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	<title>Klima Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Sat, 26 Jul 2025 15:20:41 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Klima Archives</title>
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		<title>Sandsturm über Shetpe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jul 2025 03:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Sandsturm]]></category>
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		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine starke Windb&#246;e fegt &#252;ber die ausgetrocknete Landschaft um die Ortschaft Shetpe im Westen Kasachstan und schr&#228;nkt den Blick auf die Stra&#223;e und Landschaft ein. Der Klimawandel und &#220;berweidung treibt die Desertifikation weiter voran. Foto : Balzhan &#38; Axel Monse (Deutschland)</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eine starke Windböe fegt über die ausgetrocknete Landschaft um die Ortschaft <strong><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Shetpe">Shetpe </a></strong>im Westen Kasachstan und schränkt den Blick auf die Straße und Landschaft ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Klimawandel und Überweidung treibt die Desertifikation weiter voran.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto : Balzhan &amp; Axel Monse</strong> (Deutschland)</p>


<p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p>
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		<title>Aus Kohle mach Kohle: Tadschikistan hofft auf Millionengewinne durch Kohlenstoffprojekte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Jul 2025 20:07:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kann ein Kohlenstoffmarkt Tadschikistan im Kampf gegen Klimawandel und Wasserknappheit helfen? Expert:innen sehen gro&#xDF;es Potenzial, warnen aber vor fehlenden Strukturen und enormen Kosten. Wie realistisch ist dieser Weg f&#xFC;r Tadschikistan? Der Klimawandel macht auch vor Tadschikistan nicht halt: Schmelzende Gletscher und zunehmende Wasserknappheit stellen das Land vor gro&#xDF;e &#xF6;kologische und wirtschaftliche Herausforderungen. Um diesen Entwicklungen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kann ein Kohlenstoffmarkt Tadschikistan im Kampf gegen Klimawandel und Wasserknappheit helfen? Expert:innen sehen großes Potenzial, warnen aber vor fehlenden Strukturen und enormen Kosten. Wie realistisch ist dieser Weg für Tadschikistan? </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Klimawandel macht auch vor Tadschikistan nicht halt: Schmelzende Gletscher und zunehmende Wasserknappheit stellen das Land vor große ökologische und wirtschaftliche Herausforderungen. Um diesen Entwicklungen zu begegnen, rückt ein Instrument zunehmend in den Fokus – der Kohlenstoffmarkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Asia-Plus</em>&nbsp;hat mit den Umweltexpert:innen Vadim Ni, Dr. Muasama Burсhanowa und Astсhine Pasojan über die Chancen und Hürden eines solchen Marktes in Tadschikistan gesprochen. Ihre Einschätzung: Der Aufbau eines solchen Marktes könnte nicht nur beim Klimaschutz helfen, sondern auch dringend benötigte Investitionen ins Land bringen, beispielsweise für Projekte im Bereich erneuerbare Energien oder Ökotourismus. Doch welche Maßnahmen sind erforderlich, um dieses Ziel zu erreichen?</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kohlenstoffmarkt: Ein Hoffnungsträger mit Hürden</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Möglichkeit, über Kohlenstoffmärkte Investitionen anzuziehen, eröffnet Tadschikistan den Zugang zu internationalen Klimainitiativen wie dem „UN Green Energy Programme” oder Projekten der Asiatischen Entwicklungsbank. Solche Programme könnten technische und finanzielle Unterstützung leisten und das Vertrauen internationaler Investoren stärken. Damit würde die Realisierung eines Kohlenstoffmarktes gefördert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig sieht sich das Land mit beträchtlichen Herausforderungen konfrontiert. Die wirtschaftliche Lage Tadschikistans macht deutlich, dass die Umsetzung von Klimaprojekten erhebliche finanzielle Ressourcen erfordert. Laut aktuellen Schätzungen könnten die notwendigen Investitionen sich auf bis zu&nbsp;<a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20241113/tadzhikistanu-potrebuetsya-96-mlrd-na-razvitie-v-usloviyah-klimaticheskoi-adaptatsii">bis zu 96 Mrd. USD</a>&nbsp;belaufen. Ein solch ambitioniertes Szenario für die grüne Wirtschaft erfordert laut&nbsp;<a href="https://www.worldbank.org/en/country/tajikistan/publication/ccdr">Tajikistan Country Climate and Development Report</a> Investitionen in Höhe von 34 Mrd. USD im Zeitraum 2025-2030 und weitere 45 Mrd. USD in den Jahren 2031-2050.