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	<title>Arnaud Enderlin, Author at Novastan Deutsch</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Fri, 05 May 2023 19:55:27 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Arnaud Enderlin, Author at Novastan Deutsch</title>
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		<title>Asiatische Entwicklungsbank: Zentralasiatische Länder erhalten mehr als 1 Milliarde Euro zur Bekämpfung des Coronavirus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Arnaud Enderlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2020 14:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Mai hat die Asiatische Entwicklungsbank Darlehen und Zusch&#xFC;sse f&#xFC;r zentralasiatische L&#xE4;nder angek&#xFC;ndigt, die von den Auswirkungen des Coronavirus schwer getroffen wurden. Vier der f&#xFC;nf L&#xE4;nder in der Region haben davon profitiert.&#xA0; Es ist eine echte Welle der Unterst&#xFC;tzung. Zwischen dem 4. Mai und dem 25. Juni k&#xFC;ndigte die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) Darlehen und Zusch&#xFC;sse [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Mai hat die Asiatische Entwicklungsbank Darlehen und Zuschüsse für zentralasiatische Länder angekündigt, die von den Auswirkungen des Coronavirus schwer getroffen wurden. Vier der fünf Länder in der Region haben davon profitiert.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine echte Welle der Unterstützung. Zwischen dem 4. Mai und dem 25. Juni kündigte die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) Darlehen und Zuschüsse für vier der fünf zentralasiatischen Länder an: 1 Milliarde US-Dolar (874 Millionen Euro) <a href="https://www.adb.org/news/adb-approves-1-billion-assistance-package-support-kazakhstans-pandemic-response">für Kasachstan</a>, 500 Millionen US-Dollar (437 Millionen Euro) <a href="https://www.adb.org/news/adb-provides-500-million-loan-mitigate-health-and-economic-impacts-covid-19-uzbekistan">für Usbekistan</a> und 50 Millionen US-Dollar (43,7 Millionen Euro) <a href="https://www.adb.org/news/videos/adb-s-50-million-package-help-kyrgyz-republic-mitigate-impact-covid-19">für Kirgisistan</a> und <a href="https://www.adb.org/news/videos/helping-tajikistan-overcome-covid-19-crisis">Tadschikistan</a>. Die beiden letztgenannten Länder profitierten aufgrund ihrer schwachen Wirtschaft von einer 50-prozentigen bzw. 100-prozentigen Umwandlung des Darlehens in einen Zuschuss.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Darlehen und Zuschüsse werden direkt zur Finanzierung der Haushalte der betroffenen Staaten verwendet. In der Regel setzen solche Kredite, die von internationalen Finanzinstitutionen wie der ADB bereitgestellt werden, Reformbemühungen voraus. Dies ist hier nicht der Fall. &#8222;<em>Diese Darlehen unterscheiden sich von gewöhnlichen Darlehen in dem Sinne, dass wir keine Strukturreformen fordern, sondern dass die Länder eine Liste von Kriterien im Zusammenhang mit dem Coronavirus erfüllen</em>&#8222;, beschrieb die Situation Werner Liepach, der geschäftsführende Direktor der ADB für West- und Zentralasien gegenüber Novastan. Zu den sechs Kriterien gehören: ein starker Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität aufgrund von <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/coronavirus-neue-zunahme-der-infektionen-in-zentralasien/?noredirect=de_DE">Covid-19</a>, ein Konjunkturpaket und die Ankündigung eines gesundheitlichen Notfalls.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Turkmenistan erfüllt nicht alle Kriterien</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses letzte Kriterium ist der Knackpunkt zwischen der ADB und Turkmenistan hinsichtlich einer möglichen Unterstützung. Tatsächlich behauptet das verschlossenste Land Zentralasiens weiterhin, dass es auf seinem Territorium keine Fälle von Coronavirus gibt, und zieht es vor, von <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/coronavirus-turkmenistans-undurchsichtiges-spiel-zwischen-praevention-und-desinformation/?noredirect=de_DE">&#8222;Staub&#8220; zu sprechen</a>, wenn es seine Bevölkerung dazu aufruft, eine Maske zu tragen. Darüber hinaus gibt es unzuverlässige Wirtschaftsdaten. Vor jetwedem Handeln will die ADB daher auf genauere Zahlen zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus im Land und auf eine Gesundheitsankündigung warten. Letzteres könnte sich verzögern, da die Mission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 15. Juli ohne einen offiziellen Bericht über Fälle von Covid-19 endete.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/coronavirus-turkmenistans-undurchsichtiges-spiel-zwischen-praevention-und-desinformation/"><strong>Coronavirus: Turkmenistans undurchsichtiges Spiel zwischen Prävention und Desinformation</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im weiteren Sinne sind diese Darlehen und Zuschüsse in einem Paket <a href="https://www.adb.org/news/adb-triples-covid-19-response-package-20-billion">von 20 Milliarden US-Dollar</a> (17,5 Milliarden Euro) enthalten, das am 13. April von der ADB veröffentlicht wurde. Mit diesem Finanzrahmen soll vorrangig den Entwicklungsländern der Organisation, der insgesamt 68 Mitgliedsländer angehören, von denen 49 in Asien liegen, geholfen werden. Auch anderen Ländern mit einem Wirtschaftsniveau, das mit dem in Zentralasien vergleichbar ist, wurde in gleicher Weise geholfen, insbesondere <a href="https://www.adb.org/news/adb-approves-500-million-bangladeshs-covid-19-response">Bangladesch</a> und <a href="https://www.adb.org/news/videos/how-adb-helping-georgia-recover-covid-19">Georgien</a>. Die Institution hat auch Hilfe im Gesundheitsbereich eingesetzt, die derzeit <a href="https://www.adb.org/projects/54175-001/main">Kirgistan</a> und <a href="https://www.adb.org/projects/54160-001/main">Usbekistan</a> in Zentralasien zur Verfügung gestellt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 1966 in Manila gegründete ADB wird nach dem gleichen Prinzip wie die Weltbank geführt: Je mehr jedes Mitgliedsland zum Haushalt beiträgt, desto mehr Stimmen hat es. Damit sind Japan und die Vereinigten Staaten <a href="https://data.adb.org/dataset/adb-annual-report-2019-organizational-information">mit 25 Prozent</a> der Stimmen die beiden mächtigsten Länder in der Organisation. Darüber hinaus sind seit ihrer Gründung alle Präsidenten der ADB Japaner.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Risiken von Korruption und Staatsverschuldung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tatsache, dass diese Kredite direkt zur Finanzierung der Staatshaushalte verwendet werden, kann jedoch problematisch sein. Wie kann angesichts der erheblichen Korruption in der Region sichergestellt werden, dass diese Millionen von Dollar nicht in die Taschen einiger weniger fließen? Darauf angesprochen sagte Liepach, die ADB verlange von den Regierungen detaillierte Berichte, die von Dritten geprüft werden. Der Generaldirektor der ADB für die Region versicherte auch, dass diese Wirtschaftsprüfungsgesellschaften international seien, um das Risiko von Druck zu begrenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-will-kryptowaehrungen-besteuern-um-den-kampf-gegen-das-coronavirus-zu-finanzieren/"><strong>Kasachstan will Kryptowährungen besteuern, um den Kampf gegen das Coronavirus zu finanzieren</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Risiko dieser Darlehen besteht darin, die Staatsverschuldung der Staaten zu erhöhen. Zu diesem Punkt sagt die ADB, sie habe in enger Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds eine Bewertung des Risikoniveaus vorgenommen. Die finanziellen Bedingungen werden an die Höhe der Staatsverschuldung gebunden. &#8222;<em>Diese Kriterien ermöglichten es uns, Tadschikistan für einen 100%igen Zuschuss anstelle eines Darlehens zu qualifizieren</em>&#8222;, sagte Liepach. Mit dieser Arbeit wurde Kirgistan als &#8222;moderates Risiko&#8220; betrachtet, während Usbekistan und Kasachstan als &#8222;geringes Risiko&#8220; bezeichnet wurden. Und das, obwohl die usbekische Verschuldung seit der Machtübernahme von <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wer-ist-der-neue-praesident-usbekistans/?noredirect=de_DE">Shavkat Mirziyoyev</a> im Dezember 2016 <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-stellt-fast-eine-milliarde-euro-zur-unterstuetzung-seiner-wirtschaft-bereit/">stark angestiegen ist</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tiefgreifende wirtschaftliche Konsequenzen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Einzelnen müssen die Darlehen selbst zwischen 10 und 15 Jahren zurückgezahlt werden, je reicher das Land ist, desto früher läuft die Frist ab. Heute hat nur Kasachstan sein Darlehen noch nicht unterzeichnet, da beide Kammern des Parlaments durchlaufen werden müssen. Usbekistan akzeptierte sein Darlehen in Höhe von 500 Millionen US-Dollar offiziell <a href="https://www.adb.org/news/adb-president-deputy-prime-minister-uzbekistan-discuss-partnership-and-ongoing-covid-19-support">am 7. Juli</a>, nachdem Tadschikistan am 1. Juli ebenfalls einen weiteren ADB-Zuschuss, speziell für Frauen und Wanderarbeiter, <a href="https://www.adb.org/news/adbs-30-million-grant-support-labor-migrants-youth-and-women-tajikistan">in Höhe von 30 Millionen US-Dollar</a> (26,2 Millionen Euro) erhielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kirgistan-und-kasachstan-nehmen-lungenentzuendigen-in-ihre-covid-statistiken-auf/"><strong>Kirgistan und Kasachstan nehmen Lungenentzündungen in Covid-Statistiken auf</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bleibt abzuwarten, ob dieses frische Geld die zentralasiatischen Staaten in ihrem Kampf gegen die Auswirkungen des Coronavirus ausreichend unterstützen wird. Jene Schaden, die laut der ADB <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/coronavirus-zentralasien-erwarten-schwere-wirtschaftliche-folgen/?noredirect=de_DE">bereits im April</a> als erheblich befürchtet wurden, könnten durch eine zweite Eindämmungsrunde in <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/coronavirus-usbekistan-und-kasachstan-verschaerfen-erneut-die-massnahmen/?noredirect=de_DE">Kasachstan</a> und <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/coronavirus-usbekistan-fuehrt-erneute-quarantaenemassnahmen-ein/?noredirect=de_DE">Usbekistan</a> noch gravierender ausfallen, wenn in Kirgistan und Tadschikistan die Einkommen ihrer Wanderarbeiter einbrechen. In diesem Zusammenhang könnte die Asiatische Entwicklungsbank, wie auch andere internationale Finanzinstitutionen, die Kreditvergabe an zentralasiatische Länder durchaus wieder aufnehmen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Étienne Combier<br>Chefredakteur von Novastan France</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/face-au-coronavirus-la-banque-asiatique-de-developpement-prete-plus-dun-milliard-deuros-aux-pays-dasie-centrale/">Französischen</a> von Arnaud Enderlin</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Autohersteller PSA verlässt Usbekistan, ohne je ein Fahrzeug hergestellt zu haben</title>
