Mode mit Sinn: Eine karakalpakische junge Designerin widmet ihre neue Kollektion dem Aralsee

Die junge Designerin Aisada Sejtibajewa aus Nukus, Hauptstadt der Autonomen Republik Karakalpakistan in Usbekistan, arbeitet nationale Kleidungen im modernen Stil aus. Die Stücke ihrer Kollektion beziehen sich auf Identität des Volkes. Ihre Brautkleider sind besonders beliebt. Die sind aber nicht nur für schönes Aussehen da, sondern demonstrieren auch die ökologische Katastrophe des Aralsees. Aisada Sejtibajewa erzählt von ihrer Kunst und ihrem Weg zum Designen. Der Artikel wurde von Novastan übersetzt und erschien im Original auf TheOpenAsia.

Ich studiere jetzt Internationale Beziehungen an der Western University Baku. Ich hatte aber die Berufsschule für Model-Designer abgeschlossen. Das war schon als Kind mein Hobby, das ein Teil meiner Seele geworden ist.

Als ich in der Grundschule war, hat meine Mutter im Museum gearbeitet. Nach der Schule habe ich sie jeden Tag besucht. Ich fand es sehr interessant, die historischen Kleider zu betrachten und sie kennenlernen. Im Museum arbeitete eine Mitarbeiterin, die immer nationale Muster an Portemonnaies und Taschen annähte. Sie hat mir Sticken beigebracht und so habe ich Interesse an Schneidern empfunden. Nach meinem Abschluss in der Berufsschule habe ich es schon geschafft, ein kleines Unternehmen für meiner handgefertigten nationalen Kleidung zu eröffnen.

Erste Modenschau

2013 wurde ich für das Festival Asrlar Sadosi– Echo of Centuries als Model eingeladen. Nach meiner Teilnahme hatte ich den großen Wunsch, selbst eine Kollektion zu kreieren. Nach einem Jahr schon ist es mir mit der Unterstützung der Berufsschule gelungen, meine erste Modenschau durchzuführen.

Beim Designen meiner Kostüme folge ich nicht einem bestimmten Stil. Ich mag bequeme und kombinierte Kleidungen, welche man sich an den Veranstaltungen und auch im Alltag anziehen kann. Besonders macht mir Spaß, Kleider für Hochzeiten zu schaffen, wahrscheinlich einer der wichtigsten Tage im Leben junger Menschen . Alle wollen, dass dieser Tag schön, einmalig und unvergesslich wird. Und das ist sehr erfreulich, dass junge Leute sich für alte Traditionen interessieren und Hochzeitskleidungen im nationalen Stil bestellen.

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Oft verwende ich Naturstoffe, aber auch gerne Stoffe anderer Länder und Nationalitäten, um Symbiosen zu schaffen. Ich lasse mich von der Geschichte unserer Region oder Traditionen, die sich mit Kleidungen verbinden, inspirieren. Ich möchte neue Ansätze schaffen, aber gleichzeitig die Traditionen bewahren. Ich habe Glück, dass meine Mutter Doktorin der Geschichtswissenschaften ist. Ich frage sie immer in Sachen Ethnographie.

Wie der Aralsee Thema für neue Kollektion geworden ist

Als ich durch die Wüste fuhr, wo einst ein reines Meer war, erkannte ich die ganze Katastrophe. Das passiert jetzt in unseren Ländern. Ich habe tief die Traurigkeit in meiner Seele gefühlt, da dieser große See verloren gegangen ist . Dies ist ein enormer Verlust, der jeden betrifft. Über dieses globale Problem sollte sich jeder Gedanken machen. Aber ist es jedem bewusst?

Ich wollte die Katastrophe in meiner Kollektion  “Am Ufer vom Aralsee” zum Ausdruck bringen, um alle darauf aufmerksam zu machen, , dass dieser See 80 Prozent seines Wassers verloren hat. Mit dieser Kollektion möchte ich die Gefühle ausdrücken, die ich nicht in Worte fassen kann. Die Kollektion wird mit der Zeit fertig. Ich freue mich schon auf die ganze Kollektion und hoffe auf das Beste…

 

The Open Asia

Aus dem Russischen übersetzt von Sobira Majidova

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