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Diese Prognosen werfen unweigerlich die Frage auf, ob Tadschikistan in der Lage sein wird, diese Summen eigenständig aufzubringen. Sollte dies nicht gelingen, wäre die Schaffung eines Kohlenstoffmarktes stark von externer Unterstützung abhängig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit der Kohlenstoffmarkt funktionieren kann, müssen außerdem die Infrastruktur und der Rechtsrahmen entwickelt werden, einschließlich eines Systems zur Zertifizierung von Kohlenstoffgutschriften. Das gibt es in Tadschikistan noch nicht. Darüber hinaus ist es unerlässlich, auch die&nbsp;<a href="https://cabar.asia/ru/ugolnaya-dilemma-tadzhikistana">Bedenken von Experten aus dem Umweltschutz</a>&nbsp;zu berücksichtigen, die auf die negativen Auswirkungen großer Wasserkraftwerke auf die Umwelt hinweisen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Entwicklungsländer brauchen viel mehr Unterstützung bei der Klimafinanzierung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der COP-29-Klimakonferenz in Baku im Jahr 2024 betonte der tadschikistanische Minister für Energie und Wasserressourcen, Daler Dschuma, dass die&nbsp;<a href="https://www.mewr.tj/?p=3889">Klimafinanzierung</a>&nbsp;zur Unterstützung der Entwicklungsländer mindestens vervierfacht werden sollte. Er wies darauf hin, dass die Entscheidung, die finanzielle Unterstützung bis 2035 auf 300 Mrd. USD zu erhöhen, zwar richtig sei, aber nicht ausreiche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vadim Ni, der Leiter des „Sozio-Ökologischen Fonds“ in Kasachstan, betonte im Gespräch mit&nbsp;<em>Asia-Plus</em>, dass die Einführung eines Kohlenstoffmarktes in Tadschikistan klare Emissionsquoten auf Unternehmensebene voraussetzt. Dafür ist jedoch eine ausreichende Anzahl großer Industrieakteure notwendig – und genau hier liegt das Problem. Derzeit könnten Unternehmen wie TALCO sowie die Kraftwerke Duschanbe CHPP-1 und CHPP-2 für eine Quotenvergabe infrage kommen. Laut Ni reicht ihre Zahl jedoch nicht aus, um einen tragfähigen, funktionierenden Markt zu etablieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Muasama Burchanowa, die Direktorin der Stiftung für Umweltinitiativen „Dastgiri-Zentrum“, betrachtet den Handel mit Kohlenstoffgutschriften hingegen als ein wirkungsvolles Instrument zur Emissionsregulierung und somit als einen zentralen Hebel im Kampf gegen den Klimawandel. Solche Gutschriften sind Quoten für die zulässige Emissionsmenge in die Umwelt, die einer Tonne Kohlendioxid entspricht. Gemäß den geltenden Bestimmungen wird jeder staatlichen Einrichtung eine bestimmte Emissionsquote zugeteilt, die anschließend an die entsprechenden Unternehmen weitergegeben wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kohlenstoffmärkte ermöglichen es Regierungen und Unternehmen, mit diesen Zertifikaten zu handeln und ihre Klimaziele auf wirtschaftlich effiziente Weise zu erreichen. Allerdings verfügt Tadschikistan bislang über kein funktionierendes System zur Erfassung, Überwachung und Verifizierung von CO₂-Emissionen. Erste gesetzliche Grundlagen für die CO₂-Regulierung werden frühestens für die Jahre 2025/26 erwartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Burchanowa hebt zudem die Bedeutung von Forstprojekten hervor: Bäume könnten ein wichtiger Bestandteil des tadschikischen Kohlenstoffmarktes werden. Ihrer Einschätzung zufolge bindet ein einzelner Baum zwischen 21,77 und 31,5 Kilogramm CO₂ pro Jahr. Um eine Tonne CO₂ zu kompensieren, müssten demnach 31 bis 46 Bäume gepflanzt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Chancen und Risiken eines Kohlenstoffmarktes in Tadschikistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Etablierung eines Kohlenstoffmarktes in Tadschikistan könnte ein bedeutender Schritt in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung sein, doch der Prozess ist auch mit Risiken verbunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zunächst zu den Chancen:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zentraler Vorteil ist die wachsende Attraktivität des Landes für internationale Investitionen in umweltfreundliche Projekte, beispielsweise