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	<title>Sadyr Dschaparow Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Sun, 29 Mar 2026 10:17:41 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Sadyr Dschaparow Archives</title>
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		<title>Warum Macht-Tandems oft nicht von langer Dauer sind</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Mar 2026 15:59:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>In Kirgistan ist das Tandem der &#x201E;zwei Freunde&#x201C;, das zwischen Pr&#xE4;sident Sadyr Dschaparow und dem ehemaligen Geheimdienstchef Kamtschybek Taschijew &#xFC;ber f&#xFC;nf Jahre Bestand hatte, bereits in Vergessenheit geraten. Die Erfahrungen Kirgistans und seiner Nachbarl&#xE4;nder best&#xE4;tigen: Politische Tandems sind verg&#xE4;nglich, die politische Tradition tendiert zu einem personalistischen Regierungsmodell. &#x201E;Wir haben einen gemeinsamen Weg, gemeinsame Ziele, deshalb [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan ist das Tandem der „zwei Freunde“, das zwischen Präsident Sadyr Dschaparow und dem ehemaligen Geheimdienstchef Kamtschybek Taschijew über fünf Jahre Bestand hatte, bereits in Vergessenheit geraten. Die Erfahrungen Kirgistans und seiner Nachbarländer bestätigen: Politische Tandems sind vergänglich, die politische Tradition tendiert zu einem personalistischen Regierungsmodell.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir haben einen gemeinsamen Weg, gemeinsame Ziele, deshalb gehen wir gemeinsam durchs Leben“</em>, meinte Kamtschybek Taschijew in einer Anfang 2026 erschienenen Dokumentarserie auf YouTube, in der über die fünfjährige Präsidentschaft seines Freundes Sadyr Dschaparow berichtet wurde. <em>„Nur der Tod kann uns trennen“</em>, erklärte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger als zwei Monate später zerbrach das Bündnis zwischen Dschaparow und Taschijew. Beide leben noch, doch der erste ist an der Macht und sitzt nach wie vor im Präsidentenamt, während der zweite seine einflussreichen Posten als Vorsitzender des Staatlichen Komitees für nationale Sicherheit sowie als Vizepremier verlor.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Zwei Schafsköpfe passen nicht in einen Topf“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dschaparow entließ Taschijew am 10. Februar, als dieser sich wegen einer Behandlung im Ausland aufhielt. Taschijew bezeichnete diesen Schritt als Überraschung. Einige Tage später kehrte er aus Europa zurück, blieb jedoch nicht lange in der Heimat und reiste erneut ins Ausland. Der Präsident machte deutlich: Er habe sich mit Taschijew getroffen, mit ihm gesprochen und ihm erklärt, dass sein ehemaliger Verbündeter keine Posten im Staatsdienst mehr erhalten würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Tandem zerbrach nach einem offenen Brief von 75 Politikern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an den Präsidenten. Die Verfassenden forderten vorgezogene Präsidentschaftswahlen in diesem Jahr und schürten damit die Debatte über die Amtszeit von Dschaparow und die Rechtmäßigkeit seiner Machtausübung. Die Antwort der Präsidialverwaltung war die Entlassung von Taschijew; Dschaparow erklärte, er habe dies getan, um die Einheit zu wahren, und beschuldigte die Initiierenden des offenen Briefes, Druck auf Abgeordnete und Beamte auszuüben mit der Forderung, <em>„auf die Seite des Generals [gemeint ist Taschijew, Anm. d. Übers.] zu wechseln“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-entlassung-von-geheimdienst-chef-kirgistan-baut-machtapparat-um/">Nach Entlassung von Geheimdienst-Chef: Kirgistan baut Machtapparat um</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Fünf Unterzeichner des Aufrufs wurden festgenommen; ihnen wurde <em>„versuchte Organisation von Massenunruhen“</em> vorgeworfen. Taschijew hatte – nach offiziellen Angaben – weder mit dem Schreiben noch mit den angeblich geplanten Unruhen etwas zu tun. Formelle Vorwürfe gegen den ehemaligen Chef des Geheimdienstes gab es nicht, doch die sich in Kirgistan entfaltende Kampagne betraf seine direkten Protegés und wurde als <em>„Säuberung der Taschijew-Leute“</em> bezeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Festgenommen wurden mehrere hochrangige Mitarbeiter des GKNB, die als Vertraute des ehemaligen Vorsitzenden galten. Im Komitee selbst finden Umstrukturierungen und Entlassungen statt; der Grenzschutz und der Personenschutzdienst für die Spitzenpolitiker des Staates wurden aus seiner Struktur ausgegliedert. Parallel dazu wurde die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses initiiert, in den ein Teil der Funktionen des GKNB übertragen werden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab einen Wechsel bei den stellvertretenden Vorsitzenden des GKNB, bei drei Ministern sowie beim Bürgermeister von Osch, der zweitgrößten Stadt Kirgistans. Mehrere Abgeordnete legten ihre Mandate nieder, darunter <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Nurlanbek_Turgunbek_uulu">Nurlanbek Turgunbek uulu</a>, der als Sprecher des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschogorku_Kengesch">Dschogorku Kengesch</a> fungierte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Am 17. Februar setzte das Verfassungsgericht einen Schlusspunkt in der Debatte darüber, ob vorgezogene Präsidentschaftswahlen notwendig seien. Das Gericht entschied, dass die Wahlen am 24. Januar 2027 stattfinden würden. Am selben Tag verließ Kamtschybek Taschijew Kirgistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Tandem aus Dschaparow und Taschijew, das im Zuge der Revolution von 2020 an die Macht gekommen war, hielt etwas mehr als fünf Jahre. Die Doppelherrschaft habe sich erschöpft, meinen Beobachtende: <em>„Dieses Tandem widersprach allen Gesetzen der Politik, allen Gesetzen der Macht“</em>, meint der politische Kommentator Musurkul Kabylbekow. <em>„Seit jeher besagt ein kirgisisches Sprichwort: ‚Zwei Schafsköpfe passen nicht in einen Topf.‘ Deshalb war dies zu erwarten, früher oder später musste es so kommen.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Frühere Tandems in der Politik Kirgistans</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tandems gab es in der wechselhaften Geschichte der Politik Kirgistans schon früher, aber keine, die so lange Bestand hatten. Im Jahr 2005, nach der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tulpenrevolution">Tulpenrevolution</a>, bildete sich ein Bündnis der beiden damals beliebtesten Politiker – <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurmanbek_Bakijew">Kurmanbek Bakijew</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Felix_Kulow">Feliks Kulow</a>. Der erste wurde zum Präsidenten gewählt, der zweite wurde Premierminister.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kulow hatte das Amt des Regierungschefs etwas mehr als ein Jahr inne. Im Gespräch mit Azattyk Asia merkt er an, dass sich sein Bündnis mit Bakijew deutlich von jenem zwischen Dschaparow und Taschijew unterschied. Es handelte sich nicht um ein Bündnis von Freunden, sondern, wie er sagt, um eine politische Vereinbarung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almasbek_Atambajew">Almasbek Atambajew</a>, der Nachfolger Bakijews, bezeichnete seinen Mitstreiter <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sooronbai_Dscheenbekow">Sooronbaj Dschejenbekow</a> während seiner Präsidentschaft als „Freund“. Im Jahr 2017 übergab er das Amt an Dschejenbekow und leistete ihm während des Wahlkampfs erhebliche Unterstützung. Obwohl Atambajew sein Amt niederlegte, verschwand er nicht aus der politischen Arena, und die Personen, die unter ihm hohe Ämter bekleidet hatten, blieben zunächst auch unter Dschejenbekow im Amt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-steckt-hinter-den-vorgezogenen-parlamentswahlen-in-kirgistan/">Was steckt hinter den vorgezogenen Parlamentswahlen in Kirgistan?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wenige Monate nach der Amtseinführung wurde der Stab des Präsidenten von Beamten <em>„gesäubert“</em>, die unter seinem Vorgänger gearbeitet hatten, und einige Regierungsmitglieder sowie der Premierminister wurden zu Beschuldigten in Strafverfahren. Atambajew selbst wurde seines Status als Ex-Präsident beraubt und geriet ebenfalls in den Fokus strafrechtlicher Ermittlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 2019 wurde Atambajew festgenommen. Bei dem Versuch, ihn in einem Dorf in der Nähe von Bischkek festzunehmen, kam es zu Unruhen, bei denen ein Mitarbeiter der beteiligten Spezialeinheit ums Leben kam. Heute zeigt sich der 2020 gestürzte Dschejenbekow nur noch selten in der Öffentlichkeit, während sein ehemaliger Verbündeter Atambajew zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, 2023 jedoch zu einer medizinischen Behandlung ins Ausland reiste und seither nicht mehr ins Land zurückgekehrt ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Doppelherrschaft nach kasachstanischer Art</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan ist nicht das einzige Beispiel für politische Tandems in Zentralasien. In der jüngeren Geschichte Kasachstans hielt die „Doppelherrschaft“ weniger als drei Jahre an. Nach dem Rücktritt des ersten Präsidenten des Landes, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nursultan Nasarbaev</a>, der beinahe 30 Jahre lang regiert hatte, übernahm <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qasym-Jomart_Toqaev">Qasym-Jomart Toqaev</a> als Sprecher der Oberkammer des Parlaments im März 2019 das Amt des Staatsoberhauptes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nasarbaev behielt jedoch den Posten des Vorsitzenden des einflussreichen Sicherheitsrates, mit dem der Präsident wichtige Ernennungen abstimmen musste. Er genoss weiter den Status eines „Elbasy“ (Führer der Nation), der ihm weitreichende Privilegien einräumte, während seine Verwandten ganze Wirtschaftszweige kontrollierten und bedeutende Ämter bekleideten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den ersten drei Jahren der Präsidentschaft Toqaevs, der im Schatten Nasarbaevs stand, schien dieses Konstrukt stabil zu sein. Er betonte die Kontinuität des Kurses, trieb soziale Initiativen vorsichtig voran und geriet nicht in öffentliche Konflikte mit der „Bibliothek“ – so nannten politische Kreise das Umfeld Nasarbaevs, der nach seinem Rücktritt vom <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ak-Orda-Palast">Aqorda-Palast</a> [offizieller Sitz des Präsidenten Kasachstans, Anm. d. Übers.] in das Gebäude der „Bibliothek des ersten Präsidenten“ umgezogen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Politikwissenschaftler Viktor Kowtunowskij stellt fest, dass die beiden Institutionen – die Akorda und die „Bibliothek“ – letztlich in Konflikt miteinander gerieten: <em>„Im Wesentlichen gab es keine Gewaltenteilung zwischen dem ersten und dem zweiten Präsidenten. Im Gegenteil, sie überschnitten sich, was bedeutete, dass die Befugnisse des Staatsoberhauptes im Allgemeinen sehr umfangreich waren, gleichzeitig aber die Institution des „Elbasy“ entstand, der sogar das Recht hatte, präsidiale Entscheidungen zu blockieren.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Diese Widersprüche schufen eine Konfrontation zwischen zwei Institutionen. Letztlich führte diese Doppelherrschaft zu einem Bruch zwischen den beiden Herrschern, einem Putschversuch, Massenunruhen und Opfern unter Zivilist:Innen und Unbeteiligten. Und schließlich zur Stationierung ausländischer Truppen in Kasachstan“</em>, schlussfolgert der Experte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/vier-jahre-fuer-19-minuten-die-geschichte-von-aigerim-tleujanova-aktivistin-des-qantar/">Vier Jahre für 19 Minuten: Die Geschichte von Aıgerim Tleujanova, Aktivistin des Qantar</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeint sind die <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/landproteste-janaoezen-qantar-die-geschichte-der-proteste-kasachstans/">Qantar</a>-Massenproteste, die Anfang 2022 im Westen Kasachstans aufgrund einer Benzinpreiserhöhung ausbrachen und sich rasch auf andere Regionen ausweiteten. Die Demonstrierenden stellten zunächst wirtschaftliche, dann politische Forderungen und forderten den Rücktritt von Nasarbaev. Sie protestierten gegen Korruption, Vetternwirtschaft und mangelnde soziale Mobilität. In mehreren Städten arteten die Proteste in Ausschreitungen, Plünderungen, Besetzungen und Brandstiftungen an Regierungsgebäuden aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund übernahm Toqaev den Vorsitz des Sicherheitsrates und befahl den Sicherheitskräften, ohne Vorwarnung das Feuer zu eröffnen. Noch dazu bat er die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_%C3%BCber_kollektive_Sicherheit">Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVOKS)</a> um militärische Unterstützung. Beobachtende gehen davon aus, dass der Einsatz ausländischer Truppen [v. a. russischer, Anm. d. Übers.] den Ausgang der Auseinandersetzung zwischen den kasachstanischen Eliten bereits vorwegnahm.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Doppelherrschaft statt Tandem</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Kowtunowskij beendete der Qantar die Doppelherrschaft – der Politologe spricht bewusst nicht von einem Tandem: <em>„Was wir in Kasachstan von 2019 bis 2022 beobachteten, kann meiner Meinung nach nicht als Tandem bezeichnet werden, da die Beziehung von Anfang an anders war. Ein Tandem setzt zwei gleich mächtige politische Figuren voraus, die gemeinsam an die Macht kommen und ihre Zuständigkeitsbereiche aufteilen. In unserem Fall war das überhaupt nicht der Fall. Es gab einen Anführer, Nasarbaev, und Toqaev war stets sein Untergebener“</em>, betont Kowtunowskij.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des „Blutigen Januars“ 2022 wurde Qarim Masimov, der Chef des Nationalen Sicherheitskomitees und ein enger Vertrauter Nasarbaevs, verhaftet. Dies markierte einen Wendepunkt im politischen System Kasachstans – die faktische Zerstörung des bisherigen Machtgleichgewichts. Masimov wurde später wegen versuchten Staatsstreichs und Hochverrats angeklagt und zu 18 Jahren Haft verurteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/praesident-toqaev-vollzieht-in-kasachstan-eine-umgestaltung-der-institutionen/">Präsident Toqaev vollzieht in Kasachstan eine Umgestaltung der Institutionen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Zusammenbruch des Tandems Dschaparow-Taschiew in Kirgistan ohne größere Krise oder offenen Konflikt, sondern durch eine Reihe von Personalwechseln erfolgte, war die Auflösung des Duos in Kasachstan die Folge eines Notfalls. Die Logik ist jedoch ähnlich: Eine formal einheitliche vertikale Machtstruktur duldet keine parallelen Einflusszentren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Qantar-Ereignissen festigte Toqaev seine Macht, verteilte die Autorität konsequent neu, änderte die Verfassung, leitete eine Umbenennung der Regierungspartei ein und distanzierte sich von seinem Vorgänger. Nasarbaev selbst verlor seinen früheren Status und seine öffentliche Präsenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kasachastanische Beispiel zeigt, dass selbst ein sorgfältig konstruiertes System mit institutionellen Garantien für einen „sensiblen“ Verbündeten nicht vor Revisionen gefeit ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Tandem als kurzfristiges Phänomen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese beiden Fälle – aber auch das ehemalige Tandem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dmitri_Anatoljewitsch_Medwedew">Medwedjew</a>-Putin in Russland – zeigen, dass Tandems im postsowjetischen Raum meist nur vorübergehende Modelle darstellen. Letztlich tendiert das System zu einem einzigen Entscheidungszentrum. Zwei Führungspersönlichkeiten mit vergleichbarem Einfluss geraten früher oder später in eine Konfrontationsphase – sei es offen oder verdeckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan verlief der Zerfall des Tandems Dschaparow-Taschijew relativ schnell und ohne offenen Konflikt, ging aber mit dem Verlust der Machtposition eines der Partner im Staatsapparat einher. In Kasachstan führte die Krise zu einer Machtverschiebung zugunsten Toqaevs. In Russland endete das Tandem mit einer geplanten Umstrukturierung und der Rückkehr zum bekannten Modell der einseitigen Dominanz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die postsowjetische politische Tradition tendierte im Allgemeinen zu einem personalistischen Modell, in dem die Machtteilung zwischen den Tandempartnern als vorübergehend angesehen wird. Der Zusammenbruch der Partnerschaft zwischen Dschaparow und Taschiew in Kirgistan bestätigt dieses Muster einmal mehr.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion Azattyk Asia</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://www.azattyqasia.org/a/33686686.html">Russischen</a> (und gekürzt) von Michèle Häfliger</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/warum-macht-tandems-oft-nicht-von-langer-dauer-sind/">Warum Macht-Tandems oft nicht von langer Dauer sind</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Nach Entlassung von Geheimdienst-Chef: Kirgistan baut Machtapparat um</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Mar 2026 08:27:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[GKNB]]></category>
