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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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		<title>„Ermen Anti“: Legende des kasachischen Punkrock auf Europatournee</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 16:03:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#x201E;Ermen Anti&#x201C; &#x2013; mit b&#xFC;rgerlichem Namen Ermen Erjanov &#x2013; ist die Gallionsfigur des kasachischen Punks. Mit seiner Band &#x201E;Adaptatsiya&#x201C;, die er 1992 in der westkasachischen Stadt Aqt&#xF6;be gr&#xFC;ndete, hat er bereits 15 Studioalben ver&#xF6;ffentlicht und zahlreiche Tours in Russland und Europa gespielt. Im Interview erz&#xE4;hlt er uns &#xFC;ber das neueste Album seines Soloprojekts, den Einfluss [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">„Ermen Anti“ &#8211; mit bürgerlichem Namen Ermen Erjanov &#8211; ist die Gallionsfigur des kasachischen Punks. Mit seiner Band „Adaptatsiya“, die er 1992 in der westkasachischen Stadt Aqtöbe gründete, hat er bereits 15 Studioalben veröffentlicht und zahlreiche Tours in Russland und Europa gespielt. Im Interview erzählt er uns über das neueste Album seines Soloprojekts, den Einfluss des Ukrainekrieges auf seine Tätigkeit als Musiker und wie sich die kasachische Punkszene in den letzten 30 Jahren entwickelt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan: Könnten Sie unseren Lesern kurz etwas über Sich und Ihre Kunst erzählen?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ermen Anti: Mein Name ist Ermen Erjanov. Ich wurde 1974 geboren. Mein Künstlername ist Ermen Anti. 1992, im Alter von 17 Jahren, gründete ich in der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be">Aqtöbe</a> – damals noch unter dem Namen „Aktjubinsk“ – die Punkband „Adaptatsiya“, die bis 2019 bestand. Ich bin durch die gesamte ehemalige Sowjetunion getourt und viel in Europa aufgetreten. Danach gab es eine Pause und einige Soloprojekte. Im Jahr 2024 habe ich die Band wieder ins Leben gerufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben „Adaptatsiya“ habe ich noch viele andere Projekte, zum Beispiel im Bereich der Poesie. Meine Gedichte wurden (aus dem Russischen) ins Deutsche und Tschechische übersetzt und sind auch in Russland erschienen. Ich bin Autor mehrerer Bücher, darunter mein autobiografisches Buch „Nomad Punk“. Meinen Stil nenne ich „Nomad Poetry Punk“.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung „Nomad Poetry Punk“?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nomad“ steht zum einen für meinen nomadischen Lebensstil. Ich bin ständig auf Tour und reise um die Welt. Das ist schon so eine Art Lebensweise. Man bleibt nicht an einem Ort. Zweitens ist es ein Verweis auf meine Wurzeln. „Poetry“ ist, im Gegensatz zu vielen Punkbands, die einfach nur expressiv sind oder so, bei uns sehr poetischer Punk. Wie bei „Patti Smith“, wo Punk und Poesie miteinander verschmelzen. Das sind nicht einfach irgendwelche Parolen wie <em>„Nieder mit der Bourgeoisie, nieder mit dem Kapitalismus“</em>, sondern das ist Poesie. Das ist echte Poesie.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was hat Sie dazu motiviert? Wann haben Sie diese Idee aufgegriffen und gesagt, dass Sie das umsetzen wollen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst gab es eine Vorbereitungsphase, zwei bis drei Jahre, in denen wir Informationen sammelten, und dann wollten wir selbst etwas schaffen. Wir begannen zum Beispiel, den ersten Perestroika-Rock zu hören, den uns russische Bands nähergebracht hatten. Interpreten wie „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aquarium_(Band)">Aquarium</a>“ oder die Band „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kino_(russische_Band)">Kino</a>“. Und dann hat mich der Punkrock gepackt. Irgendwann im Alter von 15 oder 16 Jahren hörte ich, dass es bei uns in der Sowjetunion die berühmte Band „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Graschdanskaja_Oborona">Grazhdanskaya Oborona</a>“ gibt, dann erreichten uns Aufnahmen von den „Sex Pistols“ und „The Clash“, und diese Ästhetik des energiegeladenen Protest-Punks lag mir sehr nahe. So begann ich, in diese Richtung zu gehen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Hindernisse gab es damals für jemanden, der im vor kurzem unabhängig gewordenen Kasachstan in einer Punkband spielen wollte?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst 1992 bis 1993, als wir anfingen zu spielen, gab es bei uns gewisse Hindernisse; man ließ uns zum Beispiel nicht in offiziellen Veranstaltungsorten der mittleren Ebene auftreten. Damals gab es keine Clubs und wir spielten in irgendwelchen geschlossenen Sälen und organisierten selbst illegale Konzerte, weil man uns offiziell nirgendwo hineinließ. Der Grund dafür war, dass die Kultur und alle möglichen Kulturhäuser von Leuten sowjetischer Prägung geleitet wurden, für die Rock eine Art westliche Subversion war. Sie konnten vielleicht diesen ruhigen offiziellen Rock akzeptieren, der von Liebe singt, aber als wir kamen und Punk spielten, war das für sie ein Schock.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir waren eine der ersten Punkbands in Kasachstan, und deshalb löste diese Punk-Ästhetik bei vielen Normalbürgern und Führungskräften einfach nur Schock aus. Sie versuchten, sich davon zu distanzieren und es zu verbieten. Was die Behörden angeht, so gab es keinen direkten Druck, aber sie waren auf den Konzerten anwesend. Wir sahen, dass diese Leute entweder von der Polizei oder von den Geheimdiensten waren, die einfach nur dasaßen und zuschauten. Wir wurden damals noch kontrolliert von oben und standen unter Generalverdacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Erinnerungen haben Sie an ihre ersten Konzerte?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser allererstes Konzert gaben wir in einer Mittelschule, in der Aula. Ich habe viele Erinnerungen daran. Vor einigen Jahren ist mein Buch „Nomad Punk“ erschienen, in dem der Zeitraum von 1992 bis 1997 sehr ausführlich beschrieben wird. Das macht wahrscheinlich fast die Hälfte des Buches aus, denn erstens erinnert man sich an die Zeit der Entstehung, in der Jugend, an alles viel lebhafter, und damals gab es nicht so viele Konzerte wie heute. Als die Band zum Beispiel schon bekannt war, gab es 5–6 Konzerte im Jahr, und jedes Konzert war ein Ereignis. Kurz darauf hatten wir auch ein Konzert im Kulturpalast der Eisenbahner, und ich erinnere mich daran, ich erinnere mich sehr gut daran, wie das alles ablief, was davor und danach war, das ist mir im Gedächtnis geblieben. Und dabei gibt es Dutzende von Konzerten in Städten in Russland oder irgendwo in Europa, die stattgefunden haben, aber an die du dich trotzdem erinnerst auf einer Tour. Du hast eine Tour mit 30 Konzerten, und an manche Konzerte erinnerst du dich nicht.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenn Sie heute mehr Konzerte geben – hat sich Ihre Einstellung zu Konzerten im Vergleich zu damals verändert?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das hat sich nicht geändert, wir haben immer versucht, aufrichtig und energiegeladen zu sein und unsere Botschaft zu vermitteln. Und was ich mit vielen Konzerten meine, das war vor 2022. Jetzt ist es leider nicht mehr so, wir spielen nicht mehr so viel, denn nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine haben wir uns gegen den Krieg ausgesprochen, und ich habe auf Konzerte in Russland verzichtet – etwa 70 Prozent meiner Konzerte fanden vorher dort statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie sind gerade in Berlin, um gemeinsam mit Dr. Hoffman Ihr neues Album vorzustellen. Was können die Fans von diesem neuen Album erwarten? Gibt es einen bestimmten Grund, warum Sie es gerade in Berlin vorstellen?&nbsp;&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grund dafür ist, dass die gesamte Musik auf diesem Album in Berlin aufgenommen wurde. Für die Musik war bei uns Dr. Hoffmann verantwortlich, er lebt hier [in Berlin, Anm. d. Red.]. Es handelt sich dabei um ein Internetprojekt, das ins Leben gerufen wurde. Die Musik wurde in Berlin aufgenommen, die Gesangsaufnahmen fanden im Oktober in Kasachstan statt. Abgemischt wurde das Ganze in Krasnojarsk. Die dazugehörige Video-Art entstand in Serbien. So kam das Projekt zustande. Deshalb bin ich hierhergekommen nach Berlin; ich bin gerade auf einer Akustik-Tournee durch Europa, und das Album ist direkt vor meiner Abreise erschienen. Wir hatten im Voraus geplant, zwei Präsentationen in Deutschland zu geben. Das war am 5. Juni in Berlin, in der Panda-Plattform, und am 6. Juni in Leipzig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-scheisskerle-kommen-bischkeker-gruppe-vtoroi-ka-geht-auf-europatour/">Die Scheißkerle kommen: Bischkeker Gruppe Vtoroi Ka geht auf Europatour</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Was kann man von diesem Album erwarten? Es gab bereits eine erste Rezension von einem beliebten Telegram-Kanal in Russland. Es ist ein neuer Sound. Ein neuer Klang. Es ist kein Punk, es ist Reggae, es ist keine elektronische Musik, vielleicht eine Art Hip-Hop. Und die Songs, die darauf zu finden sind: Der früheste, der erste Song, wurde 1994 geschrieben, der späteste im Jahr 2023. Dabei vermittelt das Album eine gewisse Ganzheitlichkeit, es gibt also keine Unterteilung. Es ist kein „Greatest Hits“-Album, sondern ein echtes Album.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar sind dort alte Hits enthalten, aber wir haben bewusst darauf geachtet, dass es nicht „The Very Best of Greats Hits“ wird, sondern ein neues Album von Ermen Anti, Doktor Hoffman, „Radio Baikonur”. Das war das ganze Konzept.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie hatten bereits Konzerte in Novi Sad und Belgrad, und vor kurzem waren Sie in Prag und Stuttgart. In Prag haben Sie zusammen mit Maksym Kabyr und Viktor Kulhanek das Buch „Trilobiti“ vorgestellt. Worum geht es in diesem Buch und wie sind diese Idee und dieses Projekt überhaupt entstanden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2023 kam ich zum ersten Mal für ein Solokonzert nach Prag. Dort lernte ich Maksym und Denis kennen. Im selben Jahr erschien mein Buch in Tschechien. Die Gedichte waren dort zweisprachig abgedruckt: auf der einen Seite der Originaltext auf Russisch, auf der anderen Seite die tschechische Übersetzung. Dieses Buch war die erste Veröffentlichung eines kasachischen Dichters in tschechischer Sprache seit der Unabhängigkeit Kasachstans. Das Buch ist in vielen tschechischen Bibliotheken zu finden und es gibt auch Rezensionen dazu. Der tschechische Botschafter in Kasachstan besitzt sein eigenes Exemplar, wir haben es gut verbreitet. Wir fuhren für Konzerte nach Prag und freundeten uns an. Viktor Kulhanek kannte ich schon lange, als er noch in Moskau lebte. Er arbeitete dort bei Radio Svoboda.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so kam es, dass wir beschlossen, zu dritt ein gemeinsames Gedichtband mit Werken von drei verschiedenen Autoren herauszugeben. Wir sind Vertreter derselben Generation. Ich komme aus Kasachstan. Viktor Kulhanek stammt aus Russland, lebt aber in Prag. Maksym Kobyr kommt aus der Ukraine und lebt ebenfalls in Prag. Wir haben einen solchen Gedichtband zusammengestellt, in dem jeder etwa 20 seiner Werke beigesteuert hat. Sie wurden alle in einem Band vereint. Das einzig Spezielle ist, dass meine Gedichte an erster Stelle stehen und ich eine Übersetzung ins Tschechische hinzugefügt habe. Denn ich möchte, dass die Tschechen meine Gedichte auf Tschechisch lesen können. Bei den anderen sind sie nur auf Russisch, bei mir auf Russisch und auf Tschechisch.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich habe gehört, dass Sie das Gleiche mit Ihren Gedichten in Berlin gemacht haben, dass es eine russische und eine deutsche Fassung gibt. Haben Sie die deutsche Fassung selbst geschrieben?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, die deutsche Fassung wurde von den Verlegern Mario Aksher und Yuri herausgegeben. Sie haben sie übersetzt. Es handelt sich dabei nicht um zwei verschiedene Bücher. In einem Buch steht der Text auf Russisch und daneben, auf der anderen Seite, auf Deutsch. Es ist also einfach eine Übersetzung, sozusagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie treten bereits seit 1992 mit „Adaptatsiya” auf. Das ist schon eine ziemlich lange Zeit. Wie hat sich die Punkszene in Kasachstan bzw. in Zentralasien seitdem verändert? Welche Veränderungen konnten Sie beobachten?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Punkszene war damals noch nicht besonders stark ausgeprägt; als wir in den 90er Jahren in Aktobe anfingen, gab es zwar einige Bands, vielleicht in Almaty, aber sie war noch nicht so weit entwickelt. Dann gab es eine Zeit, in der sich in Aktobe, abgesehen von „Adaptatsiya“, so etwas wie eine Clique bildete, um uns herum entstand eine ganze Clique, die wir „Aktobe-Punk-Club“ nannten. Er wurde 1993 gegründet und umfasste etwa 8 verschiedene Projekte. Das heißt, ich spielte Gitarre bei „Adaptatsiya&#8220; und spielte auch in einer anderen Band namens „Mucha“ Schlagzeug. Wir waren ungefähr zu sechst und spielten in sieben Bands.