		<link>https://novastan.org/de/usbekistan/autohersteller-psa-verlaesst-usbekistan-ohne-je-ein-fahrzeug-hergestellt-zu-haben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Arnaud Enderlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Jan 2020 06:55:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[PSA]]></category>
		<category><![CDATA[UzAvtosanoat]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der franz&#xF6;sische Autohersteller PSA (Peugeot Citro&#xEB;n) ist aus dem Joint Venture, das das Unternehmen mit dem usbekischen SC UzAvtosanoat unterhielt, zur&#xFC;ckgetreten. Das Verh&#xE4;ltnis war einerseits aufgrund der Versp&#xE4;tungen beim Bau des neuen Werks, andererseits aufgrund der geringen Bereitschaft von PSA, Ingenieure zu entsenden, belastet. Nichts geht mehr f&#xFC;r ZU.PCA &#x2013; das Gemeinschaftsunternehmen von PSA (Peugeot [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Der französische Autohersteller PSA (Peugeot </strong><b>Citroën<strong>) ist aus dem Joint Venture, das das Unternehmen mit dem usbekischen SC UzAvtosanoat unterhielt, zurückgetreten. Das Verhältnis war einerseits aufgrund der Verspätungen beim Bau des neuen Werks, andererseits aufgrund der geringen Bereitschaft von PSA, Ingenieure zu entsenden, belastet.</strong></b></p>
<p style="text-align: justify"><strong><span style="font-weight: normal">Nichts geht mehr für ZU.PCA &#8211; das Gemeinschaftsunternehmen von PSA (Peugeot </span></strong>Citroën) und <strong><span style="font-weight: normal">SC UzAvtosanoat. Laut unserer Informationen haben die zwei Unternehmen das Ende ihrer Zusammenarbeit im meistbevölkerten Land Zentralasiens besiegelt. Mit dem Abenteuer endet auch die Zeit des französischen Herstellers in Usbekistan, ohne dass je ein Fahrzeug produziert worden ist.</span></strong></p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify"><strong><span style="font-weight: normal">„<i>Das Projekt stellte für die PSA Gruppe eine Gelegenheit zur Entwicklung und für Usbekistan zum Wachstum dar. Die Entwicklungen der Rahmenbedingungen und eine vertiefte Marktanalyse haben jedoch die wirtschaftliche Relevanz des Projekts in Frage gestellt, was trotz der Bemühungen beider Partner, nachzujustieren, zu seiner Beendigung geführt hat“, </i>erklärte PSA gegenüber Novastan<i>.</i></span></strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Verspätungen seit dem Projektanfang</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong><span style="font-weight: normal">Bei dem Start im Mai 2017 peilte PSA an, ab 2019 jährlich 16 000 Nutzfahrzeuge sowohl der Marke Peugeot als auch </span></strong>Citroën vom Band rollen zu lassen. Die Vehikel sollten in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jizzax">Jizzax</a> nordöstlich von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samarqand">Samarkand</a> produziert werden. Die Standorteröffnung war für Dezember 2018 geplant, wurde jedoch laut beider Unternehmen aufgrund Probleme „<i>in den Datenquellen</i>“ verschoben. Das Projekt sollte es PSA ermöglichen, aufgrund der Produktion vor Ort die für Fahrzeuge geltende Einfuhrsteuer von 100 Prozent zu vermeiden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-franzoesische-autohersteller-psa-geht-nach-usbekistan/?noredirect=de_DE"><strong>Der französische Autohersteller PSA geht nach Usbekistan</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Diese Aussagen erfolgen wenige Tage, nachdem einer der Geschäftsführer des usbekischen Unternehmens sich besonders irritiert geäußert hatte. „<i>Sollten wir keine Übereinkunft (mit PSA) erreichen, werden wir einen anderen Investor für das Projekt finden“, </i>bekräftigte Shuxrat Mirsamukov, Vertriebsleiter bei <strong><span style="font-weight: normal">UzAvtosanoat</span></strong> am 6. Januar gegenüber dem usbekischen Nachrichtenportal <a href="https://kun.uz/ru/39719068">Kun.uz</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>UzAvtosanoat auf der Suche nach einem neuen Partner</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong><span style="font-weight: normal">Laut Kun.uz waren die Unstimmigkeiten dem unterschiedlichen Ehrgeiz beider Partner geschuldet: Wo UzAvtosanoat eine stärkere Entwicklung des Projekts guthieß, zeigte sich PSA weniger enthusiastisch. Über den Herstellungsablauf wurde auch diskutiert. „<i>Für uns geht es primär nicht nur um die Herstellung, sondern auch darum, Kompetenzen für die Zukunft zu akquirieren. Insbesondere haben wir Interesse, ein Modell und sein Werk zusammen zu entwickeln, das Volumen zu steigern und uns neue Märkte national sowie international zu erschließen. Dies führte während der Verhandlungen zu Unstimmigkeiten“, </i>so </span></strong>Shuxrat Mirsamukov weiter.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify"><strong><span style="font-weight: normal">UzAvtosanoat verbleibt also bei diesem Projekt vorerst ohne ausländischen Partner. Dennoch steht das usbekische Schwergewicht nicht hilflos da. „<i>Bis Ende des Jahres wird sich die Lage aufklären“,</i> betonte am 6. Januar UzAvtosanoat. PSA bekräftigt seinerseits seine „<i>Offenheit für jegliche Kooperationsangebot und Zusammenarbeit mit anderen Mitspielern, die die Vermarktung der Modelle der Gruppe in Usbekistan ermöglichen könnten</i>“.</span></strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong><span style="font-weight: normal">Es bleibt aber anzumerken, dass das Projekt nicht Teil des Investionsplans 2020 der usbekischen Regierung ist. Wie das </span></strong><a href="https://www.spot.uz/ru/2020/01/11/psa/?utm_source=push&amp;utm_medium=telegram">usbekische Nachrichtenportal Spot.uz</a><strong><span style="font-weight: normal"> unterstreicht, obliegt es nun UzAvtosanoat, einen neuen Partner zu finden.</span></strong></p>
<p style="text-align: right" align="right"><strong>Etienne Combier</strong><br />
<strong>Chefredakteur von Novastan France<br />
</strong></p>
<p align="right"><strong>Aus dem Französischen von Arnaud Enderlin</strong></p>
<p style="text-align: left" align="right"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Schauspieler Gérard Depardieu wird neuer usbekischer Tourismus-Botschafter</title>
		<link>https://novastan.org/de/usbekistan/schauspieler-gerard-depardieu-wird-neuer-usbekischer-tourismus-botschafter/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Arnaud Enderlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Dec 2019 06:15:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Depardieu]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>G&#xE9;rard Depardieu ist offiziell zum usbekischen Tourismus-Botschafter f&#xFC;r Frankreich und Europa ernannt worden. Der franz&#xF6;sische Schauspieler bekennt sich seit langem als wahrer Fan Usbekistans und dreht gegenw&#xE4;rtig einen Dokumentarfilm in diesem Land. Der franz&#xF6;sische Schauspieler G&#xE9;rard Depardieu ist offiziell zum&#xA0; usbekischen Tourismus-Botschafter f&#xFC;r Frankreich ernannt worden. Dies teilte der Pressedienst des usbekischen Komitees zur Entwicklung [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/schauspieler-gerard-depardieu-wird-neuer-usbekischer-tourismus-botschafter/">Schauspieler Gérard Depardieu wird neuer usbekischer Tourismus-Botschafter</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Gérard Depardieu ist offiziell zum usbekischen Tourismus-Botschafter für Frankreich und Europa ernannt worden. Der französische Schauspieler bekennt sich seit langem als wahrer Fan Usbekistans und dreht gegenwärtig einen Dokumentarfilm in diesem Land.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der französische Schauspieler Gérard Depardieu ist offiziell zum  usbekischen Tourismus-Botschafter für Frankreich ernannt worden. Dies teilte <a href="https://t.me/uzbektourismofficial/1338">der Pressedienst des usbekischen Komitees zur Entwicklung des Tourismus</a> Mitte November mit. Begleitet wurde die Meldung von einem Bild Depardieus mit dem usbekischen Vize-Premier Aziz Abduxakimov.</p>
<p style="text-align: justify">Der Schauspieler kam nach Usbekistan, um am Dreh eines Dokumentarfilmes über die Seidenstraße für den Sender <em>Paris Première</em> teilzunehmen. Die Doku wird zusammen vom nationalen Tourismuskomitee und von der französischen Produktionsfirma B-Tween produziert. Die Dreharbeiten dauerten vom 6. bis zum 26. November und fanden in sechs usbekischen Städten statt – Taschkent, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samarqand">Samarkand</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Buxoro">Buchara</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xiva">Chiva</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Termiz">Termiz</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nukus">Nukus</a>.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wegen-tourismus-die-bewohnerinnen-der-historischen-altstadt-von-chiwa-werden-umgesiedelt/">Wegen Tourismus: Die BewohnerInnen der historischen Altstadt von Chiwa werden umgesiedelt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><a href="https://uzbektourism.uz/ru/newnews/view?id=854">Laut der offiziellen Mitteilung</a> habe Depardieu persönlich seine Hilfe bei der Bewerbung des touristischen Potenzials Usbekistans in Frankreich und anderen europäischen Ländern angeboten.</p>
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<p style="text-align: justify"><strong>Ein Botschafter, der Usbekistan seit langem kennt</strong></p>
<p style="text-align: justify">Kontakte zwischen Usbekistan und dem französischen Schauspieler bestehen schon seit langem. Tatsächlich hatte Gérard Depardieu sogar mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gulnora_Karimova">Gulnora Karimova</a>, der Tochter des ehemaligen Präsidenten Islom Karimov, ein Lied veröffentlicht. Die Sängerin befindet sich mittlerweile aufgrund schwerwiegender Korruptionsvorwürfe unter Arrest.</p>
<p><iframe title="Depardieu And Gulnara Karimova The Uzbekistan&#039;s Single Most Hated Person" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/N7GM2JGTswc?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p style="text-align: justify">Es sind insgesamt 14 Tourismus-Botschafter, die Usbekistan für unterschiedliche Länder ernannt hat. Die Praxis ist bereits seit  über zwei Jahren Teil des Tourismus-Entwicklungsplan des Landes.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der „aufgeklärte Islam“ steht im Fokus seines Dokumentarfilms in Usbekistan</strong></p>
<p style="text-align: justify">Depardieu besuchte auch das im Bau befindliche  Zentrum für die islamische Zivilisation in Taschkent. Laut der <a href="https://uzbektourism.uz/ru/newnews/view?id=854">offiziellen Mitteilung</a> veranlasste ihn das zu folgender Bemerkung über den Islam in Usbekistan: „<em>In Ihrem Land honorieren Sie diese sakrale Religion als Zentrum der humanistischen Werte und verurteilen diejenigen, die diesen großartigen Glauben mit Gewalt und Blutvergießen gleichsetzen. Ich teile völlig die Ansichten Usbekistans. Viele Experten sind sich einig, dass Usbekistan heute die Basis für ein humanistisch geprägtes Entwicklungsmodel der muslimischen Welt schafft. Es handelt sich wahrlich um einen historischen Moment&#8220;</em>.</p>