		<category><![CDATA[Kamtschybek Taschijew]]></category>
		<category><![CDATA[Sadyr Dschaparow]]></category>
		<category><![CDATA[Tandem]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 10. Februar hat Kirgistans Pr&#xE4;sident Sadyr Dschaparow den Leiter des Staatlichen Komitees f&#xFC;r Nationale Sicherheit (GKNB), Kamtschybek Taschijew, entlassen. Mit der Absetzung seines langj&#xE4;hrigen Wegbegleiters beendet Dschaparow ein B&#xFC;ndnis, das den politischen und sicherheitspolitischen Apparat Kirgistans ma&#xDF;geblich gepr&#xE4;gt hat. Das seit &#xFC;ber f&#xFC;nf Jahren in Kirgistan herrschende Tandem ist endg&#xFC;ltig zerbrochen. Am 10. Februar [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 10. Februar hat Kirgistans Präsident Sadyr Dschaparow den Leiter des Staatlichen Komitees für Nationale Sicherheit (GKNB), Kamtschybek Taschijew, entlassen. Mit der Absetzung seines langjährigen Wegbegleiters beendet Dschaparow ein Bündnis, das den politischen und sicherheitspolitischen Apparat Kirgistans maßgeblich geprägt hat.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das seit über fünf Jahren in Kirgistan herrschende Tandem ist endgültig zerbrochen. Am 10. Februar hat Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschparow</a> per Dekret <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kamtschybek_Taschijew">Kamtschybek Taschijew</a>, den Leiter des Geheimdienstes <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/GKNB_(Kirgisistan)">GKNB</a> (Staatliches Komitee für Nationale Sicherheit) entlassen. Somit beendet der Präsident nicht nur die langjährige Zusammenarbeit mit seinem engsten Verbündeten, sondern erlangt auch die Kontrolle über den Sicherheitsapparat zurück, der eine der Säulen des seit seinem Amtsantritt 2020 etablierten Systems bildete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als fünf Jahre lang war Kamtschybek Taschijew nach dem Präsidenten der zweitmächtigste Mann des Landes. Er leitete wichtige Antikorruptionsermittlungen, trat bei Aufsehen erregenden Verhaftungen öffentlich in Erscheinung und verkörperte einen allgegenwärtigen Sicherheitsapparat. Als Mitbegründer der Partei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mekentschil">Mekentschil</a> und Schlüsselfigur in den politischen Umwälzungen, die Dschaparow an die Staatsspitze brachten, hatte er die Sicherheitsdienste schrittweise zu einer tragenden Säule des Regimes ausgebaut. In einem politischen System, das von der Personalisierung der Macht geprägt ist, reichte sein Einfluss weit über den institutionellen Rahmen seiner Position hinaus.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Unter seiner Führung etablierte sich das GKNB als eine der Schaltzentralen des Staates. Seine Befugnisse wurden erweitert, die Ressourcen gestärkt und die öffentliche Präsenz erhöht. Interne Beförderungen, die Zuteilung von Wohnungen an Offiziere, Vetternwirtschaft und direkte Eingriffe in die Verwaltung heikler Wirtschaftsangelegenheiten: Kamtschybek Taschijew hatte schrittweise ein Netzwerk aus Macht und Loyalität aufgebaut, das das Gleichgewicht des Regimes strukturierte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Sicherheitsarchitekt des Regimes</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Taschijew begann seine politische Karriere 2007 als Minister für Katastrophenschutz. Nach Meinungsverschiedenheiten mit dem damaligen Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Danijar_%C3%9Css%C3%B6now">Danijar <u>Üsönow</u></a> trat er 2009 von seinem Amt zurück und schloss sich während der kirgisischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Regierungswechsel_in_Kirgisistan_2010">Revolution 2010</a> der Opposition an. Diese Ereignisse ermöglichten ihm die Gründung seiner Partei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ata-Schurt">Ata-Dschurt</a> im Jahr 2006 und den Sieg bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am 10. Oktober 2010 mit 15,89 Prozent der Stimmen und 28 Sitzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Somit kehrte er von 2010 bis 2013 als Abgeordneter des Obersten Kirgisischen Rates ins politische Leben zurück. 2014 fusionierte Ata-Dschurt mit der Partei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Respublika_(Partei)">Respublika</a>, um die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentswahl_in_Kirgisistan_2015">Parlamentswahlen 2015</a> zu gewinnen. Diese Fusion missfiel jedoch Taschijew, der Ata-Dschurt daraufhin verließ und stattdessen in Dschaparows Partei Mekentschil eintrat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wie-dschaparow-und-taschijew-den-mafia-staat-legalisieren/">Wie Dschaparow und Taschijew den „Mafia-Staat“ legalisieren</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentswahl_in_Kirgisistan_2020">Parlamentswahlen vom 4. Oktober 2020</a> eskalierten erneut zu einem Konflikt, der über die politische Ebene hinausging und zu großen Demonstrationen führte. In diesem neuen soziopolitischen Chaos erhöhten der ehemalige Premierminister Dschaparow und seine Anhänger, darunter Taschijew, den Druck auf Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sooronbai_Dscheenbekow">Sooronbaj Dscheenbekow</a>,. Dieser trat dann am 15. Oktober 2020 zurück. Daraufhin übernahm Dschaparow am 16. Oktober kommissarisch das Präsidentenamt und ernannte Taschijew zum Chef des Geheimdiensts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Einfluss zeigte sich auch während der Grenzkonflikte mit Tadschikistan im <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ueber-40-tote-bei-zusammenstoessen-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/?noredirect=de-DE">April 2021</a> und im <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgisisch-tadschikischer-grenzkonflikt-verschaerft-sich/">September 2022</a>. Als Chef des GKNB und somit der für die Grenzschutz zuständigen Organisation, spielte Taschijew eine zentrale Rolle bei der Durchführung der Operationen und den Waffenstillstandsverhandlungen. Die Krisen festigten sein Image als starker Mann und Garant der territorialen Integrität Kirgistans.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Demontage in verschiedenen Institutionen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entlassung Taschijews geht mit einer umfassenderen Umstrukturierung einher. Innerhalb des GKNB wurden außerdem Stellvertreter im Bereich Staatssicherheit entlassen. Präsident Dschaparow kündigte darüber hinaus <a href="https://kaktus.media/doc/541056_v_kyrgyzstane_bydet_sozdan_svoy_sledstvennyy_komitet.html">die Einrichtung eines ihm direkt unterstellten Untersuchungsausschusses</a> an, während der Aufgabenbereich des GKNB eingeschränkt werden sollte. Die Behörde werde sich künftig auf Nachrichtendienst, Spionageabwehr, Terrorismusbekämpfung und die Bekämpfung des organisierten Verbrechens konzentrieren, berichtet <a href="https://www.azattyqasia.org/a/33691914.html">Radio Azattyq</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es ist notwendig, das Staatliche Komitee für Nationale Sicherheit zu entpolitisieren und es vom Einfluss politischer Parteien, Ideologien und verschiedener Interessengruppen zu befreien“</em>, erklärte Dschumgalbek Schabdanbekow, der am 19. Februar zum neuen Leiter des GKNB <a href="https://24.kg/english/362707__Zhumgalbek_Shabdanbekov_appointed_SCNS_Chairman_by_presidential_decree/">ernannt wurde</a>, in einem Interview mit der Lokalzeitung <a href="https://www.vb.kg/doc/455758_intervu_s_novym_glavoy_gknb_jymgalbekom_shabdanbekovym.html">Wetscherny Bischkek</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/world-nomad-games-2026-wasserproblematik-als-thema-des-wettbewerbs/">World Nomad Games 2026: Wasserproblematik als Thema des Wettbewerbs</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Umstrukturierung beschränkt sich nicht allein auf den Sicherheitsapparat. Der Minister für natürliche Ressourcen, Ökologie und technische Aufsicht, <a href="https://akipress.com/news:879484:Minister_of_Natural_Resources_and_Ecology_dismissed/">Meder Maschijew</a>, und sein Stellvertreter, <a href="https://akipress.com/news:879624:First_Deputy_Minister_of_Natural_Resources_dismissed/">Bolot Jusupbekow</a>, wurden entlassen. Im Süden des Landes, der als Taschijews Hochburg gilt, werden die Bürgermeister der Großstädte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Manas_(Stadt)">Manas</a> [bis 2025 Dschalalabad, Anm. d. Ü.] ausgetauscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch gravierender ist jedoch, dass enge Vertraute von Kamtschybek Taschijew betroffen sind. Während der Parlamentssitz seines Bruders Schaiyrbek Taschijew <a href="https://24.kg/english/362237_Shaiyrbek_Tashiev_denies_criminal_case_and_detention_reports/">trotz Gerüchten</a> über seine Entlassung und Verhaftung noch nicht in Frage gestellt wurde, wurde sein Neffe, der Leiter der Transportstaatsanwaltschaft Nurgasy Matisakow, <a href="https://24.kg/english/362036_Nephew_of_Tashiev_dismissed_as_head_of_transport_prosecutors_office__media/">seines Amtes enthoben</a>. Diese Entscheidungen spiegeln den Wunsch wider, nicht nur eine Einzelperson, sondern eine ganze Familie und ein politisches Netzwerk auszuschalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Bruch vor der Präsidentschaftswahl</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bruch erfolgt ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl 2027, in einem Klima, das von Kritik an der Wirtschafts- und Energielage sowie einer Petition für vorgezogene Neuwahlen geprägt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Staatsoberhaupt versucht indes zu beruhigen: Am 13. Februar <a href="https://24.kg/english/361842_President_There_is_no_division_into_Japarovs_team_or_Tashievs_team/">erklärte</a> der Präsident, es gebe keine Spaltung zwischen seinen Anhänger:innen und jenen seines ehemaligen Verbündeten. Seine <em>„Freundschaft mit Kamtschybek Taschijew“</em> <a href="https://24.kg/english/361841_Sadyr_Japarov_Our_friendship_with_Kamchybek_Tashiev_will_continue___/">werde bestehen bleiben</a>. Wenige Tage später <a href="https://24.kg/english/362168_Japarov_on_Tashiev_We_remain_friends_but_he_will_not_return_to_public_service/">fügte er hinzu</a>: <em>„Wir bleiben Freunde. Er wird seine öffentlichen Ämter aber nicht wieder aufnehmen. Er muss sich ausruhen und sich auf seine Gesundheit konzentrieren.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-bausteine-der-diktatur-wie-sadyr-dschaparow-seine-macht-festigte/">Die Bausteine der Diktatur – Wie Sadyr Dschaparow seine Macht festigte</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ende des Tandems aus Sadyr Dschaparow und Kamtschybek Taschijew markiert somit eine Phase verstärkter Machtkonzentration in den Händen des Präsidenten. Es bleibt abzuwarten, ob diese Zentralisierung die Stabilität des kirgisischen Systems nachhaltig stärken oder neue Bruchlinien innerhalb der politischen Eliten offenbaren wird.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lenny Cabrol Noto für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/au-kirghizstan-apres-le-licenciement-du-chef-du-gknb-la-recomposition-de-lappareil-politico-securitaire/">Französischen</a> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Was ist die Bilanz des Treffens der Staatschefs Zentralasiens in Taschkent?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2025 18:00:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Bei ihrem Treffen am 16. November 2025 in Taschkent begr&#xFC;&#xDF;ten die Staats- und Regierungschefs Zentralasiens Aserbaidschan als Vollmitglied der siebten Konsultativsitzung der Staatschefs Zentralasiens. Das Treffen, bei dem &#xFC;ber Wasserversorgungssicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Kulturdiplomatie diskutiert wurde, stand unter dem Stern der wachsenden regionalen Zusammenarbeit. Es waren nicht f&#xFC;nf, sondern sechs Teilnehmer beim siebten Konsultativtreffen der [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Bei ihrem Treffen am 16. November 2025 in Taschkent begrüßten die Staats- und Regierungschefs Zentralasiens Aserbaidschan als Vollmitglied der siebten Konsultativsitzung der Staatschefs Zentralasiens. Das Treffen, bei dem über Wasserversorgungssicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Kulturdiplomatie diskutiert wurde, stand unter dem Stern der wachsenden regionalen Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es waren nicht fünf, sondern sechs Teilnehmer beim siebten Konsultativtreffen der Staatschefs Zentralasiens in Taschkent. Unter Beteiligung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%B0lham_%C6%8Fliyev">Ilham Alijew</a> als Vertreter Aserbaidschans kamen am 16. November 2025 die Präsidenten Kasachstans, Kirgistans, Usbekistans, Tadschikistans und Turkmenistans zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der ersten Ausgabe im Jahr 2018 in Astana hat sich das Ziel der Konsultativtreffen der Staatschefs Zentralasiens deutlich weiterentwickelt. Während zu Beginn die <a href="https://timesca.com/central-asia-countries-rebuilding-regional-integration/">politische Aussöhnung</a> im Vordergrund stand, gehören nun die wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit innerhalb der Region zu den wichtigsten Themen. In diesem Jahr standen Fragen der Wasserversorgungssicherheit, der wirtschaftlichen Entwicklung und der Kulturdiplomatie im Mittelpunkt der Debatten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zentralasien, eine Region im Aufschwung?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://president.uz/en/lists/view/8674">In seiner Eröffnungsrede</a> begrüßte der Präsident Usbekistans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a>, Aserbaidschan als vollwertiges Mitglied des Treffens der Staatschefs Zentralasiens. Obwohl das Land im Kaukasus bereits seit zwei Jahren regelmäßig an den Treffen teilnimmt, begründete Mirziyoyev die endgültige Aufnahme mit der <em>„gemeinsamen Geschichte, den familiären Bindungen und der geistigen und kulturellen Verbundenheit”</em> der zentralasiatischen und aserbaidschanischen Völker.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aserbaidschans Präsident Alijew pflichtete ihm bei. Er <a href="https://menafn.com/1110351829/Central-Asia-Azerbaijan-Have-Become-Unified-Geopolitical-And-Geoeconomic-Region-Of-Growing-Significance-President-Ilham-Aliyev-FULL-SPEECH">erklärte</a>, dass <em>„Zentralasien und Aserbaidschan heute eine einzigartige geopolitische und geoökonomische Region bilden, deren Bedeutung in der Welt stetig wächst.