Laut WomenTech Network waren etwa 35 Prozent Frauen im Jahr 2025 im Technologiebereich tätig. Trotz dieses Wachstums gibt es bei der Einstellung von Mitarbeitern geschlechtsspezifische Vorurteile. Es ist allgemein bekannt, dass vor 50 Jahren die ersten Programmierer Frauen waren, aber heute hat sich das Klischee etabliert, dass dieser Beruf nicht für Frauen geeignet sei. Doch die vorliegenden Geschichten beweisen das Gegenteil – zusammen mit dem Team von IDEA Central Asia sprach Hook im Rahmen des Go Viral-Programms mit Frauen aus der IT-Branche in Zentralasien darüber, wie sie zu ihrem Beruf gekommen sind und was sie erreicht haben. Hier sind Frauen aus der IT-Branche, die erfolgreich sind:
Natalya Klimenko
Sie hat einen Bachelor-Abschluss in englischer und deutscher Philologie und studierte an der Karakalpakischen Staatlichen Universität in Nukus, Usbekistan. Sie gründete das EdTech-Startups Stemio und sammelte bereits 8 Jahre Erfahrung im Management, Geschäftsentwicklung und der Umsetzung von IT-Projekten.

Ihr Weg in die IT war nicht geplant, sondern das Ergebnis vieler zufälliger Begegnungen und Chancen. Obwohl sie Geisteswissenschaften studierte, kam sie über Start-up-Veranstaltungen an der Inha University zunächst in die Telekommunikation, später ins Marketing und schließlich ins digitale Marketing. Durch ihr wachsendes Netzwerk in der Start-up- und IT-Szene engagierte sie sich als Mentorin bei der Technovation Challenge, erreichte das Finale und nahm 2017 am internationalen TechWomen-Programm teil, das ihr ein Praktikum bei BigCommerce im Silicon Valley ermöglichte.
Von 2017 bis 2023 war sie beim Start-up BILLZ tätig, wo sie für Business Development und Vertrieb verantwortlich war und neue Märkte in Usbekistan, Kasachstan und weiteren Ländern erschloss. Heute entwickelt sie ihr eigenes Start-up Stemio, ein Online-Ökosystem für Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 18 Jahren zur Förderung von MINT-Kompetenzen. Zudem initiierte sie gemeinsam mit Partnern und mit Unterstützung des UNDP den Accelerator StartCamp, der Unternehmerinnen gezielt in Marketing und Vertrieb schult.
Trotz vieler bestehender Stereotypen wurde sie selten mit Vorurteilen konfrontiert. Ihr berufliches Umfeld sei fortschrittlich und unterstützend gegenüber weiblichen Führungskräften. Eine prägende Ausnahme erlebte sie jedoch im Gespräch mit einem potenziellen Investor, der davon ausging, sie finanziere ihr Start-up mit dem Geld ihrer Familie oder ihres Mannes – ohne in Betracht zu ziehen, dass sie selbst investiert. Tatsächlich baute sie ihr Projekt von Beginn an mit eigenen Mitteln auf.
Angetrieben wird sie von ihrer Leidenschaft für Technologie und Unternehmertum sowie von einer klaren Vision: ein eigenes Produkt zu schaffen, das das Bildungssystem nicht nur in Usbekistan, sondern auch international verändert. Selbst in schwierigen Phasen geben ihr der Glaube an diese Vision und das Wissen, dass andere diesen Weg erfolgreich gegangen sind, die Kraft weiterzumachen. Langfristig verfolgt sie zudem einen sehr persönlichen Traum – eines Tages ins All zu fliegen und die Erde von oben zu sehen.
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Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen – und von eurer Unterstützung!Klimenko beschreibt ihr Umfeld als unterstützend, und in ihrem Team arbeiten mehr Frauen als Männer. Zwar übernehmen zunehmend Frauen Führungsrollen in Start-ups und der IT-Branche, doch es besteht weiterhin großer Handlungsbedarf. Besonders fehle es an Rückhalt aus dem privaten Umfeld sowie an systemischer Unterstützung durch Staat und Unternehmen.

