken geratenes Projekt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Bauarbeiten auf dem Gelände begannen 1986, wurden jedoch laut <a href="https://thediplomat.com/2023/01/kyrgyz-uzbek-kazakh-energy-ministers-sign-kambar-ata-1-roadmap/">The Diplomat</a> 1991 eingestellt, als die Sowjetunion zusammenbrach. Russland spielte eine wichtige Rolle beim Bau dieses Projekts und finanzierte massiv die gesamte Energieinfrastruktur in Zentralasien. Nach einer Phase der Entfremdung kehrte Russland zwischen 2008 und 2015 in das Projekt zurück, wobei in dieser Zeit wenig erreicht wurde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Jahren der Inaktivität hat Kirgistan im Juni 2022 <a href="https://rus.azattyk.org/a/31881850.html">angekündigt</a>, in kleinen Schritten mit den Bauplänen für die Anlage zu beginnen. Darüber hinaus war Kambarata seit langem Gegenstand von Meinungsverschiedenheiten zwischen den Staaten Zentralasiens. Gerade für Kirgistan ist der Verkauf von Wasser ein Druckmittel auf seine Nachbarn, die über Öl- und Gasvorkommen verfügen. Andererseits leiden die an den Unterläufen der Flüsse gelegenen Länder stark unter Wassermangel. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/leben-mit-dem-fluss-der-naryn-in-kirgistan/"><strong>Leben mit dem Fluss: Der Naryn in Kirgistan </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Insbesondere Usbekistan unter dem ehemaligen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karimov</a> sprach sich <a href="https://www.fergananews.com/news/19412">gegen den Bau</a> eines Reservoirs aus, das 5,4 Milliarden Kubikmeter Wasser für das Kraftwerk aufnehmen konnte. Karimov machte sich Sorgen darüber, was mit dem Ackerland seines Landes passieren würde, da der den Stausee speisende Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Naryn_(Fluss)">Naryn</a> weiter nach Usbekistan fließt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">2017, während des historischen Besuchs des neuen usbekischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> in Bischkek, hatten sich beide Staaten auf den gemeinsamen Bau der Anlage geeinigt. Eine <em>„wirklich revolutionäre“</em> Entscheidung, wie der Taschkenter Ökologe Georgi Temirhanov damals gegenüber dem Portal <a href="https://central.asia-news.com/en_GB/articles/cnmi_ca/features/2017/09/18/feature-01">Caravanserai</a> erklärte. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Dringlichkeit eines Großprojekts</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Das Projekt ist lebenswichtig für Kirgistan, das jedes Jahr Strom aus seinen Nachbarländern importiert, um Stromausfälle zu vermeiden. Dies betrifft vor allem den Winter, wenn die Temperaturen am niedrigsten sind. Auch in diesem Jahr kündigte das Energieministerium geplante Stromausfälle in verschiedenen Landesteilen und der Hauptstadt an, berichtet <a href="https://24.kg/obschestvo/256127_minenergo_predostavilo_grafik_otklyucheniya_elektrichestva_pooblastyam/">24.kg</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kaeltewelle-fuehrt-zu-energiekrise-in-usbekistan/"><strong>Kältewelle führt zu Energiekrise in Usbekistan </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Jahr litten aufgrund der außergewöhnlichen <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-ein-extrem-kalter-winter-laesst-einen-teil-des-yssykkoel-zufrieren/">Kältewelle</a>, die ganz Zentralasien heimsuchte, alle Länder der Region unter Energiemangel. Das Kambarata-Projekt würde es Kirgistan ermöglichen, ein Exporteur und nicht länger ein Importeur von Strom zu werden. Von Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> wird es daher als <em>„das zukünftige Flaggschiff des kirgisischen Energiesektors“</em><a href="https://president.kg/ru/sobytiya/23840_prezident_sadir_ghaparov_nachalo_stroitelstva_kambar_atinskoy_ges_1_budushego_flagmana_kirgizskoy_energetiki_yavlyaetsya_bolshim_shagom_na_puti_k_energeticheskoy_nezavisimosti_strani">präsentiert</a>. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Trilaterale Zusammenarbeit mit absehbaren Schwierigkeiten </strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Das Kambarata-Projekt ist eine eher beispiellose trilaterale Zusammenarbeit im Energiebereich in Zentralasien, die zudem ohne Russland stattfindet. Die Realisierung wirft aber viele Fragen auf. Zu Sowjetzeiten wurde Energie von der Zentralmacht zwischen den zentralasiatischen Republiken verteilt, und diese Verteilung basierte auf der Bündelung natürlicher Ressourcen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Sommer gaben Kirgistan und Tadschikistan Wasser an Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan und erhielten dafür im Winter Kohle, Gas und Strom. Dieses System brach bei der Unabhängigkeit zusammen, die neuen Republiken stimmten nicht zu. </p>


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<p class="wp-block-paragraph">Die trilaterale Zusammenarbeit gibt daher neue Hoffnung, eines Tages die Energieunabhängigkeit der Region zu erreichen, aber es wurde noch kein konkreter Investitionsplan angekündigt. Auf kirgisischer Seite sollen 1,5 Milliarden Som (16 Millionen Euro) bereitgestellt werden, ohne dass jedoch klar ist, welche Unternehmen sich beteiligen werden. Was die Partnerländer betrifft, so wurden weder bei Mirziyoyevs jüngsten Staatsbesuch in Bischkek noch vom Präsidenten des kasachstanischen Senats Zahlen genannt, berichtet die kirgisische Nachrichtenagentur <a href="https://kabar.kg/news/kambarata-1-prevzoidet-po-moshchnosti-toktogul-skuiu-ges-i-stanet-lokomotivom-ekonomiki/">Kabar</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl der Bau des Werks für Kirgistan dringend erforderlich ist, werfen auch die anvisierten Vorteile, die das Land daraus ziehen will, Fragen auf. Energieminister Mirlan Dschakypow gab bekannt, dass Kirgistan nur 34 Prozent der Anteile an der Anlage besitzen wird, während Kasachstan und Usbekistan jeweils 33 Prozent besitzen werden. Dies stellt die Energieunabhängigkeit des Landes weiterhin in Frage. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/kirghizstan-le-projet-kambarata-est-il-la-solution-aux-problemes-energetiques/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



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			</item>
		<item>
		<title>Klimawandel und Wasserressourcen in Zentralasien: Wachsende Unsicherheit</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/klimawandel-und-wasserressourcen-in-zentralasien-wachsende-unsicherheit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michèle Häfliger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2023 11:59:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Energie]]></category>
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		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die L&#xE4;nder Zentralasiens stehen vor gro&#xDF;en Herausforderungen bei der Bek&#xE4;mpfung der negativen Auswirkungen des Klimawandels. Die Region, durch trockene, stark schwankende Wettermuster, geringe Niederschl&#xE4;ge und eine ungleiche Verteilung der Ressourcen gekennzeichnet, ist besonders anf&#xE4;llig f&#xFC;r die Auswirkungen des Klimawandels. Vor allem die Wasserressourcen scheinen in Zentralasien stets ein Problem zu sein, zumal sie mit verschiedenen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Länder Zentralasiens stehen vor großen Herausforderungen bei der Bekämpfung der negativen Auswirkungen des Klimawandels. Die Region, durch trockene, stark schwankende Wettermuster, geringe Niederschläge und eine ungleiche Verteilung der Ressourcen gekennzeichnet, ist besonders anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem die Wasserressourcen scheinen in Zentralasien stets ein Problem zu sein, zumal sie mit verschiedenen Aspekten der nationalen und regionalen Sicherheit einhergehen. Gerade die Wasserverfügbarkeit wirkt sich beispielsweise auf die Bewässerungslandwirtschaft aus, die einen erheblichen Beitrag zum BIP der Staaten leistet, sowie auf die Stromerzeugung durch Wasserkraft. Die Zukunft der Wasserressourcen in Zentralasien ist durch den Klimawandel sehr unsicher geworden. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Die Anfälligkeit der Länder ist jedoch nicht nur auf geografische oder klimatische Bedingungen zurückzuführen. Bestehende wirtschaftliche Probleme, Bevölkerungswachstum, soziopolitische Instabilität, begrenzte institutionelle und wissenschaftliche Kapazitäten, veraltete Infrastrukturen, die hohe Degradation landwirtschaftlicher Flächen und natürlicher Ökosysteme sind nur einige der Faktoren, die die Fähigkeit und die Bereitschaft der Staaten Zentralasiens zur Bewältigung des Klimawandels untergraben.