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem haben wir uns an allerlei verschiedenen Projekten ausprobiert. 1994 habe ich ein interessantes Projekt auf Kasachisch namens „Bischarabaldar“ [<em>„Arme Kinder“, Anm. d. Red.</em>] ins Leben gerufen. Ich habe einen Song geschrieben, weil ich mir wünschte, dass es auch auf Kasachisch Punk gäbe. Es gab Punks in Malaysia und auf den Philippinen, aber auf Kasachisch gab es so etwas quasi nicht. Und ich habe eine ganze Reihe solcher Songs geschrieben, aber es ist kein wirklich ernsthafter Punk, sondern eher sozialkritischer oder antireligiöser Punk, zum Beispiel der Song „Ich liebe Schweinefleisch“, der bei den allzu Religiösen eine Art Hysterie ausgelöst hat. Und dieses Projekt hatte einige Hits, 2004 haben wir in Frankreich ein ganzes Split-Album aufgenommen, auf dem die Hälfte „Adaptatsiya“ und die andere Hälfte „Bischarabaldar“ ist. Damit haben wir zementiert, dass es kasachischen Punk gibt. Jeder Punkfan auf der Welt kann jetzt „Bischarabaldar“ finden und Punk auf Kasachisch hören.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/duo-falak-wie-tadschikische-tradition-in-experimenteller-musik-neu-auflebt/">Duo Falak – Wie tadschikische Tradition in experimenteller Musik neu auflebt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Später, als in Kasachstan Mitte der Nullerjahre mehr oder weniger eine Zeit des Wohlstands einsetzte, tauchte eine ganze Welle junger Punkbands auf, die Pop-Punk spielten und sich an der kalifornischen Szene orientierten. Äußerlich sah das nach Punk aus, inhaltlich sangen sie aber wie jede andere Pop-Band: über Mädchen, über Bier – es ging also überhaupt nicht um soziale Probleme. Sie sangen nicht einmal über die Probleme ihrer Generation, etwa innere Probleme – die Emos zum Beispiel sangen über die inneren Belange der Jugend –, sondern diese hier sangen einfach:<em> „Ich habe mich mit einem Mädchen gestritten, ich geh mich betrinken.“</em> Und das alles sozusagen im Rhythmus des Punkrocks.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich davon immer ferngehalten. Aber ich kann jetzt sagen, dass in den letzten Jahren, besonders in Almaty, eine Art Renaissance des Punkrocks zu beobachten ist. Es tauchen sehr viele verschiedene junge Punkbands auf, und zwar von so einem „Crossover-Punk“ – hart, Hardcore – bis hin zu eher traditionellem Punk. Dann entwickelte sich Fem-Punk, es entstanden Bands in Astana und Almaty, Mädchen, die Punk spielen, was es früher nicht gab. Also, ja, es gibt gerade so etwas wie eine dritte Welle des Punk. Wir spielen schon lange, und ich habe vieles davon miterlebt und sehe es – ich kann sagen, dass es gerade einen Aufschwung gibt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Rolle spielen Sie in diesem Ganzen? Würden Sie Sich für diese neueren Punkbands als eine Art Idol oder Wegbereiter bezeichnen?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, welche Rolle ich spiele. Manche lieben uns, manche hassen uns zutiefst. Das ist nun mal so, wir sind in unserer Stadt auch nicht zu Popstars geworden. Wir sind dort sehr bekannt, und auch landesweit in dieser ganzen Szene. Aber wir hatten immer so eine Art, uns ein bisschen abseits zu halten, wir waren nicht im Mainstream, deshalb sind die Beziehungen unterschiedlich, von respektvoll bis hasserfüllt sozusagen. Das sind normale Gefühle, ich will ja nicht jedem gefallen, deshalb ist sogar Hass ein normales Gefühl. Man kann in dieser Szene natürlich nicht unumstritten sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was bedeutet es für Sie persönlich, in Kasachstan ein Punk zu sein? Unterscheidet sich diese Erfahrung etwa von der in anderen Teilen der Welt?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin jetzt schon 52 Jahre alt. Ich sage nicht direkt, dass ich ein Punk bin. Ich sage, ich bin ein Nomaden-Punk. Oder ein Punk-Musiker. Das heißt, ich bin nicht mehr derjenige, der ich mit 17 oder 18 war, als ich mit einem Irokesenschnitt herumlief. Ich habe jetzt meine Familie und alles ist ein bisschen anders. Ich bin also kein Street-Punker mehr, der 20 oder 25 ist. Ich habe bereits einige Jahre auf dem Buckel, ein gewisses Verständnis, eine gewisse Verantwortung, deshalb drückt sich mein Punk im Grunde genommen in erster Linie in Ideen und in der Musik aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin grundsätzlich immer der Meinung, dass Punk sozusagen eine Idee von Freiheit und Protest ist. Das heißt, wenn dich irgendetwas bedrückt, wie zum Beispiel derzeit der Ukrainekrieg. Ich sehe mich alsTeil dieses Prozesses. Das heißt, im Moment sehe ich es quasi als Aufgabe der Band, dazu beizutragen, dass dieser Krieg auf normale Weise endet, dass das Imperium verliert. Wir tun gerade alles, damit unsere Hörer – auch diejenigen, die in Russland verblieben sind – sehen, dass wir leben, dass wir arbeiten, dass wir etwas tun. Und wenn der richtige Moment kommt, werden sich diese Menschen angemessen verhalten. Das sind also nicht die Leute, die Putin und den Krieg unterstützen. Im Moment halte ich das für das Wichtigste.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/der-metal-boom-in-bischkek-ein-kirgisischer-musikpionier-im-portraet/">Der Metal-Boom in Bischkek: ein kirgisischer Musikpionier im Porträt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es gibt einige Punkbands, die Punk spielen, aber überhaupt nicht über soziale Themen singen. Ich zwinge niemanden, ich mache keine Propaganda. Das ist eine persönliche Entscheidung jedes Einzelnen, wie er es sieht. Aber das ist mein Blickwinkel auf die ganze Sache. Ich bin 52 Jahre alt, wie lange ich noch leben werde, weiß ich nicht. Wie lange dieser Krieg noch dauern wird, weiß ich nicht. Aber wenn Putin diesen Krieg gewinnt, dann wird es auch für Kasachstan schlecht ausgehen, den Ort, an dem ich lebe. Ich wohne 100 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Deshalb ist meine Haltung so: Solange dieser Krieg andauert, solange wir so arbeiten, werden wir so hart auf all das reagieren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zeigt sich nicht darin, dass wir dort irgendwelche politischen Slogans oder solche Sachen raushauen. Im Gegenteil, wir arbeiten ständig. Jedes Jahr bringen wir Alben heraus, sind aktiv und schreiben Songs. Aber genau diese Botschaft steckt in diesen Songs.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Inwiefern unterscheidet sich Ihre Poesie von der Musik?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt keinen großen Unterschied. Musik ist Musik, Poesie ist Poesie. Manchmal entstehen Songs einfach auf unterschiedliche Weise. Manchmal entsteht zuerst der Text, dann die Musik. Manchmal ist es umgekehrt, erst die Musik, dann der Text, und manchmal beides gleichzeitig. Ich mache da keine Unterscheidungen. Das bin ich. Das sind sozusagen meine Gedichte. Alles, was sozusagen von mir kommt, auch die Musik. Ich versuche, es so zu gestalten, dass diese Gedichte meiner Meinung nach mit dieser Begleitung angemessen klingen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Heißt das also, dass Sie für sich selbst keine klaren Grenzen zwischen Poesie und Musik ziehen?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich trete manchmal bei Dichterlesungen auf, wo ich einfach vorlese. Ich habe viele Texte, aus denen keine Lieder geworden sind. Es sind einfach Gedichte. Und das ist normal. Manchmal wird aus einem Gedicht ein Monat später ein tolles Lied.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit Dr. Hoffman spielen Sie Ihre Lieder im Reggae-Stil. Was hat Sie zu diesem Projekt motiviert?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Reggae, ein bisschen Elektronik, so eine Art Old-School-Hip-Hop, könnte man sagen. Es war wie so oft eine Frage des Zufalls. Dr. Hoffman ist ein alter Bekannter von mir. Erstens ist er ein Landsmann von mir, er kommt aus Kasachstan. Ende der 90er Jahre ist er aus Almaty weggegangen.&nbsp; Er kam zu unseren Konzerten, er liebt &#8222;Adaptatsiya&#8220; sehr. Und vor einem Jahr hat er mir ein paar instrumentale Demoversionen geschickt. Er sagte: <em>„Ermin, schau mal, was ich da gemacht habe, hör mal rein.“</em> Es hat mir gefallen, darum sagte ich, lass uns ein Album machen. Und ein bisschen ohne Eile, ich war sehr beschäftigt, weil ich noch auf Tour war, irgendwelche Dinge zu erledigen hatte. Aber wir haben gearbeitet, er hat mir etwa 15 bis 17 Tracks geschickt, von denen ich nur 9 ausgewählt habe, mit denen wir dann weitergearbeitet haben. Denn manche Versionen haben nicht funktioniert, klangen nicht gut. Aber die 9, die wir ausgewählt haben, haben wir überarbeitet, ich habe die Gesangsparts aufgenommen, wir haben sie uns geschickt und abgemischt. Wir haben also lange daran gearbeitet, das Album ist buchstäblich gerade erst erschienen, ich habe es auf <a href="https://ermenanti.bandcamp.com/album/dr-hoffmann-2026">Bandcamp</a> veröffentlicht, etwa drei Stunden vor dem Abflug zur Tour. Es ist jetzt auf <a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/75N0dG3Zxo0bgIhMTluUfn">Spotify</a>, <a href="https://music.apple.com/ge/album/%D1%80%D0%B0%D0%B4%D0%B8%D0%BE-%D0%B1%D0%B0%D0%B9%D0%BA%D0%BE%D0%BD%D1%83%D1%80/6773697624">Apple Music</a> und so weiter zu finden, man kann es eigentlich überall finden. Wir haben es auf unserer <a href="https://ermen.antimusic.ru/">Website</a> veröffentlicht, dort kann man es kostenlos herunterladen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Live-Präsentationen finden nur in Berlin und Leipzig statt, weil wir ja weit entfernt voneinander wohnen. Ich werde vielleicht Präsentationen in Kasachstan halten, aber das wird dann wohl ohne Dr. Hoffmann sein, nur mit Musik und Videokunst. Daher werden wir dort leider nicht komplett sein, aber ich denke, auch in Kasachstan werden die Leute von so einem Sound ein bisschen überrascht sein. Nicht jeder sieht mich ohne Gitarre, sondern nur mit einem Mikrofon.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie haben auf Instagram einen Beitrag über Ihre Lieblingsspots in Berlin gepostet. Wie sind Sie überhaupt 2002 zum ersten Mal nach Berlin gekommen? Was halten Sie von dieser Stadt?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist meine Lieblingsstadt auf der ganzen Welt. Ich war schon sehr oft dort – seit dem ersten Mal versuche ich, hierherzukommen und mehr Zeit hier zu verbringen. Und 2002 war das überhaupt unsere erste Auslandsreise. Wir hatten damals Konzerte in Berlin und in Paris. Und als uns Berlin verzaubert hatte, verbrachten wir hier etwa zwei Wochen. Es war ein etwas anderes Berlin; mir ist klar, dass sich Städte verändern, aber damals erlebten wir noch das alte Kreuzberg, eine Art gegenkulturelles Zentrum. Jede Menge Leute, Ausstellungen, Säle. Wir sind überall hingegangen und haben uns alles angesehen. Für uns war das etwas ganz Neues. Dann hat uns die Multikulturalität der Stadt sehr beeindruckt. Also diese Vermischung verschiedener Kulturen, sogar auf der Ebene der Küche – das Essen dort ist sehr interessant. Und dann die Stadt selbst, ihr Rhythmus, die Architektur. Hier hängt alles zusammen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und meine zweitliebste Stadt ist Almaty. Sie ist einfach die Kulturhauptstadt Kasachstans – man nennt sie auch die kulturelle und die südliche Hauptstadt. Aber tatsächlich, ja, alle wichtigen kulturellen Ereignisse und Auftritte von Künstlern, Musikern und Theatern – all das findet in Almaty statt. Astana hinkt da weit hinterher, denn in Astana dreht sich fast alles nur um das Offizielle.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenn Sie in Europa auftreten, wie wird Ihr Schaffen dort aufgenommen? Und wer besucht Ihre Konzerte?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Anfang an, als wir anfingen, hierher zu kommen, spielten wir natürlich vor einem Publikum, das in Berlin hauptsächlich aus Einwanderern aus der Sowjetunion bestand. Aus den ehemaligen Republiken der Sowjetunion. In Frankreich gab es das hingegen überhaupt nicht. Wir hatten einen Direktor, der selbst Anarchist war, und er hat uns extra auf die linke Szene geschickt, wir spielten Konzerte in anarcho-kommunistischen, linken Squats. Die Szene war damals sehr stark entwickelt, sie hatten ihre eigenen Clubs, ihre eigenen Bars, Squats, Labels, Radiosender. In Paris gab es <em><a href="https://radio-libertaire.org/accueil.php">Radio Libertaire</a></em>, einen sehr guten Rund-um-die-Uhr-Radiosender. Wir waren sehr oft dort auf Sendung, unsere Songs wurden gespielt. Das heißt, dort gab es keine Russen, wir spielten zusammen mit französischen Bands für die Franzosen. Sie waren begeistert, sie haben vielleicht die Texte nicht verstanden, aber sie haben die Energie gespürt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich würde sagen, dass die Mehrheit, besonders jetzt, ein Großteil unseres Publikums [<em>aus Russland, Anm. d. Red.</em>] weggezogen ist. Etwa eine Million Menschen sind weggezogen, und die meisten von ihnen haben sich in Europa niedergelassen. Ich hätte also nie gedacht, dass ich einmal in Serbien spielen würde, dort, bei Akustikkonzerten. Und jetzt fahre ich dorthin, und dort gibt es Leute, die uns in Russland besucht haben, und jetzt kommen sie eben dorthin. Und zum Beispiel in Polen, in Warschau oder in Vilnius kommen hauptsächlich Belarussen zu den Konzerten. Das sind diejenigen, die gezwungen waren, aus Belarus zu fliehen, und die dort bis zu den Ereignissen des Jahres 2020 zu unseren Konzerten kamen. Dann hat die Hälfte von ihnen kurze Haftstrafen im Gefängnis verbüßt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Werden Sie dort auch beim Festival „Zapatista Baltica“ in Riga auftreten?