Sie ermutigt junge Frauen, früh praktische Erfahrungen zu sammeln, an Programmen, Hackathons und Praktika teilzunehmen und vorhandene kostenlose Lernangebote zu nutzen. Künftig möchte sie selbst Initiativen starten, um mehr Mädchen und Frauen für IT und MINT zu begeistern.
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Botagoz Kassabek
Unternehmerin, Mitinhaberin und Mitglied des Kuratoriums des öffentlichen Fonds „Alma“, außerdem nebenberuflich unabhängige Direktorin im Vorstand nationaler Unternehmen Kasachstans: AO TEF, AO GIS-Zentrum Kasachstans.

Sie hat über 15 Jahre Erfahrung in führenden IT-Unternehmen Kasachstans sowie in internationalen, quasi-staatlichen Strukturen. Neben ihrer unternehmerischen Tätigkeit hält sie Gastvorlesungen an Universitäten, moderiert IT-Foren und ist als Partnerin und Mitorganisatorin in der Tech-Community aktiv.
Ihren Weg in die IT schlug sie bereits in der Schulzeit ein, studierte Informatik und später Rechtswissenschaften und bildet sich bis heute regelmäßig an internationalen Spitzenuniversitäten weiter. Trotz familiärer Unterstützung war sie mit Stereotypen konfrontiert, ist jedoch überzeugt, dass Frauen mit ihren analytischen und organisatorischen Fähigkeiten entscheidend zum Erfolg von Unternehmen beitragen.
Obwohl Frauen in Führungs- und Aufsichtsgremien weiterhin unterrepräsentiert sind, blickt sie optimistisch in die Zukunft. Ihrer Ansicht nach braucht es vor allem hochwertige Plattformen, Eigeninitiative und Engagement. Wichtig für Frauen: lernen, Verantwortung übernehmen und kontinuierlich arbeiten – der Einstieg in die IT sei möglich für jede, die bereit sei, sich anzustrengen.
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Renata Axmetzyanova
hat einen Bachelor-Abschluss in Informationstechnologie an der Amity University Taschkent und ist Frontend-Entwicklerin im Homeoffice bei Karve Digital.

Schon seit ihrer Kindheit faszinierten Renata Computer – sie wollte verstehen, wie sie funktionieren, und selbst Produkte schaffen, statt sie nur zu nutzen. Ihren Weg in die IT fand sie jedoch nicht sofort: Zunächst arbeitete sie im Personalwesen und in der IT-Rekrutierung, bevor sie bewusst den Wechsel auf die technische Seite vollzog.
Sie studierte Informationstechnologie an der Amity University Taschkent, sammelte erste Praxiserfahrungen durch ehrenamtliche Mitarbeit, eigene Projekte und Experimente und wechselte schließlich in die Frontend-Entwicklung bei Karve Digital. Dort arbeitet sie heute an internationalen Projekten für Kunden wie NIO UAE, Trivandi und Geely UAE.
Ihr frühes Interesse an Technologie wurde von Familie und Freundeskreis stets unterstützt – viele davon lernte sie bereits im Studium kennen, wo eine gemeinsame Begeisterung für Programmierung und Technologie verband.

In Usbekistan ist es für Frauen generell schwieriger, einen Job zu finden, nicht nur in der IT-Branche. Bei Vorstellungsgesprächen wurde sie oft nicht so sehr zu ihren Fähigkeiten befragt, sondern eher zu persönlichen Themen wie Familienstand, Kinderwunsch und den Beziehungsstatus. Das zeigt sofort, dass Arbeitgeber manchmal nicht an der Professionalität zweifeln, sondern daran, wie lange eine Frau in ihrem Beruf „bleiben wird”. Das ist natürlich demotivierend, aber mit der Zeit versteht man, dass der einzige Weg, Stereotypen zu durchbrechen, darin besteht, Ergebnisse zu zeigen und zu beweisen, dass man aufgrund seiner Arbeit wertvoll ist und nicht aufgrund seiner persönlichen Umstände.
IT bedeutet für Renata Freiheit. Programmierer sind nicht nur auf den Code beschränkt: Sie können Entwickler sein, sich aber auch in den Bereichen Management, Personalbeschaffung, Design und Kommunikation versuchen. Dieser Bereich bietet die Möglichkeit, Rollen zu wechseln, verschiedene Bereiche zu kombinieren und das zu finden, was einem am meisten liegt.