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gletscherschmelze und unbeständige Niederschläge</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Eine der wichtigsten Folgen der globalen Erwärmung in Zentralasien ist das Abschmelzen der Gletscher sowie der Rückgang der Schneedecke im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian-Shan</a>&#8211; und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Pamir-Alay">Pamir-Alaj</a>-Gebirge. Steigende Temperaturen und schwankende Niederschläge führen zu einem steten Rückgang von Gletscherfläche und -volumen. Viele kleine Gletscher sind bereits ganz verschwunden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/gletscherschmelze-im-tian-shan-eine-gefahr-mit-langfristigen-folgen-fuer-zentralasien/">Gletscherschmelze im Tian Shan. Eine Gefahr mit langfristigen Folgen für Zentralasien </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Niederschläge werden unbeständiger, längere Trockenperioden könnten durch umso intensivere Niederschläge abgelöst werden. Expert:innen gehen davon aus, dass auch die Niederschlagsintensität und geografische Verteilung in Zukunft stärker variieren werden: der Südwesten Zentralasiens wird trockener und der Nordosten feuchter. Die Gletscherschmelze und die variablen Niederschläge werden auch die Flussläufe beeinflussen, einschließlich der grenzüberschreitenden Flüsse <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zugang zu Wasserressourcen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Das Problem der Wasserressourcen in Zentralasien ist nicht Knappheit, sondern deren ineffiziente Nutzung. Außerdem sind die Wasserressourcen ungleichmäßig verteilt, da fernab der Gletscher und Wasserquellen erneuerbare Wasserressourcen rar sind. Der Klimawandel ist nicht der einzige Faktor, der die Situation verschärft: Durch Industrie, Landwirtschaft und Bevölkerungswachstum wird die Nachfrage nach Wasser auch weiterhin steigen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/">Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zunehmende Verknappung der vorhandenen Wasserressourcen und ihre sich verschlechternde Qualität werden den Zugang der Bevölkerung zu Wasser, einschließlich Trinkwasser, beeinträchtigen. In Tadschikistan leben über zwei Drittel der Bevölkerung in ländlichen Gebieten, wo der Zugang zu Wasser nach wie vor ein großes Problem darstellt. Nach Angaben der <a href="https://www.worldbank.org/en/news/feature/2022/03/22/how-running-water-is-changing-rural-lives-in-kyrgyz-republic-and-uzbekistan">Weltbank</a> hat die Bevölkerung einiger ländlicher Gebiete Kirgistans nur Zugang zu Wasser aus Bewässerungssystemen; in Usbekistan ist mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung nicht ans zentrale Wasserversorgungsnetz angeschlossen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Bedrohung der Landwirtschaft</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Landwirtschaft ist einer der wichtigsten Sektoren der zentralasiatischen Volkswirtschaften. Nach Angaben der <a href="https://www.fao.org/home/en">FAO</a> sind über die Hälfte der natürlich beregneten Anbauflächen von regelmäßigen Dürren betroffen und fast alle bewässerten Gebiete weisen hohe bis sehr hohe Wasserstresswerte auf. Dies beeinflusst die Ernte von Baumwolle und Reis stark, Hitzewellen und schwankende Niederschläge können die Erträge von Weizen und anderen Kulturen verringern sowie zur Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten beitragen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/ueber-die-masse-wie-usbekistan-und-turkmenistan-ihre-wasserressourcen-ueberstrapazieren/">Über die Maße: Wie Usbekistan und Turkmenistan ihre Wasserressourcen überstrapazieren </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Klimawandel verstärkt zusammen mit negativen Einflüssen wie unkontrollierter Beweidung, Entwaldung und ineffizienter Landwirtschaft die Bodenerosion und -degradation erheblich. Ein wärmeres Klima und mehr Hitzetage begünstigen die Wüstenbildung und verringern die Weideproduktivität und damit das verfügbare Futter. All diese Prozesse drohen die Ernährungssicherheit zu beeinträchtigen. Mittel- und langfristig werden die negativen Auswirkungen des Klimawandels die positiven, die in einigen Bereichen zu beobachten sind, bei weitem überwiegen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Naturkatastrophen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Auswirkungen des Klimawandels auf wasserbedingte Katastrophen, einschließlich Überschwemmungen durch Gletscherseeausbrüche, wurden als eine der größten Bedrohungen in der Region erkannt. Die meisten der beobachteten extremen Wetterereignisse wie Hagel, Schlammlawinen, Dürren, extrem hohe oder niedrige Temperaturen werden durch das sich verändernde Klima verursacht. In den letzten 30 Jahren waren Millionen von Menschen davon betroffen, die wirtschaftlichen Verluste belaufen sich auf Milliarden von US-Dollar. Meteorolog:innen bestätigen, dass die Häufigkeit und Intensität hydrometeorologischer Naturereignisse in Zentralasien in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/die-duerre-wird-bis-zum-ende-des-jahrhunderts-dauern-ein-gespraech-ueber-wasserprobleme-in-usbekistan/"><strong>„Die Dürre wird bis zum Ende des Jahrhunderts dauern“ – ein Gespräch über Wasserprobleme in Usbekistan </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Naturkatastrophen zerstören Verkehrs-, Energie- und andere Infrastrukturen und schädigen die Landwirtschaft. Im Jahr 2021 führte eine Dürre in mehreren Regionen Kasachstans zum <a href="https://24.kz/ru/tv-projects/spetsialnyj-reportazh/item/490392-zasukha-2021-spetsialnyj-reportazh">Tod von tausenden Tieren</a>, auch die Region Tschüi in Kirgistan war <a href="https://kloop.kg/blog/2022/01/17/urozhaj-pshenitsy-i-yachmenya-v-2021-godu-umenshilsya-pochti-vpolovinu-iz-za-zhary-i-zasuhi/#:~:text=%D0%97%D0%B0%D1%81%D1%83%D1%85%D0%B0%20%D0%B2%20%D0%9A%D1%8B%D1%80%D0%B3%D1%8B%D0%B7%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%B5,%D0%B3%D0%B5%D0%BA%D1%82%D0%B0%D1%80%D0%BE%D0%B2%20%D0%B2%D1%8B%D1%81%D0%BE%D1%85%D0%BB%D0%B8%20%D0%BE%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%BE%20%D1%88%D0%B5%D1%81%D1%82%D0%B8%20%D1%82%D1%8B%D1%81%D1%8F%D1%87.">vom Wassermangel betroffen</a>. Im Frühjahr 2022 verursachten schwere Regenfälle in Tadschikistan und Kirgistan Schlammlawinen, die teilweise <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20221105/sinoptiki-soobtshili-skolko-prodlyatsya-prolivnie-dozhdi-v-tadzhikistane">erhebliche Schäden anrichteten</a>. Wissenschaftler warnen davor, dass eine Kombination mehrerer extremer Wetterereignisse zu größeren Katastrophen führen könnte. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Probleme im Energiesektor</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Wasserkraft nimmt in den Volkswirtschaften Tadschikistans und Kirgistans einen besonderen Platz ein, da der größte Teil der Elektrizität in diesen Ländern in Wasserkraftwerken erzeugt wird. Die Wasserkraft hängt unmittelbar vom Wasserkreislauf der Flüsse ab, der sich laut Klimamodellen langfristig verändern wird. Dies wird die Zuverlässigkeit und die Kapazität der Kraftwerke verringern. Der erwartete jahreszeitlich bedingte Rückgang des Wasserstandes oder sogar das Austrocknen einiger kleiner Flüsse könnte den Betrieb mehrerer Kleinwasserkraftwerke zum Erliegen bringen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/beyond-the-glacier-ein-kurzfilm-ueber-wasser-in-zentralasien/">„Beyond the Glacier“ – ein Kurzfilm über Wasser in Zentralasien </a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Murgänge und Sedimente stellen eine besondere Gefahr für Wasserkraftwerke dar. Die Verschlammung von Stauseen kann die Stromerzeugung verringern und die Instandhaltung erschweren. Insgesamt schätzt die Weltbank, dass negative Klimaauswirkungen die Erzeugung von Wasserkraft in Kirgistan und Tadschikistan um 20 Prozent verringern könnten. Erhöhte Wassertemperaturen oder Wassermangel könnten die Erzeugung von Wärmekraftwerken im Rest der Region beeinträchtigen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Migration und Neuansiedlung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Angesichts des großen Anteils der Landbevölkerung mit niedrigem Einkommen in Tadschikistan, Kirgistan und Usbekistan können extreme und ungünstige Wetter- und Klimaereignisse die Armut verschärfen oder das Einkommen vieler Familien weiter senken sowie deren Ernährungs- und Wirtschaftssicherheit verringern. Naturkatastrophen in der Region führen zu kurz- und langfristiger Migration. In Ländern mit großer Landbevölkerung wird die Migration in die Städte weiter zunehmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://olc.worldbank.org/system/files/GroundswellPN-ECA6.pdf">Nach Angaben der Weltbank</a> könnte es bis 2050 bis zu 2,4 Millionen interne Klimamigranten in Zentralasien geben. Etwa entlang der südlichen Grenze Kasachstans, in den Gebieten um das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ferghanatal">Fergana-Tal</a> und Bischkek wird sich dies bemerkbar machen. Einige Gebiete im Osten Turkmenistans und im Süden Usbekistans entlang des Amudarja, für die ein Rückgang der Wasserverfügbarkeit und der Ernteerträge vorhergesagt wird, sind ebenfalls betroffen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Soziale Spannungen und Konflikte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Eingeschränkter Zugang und ineffiziente Wassernutzung sind potenzielle Konfliktquellen in Zentralasien. Die Regulierung der Wasserressourcen in den Bereichen Bewässerung und Energie hat bereits zu politischen Unstimmigkeiten und Spannungen zwischen den Ländern geführt. So ist beispielsweise die Entscheidung, Wasserkraftwerke in den Bergstaaten zu bauen, in den flussabwärts gelegenen Ländern auf Unverständnis gestoßen und hat zu diplomatischen Auseinandersetzungen geführt. Ein lokaler Wasserstreit führte zusammen mit anderen Faktoren im Jahr 2021 zu einem <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ueber-40-tote-bei-zusammenstoessen-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/">bewaffneten Konflikt</a> zwischen Tadschikistan und Kirgistan. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/was-sind-die-gruende-fuer-die-toedlichen-zusammenstoesse-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/">Was sind die Gründe für die tödlichen Zusammenstöße an der kirgisisch-tadschikischen Grenze? </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wasserprobleme, die in Dürreperioden besonders akut sind, führten im Sommer 2021 zu Protesten von Landwirt:innen und Bewohner:innen einiger Dörfer in Kirgistan und Kasachstan. Es wird prognostiziert, dass eine weitere irrationale Wassernutzung zusammen mit den negativen Auswirkungen des Klimawandels die Energie- und Ernährungssicherheit der Länder gefährden und zu höheren Energie- und Lebensmittelpreisen führen könnte. Dies wiederum kann die sozialen Spannungen verschärfen und die Region destabilisieren. