Kirgisische Nationalmannschaft Asia Cup

Fußball-Asienmeisterschaften: Kirgistan und Usbekistan im Achtelfinale

Nach der Gruppenphase des AFC Asian Cup stehen Kirgistan und Usbekistan jeweils als Gruppendritter und –zweiter im Achtelfinale. Turkmenistan ist nach drei Niederlagen ausgeschieden.

Drei zentralasiatische Mannschaften waren unter den Teilnehmern des AFC Asian Cup, der vom 5. Januar bis 1. Februar in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfindet: Kirgistan, Turkmenistan und Usbekistan. Tadschikistan verfehlte die Qualifikation in der dritten Runde und Kasachstan ist seit 2002 Mitglied im europäischen Fußballverband UEFA.

Ein „historischer Moment“ für Kirgistans Ak-Schumkarlar   

„Historisch“ war bereits der Einzug der kirgisischen Nationalmannschaft in die Endphase der Asienmeisterschaften, so der Mitbegründer des Online Magazins Kloop.kg, Bektur Iskender. Bei ihrer ersten Teilnahme überhaupt schaffen es die Ak-Schumkarlar (Kirg. für „Weiße Falken“) als einer der vier besten Gruppendritten in die Play-off Runde.

Erste Schlagzeilen machte die kirgisische Elf jedoch mit einem Torwartpatzer bei der 2:1 Auftaktniederlage gegen China. Nach dem Eigentor verlor Pawel Matiasch seinen Platz in der Startelf. Der dritte Torhüter der Nationalmannschaft, Kutman Kadyrbekow, leistete seinerseits mit einer Reihe an Paraden einen wesentlichen Beitrag zur knappen 0:1 Niederlage gegen Südkorea.

Gegen die Philippinen musste also ein Sieg her, der Kirgistan unter die besten Gruppendritten bringen würde. Es wurde ein 3:1, wobei alle drei Tore vom deutsch-kirgisischen Stürmer Vitalij Lux erzielt wurden, der in Deutschland in der Regionalliga Südwest für den SSV Ulm spielt. Lux ist kein Einzelfall: Seit Einstellung des russischen Trainers Alexandr Krestinin 2014 rekrutiert der kirgisische Fußballverband aktiv deutsche Spieler aus den Regionalligen, die im heutigen Kirgistan geboren sind.

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Überhaupt belohnt der Achtelfinaleinzug die deutlichen Fortschritte im Management des kirgisischen Fußballverbandes, der, anders als seine kasachstanischen und usbekischen Pendants, mit sehr begrenzten Mitteln arbeitet. Laut der Redaktion von Kloop.kg kann der Fußball als inspirierendes Beispiel für andere Bereiche dienen. Vielleicht auch durch einen weiteren historischen Moment: Am 21. Januar spielen die „Weißen Falken“ gegen die Gastgeber aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Usbekische Wölfe gegen Turkmenistan deutlich überlegen

Die usbekische Fußballnationalmannschaft gilt als die stärkste in Zentralasien. Nachdem die „Wölfe“ nur knapp die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2018 verpassten, ist ihre Qualifikation für die nächste Runde der Asienmeisterschaften kaum eine Überraschung. Bei den vier vorherigen Asienmeisterschaften erreichte Usbekistan dreimal das Viertelfinale und einmal sogar das Halbfinale.

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Die seit August 2018 vom argentinischen Trainer Hector Cuper betreute Mannschaft sicherte sich schon mit ihren zwei Auftaktsiegen den Einzug in die nächste Runde. Nach einem 2:1 gegen Oman war die usbekische Elf auch im Zentralasienderby den Nachbarn aus Turkmenistan deutlich überlegen: Der 4:0 Endstand stand bereits zur Halbzeit. Turkmenistan verlor seinerseits alle drei Spiel und scheidet als Gruppenletzter aus.

Das Spiel um die Gruppenführung verlor Usbekistan jedoch 1:2 gegen Japan und geht so als Gruppenzweiter in die nächste Runde. Dort trifft die Mannschaft, ebenfalls am 21. Januar, auf Australien. Es ist eine Neuauflage des Halbfinals 2011, das Australien noch mit 6:0 deutlich für sich entschied.

Florian Coppenrath
Redaktionsleiter von Novastan.org

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Ich bin dem frisch gegründeten Novastan gleich bei meiner ersten Kirgistan-Reise Ende 2011 beigetreten. Erst war ich Redakteur, dann Begründer der deutschsprachigen Version. Heute bin ich für die Verbindungen zwischen den verschiedenen Teilen von Novastan und für die strategische Entwicklung des Projektes zuständig. Nach drei Jahren in Kirgistan, zuletzt als Bosch-Lektor in Osch, arbeite ich heute an der Entwicklung von "Wikistan" einer baldigen Netzwerkplattform für die Zentral-Eurasien-Forschung. Seit März diesen Jahres bin ich ebenfalls in der Forschung tätig und schreibe eine Doktorarbeit über Hip-Hop in Kirgistan am Zentralasienseminar der Humboldt Universität zu Berlin. --------------------------------------------------------------- Mon premier voyage à Bichkek en décembre 2011 m'amena à rejoindre le magazine Novastan.org fraichement fondé. J'y étais d'abord actif en tant que rédacteur, puis en tant que fondateur et coordinateur de la version germanophone en été 2013. Aujourd'hui je suis en charge des liens entre les différentes parties d Novastan et du développement stratégique du projet. Après trois ans au Kirghizstan, dernièrement en tant que médiateur culturel pour la fondation Bosch à l'université d'Och, je travaille au développement de "Wikistan", un réseau pour la recherche sur l'Eurasie centrale. Depuis mars 2018, je suis également doctorant en études centre-asiatiques et étudie le Hip-Hop dans les villes du Kirghizstan.

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