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, es ist ein <a href="https://www.instagram.com/p/DYpnTDMDIyS/?utm_source=ig_web_copy_link&amp;igsh=NTc4MTIwNjQ2YQ%3D%3D">kleines Festival</a> – Anarchisten veranstalten oft solche kleinen Akustikfestivals –, aber es ist interessant, weil dort – abgesehen davon, dass ich als Headliner aus Kasachstan dabei bin – auch jemand aus der Ukraine auftreten wird. Ich kenne ihn, wir sind 2007 bis 2008 einmal gemeinsam in Klaipėda aufgetreten. Und zwei Künstler aus Litauen und aus Lettland. Bei dem Festival versammeln wir uns trotz des Krieges als Vertreter dreier Länder und veranstalten gemeinsam ein Konzert. Es ist nicht so groß, aber für diejenigen, die daran Interesse haben, ist es sozusagen ein DIY-Festival.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die letzten Jahre hat gerade der Post-Punk aus dem postsowjetischen Raum an Beliebtheit gewonnen, vor allem dank Bands wie <strong>„</strong>Molchat Doma” aus Belarus und Playlists auf YouTube. Haben Sie dieses Phänomen auch wahrgenommen, und was denken Sie über die weltweite Popularisierung des post-sowjetischen Post-Punks?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Phänomen finde ich sehr interessant. <strong>„</strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Molchat_Doma">Molchat Doma</a>” hat vor allem in den letzten 2 bis 3 Jahren für Furore gesorgt. Es gibt auch die Band <strong>„</strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Motorama_(Band)">Motorama</a>” aus Rostow-am-Don, die in Lateinamerika beliebter ist als in Russland und Europa und dort massenweise Zuschauer anzieht. Sie wurde bereits vor über zehn Jahren gegründet und geht oft nach Lateinamerika auf Tour. <strong>„</strong>Molchat Doma” ist auf der ganzen Welt bekannt und spielt große Konzerte und auf Festivals, obwohl sie auf Russisch singen, was sehr interessant ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Grunde war das Hauptproblem immer die Sprache. Man sieht, dass sie [<em>Molchat Doma</em>, <em>Anm. d. Red.]</em>] ihren eigenen Stil kreiert haben und gleichzeitig sehr viele Einflüsse von traditionellen Vorreitern des Genres übernommen haben, wie z. B. The Cure, Joy Division oder Bauhaus. Man sollte sich freuen, dass es für sie so gut geklappt hat. Das gilt auch für die Nowosibirsker Band <strong>„</strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ploho">Ploho</a>”: Obwohl sie mittlerweile in Serbien wohnhaft sind, haben sie für sich mittlerweile den chinesischen Markt entdeckt. Sie reisen nach China, die Chinesen verstehen keine einziges Wort von dem, worüber sie singen, obwohl sie auch einen sehr poetischen Stil des Post-Punks verkörpern. Doch ihnen gefällt es trotzdem, wenn da ein paar russische Typen hinreisen und Post-Punk spielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie erklären Sie sich den Erfolg dieser russischsprachigen Bands in Regionen, wo überhaupt kein Russisch gesprochen wird?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu 100 Prozent kann ich das auch nicht verstehen. Ich freue mich sehr für die Leute, aber Bands wie <strong>„</strong>Ploho” oder <strong>„</strong>Motorama” spielen jetzt keinen sehr innovativen Stil, den außer ihnen in z. B. den USA oder England niemand spielt. In England wurde der Musikstil schließlich auch erfunden und ist dort immer noch beliebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Perestroika-Jahren gab es ein paar Jahre die sogenannte <strong>„</strong>Gorbomania” <em>[benannt nach dem damaligen Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion Mikhail Gorbatschow, Anm. d. Red.]</em>. Damals ist in Europa und Amerika ein regelrechter Hype ausgebrochen um alles, was aus der damaligen Sowjetunion kam und mit dem politischen Prozess der Perestroika zu tun hatte. Es ging dabei um Schallplatten, um Fernsehsendungen, es wurden Festivals veranstaltet und Menschen reisten nach Russland. Doch danach ist dieser Hype wieder sehr schnell abgeflaut und kam aus der Mode. Schließlich verstanden die Menschen auch kein Wort Russisch, und das Interesse an der Perestroika fand mit dem Zusammenbruch der UdSSR ein jähes Ende.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube allerdings, dass der jetzige Hype andere Gründe hat, da derzeit nichts wie die Perestroika stattfindet. Wahrscheinlich ist es das Internet, wo Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt dank der Algorithmen mit russischsprachiger Musik in Kontakt kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Am 17. Juni spielt Ermen Anti das letzte Konzert des deutschen Teils seiner Europatournee in Düsseldorf. Los geht&#8217;s im &#8222;Black &amp; Lemon</em>&#8220; <em>um 19 Uhr, der Eintritt beträgt 15 Euro. Am Samstag tritt Ermen schließlich auf dem &#8222;Zapatista Baltica&#8220; Festival in Riga auf.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/ermen-anti-legende-des-kasachischen-punkrock-auf-europatournee/">„Ermen Anti“: Legende des kasachischen Punkrock auf Europatournee</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Kirgistan strebt nichtständige Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat an</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 May 2026 20:04:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[nichtständige Mitgliedschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinte Nationen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Pr&#xE4;sident Sadyr Dschaparow hat die Mitgliedsstaaten der UN dazu aufgerufen, Kirgistans Antrag auf eine nichtst&#xE4;ndige Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Organisation ab Januar 2027 zu unterst&#xFC;tzen. Im Falle einer Nominierung w&#xFC;rde sich das Land laut Dschaparow f&#xFC;r die Interessen kleiner Staaten ohne Meereszugang und wirtschaftlich schw&#xE4;cherer L&#xE4;nder einsetzen. Am 17. Mai hatte der kirgisische Pr&#xE4;sident in [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Präsident Sadyr Dschaparow hat die Mitgliedsstaaten der UN dazu aufgerufen, Kirgistans Antrag auf eine nichtständige Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Organisation ab Januar 2027 zu unterstützen. Im Falle einer Nominierung würde sich das Land laut Dschaparow für die Interessen kleiner Staaten ohne Meereszugang und wirtschaftlich schwächerer Länder einsetzen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 17. Mai hatte der kirgisische Präsident in einer <a href="https://www.facebook.com/japarov.sadyr/posts/pfbid032U5Sn1v6KVKv2eLKeYir6CTBKJYGobjhRa5L38MkX7MVGzHZgAWdfATtNQgDYHASl">Erklärung auf seiner Facebook-Seite</a> die ausschlaggebenden Faktoren für die Bewerbung auf den nichtständigen Sitz dargelegt. Dabei verwies er unter anderem auf die fehlende Stimme kleinerer Staaten sowie wirtschaftlich weniger entwickelter Länder innerhalb des UN-Sicherheitsrats.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Die Kirgisische Republik geht davon aus, dass ein Fortbestehen des Ungleichgewichts in der Zusammensetzung des Rates, insbesondere die unzureichende Beteiligung kleiner, sich entwickelnder und Binnenstaaten, die Stabilität der gesamten Architektur der kollektiven Sicherheit untergräbt,” so Dschaparow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Weltweit werden mehr als drei Billionen US-Dollar für militärische Konflikte ausgegeben. Mit diesen Mitteln könnte man der gesamten Menschheit ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. [&#8230;] Unter diesen Umständen rücken Fragen der inklusiven und gerechten Vertretung der UN-Mitgliedstaaten im Sicherheitsrat sowie dessen Fähigkeit, seine Legitimität als Entscheidungsgremium im Namen der gesamten internationalen Gemeinschaft zu wahren, in den Vordergrund”, hieß es weiter.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Dschaparow gab an, dass Kirgistan keinem politischen oder militärischen Bündnis angehöre und in keinerlei geopolitische Konflikte verwickelt sei, weswegen das Land “eine ausgewogene, unabhängige und pragmatische Haltung” innerhalb des Sicherheitsrates einnehmen könne, die darauf abziele, “die Polarisierung abzubauen und den konstruktiven Dialog im Rahmen des Sicherheitsrats wiederherzustellen.” Die fortdauernde Mitgliedschaft Kirgistans in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_%C3%BCber_kollektive_Sicherheit">OVKS</a> (Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit) und der Eurasischen Wirtschaftsunion, die beide unter Führung Russlands stehen, ließ er dabei unerwähnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kirgisische Präsident verwies auch auf die friedliche Lösung von Grenzstreitigkeiten mit Nachbarstaaten in Zentralasien als Beispiel für die Erfahrung seines Landes in der Beilegung regionaler Konflikte. Erst letztes Jahr hatte Kirgistan eine Einigung über die gemeinsame Grenze mit Tadschikistan erzielt, die seit der Unabhängigkeit beider Länder von der Sowjetunion im Jahre 1991 zu (teils bewaffneten) Auseinandersetzungen geführt hatte.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/grenzen-wieder-offen-kirgistan-und-tadschikistan-besiegeln-historisches-abkommen/">Grenzen wieder offen: Kirgistan und Tadschikistan besiegeln historisches Abkommen</a></strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dschaparow kündigte zudem an, dass sich Kirgistan im Falle einer Erlangung des Status als nichtständiges Mitglied besonders auf die Situation in Afghanistan fokussieren würde, dessen Stabilität “untrennbar” mit der Sicherheit Zentralasiens verbunden sei. In diesem Kontext plädierte er auch für eine stärkere politische und wirtschaftliche Einbindung Afghanistans in die Weltgemeinschaft.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/fehlende-mittel-in-afghanistan-gefaehrden-die-sicherheit-an-der-grenze-zu-tadschikistan/">Fehlende Mittel in Afghanistan gefährden die Sicherheit an der Grenze zu&nbsp;Tadschikistan</a></strong></strong></p>



<h4 class="wp-block-heading">Wettkampf gegen die Philippinen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Jahr werden fünf der insgesamt zehn nichtständigen Sitze im Sicherheitsrat durch die Generalversammlung für die Dauer von zwei Jahren neu besetzt. Von Anfang 2017 bis Ende 2018 war Kasachstan als erstes zentralasiatisches Land als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat vertreten. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-wird-mitglied-des-uno-sicherheitsrates-2/">Kasachstan wird Mitglied des UNO-Sicherheitsrates</a></strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den fünf nichtständigen Sitzen, die in diesem Jahr für die Amtsperiode 2027–2028 neu vergeben werden, entfällt einer auf die Gruppe der asiatisch-pazifischen Staaten. Die Wahl dazu findet am 3. Juni am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York statt. Der Hauptkonkurrent Kirgistans sind dabei die Philippinen, die bereits viermal als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat vertreten waren. Dieser Umstand wurde von Dschaparow auch als Grund dafür angeführt, warum Kirgistan, das ebenso wie knapp 60 andere Länder noch nie dem Gremium angehörte, bei der Wahl als Sieger hervorgehen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Die Wahl Kirgistans wäre ein Beweis für den politischen Willen der Weltgemeinschaft, historische Gerechtigkeit wiederherzustellen und allen Ländern das gleiche Recht auf Wahl in das oberste Organ der Vereinten Nationen zu gewährleisten”, findet der kirgisische Präsident.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits im November des vergangenen Jahres hatten die übrigen Staaten der Region beim Gipfeltreffen der zentralasiatischen Staatschefs in Taschkent ihre Unterstützung für die kirgisische Kandidatur ausgesprochen. Diese wurde schließlich Anfang Dezember von Ulugbek Lapasov, dem Ständigen Vertreter der Republik Usbekistan beim Büro der Vereinten Nationen, <a href="https://media.un.org/avlibrary/en/asset/d351/d3510676">im Rahmen einer Pressekonferenz</a> offiziell verkündet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ständige Vertreterin Kirgistans bei der UN, Aida Kasymalieva, fügte hinzu, dass dieser Schritt “ein gemeinsames Bekenntnis zu Frieden, Dialog und einem konstruktiven multilateralen Ansatz” innerhalb der Region bedeute und dass Kirgistan sich als ein „verantwortungsbewusstes und prinzipientreues“ Ratsmitglied erweisen würde.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Wahlen in Ungarn: Was bedeutet das Ende der Ära Orbán für Zentralasien?