“ </em>Er betonte auch die strategische Bedeutung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sangesur-Korridor">Sangesur-Korridors</a>, einer Straße, die durch den Süden Armeniens verläuft und Aserbaidschan mit der Türkei verbindet. Dieser Korridor, der von Baku als zukünftige Hauptverkehrsachse zwischen dem Kaspischen Meer und Anatolien präsentiert wird, steht jedoch im Zentrum starker Spannungen mit Armenien und stößt bei den Gegnern des <a href="http://chrome-extension://efaidnbmnnnibpcajpcglclefindmkaj/https://d-nb.info/1061111512/34">Panturkismus</a> auf heftige Kritik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/riskante-zusammenarbeit-mit-china/">Riskante Zusammenarbeit mit China</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach China im September 2025 und den Vereinigten Staaten Anfang November sorgt die Annäherung der zentralasiatischen Länder an Aserbaidschan für Uneinigkeit. Die Integration Aserbaidschans ist zwar eine Chance für die regionale Zusammenarbeit in „Groß-Zentralasien”, könnte aber auch die Identität der Region verzerren. Während der Präsident Usbekistans vorgeschlagen hat, dieses jährliche Konsultationstreffen in eine „<a href="https://www.reuters.com/world/asia-pacific/uzbek-president-proposes-setting-up-bloc-central-asian-states-2025-11-16/">Zentralasiatische Gemeinschaft</a>” umzuwandeln, übt der türkische Einfluss zusätzlichen Druck von außen auf eine Region aus, die ohnehin schon zwischen Russland, China und den Vereinigten Staaten hin- und hergerissen ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Die Zeit der geschlossenen Grenzen und der Isolation liegt hinter uns&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit möchten die zentralasiatischen Länder zu einem Transitknotenpunkt Eurasiens werden. Zur Öffnung neuer Grenzen und zum Ausbau der Eisenbahnlinien kommt der Vorschlag eines „digitalen Transitkorridors” durch die Schaffung eines <a href="https://24.kz/ru/news/policy/740394-tokaev-predlozhil-sozdat-strategiyu-razvitiya-transportnoj-sistemy-tsa">einheitlichen elektronischen Systems zur Verfolgung von Waren</a> hinzu. Laut dem Präsidenten Kasachstans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> könnte diese Maßnahme zu einer Verdopplung des intraregionalen Handelsvolumens auf 20 Milliarden Dollar pro Jahr führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch auf kirgistanischer Seite wird derzeit eine neue Transportlinie gebaut. <em>„Der Bau der strategischen Eisenbahnlinie China-Kirgistan-Usbekistan wird nicht nur eine Verbindung herstellen, sondern auch die Logistik neu gestalten. Sie wird unseren Ländern den kürzesten Weg zu den größten Märkten Asiens und Europas eröffnen”</em>, <a href="https://24.kg/vlast/351097_sadyir_japarov_priglasil_prezidentov_stran_regiona_navsemirnyie_igryi_kochevnikov/">erklärte</a> der Präsident Kirgistans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/great-deals-kasachstan-und-usbekistan-schliessen-wirtschaftsabkommen-in-new-york/">„Great Deals“: Kasachstan und Usbekistan schließen Wirtschaftsabkommen in New-York</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Konflikte an der pakistanisch-afghanischen Grenze den Fortschritt der transafghanischen Eisenbahn verzögern, hob Usbekistan ebenfalls die Fortschritte dieses Logistikprojekts hervor, das ihm den Zugang zu pakistanischen Häfen ermöglichen würde. Im Juni 2025 hatten Usbekistan, Afghanistan und Pakistan <a href="https://astanatimes.com/2025/07/uzbekistan-pakistan-and-afghanistan-sign-agreement-on-trans-afghan-railway/">vereinbart</a>, den Bau der Strecke zwischen der afghanischen Hauptstadt Kabul und den pakistanischen Städten Torkham und Peshawar zu beschleunigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Turkmenistan lässt sich ebenfalls nicht lumpen: Im Februar 2025 schloss das Land mit Aserbaidschan, Georgien und Rumänien ein zwischenstaatliches Abkommen über die Schaffung und den Betrieb der internationalen Transportroute Kaspisches Meer – Schwarzes Meer, wie die <a href="https://timesca.com/turkmenistan-azerbaijan-georgia-and-romania-advance-caspian-sea-black-sea-transport-corridor/">Times of Central Asia berichtet</a>. <em>„Die Zeit der geschlossenen Grenzen und der Isolation liegt hinter uns“</em>, schlussfolgerte Toqaev.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sicherheit, Wassermanagement und Tourismus: Harmonisierung der zentralasiatischen Politik</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Da Kirgistan und Tadschikistan derzeit aufgrund erheblicher Wasserknappheit mit einer <a href="https://www.stern.de/news/sinkende-pegel-an-wasserkraftwerken--tadschikistan-und-kirgistan-droht-energiekrise-36346868.html">Energiekrise</a> konfrontiert sind, stand das Wasserressourcenmanagement ebenfalls im Mittelpunkt der Debatten. Der Bau von Wasserkraftwerken und die Einrichtung eines regionalen Kompetenzzentrums für Wassermanagement in Taschkent zeugen von der Besorgnis Zentralasiens hinsichtlich der Wasserwirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-sind-die-ergebnisse-des-usa-zentralasien-gipfels-in-washington/">Was sind die Ergebnisse des USA-Zentralasien-Gipfels in Washington?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch hier könnte die regionale Zusammenarbeit die Lösung sein: Präsident Toqaev forderte eine Harmonisierung der Wasserbewirtschaftungsstrategien, während sein Amtskollege aus Usbekistan eine gemeinsame Nutzung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja-Beckens</a> in Afghanistan vorschlug. Zudem sollen die Jahre 2025 bis 2036 Mirziyoyev zufolge zum <a href="https://timesca.com/central-asian-leaders-welcome-azerbaijans-accession-at-tashkent-summit/">„Jahrzehnt praktischer Maßnahmen für eine rationelle Wassernutzung in Zentralasien”</a> erklärt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die Sicherheit der zentralasiatischen Staaten angeht, waren „Bekämpfung“ und „Prävention“ die Schlüsselbegriffe. Um gegen Terrorismus, Extremismus und Kriminalität vorzugehen, wurden <a href="https://24.kz/ru/news/policy/740393-tsa-usilivaet-bezopasnost-i-rasshiryaet-regionalnyj-format">laut 24.kz</a> das „Konzept für regionale Sicherheit und nachhaltige Entwicklung in Zentralasien“ sowie der „Katalog der Risiken mit Maßnahmen zu ihrer Prävention für 2026 bis 2028“ verabschiedet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Besuch des neuen Zentrums für islamische Zivilisation in Taschkent bot Gelegenheit, die Strategie der regionalen Kulturdiplomatie zu erörtern. Mit einem Projekt zur <a href="https://24.kz/ru/news/policy/740410-tokaev-tsentralnaya-aziya-prokhodit-period-masshtabnoj-transformatsii">Entwicklung gemeinsamer touristischer Routen</a> entlang der Seidenstraße möchte Zentralasien auch sein kulturelles Erbe, insbesondere im Bereich des Kinos, bekannt machen. Dschaparow lud die Teilnehmer schließlich zu den nächsten <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/World_Nomad_Games">World Nomad Games</a> ein, die im September 2026 in Kirgistan stattfinden werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Salomé Aldeguer-Roure für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/quel-bilan-a-la-septieme-reunion-consultative-des-chefs-detats-dasie-centrale/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
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		<title>Polygamie in Zentralasien: Zwischen Recht und Realität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Nov 2025 13:40:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Skandal vergangenen Sommer er&#xF6;ffnete einmal mehr die Debatte um Polygamie in zentralasiatischen Gesellschaften &#x2013; und um die Vereinbarung von illegalen Ehen mit mehreren Frauen. Dies nahm Radio Azattyq zum Anlass zu ergr&#xFC;nden, warum die Praxis der &#x201E;zweiten Frauen&#x201D; in den L&#xE4;ndern Zentralasiens trotz formeller Verbote nach wie vor weit verbreitet ist. Im Juni, kurz [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Ein Skandal vergangenen Sommer eröffnete einmal mehr die Debatte um Polygamie in zentralasiatischen Gesellschaften – und um die Vereinbarung von illegalen Ehen mit mehreren Frauen. Dies nahm Radio Azattyq zum Anlass zu ergründen, warum die Praxis der „zweiten Frauen” in den Ländern Zentralasiens trotz formeller Verbote nach wie vor weit verbreitet ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juni, kurz vor der parlamentarischen Sommerpause, stimmten die Abgeordneten des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschogorku_Kengesch">Dschogorku Kengesch</a> (Parlament Kirgistans, Anm. d. Übers.) für Änderungen im Strafgesetzbuch, darunter auch die Aufhebung des Artikels, der eine strafrechtliche Verfolgung von Polygamie vorsah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die breite Öffentlichkeit erfuhr davon erst im August, als Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> das Dokument mit Einwänden an das Parlament zurückgab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Polygamie verletzt die Würde von Frauen und Mädchen, verletzt ihr Recht auf Gleichberechtigung und Schutz in der Familie, hat schwerwiegende Folgen, einschließlich materieller Entbehrungen und Verletzung von Vermögensinteressen, und schadet Kindern und ihrem Wohlergehen“</em>, hieß es in einer Erklärung der Präsidialverwaltung zu diesem Thema.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Versuch, die Polygamie in Kirgistan zu legalisieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur Dschaparow und seine Verwaltung sprachen sich gegen die Abschaffung der Strafe für Polygamie aus, sondern auch die Generalstaatsanwaltschaft, die Ombudsstelle und andere staatliche Stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Seiten der Abgeordneten wurden Rechtfertigungen laut. Einige erklärten, dass sie die Legalisierung der Polygamie nicht diskutiert und nicht dafür gestimmt hätten, sondern dass die Änderung erst nach der Abstimmung in das Dokument „eingeschlichen” sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit ist Polygamie in Kirgistan weiterhin strafbar. Artikel 176 des Strafgesetzbuches von Kirgistan verbietet das Zusammenleben eines Mannes mit zwei oder mehr Frauen „unter gemeinsamer Haushaltsführung”. Ein Verstoß wird mit gemeinnütziger Arbeit, Strafarbeit oder einer Geldstrafe geahndet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch trotz des formellen Verbots ist Polygamie in Kirgistan keine Seltenheit, auch nicht unter den bekannten Persönlichkeiten des Landes. Im Jahr 2017 gab der ehemalige Großmufti Tschubak Dschalilow <a href="https://kaktus.media/doc/366768_mvd:_dela_ne_bydet_poka_jena_chybak_ajy_ne_podast_zaiavlenie.html">öffentlich zu</a>, eine zweite Frau geheiratet zu haben. Der Geschäftsmann Askar Salymbekow, Eigentümer des Marktes „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dordoi-Basar">Dordoj</a>“, sprach offen über seine „Doppelehe“. Selbst der ehemalige Ombudsmann Tursunbaj Bakir uulu rechtfertigte die Polygamie wiederholt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/polygamie-in-kirgistan-ehemaliger-mufti-lost-polemik-aus/">Polygamie in Kirgistan: ehemaliger Mufti löst Polemik aus</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wenn die Frau krank ist oder keine Kinder bekommen kann, warum sollte man sich dann scheiden lassen? Mit ihrer Zustimmung kann man eine weitere Frau heiraten. Diese wird nicht nur deine Frau sein, sondern auch die Schwester deiner Frau”</em>, sagte Bakir uulu <a href="https://rus.azattyk.org/a/27243501.html">in einem Interview</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal werden Fälle von Polygamie unter Politikern bekannt. Der ehemalige Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurmanbek_Bakijew">Kurmanbek Bakijew</a> war während seiner Amtszeit von 2005 bis 2010 offiziell mit Tatjana Bakijewa verheiratet, die ihn als First Lady begleitete. <a href="https://rus.azattyq.org/a/Kurmanbek_Bakiev_/2020490.html">Wie sich herausstellte</a>, zog er jedoch gleichzeitig Kinder mit seiner zweiten „Ehefrau“, Nuzgul Tolomuschewa, groß. Mit ihr verließ er das Land nach dem Sturz seines Regimes und ging nach Belarus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Verstöße gelangen in der Regel nicht bis zur Polizei und erst recht nicht vor Gericht, meinen Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten. Es gibt keine bekannten Fälle von Bestrafungen nach Artikel 176 und „erste Ehefrauen” wenden sich äußerst selten an die Strafverfolgungsbehörden, wenn sie erfahren, dass ihr Mann eine zweite oder sogar dritte „Ehefrau” hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a> tätigen Menschenrechtsaktivistin Muchajoo Abduraupowa wenden sich jedoch regelmäßig Dutzende von Frauen, die unter Polygamie leiden, privat an sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der Mann vergnügt sich zuerst mit der einen, dann mit der anderen, sein Vermögen bleibt ihm erhalten. Sie schließen eine muslimische Ehe und widerrufen diese dann bei der Polizei. Sie verstecken sich hinter der Religion, helfen aber in Wirklichkeit keiner der beiden Frauen. Oder es kommt vor, dass sich die Beziehung zur ersten Frau verschlechtert hat und die Männer alles für die zweite Frau tun, während sie die erste vor die Tür setzen“</em>, erzählt Abduraupowa.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Streben nach materiellem Wohlstand und rechtlose Kinder</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt keine offiziellen Statistiken darüber, wie verbreitet Polygamie in Zentralasien ist. De jure erkennen alle fünf Länder nur eine Ehe an – die im Standesamt geschlossene. Die zweite und alle weiteren „Ehen“ entstehen in der Regel nach dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Ehe">Nikah</a>, einer muslimischen religiösen Zeremonie, die nicht als rechtmäßig gilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Usbekistan ist Polygamie, wie auch im benachbarten Kirgistan, gesetzlich verboten. Das Zusammenleben mit zwei oder mehreren Frauen „unter gemeinsamer Haushaltsführung” wird mit Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren geahndet. In der Praxis wird Polygamie jedoch auch in Usbekistan offen praktiziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bahodir Elibaev, ein 43-jähriger Englischlehrer in einem Bezirk der Region Fergana in Usbekistan, lebt seit 13 Jahren offen mit zwei Frauen zusammen. Mit Mavzhuda hat er eine offizielle Ehe geschlossen, mit der zweiten Frau, Yulduz, eine Nikah-Ehe. Elibaev behauptet, dass er und seine „Ehefrauen” sich „bewusst” und im Einvernehmen aller Beteiligten für die Polygamie entschieden hätten: <em>„Ich verstehe, dass es für meine Frauen nicht leicht ist. Nicht jede Frau möchte ihren Mann mit einer anderen teilen. Aber auch für mich ist es nicht leicht. Ich muss beide gleich behandeln und beide Familien gleich versorgen.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Elibaev hat fünf Kinder von beiden Frauen. Die beiden sehen sich fast nie und haben keinen Kontakt miteinander. Die offizielle Ehefrau Mavzhuda sagt, dass ihr die Entscheidung, die zweite Familie ihres Mannes zu akzeptieren, nicht leicht gefallen sei: <em>„Ich mag die zweite Frau meines Mannes nicht. Wer würde sie schon mögen? Aber ich liebe meinen Mann. Er kümmert sich um mich und die Kinder und hat in unserer Familie eine solche Atmosphäre geschaffen, dass ich nicht das Gefühl habe, dass er noch eine andere Frau hat. Deshalb habe ich meine Ehe nicht zerstört.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/usbekistan-bekaempft-polygamie/">Usbekistan bekämpft Polygamie</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zweite „Frau“ Yulduz sagt, dass sie <em>„nichts zu beanstanden“</em> habe. Gleichzeitig gibt sie zu, dass sie sich wünschen würde, dass die Polygamie in Usbekistan legalisiert würde: <em>„Das Gesetz besagt, dass ein Mann nicht mit mehreren Frauen unter einem Dach leben darf. Wir leben getrennt. Die erste Frau hat ihr eigenes Haus, und ich habe meines. Ich beschwere mich nicht, mein Mann versorgt mich mit allem Notwendigen, behandelt beide Frauen fair und hat unsere Kinder offiziell anerkannt. Aber ich würde mir trotzdem wünschen, dass es in Usbekistan für zweite Frauen erlaubt wäre, ihre Ehe über das Standesamt legalisieren zu lassen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass es in Usbekistan nicht wenige solcher Familien gibt, lässt sich indirekt daran erkennen, dass die Behörden wiederholt versucht haben, den Kampf gegen die Polygamie zu verschärfen. Im Jahr 2017 drohte Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> Imamen, die Nikahs ohne Heiratsurkunde durchführen, mit Geldstrafen. Damals erklärte er, dass die meisten solcher Fälle in der Hauptstadt Taschkent registriert würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 2023 unterzeichnete Mirziyoyev ein Gesetz, das die Strafen für die Propagierung von Polygamie und die Durchführung von Nikah ohne staatliche Registrierung verschärfte. In der Praxis jedoch etabliert sich die Polygamie zunehmend als „Norm“, die nicht nur von Männern, sondern auch von vielen Frauen freiwillig akzeptiert wird, erzählt eine usbekische Menschenrechtsaktivistin, die anonym bleiben möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/gebunden-durch-tradition-das-stille-leiden-der-schwiegertoechter-in-usbekistan/">Gebunden durch Tradition: Das stille Leiden der Schwiegertöchter in Usbekistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menschenrechtsaktivistin fügt jedoch hinzu, dass Mädchen, die eine solche „Ehe“ eingehen, einen wichtigen rechtlichen Aspekt vergessen: <em>„Junge Frauen, die Zweitfrauen werden wollen, begründen ihren Wunsch damit, dass Männer ihnen ein Auto oder ein Haus kaufen. Zweitfrauen sind von der Pflicht befreit, sich um die Eltern und Verwandten ihres Mannes zu kümmern. Aber in ihrem Streben nach materiellen Gütern vergessen sie die andere Seite der Medaille. Kinder, die in inoffiziellen Ehen geboren werden, sind gesetzlich überhaupt nicht geschützt. Wenn der Mann die Beziehung beendet, werden ihre Kinder jeglicher Sozialhilfe in Form von Unterhalt beraubt, ganz zu schweigen vom Erbrecht“.