Go East Filmfestival 2021

Das goEast-Filmfestival schaut dieses Jahr nach Zentralasien

Das 21. „goEast“ Festival des mittel- und osteuropäischen Films findet vom 20. zum 26. April 2021 statt. In diesem Jahr steht erstmals Zentralasien im Fokus.

Das goEast-Filmfestival in Wiesbaden ist seit 2001 ein jährlicher Treffpunkt für osteuropainteressierte Cinephile. Dieses Jahr, zum Anlass des 30-jährigen Jubiläums der Unabhängigkeit der fünf Republiken Zentralasiens, dreht sich insbesondere das Symposium „Zentralasien enthüllen“ um die dortige Filmkultur. Mit dabei sind die Expertin für sowjetisches und russisches Kino Prof. Dr. Birgit Beumers und Joël Chapron, Beauftragter für Filme aus Zentralasien und Russland bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes.

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Somit „eröffnet das Festival ein Fenster in eine Filmlandschaft, die bisher zwar bei goEast vertreten war, doch nie im Mittelpunkt stand“, heißt es in der Pressemitteilung zur diesjährigen Ausgabe. Dabei geht es sowohl um die Kinogeschichte in der Region und den „Einfluss der Sowjetunion auf die filmhistorische Entwicklung der Region seit 1922“ als auch um das postsowjetische Kino und den Einfluss der sogenannten Kasachischen Neuen Welle der 1980er auf dessen Entwicklung.

Trotz Weiterentwicklung, Wiederaufbau und Unabhängigkeit der Filmindustrien in Zentralasien, gibt es heute große Unterschiede zwischen den nationalen Kinematographien“, heißt es weiter. „So beleuchtet das Symposium auch die Tatsache, dass etwa Kasachstan eine der am weitest entwickelten Filmindustrien in der Region bietet, während jene in Turkmenistan praktisch stillsteht.“  

Über 100 Filme im Programm

Nachdem die 20. Ausgabe von goEast im letzten Jahr online abgehalten wurde, hoffen die Veranstalter vom Deutschen Filminstitut und Filmmuseum dieses Jahr darauf, nach Möglichkeit eine hybride Version zu organisieren, bei der Filme und Veranstaltungen sowohl online als auch in den Kinos des Rhein-Main-Gebiets gezeigt werden. So oder so würde ein Festivalprogramm von insgesamt über 100 Filmen erstellt.

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Auch in der Jury des Hauptwettbewerbs von goEast wird Zentralasien mit Saodat Ismailova aus Usbekistan vertreten. Die 1981 in Taschkent geborene Filmemacherin hat sich insbesondere mit dem Dokumentarfilm „Aral, fishing in an invisible Sea“ (2004) und mit dem Spielfilm „Chilla“ (2014), der die Geschichte vierer Frauen aus Zentralasien erzählt, einen Namen gemacht. Neben ihr werden die Produzentin Volia Chajkouskaya (Estland), der Dokumentarfilmer Thomas Heise (Deutschland), die Schauspielerin Alina Şerban (Rumänien) und der Filmkritiker Jay Weissberg (USA) über die Preisvergabe entscheiden.   

Neben dem Kino widmet sich das Festival auch weiteren Formen audiovisueller Kunstlandschaften, so zum Beispiel Videomontagen aus Zentralasien und YouTube-Montagen von belarussischen AktivistInnen. Ein „Anti-Oscarabend“ bietet die Gelegenheit sich mit dem „ewigen Dilemma ‚Kunst oder Kommerz‘“ auseinanderzusetzen und beim „East-West Talent Lab“ kommen 30 Nachwuchsfilmschaffende für ein Vernetzungs- und Förderungsprogramm zusammen.

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Ende März wird das vollständige Programm des Festivals veröffentlicht. Nachdem Novastan.org bereits bei der Festivalausgabe 2019 mit der Organisation einer Dance with the Stans-Party mitgewirkt hatte, werden wir dieses Jahr als Medienpartner direkt vom Festival und dem Symposium „Zentralasien enthüllen“ berichten.

Florian Coppenrath
Novastan.org

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Ich bin dem frisch gegründeten Novastan gleich bei meiner ersten Kirgistan-Reise Ende 2011 beigetreten. Erst war ich Redakteur, dann Begründer der deutschsprachigen Version. Heute bin ich für die Verbindungen zwischen den verschiedenen Teilen von Novastan und für die strategische Entwicklung des Projektes zuständig. Nach drei Jahren in Kirgistan, zuletzt als Bosch-Lektor in Osch, arbeite ich heute an der Entwicklung von "Wikistan" einer baldigen Netzwerkplattform für die Zentral-Eurasien-Forschung. Seit März diesen Jahres bin ich ebenfalls in der Forschung tätig und schreibe eine Doktorarbeit über Hip-Hop in Kirgistan am Zentralasienseminar der Humboldt Universität zu Berlin. --------------------------------------------------------------- Mon premier voyage à Bichkek en décembre 2011 m'amena à rejoindre le magazine Novastan.org fraichement fondé. J'y étais d'abord actif en tant que rédacteur, puis en tant que fondateur et coordinateur de la version germanophone en été 2013. Aujourd'hui je suis en charge des liens entre les différentes parties d Novastan et du développement stratégique du projet. Après trois ans au Kirghizstan, dernièrement en tant que médiateur culturel pour la fondation Bosch à l'université d'Och, je travaille au développement de "Wikistan", un réseau pour la recherche sur l'Eurasie centrale. Depuis mars 2018, je suis également doctorant en études centre-asiatiques et étudie le Hip-Hop dans les villes du Kirghizstan.

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