Usbekistan Fußball Nationalmannschaft

Usbekistan – Die Qualifikation für die Fußball-WM 2018 ist greifbar nah

Usbekistan hat in seiner jungen Geschichte noch nie an einer Fußballweltmeisterschaft teilgenommen. Dies könnte sich bald ändern. Nach drei Siegen beginnen die usbekischen Fans zu hoffen, dass ihr Wunsch nach der Weltmeisterschaftspremiere ihrer Mannschaft 2018 in Russland in Erfüllung gehen wird.

Eine der meistgelesenen russischen Sportseiten, Sovsport, hat am 29. März die Chancen der post-sowjetischen Staaten für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2018 evaluiert. Aus Zentralasien wird Usbekistan als einzig möglicher Teilnehmer genannt.

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Der Grund dafür ist einfach erklärt: Kirgistan, Tadschikistan und Turkmenistan haben die zweite Qualifikationsphase nicht überstanden. Kasachstan ist seit 2002 Teil der UEFA teil und befindet sich gerade auf dem letzten Platz seiner Gruppe. Usbekistan befindet sich in der dritten Runde in einer Gruppe mit dem Iran, Südkorea, Syrian, Katar und China.

Werden sich „die Wölfe“ Usbekistans für die Weltmeisterschaft in Russland qualifizieren können?

Usbekistan hat sein Schicksal in der Hand

Es gibt einige Gründe für Optimismus. Usbekistan ist momentan auf dem dritten Gruppenplatz, einen Punkt hinter Südkorea und fünf hinter dem Iran. Allerdings muss die Mannschaft noch drei weitere Spiele bestreiten, zwei davon sogar gegen seine direkten Konkurrenten. In der FIFA-Rangliste befindet sich die Mannschaft mittlerweile auf dem 60. Platz, ein Platz vor Russland.

Das letzte Qualifikationsspiel gegen China am 31. August könnte allerdings die größte Herausforderung werden. Das „Reich der Mitte“ ist gerade im Zuge, seinen Fußball von Grund auf neu zu gestalten. Eines ist klar: Von nun an darf sich die Mannschaft Usbekistans keine Fehler erlauben.

Ultra-motivierte Fans

Außerdem können sich die usbekischen Spieler auf die volle Unterstützung ihrer Fans verlassen. Seit Jahrzehnten warten die Usbeken auf eine Qualifikation ihrer Mannschaft. Nach der unerwarteten Niederlage gegen Syrien (1:0) am 1. September letzten Jahres haben die Fans den Rücktritt des damaligen Trainers gefordert.

Die fußballbegeisterten Usbeken ließen ihren Emotionen freien Lauf und taten ihren Unmut gegenüber den Leistungen des Trainers der Nationalmannschaft, Samuel Babajan auf sozialen Medien mit dem Hashtag #babayanout kund.

Fussball Usbekistan Trainer

Nach der Niederlage gegen Syrien kritisierte das Publikum die Leistungen der Mannschaft. Syrien besitzt normalerweise keine so starke und stabile Mannschaft wie etwa der Iran oder Südkorea. Nichtsdestotrotz konnte Syrien auch gegen Südkorea ein Unentschieden (0:0) halten. Südkorea verlor allerdings ein Spiel gegen China. Dadurch ist Usbekistan auf den zweiten Platz seiner Gruppe gerückt.

Bis heute hat Usbekistan nur einen einzigen Fußballtitel gewonnen, nämlich den der Asienspiele im Jahr 1994.

Die Statistiken sprechen gegen die Usbeken

Auch Usbekistans bisherige Spielbilanz gegen Südkorea fällt zu Lasten der Zentralasiaten: In 14 Begegnungen konnte Usbekistan nur ein einziges Spiel für sich entscheiden, zehn Mal erlitt die Mannschaft eine Niederlage und spielte drei Mal Unentschieden.

Dieser einzige Sieg (1:0) gelang ebenfalls im denkwürdigen Jahr 1994 im Halbfinale der Asienspiele.

Usbekistan Fussball Fans

Gegen den Iran sehen die Statistiken ähnlich aus: Von insgesamt neun Begegnungen gewann fünfmal der Iran, drei Spiele gingen unentschieden aus und die usbekische Mannschaft konnte nur einen Sieg verbuchen.

Ein steiniger Weg

Wenn man den Statistiken also Glauben schenkt, hat die usbekische Nationalmannschaft weder gegen den Iran noch gegen Südkorea große Chancen. Usbekistan würde, wenn alles so läuft wie vorhergesehen, dennoch den dritten Platz in seiner Qualifikationsgruppe erreichen. Dadurch würde sich die Mannschaft für weitere zwei Entscheidungsspiele gegen Australien oder Saudi-Arabien qualifizieren.

Ein Spiel gegen Australien, ein starker Gegner, würde die Aufstiegschancen Usbekistans minimieren. Selbst im Falle eines Sieges müsste die usbekische Mannschaft gegen eine amerikanische Mannschaft – USA, Honduras oder Panama – ihr Können beweisen.

Ehrlich gesagt: in einem solchen Szenario müsste fast ein Wunder geschehen, damit sich die Usbeken durchsetzen könnten. Dabei kommen Erinnerungen an die Qualifikationsrunde 2014 hoch, in der sich Usbekistan im Elfmeterschießen gegen Jordanien geschlagen geben musste.

Große Hoffnungen für die WM 2026

Falls sich der Traum der usbekischen Fans 2018 nun doch nicht erfüllen sollte, könnten spätestens die strukturellen Veränderungen im Jahr 2026 die Chancen für die usbekische Premiere auf „weltmeisterlichem Fußballterrain“ steigen. Dann werden nämlich 48, statt bisher 32 Mannschaften in der Vorrunde antreten. Diese am 10. Januar gefällte Entscheidung durch die FIFA und deren neuen Präsidenten Gianni Infantino, der für die Neustrukturierung eintrat, könnte der usbekischen Mannschaft als Sprungbrett zur Fußball WM dienen.

Auf Mannschaften aus Asien würden nunmehr 8,5 statt 4,5 Vorrundenplätze fallen. Dies lässt die Hoffnungen der Fans der seit 9. März 2017 offiziell sechstbesten asiatischen Nationalmannschaft steigen.

Sardor Abduganiev

Aus dem Französischen von Andrea Baldauf

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