Karimow Usbekistan

Usbekistans Präsident im Krankenhaus

Am 28. August hat das usbekische Ministerkabinett offiziell die Einweisung des Präsidenten Islam Karimow ins Krankenhaus gemeldet. Karimow, 78, ist seit der Unabhängigkeit des Landes 1989 an der Macht. Wenige Tage vor dem 25. Jubiläum der Unabhängigkeit, am 1. September, wirft das viele Fragen zur Zukunft des Landes auf.

Seit mehreren Jahren spekulieren ausländische Medien und die oppositionelle Presse im Exil über den sich verschlechternden Gesundheitszustand des usbekischen Präsidenten Islam Karimow. Diesmal kommt die Meldung von offizieller Seite. Seit der Unabhängigkeit des Landes ist es das erste Mal, dass es eine offizielle Meldung zum Gesundheitszustand Karimows gibt. Die staatliche Presseagentur UzA veröffentlichte am 28. August eine kurze Pressemitteilung:

Das Ministerkabinett informiert, dass der Präsident der Republik Usbekistan Islam Karimow ins Krankenhaus eingewiesen wurde. Laut den Ärzten wird ein vollständige medizinische Untersuchung und anschließende Behandlung eine gewisse Zeit dauern.“

Eine notwendige Meldung

Die auf Zentralasien spezialisierte russische Seite Fergana.ru gibt an, in der Nacht des 27. August Informationen über einen Herzinfarkt des Präsidenten erhalten zu haben. Auch Radio Ozodlik, die usbekische Redaktion von Radio Free Europe/ Radio Liberty, bestätigt den Eingang von mehreren unüberprüfbaren Meldungen über eine starke Verschlechterung des Gesundheitszustands Karimows seit dem 27. August.

Die Mitteilung des Kabinetts lässt sich bestimmt auch durch das Annähernde Jubiläum der Unabhängigkeit erklären, an deren Feierlichkeiten der Präsident jährlich teilnimmt. Zudem kommt die Regierung somit Gerüchten zuvor, die sich üblicherweise wegen mangelndem Vertrauen in staatliche Quellen sehr schnell im Land verbreiten.

Die Unbekannte Nachfolge

Die Ankündigung lässt nun viel Raum für Spekulationen über eine mögliche Nachfolge des Präsidenten. Karimow hat sich 25 Jahre an der Macht gehalten und dabei gar seine eigene Tochter Gulnara Karimowa, eine mögliche Anwärterin auf seinen Platz, unter Hausarrest stellen lassen. So könnte sich in dem lange sehr stabilen Land ein Machtkampf um die Präsidentschaft andeuten. Eine Instabilität im bevölkerungsreichsten Staat Zentralasiens könnte sich auch auf die Nachbarländer auswirken, so der kirgisische Experte Mars Sarijew im Gespräch mit Regnum.ru.

Der tadschikische Politikwissenschaftler Chajrullo Mirsaidow ist der Ansicht, dass es bereits eine klare Nachfolge gibt: „Das politische System Usbekistans ist für einen möglichen Abtritt Karimows bereit. Sein Nachfolger wird der Premierminister Schawkat Myrsyjajew sein, der schon seit langem alle wichtigen Entscheidungen trifft“, so Mirsaidow im Gespräch mit Regnum.ru. Auch Danil Karimow, Chefredakteur von Fergana.ru nennt den Premierminister als möglichen Nachfolger.

Laut usbekischer Verfassung sollte der Präsident des Senats im Falle eines Ableben des Präsidenten die Nachfolge übernehmen.

Die Redaktion von Novastan.org

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