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<p style="text-align: justify">Abschließend fügte der Schauspieler hinzu, dass das Thema des islamischen Erbes und des aufgeklärten Islam, einer der zentralen Punkte der Dokumentation sei, zu deren Produktion er sich in Usbekistan aufhalte. „<em>Unsere Aufgabe ist es, dem französischen Publikum und ferner der Welt das wahre Gesicht des </em><em>Islam zu zeigen – dessen Kultur, Wissenschaft und Kunst“, </em>sagte Depardieu.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion von Novastan France<br />
</strong><strong>Aus dem Französischen von Arnaud Enderlin</strong></p>
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		<title>Massives Methanleck in Turkmenistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/turkmenistan/massives-methanleck-in-turkmenistan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Arnaud Enderlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Dec 2019 10:57:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Erdöl]]></category>
		<category><![CDATA[Gas]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltverschmutzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf einem &#xD6;lfeld in Turkmenistan ist von einem kanadischen Satelliten&#xFC;berwachungsunternehmen ein Methanleck entdeckt worden, das den Emissionen einer Million Autos entsprechen soll. Das Missmanagment im turkmenischen &#xD6;l- und Gassektor, selbst durch den turkmenischen Pr&#xE4;sidenten zuletzt kritisiert, k&#xF6;nnte der Grund daf&#xFC;r sein. In einer Ende Oktober publizierten Studie teilte die Firma GHGSat aus Montreal die Entdeckung [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Auf einem Ölfeld in Turkmenistan ist von einem kanadischen Satellitenüberwachungsunternehmen ein Methanleck entdeckt worden, das den Emissionen einer Million Autos entsprechen soll. Das Missmanagment im turkmenischen Öl- und Gassektor, selbst durch den turkmenischen Präsidenten zuletzt kritisiert, könnte der Grund dafür sein.</strong></p>
<p style="text-align: justify">In einer <a href="https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1029/2019GL083798">Ende Oktober publizierten Studie</a> teilte die Firma GHGSat aus Montreal die Entdeckung einer gigantischen Methanwolke mit. Diese stamme offensichtlich von unabgefackelten Abgasen auf dem Öl- und Gasfeld Korpezhe in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Balkan_wela%C3%BDaty">Provinz Balkan</a> im Westen Turkmenistans. GHGSat war auf der Suche nach Methanemissionen aus Schlammvulkanen. Diese sind in Turkmenistan, generell um das Kaspische Meer, oft anzutreffen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Bei der Abfackelung handelt es sich um das Verbrennen von Gasüberresten aus Ölfeldern, womit Methanemissionen vermieden werden. Dieses Gas bewirkt Treibhauseffekte zehn Mal drastischer als CO2. Oft führen starke Winde und Defekte an den Anlagen zum Löschen der Flammen. Dies passierte wahrscheinlich ähnlich auf dem turkmenischen Ölfeld. Die Dauer des Lecks deutet jedoch auf ein Missmanagement der Anlagen im verschlossensten Land Zentralasiens hin.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Leck entspricht den Emissionen von einer Million Autos</strong></p>
<p>Bei seinen Bildaufnahmen beabsichtigte GHGSat, die Satellitenbilder von 144 Quadratkilometern in Zentralasien mit den Bodenmessungen zu vergleichen, damit einher ging das Kalibrieren der Messungen für die  Feststellung von Ausstößen natürlicher Schlammvulkane. Dabei war der Satellit der Firma nicht in der Lage, die kleinen Mengen der Schlammvulkane auszuforschen, entdeckte aber drei unerklärte benachbarte Lichtquellen. Eine zweite Methanquelle, welche die kanadische Firma entdeckte, entstammt offenbar einer Pipeline und soll dem Lösen eines Ventils geschuldet sein.</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/rettet-das-gas-turkmenistan-vor-der-krise/">Rettet das Gas Turkmenistan vor der Krise?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Bei dem Leck, das von Anfang vergangenen Jahres bis Februar 2019 auf Bildern festgehalten wurde, handelt es sich um das erste Mal, dass eine nicht geortete Emission industriellen Methans aus dem All gesichtet wurde, so der Vorstandsvorsitzende von GHGSat Stéphane Germain gegenüber der Nachrichtenagentur <a href="https://www.bloomberg.com/news/articles/2019-11-22/satellite-studying-volcanoes-finds-giant-oilfield-methane-plume">Bloomberg</a>. Laut der zuvor genannten Studie entsprechen diese Emissionen etwa einer Million Autos.</p>
<p style="text-align: justify">Nach der Entdeckung soll das Unternehmen versucht haben, die Öl- und Gasbeförderungskompanie Turkmenistans durch amerikanische, kanadische und europäische diplomatische Kanäle zu informieren, moniert Stéphane Germain am Telefon. Neuere Bilder zeugen davon, dass das Leck erst im Mai behoben wurde.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Problem im Management der turkmenischen Ölförderung?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Emissionen des Treibhausgases aus Turkmenistan entstammen allesamt einem Onshore-Gebiet im ausschließlich nationalen Förderungsgebiet. Tatsächlich werden lediglich Offshore-Gebiete ausländischen Betreibern zur Verfügung gestellt. Dies zeugt abermals von der schlechten Bilanz des turkmenischen nationalen Betreibers in Sachen Nachhaltigkeit. Weder war dieser in der Lage, ein mehrmonatig anhaltendes Leck zu reparieren, noch reagierte er auf Hinweise dazu.</p>
<p style="text-align: justify">Der Präsident Turkmenistans <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a> kritisierte kürzlich die Manager der Öl- und Gasindustrie des Landes. Ein Bericht über das letzte Meeting am vergangen 19. November ist auf der <a href="http://tdh.gov.tm/news/articles.aspx&amp;article20529&amp;cat11">Website der offiziellen Nachrichtenagentur</a> Turkmenistans verfügbar.</p>
<p style="text-align: justify">Das Ölkonsortium Türkmennebit hat in den ersten zehn Monaten des Jahres den jährlichen Produktionsplan nur zu 88,7 Prozent erfüllt. Arbeiter des Ölsektors waren aufgrund der spärlichen Bohrarbeiten und der Inspektionen der Brunnen nicht in der Lage, den Plan in vollem Umfang umzusetzen. „<em>Außerdem sind die Baumaßnahmen unzureichend, um ausländische Investitionen ins turkmenische Gebiet des Kaspischen Meeres anzuziehen, selbst ein speziell geschaffener Fond kommt nicht zum Einsatz“, </em>ist in einem Kommuniqué der nationaleren Nachrichtenagentur zu lesen. Dies deutet auf mehrere Investitionsprobleme im turkmenischen Ölsektor hin.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">In den ersten zehn Monaten des Jahres 2019 erfüllte der Gaskonzern Türkmengaz seinerseits den Produktionsplan für Gas zu 94,6 Prozent, für Kondensat zu 90,7 Prozent und 98,5 Prozent für Flüssiggas. Bedeutend schlechter ist die Situation der Produktionsprojekte für Polyethylen mit nur 21,2 Prozent, Polypropylen (23,8 Prozent) und ECO-93 (27 Prozent).</p>
<p style="text-align: justify">Gurbanguly Berdimuhamedow wies darauf hin, dass &#8222;<em> [&#8230;]</em> sich <em>in den letzten Jahren die Effizienz des Öl- und Gaskomplexes, insbesondere bei der Förderung von Öl und Gas, trotz Erhöhung der Industriereserven, verringert hat. Die geplanten jährlichen Aufgaben wurden nicht systematisch umgesetzt</em>“. Die Tatsache, dass jene Kritik offiziell veröffentlicht wird, ist in Turkmenistan selten und zeugt von der Bedeutung des Problems, das wirtschaftliche Konsequenzen für Turkmenistan, aber auch ökologische Folgen für den gesamten Planeten hat.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion von Novastan France<br />
</strong><strong>Aus dem Französosichen von Arnaud Enderlin</strong></p>
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			</item>
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		<title>Kryptowährung: BigBlock Datacenter aus Frankreich setzt auf Kasachstan</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/kryptowaehrung-bigblock-datacenter-aus-frankreich-setzt-auf-kasachstan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Arnaud Enderlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Oct 2019 15:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Kryptowährung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>BigBlock Datacenter, Pionier des Bitcoin-Mining in Frankreich, verlagert zurzeit seine gesamte Produktion nach Kasachstan. Grund ist der besonders niedrige Strompreis. Die kasachstanische Regierungspolitik zur Steigerung der Attraktivit&#xE4;t scheint langsam Fr&#xFC;chte zu tragen. Das in Bitcoin-Mining franz&#xF6;sische Start-Up BigBlock Datacenter hat beschlossen, seine gesamte Aktivit&#xE4;t nach Kasachstan zu verlagern. Bereits 2018 hatten dessen Gesch&#xE4;ftsf&#xFC;hrer zusammen mit [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>BigBlock Datacenter, Pionier des Bitcoin-Mining in Frankreich, verlagert zurzeit seine gesamte Produktion nach Kasachstan. </strong><strong>Grund ist der besonders niedrige Strompreis</strong><strong>.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die kasachstanische Regierungspolitik zur Steigerung der Attraktivität scheint langsam Früchte zu tragen. Das in Bitcoin-Mining französische Start-Up BigBlock Datacenter hat beschlossen, seine gesamte Aktivität nach Kasachstan zu verlagern. Bereits 2018 hatten dessen Geschäftsführer zusammen mit Robert Cordy, einem amerikanischen Berater des Unternehmens, den Kauf eines ein-Hektar großen Grundstücks in der Nähe von Almaty in die Wege geleitet. Nach einem achtmonatigen Prozess haben die Arbeiten nah an einem Hydroelektrischen Werk, von dem die Firma erneubare Energie beziehen wird, angefangen.</p>
<p style="text-align: justify"> „<em>In Kasachstan haben wir eine der Kryptowährungen eher offene Politik verspürt, sowie ein enorme Stromproduktion festgestellt</em>“, erklärt Sébastien Gouspillou gegenüber Novastan. Tatsächlich wirbt Kasachstan seit einigen Jahren aktiv mit seiner „crypto friendly“ Umgebung. Gleichzeitig bringt das Land seine eigene virtuelle Währung an den Start, die <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/halykcoin-die-erste-kasachstanische-kryptowahrung/">Halykcoin</a>. Dazu kommt der niedrige Strompreis, der BigBlock Datacenter endgültig überzeugte.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Fallende Kurse kommen Kasachstan zugute</strong></p>
<p style="text-align: justify">Tatsächlich müssen Kryptowährungen 24 Stunden am Tag mit Strom zugespeist werden, um funktionieren zu können. Insbesondere für Bitcoin, die Königin unter den virtuellen Währungen, arbeiten gigantische <em>Farms</em> Tag und Nacht. Ihr Ziel: Bitcoin-Transaktionen zu überprüfen. Diese Arbeit heißt Mining wird entsprechend der in die Operation investierte Rechenleistung in Bitcoins entlohnt. Je größer die Leistung, desto mehr Gewinn.</p>
<p style="text-align: justify">In dieser Zusammenstellung bietet BigBlock Datacenter seinen Kunden an, Mining-Geräte zu erwerben, deren Betrieb das Unternehmen übernimmt. Kunden, also die Besitzer der Rechner, müssen sich um ihre Wartung nicht kümmern und bekommen jeden Monat Geld. Dafür erhebt BigBlock Datacenter 25 Prozent der monatlich generierten Bitcoins.</p>
<p style="text-align: justify">Die Kehrseite: Diese Rechner verbrauchen viel Strom. Dessen Preis fällt also schwer in die Waage, umso mehr da der Bitcoin-Kurs von 18 000 Dollar (15 823 Euro) im Januar 2018 auf heute ungefähr 8000 Dollar (7 286 Euro) gefallen ist. Wenn die „Miners“ weiterhin Bitcoin produzieren wollen, müssen sie also eine Umgebung finden, wo Strom besonders preisgünstig ist.</p>