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Auswirkungen auf Ökosysteme</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Veränderungen in der Verfügbarkeit von Wasserressourcen und steigende Temperaturen werden voraussichtlich die Zusammensetzung von Flora und Fauna verändern und die natürlichen Ökosysteme beeinträchtigen. In Gebirgsökosystemen lässt sich bereits eine Verschiebung der Vegetation beobachten. Einige Tier- und Pflanzenarten können vom Aussterben bedroht sein oder ganz verschwinden, während sich die Lebensräume anderer Arten erheblich verändern können. Der Klimawandel kann neue Ausbrüche von Schädlingen oder eine Zunahme invasiver Arten auslösen. Trockeneres Wetter und längere Hitzewellen erhöhen das Risiko von Waldbränden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sieben-zentralasiatische-wildtierarten-die-unseren-schutz-benoetigen/">Sieben zentralasiatische Wildtierarten, die unseren Schutz benötigen </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Belastungen durch den Menschen und den Klimawandel können die Widerstandsfähigkeit bestehender Ökosysteme untergraben, die Artenvielfalt verringern und sich negativ auf die Ökosystemleistungen auswirken, auf die wir für unseren Lebensunterhalt und unsere Entwicklung angewiesen sind. Dem Erhalt der natürlichen Ökosysteme sollte daher hohe Priorität eingeräumt werden. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Regionale Zusammenarbeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Es besteht eine gemeinsame Verpflichtung zur Zusammenarbeit in Zentralasien. In der Region sind der Internationale Fonds zur Rettung des Aralsees (<a href="https://ecifas-tj.org/en/main/">IFSA</a>), die Zwischenstaatliche Kommission für Wasserkoordinierung (<a href="https://ecifas-tj.org/en/icwc/#:~:text=ICWC%20is%20a%20regional%20body,bodies%20of%20the%20State%20founders.">ICWC</a>) und die Zwischenstaatliche Kommission für nachhaltige Entwicklung (<a href="https://unece.org/environment/press/unece-and-interstate-commission-sustainable-development-strengthen-cooperation">UNECE</a>) sowie mehrere regionale Zentren angesiedelt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt auch eine Reihe von Vereinbarungen im Zusammenhang mit der Wasserwirtschaft. Inwieweit sie jedoch tatsächlich umgesetzt werden, ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Die Wasserwirtschaft in Zentralasien ist komplex und viele der Probleme, die vor 20 Jahren Schwierigkeiten machten, bestehen auch heute noch. </p>


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<p class="wp-block-paragraph"> 2017 erstellte die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (<a href="https://www.eda.admin.ch/deza/de/home.html">DEZA</a>) einen Bericht zur Wasserkooperation in Zentralasien, in dem festgestellt wurde, dass die Wasserpolitik in der Region weitgehend von unkoordinierten nationalen Strategien bestimmt wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kombination aus geringer Wassernutzungseffizienz, negativen externen Effekten aufgrund einseitiger Maßnahmen und konkurrierenden nationalen Prioritäten hat zu Reibungen sowie politischen und diplomatischen Streitigkeiten zwischen den Ländern geführt. Gemäß einer groben Schätzung betragen die Kosten für die fehlenden Lösungen in der Wasserbewirtschaftung allein in Zentralasien 4,5 Milliarden US-Dollar jährlich. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Timur Idrisov für Central Asian Bureau for Analytical Reporting (CABAR)</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://cabar.asia/ru/izmenenie-klimata-i-vodnye-resursy-v-tsentralnoj-azii-rastushhaya-neopredelyonnost">Russischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"> <p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Kirgistan: Übergabe eines Wasserreservoirs an Usbekistan führt zu Protesten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Oct 2022 10:49:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzregion]]></category>
		<category><![CDATA[Kempir Abad]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserreservoir]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das kirgisische Parlament hat einen Entwurf f&#xFC;r ein Abkommen &#xFC;ber eine neue Grenzziehung zwischen Usbekistan und Kirgistan gebilligt. Der Entwurf sieht vor, das kirgisische Wasserreservoir Kempir-Abad an den usbekischen Nachbarn zu &#xFC;bergeben. Die Nachricht sorgte f&#xFC;r viel Aufsehen innerhalb des Landes. Am 10. Oktober ist der Ausschuss f&#xFC;r internationale Angelegenheiten und Verteidigung des kirgisischen Parlaments [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das kirgisische Parlament hat einen Entwurf für ein Abkommen über eine neue Grenzziehung zwischen Usbekistan und Kirgistan gebilligt. Der Entwurf sieht vor, das kirgisische Wasserreservoir Kempir-Abad an den usbekischen Nachbarn zu übergeben. Die Nachricht sorgte für viel Aufsehen innerhalb des Landes.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 10. Oktober ist der Ausschuss für internationale Angelegenheiten und Verteidigung des kirgisischen Parlaments <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschogorku_Kengesch">Dschogorku Kengesch</a> zusammengetreten, um über den Entwurf eines Abkommens zur Übertragung von umstrittenen Gebieten an Usbekistan abzustimmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders umstritten in diesem Projekt: das an Usbekistan angrenzende Kempir-Abad-Wasserreservoir im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Osch">Gebiet Osch</a>. Es ist nach Angaben der kirgisischen Nachrichtenagentur <a href="https://24.kg/vlast/247658_profilnyiy_komitet_odobril_soglashenie_pogranitse_suzbekistanom/">24.kg</a> 4.400 Hektar groß und enthält fast 1,9 Kubikkilometer Wasser. Für die Bewässerung von Anbauflächen und für die Wasserversorgung der Menschen in der Region ist es von größter Bedeutung. Gemäß dem Entwurf des Abkommens sollte das Reservoir an Usbekistan übergeben werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/">Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Falls das Abkommen unterzeichnet wird, soll Kirgistan soll im Gegenzug 19.700 Hektar Land erhalten. Angesichts der Bedeutung des Stausees für die Region, deren Bevölkerung stark von seinem Wasser abhängt, gestaltet sich die Übergabe jedoch sehr schwierig. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Geheime Abstimmung </strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://kaktus.media/doc/469067_chingiz_aydarbekov:_ia_poka_ne_prinial_svoe_reshenie_po_kempir_abadskomy_vodohranilishy.html">Die Sitzung zur Abstimmung am 10. Oktober</a> über den Entwurf des Abkommens fand hinter verschlossenen Türen statt. Wie das kirgisische Medium <a href="https://kaktus.media/doc/469067_chingiz_aydarbekov:_ia_poka_ne_prinial_svoe_reshenie_po_kempir_abadskomy_vodohranilishy.html">Kaktus</a> berichtet, wurden Einzelheiten des Projekts der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt, um jeglichen Aufruhr zu vermeiden. Außerdem waren nur 10 der 15 Abgeordneten des Ausschusses anwesend.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"> Ihnen war nur ein Teil des Abkommens mitgeteilt worden, und zwar am selben Tag – alles gesetzeswidrig laut dem US-amerikanischen Medium <a href="https://eurasianet.org/kyrgyzstan-border-deal-secretively-rushed-through-amid-more-grumbling">Eurasianet</a>. Das Abkommen wurde mit sechs Ja- und vier Nein-Stimmen verabschiedet. Die Abgeordneten, die dagegen stimmten, brachten noch am selben Tag Details der Affäre ans Licht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">So berichtete der Abgeordnete <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tschynggys_Aidarbekow">Tschyngys Ajdarbekow</a> gegenüber <a href="https://24.kg/vlast/247658_profilnyiy_komitet_odobril_soglashenie_pogranitse_suzbekistanom/">24.kg</a>, dass er die Dokumente nicht gesehen habe<em>. „Ich sagte, dass ich dem Abkommen nicht zustimmen könne, bevor ich es nicht gelesen habe. Also habe ich dagegen gestimmt“, </em>so Ajdarbekow. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ein gescheiterter Vertuschungsversuch</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Der Fall führt seitdem zu Kritik an der kirgisischen Regierung. Nachdem die Verfahrensfehler aufgedeckt worden waren, erklärte das Parlament, dass über das Abkommen erst nach einer Plenarsitzung der Abgeordneten und des Präsidenten abgestimmt werden könne, um das vordefinierte Protokoll einzuhalten. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kirgistan-wird-immer-intransparenter/">Kirgistan wird immer intransparenter </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kontroverse ist im Gebiet Osch und vor allem in der an das Reservoir angrenzenden Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ösgön">Özgen</a> besonders heftig, wo sich in den Tagen nach Bekanntwerden der Affäre ein <a href="https://24.kg/english/248890_Committee_for_protection_of_Kempir-Abad_formed_in_Kyrgyzstan/">Komitee zum Schutz von Kempir-Abad</a> gebildet hat. Das Komitee, das sich als Verteidiger der kirgisischen Souveränität über das Reservoir und als Vertreter der betroffenen Bevölkerung versteht, setzt sich aus Politiker:innen, Aktivist:innen und zivilen Akteuren zusammen. Zahlreiche <a href="https://24.kg/english/247637_Residents_of_Uzgen_hold_rally_against_transfer_of_Kempir-Abad_reservoir/">Demonstrationen</a> wurden organisiert, zu denen sich mehrere Dutzend Menschen versammelten. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Repression gegen Proteste</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Die Regierung von Präsident <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sadyr-dschaparow-der-volksfluesterer/">Sadyr Dschaparow</a> reagierte auf die oppositionellen Proteste mit repressiven Mitteln. Am 23. Oktober wurden laut <a href="https://eurasianet.org/kyrgyzstan-mass-arrests-over-opposition-to-uzbekistan-border-deal">Eurasianet</a> die Häuser von etwa einem Dutzend Oppositioneller und Aktivist:innen durchsucht. Einige davon wurden inhaftiert.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Die Behörden behaupteten, sie hätten die Festnahmen wegen versuchter Organisation von Massenunruhen vorgenommen, ohne jedoch die genaue Zahl der Festgenommenen anzugeben. Der Präsident erklärte später, dass diese Oppositionellen <em>„Provokateure“</em> seien, die versuchen würden, die Grundlage für seinen Sturz zu schaffen.