im Bereich der erneuerbaren Energien. Dies könnte nicht nur zusätzliche Finanzmittel ins Land bringen, sondern auch zur Energiesicherheit und zur wirksamen Bewältigung des Klimawandels beitragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Teilnahme am internationalen Emissionshandel würde Tadschikistan Teil eines globalen Systems zur Reduktion von Treibhausgasen werden, was positive Impulse für das Wirtschaftswachstum mit sich brächte. Vor allem das Potenzial im Bereich der Wasserkraft ist vielversprechend: Projekte zur Erzeugung von Emissionsgutschriften könnten zur Diversifizierung des Energiemarkts beitragen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Risiken</strong>:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Astсhine Pasojan, Direktorin der „Foundation to Save Energy“, weist&nbsp;<a href="https://asiaplustj.info/news/tajikistan/society/20230529/zelenaya-ekonomika-kogda-tadzhikskii-biznes-nachnet-dumat-ob-ekologii">auf das Fehlen</a>&nbsp;einer grundlegenden Infrastruktur zur Überwachung und Überprüfung von CO₂-Emissionen hin. Für einen funktionierenden Kohlenstoffmarkt sei ein transparentes Monitoring-System ebenso unverzichtbar wie klare Standards für die Vergabe von Zertifikaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vadim Ni ergänzt, dass die klimapolitischen Ziele Tadschikistans ohne wirksame Maßnahmen zur Emissionsminderung und ohne die Einführung eines CO₂-Preises kaum erreichbar seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Muasama Burchanowa warnt zudem, dass die fortgesetzte Nutzung von Kohle als dominierende Energiequelle nicht nur die Umwelt weiter belasten, sondern auch erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich bringen könnte – etwa durch Luftverschmutzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich drohen auch wirtschaftliche Belastungen. Die Umstellung auf emissionsärmere Technologien könnte mit steigenden Kosten verbunden sein, insbesondere im Kontext eines wachsenden Energiebedarfs. Diese finanziellen Herausforderungen könnten sich negativ auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung auswirken.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was Tadschikistan von anderen Ländern lernen kann</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Aufbau eines eigenen Kohlenstoffmarktes kann Tadschikistan auf internationale Erfahrungen zurückgreifen, insbesondere auf die von Ländern mit ähnlichen wirtschaftlichen Strukturen. Die Beispiele Kasachstan, Kirgistan und Usbekistan zeigen, dass sich trotz begrenzter Ressourcen Fortschritte in der Klimapolitik erzielen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan investiert zunehmend in erneuerbare Energien, beispielsweise in Solar- und Windkraft. Insbesondere der dort entwickelte Rechtsrahmen könnte für Tadschikistan ein Vorbild sein, um grüne Projekte gezielt zu fördern und privates Kapital zu mobilisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan konzentriert sich auf nachhaltige Landwirtschaft und neue Technologien im Wasser- und Agrarsektor. Dies sind Bereiche, die auch in Tadschikistan großes Potenzial bergen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan wiederum setzt auf Ökotourismus und grüne Wirtschaftsinitiativen. Diese dienen nicht nur dem Umweltschutz, sondern schaffen auch Arbeitsplätze. Ein Modell, das auch für Tadschikistan relevant sein könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie der kasachstanische Experte Vadim Ni betont, ist es entscheidend, dass Tadschikistan seine Emissionsdaten regelmäßig erfasst, überprüft und öffentlich zugänglich macht. Bislang fehlt es jedoch an einem solchen System.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auch Länder außerhalb der Region bieten wertvolle Anhaltspunkte:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">So arbeitet Vietnam aktuell an einem CO₂-Steuersystem und beteiligt sich aktiv an internationalen Kohlenstoffmärkten. Damit will das Land sowohl Emissionen senken als auch das Wirtschaftswachstum sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Indonesien wiederum setzt auf forstwirtschaftliche Projekte – ein Ansatz, der angesichts der waldreichen Regionen Tadschikistans auch dort zukunftsweisend sein könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fazit:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einrichtung eines Kohlenstoffmarktes könnte für Tadschikistan ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltige Entwicklung sein und gleichzeitig internationale Investitionen anziehen. Doch bis es soweit ist, gibt es noch zahlreiche Hürden zu überwinden. So mangelt es an grundlegender Infrastruktur, einem rechtlichen Rahmen, Fachwissen und einem funktionierenden System zur Überwachung von Emissionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Einschätzung von Expert:innen hängt der Erfolg entscheidend von einer klaren Strategie der Regierung ab, insbesondere von der Einführung verbindlicher Emissionsquoten für Großunternehmen und einer engen Zusammenarbeit mit internationalen Partnern. Ohne diese Schritte droht der Kohlenstoffmarkt in Tadschikistan eine ungenutzte Chance zu bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20250515/dengi-iz-vozduha-kak-tadzhikistanu-zarabotat-millioni-na-uglerodnih-proektah">Russischen</a> von Usmon Rakhmonov</strong></p>



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			</item>
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		<title>Die Beobachtung des Gletschers &#8211; Über das Leben und die Arbeit an der glaziologischen Station Tujyksu</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-beobachtung-des-gletschers-ueber-das-leben-und-die-arbeit-an-der-glaziologischen-station-tujyksu/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Vlast]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Dec 2024 21:13:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Alatau]]></category>
		<category><![CDATA[Almaty]]></category>
		<category><![CDATA[Gletscher]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#xDC;berhalb von Almaty, auf &#xFC;ber 3000 Metern H&#xF6;he, liegt die Gletscherstation Tujyksu. Vlast hat die Forscher bei ihrer Arbeit begleitet. &#x201E;Die Station ist verfallen, die H&#xE4;user der Forscher sind bauf&#xE4;llig, und rund um die Siedlung bietet sich ein ziemlich d&#xFC;steres Bild. In den 80er Jahren lebte eine Gruppe von Forschern in der Siedlung: Ein Hausmeister [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Überhalb von Almaty, auf über 3000 Metern Höhe, liegt die Gletscherstation Tujyksu. Vlast hat die Forscher bei ihrer Arbeit begleitet.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><br><br></strong>„<em>Die Station ist verfallen, die Häuser der Forscher sind baufällig, und rund um die Siedlung bietet sich ein ziemlich düsteres Bild. In den 80er Jahren lebte eine Gruppe von Forschern in der Siedlung: Ein Hausmeister erhängte sich in einer der Hütten und zwei Forscher wohnten in der anderen; einer der Forscher wurde verrückt, er dachte, er hätte sich mit einer Fliege angefreundet. Einen Augenzeugen zufolge verlassen die Geister der Toten diese Station bis heute nicht</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zitate aus einem Video über die Gletscherstation Tujyksu, gedreht von russischen Fernsehteams, das Nikolai Kasatkin auf seinem Smartphone zeigt. „<em>Wie kann man sich sowas ausdenken? Manche glauben auch noch daran!</em>“, sagt der Expeditionsleiter empört. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet er hier &#8211; an der ältesten Gletscherbeobachtungsstation Zentralasiens.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Weg zum Gletscher</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir verlassen die Stadt in Richtung Gletscherbeobachtungsstation Tujyksu, kurz T1, früh am Morgen, bevor die Hitze einsetzt. Die Fahrt dauert über eine Stunde und die Straße wird oberhalb von Shymbulaq (Skigebiet bei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a>, N.d.Ü.) schwierig: Der Asphalt hört auf und der 11-sitzige weiße <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gorkowski_Awtomobilny_Sawod">GAZ</a> wackelt auf endlosen Steinen: Bis wir die Station erreichen, sind die selbst angebauten Tomaten im Kofferraum schon fast zu Tomatenmark geworden. Die Straße scheint nicht befahrbar zu sein, denn das Auto, mit Menschen, Ausrüstung und Lebensmitteln beladen, schleicht sich langsam, aber beharrlich dem Gletscher entgegen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41054" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200.jpg 1800w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Am Steuer sitzt Vasili Kapitsa, Leiter des Labors für Hochgebirgsgeokryologie des Zentralasiatischen Regionalen Glaziologischen Zentrums. Das Zentrum hat zwei Stationen: in Tujyksu, im Becken des Kleinen Almatinka-Flusses, und in Kosmostanitsa (wortwörtlich Kosmostation, N.d.