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Folgen der Arbeitsmigration</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die 27-jährige Mehrangez aus Tadschikistan weiß aus eigener Erfahrung um die rechtliche Schutzlosigkeit nicht nur von Kindern, die in einer inoffiziellen Ehe geboren wurden, sondern auch von „zweiten Frauen“. In Tadschikistan ist Polygamie ebenfalls offiziell verboten. In Wirklichkeit leben Hunderte, vielleicht sogar Tausende von Frauen in religiösen Ehen, die rechtlich nicht anerkannt sind, sodass sie weder Anspruch auf Vermögen noch auf Unterhalt oder staatlichen Schutz haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor drei Jahren lernte Mehrangez während einer schmerzhaften Scheidung einen verheirateten Mann kennen, der neun Jahre älter war als sie. Er versicherte ihr, dass er sie nicht verlassen würde, und bat sie, ihn in einer religiösen Zeremonie zu heiraten und ihm einen Sohn zu gebären – in seiner offiziellen Ehe hatte er vier Töchter.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir haben ein Nikah geschlossen, danach mietete er eine Wohnung für mich und blieb ein- bis zweimal pro Woche bei mir“</em>, erzählt Mehrangez. <em>„Ein Jahr nach der Geburt unseres Sohnes kaufte er eine Zweizimmerwohnung am Stadtrand von Duschanbe. Er liess sie auf seinen Namen überschreiben, erklärte sich aber bereit, die Vaterschaft anzuerkennen und gab dem Kind seinen Nachnamen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Zeit begann sich seine Einstellung zu Mehrangez zu ändern: <em>„Er begann zu sagen, ich sei eine schlechte Ehefrau. Wenn ich nicht nachgiebig bin, droht er mir, mich rauszuwerfen und meinen Sohn mitzunehmen. Damit erpresst er mich ständig.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie im siebten periodischen Bericht Tadschikistans, der 2024 dem UN-Ausschuss für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau vorgelegt wurde, festgestellt wird, haben die Gerichte des Landes von 2019 bis 2022 etwa 375 Fälle über Polygamie verhandelt und Hunderte von Urteilen ausgesprochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/mit-17-jahren-zwei-fehlgeburten-und-eine-scheidung-wie-fruehe-heirat-das-leben-von-maedchen-in-zentralasien-zerstoeren-kann/">„Mit 17 Jahren zwei Fehlgeburten und eine Scheidung“: Wie frühe Heirat das Leben von Mädchen in Zentralasien zerstören kann</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Expertinnen und Experten sind jedoch überzeugt, dass diese Zahlen nur die Spitze des Eisbergs sind. Das tatsächliche Ausmaß des Problems lässt sich kaum einschätzen, da die Beteiligten alles tun, um eine öffentliche Bekanntmachung zu vermeiden: Männer aus Angst vor strafrechtlicher Verfolgung oder dem Zerfall ihrer offiziellen Familie, Frauen aus Mangel an anderen Möglichkeiten, ihren sozialen Status zu festigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Frauen stimmen einer Ehe zu, um ihren akzeptablen sozialen Status ohne Verurteilung durch die Gemeinschaft zu bewahren, meist wenn sie geschieden oder alleinstehend sind, oder um ihren wirtschaftlichen Wohlstand zu verbessern“</em>, vermutet Nargis Saidowa, Leiterin der Nichtregierungsorganisation „Gender und Entwicklung“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation wird durch die massive Arbeitsmigration noch verschärft. <em>„Oft heiraten Männer in Tadschikistan in ihrer Heimat, bekommen zwei oder drei Kinder und verlassen diese Familien dann, um ins Ausland zu gehen, und heiraten dort erneut“</em>, sagt der tadschikische Journalist Siroschiddin Tolipow.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es kommt nicht selten vor, dass Männer, die migriert sind, den Kontakt zu ihren Familien abbrechen, ihnen keine finanzielle Unterstützung mehr zukommen lassen und die Frauen mit ihren Problemen allein lassen“</em>, fügt Gender-Expertin Saidowa hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ueber-ausgesetzte-kinder-zentralasiatischer-migrantinnen-in-russland/">Über ausgesetzte Kinder zentralasiatischer MigrantInnen in Russland</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der seltenen Fälle, der große Aufmerksamkeit erregte, war der Fall von Parwiz Dawlatow, dem Leiter einer Abteilung von „Megafon-Tadschikistan“. Vor vier Jahren schlug seine offizielle Ehefrau seine &#8222;zweite Frau“ zu Tode. Das Gericht befand Dawlatow in mehreren Punkten für schuldig, darunter Polygamie, und seine Frau wegen versuchten Mordes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der Soziologin Gulnora Beknazarowa, Direktorin des Forschungszentrums „Zerkalo“, führt die zunehmende Patriarchalisierung der Gesellschaft zu einem Wertewandel: Für viele Frauen bleibt die Familie die einzige Überlebensquelle, und jede Form der Ehe erscheint ihnen akzeptabel.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Soziale Ungleichheit und die Folgen der Arbeitsmigration tragen weiterhin zur Aufrechterhaltung der Praxis der Polygamie bei. Die Gesellschaft muss die stattfindenden Veränderungen aufmerksam beobachten. Diese Transformation kann unvorhersehbare Folgen haben. Beispielsweise beobachten wir immer häufiger, dass Männer nach einer Scheidung ihre eigenen Kinder scheinbar nicht mehr sehen wollen. Mit dem Ende der Ehe endet auch ihre Vaterschaft. Und vielleicht denken einige Frauen gerade deshalb in ihrer Verzweiflung, dass niemand außer ihnen ihre Kinder braucht. Daraus resultieren Tragödien, in denen Mütter sich das Leben nehmen und ihre Kinder mit in den Tod reißen. Diese Prozesse müssen dringend und ernsthaft untersucht werden“</em>, meint Beknazarowa und verweist dabei auf die zunehmenden Fälle von Kindermord und Selbstmord unter Frauen in Tadschikistan.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Wir brauchen ein System, das die Rechte aller Beteiligten schützt, insbesondere der Schwächsten“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die 30-jährige Kasachin Arujan (Name geändert, Anm. d. Aut.) hat keine Nikah geschlossen und sich geweigert, die zweite Familie ihres Mannes zu akzeptieren. Sie ist die Tochter eines Mannes, der zwei Familien hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Arujan erfuhr davon, als sie in der dritten Klasse war: <em>„Meine Mutter erfuhr davon und erzählte es uns. Dabei handelte es sich um die beste Freundin meiner Mutter. Mein Vater lebte in zwei Haushalten, das dauerte etwa 12 Jahre. Dabei versorgte mein Vater beide Familien vollständig. In der einen Familie gab es einen Sohn und eine Tochter, ihre Kinder aus erster Ehe. Wir waren acht Kinder, und ich bin die Älteste. Meine Mutter hat diese Situation schwer ertragen. Obwohl ich noch ein Kind war, habe ich gesehen, wie schwer es für sie war. Irgendwann hat sie sich damit abgefunden.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/baeibise-und-toqal-erste-und-zweite-ehefrau-in-kasachstan/">Bäıbişe und Toqal: erste und zweite Ehefrau in Kasachstan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Arujan glaubt, dass ihre Mutter aus mehreren Gründen beschlossen hatte, sich nicht scheiden zu lassen: <em>„Vielleicht liebte sie Papa zu sehr oder tat es den Kindern zuliebe. Und Mama konnte nirgendwo hingehen. Sie ist Kasachin aus Russland, ihre ganze Verwandtschaft lebte dort; in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taras_(Kasachstan)">Taraz</a> (im südlichen Kasachstan, Anm. d. Übers.) hatte sie niemanden. Papas Verwandte waren natürlich nicht einverstanden, aber da Papa das älteste Kind in der Familie war, konnte sich niemand gegen ihn stellen. Und er ist ein ziemlich wohlhabender Mann, vielleicht hat das auch eine Rolle gespielt.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Allmählich begannen beide Familien, miteinander zu kommunizieren: <em>„Sie kamen zu uns zu Besuch, das galt als normal. Ich habe diese Zeit fast nicht miterlebt, da ich nach Beginn meines Studiums von Taras weggezogen bin. Jetzt bin ich verheiratet, und wenn man mich nach Polygamie fragt, kann ich sagen, dass ich kategorisch dagegen bin. Ich erinnere mich an alles, was meine Mutter durchgemacht hat. Wenn ich mich an diese Situation erinnere, wird mir immer noch unwohl.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit etwa 10 Jahren, sagt Arujan, lebt ihr Vater mit seiner rechtmäßigen Ehefrau zusammen. Aber seine früheren Entscheidungen haben sich auf alle Kinder ausgewirkt. <em>„Meine Brüder zum Beispiel können ihren Frauen sagen: ‚Unser Vater hatte auch eine zweite Familie, also ist das in Ordnung. Die Leute leben damit, und nichts passiert.&#8216; Das heißt, dieselbe Situation wiederholt sich praktisch. Es ist gut, dass meine Mutter sich in diesem Fall nicht zurückzieht, sondern mit ihren Söhnen spricht und ihnen erklärt, dass man so etwas nicht tun darf“</em>, erzählt Arujan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan ist Polygamie nicht strafbar (die entsprechende Vorschrift wurde bereits 1991 aufgehoben), aber eine zweite Ehe kann nicht offiziell registriert werden – das Standesamt lehnt dies ab, wenn der Ehemann oder die Ehefrau bereits verheiratet ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf diese Weise bekennt sich der Staat zur Monogamie, greift aber faktisch nicht in informelle Partnerschaften ein, meint die kasachische Expertin für Genderfragen, Aıgerim Kusaınyqyzy: <em>„Es entsteht eine Art ‚Grauzone‘. Formal ist es nicht verboten, aber es gibt auch keinen Schutz durch den Staat.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/warum-die-menschen-in-kasachstan-inzwischen-seltener-heiraten/">Warum die Menschen in Kasachstan inzwischen seltener heiraten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kusaınyqyzy ist überzeugt, dass das Problem der Polygamie in Zentralasien akut ist und einer gründlichen Untersuchung und Neubewertung bedarf. <em>„Es geht nicht nur um eine einfache Verschärfung der Strafen, sondern um eine umfassende Reform, die auf den tatsächlichen Schutz der Rechte von Frauen und Kindern abzielt. Das derzeitige System funktioniert nicht, da Fälle schwer aufzudecken und zu beweisen sind. In Kirgistan muss beispielsweise die ‚gemeinsame Haushaltsführung&#8216; nachgewiesen werden – dies lässt sich selten vor Gericht beweisen. Auch in Tadschikistan sind die Formulierungen in den Gesetzen vage. Die Strafverfolgungsbehörden selbst räumen ein, dass es rechtlich schwierig ist, zwischen einer ‚zweiten Frau&#8216; und einer Lebensgefährtin zu unterscheiden“</em>, ordnet die Expertin ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Bezug auf das gesetzliche Verbot der Polygamie räumt Kusaınyqyzy ein, dass dieses Phänomen nicht vollständig beseitigt werden kann, hält es jedoch für durchaus realistisch, es einzudämmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die strafrechtliche Verfolgung muss sich auf den tatsächlichen Schaden konzentrieren – Zwang, Gewalt, Betrug mit schwerwiegenden Folgen. Die Feststellung der Vaterschaft muss vereinfacht werden, es müssen klare Kriterien für den Nachweis einer tatsächlichen Ehe eingeführt werden: gemeinsame Kinder, Vermögen, Schulden – und das Recht auf Unterhalt in einer solchen Ehe muss gewährleistet werden. Es müssen reale Statistiken erhoben und mit dem allgemeinen Kampf gegen Gewalt gegen Frauen verknüpft werden. Der Punkt ist, dass einfache Verbote nicht funktionieren. Es braucht ein System, das die Rechte aller Beteiligten schützt, insbesondere der Schwächsten – Frauen und Kinder in nicht registrierten Partnerschaften“</em>, schließt Kusaınyqyzy.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Gulja Hadjaeva und Nargiz Hamrabaeva für Radio Azattyq</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://rus.azattyq.org/a/ya-ne-lyublyu-vtoruyu-zhenu-moego-muzha-poligamiya-v-tsentralnoy-azii-zakon-i-realnost/33524689.html">Russischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Was steckt hinter den vorgezogenen Parlamentswahlen in Kirgistan?</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-steckt-hinter-den-vorgezogenen-parlamentswahlen-in-kirgistan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Nov 2025 08:38:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Dschogorku Kengesch]]></category>
		<category><![CDATA[Kamtschybek Taschijew]]></category>
		<category><![CDATA[Machtwechsel]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mittels einer parlamentarischen Initiative hat Pr&#xE4;sident Sadyr Dschaparow f&#xFC;r den 30. November vorgezogene Parlamentswahlen angesetzt. Offiziell wurde diese Entscheidung mit der Gefahr einer &#xDC;berschneidung zwischen den Parlaments- und Pr&#xE4;sidentschaftswahlen begr&#xFC;ndet. Hinsichtlich einer m&#xF6;glichen Umbildung der Staatsf&#xFC;hrung wirft sie jedoch Fragen auf. Am 25. September stimmten &#xFC;ber 90 Prozent der Abgeordneten des Dschogorku Kengesch, des Parlaments [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Mittels einer parlamentarischen Initiative hat Präsident Sadyr Dschaparow für den 30. November vorgezogene Parlamentswahlen angesetzt. Offiziell wurde diese Entscheidung mit der Gefahr einer Überschneidung zwischen den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen begründet. Hinsichtlich einer möglichen Umbildung der Staatsführung wirft sie jedoch Fragen auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 25. September stimmten über 90 Prozent der Abgeordneten des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschogorku_Kengesch">Dschogorku Kengesch</a>, des Parlaments Kirgistans, für seine Selbstauflösung. Dieser in Kirgistan noch nie dagewesene institutionelle Akt legt nun Neuwahlen fest, die am 30. November stattfinden sollen und die Macht des derzeitigen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> stärken könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich zeigen Umfragen unter Abgeordneten, dass bereits zu Beginn der neuen Legislaturperiode die Auflösung des Dschogorku Kengesch in Betracht gezogen wurde. Einige befürworteten <a href="https://24.kg/vlast/341941_glava_tsik_tyinchtyik_shaynazarov_zarospusk_jogorku_kenesha_idosrochnyie_vyiboryi/">laut dem kirgistanischen Medienportal 24.kg</a> vorgezogene Neuwahlen, die für November 2026 geplant waren. Andere betonten zwar, dass es keinen Grund für eine Auflösung gebe, hielten eine solche Entscheidung jedoch für plausibel.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wachsender-autoritarismus-und-machtkrise-in-zentralasien/">Wachsender Autoritarismus und Machtkrise in Zentralasien</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch <a href="https://shailoo.gov.kg/ru/CIKBShK/Sostav_CIKBShKnyn_kuramy/Shainazarov/">Tyntschtyk Schajnazarow</a>, Vorsitzender der Zentralen Wahlkommission, sprach sich für vorgezogene Wahlen aus. Die Zeitspanne zwischen den ursprünglich für November 2026 geplanten Parlamentswahlen und den Präsidentschaftswahlen, die im Januar 2027 stattfinden sollen, sei seiner Meinung nach zu kurz. <em>„Was passiert, wenn wir im November 2026 Parlamentswahlen organisieren? Wir haben 20 Tage Zeit, um die Ergebnisse zu analysieren und die Wahlen zu validieren“</em>, erklärte Schajnazarow.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Regeln</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Neuerung ist, dass die vorgezogenen Parlamentswahlen gemäß einem neuen Gesetz stattfinden sollen. Anstelle des derzeitigen gemischten Systems, bei dem einige Abgeordnete über Parteilisten und andere in Einpersonenwahlkreisen gewählt wurden, hat das Land im Juni dieses Jahres ein Mehrheitswahlsystem mit 30 Mehrpersonenwahlkreisen <a href="https://shailoo.gov.kg/ru/news/7943/">eingeführt</a>, in denen jeweils drei Abgeordnete gewählt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/repressionen-in-kirgistan-ist-das-land-noch-die-demokratische-insel-zentralasiens/">Repressionen in Kirgistan: Ist das Land noch die „demokratische Insel“ Zentralasiens?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zentrale Wahlkommission weist außerdem darauf hin, dass eine Person in jedem Wahlkreis nur in dem Wahllokal wählen kann, in dem sie registriert ist. Für diejenigen, die bei der Beantragung ihres Reisepasses im Ausland eine ausländische Adresse angegeben haben, wird möglicherweise kein Stimmzettel ausgestellt. Den Bürgerinnen und Bürgern wird daher empfohlen, ihre Registrierung mit einer kirgistanischen Adresse zu aktualisieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mögliche Machtverschiebung?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Selbstauflösung des Parlaments hätte in jedem anderen Land für Aufsehen gesorgt, aber nicht in Kirgistan, das zu Beginn seiner Unabhängigkeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion stolz als ,Insel der Demokratie&#8216; in Zentralasien bezeichnet wurde”</em>, <a href="https://kaktus.media/doc/532246_general_prezident_dybnov_schitaet_chto_dosrochnye_vybory_v_jk_nyjny_dlia_vlastnoy_rokirovki.html">meint</a> Arkadij Dubnow, russischer Politologe und Experte für Zentralasien. Seiner Meinung nach verbirgt sich hinter dieser Entscheidung, die als einfache Lösung für potenzielle technische Probleme bei der Organisation der Wahlen dargestellt wird, möglicherweise ein viel größeres Vorhaben: die Nation auf eine mögliche Machtverschiebung an der Spitze des Staates vorzubereiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dubnow erwähnt auch den möglichen Aufstieg des derzeitigen Vorsitzenden des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/GKNB_(Kirgisistan)">Staatskomitees für nationale Sicherheit (GKNB)</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kamtschybek_Taschijew">Kamtschybek Taschijew</a>, zum Präsidenten: <em>„Das Bild eines starken Führers, der in Wirklichkeit hinter allen wichtigen Entscheidungen im Leben Kirgistans steht, ist seit langem mit dem Vorsitzenden des GKNB verbunden.“</em> Der Politologe erinnert weiter daran, dass die rechte Hand Sadyr Dschaparows in diesem Jahr von der <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/ein-historischer-tag-kirgistan-und-tadschikistan-unterzeichnen-grenzabkommen/">friedlichen Beilegung des Grenzkonflikts mit dem Nachbarland Tadschikistan</a> profitierte, ebenso wie von der <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-dschalalabad-wird-in-manas-umbenannt/">kürzlichen Umbenennung</a> seiner Heimatstadt Dschalal-Abad im Süden des Landes in <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Manas_(city)">Manas</a>, benannt nach einer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Manas_(Epos)">heroischen Figur der kirgisischen Geschichte</a>.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Samad Alizade für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/quels-enjeux-derriere-les-elections-legislatives-anticipees-au-kirghizstan/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