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2026 16:45:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Ungarn]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#xDC;ber Jahre hat Ungarns Premierminister Viktor Orb&#xE1;n die Beziehungen zu asiatischen Staaten ausgebaut, darunter auch zu den L&#xE4;ndern Zentralasiens. Nach seiner Niederlage bei den ungarischen Parlamentswahlen stellt sich nun die Frage: Welche Folgen wird der Machtwechsel in Budapest f&#xFC;r Ungarns Verh&#xE4;ltnis zu Zentralasien haben? Am Ende lief es &#xFC;berraschend glimpflich ab: Statt mit einer Operation [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über Jahre hat Ungarns Premierminister Viktor Orbán die Beziehungen zu asiatischen Staaten ausgebaut, darunter auch zu den Ländern Zentralasiens. Nach seiner Niederlage bei den ungarischen Parlamentswahlen stellt sich nun die Frage: Welche Folgen wird der Machtwechsel in Budapest für Ungarns Verhältnis zu Zentralasien haben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende lief es überraschend glimpflich ab: Statt mit einer <a href="https://www.fr.de/politik/anschlag-inszenierung-vor-ungarn-wahl-orba-opposition-wittert-panikmache-stimmung-spitzt-sich-zu-zr-94250172.html">Operation unter falscher Flagge</a> oder einer Anfechtung der Resultate endeten die ungarischen Parlamentswahlen am 12. April mit einem einfachen Anruf des amtierenden Premierministers <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Orb%C3%A1n">Viktor Orbán</a>, der seinem Amtsnachfolger in spe, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A9ter_Magyar">Péter Magyar</a>, zum Wahlsieg gratulierte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Erdrutschsieg Magyars und seiner Tisza-Partei, die erst vor 2 Jahren auf die breitere politische Bühne trat und nun über eine Zweidrittelmehrheit im ungarischen Parlament verfügt, kam Orbáns 16 Jahre dauernde Herrschaft über das mitteleuropäische Land zu einem krachenden Ende.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Magyar hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Beziehungen des Landes zur EU wiederherzustellen: Unter Orbán hatte sich Ungarn nämlich aufgrund zahlreicher Verstöße gegen das Rechtsstaatlichkeitsprinzip und enger Zusammenarbeit mit autokratischen Herrschern in den letzten Jahren zu einem Paria-Staat innerhalb des Bündnisses verwandelt. Die Zukunft von Ungarns Beziehungen zu den Ländern Zentralasiens, mit denen Magyars Vorgänger während seiner Amtszeit enge Bande geknüpft hatte, ist hingegen ungewiss.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Annäherung und Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ungarns Annäherung an Zentralasien hing eng mit Orbáns Außenhandelspolitik zusammen, die seit 2012 unter der Losung “Öffnung nach Osten” den Handel mit asiatischen Märkten ankurbeln sollte. Neben Ländern wie China und Russland spielten hierbei auch die Türkei und die zentralasiatischen Turkstaaten eine übergeordnete Rolle, die in den Jahren zuvor durch die Gründung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten">Organisation der Turkstaaten (OTS)</a> ihre Zusammenarbeit vertieft hatten. Orbán hatte dabei vor allem die dortigen Energieressourcen im Visier, mithilfe derer er die Abhängigkeit des Landes von russischen Energieträgern verringern wollte. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/magyaren-fluchten-vor-der-krise/">Kasachstan – Ungarn: Bruderliebe aus Kalkül? (1/2)</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">2014 <a href="https://timesca.com/hungarys-political-shift-puts-central-asia-partnerships-under-scrutiny/">unterzeichnete Ungarn</a> &#8211; als erstes mitteleuropäisches Land &#8211; eine strategische Partnerschaft mit Kasachstan. Der bilaterale Handel zwischen den zwei Staaten erreichte 2024 ein Volumen von knapp 200 Millionen Euro, und Ungarn investiert stark in verschiedene Sektoren der kasachstanischen Wirtschaft, darunter Landwirtschaft, Industrie und Logistik. In Usbekistan erwarb die ungarische OTP-Bank einen Anteil von 73,71Prozent an der Ipoteka-Bank, dem fünftgrößten Geldinstitut des bevölkerungsreichsten Landes Zentralasiens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Erlangung des Beobachterstatus in der OTS im Jahr 2018 eröffnete sich für Ungarn eine gemeinsame Plattform, auf der die Handelsbeziehungen zu Zentralasien vorangetrieben werden konnten. Ein Jahr später wurde in Budapest ein Vertretungsbüro eröffnet, das als inoffizieller europäischer Außenposten der Organisation dienen sollte.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ungarisch-zentralasiatische Beziehungen nach den Wahlen: Quo vadis, Magyar?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie es mit den ungarisch-zentralasiatischen Beziehungen weitergeht, ist derzeit noch unklar. Das Verhältnis zwischen Orbán und den zentralasiatischen Staatsoberhäuptern war sehr stark von persönlichen Kontakten und gegenseitigem Vertrauen geprägt. Letztere stehen nun vor der Aufgabe, mit Orbáns Nachfolger auf Tuchfühlung zu gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reaktion auf Ungarns Machtwechsel fiel dementsprechend vorsichtig aus. Erst am 15. April &#8211; drei ganze Tage nach der Verkündung der Ergebnisse &#8211; <a href="https://timesca.com/tokayev-congratulates-peter-magyar-on-victory-in-hungarys-parliamentary-elections/">gratulierte</a> Kasachstans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> Magyar als erstes zentralasiatisches Staatsoberhaupt zum Wahlsieg. Zum Vergleich: Vor vier Jahren erhielt Orbán bereits am Tag nach den Wahlen ein Telegramm vom kasachstanischen Präsidenten. Es wird zuerst abgewartet und geschaut, welche außenpolitische Richtung die neue Regierung in Budapest einschlägt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Experten sind allerdings vorsichtig optimistisch, dass die fruchtvollen Beziehungen zwischen Ungarn und Zentralasien auch unter der Regierung Magyar Bestand haben könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Führung Kasachstans unter Präsident Qasym-Jomart Toqaev ist in der Lage, professionell, diplomatisch und pragmatisch Beziehungen zu den offiziellen Behörden jedes Staates aufzubauen. Für uns spielt es keine Rolle, welche Kräfte ein bestimmter ausländischer Politiker vertritt. Entscheidend ist, dass er legitim ist und vom Volk gewählt wurde“</em>, sagte der kasachstanische Politologe Urazgali Selteev gegenüber dem kasachstanischen Portal <a href="https://cmn.kz/v-vengrii-menyaetsya-vlast-skazhetsya-li-eto-na-eyo-otnosheniyah-s-kazahstanom-034573/">CMN</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>“Magyar ist ein Vertreter der Gegenelite, der aus der etablierten politischen Klasse hervorgegangen ist. Und solche Politiker kennen die Regeln und die Funktionsweise des Systems der internationalen Beziehungen sehr gut. Deshalb wird es keine abrupten und radikalen Schritte geben“</em>, fügte er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-ungarn-bruderliebe-aus-kalkul-22/">Kasachstan – Ungarn: Bruderliebe aus Kalkül? (2/2)</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Statt eines Abebbens der Beziehungen könnte es eher zu einem Umbruch in der Herangehensweise beider Seiten kommen, so der Politologe Anuar Bahithanov. <em>“[D]ie Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Ungarn geht schon seit langem über die reine persönliche Diplomatie hinaus. Sie stützt sich auf zwischenstaatliche Mechanismen, Wirtschaftsprojekte und das Interesse Budapests an Zentralasien. Daher dürfte es selbst bei einem Führungswechsel eher zu einem Übergang zu einem pragmatischeren und institutionelleren Modell der Zusammenarbeit kommen, ohne abrupte politische Schwankungen,”</em> <a href="https://cmn.kz/v-vengrii-menyaetsya-vlast-skazhetsya-li-eto-na-eyo-otnosheniyah-s-kazahstanom-034573/">meint</a> Bahithanov.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mittlerer Korridor: EU und Ungarn mit gemeinsamen Zielen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Grund, der für eine Fortführung der Beziehungen spricht, ist das gemeinsame Interesse Ungarns und der EU, die Handelsrouten zwischen Europa und China auszubauen und weiterzuentwickeln. Seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs im Jahr 2022 hat der sogenannte <em>“Mittlere Korridor”</em>, der China auf dem Landweg mit Europa verbindet, immens an Bedeutung gewonnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts geopolitischer Risiken in Osteuropa und im Nahen Osten soll der Mittlere Korridor Europas Zugang zu den asiatischen Volkswirtschaften garantieren. Hierbei spielen vor allem die OTS-Mitgliedstaaten &#8211; Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgistan, die Türkei und Usbekistan &#8211; <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eu-zentralasien-gipfel-europa-buhlt-in-samarkand-um-rohstoffe/">eine wichtige Rolle</a> als logistische Transitländer.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem Ungarns außenpolitischer Vorstoß in die türkische Welt unter Orbán als Abkehr von der EU gedacht war, könnten die institutionellen Verbindungen, die die letzten 15 Jahre kultiviert wurden, Budapest nun dabei helfen, die logistische und energiepolitische Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten voranzutreiben. Da Magyar es sich zum Ziel gesetzt hat, die Wogen mit Brüssel zu glätten, könnte er den zentralasiatischen Vektor der ungarischen Außenpolitik dafür nutzen, Ungarn in der EU wieder in einem besseren Licht dastehen zu lassen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan</strong></p>



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		<title>Usbekisches Piraten-Computerspiel schlägt auf Steam hohe Wellen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2026 16:48:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Computerspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Gaming]]></category>
		<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[Windrose]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kanonenfeuer, Pl&#xFC;nderungen und Beutez&#xFC;ge: Das Piraten-Computerspiel Windrose, welches vom usbekischen Studio Windrose Crew entwickelt wird und demn&#xE4;chst auf der Gaming-Plattform Steam erscheinen soll, wurde bereits von &#xFC;ber 1,5 Millionen Nutzern auf die pers&#xF6;nliche Wunschliste gesetzt. Das Action-Adventure-Spiel wurde urspr&#xFC;nglich unter dem Namen &#x201C;Crosswind&#x201D; vermarktet. Nach der Ank&#xFC;ndigung im August letzten Jahres unterlief es im Dezember [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kanonenfeuer, Plünderungen und Beutezüge: Das Piraten-Computerspiel <em>Windrose</em>, welches vom usbekischen Studio <em>Windrose Crew </em>entwickelt wird und demnächst auf der Gaming-Plattform Steam erscheinen soll, wurde bereits von über 1,5 Millionen Nutzern auf die persönliche Wunschliste gesetzt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Action-Adventure-Spiel wurde ursprünglich unter dem Namen “Crosswind” vermarktet. Nach der Ankündigung im August letzten Jahres unterlief es im Dezember allerdings noch einem Rebranding, bei dem sich die Entwickler schlussendlich auf den Namen <em>Windrose </em>einigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine <a href="https://store.steampowered.com/app/4291770/Windrose_Demo/">Demoversion</a> des Spiels, in der erste Quests und insgesamt drei Inseln bespielbar sind, wurde bereits auf Steam hochgeladen. Sie erhielt sehr positive Reviews von mehr als 3400 Nutzern.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Entwickler des Spiels zeigten sich vom Interesse der Steam-Nutzer überwältigt. „<em>Danke, dass ihr die Demo spielt, Feedback gebt, Reviews schreibt, eure Builds zeigt, diskutiert, Ideen teilt und eure Freunde einladet. Danke, dass ihr zeigt, dass Windrose euch etwas bedeutet – und dieses Gefühl weitertragt. Noch vor wenigen Wochen hätten wir uns all das kaum vorstellen können</em>“, heißt es in einer <a href="https://store.steampowered.com/news/app/3041230/view/498346952550778886">Erklärung</a> von <em>Windrose Crew </em>auf Steam.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gameplay</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Windrose </em>ist ein “Open-World-Spiel”, in dem der Spieler verschiedene automatisch generierte Biome erforschen muss, um Quests zu erfüllen und Geheimnisse aufzudecken. Das Spiel reiht sich in das Genre der sogenannten “Survival”-Spiele ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Hauptcharakter, der vom Spieler nach Belieben kreiert und bearbeitet werden kann, ist ein abtrünniger Piratenkapitän, der dem berühmt-berüchtigten englischen Piraten <em>Blackbeard</em> getrotzt hat. Ziel des Spiels ist es, seine eigene Piratencrew aus Mitspielern oder Nicht-Spieler-Charakteren (NPC) zu formen, um sich in terrestrischen und nautischen Kämpfen gegen seine Widersacher zu behaupten. Zudem muss man neue Ausrüstung wie Säbel und Musketen plündern, um so gut wie möglich auf den nächsten Kampf vorbereitet zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wir-haben-einen-originellen-kulturellen-code-den-es-nirgendwo-sonst-gibt-aika-alemi-zur-kreativwirtschaft-in-kasachstan/">„Wir haben einen originellen kulturellen Code, den es nirgendwo sonst gibt“ – Aika Alemi zur Kreativwirtschaft in Kasachstan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Experten lobten vor allem den innovativen Ansatz des Spiels, welcher das Genre der “Koop-Survival”-Spiele &#8211; in denen Spieler zusammenarbeiten müssen, um zu überleben &#8211; in einem neuen Umfeld stattfinden lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“<em>[Windrose] bedient genau dieses Verlangen nach Koop-Survival-Crafting, tauscht aber die typische Wald- oder Fantasy-Kulisse gegen ausgiebige Erkundung auf See und – überraschenderweise – „Soulslike“-Kämpfe [Computerspielgenre, das einen hohen Schwierigkeitsgrad beinhaltet, Anm. d. Red.] ein. Das funktioniert wirklich gut</em>”, <a href="https://alineaanalytics.substack.com/p/steam-next-fests-wishlist-winners">schreibt</a> Rhys Elliott, Leiter der Marktanalyse beim Marktforschungsunternehmen Alinea Analytics.