<p style="text-align: justify">„<strong>Frankreich steht still, Ukraine steht still</strong>“</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Sollte der Kurs weiter fallen werden 80 Prozent der heute anwesenden Player nicht mehr rentabel</em>“ beteuert Gouspillou. Nicht rentabel führt hier zur Stilllegung der Fabrik. Diese Lage betrifft das französische Start-Up bereits mit seinen Niederlassungen in der Nähe von Nantes, in Odessa (Ukraine) und mit einem Kooperationspartner in Irkutsk (Russland). „<em>Frankreich steht still, alles geht nach Kasachstan</em>“, erklärt der Geschäftsführer, der früher in der <a href="Agroforstwirtschaft">Agroforstwirtschaft</a> aktiv war.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/halykcoin-die-erste-kasachstanische-kryptowahrung/">Halykcoin – Die erste kasachstanische Kryptowährung</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Gouspillou informierte kürzlich seine Kunden über diese Entscheidung. „<em>Es ist nie einfach, umzuziehen. Einen Ausweg zu finden ist aber schon mal gut. Kunden werden funktionierende Geräte vorfinden können</em>“, beschreibt der Franzose, der 2016 in das Kryptowährungsgeschäft eingestiegen ist.</p>
<p style="text-align: justify">Mit dem Kursverfall steigt Kasachstan mit seinem günstigen und abundanten Strom zum interessanten zum wahrhaften Kandidaten zur Einsiedlung von Bitcoin-Farms. Länder wie China oder Island, die bisher für ihre großen Kapazitäten bekannt waren, verlieren an Prestige, nachdem ihre Strompreise im Laufe der Jahre in die Höhe geschossen sind. „<em>Der Markt ist zurzeit in Bewegung, ganze Länder werden aufgrund der Preise disqualifiziert</em>“, betont Gouspillou.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zentralasien im Visier</strong></p>
<p style="text-align: justify">Um die kasachischen Behörden zu überzeugen, pries BigBlock Datacenter seinen ausgewogenen Stromverbrauch an. „<em>Vom Vorteil ist, dass wir 24 Stunden am Tag und über das ganze Jahr hinweg da sind</em>“, so der Französische Unternehmer. Dies beschert dem Damm in Almaty einen regelmäßigen Abnehmer.</p>
<p style="text-align: justify">Sébastien Gouspillou plant großzügig in Kasachstan: seine Farm wird bis zu 45 Megawatt (MW) verbrauchen können, was 1% des Weltmarkts für Bitcoin-Mining ausmacht. „<em>Wir verfügen heute bereits über einen 15 MW Umspanner, das macht uns zu einer der größten Farms weltweit</em>“, beschreibt der Franzose und sagt, diese Zahl bei großer Nachfrage auf 45 MW verdreifachen zu können. 600 der insgesamt 800 zum Vorverkauf angebotenen Rechner wurden bereits ergattert. Im <a href="https://bdatacenter.fr/ferme-kazakh/">vergangenen Monat</a> soll die Farm an den Start gegangen sein.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wie-bitcoins-die-zentralasiatische-wirtschaft-revolutionieren-knnten/">Wie Bitcoins die zentralasiatische Wirtschaft revolutionieren könnten</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Mit den jetzigen Kursen hält Kasachstan wahre Trümpfe in der Hand. „<em>Kasachstan wird zu unserem Hauptaugenmerk 2019 avancieren</em>“ erklärt Gouspillou. Weiter hat BigBlock Datacenter bereits mit der Erkundigung anderer zentralasiatischen Länder begonnen. „<em>Oft waren die kontaktierten Behörden  in unterschiedlichen Ländern Kryptowährungen gegenüber offen, selbst wenn Mining schwer realisierbar ist</em>“, so der Geschäftsführer. Ein ganzer Wirtschaftszweig bleibt also zu erfinden.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Étienne Combier</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Arnaud Enderlin</strong></p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Bundespräsident Steinmeier besucht Usbekistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Arnaud Enderlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 May 2019 09:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Besuch]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Frank-Walter Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Shavkat Mirziyoyev]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bundespr&#xE4;sident Steinmeier und seine Frau Elke B&#xFC;denbender besuchen vom 27. bis 29. Mai Usbekistan. Die Reise gilt als Zeichen der Unterst&#xFC;tzung f&#xFC;r die begonnenen Reformen Pr&#xE4;sidents Mirsijojews. Bundespr&#xE4;sident Frank-Walter Steinmeier ist am Montag, den 27. Mai f&#xFC;r einen zweit&#xE4;gigen Besuch in Taschkent, der Hauptstadt Usbekistans, eingetroffen. Dort wurde er vom usbekischen Staatspr&#xE4;sidenten Schawkat Mirsijojew mit [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left"><strong>Bundespräsident Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender besuchen vom 27. bis 29. Mai Usbekistan. Die Reise gilt als Zeichen der Unterstützung für die begonnenen Reformen Präsidents Mirsijojews.</strong></p>
<p style="text-align: left">Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist am Montag, den 27. Mai für einen zweitägigen Besuch in Taschkent, der Hauptstadt Usbekistans, eingetroffen. Dort wurde er vom usbekischen Staatspräsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Schawkat Mirsijojew</a> mit militärischen Ehren empfangen. Nach einem Treffen zwischen den beiden Staatoberhäuptern legte Steimeier am <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Unabh%C3%A4ngigkeitsdenkmal_(Taschkent)">Denkmal der Unabhängigkeit Usbekistans </a>einen Blumenkorb nieder.</p>
<p style="text-align: left">Der <a href="http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Berichte/DE/Frank-Walter-Steinmeier/2019/05/190527-29-Usbekistan-Reise.html;jsessionid=440FB66D2FE7B903639F0FA180689A62.1_cid387">Besuch des deutschen Bundespräsidenten</a> erfolgt, nachdem Mirsijojew im vergangenen Januar <a href="https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/aktuelles/pressestatements-von-bundeskanzlerin-merkel-und-dem-usbekischen-staatspraesidenten-shawkat-miromonowitsch-mirsijojew-1570806">Deutschland besucht hat</a>, wo er in Berlin von Bundeskanzlerin Angela Merkel empfangen wurde. Deutschland und Usbekistan wollen im Rahmen der Öffnungspolitik des usbekischen Präsidenten ihre wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit stärken. Der Besuch Steinmeiers soll in jenem Zusammenhang als Unterstützung ebendieser Reformen verstanden werden. Als Zeichen dieser erstarkten Zusammenarbeit dient beispielhaft <a href="https://www.oaoev.de/de/wirtschaftsdelegation-mit-steinmeier-usbekistan">ein 2019 gestartetes Praktikumsprogramm</a> des <a href="https://www.oaoev.de/">Ost-Auschuss &#8211; Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft</a>, in dem die Mobilität usbekischer Hochschulabsolventen nach Deutschland besonders gefördert wird.</p>
<p style="text-align: left"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/zwei-jahre-mirsijojew-hat-der-usbekische-praesident-seine-wahlversprechen-eingehalten/">Zwei Jahre Mirsijojew: Hat der usbekische Präsident seine Wahlversprechen eingehalten?</a></strong></p>
<p style="text-align: left">Steinmeier kommt mit einer Delegation von Wirtschaftsvertretern in das bevölkerungsreichste Land Zentralasiens. Geplant sind auch ein Treffen mit usbekischen Künstlern im <a href="https://www.goethe.de/ins/uz/de/index.html">Goethe Institut Taschkent</a> sowie mit usbekischen Studenten der <a href="http://www.urdu.uz/en">Universität Urgench</a>. Abschließend besucht Steinmeier die historische Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xiva">Chiwa </a>an der Grenze zu Turkmenistan.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Arnaud Enderlin</strong><br />
<strong>Redakteur für Novastan</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Umerziehungslager in Xinjiang: „Mancher bleibt darin ein Leben lang“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Arnaud Enderlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Mar 2019 08:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Orient XXI]]></category>
		<category><![CDATA[Uiguren]]></category>
		<category><![CDATA[Umerziehungslager]]></category>
		<category><![CDATA[Xinjiang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ende September 2018 wurde in Paris das Vorbereitungskomitee f&#xFC;r die zuk&#xFC;nftige Nationalversammlung der Uiguren ins Leben gerufen.&#xA0; Die Pr&#xE4;sidentin des Weltkongresses der Uiguren Rebiya Kadeer sprach dabei&#xA0; mit OrientXXI, Partner von Novastan im neugegr&#xFC;ndeten Kollektiv f&#xFC;r einen neuen internationalen Journalismus.&#xA0; Wir &#xFC;bersetzen dieses Gespr&#xE4;ch mit freundlicher Genehmigung. Rebiya Kadeer wurde 1948 im Herzen Xinjiangs geboren. [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Ende September 2018 wurde in Paris das Vorbereitungskomitee für die zukünftige Nationalversammlung der Uiguren ins Leben gerufen.  Die Präsidentin des Weltkongresses der Uiguren Rebiya Kadeer </strong><strong>sprach dabei  mit </strong><strong><a href="https://orientxxi.info/">OrientXXI,</a> </strong><strong>Partner von Novastan im neugegründeten </strong><a href="https://nouveau-journalisme-international.fr"><strong>Kollektiv für einen neuen internationalen Journalismus</strong></a><strong><u>. </u></strong><strong> Wir übersetzen</strong> <a href="https://orientxxi.info/magazine/ouigours-un-systeme-de-detention-preventive-des-musulmans-chinois,2665"><strong>dieses Gespräch</strong></a> <strong>mit freundlicher Genehmigung.<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify">Rebiya Kadeer wurde 1948 im Herzen Xinjiangs geboren. 1995 ist sie bereits eine erfolgreiche Unternehmerin, da entsendet sie die chinesische Regierung als Delegierte an die vierte Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen nach Peking. Zwei Jahre später nimmt Kadeer als Mitglied der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Konsultativkonferenz_des_chinesischen_Volkes">Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes</a> an der Anhörung von Zeugen der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ghulja_incident">polizeilichen Gewalttaten</a> von Ghulja, Nordost-Xinjiang teil. Diese hatten zum Tod von 170 Menschen geführt.</p>
<p style="text-align: justify">Am Rednerpult der Versammlung will sie die Rolle der Polizisten, die sich an diesem Blutbad beteiligt haben, anprangern. Außerdem weigert sie sich, ihren zweiten Ehemann, den Intellektuellen Sidik Rouzi, zu denunzieren. Dieser war nach zehn Jahren Inhaftierung in chinesischen Arbeitslagern in die Vereinigten Staaten geflohen. Von dort meldet er sich regelmäßig zu Wort und äußert sich kritisch über die Regierung Chinas. Kadeer wird durch ihre Weigerung zur <em>persona non grata,</em> was sie die Wiederwahl in die Konsultativkonferenz kostet.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Sieben Jahre Haft</strong></p>