Heute arbeitet sie in einem professionellen und respektvollen Umfeld, in dem Leistung wichtiger ist als Geschlecht. Zwar sind Frauen in IT-Teams weiterhin unterrepräsentiert, doch der Fokus auf Kompetenzen nimmt zu – im Gegensatz zu ihrer früheren Erfahrung im Recruiting, wo Sexismus und irrelevante Anforderungen an Kandidatinnen häufiger waren.
Ihrer Ansicht nach fehlt es Frauen in der IT vor allem an Unterstützung und sichtbaren Vorbildern. Sie ermutigt dazu, ohne Angst klein anzufangen, praktische Erfahrungen zu sammeln und aktiv Netzwerke aufzubauen – etwa durch Seminare, Hackathons und Inkubatoren. Mentoring, Fragenstellen und der Austausch innerhalb der Community seien entscheidend für einen erfolgreichen Einstieg in die Branche.
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Juldyz Saulebekova
Kasachische Top-Managerin und Technologieführerin, bekannt als Leiterin der Almaty Air Initiative, die Technologien, Daten, künstliche Intelligenz und kreative Kommunikation nutzt und Gesetzesinitiativen zur Verbesserung der Luftqualität in Almaty unterstützt. Master of Science in Angewandter Statistik und Data Mining, University of St. Andrews, Großbritannien.

Juldyzwar als operative Direktorin bei führenden internationalen Unternehmen wie Binance, Yandex und Uber tätig. 2016 startete sie Uber in Kasachstan, skalierte den Dienst Yandex Taxi auf ausländische Märkte und leitete den Start der ersten lizenzierten Kryptobörse Binance Kazakhstan.
Sie unterstützt die Entwicklung einer Meritokratie und einer geschlechtsunabhängigen Führung, die auf innerer Stärke und Kompetenzen basiert. Zudem ist sie Autorin des Telegram-Kanals „Izyaschnoe liderstvo” (Anmutige Führung) – über Führung, Karriere und persönlichen Einfluss, Befürworterin eines gesunden Lebensstils und Mutter von zwei Söhnen.
Ihre berufliche Reise in die IT begann bei der Versicherungsgesellschaft London-Almaty, wo sie als Analystin erstmals erlebte, wie Technologie Geschäftsprozesse grundlegend verändern kann. Die Einführung einer Oracle-basierten Software automatisierte manuelle Abläufe, reduzierte Fehler und machte Systeme skalierbar – ein Schlüsselmoment, der ihr das transformative Potenzial von Technologie vor Augen führte.
Anschließend studierte sie an der University of St. Andrews maschinelles Lernen, neuronale Netze, Data Mining und statistische Modellierung. Bereits zu einer Zeit, als Big Data und künstliche Intelligenz noch Zukunftsthemen waren, erkannte sie, dass Daten und Technologien die zentrale Rolle der kommenden Jahre spielen würden.

Ihr Studium in Data Mining an der University of St. Andrews sorgte in der Familie zunächst für Missverständnisse – einige hielten es für Bergbau, später wurde ihre Arbeit in der Blockchain-Branche bei Binance mit dem „Bitcoin-Mining“ gleichgesetzt.
Aufgewachsen in einem Umfeld, in dem Frauen in Führungspositionen selbstverständlich waren, erlebte sie stets familiäre Unterstützung. Ihre Karriere wurde ruhig, aber mit Stolz begleitet – ihr Mann bezeichnet ihren beruflichen Erfolg scherzhaft als gemeinsame Teamleistung der Familie.
Als größtes Hindernis für Frauen sieht sie weniger berufliche als kulturelle Stereotype. Übermäßige Bescheidenheit schade der Karriere: Wer vorankommen wolle, müsse an sich glauben, eigene Ideen vertreten, Initiative zeigen und aktiv Chancen ergreifen – dafür seien innere Freiheit und Selbstvertrauen entscheidend.

Schon früh lernte sie, gesellschaftliche Erwartungen zu hinterfragen: Selbst ihre Mutter, trotz eigener Führungsrolle, sorgte sich, dass Offenheit und Durchsetzungsstärke ihrem Privatleben schaden könnten. Heute ist sie überzeugt, dass sich Karriere und Familie sehr gut vereinbaren lassen.
Als hinderlich empfindet sie weniger geschlechtsspezifische als kulturelle und branchenspezifische Stereotype. Ihr Wechsel von Blockchain zur Ökologie stieß auf Unverständnis – dabei zeigt sie mit der Almaty Air Initiative, dass Umwelt- und Hightech-Themen zusammengehören und künstliche Intelligenz sowie Datenanalyse zentrale Werkzeuge nachhaltiger Entwicklung sind.
Gesundheit steht für sie an erster Stelle, denn ohne sie verlieren Karriere und Technologie an Bedeutung. Arbeit versteht sie als Mittel, die Welt aktiv mitzugestalten. Nach einer beruflichen Pause aus familiären Gründen half ihr die Rückkehr ins Berufsleben, Selbstvertrauen und Sinn wiederzufinden. Für echte innere Harmonie, sagt sie, brauche eine Frau neben Familie auch Raum zur Selbstverwirklichung – in Beruf und Kreativität.