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Aufstieg von Gaming in Zentralasien</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gaming-Industrie in Zentralasien hat in den letzten zehn Jahren einen kometenhaften Aufstieg erlebt, wobei vor allem Kasachstan große Sprünge im Gaming-Bereich vorweisen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher als Freizeitaktivität für Kinder und Jugendliche belächelt, finden dort heute internationale Wettbewerbe bekannter Spiele mit hochrangigen Teilnehmern statt, wie etwa das PGL Astana 2025 Counter-Strike 2 im Mai letzten Jahres, das ein <a href="https://www.pglesports.com/cs2/pgl-astana-2025/">Preisgeld von $1,250.000</a> beinhaltete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hierbei spielen vor allem die Entwicklung der digitalen Infrastruktur, die wachsende Unterstützung der kasachischen Regierung sowie die Erfolge kasachischer E-Sportler auf der internationalen Bühne eine wichtige Rolle. Letztes Jahr wurde ein <a href="https://adilet.zan.kz/rus/docs/P2500000399">Konzept zur Entwicklung des Cybersports in Kasachstan bis 2029</a> verabschiedet, mit dem die Regierung den Ausbau der digitalen Infrastruktur und die Förderung vielversprechender E-Sportler vorantreiben möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/setz-nicht-die-wohnung-deiner-mutter-aufs-spiel-wie-man-mit-10-000-som-ein-unternehmen-gruendet/">„Setz‘ nicht die Wohnung deiner Mutter aufs Spiel“ – Wie man mit 10.000 Som ein Unternehmen gründet</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in Usbekistan, wo <em>Windrose Crew</em> seinen Sitz hat, ist die Gaming-Industrie im Aufwind. <a href="https://app2top.com/industry/how-is-the-gaming-industry-developing-in-uzbekistan-285151.html">Steuervorteile und günstige Konditionen für Startups</a> sorgen dafür, dass zahlreiche ausländische Firmen im bevölkerungsreichsten Land Zentralasiens eine Präsenz aufbauen. So gibt es mittlerweile neben 147 Indie-Teams und 2 Verlagen auch insgesamt 30 Entwicklerstudios, die Computerspiele konzipieren und entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“<em>Seit Beginn unserer Tätigkeit in Usbekistan haben wir die Vorteile steuerlicher Anreize zu spüren bekommen. Dies ist für kleine und mittlere Unternehmen von entscheidender Bedeutung, da dadurch mehr Mittel für das Unternehmenswachstum zur Verfügung stehen</em>”, <a href="https://app2top.com/industry/how-is-the-gaming-industry-developing-in-uzbekistan-285151.html">begründet</a> Evgeni Ponomarev, Gründer des Game-Art-Studios <a href="https://evegoplayon.com/">EVEGOPLAYON</a>, seine Entscheidung, das Unternehmen in Usbekistan anzusiedeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>“[&#8230;] Wir haben andere Länder für die Unternehmensgründung in Betracht gezogen, darunter Länder in Europa, Südostasien und dem Nahen Osten. Unsere Wahl fiel jedoch auf Usbekistan, wobei wir nicht nur die steuerlichen Vorteile hervorheben möchten, sondern auch die Verfügbarkeit von Immobilien, die einfache Unternehmensgründung, den geringen bürokratischen Aufwand, die Möglichkeit, alle Unternehmensvermögenswerte zu besitzen, ohne Anteile an Dritte abzugeben, das angenehme Klima und die günstige Zeitzone”</em>, so Ponomarev.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Windrose-Release in den Startlöchern</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Veröffentlichung von <em>Windrose </em>wird die usbekische Gaming-Industrie einen weiteren Meilenstein in ihrer Entwicklung erreichen. Während des “Steam Next Fest” &#8211; einem mehrtägigen Event, bei dem Nutzer kostenlose Demos neuer Spiele ausprobieren und mit Spieleentwicklern in Kontakt treten können &#8211; im Februar und März stieg <em>Windrose </em>schnell an die Spitze der beliebtesten Spiele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein genauer Zeitpunkt für die Veröffentlichung ist bisher noch nicht bekannt. Allerdings hat das Entwicklerstudio bereits verlauten lassen, während des Gaming-Events <a href="https://iii-initiative.com/">“iii initiative</a>&#8222;, das am 9. April stattfinden wird, eine besondere Ankündigung zu machen. Es wird gemunkelt, dass es sich hierbei um die Veröffentlichung des Spiels handeln könnte. Auf jeden Fall werden abenteuerlustige Spieler nicht mehr lange warten müssen, um in <em>Windrose </em>mit den Säbeln zu rasseln.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan</strong></p>



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		<title>Die zentralasiatischen Trump-Flüsterer: Warum sind Kasachstan und Usbekistan dem „Board of Peace” beigetreten?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jan 2026 12:46:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensrat]]></category>
		<category><![CDATA[internationale Abkommen]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kasachstan und Usbekistan geh&#xF6;ren zu den ersten L&#xE4;ndern, die dem neu geschaffenen &#x201E;Board of Peace&#x201D; (BoP; deutsch: Friedensrat) des US-Pr&#xE4;sidenten Donald Trump beigetreten sind. Vom Beitritt zum zwischenstaatlichen Gremium, dessen Geb&#xFC;hr f&#xFC;r eine permanente Mitgliedschaft sich auf eine Milliarden US-Dollar (ca. 0,8 Mrd. Euro) bel&#xE4;uft, erhoffen sich die beiden Staaten ein engeres Verh&#xE4;ltnis zu US-Pr&#xE4;sident [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan und Usbekistan gehören zu den ersten Ländern, die dem neu geschaffenen „Board of Peace” (BoP; deutsch: Friedensrat) des US-Präsidenten Donald Trump beigetreten sind. Vom Beitritt zum zwischenstaatlichen Gremium, dessen Gebühr für eine permanente Mitgliedschaft sich auf eine Milliarden US-Dollar (ca. 0,8 Mrd. Euro) beläuft, erhoffen sich die beiden Staaten ein engeres Verhältnis zu US-Präsident Trump.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kasachstanische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4sident_Kasachstans">Qasym Jomart-Toqaev</a> und sein usbekisches Pendant <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> unterzeichneten die Charta des BoP am Donnerstag (22. Januar) im Rahmen des „World Economic Forum” (WEF) in Davos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gremium, das erstmals im September letzten Jahres vorgeschlagen wurde, wurde <a href="https://www.dw.com/de/gaza-plan-donald-trump-pal%C3%A4stinenser-un-sicherheitsrat-hamas-gazastreifen/a-74786105">im November</a> durch <a href="https://www.securitycouncilreport.org/un-documents/document/s-res-2803.php">Resolution 2803</a> des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen (UN) mit der Verwaltung und dem Wiederaufbau des Gazastreifens beauftragt. In der Gründungscharta wird das Mandat der Organisation im Gazastreifen allerdings <a href="https://www.timesofisrael.com/full-text-charter-of-trumps-board-of-peace/">nicht mehr erwähnt</a>; stattdessen wird sie als dauerhaftes Gremium bezeichnet, das „Stabilität fördern, verlässliche und rechtmäßige Regierungsführung wiederherstellen und dauerhaften Frieden sichern&#8220; soll.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Beide Länder unterstreichen das Engagement des Rates für einen nachhaltigen Frieden im Gazastreifen sowie für dessen sozialen und wirtschaftlichen Wiederaufbau.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/welche-auswirkungen-wird-trumps-amtsantritt-auf-zentralasien-haben/">Welche Auswirkungen wird Trumps Amtsantritt auf Zentralasien haben?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Gründung des Friedensrats steht im Einklang mit den außenpolitischen Prioritäten Usbekistans, die auf die Unterstützung von Friedensinitiativen und multilateraler Zusammenarbeit abzielen&#8220;, begründete das usbekische Präsidialbüro in einer <a href="https://president.uz/ru/lists/view/8870">Pressemitteilung</a> den Beitritt des Landes zum Friedensorgan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Präsident Toqaev [bekräftigt] das Engagement Kasachstans, einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung eines dauerhaften Friedens im Nahen Osten, zur Stärkung des zwischenstaatlichen Vertrauens und zur globalen Stabilität zu leisten“, <a href="https://www.euronews.com/2026/01/22/kazakhstan-joins-donald-trumps-board-of-peace-as-one-of-19-founding-countries">erklärte</a> der stellvertretende Pressesprecher des kasachstanischen Präsidenten, Ruslan Zheldibay.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/great-deals-kasachstan-und-usbekistan-schliessen-wirtschaftsabkommen-in-new-york/">„Great Deals“: Kasachstan und Usbekistan schließen Wirtschaftsabkommen in New-York</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den beiden zentralasiatischen Ländern haben noch <a href="https://www.cbc.ca/news/world/board-of-peace-gaza-trump-list-of-countries-9.7055866">33 andere Staaten</a> die Gründungscharta des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensrat_(Trump)">BoP</a> unterschrieben, darunter die Türkei, Saudi-Arabien, Katar, Argentinien, Aserbaidschan, Ägypten und Israel. Währenddessen stehen viele traditionelle Verbündete der USA, darunter ein Großteil der EU-Mitgliedsstaaten sowie Kanada, dem neuen Organ kritisch gegenüber. Sie bekräftigen die Rolle der Vereinten Nationen als führendes Schlichtungsorgan für internationale Konflikte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Friedensrat wird vor allem aufgrund seiner undurchsichtigen Organisationsstruktur und der Allmachtstellung von US-Präsident Trump als Vorsitzender auf Lebenszeit kritisiert. Der Beitritt zum BoP ist zudem mit einem immensen finanziellen Aufwand verbunden: Für ein Entgelt von eine Milliarden US-Dollar erhält ein Land einen permanenten Sitz, ansonsten ist die Mitgliedschaft auf drei Jahre beschränkt. Allerdings kann Trump als Ratsvorsitzender unilateral entscheiden, einem Land auch über die drei Jahre hinaus die Mitgliedschaft im Rat zu gewähren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-sind-die-ergebnisse-des-usa-zentralasien-gipfels-in-washington/">Was sind die Ergebnisse des USA-Zentralasien-Gipfels in Washington?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer <a href="https://www.whitehouse.gov/briefings-statements/2026/01/statement-on-president-trumps-comprehensive-plan-to-end-the-gaza-conflict/">Pressemitteilung des Weißen Hauses</a> zufolge werden neben Trump auch US-Außenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marco_Rubio">Marco Rubio</a>, Trumps Sonderbeauftragter für den Nahen Osten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marco_Rubio">Steve Witkoff</a>, Trumps Schwiegersohn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jared_Kushner">Jared Kushner</a>, der ehemalige britische Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tony_Blair">Tony Blair</a>, der amerikanische Milliardär und CEO <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marc_Rowan">Marc Rowan</a>, der derzeitige Präsident der Weltbankgruppe und ehemalige Mastercard-Manager <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ajay_Banga">Ajay Banga</a> sowie der langjährige Trump-Berater Robert Gabriel, der derzeit stellvertretender nationaler Sicherheitsberater ist, im „Executive Board” des Rates vertreten sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welche Vorteile hat der Beitritt für Kasachstan und Usbekistan?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Spätestens seit 2022 versuchen die Länder Zentralasiens, im Rahmen ihrer multivektoralen Außenpolitik ihre Verbindungen zu Drittstaaten und -akteuren, darunter die USA und die EU, auszubauen. Mit einem Beitritt zum Friedensrat erhoffen sich sowohl Kasachstan als auch Usbekistan breiteren Zugang zum sehr transaktionell veranlagten US-Präsidenten – gerade jetzt, wo die Beziehungen der USA zu ihren europäischen Verbündeten einen neuen Tiefpunkt erreicht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits letzten November hatten sich die fünf zentralasiatischen Staatsoberhäupter, worunter Toqaev und Mirziyoyev, mit Trump <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-sind-die-ergebnisse-des-usa-zentralasien-gipfels-in-washington/">zum zweiten US-Zentralasien-Gipfel</a> in Washington getroffen, wo es vor allem um Abkommen in den Bereichen Seltene Erden und Mineralvorkommen ging – zwei Sektoren, in denen die USA ihre lang andauernde Abhängigkeit vom Rivalen China verringern möchten. Gleichzeitig sucht gerade Kasachstan nach dringend benötigten Investitionen, um eben jene Rohstoffvorkommen erschließen zu können. Aus diesem Grund schloss das Land insgesamt <a href="https://qazinform.com/news/nvidia-boeing-openai-among-us-companies-signing-new-agreements-with-kazakhstan-260cf1">30 Abkommen in Höhe von 17,2 Milliarden US-Dollar</a> zum Ausbau der kasachstanischen (digitalen) Infrastruktur mit verschiedenen US-Unternehmen, darunter Boeing, OpenAI und Nvidia.