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		<title>Photoshop für den Präsidenten: Wie Zentralasiens Staatschefs jünger, größer und glücklicher werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rferl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Oct 2025 18:51:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Auf offiziellen Bildern wirken Zentralasiens Pr&#xE4;sidenten oft makellos: perfekte Haltung, strahlend wei&#xDF;es L&#xE4;cheln, glattes Gesicht und &#xFC;ppiges graues Haar. Ein Abgleich mit internationalen Nachrichten zeigt jedoch: Die Portr&#xE4;ts sind das Ergebnis intensiver digitaler Nachbearbeitung &#x2013; nicht der Realit&#xE4;t. Offizielle Fotos der zentralasiatischen Pr&#xE4;sidenten sorgen oft f&#xFC;r Diskussionen &#x2013; und das nicht nur wegen der Ereignisse, [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auf offiziellen Bildern wirken Zentralasiens Präsidenten oft makellos: perfekte Haltung, strahlend weißes Lächeln, glattes Gesicht und üppiges graues Haar. Ein Abgleich mit internationalen Nachrichten zeigt jedoch: Die Porträts sind das Ergebnis intensiver digitaler Nachbearbeitung – nicht der Realität.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Offizielle Fotos der zentralasiatischen Präsidenten sorgen oft für Diskussionen – und das nicht nur wegen der Ereignisse, die sie zeigen. Fast immer werden die Fotos aufwendig retuschiert: Falten werden geglättet, Haare gefärbt, Zähne gebleicht, der Staatschef kann „wachsen“ und nicht selten wird ein Lächeln auf sein Gesicht „geklebt“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal sind diese Änderungen so auffällig, dass die retuschierten Präsidenten in den sozialen Medien zum Thema von Witzen und Memes werden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="958" height="688" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-125.png" alt="" class="wp-image-43083" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-125.png 958w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-125-300x215.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-125-768x552.png 768w" sizes="(max-width: 958px) 100vw, 958px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wirkt manchmal etwas wächsern: Kasachstans Präsident Qasym-Jomart Toqaev (rechts)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Turkmenistan: Lächeln um jeden Preis</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Turkmenistan, wo der Personenkult um die Führer beinahe sakralen Charakter hat, werden Präsidentenfotos besonders sorgfältig bearbeitet. Der frühere Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a>, der offiziell die Macht an seinen Sohn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serdar_Berdimuhamedow">Serdar</a> übergeben hat, lässt sich die Falten korrigieren und die Haare färben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Verglichen mit Fotos, die beispielsweise Fotografen von Kreml oder Aqorda [Präsidialverwaltung Kasachstans, Anm. d. Ü.] aufgenommen haben, ist deutlich zu erkennen, wie alt und faltig Gurbanguly Berdimuhamedows Haut ist, insbesondere an seinem Hals. Die turkmenischen Zensoren bleichen und glätten alles sorgfältig, was zu einem unnatürlichen, mit Photoshop bearbeiteten Aussehen führt“</em>, sagt Ruslan Myatiyew, Chefredakteur des unabhängigen Mediums <a href="https://turkmen.news/">Turkmen.news</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im Fall von Serdar Berdymuhamedow, der seinem Vater im Präsidentenamt nachfolgte, wurden sogar größere Bildelemente ersetzt. Auf einem Foto, das ihn mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rustam_Nurgalijewitsch_Minnichanow">Rustam Minnihanow</a>, Oberhaupt der Republik Tatarstan, zeigt, wirkte Serdar Berdymuhamedow zu streng. Die Retuscheure tauschten kurzerhand den Kopf des Präsidenten, um seinen Gesichtsausdruck zu verändern.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="952" height="642" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-122.png" alt="" class="wp-image-43082" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-122.png 952w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-122-300x202.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-122-768x518.png 768w" sizes="(max-width: 952px) 100vw, 952px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vorher&#8230;</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Fotografen aus Serdar Berdimuhamedows Team bearbeiten die Bilder direkt während der offiziellen Treffen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="958" height="636" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-121.png" alt="" class="wp-image-43081" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-121.png 958w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-121-300x200.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-121-768x510.png 768w" sizes="(max-width: 958px) 100vw, 958px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8230; und nachher</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Toktosun Schambetow, Journalist beim kirgisischen Dienst von RFE/RL, erinnert sich, diesen Vorgang einmal miterlebt zu haben. <em>„Die turkmenischen Journalisten und Kameraleute, die vor mir saßen, verbrachten etwa eine Stunde damit, die Fotos zu bearbeiten. Sie schnitten einen Kopf aus und fügten ein lächelndes Gesicht ein. Wenn die Größe nicht stimmte, klebten sie eine andere Person von anderen Fotos ein“</em>, so Schambetow.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistans-praesident-berdymuchamedow-seine-groessten-hits/"><strong>Turkmenistans Präsident Berdymuchamedow: Seine „größten Hits“</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Bruce Pannier, Journalist und Zentralasien-Experte, kam es bei Manipulationen der Fotos immer wieder zu Fauxpas. <em>„Beispielsweise fehlt Berdimuhamedow Senior auf den Fotos möglicherweise ein Finger“</em>, erklärt Pannier.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Usbekistan: Über Nacht gewachsen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistans erster Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karomov</a> wurde oft retuschiert. Nicht nur sein Gesicht wurde geglättet, auch sein Körper wurde künstlich vergrößert. Im wirklichen Leben war Karimov etwa 170 cm groß, doch auf bearbeiteten Fotos wuchs er um bis zu 20 cm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders aufschlussreich ist ein Foto von einem Treffen mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wiktor_Janukowytsch">Viktor Janukowitsch</a>, dem damaligen Präsidenten der Ukraine: Auf dem offiziellen Foto ist Karimow fast so groß wie Janukowitsch, der 190 cm misst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/saida-mirziyoyeva-und-gulnara-karimova-zwei-praesidententoechter-in-der-politik/"><strong>Saida Mirziyoyeva und Gulnora Karimova: Zwei Präsidententöchter in der Politik</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Aufnahmen des amtierenden usbekischen Präsident, der 68-jährige <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a>, werden bearbeitet, allerdings subtiler. Dennoch sind auf den von staatlichen Quellen veröffentlichten Fotos leichte Retuschen zu erkennen, im Gegensatz zu den unveränderten Fotos internationaler Fotojournalisten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan: Der Filter als Jungbrunnen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Beispiel für aktive Bildmanipulation sind Fotos von Kasachstans 72-jährigen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a>. Ziel scheint es vor allem, die Zeichen des Alterns zu kaschieren. Toqaevs Gesicht wirkt auf den Fotos unnatürlich glatt, seine Zähne übermäßig weiß.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="957" height="538" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-120.png" alt="" class="wp-image-43079" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-120.png 957w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-120-300x169.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-120-768x432.png 768w" sizes="auto, (max-width: 957px) 100vw, 957px" /><figcaption class="wp-element-caption">Qasym-Jomart Toqaev unbearbeitet (links) und künstlich verjüngt (rechts), Photo: RFE/RL Graphics</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Bildbearbeitung früher manuell erfolgte, kommt heute zunehmend künstliche Intelligenz zum Einsatz: Algorithmen glätten nicht nur die Gesichtszüge des Präsidenten, sondern auch die seiner Umgebung. So wirken beispielsweise auf einem Foto mit chinesischen Schulkindern sowohl die Kinder als auch Toqaev gleichermaßen „geschliffen“.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="969" height="626" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-119.png" alt="" class="wp-image-43080" style="width:755px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-119.png 969w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-119-300x194.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-119-768x496.png 768w" sizes="auto, (max-width: 969px) 100vw, 969px" /><figcaption class="wp-element-caption">Qasym-Jomart Toqev trifft am 2. Septenber 2025 chinesische Schulkinder, Photo: akorda.kz</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Pannier vermutet, dass die Fotos von Zentralasiens Staatsschefs häufig zu Propagandazwecken manipuliert werden. <em>„Es ist hauptsächlich Eitelkeit, aber es dient einem Zweck. Diese Präsidenten wollen sich als jung und dynamisch präsentieren. Und voller Energie, um ihre Länder zu führen“</em>, sagt Pannier.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kirgistan: Präsidiale Selfies</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Vergleich zu seinen benachbarten Amtskollegen wirkt Kirgistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> vollkommen natürlich. Seine Fotos werden selten bearbeitet, und sein Pressedienst veröffentlicht gelegentlich Fotos, die mit Smartphones aufgenommen wurden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="962" height="541" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-118.png" alt="" class="wp-image-43078" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-118.png 962w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-118-300x169.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-118-768x432.png 768w" sizes="auto, (max-width: 962px) 100vw, 962px" /><figcaption class="wp-element-caption">Macht gerne mal einen Selfie: Sadyr Dschaparow, Photo: Instagram</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem Journalisten Toktosun Schambetow ist es in Kirgistan (noch) nicht üblich, schlecht aufgenommene Fotos des Präsidenten zu verstecken. <em>„Bisher werden Fotos nicht bearbeitet, wenn der Präsident nicht gut aussieht. Die Staatsführung selbst nutzt aktiv soziale Medien und veröffentlicht Selfies, auch wenn sie nicht gut aussehen“</em>, sagt Schambetow.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tadschikistan: Alt und mürrisch</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am entspanntesten geht es im Pressedienst des tadschikischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> zu, der seit über 30 Jahren an der Macht ist. Seine Fotos sind selten retuschiert, manchmal ist nicht mal der Bildausschnitt gut gewählt. Auf den offiziellen Aufnahmen sieht man sowohl Rahmon selbst als auch andere Politiker in Momenten, die in den „Hochglanz“-Fotoarchiven der Nachbarländer niemals auftauchen würden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/54826523306_e9e1f65bc0_b.jpg" alt="" class="wp-image-43077" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/54826523306_e9e1f65bc0_b.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/54826523306_e9e1f65bc0_b-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/54826523306_e9e1f65bc0_b-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Nicht immer fotogen, aber authentisch: Emomali Rahmon, Photo: president.tj</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Pannier schadet dieses Vorgehen tatsächlich dem Image des tadschikischen Staatschefs. <em>„Rahmon wirkt oft alt und mürrisch, und es ist nicht verwunderlich, dass weiterhin Gerüchte über seine Gesundheitsprobleme kursieren“</em>, sagt der Experte und bezieht sich dabei auf Berichte, denen zufolge Tadschikistan einen dynastischen Machtwechsel vorbereitet – die Übertragung des Präsidentenamtes von Rahmon auf seinen Sohn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rustam_Emomalij">Rustam Emomali</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Weitere Fotos findet ihr im <a href="https://rus.azattyq.org/a/kak-v-tsentralnoy-azii-praviteley-delayut-molozhe-vyshe-i-schastlivee/33531953.html">Originalartikel</a>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Radio Azattyq</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://rus.azattyq.org/a/kak-v-tsentralnoy-azii-praviteley-delayut-molozhe-vyshe-i-schastlivee/33531953.html"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der „Ferganatal-Gipfel“ von Chudschand: eine historische Premiere</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-ferganatal-gipfel-von-chudschand-eine-historische-premiere/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Apr 2025 19:38:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Chudschand]]></category>
		<category><![CDATA[Emomali Rahmon]]></category>
		<category><![CDATA[Ferganatal]]></category>
		<category><![CDATA[Gipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Sadyr Dschaparow]]></category>