<p style="text-align: justify">Von nun an Opponentin, wird sie 1999 zu acht Jahren Haft verurteilt, wovon sie zwei Jahre in absoluter Isolierung und in Dunkelheit verbringt. Schließlich wird ihre Strafe wegen „guten Verhaltens“ und aufgrund „gesundheitlicher Bedenken“ um ein Jahr reduziert. Sie verlässt das Gefängnis 2004, im selben Jahr wird sie mit dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Thorolf-Rafto-Gedenkpreis">Thorolf-Rafto-Gedenkpreis</a> für den Schutz der Menschenrechte gewürdigt. Die Vereinigten Staaten sollen bei dieser Befreiung mitgewirkt haben, insbesondere die damalige State Secretary während des zweiten Mandats George W. Bushs, Condoleeza Rice. Auch die <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Dui_Hua_Foundation">Stiftung Dui Hua</a> soll daran beteiligt gewesen sein.</p>
<p style="text-align: justify">Kadeer wird in die USA abgeschoben, wo sie ihren Mann und fünf ihrer elf Kinder wiedersieht. Die restlichen Kinder Kadeers verbleiben im Xinjiang und werden von nun an von der chinesischen Regierung als Geiseln betrachtet. Sie sollen ihr weiteres „Wohlverhalten“ gewährleisten. Trotz dieser Drohungen gegenüber ihren Kindern setzt sie ihren Kampf gegen die Diskriminierung und Repression der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Uiguren">Uiguren</a>, die ehemals mehrheitliche Bevölkerung im Xinjiang, fort. 2006 wird sie zur Präsidentin des Weltkongress der Uiguren gewählt und kämpft seitdem dafür, dass „<em>die chinesische Verfassung, welche eine reale Autonomie der Provinz vorsieht, angewandt wird</em>“.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Xinjiang, eine strategische Region für Peking</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ostturkestan (heute Xinjiang, d.h. „neue Territorien“ auf Mandarin) hat im Laufe seiner Geschichte unterschiedlich lange Zeiten der Unabhängigkeit erlebt. Die Zeiten ausländischer Herrschaft waren immer qualvoll. 1949 nach dem Sieg Mao Zedongs und der Kommunisten über die Nationalisten des Kuomintangs wurde es China angegliedert. Die Region ist dreimal so groß wie Frankreich und Heimat von 20 Millionen Menschen, nicht nur Uiguren. Xinjiang birgt 25 Prozent der chinesischen Vorkommen an Gas, Erdöl, Kohle und Uranium. Hinzu kommt seine bedeutende geographische Lage in Zentralasien. Mit Grenzen zur Mongolei, zu Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Afghanistan, Pakistan und Indien liegt es auf dem Pfad der sogenannten Neuen Seidenstraße von Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xi_Jinping">Xi Jinping</a>. Auf dem Papier autonom, ist die Region jedoch ein Unruheherd und steht ständig unter Generalverdacht der Regierung, die dort gnadenlos unterdrückt.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-neue-seidenstrase-ein-stand-der-dinge/">Die Neue Seidenstraße: Ein Stand der Dinge</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>„Ein durch und durch willkürliches System“</strong></p>
<p style="text-align: justify">In der westlichen Presse war die Rede von Umerziehungslagern, in denen knapp eine Million Uiguren inhaftiert sein sollen. „<em>Es handelt sich um ein durch und durch willkürliches System, eine Art Untersuchungshaft, die auf Verwaltungserlassen beruht. Das heißt, man muss nicht verurteilt worden sein, um inhaftiert zu werden. Keine Prozedur, kein Anwaltsanspruch, sogar keine Anklageschrift. Man kann in diesen Camps lange bleiben, mancher bleibt darin ein Leben lang</em>“, so Rebiya Kadeer.</p>
<p style="text-align: justify">In den Lagern werden Männer und Frauen voneinander getrennt. Sie sind zwischen 18 und 30 Jahre alt. Aber dies führt zu einem weiteren Problem: „<em>Nach der Inhaftierung ihrer Eltern werden viele Kinder in Waisenhäusern untergebracht. Wir wissen nicht, wo sie sind und was sie dort genau erwartet. Es ist nicht auszuschließen, dass manche von ihnen Opfer des Organschmuggels wurden“</em>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>„Aufrichtungslager“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Offiziell handelt es sich um keine Arbeits- sondern um „Aufrichtungslager“. Die Uiguren sind ein turksprachiges und sunni-muslimisches Volk. Bisher hatte ihre Auffassung des Islam mit Radikalismus oder gar Salafismus nichts zu tun. Ihre strenge Bewachung der Predigten in den Moscheen rechtfertigen die Behörden mit dem Vorwurf, mancher Jugendlicher sei Teil der Organisation Islamischer Staat (OIS). Ebenfalls wurde von den Behörden in Erwägung gezogen, den Koran umzuschreiben. In den Straßen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cr%C3%BCmqi">Urumqis</a>, der jetzigen Hauptstadt, oder des historischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaxgar_(Stadt)">Kaschgars</a> trifft man oft auf Polizeiwagen, die per Lautsprecher zur Denunzierung religiöser „Extremisten“ aufrufen.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/verletzt-china-die-rechte-turkstammiger-muslime/">Verletzt China die Rechte turkstämmiger Muslime?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Inhaftierte werden außerdem täglich zum Hören und Lernen der Ideen von Präsident Xi Jinping verpflichtet. Diese „Ideen des Sozialismus chinesischer Prägung im neuen Zeitalter“ sind seit dem letzten Kongress der kommunistischen Partei Chinas in deren Charta aufgenommen worden — neben jenen Mao Zedongs und Deng Xiaopings. „<em>Es besteht hier ein Versuch, den Verzicht auf den Islam mit einer ideologischen Indoktrination zu kombinieren. Alles zusammen soll widerspenstige Uiguren regenerieren.</em>“ beschreibt Rebiya Kadeer.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kolonisation durch Besiedlung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Dieses Unternehmen geht einher mit der Kolonialisierung durch Chinas Mehrheitsethnie, die <em>Han</em>. Deren Zahl in der Provinz ist von 200.000 im Jahr 1949 auf heute 10 Millionen Personen angestiegen. Für Rebiya Kadeer findet dieses Phänomen der Nivellierung der Kultur und der Singularität der Uiguren auch zu Lasten der Ansiedler statt. Freiwillige Han-Chinesen werden durch finanzielle Anreize, Wohn- und Lohnversprechen angeworben. Wider ihren Erwartungen ist jedoch eine Rückkehr in ihre Heimatregionen unmöglich. So stellen sie heutzutage nach mehreren Immigrationswellen fast 40 Prozent der Bevölkerung, Uiguren hingegen nur noch 46 Prozent. Dieser Prozess ist noch nicht beendet. Außerdem  werden Uiguren an die Grenzen Xinjiangs umgesiedelt und vertrieben. Somit wird neuer Platz für die Kolonisierung geschaffen.</p>
<p style="text-align: justify">Die Behörden der Provinz geben sich als vom „Terrorismus“ besorgt, was jede Sorte von Protest miteinbezieht. An ihrer Spitze sitzt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chen_Quanguo">Chen Quanguo</a>, der früher in Tibet tätig war und heute die Geschäfte in Xinjiang mit eiserner Faust führt. So sind Kontrollmittel eingeführt worden, die auf Spitzentechnologien basieren. Die Zentralmacht hat kürzlich ihr Ziel verkündet, alle BürgerInnen anhand Gesichtserkennung kenntlich machen zu wollen. Xinjiang dient diesem Ziel als Versuchsfeld, zahlreiche Körper- und Augenscanner sind über das Territorium verteilt.</p>
<dl id="attachment_12894" class="wp-caption alignnone" style="width: 2048px">
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<p><figure id="attachment_12894" aria-describedby="caption-attachment-12894" style="width: 2048px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-12894" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/8862980854_e7e6d74a55_k.jpg" alt="Die Skyline von Urumqi" width="2048" height="675" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/8862980854_e7e6d74a55_k.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/8862980854_e7e6d74a55_k-300x99.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/8862980854_e7e6d74a55_k-768x253.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/8862980854_e7e6d74a55_k-1024x338.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/8862980854_e7e6d74a55_k-1300x428.jpg 1300w" sizes="(max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption id="caption-attachment-12894" class="wp-caption-text">Die Skyline von Urumtschi, der administrativen Hauptstadt Xinjiangs</figcaption></figure></p>
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<dt class="wp-caption-dt"><strong>Die Diaspora wird sorgfältig überwacht</strong></dt>
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<p style="text-align: justify">Die uigurische Diaspora, die auf zwei Millionen Menschen geschätzt wird, ist davon nicht ausgeschlossen. Rebiya Kadeer erzählt von den Gefahren, die ihnen drohen: „<em>Im Ausland, da wo sie wohnen, sind Uiguren Ziele von Erpressungsversuchen seitens der chinesischen Polizei. Manche von ihnen werden zur Überwachung ihrer Landsleute herangezogen – was dazu führt, dass die Familien, die in Xinjiang verblieben sind, bedroht werden.“ </em></p>
<p style="text-align: justify">Das uigurische Volk (1,5 Prozent der chinesischen Bevölkerung) fühlt sich isoliert und Opfer eines schleichenden Genozids. Selbst der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der sich früher solidarisch mit den Uiguren gezeigt hatte, hat sich mittlerweile Chinas Thesen über deren vermeintliche Bedrohlichkeit angeschlossen.</p>
<p style="text-align: justify">Worauf beruht aber das derzeitige Desinteresse der internationalen Gemeinschaft? Sicherlich weder auf den wenigen hundert uigurischen Dschihadisten aus der islamischen Partei Ostturkestans, die sich der OIS in Syrien angeschlossen haben, noch auf den zahlreichen Demonstrationen, welche von den chinesischen Behörden umgehend als „Terroristen“ gebrandmarkt werden.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Meine Hoffnung besteht darin</em>,<em> dass die Belange, für die ich mich seit mehr als zwanzig Jahren einsetze, eine Resonanz seitens der Länder finden, die sich Menschenrechte auf die Fahne geschrieben haben &#8211; zuallererst Frankreich und die Europäische Union. Was die Vereinigten Staaten betrifft, und nachdem sie die Situation fest und mehrmals kritisiert haben, erwarte ich, dass sie in Urumqi ein Konsulat eröffnen, um ihre Entschlossenheit uns zu unterstützen, zu verdeutlichen.“, </em>so die Präsidentin des Weltkongresses der Uiguren.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Aufgezeichnet von Jean-Michel Morel<br />
Mitgründer <a href="https://orientxxi.info/">Orient XXI</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Arnaud Enderlin</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
<p style="text-align: justify"><em> </em></p>
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		<title>World Nomad Games 2018: “Wir haben es im Blut”</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Arnaud Enderlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Sep 2018 04:17:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Nomadentum]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[World Nomad Games]]></category>
		<category><![CDATA[Yssykkölsee]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 02. September 2018 wurden die heuer zum dritten Mal stattfindenden World Nomad Games in Cholpon-Ata, Kirgistan feierlich er&#xF6;ffnet. In einer spektakul&#xE4;r inszenierten Show, der &#xFC;ber 1500 ArtistInnen beiwohnten, wurden die ZuschauerInnen mit auf eine Reise durch die nomadische Vergangenheit und Gegenwart der zentralasiatischen Republik genommen. Das Hippodrom mit Blick auf den Issikk&#xF6;lsee war bis [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Am 02. September 2018 wurden die heuer zum dritten Mal stattfindenden <a href="http://worldnomadgames.com/en/">World Nomad Games</a> in Cholpon-Ata, Kirgistan feierlich eröffnet. In einer <a href="https://www.facebook.com/pg/Novastan.org/photos/?tab=album&amp;album_id=1868938613184924">spektakulär inszenierten Show</a>, der über 1500 ArtistInnen beiwohnten, wurden die ZuschauerInnen mit auf eine Reise durch die nomadische Vergangenheit und Gegenwart der zentralasiatischen Republik genommen. Das Hippodrom mit Blick auf den Issikkölsee war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Anwesenheit zahlreicher Staatsoberhäupter erforderte umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen.</strong></p>