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-beitritt-zu-den-abraham-abkommen-wird-sich-washingtons-geste-auszahlen/">Kasachstans Beitritt zu den Abraham-Abkommen: Wird sich Washingtons Geste auszahlen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Um an Geschäftstreffen und politische Gipfel zu gelangen, muss ein Land allerdings auf der guten Seite des US-Präsidenten bleiben, dessen schwankende Launen sich oft in widersprüchlicher Politik äußern: Gerade einmal eine Woche vor der Unterzeichnung der BoP-Gründungscharta wurden die Verfahren für Einwanderungsvisas für kasachstanische, kirgisische und usbekische Staatsbürger:innen <a href="https://thediplomat.com/2026/01/us-pauses-immigrant-visa-processing-for-75-countries-13-in-asia/">eingefroren</a>, da die US-Regierung diese bezichtigte, „Sozialleistungen und öffentliche Zuwendungen” zu missbrauchen. Daher sind symbolische Gesten des guten Willens immens wichtig, wie zum Beispiel der Beitritt Kasachstans zu den Abraham-Abkommen im Dezember oder der jetzige Beitritt zum „Board of Peace”.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan</strong></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Angriff auf die Pressefreiheit: Kirgisische Medienportale als extremistisch eingestuft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2025 20:07:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erstmals werden in Kirgistan Medienportale als extremistisch eingestuft. Neben dem Onlineportal &#x201C;Kloop&#x201D; und dessen Mitgr&#xFC;nder Rinat Tuchwatschin sind auch die YouTube-Kan&#xE4;le &#x201C;Temirow Live&#x201D; und &#x201C;Ait Ait Dese&#x201D; betroffen, die vom kirgisischen Oppositionellen Bolot Temirow gef&#xFC;hrt werden. &#xDC;ber das Gerichtsverfahren erfuhren sie erst aus der Medienberichterstattung. Am 27. Oktober hat das Gericht des Bischkeker Stadtbezirks Oktjabr [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/angriff-auf-die-pressefreiheit-kirgisische-medienportale-als-extremistisch-eingestuft/">Angriff auf die Pressefreiheit: Kirgisische Medienportale als extremistisch eingestuft</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erstmals werden in Kirgistan Medienportale als extremistisch eingestuft. Neben dem Onlineportal “Kloop” und dessen Mitgründer Rinat Tuchwatschin sind auch die YouTube-Kanäle “Temirow Live” und “Ait Ait Dese” betroffen, die vom kirgisischen Oppositionellen Bolot Temirow geführt werden. Über das Gerichtsverfahren erfuhren sie erst aus der Medienberichterstattung.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 27. Oktober hat das Gericht des Bischkeker Stadtbezirks Oktjabr entschieden, dass die Inhalte des Onlineportals “Kloop” und der YouTube-Kanäle “Temirow Live” und “Ait Ait Dese” als extremistisch einzustufen seien. Welche Inhalte genau für die Einstufung des Gerichts verantwortlich sind, ist bisher nicht bekannt. Neben den jeweiligen Gründern der Nachrichtenplattformen sind auch Kloops Chefredakteurin Anna Kapuschenko und Direktorin Galina Gaparowa vom Urteil betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem <a href="https://www.facebook.com/otkurbek.rahmanov/posts/pfbid02sE4zB5vbEoeQPRVoeJAM626nKWE2r5pCYE1cMpRrMkG74mk86NN4aeAjxJwWLeXjl">Facebook-Post</a> des kirgisischen Journalisten Otkurbek Rachmanow, der Kloop zufolge dem Staatlichen Komitee für Nationale Sicherheit (GKNB) nahesteht, heißt es, das Gericht habe ein Verbot der betroffenen Seiten angeordnet. Zudem unterliege <em>„die Verbreitung oder Wiederveröffentlichung der Materialien der genannten Medienprojekte [&#8230;] gemäß dem Strafgesetzbuch der Kirgisischen Republik strafrechtlicher Haftung.”</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph">Das Kuriose: Zum Zeitpunkt, an dem das Gerichtsurteil noch vor der offiziellen Bekanntmachung in den sozialen Medien geleakt wurde, wussten die Angeklagten noch gar nicht, dass überhaupt ein Gerichtsverfahren gegen sie läuft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-erwartet-die-unabhaengigen-medien-in-kirgistan-im-jahr-2025/"><strong>Was erwartet die unabhängigen Medien in Kirgistan im Jahr 2025?</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Dies ist eine weitere Runde von Repressionen, die leider nicht nur uns, sondern ganz Kirgistan treffen wird, sowohl in Bezug auf den Ruf als auch in Bezug auf die Kriminalisierung einer großen Anzahl unschuldiger Menschen. Wir setzen unsere Arbeit fort, denn solche Maßnahmen der Behörden beweisen, wie wichtig es ist, was wir tun”</em>, erklärte Tuchwatschin in einer <a href="https://kloop.kg/blog/2025/10/28/sud-priznal-materialy-kloop-i-temirov-lajv-ekstremistskimi-v-izdaniyah-ne-znali-ob-etom-dele-i-namereny-obzhalovat-prigovor/">Pressemitteilung</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>“Ich möchte betonen, dass dieses Verfahren faktisch in Abwesenheit stattfand und wir heute [am 28. Oktober, Anm. d. Red.] die ersten Informationen vom Gericht erhalten haben“</em>, fügte er hinzu. Die Verantwortlichen der Kanäle kündigten an, gegen das Urteil in Berufung gehen zu wollen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine lange Vorgeschichte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gerichtsurteil ist das jüngste Kapitel einer langanhaltenden Fehde zwischen den betroffenen Medien und der kirgisischen Regierung unter Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a>, die immer härter gegen oppositionelle Medien durchgreift.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor nicht einmal einem Monat wurden zwei ehemalige Kloop-Kameramänner, Dschoomart Duulatow und Aleksander Aleksandrow, wegen angeblicher Anstiftung zur öffentlichen Unruhe <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zwei-ehemalige-mitarbeiter-von-kloop-in-kirgistan-verurteilt/">zu mehreren Jahren Haft verurteilt</a>, während zwei Buchhalter jeweils drei Jahre auf Bewährung bekamen. Auch Temirows Mitarbeiter ereilte dasselbe Schicksal: Anfang letzten Jahres wurden elf Journalisten von “Temirow Live” unter demselben Anklagepunkt <a href="https://thediplomat.com/2024/03/with-journalists-behind-bars-kyrgyzstan-enters-new-era-of-repression/">verhaftet</a>, vier von ihnen wurden letztendlich verurteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zwei-ehemalige-mitarbeiter-von-kloop-in-kirgistan-verurteilt/"><strong>Zwei ehemalige Mitarbeiter von Kloop in Kirgistan verurteilt</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kloop-Mitbegründer Tuchwatschin, der sich derzeit im Exil befindet, wurde aufgrund seiner kritischen Berichterstattung zuletzt auch persönlich zum Ziel staatlicher Repressionen. Für den ausgebildeten Arzt <a href="https://kloop.kg/blog/2025/10/31/occrp-kyrgyzstan-pytalsya-obyavit-soosnovatelya-kloopa-v-mezhdunarodnyj-rozysk-no-interpol-otkazal-im/">forderten</a> die kirgisischen Behörden bei Interpol eine sogenannte “Red Notice” an, die die Feststellung des Wohnortes einer Person sowie deren vorläufige Festnahme nach sich zieht. Dies wurde allerdings von Interpol mit der Begründung abgelehnt, sie sei “politisch motiviert.”</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Satzung von Interpol enthält strenge Vorschriften, die verhindern, dass unser System für politische Zwecke genutzt wird, und daher haben wir den Antrag auf eine “Red Notice” abgelehnt“,</em> <a href="https://www.occrp.org/en/news/interpol-rejects-kyrgyzstans-request-for-a-warrant-against-independent-media-co-founder">erklärte</a> Samuel Heath, Kommunikationsdirektor von Interpol.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August verabschiedete das kirgisische Parlament ein neues Mediengesetz, das eine Registrierungspflicht für alle Medien, eine Beschränkung ausländischen Eigentums und höhere Geldstrafen für die Verbreitung von als falsch angesehenen Informationen vorsieht. Mit dem jetzigen Gerichtsurteil gegen Kloop und die Medienunternehmen Temirows ist es noch wahrscheinlicher, dass unabhängigen Nachrichtenportalen in Kirgistan keine rosige Zukunft blüht.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Kirgistan: Menschenrechtler:innen kritisieren Vorstoß zur Wiedereinführung der Todesstrafe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Oct 2025 17:08:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Todesstrafe]]></category>
		<category><![CDATA[Vergewaltigung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Gesetzesentwurf, der die Wiedereinf&#xFC;hrung der Todesstrafe f&#xFC;r Vergewaltigungen und Morde an Frauen und Kindern vorsieht, wird von Menschenrechtsorganisationen als ineffektiv und populistisch kritisiert. Die Debatte &#xFC;ber die Wiedereinf&#xFC;hrung der Todesstrafe in Kirgistan wurde durch einen aufsehenerregenden Kriminalfall wieder ins Rollen gebracht: Am 27. September war die 17-j&#xE4;hrige Ajsuluu Mukaschewa aus dem Gebiet Ysyk-K&#xF6;l entf&#xFC;hrt [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Gesetzesentwurf, der die Wiedereinführung der Todesstrafe für Vergewaltigungen und Morde an Frauen und Kindern vorsieht, wird von Menschenrechtsorganisationen als ineffektiv und populistisch kritisiert.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Debatte über die Wiedereinführung der Todesstrafe in Kirgistan wurde durch einen aufsehenerregenden Kriminalfall wieder ins Rollen gebracht: Am 27. September war die 17-jährige Ajsuluu Mukaschewa aus dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblus_Yssyk-K%C3%B6l">Gebiet Ysyk-Köl</a> entführt und vergewaltigt worden; ihr lebloser Körper wurde später in der Nähe des Dorfes Kadschy-Saj gefunden. Im Laufe der darauffolgenden Ermittlungen <a href="https://24.kg/english/347278_Aisuluus_killer_confesses_to_another_crime__strangling_Kamila_11_years_ago/">gestand</a> der Täter, Kumarbek A. (41), neben der Tötung Mukaschewas auch den bisher ungeklärten Mord an Kamila Dujschebajewa, welche 2014 auf einem Friedhof in der Nähe des Dorfes Bajtik mit einem Schal erwürgt worden war.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Grausamkeit des Mordes erschütterte weite Teile der kirgisischen Gesellschaft. Anfang Oktober erklärte Kirgistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a>, dass er sich persönlich mit dem Fall beschäftige. Er <a href="https://24.kg/obschestvo/345566_prezident_krporuchil_vvesti_smertnuyu_kazn_zaprestupleniya_protiv_detey_ijenschin/">beauftragte</a> den Vorsitzenden der präsidialen Rechtsverwaltung, Murat Ukuschew, mit der Vorbereitung einer Gesetzesänderung, die für Vergewaltigungen an Kindern sowie für Vergewaltigungen mit Todesfolge an Frauen die Todesstrafe wiedereinführen würde. <a href="https://ru.kabar.kg/news/posovetuemsya-s-narodom-prezident-prokommentiroval-iniciativu-o-vvedenii-smertnoj-kazni/">Dem kirgisischen Präsidenten zufolge</a> würde dies Verbrechen an Frauen und Kindern <em>„wenn nicht vollständig stoppen, so doch zumindest erheblich reduzieren.”</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Menschenrechtler:innen befürchten Missbrauch</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Lokale Menschenrechtsorganisationen schauen mit Besorgnis auf die geplanten Änderungen. Sie befürchten, dass die Wiedereinführung der Todesstrafe in dem von Korruption gebeutelten Land zu breitflächigem Missbrauch führen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>“Es ist zwar unerlässlich, Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen, doch die Todesstrafe ist keine Lösung. Weltweite Erkenntnisse zeigen, dass härtere Strafen, einschließlich Hinrichtungen, keine wirksame Abschreckung darstellen. Stattdessen birgt die Wiedereinführung der Todesstrafe die Gefahr weiterer Missbräuche in einem Rechtssystem, das ohnehin schon von Korruption, Straflosigkeit und einer schwachen Rechtsstaatlichkeit geprägt ist”</em>, heißt es in einer <a href="https://freedomforeurasia.org/kyrgyzstan-proposal-to-reinstate-the-death-penalty-violates-human-rights-obligations-and-fails-to-protect-women/">gemeinsamen Erklärung</a>, die von Freedom for Eurasia, der International Partnership for Human Rights (IPHR), dem Norwegian Helsinki Committee, Araminta, der International Federation for Human Rights (FIDH), People in Need (PIN) und Civil Rights Defenders unterschrieben wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zwei-ehemalige-mitarbeiter-von-kloop-in-kirgistan-verurteilt/"><strong>Zwei ehemalige Mitarbeiter von Kloop in Kirgistan verurteilt</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Erklärung wurde zudem angemerkt, dass die kirgisische Regierung mit der Wiedereinführung gegen die eigene Landesverfassung und ihre Pflichten gemäß des Zweiten Fakultativprotokolls zum Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (kurz: UN-Zivilpakt) verstoßen würde. Letzteres verpflichtet die Vertragsstaaten dazu, die Todesstrafe abzuschaffen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Grundursachen bleiben bestehen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die beteiligten Menschenrechtsorganisationen werfen der kirgisischen Regierung vor, mit dem Gesetzesvorschlag lediglich Populismus zu betreiben und die zugrundeliegenden Ursachen geschlechtsspezifischer Gewalt nicht anzupacken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Polizei versäumt es oft, die Anzeigen der Opfer aufzunehmen, leitet keine sofortigen Ermittlungen bei Vorwürfen sexuellen Missbrauchs ein, und die Täter werden von den Justizbehörden milde behandelt”</em>, so die Erklärung. Auch die repressiven Maßnahmen der derzeitigen Regierung gegenüber Frauen, wie <em>„Belästigung und Vergeltungsmaßnahmen gegen prominente Journalistinnen, Aktivistinnen und Regimekritikerinnen”</em>, würden deren Missachtung von Frauenrechten demonstrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/miss-world-2025-vertreterin-kirgistans-prangert-gewalt-gegen-frauen-an/"><strong>Miss World 2025: Vertreterin Kirgistans prangert Gewalt gegen Frauen an</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen rufen die Menschenrechtler:innen die kirgisische Regierung dazu auf, stärkere Präventionssysteme wie Krisenzentren, Frauenhäuser und Hotlines zu etablieren, Ersthelfer besser zu schulen und im Falle grober Nachlässigkeit oder fehlender Mitarbeit zur Verantwortung zu ziehen. Darüber hinaus müssen Täter adäquat bestraft und ein nachhaltiger politischer Willen zum Schutz der Rechte von Frauen und Mädchen demonstriert werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Rückwärtsgang in der Rechtsstaatlichkeit?