		<category><![CDATA[Shavkat Mirziyoyev]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Staatsoberh&#xE4;upter Kirgistans, Tadschikistans und Usbekistans sind in der im Ferganatal gelegenen tadschikischen Stadt Chudschand zu einem historischen Treffen zusammengekommen. Der Gipfel stellt einen wichtigen Fortschritt in den regionalen Beziehungen dar, insbesondere durch die endg&#xFC;ltige Festlegung der gemeinsamen Grenzen und den Ansto&#xDF; ehrgeiziger gemeinsamer Projekte. Das trilaterale Treffen begann am 31. M&#xE4;rz mit einer Begr&#xFC;&#xDF;ungszeremonie [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-ferganatal-gipfel-von-chudschand-eine-historische-premiere/">Der „Ferganatal-Gipfel“ von Chudschand: eine historische Premiere</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Staatsoberhäupter Kirgistans, Tadschikistans und Usbekistans sind in der im Ferganatal gelegenen tadschikischen Stadt Chudschand zu einem historischen Treffen zusammengekommen. Der Gipfel stellt einen wichtigen Fortschritt in den regionalen Beziehungen dar, insbesondere durch die endgültige Festlegung der gemeinsamen Grenzen und den Anstoß ehrgeiziger gemeinsamer Projekte.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das trilaterale Treffen begann am 31. März mit einer Begrüßungszeremonie und einem offiziellen Foto, gefolgt von Verhandlungen über die Vertiefung der regionalen Zusammenarbeit, heißt es auf der offiziellen <a href="https://president.kg/ru/news/21/39003">Website des kirgisischen Präsidenten</a>. Wie <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20250401/tadzhikistan-kirgizstan-i-uzbekistan-podpisali-hudzhandskuyu-deklaratsiyu-o-vechnoi-druzhbe">Asia-Plus</a> berichtet, unterzeichneten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> (Tadschikistan), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> (Kirgistan) und<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev"> Shavkat Mirziyoyev</a> (Usbekistan) einen historischen Vertrag über den Schnittpunkt der Staatsgrenzen ihrer drei Länder sowie die „Chudschander Erklärung der ewigen Freundschaft“.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Laut <a href="https://fergana.agency/news/137220/">Fergana News</a> stellt der Vertrag einen bedeutenden Fortschritt dar, da die Verhandlungen über die Grenzziehung bereits 2007 begonnen, aber erst 2024 abgeschlossen wurden. Der nun besiegelte Schnittpunkt der Staatsgrenzen liegt im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ferghanatal">Ferganatal</a> zwischen dem usbekischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Viloyat_Fargʻona">Gebiet Fargʻona</a>, dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblus_Batken">Gebiet Batken</a> in Kirgistan und der tadschikschen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Provinz Sughd</a>. Die Grenzen im Ferganatal waren viele Jahre Gegenstand von oft auch gewalttätigen Konflikten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Shavkat Mirziyoyev erklärte, die Unterzeichnung des Grenzvertrags werde <em>„für Stabilität sorgen und zur Stärkung der internationalen Autorität der gesamten Region beitragen“</em>, berichtet <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20250401/edinaya-viza-uvelichenie-putei-soobtsheniya-o-chem-govorili-prezidenti-tadzhikistana-uzbekistana-i-kirgizstana">Asia-Plus</a>. Laut der offiziellen <a href="https://president.uz/ru/lists/view/8002">Website des usbekischen Präsidenten</a> wurde eine „Freundschaftsstele“ enthüllt, die als konkretes Symbol für die erneuerten Beziehungen zwischen den Ländern dienen soll.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Grenzabkommen ratifiziert</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zum trilateralen Treffen wurden wichtige bilaterale Abkommen geschlossen. Der Grenzvertrag zwischen Kirgistan und Tadschikistan, den die Präsidenten beider Länder <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/grenzen-wieder-offen-kirgistan-und-tadschikistan-besiegeln-historisches-abkommen/">am 13. März unterzeichnet hatten</a>, trat mit dem Austausch der Ratifizierungsurkunden in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand">Chudschand</a> offiziell in Kraft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein ähnliches Protokoll sei zwischen Tadschikistan und Usbekistan in Kraft getreten, heißt es auf der <a href="https://president.uz/ru/lists/view/8001">Webseite des usbekischen Präsidenten</a>. Dieses ebne den Weg für eine Stärkung der Beziehungen zwischen beiden Ländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/grenzen-wieder-offen-kirgistan-und-tadschikistan-besiegeln-historisches-abkommen/"><strong>Grenzen wieder offen: Kirgistan und Tadschikistan besiegeln historisches Abkommen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sadyr Dschaparow schlug die Einführung eines einheitlichen Visums vor, das den freien Personenverkehr zwischen den drei zentralasiatischen Ländern ermöglichen würde. Diese Initiative ist vom europäischen Schengen-Raum inspiriert und zielt darauf ab, touristische Reisen zu erleichtern und die regionale Attraktivität zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorschlag reiht sich ein in eine umfassendere Strategie der kulturellen und wirtschaftlichen Annäherung, die Dschaparow mit dem Sprichwort <em>„Ein enger Nachbar ist besser als ein entfernter Verwandter“</em> auf den Punkt bringt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Konkrete Projekte in Wirtschaft und Infrastruktur</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während des Gipfels wurden mehrere große Wirtschafts- und Infrastrukturprojekte auf den Weg gebracht. So weihten Rahmon und Dschaparow offiziell die 500-kV-Stromleitung Datka-Sughd ein, die Tadschikistan und Kirgistan als Teil des umfangreichen Projekts <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/CASA-1000">CASA-1000</a> verbindet. Casa-1000 soll überschüssigen Strom aus beiden Ländern nach Afghanistan und Pakistan exportieren und so die regionale Energiesicherheit stärken, berichtet <a href="https://fergana.media/news/137212/">Fergana News</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Staatschefs betonten zudem, wie wichtig es sei, die Handels- und Logistikinfrastruktur an den Grenzen auszubauen und zu modernisieren, um den bereits wachsenden Handel zwischen den drei Staaten deutlich zu steigern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein kulturelles Fest zur Besiegelung der Freundschaft</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Abschluss der historischen Zusammenkunft nahmen die Präsidenten gemeinsam an den kulturellen Feierlichkeiten anlässlich von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nouruz">Nouruz</a> teil – dem persischen Neujahrfest, das in der gesamten Region gefeiert wird. Laut <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20250401/tadzhikistan-kirgizstan-i-uzbekistan-podpisali-hudzhandskuyu-deklaratsiyu-o-vechnoi-druzhbe">Asia-Plus</a> wurde ein Kulturprogramm mit dem Titel „Frühling der Freundschaft“ präsentiert, das die nun wiederbelebten Bande der Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen den Nachbarstaaten hervorhob.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/zurueck-in-die-zukunft-identitaetspolitik-mal-anders-zarathustra-und-die-politische-dimension-des-nouruz-festes/"><strong>Zurück in die Zukunft – Identitätspolitik mal anders: Zarathustra und die politische Dimension des Nouruz-Festes</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das trilaterale Treffen, das von strategischen Weichenstellungen und symboliträchigen Gesten der Einheit geprägt war, markiert zweifellos einen entscheidenden Schritt hin zu dauerhaften Frieden und engerer Zusammenarbeit in Zentralasien.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Nine Apperry für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/politique/presidents-kirghizstan-tadjikistan-ouzbekistan-reunis-khoudjand/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-ferganatal-gipfel-von-chudschand-eine-historische-premiere/">Der „Ferganatal-Gipfel“ von Chudschand: eine historische Premiere</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Grenzen wieder offen: Kirgistan und Tadschikistan besiegeln historisches Abkommen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Romane Haquette]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Apr 2025 19:54:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Emomali Rahmon]]></category>
		<category><![CDATA[Ferganatal]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzabkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Grenze]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Sadyr Dschaparow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Pr&#xE4;sidenten Tadschikistans und Kirgistans haben in Bischkek das Abkommen &#xFC;ber die gemeinsame Grenze ihrer L&#xE4;nder abgeschlossen und somit ein schwieriges Kapitel der bilateralen Geschichte hinter sich gelassen. Die vier Jahre lang geschlossene Grenze wurde wieder ge&#xF6;ffnet, das m&#xFC;hsam verhandelte Grenzabkommen ist mittlerweile in Kraft. Es war ein historischer Moment: Am 13. M&#xE4;rz haben Kirgistans [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Präsidenten Tadschikistans und Kirgistans haben in Bischkek das Abkommen über die gemeinsame Grenze ihrer Länder abgeschlossen und somit ein schwieriges Kapitel der bilateralen Geschichte hinter sich gelassen. Die vier Jahre lang geschlossene Grenze wurde wieder geöffnet, das mühsam verhandelte Grenzabkommen ist mittlerweile in Kraft.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war ein historischer Moment: Am 13. März haben Kirgistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> und sein tadschikischer Amtskollege <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> in Bischkek ein Abkommen über die gemeinsame Grenze ihrer Länder <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20250313/tochka-postavlena-prezidenti-tadzhikistana-i-kirgizstana-podpisali-dogovor-o-gosudarstvennoi-granitse">unterzeichnet</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem Händedruck beendeten sie einen jahrzehntelangen Konflikt. <em>„Alle heute unterzeichneten Dokumente werden eine neue Seite in den tadschikisch-kirgisischen Beziehungen aufschlagen“</em>, fügte der tadschikische Präsident hinzu. Rahmon war am Tag zuvor feierlich in Kirgistans Hauptstadt empfangen worden, berichtet <a href="https://www.rferl.org/a/kyrgyzstan-tajikistan-border-deal-historic-peace-agreement/33345668.html">Radio Free Europe</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.rferl.org/a/kyrgyzstan-tajikistan-border-reopens-deal/33346872.html">Noch am Tag der Unterzeichnung</a> wurde die Grenze zwischen den beiden Ländern wieder geöffnet, nachdem sie nach den Zusammenstößen im April 2021 fast vier Jahre lang <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-schliesst-seine-grenze-zu-tadschikistan/?noredirect=de-DE">geschlossen</a> gewesen war. Ein Moment, auf den viele Bewohner:innen umliegender Dörfer lange gewartet hatten und ihr Wiedersehen mit Verwandten auf der anderen Seite <a href="https://rus.ozodi.org/a/33346577.html">feierten</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Grenzziehung als sowjetisches Erbe</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grenze zwischen Kirgistan und Tadschikistan war seit mehreren Jahrzehnten Gegenstand teils gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen benachbarten Bevölkerungsgruppen. Die zu Sowjetzeiten festgelegte Republikgrenzen waren teilweise ungenau und berücksichtigten nicht die ethnischen Wurzeln in den jeweiligen Gebieten. Nach dem Zerfall der Sowjetunion erhoben beide Staaten teilweise Anspruch auf dieselben Regionen, was zu Spannungen führte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zentralasien-im-fluss-das-neue-themenheft-der-zeitschrift-osteuropa/"><strong>Zentralasien im Fluss: Das neue Themenheft der Zeitschrift „Osteuropa“</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor der Vereinbarung vom 13. März waren zwischen Tadschikistan und Kirgistan fast 70 Gebiete beziehungsweise 30 Prozent ihrer gemeinsamen Grenze umstritten. 519,9 Kilometer waren vor 2011 festgelegt worden, die restlichen 486,94 Kilometer erst in den letzten drei Jahren, fasst das kirgisische Nachrichtenportal <a href="https://24.kg/vlast/322660_podpisano_soglashenie_ogranitse_mejdu_kyirgyizstanom_itadjikistanom/">24.kg</a> zusammen. Von diesen Konflikten war das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ferghanatal">Fergana-Tal</a> am stärksten betroffen. Dort treffen sich Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan. Alle drei Länder haben dabei verschiedene Exklaven.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die schlimmsten Zusammenstöße ereigneten sich im <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ueber-40-tote-bei-zusammenstoessen-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/?noredirect=de-DE">April 2021</a>, als 50 Menschen ums Leben kamen, und im <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgisisch-tadschikischer-grenzkonflikt-verschaerft-sich/?noredirect=de-DE">September 2022</a> mit 100 Toten, darunter 50 Zivilist:innen. In beiden Fällen eskalierte der Konflikt durch den Einsatz von Streitkräften und schweren Waffen sowie durch die Ausweitung der Kämpfe entlang weiter Teile der Grenze auf ein bislang <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ein-eingefrorener-konflikt-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/?noredirect=de-DE">beispielloses Ausmaß an Gewalt</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Sehr schwierige“ Verhandlungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 21. Februar wurde in Bischkek ein erstes Protokoll <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/ein-historischer-tag-kirgistan-und-tadschikistan-unterzeichnen-grenzabkommen/?noredirect=de-DE">unterzeichnet</a>, dem Kirgistans Geheimdienstchef <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kamtschibek_Taschijew">Kamtschybek Taschijew</a> <a href="https://www.rferl.org/a/kyrgyzstan-tajikistan-border-deal-historic-peace-agreement/33345668.html">zufolge</a> <em>„ sehr schwierige“</em> Verhandlungen vorraus gegangen waren. Die Staaten beschlossen schließlich, sich an Karten aus dem Jahr 1991 zu orientieren. Zuvor hatte Tadschikistan auf die Verwendung von Karten aus den Jahren 1924-1929 bestanden, während Kirgistan Grenzziehungen aus dem Jahr 1950 als maßgeblich erachtete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Gebiete wurden ausgetauscht, insbesondere zwischen dem kirgisischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rajon_Batken">Bezirk Batken</a> und dem tadschikischen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Isfara_District">Bezirk Isfara</a>. Beide Staaten erhalten etwa 142 Hektar in diesen Regionen, berichtet <a href="https://rus.azattyk.org/a/kyrgyzsko-tadzhikskaya-granitsa-kak-podelili-uchastki-dorogi-i-drugie-obekty/33330138.html">Radio Azattyk</a>, der kirgisische Dienst von Radio Free Europe. Das 91 Hektar große, kirgisische Dorf Dostuk wurde beispielsweise im Austausch für ein ebenso großes Gebiet vollständig an Tadschikistan abgetreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/ein-historischer-tag-kirgistan-und-tadschikistan-unterzeichnen-grenzabkommen/"><strong>„Ein historischer Tag“: Kirgistan und Tadschikistan unterzeichnen Grenzabkommen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Schicksal der tadschikischen Exklave <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Woruch">Woruch</a>, Schauplatz zahlreicher Zusammenstöße, hatte die Verhandlungen lange Zeit verlangsamt. <a href="https://kaktus.media/doc/518764_kamchybek_tashiev_rasskazal_kak_reshilsia_vopros_s_ispolzovaniem_zemli_vokryg_anklava_voryh.html">Laut Kamtschybek Taschijew</a> hatte Tadschikistan seit 1991 19.000 Hektar Land außerhalb der Exklave besetzt. Am Ende des Abkommens sei diese Fläche auf 14.500 Hektar reduziert worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für tadschikische Bürger:innen, deren Häuser auf der kirgisischen Seite liegen, und umgekehrt für kirgisische Bürger:innen, die auf der anderen Seite wohnen, beabsichtigen die Regierungen, eine Umsiedlung durchzuführen. <em>„Wir werden an einem anderen Ort Häuser für sie bauen und dabei die Größe der Grundstücke berücksichtigen“</em>, versicherte Präsident Dschaparow.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Stärkere Zusammenarbeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Treffen vom 13. März ist nur der erste Schritt zu stärkerer Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Laut dem <a href="https://www.president.tj/event/news/49967">Pressedienst</a> des tadschikischen Präsidenten unterzeichneten die beiden Staatsoberhäupter außerdem mehrere Kooperationsabkommen in verschiedenen Bereichen, darunter Landwirtschaft, Stadtplanung, neue Technologien und die Bekämpfung der organisierten Kriminalität. Bereits am 4. März hatten beide Regierungen ihre Absicht zum Ausdruck gebracht, ihren Handel bis 2030 auf 500 Millionen US-Dollar (463 Millionen Euro) zu steigern, berichtete <a href="https://rus.ozodi.org/a/kyrgyzstan-i-tadzhikistan-namereny-dovesti-vzaimnyy-tovarooborot-do-500-mln-dollarov-ranee-strany-dostigli-soglasiya-po-obschey-granitse/33335799.html">Radio Ozodi</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/klimawandel-und-wasserressourcen-in-zentralasien-wachsende-unsicherheit/"><strong>Klimawandel und Wasserressourcen in Zentralasien: Wachsende Unsicherheit</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Frage des Zugangs zu Wasser, die regelmäßig zu Spannungen in der Region führt, wurde angegangen. Dies betrifft insbesondere bestimmte Reservoirs, die von beiden Ländern genutzt werden und die in der Vergangenheit wiederholt als Druckmittel dienten. Das zusammen mit dem Grenzvertrag <a href="https://fergana.media/news/137213/">geschlossene Abkommen</a> „Über die Gewährleistung des Zugangs zu Wasser- und Energieanlagen“ soll dem entgegenwirken.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/04/8d500842-c323-4205-a3ee-bab2dd031178-1024x682.jpeg" alt="" class="wp-image-41984" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/04/8d500842-c323-4205-a3ee-bab2dd031178-1024x682.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/04/8d500842-c323-4205-a3ee-bab2dd031178-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/04/8d500842-c323-4205-a3ee-bab2dd031178-768x512.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/04/8d500842-c323-4205-a3ee-bab2dd031178.jpeg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sadyr Dschaparow, Emomali Rahmon und Usbekistans Präsident Shavkat Mirziyoyev beim &#8222;Fergana-Tal-Gipfel&#8220; am 31. März in Chudschand, Photo: president.uz</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem am 19. März die Parlamente <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20250319/parlament-kirgizstana-odobril-ratifikatsiyu-dogovora-o-tadzhiksko-kirgizskoi-granitse">Kirgistans</a> und Tadschikistans das Abkommen jeweils ratifiziert hatten, tauschten die beiden Präsidenten am 31. März <a href="https://fergana.media/news/137213/">bei ihrem erneuten Zusammentreffen</a> im Rahmen des <a href="https://fergana.news/news/137220/">Fergana-Tal-Gipfels</a> im tadschikischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand">Chudschand</a> die Ratifizierungsurkunden aus. Das lange und zäh verhandelte Grenzabkommen zwischen den beiden zentralasiatischen Republiken ist damit in Kraft.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Romane Haquette für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/politique/president-tadjik-visite-kirghizstan-finaliser-accord-frontiere/"><strong>Französischen</strong></a><strong> (und überarbeitet) von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Elf Freunde müsst ihr sein – Freunde des Geheimdienstchefs! Was hinter der Barça-Akademie in Bischkek steckt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kloop]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Apr 2025 05:23:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[GKNB]]></category>