In vielen beruflichen Kontexten ist sie nach wie vor die einzige Frau im Raum – ein Spiegel der Geschlechterungleichgewichte in IT, Politik und großen Unternehmen. Daran hat sie sich gewöhnt und nutzt die Zusammenarbeit mit überwiegend männlichen Führungskräften bewusst als Lernquelle. Ihre Erkenntnisse gibt sie gezielt an andere Frauen weiter, unter anderem über persönliche Gespräche und ihren Telegram-Kanal.
Einen „Kampf der Geschlechter“ lehnt sie ab. Ihrer Ansicht nach ergänzen sich männliche und weibliche Führungsstile. Frauen zeichnen sich besonders im operativen Management durch Anpassungsfähigkeit, Multitasking, Prozessverständnis und Empathie aus. In dieser Verbindung von Entschlossenheit und Menschlichkeit sieht sie die Führungsqualität, die die heutige Welt braucht.
Ich habe sechs universelle Karriereprinzipien für Frauen, die ich im Laufe meiner langjährigen Arbeit entwickelt habe. Dabei spielt der Bereich keine Rolle – sei es IT oder ein anderer.
• Always be hustling – seien Sie stets aktiv. Ihre Karriere ist ein Projekt, das Energie, Aufmerksamkeit und Strategie erfordert. Warten Sie nicht darauf, dass Ihnen jemand eine Chance bietet – suchen oder schaffen Sie sie sich selbst. Sehen Sie ein Problem? Schlagen Sie eine Lösung vor. Niemand will eine schwierige Aufgabe übernehmen? Übernehmen Sie sie selbst. Haben Sie keine Angst vor Veränderungen: Die besten Karrieremöglichkeiten entstehen gerade in Zeiten des Chaos und des Wandels. Wenn eine Tür geschlossen ist, suchen Sie eine andere.
• Seien Sie bereit für Chancen, bevor sie sich bieten. Träumen Sie von einem eigenen Unternehmen – warten Sie nicht, bis Sie zehn Bücher gelesen oder einen MBA erworben haben. Beginnen Sie schon jetzt, sich weiterzubilden. Möchten Sie Top-Managerin eines internationalen Unternehmens werden – lernen Sie Englisch, entwickeln Sie Soft Skills, Verhandlungsgeschick und rhetorische Fähigkeiten – auch wenn Sie derzeit an der Rezeption sitzen.
• Selbstreflexion ist unerlässlich. Wenn Sie das Gefühl haben, in einem bestimmten Bereich kein Glück zu haben, bemerken Sie möglicherweise einfach ein sich wiederholendes Muster nicht. Das ist Unempfindlichkeit gegenüber wichtigen Signalen: Entweder wiederholen Sie alte Fehler oder Sie sehen die Möglichkeiten in Ihrer Nähe nicht. Eine nicht gelernte Lektion kehrt immer wieder zurück – mit neuen Menschen oder in neuer Form.
• Menschen fördern Menschen. Networking und die Fähigkeit, Beziehungen aufzubauen, sind oft wichtiger als Kompetenzen, also machen Sie sich sichtbar. Denken Sie daran: Eine Beförderung ist eine Vorauszahlung für Ihr Potenzial und keine Belohnung für Ihre Vergangenheit. In vielen Unternehmen ist die Unternehmenskultur immer noch um männliche Formate wie Fußball und Wasserpfeife herum aufgebaut. Frauen haben dort oft einfach keinen Platz. Aber das ist kein Grund, sich zurückzuziehen – schaffen Sie Ihre eigenen Kommunikationsformate, Ihre eigenen Communities, in denen sich Chancen ergeben.
• Executive Presence. Selbstbewusstsein, klare Sprache und ein einheitliches Image prägen die Wahrnehmung von Führungsqualitäten. Ihr Ruf ist Ihr wichtigstes Kapital. Und er wird über Jahre hinweg aufgebaut.
• Bauen Sie sich eine Stütze auf – innerlich und äußerlich. Werden Sie zu einer Patriotin Ihrer selbst. Erlauben Sie sich, Fehler zu machen, aber verlieren Sie nicht den Glauben an sich selbst. Sichern Sie sich die Unterstützung Ihrer Familie und versuchen Sie nicht, alles alleine zu schultern. Eine Karriere alleine ist viel schwieriger.
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Jenis Izmaganbet
Veturi Venture Studio, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Germany