Diese Äußerungen wurden von der Opposition sofort verurteilt. Sie verweist auf den autoritären Charakter der Behörden angesichts einer gewaltlosen Bürgerbewegung.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ein heikles Thema </strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Vor seiner Wahl im Jahr 2021 hatte Dschaparow seine Kampagne auf die Verteidigung der kirgisischen Souveränität gestützt. Der Entwurf des Abkommens wird daher als widersprüchliches Signal gegenüber den fast zwei Jahre zuvor gemachten Versprechungen wahrgenommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung spielt somit auf nationaler Ebene ein riskantes Doppelspiel. Um das Abkommen zu rechtfertigen, behauptet Dschaparow, dass eine gemeinsame Verwaltung des Stausees vorgesehen sei. Dies halte er für eine Verbesserung gegenüber der früheren Verwaltung des Staudamms, wie die russische Tageszeitung <a href="https://www.kommersant.ru/doc/5633465">Kommersant</a> berichtet. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Medien in Kirgistan zunehmend bedroht</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Laut <a href="https://eurasianet.org/kyrgyzstan-arrests-of-activists-politicians-occurred-amid-growing-pressure-on-media">Eurasianet</a> stehen die Verhaftungen vom 23. Oktober im Kontext von Versuchen, die Opposition und die Medien zu kontrollieren. Die Regierung hat in den letzten Monaten regelmäßig Aktivist:innen und Journalist:innen eingesperrt und möchte nun ein Gesetz verabschieden, das eine stärkere Kontrolle der unabhängigen Medien vorsieht, um so deren Einfluss zu verringern. Bei der Ausarbeitung des Textes waren die Parteien, gegen die das Gesetz gerichtet ist, nicht anwesend. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kirgistan-hacking-angriffe-auf-journalistinnen/?noredirect=de-DE"><strong>Kirgistan: Hacking-Angriffe auf Journalist:innen</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">So wurde <a href="https://www.azattyk.org/">Radio Azattyk</a>, der kirgisische Dienst von  Radio Free Europe und eines der wichtigsten regierungskritischen Medien des Landes, am 26. Oktober durch eine Entscheidung des Kulturministeriums für zwei Monate gesperrt, wie das kirgisische Nachrichtenportal <a href="https://kloop.kg/blog/2022/10/26/srochno-minkultury-reshilo-zablokirovat-sajt-azattyka-na-dva-mesyatsa/">Kloop</a> enthüllte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Radio Azattyk falsche Informationen über den <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgisisch-tadschikischer-grenzkonflikt-verschaerft-sich/">Konflikt mit Tadschikistan</a> verbreitet haben soll, wurde die Seite aufgrund des im August 2021 unterzeichnete Gesetz <em>„zum Schutz vor unrichtigen Informationen“</em> gesperrt. Dieses Gesetz ermöglicht es der Regierung, Webseiten, die als Vermittler von Falschinformationen angesehen werden, ohne Gerichtsbeschluss zu sperren. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion von Novastan France</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/kirghizstan-le-transfert-dun-reservoir-deau-au-voisin-ouzbek-provoque-des-manifestations/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Michèle Häfliger</strong> </p>



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		<title>„Beyond the Glacier“ – ein Kurzfilm über Wasser in Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Clotilde Rabault]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Sep 2020 08:57:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wasserkonflikte in Zentralasien sind das zentrale Thema des Kurzfilms &#x201E;Beyond the Glacier&#x201C; von David Rodr&#xED;guez Mu&#xF1;iz. Die Dokumentation aus dem Jahr 2019 erfolgt in Form einer Reise von den Gletschern Kirgistans bis hin zum Aralsee. &#x201E;Beyond the Glacier&#x201C; ist ein Kurzfilm des spanischen Regisseurs David Rodr&#xED;guez Mu&#xF1;iz, der den Wasserl&#xE4;ufen Zentralasiens von den Gletschern Kirgistans [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wasserkonflikte in Zentralasien sind das zentrale Thema des Kurzfilms „Beyond the Glacier“ von David Rodríguez Muñiz. Die Dokumentation aus dem Jahr 2019 erfolgt in Form einer Reise von den Gletschern Kirgistans bis hin zum Aralsee.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.ethnocineca.at/beyond-the-glacier/#pll_switcher">„<u>Beyond the Glacier</u>“</a> ist ein Kurzfilm des spanischen Regisseurs David Rodríguez Muñiz, der den Wasserläufen Zentralasiens von den Gletschern Kirgistans bis zum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsee</a> folgt. In dem etwa 20-minütigen Dokumentarfilm wirft Rodríguez Muñiz ein Schlaglicht auf die Wasserverknappung, die in der Region ökologische, sozioökonomische und politische Probleme verursacht, die alle miteinander verflochten sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Film legt den Fokus auf die Verteilung von Wasser in Zentralasien: Die Reserven befinden sich überwiegend in Tadschikistan und in Kirgistan in den Gletschern des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian Shan</a>. Diese Gletscher versorgen die beiden größten Flüsse der Region &#8211; den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a> und den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a>. Beide fließen in den Aralsee und sind dessen wichtigste Zuflüsse.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan liegen an den Unterläufen der beiden Flüsse und sind daher wasserarm. Ihre Versorgung hängt von den beiden Flüssen ab, die die landwirtschaftliche Bewässerung, insbesondere der Baumwollpflanzen, ermöglichen und sicherstellen. Spätestens seit 1991 führt der Zerfall der UdSSR zwischen den nun unabhängigen ehemaligen fünf Sowjetrepubliken zu Spannungen um das Wasser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten 30 Jahren sind mehr als 2.000 Gletscher in Kirgistan verschwunden. Ursachen sind die globale Erwärmung, aber auch die Goldgewinnung, die Staub freisetzt und einen zusätzlichen Temperaturanstieg verursacht. Durch das Verschwinden der Gletscher drohen die Flüsse auszutrocknen, was zu Wüstenbildung in großen Gebieten in Usbekistand und Kasachstan führt und den <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zur-rettung-des-aralsees-der-flusslauf-im-syrdarja-delta-soll-geaendert-werden/?noredirect=de_DE">Kampf gegen das Austrocknen des Aralsees</a> unmöglich machen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/gletscherschmelze-im-tian-shan-eine-gefahr-mit-langfristigen-folgen-fuer-zentralasien/?noredirect=de_DE"><strong>Gletscherschmelze im Tian Shan. Eine Gefahr mit langfristigen Folgen für Zentralasien</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle, deren Leben sich um Wasser und Fischerei dreht, sind von den versiegender Frischwasserressourcen betroffen und werden es in Zukunft sein. „Beyond the Glacier“ führt in diese Probleme mit einem poetischen und menschlichen Blick ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Hintergründe und die Umsetzung des Projekts besser zu verstehen, hat Novastan mit David Rodríguez Muñiz gesprochen. Mit seinem vorherigen Kurzfilm „Refugees“ wurde der Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann für mehrere Festivals ausgewählt und gewann sieben Preise.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Novastan: Warum haben Sie sich entschieden, die Probleme rund um das Wasser in dieser Region zu behandeln?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">David Rodríguez Muñiz: Ich bin in einer Familie von Seeleuten aufgewachsen und habe mich schon immer für das Wasser und die Beziehungen des Menschen zu ihm interessiert (Meere, Flüsse, Seen&#8230;).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich die Probleme sehe, denen wir uns stellen müssen – der Mangel an Trinkwasser, die chemische Kontamination von Grundwasser, die Überfischung der Meere oder das Austrocknen von Seen und Flüssen – habe ich ein Gefühl der Hilflosigkeit. Ich kann nicht verstehen, warum wir zerstören, was uns am Leben hält, und wie wir ein so geringes Interesse an unserer Zukunft und der Erhaltung unseres Lebensraums haben können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie haben Sie den Dokumentarfilm aufgebaut? Was waren Ihr Leitfaden und Ihr Ziel?