		<category><![CDATA[Kamtschybek Taschijew]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturisatsija]]></category>
		<category><![CDATA[Sadyr Dschaparow]]></category>
		<category><![CDATA[Sportwashing]]></category>
		<category><![CDATA[Steuern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sport lockt Politiker nicht nur mit Geld, sondern auch mit Publicity. Bestes Beispiel ist die im Bau befindliche Fu&#xDF;ballakademie &#x201E;Barcelona&#x201C; in Bischkek, Herzensprojekt des Leiters des Staatskomitees f&#xFC;r nationale Sicherheit Kamtschybek Taschijew. Alles dreht sich um siebzehn Hektar st&#xE4;dtischen Boden, ein neues Viertel f&#xFC;r die reiche Elite und zwielichtige Steuerbefreiungen. Bauherr der Fu&#xDF;ballakademie &#x201E;Barcelona&#x201C; in [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Sport lockt Politiker nicht nur mit Geld, sondern auch mit Publicity. Bestes Beispiel ist die im Bau befindliche Fußballakademie „Barcelona“ in Bischkek, Herzensprojekt des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kamtschibek_Taschijew">Leiters</a> des Staatskomitees für nationale Sicherheit Kamtschybek Taschijew. Alles dreht sich um siebzehn Hektar städtischen Boden, ein neues Viertel für die reiche Elite und zwielichtige Steuerbefreiungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bauherr der Fußballakademie „Barcelona“ in Bischkek ist die „<a href="https://www.instagram.com/jalgroupasia/">Jal Group Asia</a>“. Sie verfügt über eine <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Franchising_(Sport)">Franchisevereinbarung</a> für den Bau von Barça-Akademien und hat eine ähnliche Akademie im südwestlichen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschalal-Abad">Dschalal-Abad</a> gebaut. Das kirgistanische Medium Kloop schrieb darüber bereits ausführlich im Sommer 2023 in einer <a href="https://storage.googleapis.com/qurium/kloop.kg/blog-2023-08-22-yadernyj-pas-iz-barselony-kak-partner-rosatoma-pomogaet-tashievu-prodvigat-futbol.html">Investigativrecherche</a>. Hinter der Franchise sollen demnach enge Mitarbeiter und Verwandte von <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sadyr-dschaparow-der-volksfluesterer/">Präsident Sadyr Dschaparow</a> und dem Leiter des Staatskomitees für nationale Sicherheit (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/GKNB_(Kirgisistan)">GKNB</a>) Kamtschybek Taschijew stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa eine Woche nach der Veröffentlichung ebendieses Artikels <a href="https://storage.googleapis.com/qurium/kloop.kg/blog-2023-08-28-srochno-prokuratura-bishkeka-podala-isk-v-sud-o-likvidatsii-kloopa.html">reichte</a> die Staatsanwaltschaft Bischkek eine Klage zur Liquidierung des Medienhauses Kloop ein, woraufhin das Kulturministerium auf Antrag des Staatskomitees für nationale Sicherheit die Sperrung der Kloop-Website <a href="https://kloop.kg/blog/2023/09/07/srochno-minkult-hochet-zablokirovat-sajt-kloopa-iz-za-yakoby-nedostovernoj-informatsii/">anordnete</a>. Das Gericht gab der Klage der Staatsanwaltschaft <a href="https://storage.googleapis.com/qurium/kloop.kg/blog-2024-08-29-kloop-media-uzhe-tochno-likvidiruyut-verhovnyj-sud-molchal-ob-etom-bolshe-mesyatsa-no-my-prodolzhaem-rabotat.html">statt</a>, weshalb die Website <a href="https://kloop.kg/">kloop.kg</a> seit dem 12. September 2023 in Kirgistan eingeschränkt zugänglich ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hält Taschijew alle Fäden in der Hand?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">An dem Projekt der Barça-Akademie in Bischkek sind elf weitere Unternehmen <a href="https://docs.google.com/spreadsheets/d/18k8DoGcP_cE5ixBVOPWwuT7W8iut_6396YjxdMGL2GE/edit?gid=0#gid=0">beteiligt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kloop und der investigative Youtube-Kanal <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Temirov_Live">Temirov Live</a> haben deren Verbindungen untersucht und festgestellt, dass die meisten von ihnen auch mit Taschijews Verwandten und Engvertrauten in Verbindung stehen. Dazu gehören Taschijews Neffen (Tolkunbek Kanybekow, Syymyk Tynybekow), sein Schwiegersohn (Nurlan Schajdillajew) und Präsident Sadyr Dschaparows angeblicher Schwager (Rakatbek Asanbajew.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ajbek Alybajew, Vorsitzender der „Jal Group Asia“, macht keinen Hehl daraus, dass die beiden Barça-Akademien in Kirgistan von der Familie Taschijew gebaut werden, und dass der Leiter des Geheimdienstes (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/GKNB_(Kirgisistan)">GKNB</a>) die Idee selbst direkt fördert. Er und Taschijew hätten als langjährige Freunde über den Bau verhandelt, sagte Alybajew.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Diesen Stützpunkt hat einer der führenden Politiker unseres Landes, unser verehrter Taschijew Kamtschybek Kydirschajewitsch, ins Leben gerufen. Mit diesem Mann verbindet uns eine 15-20-jährige Freundschaft. Als wir anfingen, die erste Fußballakademie aufzubauen, hatte ich bereits zehn Jahre lang im Ausland gelebt, teils in Belgien, teils in Barcelona. Dass unsere Gesprächsgesuche mit dem Verein auf fruchtbaren Boden stießen, haben wir nicht nur meinen Verbindungen, sondern auch der hartnäckigen Vorgehensweise meines Freundes zu verdanken. Der Verein war uns gegenüber sehr positiv eingestellt. Vor Ort zeigt er sich bislang in Form der Dschalal-Abad-Akademie – auch die ist ein Kind der Familie Taschijew&#8220;, </em><a href="https://youtu.be/paqLK6XF-to?t=523">so</a> Alybajew.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-erwartet-die-unabhaengigen-medien-in-kirgistan-im-jahr-2025/">Was erwartet die unabhängigen Medien in Kirgistan im Jahr 2025?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Taschijews Engvertrauten sind auch andere Personen, die mit hochrangigen kirgisischen Beamten in Verbindung stehen, am Bau der Akademie beteiligt, darunter namhafte Unternehmer und Verwandte von Abgeordneten, die durch Vorbestrafungen bereits Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben, sowie Beamte der höchsten Abteilungen des Zolls und der Obersten Gerichte.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch weniger bekannte Unternehmensgründer und -leiter könnten mit Taschijews Familie in Verbindung sein, darunter einige Bewohner aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Susak_(Kirgisistan)#:~:text=Susak%20(kirgisisch%20%D0%A1%D1%83%D0%B7%D0%B0%D0%BA)%20ist%20ein,Stadt%20Dschalal%2DAbad%20in%20Kirgisistan.&amp;text=Erstmals%20erw%C3%A4hnt%20wurde%20der%20Ort,wurden%20etwa%201000%20Wohnungen%20zerst%C3%B6rt.">Susak</a>, Taschijews Heimat-Rajon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem stellte sich heraus, dass das Ministerkabinett die Landsleute, Freunde und Verwandten des stellvertretenden Vorsitzenden desselben Ministerkabinetts von der Steuer befreit hat. Es liegt also ein eindeutiger Interessenkonflikt vor.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Grundstück for nothing and the tax for free</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der „Barça“-Akademie baut das Unternehmen „Jal Group Asia“ auch den multifunktionalen Wohnkomplex „<a href="https://barcelona.kg/">Barcelona</a>“ in Bischkek. Er wird im Süden der Hauptstadt auf einem 17 Hektar großen Grundstück am Fuß der Berge entstehen. Im Zentrum des Komplexes wird sich die Fußball-Akademie befinden – umgeben von knapp 1600 Elite-Wohnungen, einem Kindergarten, einer Schule, einem Hotel, einem Geschäftszentrum und weiteren Gebäuden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Subunternehmer des Wohnkomplexes ist „Haitian“, kirgisische Tochtergesellschaft eines chinesischen Bauunternehmens, die seit April 2024 durch das Justizministerium registriert ist. Nach einer Baulizenz sucht man auf der Website des staatlichen Baukomitees jedoch vergeblich. Leiter der „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Obschtschestwo_s_ogranitschennoi_otwetstwennostju">OOO</a> Haitian“ ist Keldibek Orosbajew, ein ehemaliger Abgeordneter des Stadtrats von Dschalal-Abad und Mitglied von Taschijews Partei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ata-Schurt">Ata-Dschurt</a>. Ihre Adresse ist dieselbe wie die der „Jal Group Asia“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Haitian figuriert dabei auch auf bereits erwähnter Liste jener Unternehmen, die von der Mehrwertsteuer und der Umsatzsteuer für den Bau der Barça-Akademie befreit sind. Ob diese Befreiungen auch für den Bau von Wohnprojekten gelten, ist unklar.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Neben der Steuerbefreiung genoss die „Jal Group Asia“ ein weiteres Privileg: Sie erhielt von der Präsidialverwaltung städtischen Boden für den neuen Wohnkomplex und die Pacht der Fußball-Akademie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Wir hatten uns mit einem Brief an den Präsidenten des Landes gewandt. Der hat uns daraufhin seine Unterstützung zugesagt, indem er uns Land für den Bau zur Verfügung stellte&#8220;,</em> sagte der Präsident des Unternehmens, Ajbek Alybajew.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Öffentlich zugänglichen Daten zufolge hatte die Stadtverwaltung Bischkek diese 17 Hektar Land am 21. August 2023 registriert und das Grundstück noch am selben Tag in die Präsidialabteilung für Vermögensverwaltung übertragen. Im September verpachtete letztere den städtischen Boden schließlich an die „Jal Group Asia“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichwohl finden sich im Kataster keinerlei Einträge über dieses Grundstück. Womöglich gehörten diese 17 Hektar der Gemeinde oder wurden im Zuge einer sogenannten &#8222;Kusturisatsija&#8220; an den Staat &#8222;zurückgegeben&#8220;. Kusturisаtsija meint dabei die durch Inhaftierung von Politikern oder Geschäftsleuten erfolgte Rückzahlung von beispielsweise Land oder Unternehmen an den Staat. Der Begriff kam in den 2010er Jahren im Kontext der „Kulturisatsija-Politik“ in Umlauf und dient oft als Argument dafür, weshalb in- und ausländische Investoren sich zunehmend aus Kirgistan zurückziehen (Anm. d. Ü.)</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>&#8222;Was haben afrikanische Spieler, was unsere Jungs nicht auch haben?&#8220;</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viel die Pacht des für „Barcelona“ vorgesehenen Grundstücks kostet und welche Vereinbarungen die „Jal Group Asia“ mit der Präsidialverwaltung getroffen hat, ist bislang nicht bekannt. Öffentliche Daten lassen unerwähnt, ob das Unternehmen jemals die Pacht gezahlt hat. Derweil haben unabhängige Gutachter von Business-Expert <a href="https://b-expert.kg/analiz-rynka-zemelnyh-uchastkov-v-bishkeke-i-ego-prigorodah-po-sostoyaniyu-na-2024-g/">berechnet</a>, dass der Quadratmeterpreis in dem betroffenen Gebiet 378 Dollar beträgt. Hochgerechnet auf 17 Hektar bedeutet das einen ungefähren Wert von 64,3 Millionen Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Ajbek Alybajew wird der Bau des Wohnkomplexes im August 2027 abgeschlossen. Er behauptet, dass es in &#8222;Barcelona&#8220; 180‘000 Quadratmeter Wohn- und Gewerbeimmobilien gäbe und der Quadratmeterpreis im Wohnkomplex bei 2‘000 US-Dollar beginnen wird. Daraus ergeben sich für den Bauherren Einnahmen von mindestens 360 Millionen Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den <a href="https://www.nd-aktuell.de/artikel/1189470.visit-rwanda-sportwashing-fuer-ruanda-bayern-psg-und-arsenal-in-der-kritik.html">Missbrauch des Sports</a>, um von politischer Unterdrückung und wirtschaftlichen Problemen abzulenken – kurz: <a href="https://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/kritische-berichterstattung-schwaecht-wirkung-von-sportswashing">Sportwashing</a> – haben autoritäre Regime als universelles Machtinstrument entdeckt. Fußball eignet sich dafür ideal: Er ist für alle Schichten zugänglich, populär und bringt Millionen von Menschen zusammen. Im Gegensatz zu Versprechungen von wegen wirtschaftlichem Wachstum oder verbessertem Wohlstand bringen Siege im Fußball sofortige Ergebnisse: Freude, Stolz und ein Zusammengehörigkeitsgefühl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behörden würden die Bevölkerung ermahnen, stolz auf die Barça-Akademien zu sein. „<em>Während wir den Sport in Kirgistan vorantreiben, macht ihr Journalisten alles nur noch schlimmer und schreckt die Investoren ab&#8220;, </em>meinte Sadyr Dschaparow vor zwei Jahren zum Medium Kloop.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Die einzige Hilfe des Staates war die Zuweisung eines 16 Hektar großen Baugrundstücks. Diese 16 Hektar werden sich in Zukunft 16 Mal für die Akademie von „Barcelona“ auszahlen. Es handelt sich also um ein soziales Projekt. In 10-15 Jahren werden unsere Jungs bei der Weltmeisterschaft spielen. Was haben afrikanische Spieler, was unsere Jungs nicht auch haben? Was soll falsch daran sein, dass wir unsere Kinder in diese Akademie schicken und ihnen damit die Chance geben, es bis zu den besten Fußballvereinen der Welt zu bringen? Wann lernt ihr endlich, euch um den Staat zu kümmern? Wenn ihr aus jeder Mücke einen Elefanten macht und nur Negatives schreibt, welcher Investor soll dann noch zu uns kommen? Wie soll dann Gutes entstehen? Wenn ihr in allem nur das Schlechte sucht, verkümmert dann eure Seele nicht in all dem Schmutz?&#8220;,</em> antwortete Sadyr Dschaparow auf die Untersuchung von Kloop.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Barce-lohnt-sich-das-denn-überhaupt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sicher, als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/FC_Barcelona">Barça</a> Kirgistan als Standort für seine erste Akademie in Zentralasien wählte, war das eine unerwartete und willkommene Nachricht. Doch der katalanische Verein würde sich wohl an jedwedem Ort niederlassen, vorausgesetzt dieser winkt mit Geld und ein paar potenziellen Fußballstars der Zukunft. Weltweit existieren bereits mehr als 30 solcher Akademien – in Afrika, Eurasien und Amerika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Haben Jungs aus Kirgistan eine tatsächliche Chance, sich im Weltfußball zu beweisen? Laut Alibajew, dessen Unternehmen „Jal Group Asia“ beide Akademien betreibt, können in Dschalal-Abad 500-700 Kinder ab dem sechsten Lebensjahr ihre Ausbildung beginnen – gegen eine Schulgebühr, versteht sich. Die 30-40 talentiertesten Kinder könnten, sofern sie das Auswahlverfahren bestehen, von diesen Mehrkosten befreit werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Gegenwärtig kostet der Unterricht mit Unterkunft in Dschalal-Abad 19.500 $ pro Jahr, ohne Unterkunft 12-15.000 $. Das bedeutet: Der Barcelona-Komplex in Bischkek, wo das Durchschnittsgehalt kaum 450 $ pro Monat <a href="https://www.ceicdata.com/de/indicator/kyrgyzstan/monthly-earnings">beträgt</a>, wird für Normalsterbliche genauso unerschwinglich sein wie die gleichnamige Stadt in <a href="https://www.idealista.com/de/news/immobilien-kaufen-in-spanien/2022/12/15/98404-barcelona-ist-die-teuerste-stadt-zum-kaufen-und-mieten-einer-immobilie">Spanien</a>. Nur reiche Leute werden in der Lage sein, ihre Kinder dort auszubilden und Wohnungen zu kaufen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion von Kloop</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://kloop.kg/blog/2025/02/21/futbol-dlya-otmyvaniya-reputatsii-chto-ne-tak-s-akademiej-barca-v-bishkeke/">Russischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/elf-freunde-muesst-ihr-sein-freunde-des-geheimdienstchefs-was-hinter-der-barca-akademie-in-bischkek-steckt/">Elf Freunde müsst ihr sein – Freunde des Geheimdienstchefs! Was hinter der Barça-Akademie in Bischkek steckt</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Feministische Versammlungen in Bischkek und Almaty am 8. März</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/feministische-versammlungen-in-bischkek-und-almaty-am-8-maerz/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Mar 2025 05:06:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Feministische Initiative Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Feminita]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Internationaler Frauentag]]></category>