Jenis stammt aus der kleinen kasachstanischen Ölstadt Aktau und zog direkt nach dem Schulabschluss nach Europa. Dort studierte sie in Deutschland, Spanien und Polen und startete nach ihrem Bachelor ihre Karriere in der Zentrale der Bosch GmbH in Stuttgart. Die Arbeit in einem internationalen Technologiekonzern setzte für sie hohe professionelle Maßstäbe, zugleich wuchs jedoch der Wunsch, nicht nur Teil eines etablierten Systems zu sein.
Aus persönlicher Motivation und dem Interesse am sich entwickelnden kasachstanischen Markt kehrte sie 2017 in ihre Heimat zurück und wurde Teil des ersten Teams des Technoparks Astana Hub. Mit diesem Projekt begann ihre nachhaltige Begeisterung für IT-Start-ups und das unternehmerische Ökosystem.

Lange Zeit konnten ihre Eltern ihren beruflichen Weg nicht nachvollziehen und hätten sie lieber auf einer klassischen Karriereleiter gesehen, etwa in der Ölindustrie. Sie selbst versucht jedoch, sich nicht auf Stereotype oder Hindernisse zu fokussieren, auch wenn die globalen Zahlen deutlich zeigen, dass Gründerinnen weiterhin stark unterfinanziert sind. Diese Ungleichgewichte erklärt sie mit historischen und kulturellen Faktoren – zugleich sieht sie sich und andere Unternehmerinnen in Kasachstan als erste Welle, die den Markt aktiv verändert.
Der Aufbau von IT-Start-ups ist heute ihr zentrales Tätigkeitsfeld. Angetrieben wird sie vom Glauben an sich selbst und an die Kraft von Technologie, langfristig Branchen und Menschen positiv zu beeinflussen. Diese Vision und ihre Ambitionen, internationale Projekte umzusetzen, geben für sie klar die Richtung vor.

Weibliche Führungskräfte schließen sich derzeit zusammen und bündeln ihre Kräfte, was sehr erfreulich ist. Auch immer mehr Männer unterstützen und erkennen die Bedeutung von Unternehmerinnen in der Marktwirtschaft Kasachstans.
„Ich wünsche mir mehr Selbstvertrauen und Zuversicht für jede Frau in ihrer beruflichen Entwicklung. Ich würde empfehlen, geplante Ideen so schnell wie möglich auszuprobieren. 80 Prozent Sicherheit bei einer Entscheidung sind besser als etwas, das später mit 90 Prozent Sicherheit unternommen wird. 100 Prozent Sicherheit wird es nie geben. Später wird die Hypothese höchstwahrscheinlich nicht funktionieren und die Chance wird verpasst sein. Beginnen Sie mit kleinen Projekten und steigen Sie gleichzeitig in das VC-Ökosystem ein. Haben Sie keine Angst vor Versuch und Irrtum – das gehört dazu“, sagt Jenis.
Die IT-Branche war nie eine typisch männliche Domäne, und in den letzten Jahren entscheiden sich immer mehr Frauen für eine Karriere in der Informationstechnologie. Frauen, die in die Technologiebranche kommen, bringen neue Ansätze, Liebe zum Detail und Mut zum Experimentieren mit. Jede von ihnen beweist, dass Kompetenz kein Geschlecht hat. Und trotz aller Stereotypen zeigen unsere Heldinnen mit ihrem Beispiel, dass Professionalität und Liebe zum Beruf der Motor sein können, um Träume zu verwirklichen, und dass die Branche selbst offener und gerechter wird.
Aus dem Russischen von Sara Derbishova
Hook Report
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Frauen in Technologie in Zentralasien durchbrechen Stereotype