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Beyond the Glacier“ ist eine Reise. Seine Erzähllinie folgt dem Verlauf meiner eigenen Reise nach Zentralasien und so wollte ich ihn darstellen. Er beginnt in den Gletschern des Tian Shan-Gebirges in Kirgistan, wo der Fluss Syrdarja seinen Ursprung hat. Wir folgen dem Syrdarja &#8211;&nbsp; entlang seines Laufs erscheinen die Bevölkerung, die Konflikte und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orographie">Orographie</a> &#8211; bis hin zur Mündung in den Aralsee, wo das Wasser sein Ziel erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte über die Konflikte um das Wasser sprechen, die Beziehungen zwischen dem Menschen und seiner natürlichen Umgebung widerspiegeln. Mein Ziel war es, die Folgen unseres Wassermanagements auf der ganzen Welt darzustellen und das Bewusstsein für unsere Zukunft und die für andere Arten zu erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/?noredirect=de_DE"><strong>Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte auch den Unterschied zwischen Ausbeutung und Überleben hervorheben, der sich im Kontrast zwischen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kumtor-Mine">Goldmine Kumtor</a> (in Kirgistan, Anm. d. Red.) und den Eisfischern ausdrückt. In der Mine ist das Wasser eine Eiswand, die eingerissen werden muss; ein Gefängnis, aus dem das Gold zu befreien ist. Für die Eisfischer ist das Wasser hingegen ihre Umgebung, aus der sie ihre Nahrung beziehen, von der sie leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit anderen Worten: Für einige ist Wasser ein Zwang, ein Hindernis, während es für andere eine Lebensgrundlage ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie haben Sie die Dreharbeiten durchgeführt und wie sind Sie mit den in der Dokumentation befragten Personen in Kontakt getreten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mit meinem Partner Alex Galan gearbeitet, einem erfahrenen und spezialisierten Guide für kalte Regionen. Er hat sich um den Verlauf der Route und den Drehplan gekümmert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan haben wir Hilfe von NomadLand erhalten, einem Unternehmen für Bergtourismus aus (der Hauptstadt, Anm. d. Red.) Bischkek. Sie haben uns Informationen über die Eisfischer zur Verfügung gestellt und uns ermöglicht, eine Drehgenehmigung für Kumtor zu erhalten.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Um zum Aralsee zu gelangen, haben wir den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Trans-Aral-Eisenbahn">TransAral</a> benutzt, in dem wir allein waren. Aber trotzdem ist es uns gelungen, mit den Fischern zu kommunizieren. Auch das war nicht einfach: die Sprache und die sehr niedrigen Temperaturen erschwerten die Drehbedingungen. Das Filmen bei fast Minus 27 Grad ist wie eine Odyssee!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Derzeit ist „Beyond the Glacier“ auf internationalen Festivals zu sehen, wie dem Internationalen Festival Für audiovisuelle Dokumentarfilme in Biarritz (FIPADOC) oder der Ethnocineca in Wien, wo er mehrere Auszeichnungen erhielt. Es wird in Kürze auch auf Verkaufsplattformen verfügbar sein.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Clotilde Rabault, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/beyond-the-glacier-un-court-metrage-au-fil-de-leau-en-asie-centrale/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>


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		<title>Dutzende Verletzte und mehrere niedergebrannte Häuser bei Ausschreitungen an der kirgisisch-usbekischen Grenze</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Quentin Couvreur]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2020 14:24:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Ferganatal]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[So’x]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 31. Mai ist es in einer der Grenzregionen zwischen Usbekistan und Kirgistan zu gewaltt&#xE4;tigen Auseinandersetzungen gekommen.&#xA0; Die Folgen des Konflikts, bei dem es sich um einen Streit um den Zugang zu Wasser handelt, sind dutzende Verletzte und drei niedergebrannte H&#xE4;user. &#xA0;Vertreter der lokalen Beh&#xF6;rden sowie der Regierungen beider Staaten fanden sich sofort zu Verhandlungen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Am 31. Mai ist es in einer der Grenzregionen zwischen Usbekistan und Kirgistan zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen.  Die Folgen des Konflikts, bei dem es sich um einen Streit um den Zugang zu Wasser handelt, sind dutzende Verletzte und drei niedergebrannte Häuser.  Vertreter der lokalen Behörden sowie der Regierungen beider Staaten fanden sich sofort zu Verhandlungen ein, um dem Zwischenfall ein Ende zu setzen.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ferghanatal">Ferganatal</a> kommt nicht zur Ruhe. Die Region sieht sich mit immer wieder auflodernden und sich ähnelnden Grenzkonflikten konfrontiert. Wie die kirgisische Nachrichtenagentur <a href="http://kabar.kg/news/na-kyrgyzsko-uzbekskoi-granitce-proizoshel-konflikt-mezhdu-zhiteliami-gps-kr/">Kabar.kg</a> berichtet, kam es am 31. Mai um die Mittagszeit im Grenzgebiet zwischen Usbekistan und Kirgistan – einer Zone, in der die Grenzen zwischen den Ländern nicht definiert sind &#8211; erneut zu Gewaltausbrüchen. Mehrere Einwohner des kirgisischen Dorfes Tschetschme im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kadamjay_District">Distrikt Kadamschaj</a> sind auf Bewohner des Dorfes Chashma, das in der von Kirgistan umgebenen usbekischen Enklave <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/So%CA%BBx">So´x</a> liegt, losgegangen. Die Enklave ist, obwohl sie zu Usbekistan gehört, mehrheitlich von tadschikischer Bevölkerung bewohnt. Laut <a href="https://rus.azattyk.org/a/30644607.html?fbclid=IwAR2ueJF_BOoMc_ryVfM45wgnQoPEiFnSGxwEOfHoeh4aNWNJSfv--wzQd7I">Radio Azattyk</a>, dem kirgisischen Dienst des amerikanischen Medienhauses Radio Free Europe, haben die Dorfbewohner begonnen, kontinuierlich Steine zu werfen und hörten nicht damit auf, bevor ein Haus auf usbekischer Seite und zwei Häuser auf kirgisischer Seite niedergebrannt waren. Am 1. Juni <a href="https://www.gov.kg/ru/post/s/pervyy-vitse-premer-ministr-kubatbek-boronov-pribyl-v-batkenskuyu-oblast">verkündete</a> die kirgisische Regierung , dass der Konflikt beigelegt wurde.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Das kirgisische Gesundheitsministerium sprach in seiner <a href="http://www.med.kg/ru/novosti/1684-informatsiya-po-sostoyaniyu-postradavshikh-v-rezultate-intsidenta-v-sele-chechme-kadamzhajskogo-rajona-batkenskoj-oblasti.html">letzten offiziellen Veröffentlichung</a> bezüglich der Vorfälle von 25 Personen, die sich im Krankenhaus der Stadt <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Khaidarkan">Chaidarchan</a> befänden. Zwei Personen würden sich in einem kritischen Zustand befinden und seien auf die Intensivstation verlegt worden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/moskau-bietet-sich-als-vermittler-im-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-an/"><strong>Moskau bietet sich als Vermittler im Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgisistan an</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Von den offiziellen usbekischen Staatsorganen ist nichts bekannt, jedoch bestätigte der in Usbekistan lebende tadschikische Journalist Mirasror Fargoni von der in Prag ansässigen tadschikischen Zeitschrift <a href="http://akhbor-rus.com/-p4604-119.htm">Akhbor</a>, dass 146 Personen ins Krankenhaus gebracht worden seien. Unter den Opfern befänden sich fünf oder sechs Personen, die durch Projektile verwundet wurden, die möglicherweise von einem Jagdgewehr abgefeuert wurden. <a href="https://www.ozodlik.org/a/uzbek-qirgiz-chegarasida-janjal/30644495.html">Radio Ozodlik</a>, der usbekische Dienst von Radio Free Europe zählt allerdings nur sechzehn Hospitalisierungen auf usbekischer Seite.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine Wasserquelle als Ursprung des Konflikts</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wie so oft in dieser Region sind die Zerwürfnisse auf einen Konflikt um den Zugang zu Rohstoffen zurückzuführen. Dieses Mal handelt es sich laut der kirgisischen Zeitschrift <a href="https://www.turmush.kg/ru/news:1621921/?telegram">Turmush.kg</a> um eine Wasserquelle in einer nicht definierten Grenzzone, die die Streitigkeiten auslöste. Die Quelle wird sowohl von den kirgisischen als auch von den usbekischen Dorfbewohnern in der Nähe genutzt. Gemeinsam hätten alle am 31. Mai eine Reinigung vorgenommen. Laut Dscheenbek Makambajew, dem Verwaltungschef des kirgisischen Bezirks Birlik, findet diese Reinigung für gewöhnlich einmal jährlich statt. Dabei löste anscheinend ein Wortgefecht um die Besitzverhältnisse der Quelle unter den Teilnehmern einen bewaffneten Konflikt aus.</p>