Ü.), im Becken des Großen Almatinka-Flusses. Nach Kosmostanitsa führt eine asphaltierte Straße, nach Tujyksu kommt man dagegen nur nach einem etwa 9 Kilometer langen Fußmarsch. Im Winter kann diese Reise zwei Tage dauern, mit einer Übernachtung in der Station Mynshylky. Wir aber hatten Glück: Das Wetter war hervorragend, die Straße war nicht ganz mit Steinen bedeckt, der Fluss trat nicht über die Ufer und das Auto hatte keine Panne.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e04c0ead826f3789c444d1cc520383f5_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41055" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e04c0ead826f3789c444d1cc520383f5_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e04c0ead826f3789c444d1cc520383f5_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e04c0ead826f3789c444d1cc520383f5_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e04c0ead826f3789c444d1cc520383f5_1440xauto.jpg 1440w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Wir befinden uns auf einer Höhe von 3450 Metern über dem Meeresspiegel. Es gibt nur Berge, Felsen und mehrere Häuser: Nur eins davon ist ein Wohnhaus, das gerade repariert wird; daneben stehen „Fässer“ &#8211; runde, vor langer Zeit in verschiedenen Farben bemalte Bergsteigerunterkünfte. Die Farbe blättert ab &#8211; hier wohnt schon lange niemand mehr. Diese Häuser, die in den 70er Jahren geplant wurden, nannte man TSUBs, ein Akronym für „Vollmetall-Standardblocks“, sie wurden für die „Eroberer des Nordens“ geschaffen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/d874277da351d9e0651d3ed7807804c6_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41056" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/d874277da351d9e0651d3ed7807804c6_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/d874277da351d9e0651d3ed7807804c6_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/d874277da351d9e0651d3ed7807804c6_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/d874277da351d9e0651d3ed7807804c6_1440xauto.jpg 1440w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>An der Tür des einzigen Wohnhauses, in dem Glaziologen arbeiten, steht: „<em>Keine Übernachtungsmöglichkeit, bitte nicht stören</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher brodelte hier das Leben &#8211; Wissenschaftler, Sportler, exerzierende Militärs – und sogar eine Turnhalle wurde gebaut. Mittlerweile ist diese zerstört und jetzt wohnen einzig und allein Glaziologen hier, die den schnell schmelzenden Gletscher beobachten. Heute kommen nur noch Touristen hierher. Mit dem Aufkommen der sozialen Netzwerke ist die alte Badewanne in der Nähe der Wetterstation zu einem viralen Ort geworden. Selbst im Winter klopfen Reisende an die Tür der Glaziologen und fragen: „<em>Wo ist die Badewanne?</em>“. „Die <em>Mädels treten an die Wanne, ziehen sich bis auf den Bikini aus, setzen sich hinein und machen Fotos</em>“, wundert sich der Glaziologe Berik Koszhanov.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/26c657ef8f0306d3b7406348cc55a0e9_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41057" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/26c657ef8f0306d3b7406348cc55a0e9_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/26c657ef8f0306d3b7406348cc55a0e9_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/26c657ef8f0306d3b7406348cc55a0e9_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/26c657ef8f0306d3b7406348cc55a0e9_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Laut den Regeln sollten immer mindestens zwei Personen an der Station sein. Doch heute sind es mehr: Es stehen wichtige Forschungsarbeiten an, und so sind neben den beiden festen Mitarbeitern auch andere Spezialisten hinaufgefahren. Der Gletscher wurde 1902 entdeckt, und 1956 begannen die regelmäßigen Beobachtungen; damals lebten die Wissenschaftler in Zelten, erst in den 70er Jahren baute man für sie Häuser in Plattenbauweise.<br><br>Das erste, grüne Haus, seltsam schief, ist in der Ferne zu sehen; es sieht aus, als sei es in zwei zerbrochen: In der Mitte steht ein Ofen, daher ist das Eis unter dem Fundament geschmolzen. Man kann in dem Haus nicht wohnen, weswegen es heute ein Lager für alte Sachen und Bücher ist.