<p><figure id="attachment_14836" aria-describedby="caption-attachment-14836" style="width: 1890px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-14836" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/Militär-Kyrchyn.jpg" alt="Militär überwacht Zeremonie in Kyrchyn." width="1890" height="1258" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/Militär-Kyrchyn.jpg 1890w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/Militär-Kyrchyn-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/Militär-Kyrchyn-768x511.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/Militär-Kyrchyn-1024x682.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/Militär-Kyrchyn-1300x865.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/Militär-Kyrchyn-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 1890px) 100vw, 1890px" /><figcaption id="caption-attachment-14836" class="wp-caption-text">Die Eröffnungszeremonien der WNG 2018 fanden unter strengen Sicherheitsbedingungen statt.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Neben dem kirgisischen Präsidenten Sooronbai Dscheenbekow wohnten der Eröffnung unter anderem auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der ungarische Premierminister Viktor Orban bei. Es wurde außerdem verlautbart, dass die nächsten Spiele in der Türkei stattfinden sollen. Im Vorfeld der World Nomad Games 2018 wurde Kritik an der Finanzierbarkeit der Veranstaltung geäußert, die den Staatshaushalt der Republik Kirgistan belaste. Die Spiele finden noch bis 08. September 2018 statt, 2307 AthletInnen aus 79 Nationen nehmen an den Wettkämpfen teil.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-weltspiele-der-nomaden-belasten-kirgistans-haushalt/">Die Weltspiele der Nomaden belasten Kirgistans Haushalt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Neben traditionellen Sportarten wie <a href="http://(https://novastan.org/de/kirgistan/fusball-oder-kok-boru-hauptsache-kirgistan/">Kök-Börü</a>, Alysh (Wrestling nach kirgisischen Regeln) oder <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Jigit">Dzhigitovka </a>werden im “<a href="https://www.facebook.com/pg/Novastan.org/photos/?tab=album&amp;album_id=1868947726517346">Ethnovillage</a>” in der Kyrchyn-Schlucht auch in Salbuurun (Adlerjagd), Jirit (Speerwurf) und vielen weiteren Disziplinen Medaillen vergeben.</p>
<p style="text-align: justify">Die Stimmung ist sowohl bei den Sportstätten, als auch im Ethnovillage ausgelassen, jung und alt erschien aus nah und fern um gemeinsam zu feiern und die Entscheidungen anzusehen. Uns interessierte besonders, was die Menschen welche wir bei dem Event trafen dazu bewog, den Weg zum Issikköl anzutreten. Daher haben wir Teilnehmerinnen interviewt, die im gängigen Diskurs nicht allzu oft zu Wort kommen, für das Funktionieren dieser Veranstaltung jedoch unersetzlich sind:</p>
<p><figure id="attachment_14832" aria-describedby="caption-attachment-14832" style="width: 2592px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-14832" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/Tumar-e1536204388910.jpg" alt="" width="2592" height="1728" /><figcaption id="caption-attachment-14832" class="wp-caption-text">Tumar, 32, Mitarbeiterin des Issyk-Kul East Electric Networks</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Novastan: Was war Ihre Motivation, an den World Nomad Games teilzunehmen?</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Tumar</strong>: Wir arbeiten für einen Elektrizitätskonzern, der in der Region ansässig ist. Deshalb heißt dieser Teil des Ethno-Dorfes, wo auch diese Jurte steht, “Issyk-Kul Ordo”. Das Essen ist dazu da, um Gäste zu begrüßen. Es ist ein Geschenk des Issyk-Kul East Electric Network. Während der Nomad Games leben wir in der Jurte, um zu zeigen, wie Menschen in Kirgistan früher gelebt haben. Normalerweise leben wir aber in einem Haus.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie sind Sie mit dem Organisationsteam der Veranstaltung in Kontakt gekommen?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Es ist ein großes Event für Kirgistan. Es gibt sieben Orte hier, die die sieben Oblaste Kirgistans repräsentieren. Die Direktoren der staatlichen Unternehmen kontaktierten MitarbeiterInnen und fragten, ob sie teilnehmen möchten. Die Zeit, die wir hier verbringen, wird als Arbeitszeit angerechnet.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Was denken Sie, ist der wichtigste Effekt einer solchen Veranstaltung für Kirgistan?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der wichtigste Beitrag ist es, die Traditionen und Kulturen der Vergangenheit zu verbreiten und diese den BesucherInnen näherzubringen. Außerdem ist es wichtig, Aufmerksamkeit für die Natur, das Essen und die traditionellen Sportarten zu schaffen. Es geht dabei aber nicht nur um Kirgistan, sondern um nomadische Kultur allgemein.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die nächsten Nomad Games werden in der Türkei stattfinden. Wie stehen Sie dazu? Haben Sie vor, auch an diesen teilzunehmen?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Es ist ein bisschen traurig, dass sie nicht mehr in Kirgistan stattfinden werden. Nicht alle Leute werden die Möglichkeit haben, in die Türkei zu reisen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie wichtig ist das kulturelle Erbe der Nomaden für Sie und Ihren Alltag?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Es ist wichtig, Traditionen in modernen Zeiten nicht zu vergessen. Diese Veranstaltung ist wichtig, um daran zu erinnern und das Erbe zu erhalten. Es ist sehr wichtig und notwendig, das in Zeiten der Globalisierung zu tun. Wir haben es im Blut.</p>
<p><figure id="attachment_14837" aria-describedby="caption-attachment-14837" style="width: 1950px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-14837" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/AigerimAltynai.jpg" alt="Volunteers WNG 2018" width="1950" height="1300" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/AigerimAltynai.jpg 1950w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/AigerimAltynai-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/AigerimAltynai-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/AigerimAltynai-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/AigerimAltynai-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/AigerimAltynai-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1950px) 100vw, 1950px" /><figcaption id="caption-attachment-14837" class="wp-caption-text">Altynai, 19, studiert Ökonomie.<br />Aigerim, 22, studiert internationale Entwicklung.<br />Beide leben in Bishkek und arbeiten als Volunteers bei den WNG 2018.</figcaption></figure></p>
<p><strong>Wie seid ihr beide dazu gekommen, bei den World Nomad Games als Volunteers zu arbeiten?</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Aigerim</strong>: Ich habe auf Social Media davon erfahren, das Sportministerium hat eine Werbung geschalten &#8211; dann habe ich mich beworben. Nach zwei Monaten haben sie uns eingeladen und unsere Sprachfähigkeiten in einem Interview überprüft.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Altynai</strong>: Ich habe auch auf Social Media Kanälen davon erfahren. Ich habe auch schon einige Projekte für AIESEC in Europa mitgemacht und wollte in meinem Land etwas bewegen. Ich habe nach Projekten gesucht und gesehen, dass die Nomad Games stattfinden. Dann habe ich mich auch beworben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie habt ihr euch für die Veranstaltung vorbereitet?</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Aigerim</strong>: Wir hatten insgesamt fünf Pflicht-Seminare über Erste Hilfe, die Geschichte Kirgistans, die vertretenen Sportarten und auch über Führungsqualität und Zeitmanagement.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Altynai</strong>: Ich weiß nicht wirklich, ich habe die Vorbereitung verpasst, weil ich in Tschechien war.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/daniyar-ein-moderner-nomade/"><strong>Daniyar – ein moderner Nomade</strong></a></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Was denkt ihr, hat so eine Veranstaltung für Effekte für Kirgistan?</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Aigerim</strong>: Ich denke, es ist wichtig, Leute einzuladen und Kontakte mit verschiedenen Ländern zu knüpfen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Altynai</strong>: Um BesucherInnen zu zeigen, wie Menschen vor 1000 Jahren gelebt haben und ihnen die Schönheit der Natur zu zeigen. Wir benutzen die Jurten heute noch, aber nicht mehr so häufig.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Aigerim</strong>: Ja, heute benutzen wir sie hauptsächlich um Urlaub zu machen &#8211; oder für Beerdigungen. Jede Familie hat ihr Dorf in den Bergen und wenn es eine Beerdigung gibt, dann gehen alle zu ihren Häusern dort.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die nächsten Nomad Games werden in der Türkei stattfinden. Was denkt ihr darüber? Könnt ihr euch vorstellen, auch daran teilzunehmen?</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Aigerim</strong>: Ich habe darüber mit meinen Freunden und meiner Familie gesprochen &#8211; ich habe gemischte Gefühle, da sie viel Geld kosten. Geld, das auch anders angebracht werden könnte.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Altynai</strong>: Ich habe auch eher gemischte Gefühle, weil wir auch anderen Ländern mit nomadischer Tradition die Chance geben sollten. Allerdings entwickelt sich in Kirgistan gerade eine Art Marke.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Arnaud Enderlin</strong><br />
<strong>Chefredakteur von Novastan in Bischkek</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Maximilian Kathan</strong><br />
<strong>Redakteur für Novastan in Bischkek</strong></p>
<p style="text-align: right">Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in Eurer Mailbox könnt ihr Euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</p>
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		<title>Kirgistan: „Der Tod der orthodoxen Kirche ist nicht unvermeidlich“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Arnaud Enderlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Aug 2018 02:36:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Auswanderung]]></category>