		<category><![CDATA[LGBT+]]></category>
		<category><![CDATA[Sadyr Dschaparow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Bischkek sind Hunderte von Menschen zu einer Kundgebung samt Umzug anl&#xE4;sslich des Weltfrauentags zusammengekommen. In Almaty hingegen haben die Beh&#xF6;rden erneut ein Versammlungsverbot ausgesprochen und feministische Aktivistinnen festgenommen. Am 8. M&#xE4;rz fand in der Hauptstadt Kirgistans ein friedlicher Marsch f&#xFC;r die Rechte der Frauen statt. Er wurde von Aktivistinnen der lokalen Feministischen Initiative Bischkek [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In Bischkek sind Hunderte von Menschen zu einer Kundgebung samt Umzug anlässlich des Weltfrauentags zusammengekommen. In Almaty hingegen haben die Behörden erneut ein Versammlungsverbot ausgesprochen und feministische Aktivistinnen festgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 8. März fand in der Hauptstadt Kirgistans ein friedlicher Marsch für die Rechte der Frauen statt. Er wurde von Aktivistinnen der lokalen <a href="https://bishkekfeminists.wordpress.com/">Feministischen Initiative Bischkek</a> organisiert, wie <a href="https://rus.azattyk.org/a/33340737.html">Radio Azattyk</a> berichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Umzug begann um 12 Uhr mittags vor dem ehemaligen Gebäude des Außenministeriums in der Nähe des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Old_Square,_Bishkek">Alten Platzes</a>. Von dort aus zogen die Demonstranten etwa ein Stunde durch die Stadt, Ziel war der <a href="https://www.google.de/maps/place/Park+of+Maxim+Gorky/@42.8711663,74.5664088,13.45z/data=!4m6!3m5!1s0x389ec81fe4b6049d:0x3b7561a932dddd6!8m2!3d42.8783962!4d74.592736!16s%2Fg%2F11df37b_cr?entry=ttu&amp;g_ep=EgoyMDI1MDMxMi4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D">Maxim-Gorki-Park</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Organisatorinnen betonten, dass der 8. März der Tag der Solidarität für alle Frauen sei – unabhängig davon, ob sie zu Hause, im Büro oder in der Fabrik arbeiten, und so ihre sozialen, wirtschaftlichen und politischen Rechte verteidigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forderungen bezogen sich auf mehr Sicherheit von Frauen am Arbeitsplatz, zu Hause und im gesellschaftlichen Zusammenleben. Darüber hinaus forderten die Demonstrierenden, dass Väter nach einer Scheidung rechtlich für ihre Kinder verantwortlich sein sollten, wie das kirgisische Medium <a href="https://kaktus.media/doc/519322_v_bishkeke_proshel_mirnyy_marsh_za_prava_jenshin._kak_eto_bylo.html">Kaktus</a> berichtet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Ohne Rechte kein Fortschritt&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die örtliche Polizei <a href="https://kaktus.media/doc/519329_gyvd_bishkeka:_v_marshe_za_prava_jenshin_priniali_ychastie_bolee_150_chelovek.html">schätzte</a> die Zahl auf über 150. Mehreren Quellen zufolge nahmen jedoch zwischen 300 und 500 Personen am Umzug teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verschiedene Slogans waren während des Umzugs zu hören und zu sehen: „Frauen werden weiterhin getötet“, „Wir brauchen Sicherheit, keine Blumen“, „Abtreibung ist eine persönliche Entscheidung, keine juristische Debatte“, „Mädels, unterstützt euch gegenseitig!“ oder „Ohne Rechte kein Fortschritt“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sogar zu einer Hymne zu Ehren der Frauenrechte stimmten die Demonstrierenden an, berichtet <a href="https://www.youtube.com/watch?v=RD121yeSmqA">Kaktus</a> weiter. Nach Angaben der Pressestelle der Polizei von Bischkek waren fast 100 Polizisten im Einsatz, um die öffentliche Ordnung und die Sicherheit der Teilnehmenden zu gewährleisten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kein zuverlässiges System</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den Rednerinnen der Veranstaltung fand sich auch <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Dp92AjT5w_k">Rosa Dschekschenowa</a>. Sie ist die Mutter von Ajdschan Alykulowa, einem jungen Mädchen, das im Februar 2024 von ihrem Ehemann brutal ermordet wurde. Sie betonte, wie wichtig der Umzug angesichts der zunehmenden Gewalt gegen Frauen und der als ungerecht empfundenen Gerichtsentscheidungen in solchen Fällen sei. „<em>In der heutigen Welt sind Frauen stärker zwar als Männer und handeln aktiver, und doch sind sie täglich Druck ausgesetzt und leiden unter Diskriminierung“,</em> sagte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Tochter hatte fünf Sprachen gesprochen und viele Jahre lang im Ausland gearbeitet, von wo aus sie die Familie finanziell unterstützte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-hoch-ist-der-grad-der-freiheit-und-sicherheit-von-frauen-in-zentralasien/">Wie hoch ist der Grad der Freiheit und Sicherheit von Frauen in Zentralasien?</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ehemalige kirgistanische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ombudsmann">Ombudsfrau</a> Atyr Abdrachmatowa, die ebenfalls an dem Marsch teilnahm, sagte im Interview mit dem Medium <a href="https://24.kg/obschestvo/322169_net_nasiliyu_vbishkeke_proshel_mirnyiy_marsh_zaprava_jenschin/">24.kg</a>, dass Frauen und Mädchen dank des Marsches eine Plattform hätten, um Geschlechterdiskriminierung und Gewalttaten zu thematisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Kaum eine Familie ist nicht von Gewalt betroffen. Fast immer sind es die Mädchen, die darunter leiden. Die Gesellschaft bringt peu à peu mehr Verständnis für das Problem auf und die aggressiven Reaktionen auf unseren Marsch werden seltener. Sogar die Ordnungskräfte sagen, dass sie sich in ähnlichen Situationen wiedergefunden haben und ihnen die Hände gebunden waren. Mittlerweile haben auch sie verstanden, dass das System in Wirklichkeit leider niemanden von uns schützt. [&#8230;] Alle Mädchen und jungen Frauen in Kirgistan verdienen mehr Schutz. Das Thema anzusprechen, zu reden, statt zu schweigen, ist keine Schande. Jedem Mädchen und jeder Frau muss klar sein, dass niemand das Recht hat, über ihren Körper oder ihre Seele zu entscheiden“,</em> so ihre Worte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Staatliche Förderung weiblicher Führungsqualitäten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Marsch in Bischkek verlief friedlich und endete mit der Nationalhymne. Die öffentliche Ordnung blieb ungestört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Vorabend der Veranstaltung <a href="https://kaktus.media/doc/519324_sadyr_japarov_pozdravil_jenshin_kyrgyzstana_s_mejdynarodnym_jenskim_dnem.html">richtete</a> Präsident <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/sadyr-japarov-le-chuchoteur-du-peuple/">Sadyr Dschaparow</a> seine Glückwünsche an die Frauen, in der er ihre tragende Rolle in der Gesellschaft unterstrich und ihnen für ihren Beitrag zur Entwicklung des Landes dankte: <em>„Kirgistan hält fest an der Geschlechtergerechtigkeit sowie der Stärkung der Frauen, denn diese sind der Schlüssel zur nachhaltigen Entwicklung des Landes.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Daran anschließend kündigte das Staatsoberhaupt an, ein nationales Programm zur Förderung der Führungskompetenzen von Frauen bis 2030 umzusetzen, um die aktive Beteiligung von Frauen an der Wirtschaft und am öffentlichen Leben zu gewährleisten, ihr Potenzial zu entfalten und ihre finanzielle Unabhängigkeit zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er erinnerte auch daran, dass Kirgistan in diesem Jahr das 100-jährige Jubiläum der Frauenbewegung feiert, das einen wichtigen Schritt in der Anerkennung der Leistungen kirgistanischer Frauen in verschiedenen Bereichen darstellt: „<em>Ihre Freundlichkeit, Aufmerksamkeit, Weisheit und Weitsicht bilden eine solide Grundlage für die Stabilität und den Wohlstand Kirgistans. Zukünftige Generationen zu erziehen, junge Menschen auf die Prüfungen des Lebens vorzubereiten und die Traditionen der Vorfahren zu bewahren – all das ist dank Ihrer hervorragenden Arbeit möglich.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Anstieg häuslicher Gewalt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das kirgistanische Innenministerium <a href="https://mvd.gov.kg/rus/domesticViolence/reports/40">berichtete</a>, dass in den ersten zehn Monaten des Jahres 2024 landesweit 14.293 Fälle häuslicher Gewalt registriert wurden, 37,2 Prozent mehr als im Jahr 2023.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ombudsfrau Dschamilja Dschamanbajewa <a href="https://rus.azattyk.org/a/33216029.html">stellte fest</a>, dass Kirgistan zwar 2003 als eines der ersten zentralasiatischen Länder ein Gesetz zum Schutz vor <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-praesident-unterschreibt-gesetz-gegen-haeusliche-gewalt/">häuslicher Gewalt verabschiedet</a> habe, die Zahl der Fälle in den letzten Jahren jedoch stetig gestiegen sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Generalstaatsanwaltschaft fügte dem hinzu, dass in den letzten zweieinhalb Jahren in Kirgistan 34 Frauen an den Folgen häuslicher Gewalt gestorben seien, wie <a href="https://rus.azattyk.org/a/33091113.html">Radio Azattyk</a> recherchierte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Demonstrationsverbot in Kasachstan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan <a href="https://rus.azattyq.org/a/vlasti-almaty-vnov-otkazali-fem-aktivistkam-v-provedenii-zhenskogo-marsha-8-marta-/33277610.html">verweigerte</a> das <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Akim">Akimat</a> (Stadtverwaltung) von Almaty Mitte Januar einer Gruppe von feministischen Aktivistinnen die Genehmigung für eine Kundgebung zum 8. März. In ihrer Antwort verwiesen die Stadtbehörden auf eine „<em>Bedrohung der öffentlichen Ordnung“</em>, ohne nähere Angaben zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf <a href="https://www.instagram.com/p/DE2SAycuNCM/">Instagram</a> erklärten die Organisatorinnen, sie erwögen, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen. Ihren Angaben zufolge sei dies bereits der 15. Versuch, eine Versammlung mitsamt Marsch zu organisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/feministische-medien-in-kasachstan-was-veraendern-sie/">Feministische Medien in Kasachstan: Was verändern sie?</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits im vergangenen Jahr hatte das Büro des Bürgermeisters von Almaty eine Versammlung mit anschließendem Marsch zum 8. März unter dem Motto „Freiheit und Sicherheit der kasachstanischen Frauen“ mit einer ähnlichen Begründung abgelehnt. Auf Anfrage von Vlast <a href="https://vlast.kz/novosti/59220-akimat-almaty-ob-otkaze-v-marse-na-8-marta-v-socsetah-prosili-zapretit-akcii-feministok.html">berichtete</a> das Akimat, dass die Organisatorinnen und Teilnehmerinnen während der Aktionen„<em>wiederholt von den erklärten Themen abgewichen sind und in ihren Reden andere Konzepte an deren Stelle gesetzt haben.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus behauptete das Akimat, sie habe etwa &nbsp;zwanzig Anrufe mit kategorischen Aufforderungen erhalten, die Versammlung nicht zu genehmigen. Zudem seien in den sozialen Netzwerken über 100 Posts über die Ablehnung und das Verbot feministischer Aktionen veröffentlicht worden. „<em>In den Anrufen und in den Nachrichten in den sozialen Netzwerken wird behauptet, dass diese Bürgerinnen bei den Aktionen, die dem Internationalen Frauentag gewidmet waren, sich hinter dem Kampf für Frauenrechte versteckten. In Wirklichkeit fördern sie nicht-traditionelle Werte, die uns fremd sind: gleichgeschlechtliche Beziehungen und Ehen, </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/LGBT-Symbole#:~:text=Die%20Regenbogenfahne%20steht%20f%C3%BCr%20die,und%20Lila%20f%C3%BCr%20die%20Seele."><em>LGBT-Symbole“,</em></a><em> </em>so ihre Erklärungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Letzte erlaubte Demonstration im Jahr 2021</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Aktivistinnen gingen mehrmals auf die Straße, um das Recht auf die Durchführung eines Marsches einzufordern, jedoch ohne Erfolg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich <a href="https://vlast.kz/novosti/59192-miting-za-dostojnuu-zizn-zensin-soglasoval-akimat-almaty.html">genehmigten</a> die städtischen Behörden am 7. März 2024 eine Versammlung &#8222;Für ein menschenwürdiges Leben für Frauen!&#8220; im <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstan-kampf-um-feministischen-marsch-am-8-maerz/">Gandhi-Park.</a> Die Organisation stemmte Bibinur Şeralieva, Gründerin des Sozialhauses „Rahym“ für Frauen in schwierigen Situationen und Mitglied des regionalen öffentlichen Rates für Familie und Sozialfürsorge sowie Mitglied der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amanat_(Partei)">Regierungspartei Amanat</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/die-proteste-haben-ein-weibliches-gesicht-wie-frauen-in-usbekistan-fuer-ihre-rechte-einstehen/">Die Proteste haben ein weibliches Gesicht: Wie Frauen in Usbekistan für ihre Rechte einstehen</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das letzte Mal, dass das Akimat Almaty einen Marsch mitsamt Kundgebung für Frauenrechte genehmigt hat, war <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-droht-nach-dem-historischen-internationalen-frauentag-eine-offizielle-gegenreaktion/">im Jahr 2021</a>, erinnert <a href="https://rus.azattyq.org/a/vlasti-almaty-vnov-otkazali-fem-aktivistkam-v-provedenii-zhenskogo-marsha-8-marta-/33277610.html">Radio Azattyq</a>. Der damalige Umzug, an dem rund 1.000 Menschen teilnahmen, verlief ohne Zwischenfälle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In anderen Städten Kasachstans konnten in diesem Jahr offizielle Versammlungen zum Tag der Frauenrechte stattfinden, angeführt von Vertreterinnen staatlich geführter Organisationen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aktivistinnen wurden festgenommen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Vorabend des 8. März wurde Janar Sekerbaeva, Mitbegründerin von <a href="https://feminita.kz/">Feminita</a>, einem Kollektiv von LGBT+-Feministinnen, in Almaty von der Polizei <a href="https://rus.azattyq.org/a/soosnovatelnitsu-feminita-zhanar-sekerbaevu-zakryli-na-10-sutok-nakanune-8-marta/33331742.html">festgenommen</a>. Sie warfen ihr vor, gegen das Verfahren zur Durchführung friedlicher Versammlungen verstoßen zu haben, wobei sie sich auf ihre Teilnahme an einer Demonstration im Mai 2024 beriefen. Ein Gericht nahm die Aktivistin für zehn Tage in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Administrativhaft">Administrativhaft</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer ähnlichen Begründung <a href="https://rus.azattyq.org/a/esche-odnu-aktivistku-arestovali-na-10-sutok-v-almaty-za-marsh-v-mae-proshlogo-goda/33335362.html">stellte</a> die Polizei eine weitere feministische Aktivistin, Aktorğyn Akkenjebalasy, unter Arrest und belegte sie mit der gleichen Haftdauer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Janar Sekerbaeva kam am 10. März frei, Aktorğyn Akkenjebalasy drei Tage später.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>William Onkur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/societe-et-culture/des-feministes-dasie-centrale-se-sont-rassemblees-pour-la-journee-du-8-mars/">Französischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/feministische-versammlungen-in-bischkek-und-almaty-am-8-maerz/">Feministische Versammlungen in Bischkek und Almaty am 8. März</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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