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Kirgisischer Film „Sajakbaj“ in Montreal prämiert

Der Spielfilm „Sajakbaj. Homer des 20. Jahrhunderts“ des kirgisischen Regisseurs Ernest Abdyschaparow hat auf dem World Film Festival in Montreal den Preis für „visuelle Innovation zur Weitergabe mündlicher Traditionen“ gewonnen, berichtet Kloop.kg. Ein weiterer Erfolg, für die wieder heranwachsende kirgisische Filmindustrie.

Wie der Leiter der Stiftung „Sajaknaj Manastschi“, Samat Ibrajew, berichtete, konnten die Schauspieler und der Regisseur nicht zum Festival anreisen. Daher nahm die kirgisische Konsulin Alexandra Okunewa den Preis in Empfang.

Das Festival für Filme der Welt fand vom 24. August zum 4. September statta. Insgesamt nahmen etwa 250 Regisseure aus der ganzen Welt teil, aber nur 18 Filme wurden prämiert.

Porträt eines Manastschi

Der Spielfilm „Sajakbaj“ widmet sich dem Leben und dem Werk von Sajakbaj Karalajew, einem der berühmtesten Erzähler des kirgisischen Epos „Manas“.

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Die Rolle Karalajews wurde von drei Schauspielern besetzt: Marat Schantalijew für den älteren, Baktybek Nurmat uulu für den erwachsenen und Umot Doolot uulu für den jungen Charakter.

Im Film kommt auch der Charakter des Schriftstellers Tschingis Ajtmatow vor, der von dessen jüngstem Sohn Eldar Ajtmatow gespielt wird.

Ein Festival für kulturelle Vielfalt

In den kirgisischen Kinos startete „Sajakbaj. Homer des 20. Jahrhunderts“ am 7. September.

Das internationale Filmfestival in Montreal ist eines der ältesten in Kanada und mit dem Festival von Toronto das einzige nordamerikanische Festival, das vom internationalen Verband von Filmemachern akkreditiert ist.

Das Ziel des Festivals ist die Förderung kultureller Vielfalt und grenzüberschreitender gegenseitiger Verständigung.

Erfolge des kirgisischen Kinos

Im Jahr 2016 wurde Kirgistan in Montreal durch den Film „Eines Vaters Wille“ (Saweschanije otsa) von Bakyt Mukul und Dastan Dschapar vertreten, der den Preis für den besten Debütfilm erhielt.

In den 1960ern war erstmals von einem „kirgisischen Wunder“ der Filmindustrie die Rede, als die Filmstudios Kyrgyzfilm viele in der Sowjetunion renommierte Filme produzierten, wie zum Beispiel der Debütfilm des russischen Regisseurs Andrej Kontschalowskij, „der erste Lehrer“.

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Doch in den letzten Jahren scheint das kirgisische Kino zu einer neuen Blüte zu kommen. Der im Herbst 2014 erschienene Blockbuster „Kurmadschan Datka“ von Sadyk Schar-Nijas vertrat Kirgistan in der Vorauswahl für die Kategorie ausländischer Filme bei den Oscars und wurde auf mehreren internationalen Filmfestivals gezeigt. Erst im Februar hatte der Film „Centaur“ von Aktan Arym Kubat den unabhängigen CICAE Art Cinema Award gewonnen.

Wie im Juli berichtet wurde, hat Kyrgyzfilm nun auch ein Studio für Zeichentrickfilme eröffnet. Der erste kirgisische Zeichentrickfilm ist für November dieses Jahres geplant. Womöglich wird Kirgistan demnächst auch in der Kategorie international Präsent sein.

Alexandra Titowa
Kloop.kg

Aus den russischen übersetzt und ergänzt von Florian Coppenrath

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Ich bin dem frisch gegründeten Novastan gleich bei meiner ersten Kirgistan-Reise Ende 2011 beigetreten. Erst war ich Redakteur, dann Begründer der deutschsprachigen Version. Heute bin ich für die Verbindungen zwischen den verschiedenen Teilen von Novastan und für die strategische Entwicklung des Projektes zuständig. Nach drei Jahren in Kirgistan, zuletzt als Bosch-Lektor in Osch, arbeite ich heute an der Entwicklung von "Wikistan" einer baldigen Netzwerkplattform für die Zentral-Eurasien-Forschung. Seit März diesen Jahres bin ich ebenfalls in der Forschung tätig und schreibe eine Doktorarbeit über Hip-Hop in Kirgistan am Zentralasienseminar der Humboldt Universität zu Berlin. --------------------------------------------------------------- Mon premier voyage à Bichkek en décembre 2011 m'amena à rejoindre le magazine Novastan.org fraichement fondé. J'y étais d'abord actif en tant que rédacteur, puis en tant que fondateur et coordinateur de la version germanophone en été 2013. Aujourd'hui je suis en charge des liens entre les différentes parties d Novastan et du développement stratégique du projet. Après trois ans au Kirghizstan, dernièrement en tant que médiateur culturel pour la fondation Bosch à l'université d'Och, je travaille au développement de "Wikistan", un réseau pour la recherche sur l'Eurasie centrale. Depuis mars 2018, je suis également doctorant en études centre-asiatiques et étudie le Hip-Hop dans les villes du Kirghizstan.

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