<p><figure id="attachment_22266" aria-describedby="caption-attachment-22266" style="width: 640px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-22266" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/06/Carte-enclave-Sokh.gif" alt="Die Enklave So´x auf einer Landkarte" width="640" height="360" /><figcaption id="caption-attachment-22266" class="wp-caption-text">Die Enklave So´x ist von Kirgistan umgeben</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Turmush.kg zufolge bestätigte der Leiter der lokalen kirgisischen Katasterbehörde und gleichzeitig Beauftragte für  Immobilienrechte von Kadamschaj, Ababakir Mitalipow, dass sich die Quelle auf dem Gebiet des kirgisischen Dorfes Chechme befinde. Der kirgisische Vizepremierminister <a href="https://24.kg/english/143397_Akram_Madumarov_to_become_new_Deputy_Prime_Minister_of_Kyrgyzstan/">Akram Madumarow</a> zeigte sich dabei weit weniger sicher. „<em>Es handelt sich dabei um einen umstrittenen Ort, die Quelle wird von beiden Konfliktparteien verwendet, Streitigkeiten treten dabei immer wieder auf. Wir werden die Verschlechterung der Allgemeinsituation nicht dulden</em>“, verkündete er am 31. Mai auf Radio Azattyk.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kirgisische und usbekische Behörden bemühen sich um eine Beruhigung der Situation</strong></p>
<p style="text-align: justify">Am Abend des 31. Mai wurden kirgisische Truppen an den Ort des Geschehens geschickt, um die Situation zu stabilisieren. Um etwa 21 Uhr Ortszeit konnten bereits Verhandlungen zwischen den lokalen kirgisischen und usbekischen Vertretern stattfinden, wie die usbekischen Grenzwächter auf dem Messangerdienst <a href="https://t.me/sarhad_uz/1887">Telegram</a> berichteten. <a href="https://rus.azattyk.org/a/30644333.html">Radio Azattyk</a> zufolge wurde die kirgisische Seite vom ersten Vize-Gouverneur der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Batken">Provinz Batken</a> Dscharkinbek Maksutow und dem Verwaltungschef des Bezirks Kadamschaj Alginbaj Imarow vertreten. Auf der usbekischen Seite haben der Gouverneur der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Farg%CA%BBona">Provinz Farg´ona</a>, Shuxhrat Ganiev, sowie der Bezirkssleiter  von So’x an den Verhandlungen teilgenommen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ein-verletzter-bei-konflikt-an-der-kirgisisch-usbekischen-grenze/?noredirect=de_DE"><strong>Ein Verletzter bei Konflikt an der kirgisisch-usbekischen Grenze</strong></a><strong>s</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die lokalen Verantwortlichen haben gemeinsam Maßnahmen in die Wege geleitet, um die Situation in Griff zu bekommen und neuerliche Verstimmungen zu vermeiden. Ebenso wurden die Dorfbewohner pädagogisch betreut. „<em>Die Situation ist derzeit unter Kontrolle. Es wurden angemessene Maßnahmen getroffen um die Ursachen und Konsequenzen des Konfliktes zu beseitigen</em>“, haben die Grenzwachen am 31. Mai auf ihrem Telegram-Kanal bestätigt.</p>
<p style="text-align: justify">Zudem hat die kirgisische Regierung am 1. Juni auf ihrer <a href="https://www.gov.kg/ru/post/s/pervyy-vitse-premer-ministr-kubatbek-boronov-vstretilsya-s-premer-ministrom-respubliki-uzbekistan-abdulloy-aripovym">offiziellen Webseite</a> mitgeteilt, dass zwischen dem kirgisischen Vize-Premierminister Kubatbek Boronow und dem usbekischen Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Abdulla_Aripov">Abdulla Oripov</a> ein Treffen stattgefunden habe. Die zwei Regierungsvertreter hätten sich an einem in der Nähe des Konfliktherdes liegenden Grenzposten getroffen. In der kirgisischen Erklärung heißt es: „<em>Die Konfliktparteien haben in Bezug auf den Zwischenfall an der Grenze Reue gezeigt und haben dazu aufgerufen ein Paket von Maßnahmen zu treffen, um die Situation zu lösen, eine Eskalation zu verhindern und die Spannungen zu beruhigen</em>.“ Letztendlich haben sich die beiden Staaten in bereits zuvor <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/bald-offene-grenzen-zwischen-usbekistan-und-kirgistan/">abgeschlossenen Verträgen</a> für eine Kooperation ausgesprochen, die die Grenzprobleme  der beiden Staaten beenden sollte. „<em>In</em> <em>Folge der Sitzung haben sich die Konfliktparteien darauf geeinigt, gemeinsame Untersuchungen durchzuführen und die Urheber zur Verantwortung zu ziehen</em>, “ schließt die Mitteilung.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der zweite Zwischenfall innerhalb eines Monats in der Region So’x</strong></p>
<p style="text-align: justify">Trotz merklicher Fortschritte in den Jahren 2017 und 2018, die vor allem durch die Unterzeichnung von <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/bald-offene-grenzen-zwischen-usbekistan-und-kirgistan/">Abkommen zur Grenzziehung</a> von rund 92 Prozent des Grenzverlaufes erzielt wurden, kommt es regelmäßig zu Ausschreitungen zwischen kirgisischen und usbekischen Einwohnern. Die Zwischenfälle konzentrieren sich vor allem auf die Enklave von So’x, wo die Grenze nicht genau demarkiert ist. Am 1. Mai war es bereits zu Auseinandersetzungen in Bezug auf Weideflächen gekommen. Etwa sechzig usbekische Dorfbewohner warfen Steine auf kirgisische Grenzsoldaten, die darauf mit einigen Luftschüssen antworteten. Die Weidefläche, um die der Streit ausbrach, liegt ebenfalls auf einem Gebiet, an dem die Grenzziehungen nicht genau getroffen wurden. Beide Lager bestehen darauf, dort ihr Vieh grasen zu lassen.</p>
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<p style="text-align: justify">Bei den aktuellen Auseinandersetzungen handelt es sich also um die letzten einer Serie von Zwischenfällen seit dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991. 1999 beschloss die usbekische Regierung die Enklave zu verminen und die militärische Präsenz zu verstärken, um gegen die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Bewegung_Usbekistan">Islamische Bewegung Usbekistan</a> (IBU) vorzugehen. Im Jahr 2013 kam es neuerdings zu Spannungen, als die Straße, die die Provinz So’x mit dem Rest Usbekistans verband, gesperrt wurde. Letztendlich sind die Streitigkeiten um den Rohstoff Wasser nichts Neues. Bereits 2016 berichtete <a href="https://www.ozodlik.org/a/27586519.html">Radio Ozodlik</a> von Konflikten in Bezug auf den Zugriff auf Trinkwasser und das Bewässerungssystem zwischen dem usbekischen Dorf Chashma und den Einwohnern des kirgisischen Dorfes Birlik.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Enklaven, ein bisher ungelöstes Problem </strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>T</strong>rotz der Fortschritte von 2017 und 2018 konnten sich Usbekistan und Kirgistan nicht über die Grenzfrage der Enklave So’x, ein Erbe aus der Sowjetzeit, einigen. So’x ist mit einer Fläche von rund 350 Quadratkilometern und 60 000 Einwohnern die größte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Exklaven_und_Enklaven#Exklaven_und_Enklaven_auf_internationaler_Ebene">usbekische Enklave</a> auf kirgisischem Staatsgebiet. Seit dem Jahr 2001 haben die beiden Staaten ein Memorandum über Grenzziehungen unterzeichnet und sich für die Angliederung So’x an das nur durch 20 Kilometer kirgisisches Staatsgebiet entfernte Usbekistan ausgesprochen. Allerdings hat Bischkek den Tausch dieser Zone bei gleichzeitigem Erhalt eines anderen usbekischen Gebietes bisher immer abgelehnt. Eine Vereinigung des Gebietes So’x mit dem restlichen usbekischen Staatsgebiet scheint aus heutiger Sicht nahezu unmöglich.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/19-jaehriger-grenzsoldat-an-der-tadschikisch-kirgisischen-grenze-verletzt/">19-jähriger Grenzsoldat an der tadschikisch-kirgisischen Grenze verletzt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Dennoch ist die Situation an der Grenze zwischen Kirgistan und Tadschikistan noch umstrittener. Eine genaue Demarkation der Grenzen gibt es hier nur für 504 der 976 Kilometer langen gemeinsamen Grenze. Die Spannungen konzentrieren sich vor allem rund um die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Woruch">tadschikische Enklave Woruch</a>, die sich nicht unfern der Enklave So’x befindet. Dort führte am 24. Mai ein Konflikt um Weideflächen zu einer Schießerei zwischen Grenzsoldaten beider Staaten. Im Laufe der Ausschreitungen wurde ein 19-jähriger tadschikischer Soldat am Bein verletzt. Die tadschikischen und kirgisischen Behörden beschuldigen sich gegenseitig die Lage „destabilisieren“ zu wollen. Erst letzten Februar wurde über einen Gebietsaustausch <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kann-ein-gebietsaustausch-den-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-beilegen/?noredirect=de_DE">verhandelt</a>, der die Grenzziehung um Einiges vereinfachen würde. Diese Informationen wurden allerdings bald darauf von den offiziellen kirgisischen Behörden dementiert.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Quentin Couvreur</strong><strong>, Redakteur für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/des-dizaines-de-blesses-et-plusieurs-maisons-brulees-dans-des-affrontements-a-la-frontiere-entre-louzbekistan-et-le-kirghizstan/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Andrea Baldauf</strong></p>
