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Zentralasien 2030: Die Zukunft der Printmedien in Usbekistan

Seit Jahren verlieren die Printmedien in Deutschland an Bedeutung, während Internetnachrichten an Bedeutung gewinnen. Doch wie sieht die Lage in Usbekistan? Folgender Beitrag entstand im Rahmen des internationalen Podcastprojektes „Zentralasien 2030“ .

Welche Medien werden in Usbekistan am meisten genutzt? Welchen Nachrichtenquellen vertraut und warum? Eine Umfrage auf den Straßen von Tachkent ergibt ein gemischtes Bild:

In meinem Alltag benutze ich mehr Internet, weil man dort Informationen und Daten austauschen kann. Das Medium ist auch sehr bequem für Recherche und zum chatten. Wenn man Zeitungen oder Zeitschriften liest, braucht man dafür oft Extrazeit und Geld, um zum Kiosk zu gehen und sie zu kaufen. Das finde ich langweilig.

Ich lese Nachrichten lieber in Zeitungen, weil ich schon alt bin und das Internet nicht benutzen kann.  Zum Fernsehen habe ich leider keine Zeit. Dafür ist die Printversion überall zu lesen.

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Ich bevorzuge die Nachrichten im Fersehen, weil sie sehr vertrauenswürdig und schnell sind. Außerdem werden die Nachrichten im Fernsehen neu und live übertragen, was für die Zuschauer besonders spannend ist.

Teils sehe ich die Nachrichten im Fernsehen, teils höre ich Radiosendungen. Ehrlich gesagt verlasse ich mich auf die Zeitschriften und auf die Zeitungen, weil man dort viel neues erfahren kann. Außerdem behält man das, was man gelesen hat, weiter im Kopf.

Mediennuztung vom Alter abhängig

Über die mögliche Situation von Medien heute und in der Zukunft hat Nargiza Baktyarowna mit uns gesprochen. Sie lehrt an der Nationalen Universität für Bildende Kunst und Design. Sie stellt fest, dass das Internet wichtiger und besser erreichbar geworden ist.

Auf die Frage, wer in Usbekistan welche Medien benutzt, bemerkt sie: „Die Nutzung von Massenmedien hängt vom Alter ab. Erwachsene lesen lieber aktuelle Nachrichten. Jugendliche bevorzugen unterhaltsame Inhalte.

Printmedien noch lange nicht vor dem Aus

Nargiza selbst bezieht ihre Informationen aus dem Internet. Für die Vorbereitung ihres Unterrichts recherchiert sie aber häufiger in den Printmedien. Wenn man eine gedruckte Version in den Händen hält, spürt man das Papier und kann wirklich in den Inhalt eintauchen, wie sie sagt.

Der wichtigste Vorteil der Printmedien ist, dass man sie fühlen kann. Elektronische Medien sind erreichbarer, aber das ist schon eine digitalisierte Version des Lesens und kann auch der Gesundheit schaden. Für die Augen ist häufiges Lesen mit dem Laptop oder dem Tablett nicht gut.

Heutzutage ist es schwierig, ohne digitale Medien zu leben, denn sogar an Schulen wächst der Digitalisierungsdrang. Nargiza macht über die weitere Entwicklung der Printmedien in Usbekistan folgende Prognose:

Bis 2030 werden nur einige Ausgaben von Zeitungen oder Magazinen verschwinden.  Aber Printmedien im Ganzen werden in unserem Leben immer vorhanden sein. Ich denke, dass das niemals veralten wird.

Wenn man liest erweitert man auf jeden Fall sofort seinen Wortschatz und bekommt neue Informationen. Es spielt dabei keine Rolle, ob es Internetzeitungen oder -magazine sind. Das wichtigste ist selbst die Inhalte zu filtern und zu analysieren.

Alyona Gula und Bobomurod Mukkhidinow
Zentralasien 2030

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