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41058" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><br>Die Glaziologen sind in das „rote Haus“ umgezogen und&nbsp; reparieren es jetzt in Eigenregie: Sie haben das Dach erneuert, Tapeten geklebt, die Fassade mit neuem Material verkleidet, und jetzt ist es ein „weißes Haus“. Selbst auf die Genehmigung für diese Renovierung musste man jahrelang warten, ebenso wie auf die Finanzierung. Das Gebäude ist mit Sonnenkollektoren ausgestattet &#8211; es gibt genug davon, das Wichtigste sind allerdings nicht so sehr die Kollektoren, sondern die Batterie, sagt Kapitsa &#8211; und die ist klein.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41059" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die frische Luft und die schöne Aussicht machen einen schwindelig. „<em>Es ist die Bergkrankheit</em>“, erklärt Ilia Shechev, der jüngste, 23-jährige Mitarbeiter der Station. Er empfiehlt, auf Nägelbrettern zu stehen. Sergej Gebel, ein Hilfsingenieur, sagt, dass einem in den ersten Tagen aufgrund des Höhenunterschieds übel werden kann, dass der Blutdruck steige oder sinke, und dass man normalerweise versucht, nach dem Aufstieg zu schlafen. Aber nicht jetzt: Solange das Wetter klar ist, muss man sich auf den Weg machen &#8211; zum Gletscher. Die Meteorologen haben Regen versprochen, aber die Sonne scheint, und hinter einem Berg in der Nàhe hört man ein Gewitter. Nikolai Kasatkin, der Expeditionsleiter, der seit 1989 in den Bergen arbeitet, blickt auf die Gipfel: „<em>Das Wetter hier kann man nicht vorhersagen, es kann sich jede Minute ändern</em>“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/cd97caf2d17ef80a2d1bccd8f0e28fd9_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41060" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/cd97caf2d17ef80a2d1bccd8f0e28fd9_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/cd97caf2d17ef80a2d1bccd8f0e28fd9_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/cd97caf2d17ef80a2d1bccd8f0e28fd9_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/cd97caf2d17ef80a2d1bccd8f0e28fd9_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Nikolai Kasatkin</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Wir steigen wieder ins Auto mit noch mehr Ausrüstung und rumpeln über die Straße Richtung Gletscher. Vassili Kapitsa hofft, dass wir so nah wie möglich herankommen, aber bald stößt das Auto auf einen Steinschlag. Also weiter zu Fuß. Kapitsa packt mühsam einen riesigen schwarzen Plastikkoffer auf seinen Rücken, wir anderen bauen die restliche Ausrüstung auseinander und machen uns auf den Weg.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ab12f5fc2311894c1df1347d3698d232_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41061" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ab12f5fc2311894c1df1347d3698d232_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ab12f5fc2311894c1df1347d3698d232_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ab12f5fc2311894c1df1347d3698d232_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ab12f5fc2311894c1df1347d3698d232_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>„<em>Zoja, Igly Tujyksu, Ordscho</em>“, zählt Sergej Gebel die kurzen Namen der Gipfel auf. Foteh Rahimov, der leitende Ingenieur, bemerkt leise, dass diese Berge jung sind, aber älter als der Pamir. Foteh stammt aus Duschanbe und arbeitet seit einigen Jahren im Zentrum an einem Katalog der Gletscher im Einzugsgebiet des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a>. In regelmäßigen Abständen halten wir an, die Glaziologen bauen Geräte auf, messen etwas und zeichnen dann rote Kreuze auf die Felsen &#8211; Bodenkontrollpunkte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Gletscher schrumpft jährlich um 25 Meter</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Wir gehen weiter, hier sehen wir schon weiße Farbkreuze auf den Steinen: <strong>„</strong><em>Das haben wir letztes Jahr gemacht, bis hierhin ragte der Gletscher</em>“, erklärt Nikolai Kasatkin. Gänseblümchen brechen durch die Steine.