		<category><![CDATA[Orthodoxie]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Religionsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Obwohl die russisch-orthodoxe Kirche hinsichtlich ihrer Mitgliederzahl an zweiter Stelle der Religionen in Kirgisistan und in Zentralasien steht, bleibt ihr Alltag gr&#xF6;&#xDF;tenteils unbekannt, und dies trotz der historischen Verkn&#xFC;pfung der zentralasiatischen L&#xE4;nder mit Russland. Novastan interviewte Vater Aleksei, Priester an der Kathedrale der heiligen Auferstehung in Bischkek. Die russisch-orthodoxe Kirche stellt heute die zweitmeistvertretene Religion [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Obwohl die russisch-orthodoxe Kirche hinsichtlich ihrer Mitgliederzahl an zweiter Stelle der Religionen in Kirgisistan und in Zentralasien steht, bleibt ihr Alltag größtenteils unbekannt, und dies trotz der historischen Verknüpfung der zentralasiatischen Länder mit Russland. Novastan interviewte Vater Aleksei, Priester an der Kathedrale der heiligen Auferstehung in Bischkek.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die russisch-orthodoxe Kirche stellt heute die zweitmeistvertretene Religion in Zentralasien dar. Diese Gemeinschaft geht auf die historische Beziehung der Region mit Russland zurück. Trotz dem alarmierenden Rückgang der Mitgliederzahlen seit dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zerfall_der_Sowjetunion">Zusammenbruch der UdSSR</a> 1991 ist die Konfession in den Medien kaum thematisiert.</p>
<p style="text-align: justify">Wo ist heutzutage der Platz der orthodoxen Kirche in Kirgistan und ferner in Zentralasien? Dieser Frage ist Novastan in einem Interview mit Vater Aleksei, Priester an der <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%92%D0%BE%D1%81%D0%BA%D1%80%D0%B5%D1%81%D0%B5%D0%BD%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9_%D1%81%D0%BE%D0%B1%D0%BE%D1%80_(%D0%91%D0%B8%D1%88%D0%BA%D0%B5%D0%BA)">Kathedrale der heiligen Auferstehung</a> im Herzen Bischkeks, nachgegangen. Hier spricht der Geistliche über die aktuelle Lage der Religionsgemeinschaft.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Novastan: Vater Aleksei, wie schätzen Sie die Situation der orthodoxen Kirche in Kirgistan insbesondere und in Zentralasien insgesamt ein?</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Vater Aleksei:</strong>  Die russisch-orthodoxe Kirche in Kirgistan ist dem <a href="https://mospat.ru/en/">Patriarchat von Moskau</a> untergeordnet. Heutzutage ist das Land unabhängig, war aber lange Teil zuerst des russischen Reichs, danach der UdSSR. Aus diesem Grund ist das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Christentum">orthodoxe Christentum</a> heute historisch und demographisch gesehen die zweite Religion nach dem Islam in Zentralasien. Moskau übt keine direkte Kontrolle auf die hiesige Kirche aus, unterhält aber enge Verbindungen zu dieser. Das Patriarchat interveniert in das religiöse Leben des Landes nicht und nimmt Rücksicht auf dessen Unabhängigkeit.</p>
<p style="text-align: justify">Die Orthodoxie existiert auf dem heutigen kirgisischen Territorium <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Russian_conquest_of_Central_Asia">seit 150 Jahren</a>. Damals waren unter den Russen, die vom Reich in die Region entsandt wurden, auch geistliche Missionare. Trotz widriger Umstände hat sich die Missionierungsarbeit schließlich in der Sowjetzeit fortgesetzt.</p>
<p><figure style="width: 1975px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" title="Die Kathedrale der heiligen Auferstehung in Bischkek, Kirgistan. Aufgenommen während der Sanierung 2018." src="https://novastan.org/fr/wp-content/uploads/sites/4/2018/08/Bishkek-Cathedral.jpg" alt="Kathedrale Bischkek" width="1975" height="1307" /><figcaption class="wp-caption-text">Die Kathedrale der heiligen Auferstehung in Bischkek, Kirgistan. Aufgenommen während der Sanierung 2018.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Es gibt heute 52 Gemeinden in Kirgistan, wovon manche nur zwei bis drei Mitglieder zählen. Die mitgliederstärksten Gemeinden befinden sind sämtlich in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Tsch%C3%BCi">Provinz Chuy</a> (<em>um die Hauptstadt Bischkek Anm. d. Red.).</em> Zehn Gemeinden bestehen heute sogar vollständig ohne Mitglieder. Die Kirchenangehörigen sind wegen den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die das Land seit seiner Unabhängigkeit plagen, weggegangen. Die kirgisische sozialistische sowjetische Republik wurde während der UdSSR aus Moskau finanziert. Nach der Unabhängigkeit gab es keine Mittel mehr. Selbst viele Kirgisen verlassen das Land.</p>
<p style="text-align: justify">In der Sowjetzeit lebten viele Nationalitäten miteinander, es gab keine erheblichen Konflikte. Heute ist das größte Problem die Erziehung der Jugend. Junge Menschen müssen lernen, zusammen zu leben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Sie vertreten die zweitgrößte religiöse Gemeinschaft in der Region. Wie sieht es mit der lokalen Bevölkerung aus? Nimmt diese am Leben der Kirche teil? In Kasachstan zum Beispiel hat sich die orthodoxe Kirche vorgenommen, Gottesdienste in kasachischer Sprache anzubieten. Wäre so etwas auch in Kirgistan denkbar?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wie gesagt, liegt der Beginn der Orthodoxie in Zentralasien 150 Jahre zurück. In dieser Zeit hat es ein unausgesprochenes Einvernehmen gegeben, wonach die orthodoxe Kirche sich in erster Linie an die russische Bevölkerung widmen und keine Anhänger in der einheimischen Bevölkerung werben würde. Diese Zurückhaltung wurde hochgeschätzt, und darauf beruht das heutige gute Verhältnis zwischen der orthodoxen Kirche und der Obrigkeit des Islam. Und dies war schon unmittelbar nach dem Zusammenbruch der UdSSR 1991 der Fall.</p>
<p style="text-align: justify">In Kirgistan halfen Imame sogar, orthodoxe Kirchen zu restaurieren, denn ihnen war bewusst, wie wenig Mittel zur Verfügung standen. Einen ähnlichen Beistand hat es auch in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tatarstan">Tatarstan</a>, und generell in Russland gegeben. Jedoch, weil die orthodoxe Konfession als primär an die russische Bevölkerung adressiert verstanden wurde, gibt es nur wenige kirgisische Orthodoxe. Dies hat sich ebenfalls in der Sprachfrage der Liturgie widergespiegelt: Da es kaum orthodoxe Kirgisen gibt, gibt es keine Notwendigkeit für Gottesdienste auf Kirgisisch.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-justizminister-sieht-missionare-als-gefahr-fur-den-religiosen-frieden-im-land/">Usbekistan: Justizminister sieht Missionare als Gefahr für den religiösen Frieden im Land</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Hier muss man von den neuen aus dem Ausland stammenden Bewegungen differenzieren. Die Furcht ist groß, denn man darf diese durchaus als radikal betrachten. Solche Freikirchen und islamistische Strömungen adressieren oft, aufgrund ihrer proteolytischen Ausrichtung, Kirgisen in ihrer Muttersprache. Das Thema beschäftigt die religiösen Behörden, es gab nämlich keine religiös motivierten Konflikte in diesem Teil der UdSSR. Das Problem besteht seit ungefähr zehn Jahren. Die kirgisische Regierung ist heute bemüht, die Situation in den Griff zu bekommen, indem sie eine Organisation einrichtet, welche die unterschiedlichen Religionen zusammenbringt, um gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Inwiefern beeinflussen diese neuen Bewegungen die Arbeit der Orthodoxie?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Diese protestantischen Kirchen sind in Kirgistan mehr und mehr anwesend. Für die etablierten Religionen stellt das eine neue Situation dar. Ihr Ziel ist es, die Bevölkerung zu evangelisieren. Konvertierte Kirgisen werden jedoch von ihren Landesleute schlecht angesehen. Unter diesen neuen Bewegungen sind <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Baptisten">Baptisten</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelikalismus">Evangelikaler</a>, usw. Sie kommen größtenteils aus Europa oder den USA.</p>
<p style="text-align: justify"> Die kirgisische Regierung hat die Sache nicht kommen sehen: in den neunziger Jahren wurden keinerlei Kontrollen auf die Proselytenmacherei ausgeübt. Erst vor etwa zehn Jahren haben die Behörden angefangen, sich der Sache bewusst zu werden. Manchmal wundern sich Ausländer in Kirgistan, manche Prediger zu sehen die in ihrem eigenen Land verfolgt werden, die hier aber in Werbekampagnen erscheinen und sich frei bewegen können.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Stellt der Aufstieg extremistischer Islamisten eine Gefahr für die Christen in der Region dar?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Extremistische islamische Gruppierungen sind für alle eine Gefahr, sei es für die Regierung, die Bevölkerung, oder auch den traditionellen Islam selbst. Die Regierung hat darauf sehr spät reagiert. Erst vor anderthalb Jahr sind sie sich der Gefahr bewusst geworden. Es sind vor allem junge Menschen, die angeworben werden, um in Syrien Krieg zu führen. In allen Ländern Zentralasiens haben die Regierungen sichergestellt, dass Rückkehrer statt verhaftet rehabilitiert und der Gesellschaft wieder eingegliedert werden, mit dem Ziel, ihr Verhalten analysieren zu können.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/islam-und-politik-bleibt-zentralasien-sakular/">Islam und Politik: Bleibt Zentralasien säkular?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Der traditionelle Islam versucht um jeden Preis, die Gesellschaft in ihren Werten zu schützen. Seien Anführer sind höchstbemüht, die religiöse Erziehung zu regeln. Es wurden viele Medressen (<em>Koranschulen, Anm. d. Red.</em>) gebaut. Wenn man diese kontrollieren kann, dann stellen sie keine Gefahr dar, denn Radikalismus beruht auf Ignoranz. Die islamischen Behörden im Land versuchen, Jugendliche zu erziehen, nicht damit sie zu religiösen Anführern werden, sondern um ihnen den altherkömmlichen Platz des Islam in Zentralasien beizubringen. Es gibt sogar eine spezielle Organisation namens „Imane“, die sich um die Ausbildung junger Imame kümmert. Sie ist im Rahmen des präsidialen Programms zur Förderung des Unterrichts in kirgisischen Kleindörfern gegründet worden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>An welchen Projekten beteiligt sich die orthodoxe Kirche in Kirgistan? Gibt es eine Zusammenarbeit mit der Regierung?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Es gibt eine Regierungsstruktur namens Regierungskommission für die religiöse Frage, eine Art Religions-Ministerium, das die Regierung mit den religiösen Organisationen in Verbindung setzt. Der Staat und diese Kommission arbeiten eng miteinander. Aus dieser Zusammenarbeit entstehen Veranstaltungen sportlicher und kultureller Art, manchmal sogar Aufräumaktionen auf den Straßen. Nicht-Orthodoxen werden zu religiösen Festen eingeladen. Die Kirche versucht außerdem mit den Medien zu kooperieren. Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sooronbai_Dscheenbekow">kirgisische Präsident</a> beglückwünscht offiziell zu den wichtigsten Festen wie Ostern oder Weihnachten (<em>wird am 7 Januar gefeiert Anm. d. Red.</em>). Jeden 9. Mai, zelebrieren Kirche und Staat gemeinsam den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tag_des_Sieges">Tag des Sieges</a>.</p>