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		<title>Kasachstan und China ringen angesichts des Klimawandels um Wasser</title>
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		<pubDate>Mon, 04 May 2020 00:40:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[Balqash]]></category>
		<category><![CDATA[Gletscher]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Wasserfrage ist seit Jahren ein Streitpunkt zwischen Kasachstan und China. Neue Wasserkraftwerke in China und eine verschwenderische Wassernutzung in Kasachstan befeuern eine mittlerweile handfeste Krise. Folgender Artikel basiert auf einer Analyse von Geopolitical Monitor und erschien in russischer Sprache bei CAA-Network, wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktionen. Die Wasserfrage ist eines der [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die Wasserfrage ist seit Jahren ein Streitpunkt zwischen Kasachstan und China. Neue Wasserkraftwerke in China und eine verschwenderische Wassernutzung in Kasachstan befeuern eine mittlerweile handfeste Krise. Folgender Artikel basiert auf einer Analyse von <a href="https://www.geopoliticalmonitor.com/glacier-watch-china-kazakhstan-water-conflict-and-the-lake-balkhash-basin/">Geopolitical Monitor</a> und erschien in russischer Sprache bei <a href="https://caa-network.org/archives/19316?fbclid=IwAR1lwrpo-DOXlkRsf1wqKtQM0B1r3zodwk7s_Zk6Qr01uvKeC-8yHGdrw28&amp;__cf_chl_jschl_tk__=0c788a3ae1ed51a8149bcb8b75cd1a14f0cd6384-1588547211-0-Ac64FeQ9wqb79zA3TbahxKWvHTyF6MG4_nIJ0NcSXBUbhOJKBBSd_rWarPON_yNLtBO2YSvlZ0K6KzszpCFcTUwp9fg4xqoBSphHRV2vH-i-lfTyVo-NsLzPQAPR_PQF1ePBB5DXjrokdpFvYw66qoY5VWT5Uvaqx4BustVhay-bsB4A_lnqcLDU1s5Z3xGMRrfgv_ZlsSFQ87Lt96fMCmWRhwMrh6yDLh3DKpXIU04BMzklZzmkI3o3WnvtNZog2vKbkvyW4WfhN3VlvQxMmg9WcMSMimpPGZLA2OhD0ljNQMAPzBq67ci4sCjtB8kVy9cVhBef63SbLgl0hmMCQ1HXIPpRFvnh3K-cY2PeoTJNVNqQGnhllsaYAoD7fG83RQ">CAA-Network</a></strong><strong>, wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktionen.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Wasserfrage ist eines der am wenigsten regulierten Probleme zwischen China und Kasachstan. Die Volksrepublik baut fortschreitend Wasserwerke an den Oberläufen der Grenzflüsse zu Kasachstan und erhöht somit die Wasserabnahme, was zur Verschlechterung der Wasserqualität u.a. in den Flüssen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ili_(Fluss)">Ili</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Irtysch">Irtysch</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Talas_(Fluss)">Talas</a> führt. Dies stört das natürliche Gleichgewicht in den Seen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Balchaschsee">Balqash</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saissansee">Saısan</a>. Angesichts des Klimawandels, der schnellen Gletscherschmelze und des verschwenderischen Umgangs mit Wasser in Kasachstan, droht dieses Problem zu einer Krise auszuwachsen.</p>
<p style="text-align: justify">In einem ausführlichen Artikel weist <a href="https://www.geopoliticalmonitor.com/glacier-watch-china-kazakhstan-water-conflict-and-the-lake-balkhash-basin/">Geopolitical Monitor</a> konkret auf die zunehmenden Gletscherschmelzen im Tian-Shan-Gebirge hin, was zu einer deutlichen Verringerung der Wasservorräte in den aus China entspringenden kasachischen Grenzflüssen führe.</p>
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<p style="text-align: justify"><strong>Gletscher speisen Ströme</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die meisten großen Flusssysteme wie der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mekong">Mekong</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Indus">Indus</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jangtsekiang">Jangtsekiang</a> speisen sich aus Gletschern. Gegenwärtig schmelzen diese Gletscher aufgrund des Klimawandels in großem Ausmaß, was die Bewässerungssysteme, Energieerzeugung und Trinkwasserreserven in einigen der am dichtesten besiedelten Regionen des Planeten bedroht. Dabei verläuft die Gletscherschmelze verschiedenartig ab. In manchen Fällen wirkt sich das Schrumpfen des Gletschers kaum auf die Vorräte der Flüsse aus, während in anderen Fällen das System der örtlichen Wasserversorgung stark gestört wird, besonders wenn die Versorgungssysteme veraltet sind und ineffiziente Technologien verwendet werden.</p>
<p style="text-align: justify">Das Konzept der „maximalen Ausgabe an Wasserreserven“ veranschaulicht die akute Gletscherschmelze. Abhängig davon, wie sehr sich die Gesamtmasse des Gletschers verringert, entstehen während der Tauperiode Wasservorräte an der Oberfläche. Wenn diese Oberflächenvorräte jedoch ihr Maximum erreicht haben, folgt ein finaler und praktisch unumkehrbarer Vorgang. Der schrumpfende Gletscher immer weniger Schmelzwasser abgeben, was wiederum die saisonale Verfügbarkeit von Süßwasser in den von ihm ausgehenden Flüssen beeinflusst. Jeder Gletscher besitzt eine individuelle Wasserspeicherschwelle ab dem dieser Prozess eintritt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/">Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Eine Studie, veröffentlicht in <a href="https://www.nature.com/articles/s41558-017-0049-x.epdf?referrer_access_token=4Ervz7wqXKS1dWoayWbHN9RgN0jAjWel9jnR3ZoTv0P5cVgyM6j6TU1jwYEKuBeIqaZjsta1OJDb4YMCRcKZYHrn1PddgWKld8dnbLky8ui2j73jnykP_XF0fKDP8qyfbVlrhvGeClxK6eiIbbIVROWaivJ7Ejrfeo2hIEjlYlyA6M8BmtqOd-0DmEF3_Gz9pHsXLsjQvkf1e3S1Xlw5JNaykIuL74dh60GhMO3_3Bch47x67ZiIzDK8ll7oAeZPfGUMM_OM1jQy3iyqkyQD66K7gQEKSbSWggWulBZHEVo%3D&amp;tracking_referrer=www.scientificamerican.com">Nature Climate Change</a>, besagt, dass&nbsp; 45 Prozent der gletschergespeisten Flussbetten weltweit, diesen Punkt bereits passiert haben. Dies treffe etwa auf die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Brahmaputra">Brahmaputra</a>-Quellen im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Himalaya">Himalaya</a>-Gebirge zu. Prognosen besagen in diesem Sinne auch, dass 22 Prozent der Flussbetten sich bis 2050 noch ausweiten werden, zum Beispiel die des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ganges">Ganges</a> und des oberen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Indus">Indus</a>, deren jeweiliges Maximum bis 2050 und 2070 erwartet wird.</p>
<p style="text-align: justify">Die Gefahr einer Gletscherschmelze kann nur schwer unabhängig vom jeweiligen Gesamtbild betrachtet werden. Die Wassersysteme der ganzen Welt leiden inzwischen unter menschlichen Einflüssen wie des Dammbaus, der Bewässerung und der Wasserversorgung für kommunale oder industrielle Zwecke. Zweifellos wird die Gletscherschmelze diese Probleme vertiefen. Wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Dramatisches Beispiel: Der Balqash-See</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Einzugsgebiet des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Balchaschsee">Balqash-Sees</a> liegt zwischen Kasachstan und China und wird von einem Flusssystem gespeist, das seinen Lauf hoch oben in den chinesischen Gletschern des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian-Shan-Gebirges</a> nimmt. Die Studie von <a href="https://www.nature.com/articles/s41558-017-0049-x.epdf?referrer_access_token=4Ervz7wqXKS1dWoayWbHN9RgN0jAjWel9jnR3ZoTv0P5cVgyM6j6TU1jwYEKuBeIqaZjsta1OJDb4YMCRcKZYHrn1PddgWKld8dnbLky8ui2j73jnykP_XF0fKDP8qyfbVlrhvGeClxK6eiIbbIVROWaivJ7Ejrfeo2hIEjlYlyA6M8BmtqOd-0DmEF3_Gz9pHsXLsjQvkf1e3S1Xlw5JNaykIuL74dh60GhMO3_3Bch47x67ZiIzDK8ll7oAeZPfGUMM_OM1jQy3iyqkyQD66K7gQEKSbSWggWulBZHEVo%3D&amp;tracking_referrer=www.scientificamerican.com">Natur Climate Change</a> nennt den Balqash als von &nbsp;Gletscherschmelzen besonders bedroht. So erwarte man, dass seine Wasservorräte wegen des Schrumpfens der Gletscher künftig um mindestens zehn Prozent sinken werden. Forschungen besagen, dass das Maximum der Ausgaben an Wasserreserven der meisten Gletscher des Tian Shan noch nicht erreicht sei, dies aber in den kommenden 20 Jahren zu erwarten ist.</p>
<p style="text-align: justify">Seit den 1960er Jahren schwindet der Balqash-See mit seiner ursprünglichen Fläche von rund 16.000 Quadratkilometern zunehmend. Die Ursachen sind menschengemacht. Der See versandet, sein Wasser wird immer salziger. Der Wasserspiegel des Balqash sinkt bereits so schnell, dass viele sein Schicksal mit dem des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a> vergleichen. Etwa 80 Prozent des Balqash-Wassers bringt aus dem Südosten der Fluss Ili, der damit eines der größten Feuchtgebiete Zentralasiens formt. Der Ili entspringt in China, wo er aber große künstliche Barrieren überwinden muss, bevor er nach Kasachstan fließt.</p>