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/bf3619eee2654c7b77c106dd72b7db6b_autox717-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41062" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/bf3619eee2654c7b77c106dd72b7db6b_autox717-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/bf3619eee2654c7b77c106dd72b7db6b_autox717-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/bf3619eee2654c7b77c106dd72b7db6b_autox717-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/bf3619eee2654c7b77c106dd72b7db6b_autox717.jpg 1075w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Aber auch hier findet man Müll. „<em>Wenn wir zu den Gletschern gehen, sehen wir eine Menge Müll</em>“, ärgert sich Kapitsa. „<em>Die Leute sind komisch, tragen eine volle Flasche Pepsi Cola bei sich, voll hat er sie bis hierhin geschleppt, aber leer will er sie nicht runterbringen. Also laufen wir herum, manchmal sammeln wir Müll auf. Hier ist es nicht so schmutzig wie auf den Gletschern oberhalb des Großen Almaty-Sees</em>“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9d4e8b792835184bd43b4ec825e2010b_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41063" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9d4e8b792835184bd43b4ec825e2010b_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9d4e8b792835184bd43b4ec825e2010b_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9d4e8b792835184bd43b4ec825e2010b_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9d4e8b792835184bd43b4ec825e2010b_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>„<em>1958 war das Eis hier etwa 70 Meter hoch &#8211; das alles war mit Eis bedeckt, alle Gletscher verschmolzen zu einer einzigen Zunge. Und jetzt ist das alles zerbrochen. Ein Gletscher ist der deutlichste Indikator für den Klimawandel, in diesem Fall für die Erwärmung des Klimas</em>“, sagt Nikolai Kasatkin. Vassili Kapitsa sagt, dass sich der Gletscher vor 1972 im Durchschnitt 15 bis 17 Meter pro Jahr zurückzog, während jetzt „<em>die durchschnittliche Rückzugsrate 25 Meter erreicht</em>“. Am stärksten schmolz der Gletscher im Jahr 2008: Damals zog er sich in nur einem Jahr um 46-48 Meter zurück. Nikolai, Ilia, Berik und Sergei überqueren den Fluss und gehen zur Zunge des Gletschers. Von weitem sieht sie aus wie eine Wand aus „Game of Thrones“. Sie klettern auf das Eis, um dort Punkte zu setzen und die Latten zu überprüfen. Der ganze Gletscher ist mit ihnen buchstäblich durchgestochen &#8211; „<em>Wie ein Igel</em>“, scherzt Kapitsa &#8211; so wird die Intensität der Eisschmelze gemessen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41064" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Glaziologen bohren ein drei Meter tiefes Loch und setzen dort Latten ein. Wenn die Schmelze zu schnell voranschreitet, muss man die Löcher nach einiger Zeit erneut bohren. Wir hören einen Hund bellen und sehen die Drohnen, die er verfolgt. Vasili und Foteh folgen ihnen dicht auf den Fersen: Jetzt müssen sie ihre Drohnen in die Luft heben, und die Hauptsache ist, dass die Geräte nicht zusammenstoßen. Während die anderen den Gletscher stürmen, kehren wir zu einem der ersten Ausgangspunkte zurück und Vasili Kapitsa öffnet den Koffer, den er seit langem auf dem Rücken träg. Darin liegt eine Drohne. Sie steigt hoch in den Himmel und macht Bilder, die man dann an die eingezeichneten Referenzpunkte, die roten Kreuze auf den Felsen, anhängt. Sie ergeben das genaueste und detaillierteste digitale Modell und Orthophoto des Gletschers und Moränenkomplexes Tujyksu.<br><br>Der Tujyksu ist in Zentralasien ist einer der am meisten erforschten Gletscher seit 1956. Heute haben die Wissenschaftler kaum noch genug Ressourcen für einen Gletscher, während sie früher den Igly Tujyksu, den Central Tujyksu, den Manschhuk Mametova und den Molodjoschny untersuchten; letzterer hat wegen des Klimawandels schon keine Zunge mehr. Es gab viele ähnliche Studien in anderen Republiken, aber nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden sie alle für eine gewisse Zeit unterbrochen: Die Finanzierung wurde eingestellt, Fachleute zogen weg. Kasachstan hatte Glück: 1982 kam Auszliare Revutaite für ein Praktikum aus Litauen hierher; man sagt, dass sie die Station in den schwierigen 90er Jahren, als es keine Finanzierung gab, buchstäblich gerettet hat.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Man erzählt, dass ihre Eltern ihr Geld schickten, um Kohle zum Heizen des Gebäudes zu kaufen. Sie verhinderte, dass Plünderer die Station zerstörten, und hielt Wache. Erst vor ein paar Jahren wurde sie pensioniert: Sie konnte nicht mehr auf den Gletscher klettern, das Alter hatte seinen Tribut gefordert. Man bot ihr einen Job in der Stadt an, im Büro des Glaziologischen Zentrums, aber sie lehnte ab. Die Forschung in den zentralasiatischen Republiken wird wieder aufgenommen: Auch mit Unterstützung ausländischer Stipendien führen Wissenschaftler gemeinsame Expeditionen durch, forschen und schreiben Artikel.