Kasachstan, Olympisch, Sport

Pyeongchang 2018: Kasachstan, Usbekistan und Kirgistan vertreten Zentralasien

Kasachstan schickt mit 46 Athleten die größte zentralasiatische Delegation. Usbekistan und Kirgistan schicken jeweils nur zwei Athleten zu den olympischen Winterspielen in Pyeongchang,  Südkorea, die an diesem Freitag beginnen.

Nur drei der fünf zentralasiatischen Staaten nehmen an den dreiundzwanzigsten olympischen Winterspielen teil. Und nur Kasachstan werden mit seinen 46 Athleten Chancen zugerechnet, Medaillen zu gewinnen. Usbekistan und Kirgistan werden jeweils von zwei Sportlern vertreten.

Trotz seiner geringen Präsenz kann Zentralasien immer noch auf einige Medaillen oder eine gute Platzierung hoffen. Wie sind die Chancen dieser Athleten gegen die europäischen und amerikanischen Giganten?

Athleten, auf die man achten sollte
Auf kirgisischer Seite nimmt der Skilangläufer Tariel Dscharkymbajew an seinen ersten Olympischen Spielen teil. Um sich zu qualifizieren, hat er 2017 weltweit insgesamt fünf Wettkämpfen bestritten. Der einundzwanzigjährige Dscharkymbajew stammt aus der Hauptstadt Bischkek und tritt am 15. Februar erstmals in der Distanz über 1,5 Kilometer an. Er vertritt sein Land zusammen mit dem dreiundzwanzigjährigen Ski Alpinsportler Jewgeni Timofejew, ebenfalls aus Bischkek.

Auf usbekischer Seite sollte man nicht den Eiskunstläufer Mischa Ge verpassen, der bereits an seinen zweiten olympischen Spielen teilnimmt. Obwohl er bei den Spielen in Sotschi 2014 erst 17 Jahre alt war, zeigte er gute Leistungen. 2017 gewann er beim Grand Prix im französischen Grenoble die Bronzemedaille.

Kasachstan: Die besten Medaillenaussichten für Zentralasien
Das Ziel des zentralasiatischen Schwergewichts Kasachstan ist ganz klar, in Pyeongchang einige Medaillen zu holen. Dafür setzen die Kasachen auf Biathlon. In dieser Disziplin schicken sie mit zehn Athleten die größte Gruppe. Astana rechnet auch mit dem Flaggenträger Absal Aschgalijew. der nach dem fünften Platz Bei den Spielen in Sotschi gewann er den fünften Platz, danach errang er beim Weltcup in Salt Lake City 2016 seinen ersten Weltcupsieg. Außerdem sollte man den Eiskunstläufer Denis Ten nicht vergessen, der einzige Kasache, und damit der einzige Athlet aus Zentralasien, der in Sotschi eine Medaille gewann.

Kasachstan scheinen solche Sportwettkämpfe wichtiger zu sein als seinen zentralasiatischen Nachbarn. Das reichste Land der Region hatte sich (ohne Erfolg) um die Austragung der Winterspiele von 2022 beworben.

Zentralasiaten sind bei den Winterspielen unterrepräsentiert
Mit Ausnahme von Kasachstan sind zentralasiatische Länder bei Olympischen Spielen unterrepräsentiert. 2014 hatte Tadschikistan mit dem alpinen Skirennläufer Alischer Qudratow noch einen Teilnehmer geschickt.  2002, 2006 und 2010 war der Skirennläufer Andrei Drygin als einziger Athlet für Tadschikistan angetreten. Dieses Mal nimmt das Land nicht teil. Seit der Gründung des turkmenischen Nationalen Olympischen Komitees haben Sportler von dort noch nie an Winterspielen teilgenommen.

Die Abwesenheit von zentralasiatischen Wintersportlern ist größtenteils auf einen Mangel an Mitteln für die Unterstützung High-Budget-Sportarten zurückzuführen „Für die Ausbildung von Skiläufern hat die kirgisische Nationalagentur ein Budget von 1,193 Millionen Som (etwa 14.000 Euro) bereitgestellt. Daher gibt es Probleme, wir können nicht einmal eine Schule für Wintersport eröffnen, weil es keine Trainer und Spezialisten gibt“, sagte 2015 Kanatbek Arpachy, der Direktor der Nationalagentur für Jugend, Körperkultur und Sport.

In Sotschi 2014 waren die Ergebnisse der zentralasiatischen Nationen nicht besonders überzeugend. Kirgisistan schickte nur einen Vertreter, Dmitri Trelewski, der sich während des Trainings verletzte und zurücktreten musste. Er wurde dann von Evgeniy Timofeev ersetzt, dessen bestes Ergebnis der 41. Platz im Riesenslalom war. Usbekistan stellte 2014 drei Athleten auf, wobei das beste Ergebnis Misha Ge erzielte, der in seiner Kategorie den 17. Platz belegte.

Die besten Ergebnisse von Rio 2016
Zentralasien ist bei den Olympischen Sommerspielen erfolgreicher. In Rio 2016 gewannen die Länder der Region, mit Ausnahme von Kirgistan und Turkmenistan, die nicht teilnahmen, insgesamt 31 Medaillen, davon acht Mal Gold. Die usbekischen Boxer gewannen sieben Medaillen, davon vier Mal Gold. Der Tadschike Dilschod Nasarow gewann die erste Goldmedaille in der Geschichte des Landes. Kasachstan gewann 17 Medaillen, einen Rekord, und kam damit weltweit auf Platz 22.

Wenn die zentralasiatischen Länder bei den Olympischen Winterspielen nicht glänzen, können sie sich mit den World Nomad Games trösten, einer Olympiade für zentralasiatische Sportarten. Die ersten beiden Ausgaben fanden 2014 und 2016 in Cholpon-Ata am Ufer des Issikkölsee statt. Auch die nächste Ausgabe wird im September 2018 dort stattfinden.

Augustin Forissier
Redakteur für Novastan in Bischkek

Aus dem Französischen von Folke Eikmeier

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