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorstoß der Regierung zur Wiedereinführung der Todesstrafe reiht sich in die schlechter werdende Menschenrechtslage im Land ein. Erst im Juni hatte das kirgisische Parlament für die <a href="https://www.dw.com/ru/o-pytkah-v-turmah-nikto-ne-uznaet-v-biskeke-zakrout-centr-monitoringa/a-73267694">Abschaffung des Nationalen Zentrums zur Folterverhinderung</a> gestimmt, einem unabhängigen Organ, das die Anwendung von Folter in Haftanstalten überprüfen und gegebenenfalls verhindern sollte. Schon damals hatten Menschenrechtsorganisationen gewarnt, dass dieser Schritt einen <em>„gefährlichen Rückschlag im Kampf gegen Folter in der Kirgisischen Republik”</em> darstelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gesetzesentwurf zur Wiedereinführung der Todesstrafe wird bis zum 28. Oktober im Portal für die öffentliche Diskussion von Entwürfen für Rechtsvorschriften der Kirgisischen Republik diskutiert und danach Gegenstand eines nationalen Referendums werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Moldauischer Oligarch nutzt kirgisische Kryptowährung zur Sanktionsumgehung</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/moldauischer-oligarch-nutzt-kirgisische-kryptowaehrung-zur-sanktionsumgehung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Jul 2025 08:40:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[A7A5]]></category>
		<category><![CDATA[Geldwäsche]]></category>
		<category><![CDATA[Grinex]]></category>
		<category><![CDATA[Logistikkorridor]]></category>
		<category><![CDATA[Shor]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der moldauische Oligarch Ilan Shor, der in seiner Heimat aufgrund des Diebstahls von knapp 1 Milliarde Euro aus mehreren Banken in Abwesenheit verurteilt wurde, wird beschuldigt, mit Hilfe der in Kirgistan gehandelten Kryptow&#xE4;hrung A7A5 westliche Sanktionen gegen Russland umgehen zu wollen und politischen Druck auf sein Heimatland auszu&#xFC;ben. Im Juni berichtete die Financial Times, dass [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der moldauische Oligarch Ilan Shor, der in seiner Heimat aufgrund des Diebstahls von knapp 1 Milliarde Euro aus mehreren Banken in Abwesenheit verurteilt wurde, wird beschuldigt, mit Hilfe der in Kirgistan gehandelten Kryptowährung A7A5 westliche Sanktionen gegen Russland umgehen zu wollen und politischen Druck auf sein Heimatland auszuüben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juni berichtete die <a href="https://www.ft.com/content/1c71cac0-b86b-4361-8f54-ee5d3bb5a489"><em>Financial Times</em></a>, dass die Kryptowährung A7A5, die über die russische Promswjasbank an den Rubel gekoppelt ist, in den vorangegangenen vier Monaten knapp 9,3 Milliarden Dollar bewegt hatte. A7A5 war im Januar dieses Jahres von der lediglich einige Monate zuvor gegründeten Firma A7 eingeführt worden, deren Hauptanteilseigner Shor ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Währung wird auf der kirgisischen Krypto-Exchange-Plattform Grinex gehandelt, bei der <a href="https://blockchainmagazine.net/crypto-coin-for-russian-shadow-payments-moves-9bn-a-sanctions-evading-stablecoin-storm/">einige Experten davon ausgehen</a>, sie sei eine Reinkarnation der Plattform Garantex, die im März aufgrund der Erleichterung illegaler Finanzflüsse <a href="https://www.justice.gov/opa/pr/garantex-cryptocurrency-exchange-disrupted-international-operation">von den US-Behörden geschlossen wurde</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund der Tatsachen, dass die täglichen Transaktionsvolumen der Währung ihr Gesamtangebot übersteigen und die meisten Transaktionen zu Moskauer Geschäftszeiten getätigt werden, ist es laut <a href="https://blockchainmagazine.net/crypto-coin-for-russian-shadow-payments-moves-9bn-a-sanctions-evading-stablecoin-storm/"><em>Blockchain Magazine</em></a><em> </em>wahrscheinlich, dass sie von Russland zur Geldwäsche und Sanktionsumgehung benutzt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Währung ist der erste sogenannte „Stablecoin” – eine Art der Kryptowährung, die an eine herkömmliche Währung gekoppelt ist, um mehr Stabilität zu erhalten – der an den russischen Rubel gekoppelt ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Einfluss in Moldau</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der mittlerweile im russischen Exil lebende Shor probiert seit Jahren, die Politik seines Heimatlandes durch politische Kampagnen und gekaufte Proteste zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Anfang Juli <a href="https://newsmaker.md/ro/ilan-sor-condamnat-la-inchisoare-si-fugit-din-tara-la-moscova-singura-salvare-pentru-r-moldova-este-uniunea-cu-rusia-video">behauptete er</a> auf einer Sitzung seiner Partei „Victorie” (deutsch: Sieg) in Moskau, dass ein Bündnis mit der Russischen Föderation „die einzige Rettung für Moldau” sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem finanziellen Watchdog <a href="https://www.info-res.org/reports/a7a5-circumventing-sanctions-with-stablecoin-cryptocurrency/"><em>Centre for Information Resilience</em></a><em> </em>(CIR) zufolge werden mehrere IP-Adressen und andere digitale Infrastrukturen von A7A5, der Firma A7 und Shors politischen Organisationen geteilt, darunter auch kirgisische IP-Adressen. Diese Überschneidungen deuten darauf hin, dass die Kryptowährung in Zukunft möglicherweise für Shors politische Tätigkeiten in Moldau verwendet werden könnte, um dort russische Interessen voranzutreiben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/das-11-sanktionspaket-gegen-russland-trifft-auch-zentralasien/">Lest auch auf Novastan: Das 11. Sanktionspaket gegen Russland trifft auch Zentralasien</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Shor soll zuvor auch in die Operationen der Keremet Bank involviert gewesen sein, mit deren Hilfe Russland sanktionierte Waren via Kirgistan importierte. Im Januar wurde die Bank aufgrund ihrer Unterstützung Russlands bei der Umgehung von Sanktionen ihrerseits <a href="https://home.treasury.gov/news/press-releases/jy2785">von den USA sanktioniert</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zentralasien: Paradies für Sanktionsumgehung?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs im Jahr 2022 werden die Länder Zentralasiens dafür kritisiert, nicht genug gegen die Umgehung westlicher Sanktionen durch Russland über ihre Territorien zu tun, wobei vor allem Güter mit doppeltem Verwendungszweck im Fokus stehen. Die Mitgliedschaft Kasachstans und Kirgistans in der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU), deren Bestandteil auch eine Zollunion mit Russland ist, trägt zur Erschwerung der Durchsetzung von Sanktionen bei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-wegen-umgehung-der-sanktionen-gegen-russland-am-pranger/">Kirgistan wegen Umgehung der Sanktionen gegen Russland am Pranger</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://www.washingtonpost.com/national-security/2023/07/18/russia-sanctions-weapons-china-drones/"><em>Washington Post</em></a> zufolge hatte sich in Zentralasien nach Ausbruch des Krieges ein Logistikkorridor gebildet, der sanktionierte Waren von China und anderen Ländern nach Russland leitet. Dies spiegelt sich unter anderem darin wider, dass die Exporte von Kirgistan nach Russland zwischen 2021 und 2022 <a href="https://www.washingtonpost.com/national-security/2023/07/18/russia-sanctions-weapons-china-drones/">um 250 Prozent zunahmen</a>, während die Importe Kirgistans aus China im gleichen Maße zunahmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die EU und die USA haben <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/das-11-sanktionspaket-gegen-russland-trifft-auch-zentralasien/">sekundäre Sanktionen</a> gegen Firmen und juristische Personen aus Kasachstan und Kirgistan aufgrund ihrer Rolle in der Sanktionsumgehung eingeführt und boten den Ländern „technische Hilfe” bei der Einhaltung der Sanktionen gegen Russland an. Allerdings <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-wegen-umgehung-der-sanktionen-gegen-russland-am-pranger/">zögern sie</a>, den Druck auf Kasachstan und Kirgistan zu sehr hochzufahren, da sie fürchten, Zentralasien zu verprellen und weiter in die Arme Chinas, Russlands und der Türkei zu treiben.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan</strong></p>



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		<title>Kirgistan: Neues Gesetz stärkt die Rolle des Kirgisischen in den Medien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Jul 2025 18:44:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgisisch]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Russisch]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kirgistan sollen laut einem neuen Gesetz mindestens 60 Prozent der Fernseh- und Radiobeitr&#xE4;ge in der Nationalsprache Kirgisisch ausgestrahlt werden &#x2013; zum Nachteil des Russischen, das in dem Land ebenfalls einen offiziellen Status genie&#xDF;t.&#xA0; Das Gesetz zur St&#xE4;rkung der kirgisischen Sprache wurde am Mittwoch (25. Juni) vom Parlament angenommen. &#x201E;Wenn wir [weiterhin] so gleichg&#xFC;ltig gegen&#xFC;ber [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Kirgistan sollen laut einem neuen Gesetz mindestens 60 Prozent der Fernseh- und Radiobeiträge in der Nationalsprache Kirgisisch ausgestrahlt werden &#8211; zum Nachteil des Russischen, das in dem Land ebenfalls einen offiziellen Status genießt.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gesetz zur Stärkung der kirgisischen Sprache wurde am Mittwoch (25. Juni) vom Parlament angenommen. &#8222;Wenn wir [weiterhin] so gleichgültig gegenüber der kirgisischen Sprache sind, werden wir in den kommenden Jahren aufhören, eine Nation zu sein&#8220;, zitierte die Nachrichtenagentur AFP den Parlamentssprecher Nurlanbek Turgunbek uulu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Schwellenwert von 60 Prozent für Inhalte in kirgisischer Sprache soll auch die Nennung von Ortsnamen auf Kirgisisch erfolgen. Zudem sollen bei Werbung in kirgisischer Sprache größere Buchstaben als bei russischsprachiger Werbung benutzt werden, <a href="https://www.dw.com/ru/v-kyrgyzstane-povysaut-status-kyrgyzskogo-azyka-po-otnoseniu-k-russkomu/a-73044139">berichtet die Deutsche Welle</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im zentralasiatischen Binnenstaat genießen sowohl die kirgisische als auch die russische Sprache offiziellen Status, wobei letztere von knapp 80 Prozent der Bevölkerung beherrscht und täglich genutzt wird, so AFP.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zentralasiens linguistischer Russ-exit?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gesetz spiegelt einen tiefergehenden Prestigeverlust der russischen Sprache in Zentralasien wider.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan, wo Russisch ebenfalls den Status einer Amtssprache innehat, kommt es seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs immer öfter zu Konflikten zwischen kasachstanischen und russischen Beamt:innen und Aktivist:innen bezüglich der zunehmenden Erstarkung der kasachischen Sprache. So würden <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/souveraenitaet-angesichts-des-kriegs-die-ungewisse-zukunft-der-russischen-sprache-in-kasachstan/">laut dem russischen Staatsfernsehen</a> in Kasachstan angeblich die “gleichen Nazi-Entwicklungen” wie in der Ukraine stattfinden und das Land zunehmend “russophob” werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst vor kurzem sorgte die Entlassung eines Kuriers der Einzelhandelskette Magnum, der einen Kunden aufforderte, mit ihm auf Kasachisch zu kommunizieren, im Internet für heftige Kritik.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/souveraenitaet-angesichts-des-kriegs-die-ungewisse-zukunft-der-russischen-sprache-in-kasachstan/">Souveränität angesichts des Kriegs: Die ungewisse Zukunft der russischen Sprache in Kasachstan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch auf überregionaler Ebene werden Initiativen ergriffen, um den Einfluss des Russischen und des kyrillischen Alphabets einzudämmen. So wurde im September 2024 während der dritten Sitzung der “Kommission für das Gemeinsame Türkische Weltalphabet” unter der Ägide der Organisation der Turkstaaten (OTS) vereinbart, ein gemeinsames Alphabet bestehend aus 34 Buchstaben <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/gemeinsames-lateinisches-alphabet-fuer-alle-turksprachen/">einzuführen</a>. Allerdings sieht sich die Initiative <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/gemeinsames-lateinisches-alphabet-fuer-alle-turksprachen/">gerade in Kasachstan und Kirgistan</a> sowohl finanziellen Engpässen als auch russischer Opposition ausgesetzt, weswegen ihre Umsetzung derzeit noch stockt.