<p style="text-align: justify">Die grenzüberschreitenden Flüsse Zentralasiens wie der Ili, Irtysch und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a> sind immer wieder Gegenstand internationaler Wasserkonflikte. Gerade diese drei Flüsse sind die wichtigsten Süßwasserquellen Kasachstans. Allein bereits im Ili ist aber in den letzten 20 Jahren ein starker Rückgang der Reserven verzeichnet worden: Von 17,8 auf 12,7 Kubikkilometer Wasser im Jahr.</p>
<p style="text-align: justify">Die Landwirtschaft hauptschuldig für die sinkenden Wasserpegel. Der Anbau im trockenen Klima Zentralasiens benötigt gut funktionierende Bewässerungssysteme. Viele sind jedoch noch zu Sowjetzeiten erbaut und aus heutiger Sicht ineffizient und verschwenderisch. Einer Schätzung nach ist die Landwirtschaft verantwortlich für 89 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs in Kasachstan. Das übertrifft deutlich die Zahlen europäischer Staaten, in denen der Anteil gerade einmal bei 58 Prozent liegt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-2030-wie-steht-es-um-das-wassermanagement/">Zentralasien 2030: Wie steht es um das Wassermanagement?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Auf der kasachischen Seite der Grenze wurden im Jahr 1969 für den Fluss Ili die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qapschaghai-Talsperre">Qapschaghai- Talsperre</a> errichtet, um die landwirtschaftlichen Nutzung 400.000 Hektar Land für den wasserintensiven Reisanbau zu versorgen. Der Staudamm füllte sich nur langsam, über 20 Jahre hinweg. Zeitgleich fiel der Wasserspiegel des Balqash-Sees um zwei Meter und versandete fortlaufend. Daher wurde die Sperre des Qapschaghai in den 80er Jahren vorerst ausgesetzt. Letztlich blieb der Wasserstand der Talsperre niedriger als geplant.</p>
<p style="text-align: justify">Auf chinesischer Seite betrug die aus dem Ili und seinen Zuflüssen aus der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang gespeiste bewässerte Landwirtschaft Ende der 80er Jahre noch 300.000 Hektar. Seither dehnte sich diese Anbaufläche im Zuge des wirtschaftlichen Booms in China &#8211; unter dem politischen Motto „Eroberung des Westens“ &#8211; weiter aus und hatte Zwangsumsiedlungen zur Folge. Laut einer <a href="https://www.abacademies.org/articles/is-iliirtysh-rivers-a-casualty-of-kazakhstanchina-relations-7304.html">Schätzung</a> wuchs die bewirtschaftete Landfläche von etwa 700.000 Hektar im Jahr 2004 auf 1,3 Millionen Hektar im Jahr 2014. In einer Studie von <a href="https://www.mdpi.com/2073-4441/10/11/1650/htm">Sabir Nurtasin</a> betrug der Wasserverbrauch in den 2000er Jahren auf chinesischer Seite 38 Prozent und auf kasachischer Seite 62 Prozent des Gesamtvolumens. Bis zum Jahr 2014 stiegen diese Anteile Chinas aufgrund der wachsenden Energienachfrage der Wirtschaft Xinjiangs auf 57 Prozent. Diese Tendenz hat sich seitdem sicherlich weiter fortgesetzt.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: Kirgistan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-wie-die-frauen-das-fliesende-wasser-zuruck-nach-an-oston-brachten/">Wie die Frauen das fließende Wasser zurück nach An Oston brachten</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Dämme und Kraftwerke sind dabei ein wichtiger Faktor, der die Wasserknappheit des Flusses Ili und des Balqash-Sees verursachen. Das bereits erwähnte Wasserkraftwerk von Qapschaghai, gelegen auf kasachischem Gebiet, erzeugt eine Leistung von etwa 364 Megawatt. Dabei stammen nur 11 Prozent der gesamten Stromproduktion des Landes aus Wasserkraftwerken. Die meisten davon befinden sich am Irtysch. Die Regierung Kasachstans plant derweil eine Reihe kleinerer Wasserkraftwerke in der Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schambyl_(Gebiet)">Zhambyl</a> unweit des Balqash-Sees &#8211; obwohl die sinkenden Wasservorräte langfristig ihre Wirtschaftlichkeit gefährden.</p>
<p style="text-align: justify">In China sind bereits an den Flüssen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tekes_(Fluss)">Tekes</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Künes_(Fluss)">Künes</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakax_(Fluss)">Karakax</a> weitere Wasserkraftwerke entstanden. Alle drei Flüsse speisen sich aus Gletschern des Tian-Shan-Gebirges und fließen in den Ili ab. Xinjiang ist Chinas Zentrum für Kohlekraft, allein das Kraftwerk bei Yining (Gulja) erzeugt mehr Energie als das Wasserkraftwerk Qapschaghai und benötigt riesige Mengen Wasser aus dem Ili. Letztlich ist also auch die große Wassernachfrage der Kohleindustrie verantwortlich für das Austrocknen der Böden großer Teile des Nordwestens Chinas.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Düstere Aussichten für Kasachstan</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die oben beschriebene Wasserfrage ist schon jetzt ein großes politisches Problem in Kasachstan und China. Darüber hinaus wird die Gletscherschmelze im Tian-Shan-Gebirge den Wasserstrom in den kommenden Jahrzehnten um mehr als zehn Prozent senken. Angesichts des unerbittlichen Klimawandels werden die Gletscher in den Bergen verschwinden und nicht mehr wiederherzustellen sein. Letztlich werden die Länder der Region gezwungen sein, künftig mit deutlich weniger Wasserressourcen auszukommen.</p>
<p style="text-align: justify">China befindet sich in der potentiellen Krise am Seebecken Balqash noch in einer günstigeren Lage. Das Land kontrolliert den oberen Lauf der Flüsse, die den Ili und den Balqash-See mit Wasser versorgen. Was auch immer die Regierung Chinas entscheidet, wie die Frage nach dem zentralasiatischen Wasser gehandhabt wird &#8211; Kasachstan wird die Folgen spüren. China kann außerdem aufgrund seines wirtschaftlichen Gewichts und seiner überlegenen militärischen Macht unverhältnismäßig großen Einfluss auf die Verhandlungen mit Kasachstan nehmen.</p>
<p style="text-align: justify">Die jahrelangen bilateralen Verhandlungen zwischen den zwei Ländern haben bislang gerade einmal dazu geführt, dass China seine hydrologischen Daten veröffentlicht. Außerdem ist ein Abkommen über die Wasserverteilung des kleineren Flusses Horgos geschlossen worden. Der Fluss ist verhältnismäßig wenig umstritten und außerdem eng mit den Projekten der Initiative <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/One_Belt,_One_Road">One Belt, One Road</a> und dem Binnenhafen Horgos verbunden. Konkret einigten sich beide Seiten darauf, im Interesse einer gemeinsamen Wirtschaftszone, zusammen einen Damm zu bauen. Die Umsetzung des Abkommens ist allerdings noch strittig. Nach Zeugenaussagen von Landwirten im Gebiet Almaty hat China seit der Unterzeichnung des Abkommens seine Wasserabnahme um ein Vielfaches erhöht, sodass Tausende Hektar an bestellten Maisfeldern unter Dürre und Wassermangel leiden.</p>
<p style="text-align: justify">Das Gemeinschaftsprojekt am Horgos ist eher die Ausnahme als die Regel. Peking verweigert die Unterzeichnung jeglicher bindender, internationaler Abkommen über eine gemeinsame Wassernutzung: Sei es zum Oberlauf des Mekong, Brahmaputra oder Irtysch. Das betrifft ebenso den Ili.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-kaspische-meer-am-scheideweg/">Das Kaspische Meer am Scheideweg</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Da bisher sämtliche Offerten an China abgeschmettert wurden, ist die Neuausrichtung der internationalen Wasserpolitik zu einer der Prioritäten der Regierung Kasachstans geworden. Ein echter Fortschritt in dieser Richtung kann allerdings erst dann erzielt werden, wenn die veralteten Abwasserrichtlinien und Agrarpraktiken überarbeitet werden.</p>
<p style="text-align: justify">Verschiedene internationale Stiftungen unterstützen Kasachstans Bemühungen mit dem Ziel, bis zum Jahr 2030 bis zu 9,1 Milliarden Kubikmeter Wasser einzusparen. Helfen sollen dabei neue Methoden in der Landwirtschaft, der industriellen und kommunalen Wassernutzung. Allerdings können auch jene neuen Ansätze nicht unbedingt alle Probleme lösen. Besonders schwierig erscheint dies angesichts der fehlenden internationalen Absprachen zwischen den betroffenen Staaten. Selbst wenn Kasachstan erfolgreich wassersparende Technologien einführt und so eine effizientere Wassernutzung erreicht, verhindert das nicht die drohende Wasserkrise. Viel hängt hierbei auch von China ab.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Viele Gletscher, die den Balqash-See speisen, sind noch weit entfernt vom Erschöpfen ihrer Wasserreserven. Aber schon in den nächsten Jahrzehnten wird sich das ändern und ihre Oberflächenvorräte werden schrumpfen. Wenn bis dahin keine bindenden Regelungen zum Wasserverbrauch eingeführt werden, werden sich die Unstimmigkeiten zwischen Kasachstan und China verdichten &#8211; ein Kampf, den Nursultan kaum gewinnen kann.</p>
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<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Peggy Lohse</strong></p>
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