Internet Kirgistan Kasachstan

Warum wird das Internet in Kirgistan langsamer?

(Dieser Artikel entstand zunächst bei dem Internetmagazin Kloop.kg. Wir übersetzen den Artikel mit der freundlichen Genehmigung der Redaktion.)

Die Internetprovider aus Kasachstan haben die Preise für den Internetverkehr in Kirgistan um das zwei- bis dreifache erhöht. Zahlte Kirgistan früher 10-20 US Dollar pro Mbit/Sek, sind es nun 30-50 US Dollar. Jetzt erhalten die kirgisischen Internetnutzer für dasselbe Geld deutlich langsameres Internet.

Wird das Internet in Kirgistan jetzt teurer? Ja und nein: Bei manchen Anbietern bleiben die Preise gleich, aber dafür gibt es deutlich langsameres Internet als zuvor.

So geht es den Abonnenten von „Homeline“. Früher erhielten sie für 1000 Som im Monat (ca. 14 Euro) eine Internetgeschwindigkeit von 5 bis 15 Mbit/Sek ausserhalb der „kg“ Domains. Nach der Preiserhöhung erhalten sie seit dem 1. September dafür eine 4 Mbit/Sek schnelle Verbindung.

Es gibt auch Ausnahmen: „KyrgyzTelekom“ hat gemeldet, dass die Änderungen seine Nutzer nicht betreffen werden. „ElKat“ hat versprochen, die Preise für private Nutzer nicht zu erhöhen, sondern nur für Firmen. „IP NET“ bemerkte, dass es seine Preise erhöhen würde, die Internetgeschwindigkeit aber unberührt bleibt.

Werden die Preise wieder heruntergehen?

Die Preise können wieder sinken, wenn die kasachischen Provider Kirgistan den Internetverkehr wieder für die alten Preise verkaufen. Auch könnte Kirgistan in Zukunft mehr Internetverkehr aus anderen Ländern beziehen – zum Beispiel aus China.

„KyrgyzTelekom“ steht beispielsweise mit dem chinesischen Provider „China Telekom“ in Gesprächen über die Erschaffung von alternativen Zulieferungsrouten. Es sind jedoch noch keine konkreten Pläne in Sicht.

Bisher haben die Provider aus Kasachstan die Preiserhöhung noch nicht kommentiert. Die kasachische Antitrust-Verwaltung hat Ermittlungen zu der Preiserhöhung eingeleitet. Sollte die Maßnahme der Verwaltung ungerechtfertigt erscheinen, könnte sie rückgängig gemacht werden.

Warum ist Kirgistan so von Kasachstan abhängig?

90 Prozent des in Kirgistan genutzten Internetverkehrs kommt über Kasachstan aus Russland. Ein ganz kleiner Teil kommt aus China. An der russisch-kasachischen Grenze wird der Internetverkehr für 0,35 US Dollar pro Mbit/Sek verkauft. Kasachstan verkauft die Verbindung nach eigenem Preis an Kirgistan weiter (früher 10 US Dollar pro Mbit/Sek, jetzt 30).

Doch der günstigere Internetverkehr aus China hat eine geringere Qualität und könnte nicht das ganze Territorium Kirgistans abdecken. Internet über Satelliten ist für Kirgistan zu teuer.

Wie viele Leute sind betroffen?

Laut staatlicher Daten haben 79 Prozent der Einwohner Kirgistans Internetzugriff, wofür sie jeden Monat 1000 bis 3000 Som (ca. 14 bis 42 Euro) ausgeben.

Den Daten von Internet Society nach, hatten im November 2015 ca. 20 Prozent der kirgisischen Bevölkerung einen Internetanschluss, also etwas mehr als eine Million Personen. Die Hälfte der Bevölkerung nutzt Internet über mobile Daten.

Ajdaj Irgebajewa
Kloop.kg

Aus dem Russischen übersetzt von
Florian Coppenrath
Mitgründer Novastan.org

[legend]
rellob
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Ich bin dem frisch gegründeten Novastan gleich bei meiner ersten Kirgistan-Reise Ende 2011 beigetreten. Erst war ich Redakteur, dann Begründer der deutschsprachigen Version. Heute bin ich für die Verbindungen zwischen den verschiedenen Teilen von Novastan und für die strategische Entwicklung des Projektes zuständig. Nach drei Jahren in Kirgistan, zuletzt als Bosch-Lektor in Osch, arbeite ich heute an der Entwicklung von "Wikistan" einer baldigen Netzwerkplattform für die Zentral-Eurasien-Forschung. Seit März diesen Jahres bin ich ebenfalls in der Forschung tätig und schreibe eine Doktorarbeit über Hip-Hop in Kirgistan am Zentralasienseminar der Humboldt Universität zu Berlin. --------------------------------------------------------------- Mon premier voyage à Bichkek en décembre 2011 m'amena à rejoindre le magazine Novastan.org fraichement fondé. J'y étais d'abord actif en tant que rédacteur, puis en tant que fondateur et coordinateur de la version germanophone en été 2013. Aujourd'hui je suis en charge des liens entre les différentes parties d Novastan et du développement stratégique du projet. Après trois ans au Kirghizstan, dernièrement en tant que médiateur culturel pour la fondation Bosch à l'université d'Och, je travaille au développement de "Wikistan", un réseau pour la recherche sur l'Eurasie centrale. Depuis mars 2018, je suis également doctorant en études centre-asiatiques et étudie le Hip-Hop dans les villes du Kirghizstan.

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