<p><figure style="width: 2454px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" title="Die Kathedrale der heiligen Dreifaltigkeit in Karakol im Osten Kirgistans. Aufgenommen 2018." src="https://novastan.org/fr/wp-content/uploads/sites/4/2018/08/Cathedral-Karakol.jpg" alt="Kathedrale Karakol" width="2454" height="1398" /><figcaption class="wp-caption-text">Die Kathedrale der heiligen Dreifaltigkeit in Karakol im Osten Kirgistans. Aufgenommen 2018.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Ist jedoch die Feier religiöser Natur, so muss sie innerhalb der Wände einer Kirche stattfinden. Andernfalls könnte es zu Missverständnissen durch die anderen Religionen führen. Der öffentliche Raum ist säkular. Seit 2017 beteuert die Regierung den Platz des Islam innerhalb eines laizistischen Landes. Unter anderem, wie eine friedliche Entwicklung des Islam in ebenunserer Gesellschaft stattfinden kann. Die Behörden tun alles, um zu beweisen, dass trotz der Entwicklung des Islam, der Staat nicht religiös werden wird.</p>
<p style="text-align: justify">Seit der Unabhängigkeit 1991 hat die orthodoxe Kirche in Kirgistan eine sehr wichtige Rolle inne. Die Regierung hat sie administrativ immer unterstützt, auch wenn es finanziell nicht immer möglich war. Es ist zum Beispiel vorgekommen, dass keine Steuer auf die Materialien zum Wiederaufbau von Kirchen erhoben wurden. Die Regierung sagt, dass die Gläubigen der orthodoxen Kirche fester Bestandteil der Gesellschaft sind. Es gibt eine offizielle Anerkennung von Seiten des Staates.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie geht der orthodoxe Glaube an die Jugend hinüber?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Sechs Prozent der kirgisischen Bevölkerung stellen Slaven, zwei Prozent bekennen sich zum orthodoxen Glauben. Dementsprechend ist die Zahl der jungen Menschen in der Kirche sehr gering. Die Kirche unterstützt eine kleine Struktur, die sich der Arbeit mit Jugendlichen widmet. In fünf öffentlichen Schulen wird der orthodoxe Glauben neben dem regulären Betrieb unterrichtet. Diese Schulen sind jedoch jeweils einer bestimmten Kirche zugeordnet. Sie werden nicht nur von Russen besucht, sondern unterrichten zahlreiche usbekische und kirgisische Schüler.</p>
<p style="text-align: justify">Diese Schüler sind nicht zwangsweise orthodox, vielmehr sind sie auf der Suche nach qualitativ hochwertigem Unterricht, insbesondere der russischen Sprache, denn Russisch wird in den öffentlichen Schulen in der Provinz sehr schlecht beigebracht. Diesen finden sie in unseren Schulen. Das wissen ihre Eltern, genau so wie sie auch wissen, wie wichtig Russisch ist. In diesen Schulen sprechen die Schüler sogar unter sich Russisch. Diese Schulen gibt es in Bischkek, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakol">Karakol</a>, sowie in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschalalabat">Dschalalabat</a>. Besonders im Süden des Landes fehlt es an gutem Russisch-Unterricht.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Welche Rolle nimmt die orthodoxe Kirche in den Beziehungen zwischen Russland und Kirgistan ein? </strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Besuch des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kyrill_I.">Patriarchen Kyrill</a> 2017 galt nicht nur den religiösen Behörden. Er traf sich auch mit dem Premierminister, Mitgliedern der Regierung sowie des Parlaments. Der Besuch fand auf Einladung der Regierung statt und symbolisierte damit ihr Interesse, mit dem orthodoxen Klerus, ferner mit den russischen Behörden, zu kooperieren. Hier geht es aber vielmehr um die Wirtschaft: Kirgistan ist reich an Bodenschätze, die Mangels Mittel unerschlossen bleiben. Das weckt das russische Interesse.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/russland-zentralasiatische-migranten-als-pruegelknaben/">Russland: Zentralasiatische Migranten als Prügelknaben</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Eine größere Anteilnahme Russlands würde es der kirgisischen Regierung erlauben, auf chinesische Investitionen zu verzichten. Es besteht durchaus eine spezifisch religiöse Frage, hier sehen wir jedoch, dass es genauso viel um Wirtschaft geht. Auswanderung, insbesondere die wirtschaftliche Auswanderung von Kirgistan in Richtung Russland ist sehr stark. Der Einfluss der orthodoxen Kirche ist aufgrund dieser übereinstimmenden Interesse höchstbedeutend. Auch wenn sie nicht Teil des Staatapparats ist. Aber die wirtschaftliche Entwicklung des Landes ist in ihrem Eigenen Interesse.</p>
<p style="text-align: justify">Ein Beispiel: in den neunziger Jahren  sollte in Dschalalabat eine Uranprodutkionsstätte schließen. Dank ihrem Weiterbestehen konnte eine aufkeimende Auswanderungsbewegung gestoppt, und somit die lokale orthodoxe Gemeinschaft gerettet werden. Eine Kirche wurde seitdem dort sogar gebaut. Dies zeigt, dass die Gleichung Auswanderung gleich Tod der orthodoxen Kirche nicht unvermeidlich ist. Auch hier bedeuten mehr Russen mehr Gläubige.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Und im übrigen Zentralasien?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Situation ist im übrigen Zentralasien ganz anders. In Tadschikistan flüchteten die Russen aufgrund des anhaltenden <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tadschikischer_B%C3%BCrgerkrieg">Bürgerkrieges (1992-1997)</a>. Es bestehen noch einige wenige Gemeinden. <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Emomalii_Rahmon">Präsident Rachmon</a> will um jeden Preis die <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Russians_in_Tajikistan">russische Bevölkerung</a> in Tadschikistan retten. Damit sie bleibt, bekommt sie also ein bisschen Unterstützung.</p>
<p style="text-align: justify">Turkmenistan ist ein verschlossenes Land. Es gibt dort einige Kirchen, an die zehn. In Usbekistan ist es sehr unterschiedlich: Taschkent zählt mehr <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Russians_in_Uzbekistan">Russen</a> als der Rest des Landes. Da gibt es eine russische Schule und ein Priesterseminar. Es gibt zwei drei Städte wo es früher gar keine Usbeken gab, also ist die Situation je nach Region sehr unterschiedlich. Die Auswanderung ist dort auch sehr stark, ebenfalls aus ökonomischen Gründen. Die russische Sprache ist in Usbekistan kaum vertreten.</p>
<p style="text-align: justify">In Kirgistan gibt es viele unterschiedliche Völker, während die usbekische Bevölkerung einheitlicher ist. Unter den etwa hundert Gemeinden zählen manche nur um die zehn Mitglieder. Russen dort sprechen gut Usbekisch. Um in Kirgistan arbeiten zu können, fehlt es nicht an Sprachkenntnisse, sondern um Möglichkeiten. Diejenigen die hier bleiben sind nicht die talentierten. Die Talentierten verlassen das Land, wenn sie können.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Arnaud Enderlin</strong><br />
<strong>Chefredakteur von Novastan in Bischkek</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Karl Haddad</strong><br />
<strong>Redakteur für Novastan auf Französisch in Bischkek</strong></p>
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		<title>Kasachstan schließt 88 ausländische Fernseh- und Radiosender</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Arnaud Enderlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Aug 2018 01:53:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Inkrafttreten eines Gesetzes zu Rundfunk und Fernsehen erzwingt die Schlie&#xDF;ung von gut einem Drittel der ausl&#xE4;ndischen Sender im Land. Die Medienlandschaft Kasachstans hat sich zuletzt schlagartig ver&#xE4;ndert. Am vergangenen 8. August hat das Land mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur &#x201E;Fernseh- und Rundfunkausstrahlung&#x201C; 88 ausl&#xE4;ndischen Sendern das Ausstrahlen auf seinem Territorium untersagt. Das Gesetz [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Inkrafttreten eines Gesetzes zu Rundfunk und Fernsehen erzwingt die Schließung von gut einem Drittel der ausländischen Sender im Land. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Medienlandschaft Kasachstans hat sich zuletzt schlagartig verändert. Am vergangenen 8. August hat das Land mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur „Fernseh- und Rundfunkausstrahlung“ 88 ausländischen Sendern das Ausstrahlen auf seinem Territorium untersagt. Das Gesetz wurde im Dezember 2017 verabschiedet und wird seit letztem 9. Juni angewendet.</p>
<p style="text-align: justify">Nach dem Artikel 18-1, stehen alle ausländische Sender in der Pflicht, sich entweder als Betreiber zu registrieren oder eine offizielle Niederlassung im Land anzumelden. Der kasachische Staat räumte den betroffenen Sendern ab dem 9. Januar eine Übergangsphase von sechs Monaten ein, um ihre Situation zu regulieren.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Rund ein Drittel der ausländischen Sender geschlossen </strong></p>
<p style="text-align: justify">Mit dem Ablauf dieser Frist, am vergangenen 9 Juni, hat das Ministerium für Information und Kommunikation <a href="http://mic.gov.kz/ru/news/u-ryada-inostrannyh-telekanalov-byli-otozvany-svidetelstva-o-postanovke-na-uchet-i">angekündigt</a>, 88 der 307 auf kasachischem Territorium ausgestrahlten ausländischen Sender zu schließen. Aufgrund des <a href="https://zakon.uchet.kz/rus/docs/Z1200000545#z100">Artikels 42</a> des Gesetzes, haben die kasachische Behörden jenen Sendern, die ihre Regulierung versäumt hatten, die Lizenz entzogen. Dies betrifft rund ein Drittel dieser Sender, die per sofort verboten wurden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan : </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-was-kostet-die-finanzierung-der-staatsmedien/"><strong>Kasachstan: Was kostet die Finanzierung der Staatsmedien?</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Davon betroffen sind viele russische Sender: „НТВ-ПЛЮС 3D“ (NTV-NEWS 3D), „Дождь“ (DOJD) oder Russia Today TV, aber auch amerikanische wie Fox News, und europäische, wie France 24 oder Sky News. Dieses Verbot könnte sich als temporär erweisen, vor allem, weil die kasachischen Behörden keine Kritik an den Inhalt dieser Sender geäußert haben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Gewisse Tendenz zur Kontrolle der Information </strong></p>
<p style="text-align: justify">Diese Schließungen finden in einer Zeit statt, wo der kasachische Staat, sich in einer Grunddebatte über den Gebrauch und die Verbreitung der Medien befindet und massiv Gesetze erlässt. Reporter ohne Grenzen hatte bereits <a href="https://rsf.org/en/news/kazakh-journalism-badly-hit-media-law-amendments">gewarnt</a>, als im November 2017 das Land <a href="http://www.akorda.kz/ru/legal_acts/laws/glavoi-gosudarstva-podpisan-zakon-respubliki-kazahstan-o-vnesenii-izmenenii-i-dopolnenii-v-nekotorye-zakonodatelnye-akty-respubliki-kazahsta-195">Änderungen</a> am Gesetz angenommen hatte, welche zur Reduzierung der Freiheitspresse und der Informationsdiffusion geführt hatten.</p>
<p style="text-align: justify">Neulich erst dienten <a href="https://rsf.org/en/news/new-opposition-newspaper-suspended-three-months">bürokratische Anordnungen</a> dazu, Kontrolle und Repression gegen Journalisten auszuüben</p>
<p style="text-align: right"><strong>Léa Abramski</strong><br />
<strong>Redakteurin für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Arnaud Enderlin</strong></p>
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