Kok-Boru Kirgistan Pferdesport

Fußball oder Kök-Börü – Hauptsache Kirgistan

Kirgistan hat einen Nationalsport, der nur was für hartgesottene ist. Beim Kök-Börü kämpfen zwei Teams um eine tote Ziege. Das Team, das das Tier auf einem Podest oder alternativ auf einem Stapel Reifen ablegen kann, bekommt einen Punkt. Wie auch beim Fußball ist Kök-Börü eine ernste Angelegenheit, bei der auch schnell mal die Fetzen fliegen. 

Grund genug den Sport mit etwas mehr Lockerheit zu betrachten. Wir waren Ende Juli auf einem Pferde- und Yak Festival bei Sary-Mogol (Kirgistan), haben uns wacker in den  Publikums-Wettkämpfen geschlagen und uns danach ein solches Kök-Börü-Match angesehen.

Etwa 300 Touristen und zahlreiche Einheimische hatten sich auf dem Festivalgelände nahe der tadschikischen Grenze am Fuß des Mount Lenin auf knapp 4000 Höhenmetern zusammengefunden. Ihnen wurden die traditionellen kirgisischen Sportarten geboten, in denen sie sich auch selbst auszuprobieren konnten. Organisiert wurde das Festival vom lokalen Tourismusverband Visit-Alay und der Sary-Mogoler Branche von Community Based Tourism, mit finanzieller unterstützung der schweizerischen Entwicklungsorganisation Helvetas.

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Krönender Abschluss sollte das Kök-Börü-Match werden, bei dem zwei rivalisierende Dörfer gegeneinander antraten. Nach kaum mehr als fünf Minuten brachte ein Faul die Situation zum Eskalieren. Spiel und Festival wurden vorzeitig beendet; zurück blieb eine Atmosphäre zwischen Verwunderung auf Seiten der Gäste und Scham auf Seiten der Gastgeber. Ein nicht ganz ernst gemeinter Beitrag, der Parallelen zum weltbekannten Fußball suchte und einen mit viel Stolz ausgetragenen Nationalsport fand.

Julius Bauer

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Julius Bauer
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