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gegenwind aus Russland</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs haben in Kirgistan die Bemühungen, den Status und die Benutzung der Nationalsprache auszubauen, zugenommen. Im Juli 2023 unterschrieb Präsident Sadyr Dschaparow eine Grundgesetzänderung, infolge derer Kirgisisch zur Arbeitssprache für staatliche Behörden, lokale Regierungen und staatliche Unternehmen erklärt wurde. Für bestimmte Berufsgruppen wie Staatsanwält:innen, Richter:innen, Abgeordnete, Pädagog:innen und Ärzt:innen wurde die Beherrschung der kirgisischen Sprache ebenfalls verpflichtend.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/loest-sich-zentralasien-von-russland/">Löst sich Zentralasien von Russland?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reaktion des Kremls ließ nicht lange auf sich warten: Im Rahmen einer Pressekonferenz kritisierte der russische Außenminister Sergej Lawrow das Gesetz aufs Schärfste:</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Es ist nicht ganz demokratisch [&#8230;] alle Staatsbediensteten dazu zu verpflichten, Kirgisisch zu beherrschen und [in der Sprache] zu arbeiten,” <a href="https://www.youtube.com/watch?v=TvfC6oM0aNA">sagte Lawrow</a>. “Wir haben [die kirgisischen Behörden] mehrmals gewarnt, aber es nahm eine andere Linie überhand.&#8220; [&#8230;] Wir werden weiter [daran] arbeiten,” fügte er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, <a href="https://www.mid.ru/ru/foreign_policy/news/1873741/">warnte</a>, dass das Gesetz das Leben derjenigen erschweren würde, die des Kirgisischen nicht mächtig sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Gesetz über die Nutzung der kirgisischen Sprache in den Medien liegt zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels noch keine Reaktion der russischen Behörden vor.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novasten</strong></p>



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		<title>Zweiter China &#8211; Zentralasien &#8211; Gipfel: Ein Reigen an Handelsabkommen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jun 2025 18:51:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Gipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Gipfeltreffen]]></category>
		<category><![CDATA[Xi Jinping]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beim Gipfeltreffen zwischen dem chinesischen Pr&#xE4;sidenten Xi Jinping und seinen zentralasiatischen Amtskollegen wurden eine Vielzahl an Vereinbarungen und Handelsabkommen unterzeichnet. Doch auch die internationale Stellung der L&#xE4;nder Zentralasiens kam w&#xE4;hrend des Treffens zur Sprache. Chinas Staatspr&#xE4;sident Xi Jinping und seine zentralasiatischen Amtskollegen sind am 17. Juni zu einem Gipfeltreffen in Kasachstans Hauptstadt Astana zusammengekommen. Der [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Beim Gipfeltreffen zwischen dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und seinen zentralasiatischen Amtskollegen wurden eine Vielzahl an Vereinbarungen und Handelsabkommen unterzeichnet. Doch auch die internationale Stellung der Länder Zentralasiens kam während des Treffens zur Sprache.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Chinas Staatspräsident Xi Jinping und seine zentralasiatischen Amtskollegen sind am 17. Juni zu einem Gipfeltreffen in Kasachstans Hauptstadt Astana zusammengekommen. Der Besuch Xis folgte auf den <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eu-zentralasien-gipfel-europa-buhlt-in-samarkand-um-rohstoffe/">EU-Zentralasien-Gipfel im April</a>, bei dem die EU ihrerseits ankündigte, knapp 12 Milliarden Euro in Infrastruktur- und Umweltprojekte sowie in die Gewinnung und Verarbeitung kritischer Rohstoffe zu investieren. Letztere sind in der Region reichlich vorhanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gipfel wurde von einigen Medien, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=la6CLlHArhU">darunter dem asiatischen Dienst des US-amerikanischen Senders <em>Current Time</em></a><a></a><a></a><em>, </em>als eine Art Gegenveranstaltung zum gleichzeitig stattfindenden G7-Gipfel eingestuft.&nbsp;</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die zentralasiatischen Länder sprachen während des Gipfels <a href="https://timesca.com/xi-jinpings-five-points-how-china-is-looking-to-reshape-central-asia/">ihre jeweiligen Prioritäten</a><a></a><a></a> im Hinblick auf die Beziehungen zu China an: Während Kasachstan auf den Bau eines gemeinsamen Stückgut-Terminals am Hafen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Quryq">Quryq</a> am Kaspischen Meer sowie auf eine Intensivierung der Zusammenarbeit in den Bereichen Kernenergie und Künstliche Intelligenz pochte, plädierte Usbekistan für eine stärkere Integration Afghanistans in die Region. Kirgistan legte Wert auf Sicherheit, Transport, E-Handel und Tourismus, während für Tadschikistan Handel, Lebensmittelsicherheit, industrielle Entwicklung und Erneuerbare Energien wichtig waren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Alles geschmeidig an der “Neuen Seidenstraße”</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.fmprc.gov.cn/eng/xw/zyjh/202506/t20250617_11651909.html">In seiner Rede</a> lobte Xi die Entwicklung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen der Länder Zentralasiens mit China im Rahmen der “Neuen Seidenstraße” während der letzten zwei Jahre. Er kündigte an, zusätzliche 200 Millionen US-Dollar in soziale Projekte und Infrastrukturvorhaben in der Region zu investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>“China und die zentralasiatischen Länder haben die Zusammenarbeit über [die neue Seidenstraße] weiter vertieft und gefestigt. Unser Handel ist [seit 2023] um 35 Prozent gewachsen, und wir haben wichtige Fortschritte bei industriellen Investitionen, umweltfreundlichem Bergbau, technologischer Innovation und anderen Bereichen der Zusammenarbeit erzielt,”</em> so Xi.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/neue-seidenstrasse-taiwan-eisenbahn-sadyr-dschaparow-auf-offiziellem-besuch-in-china/"><strong>Neue Seidenstraße, Taiwan, Eisenbahn: Sadyr Dschaparow auf offiziellem Besuch in China</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>“Das Paket von Projekten mit chinesischer finanzieller Unterstützung ist gut angelaufen. Während immer mehr chinesische Fahrzeuge mit neuer Energie und Photovoltaikprodukte auf die zentralasiatischen Märkte gelangen, bereichern zentralasiatische Agrarprodukte wie Honig, Obst, Weizen und Geflügel den Tisch chinesischer Familien,”</em> fügte er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen des Gipfels unterzeichneten die beiden Seiten <a href="https://president.kg/ru/news/21/39251">Memoranden und Aktionspläne in verschiedenen Bereichen</a><a></a><a></a>, darunter Handel, Kultur, Zollangelegenheiten, Verkehr, Tourismus und mehr. Als Prunkstück diente hierbei das Abkommen über “Ständige gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit”, in dem sich die Vertragspartner <a href="https://english.news.cn/20250618/1569680311d94cbf96db8722c5538747/c.html">zusicherten</a>, ihre jeweiligen Grenzen zu respektieren und potenzielle Konflikte auf dem Verhandlungsweg beizulegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Engere Zusammenarbeit mit Kasachstan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vom chinesischen Investitionshunger profitiert mit Gastgeber Kasachstan vor allem das Land, in dem der chinesische Staatspräsident vor 12 Jahren die Neue Seidenstraße angekündigt hatte. Im Rahmen bilateraler Gespräche am Rande des Gipfels diskutierte Xi mit seinem kasachstanischen Amtskollegen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> eine Vielzahl an Investitionsprojekten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://havli.substack.com/p/isnt-xi-lovely-chinas-strategic-spend">Laut dem Zentralasienexperten Peter Leonard</a> wurden ganze 58 Handelsabkommen in Höhe von insgesamt 24 Milliarden Euro zwischen den beiden Nachbarn vereinbart. Unter anderem wurden der Bau einer 800 Millionen Euro teure Maisanlage im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schambyl_(Gebiet)">Gebiet Jambyl</a> und ein 3,7 Milliarden Euro schweres Energieprojekt im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty_(Gebiet)">Gebiet Almaty</a> beschlossen, mit dem Solaranlagen und möglicherweise ein Kohlekraftwerk finanziert werden sollen. Zudem unterzeichnete die Stadt Astana mit der chinesischen Telekommunikationsfirma Huawei ein Abkommen über die Einführung von ultraschnellem 10Gbps-Internet.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/duschanbe-baut-seine-strategische-partnerschaft-mit-china-aus/"><strong>Tadschikistan baut seine strategische Partnerschaft mit China aus</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>“Unsere Region mit einem Markt von 80 Millionen Menschen und den reichsten Reserven an natürlichen Ressourcen baut ihre Position als wichtiges Subjekt der internationalen Beziehungen, des Handels, der Wirtschaft, der Investitionen und der humanitären Zusammenarbeit kontinuierlich aus. Die umfassende Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China spielt in diesem positiven Prozess eine Schlüsselrolle&#8220;</em>, sagte Toqaev <a href="https://www.akorda.kz/ru/prezident-kazahstana-prinyal-uchastie-vo-vtorom-sammite-centralnaya-aziya-kitay-175559">in seiner Ansprache</a><a></a><a></a> während des Gipfels.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Errichtung von “Bekämpfungszentren”</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen spielten auch die grenzüberschreitende Entwicklungszusammenarbeit und der Wissensaustausch zwischen den Ländern eine übergeordnete Rolle.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">So versprach China, separate Zentren für Armutsbekämpfung und Bildungszusammenarbeit, zur Bekämpfung der Wüstenbildung und eine Plattform zur Schaffung günstiger Bedingungen für den Handel zu errichten. Zudem sollen auch die kulturelle Bande durch die Errichtung zusätzlicher chinesischer Sprachschulen, Kulturzentren und Universitätskurse gestärkt werden.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Größere internationale Rolle </strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zuge des zunehmenden chinesischen Fußabdrucks in Zentralasien und der Multi-Vektor-Außenpolitik der fünf zentralasiatischen Staaten stellen sich Experten zunehmend die Frage, ob Russland in seiner traditionellen Einflusssphäre an Macht einbüßt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des Gipfels sprach Chinas Präsident seinen zentralasiatischen Partnern eine größere Rolle auf der internationalen Bühne zu. “<em>China unterstützt die zentralasiatischen Länder dabei, eine größere Rolle in internationalen Angelegenheiten zu spielen”, erklärte </em>Chinas Staatspräsident.<em> “Wir sind bereit, mit allen Parteien zusammenzuarbeiten, um Hegemonismus und Machtpolitik zu bekämpfen und eine gleichberechtigte und geordnete multipolare Welt zu fördern“</em>, so Xi weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/gemeinsam-gegen-den-westen-warum-china-und-russland-in-zentralasien-nicht-konkurrieren/"><strong>Gemeinsam gegen den Westen – Warum China und Russland in Zentralasien nicht konkurrieren</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Pressesprecher des Kremls, Dmitri Peskow, betonte gegenüber Journalisten, dass die verstärkte Zusammenarbeit zwischen China und den Ländern Zentralasiens keine Auswirkungen auf die strategischen Interessen Russlands in der Region hätten. <em>&#8222;Es gibt keinen Grund für derartige Bedenken. China ist unser privilegierter strategischer Partner und die zentralasiatischen Länder sind [&#8230;] unsere natürlichen, historischen und [&#8230;] modernen Verbündeten und Partner&#8220;</em>, <a href="https://www.vedomosti.ru/politics/news/2025/06/16/1117261-peskov-sblizhenie-kitaya">sagte er</a>.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings könnte Chinas zunehmende Einmischung in Russlands “Hinterhof”, wie Zentralasien öfters in den Medien betitelt wird, hinter den Kulissen in Moskau durchaus für Kopfschmerzen sorgen. In unlängst <a href="https://www.specialeurasia.com/2025/06/10/russia-china-fsb-intelligence/">durchgesickerten</a> Dokumenten des russischen Geheimdienstes FSB wurde China als größte Bedrohung für Russland dargestellt &#8211; unter anderem aufgrund konkurrierender Interessen in Zentralasien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst vor kurzem hatte Kasachstan in einem wahren Balanceakt sowohl China als auch Russland den Zuschlag für den Bau von Kernkraftwerken gegeben.&nbsp;</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan</strong></p>



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