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="600" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f9554f24c7e2b798a8683ee1f834b0ea_900xauto.jpg" alt="" class="wp-image-41065" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f9554f24c7e2b798a8683ee1f834b0ea_900xauto.jpg 900w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f9554f24c7e2b798a8683ee1f834b0ea_900xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f9554f24c7e2b798a8683ee1f834b0ea_900xauto-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vasili Kapitsa</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><em>„In der ehemaligen Sowjetunion gibt es keine Station wie Tujyksu. Es gibt eine ähnliche Station im Tien-Shan-Hochgebirgsforschungszentrum &#8211; am Südufer des </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yssyk-Köl"><em>Yssykköl</em></a><em>, am Karabatkak-Gletscher. Die Station liegt auf einer Höhe von 2.500 m, und die Forscher kommen acht Kilometer weit mit Pferden zum Gletscher. Die Forscher aus Tadschikistan haben keine feste Station, sie führen ihre Forschungen auf Expeditionen durch. Sie haben zwei-drei Wochen im Jahr, in denen sie den Gletscher besuchen und erforschen. In Usbekistan ist es das Gleiche. Wir kommen alle zehn Tage hierher. Auf dem Abramov-Gletscher, an der Grenze zwischen Kirgistan und Tadschikistan, gab es eine glaziologische Station, die 1999 von „radikalen Genossen“ aus Tadschikistan niedergebrannt wurde</em>“, erzählt Kapitsa.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Hoffnung auf Rettung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tujyksu-Gletscher ist unsere Süßwasserreserve, und er schmilzt buchstäblich vor den Augen der Glaziologen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gletscher selbst &#8211; seine Struktur und Bewegung &#8211; ist bereits klar, aber die Glaziologen haben gerade erst begonnen zu untersuchen, was mit ihm in ökologischer Hinsicht passiert. In den 160 Jahren seit dem Ende der so genannten „Kleinen Eiszeit“ &#8211; von 1850 bis 2010 &#8211; ist die Fläche der Gletscher im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Transili-Alatau">Trans-Ili-Alatau</a> um 60-70 Prozent zurückgegangen. Wissenschaftler sagen voraus, dass bis 2070 die meisten Gletscher in Kasachstan verschwinden werden. Es gibt jedoch eine Theorie, wonach sich Gletscher selbst „schützen“ können. „<em>Die Gletscherzunge ist von oben mit Steinen bedeckt, darunter schmilzt sie viel langsamer. Wenn man sich den Igla-Tujyksu-Gletscher ansieht, kann man diesen gepanzerten Teil sehen, der viel höher ist als der offene Teil. Man könnte sagen, dass der Gletscher beginnt, sich selbst zu regulieren. Diese Theorie gibt Hoffnung auf Rettung</em>“, beruhigt Vassili Kapitsa ein wenig.<br><br>Rahimov sagt, dass die Gesamtmenge an Niederschlag zwar zunimmt, aber nur geringfügig, und bisher reicht sie nicht aus, um die Eismasse zu vergrößern. Vor allem feste Niederschläge (Schnee, Graupel, Hagel etc.) werden für das Wachstum der Gletscher benötigt. Wenn die Niederschläge doppelt so hoch sind und die Durchschnittstemperatur fünf Grad niedriger ist als jetzt, dann wird der Gletscher wachsen. Aber ob das passieren wird, kann niemand vorhersagen.<br><br>„<em>Im Allgemeinen ist alles in der Natur zyklisch: von der Erwärmung zur Abkühlung, jetzt leben wir in einer Periode der Erwärmung, sie wird früher oder später enden, die Periode der Abkühlung wird beginnen, vielleicht werden wir es nicht sehen, wir leben nicht lange genug. Aber das Klima ist so eine Sache, es verändert sich ständig</em>“, erklärt Nikolai Kasatkin.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-41066" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013-1536x864.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Mitarbeiter haben Walkie-Talkies: „<em>Könnt ihr die Drohne hören?</em>“, fragt Kapitsa diejenigen auf dem Gletscher. „<em>Wir können sie nicht nur hören, wir können sie auch sehen!</em>“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Schneller, noch ein paar Schienen.</em>“ Die Drohne hebt viermal ab, die Wissenschaftler kehren von der Messung der Eisschmelze auf den Schienen zurück, alle haben nasse Füße bekommen, und zwei von ihnen &#8211; Sergei und Berik &#8211; sind mehrmals gestürzt, obwohl sie Gurte trugen. Bei den Glaziologen gab es keine Unfälle. 2006 stürzte Juri Rebrov, der ehemalige Leiter der Station, in eine Gletscherspalte. Er und sein Kollege Vasili Mischenin waren zu einer Schneeuntersuchung unterwegs, und Juri flog drei bis vier Meter in die Tiefe, brach sich die Schulter. Durchnässt wartete er darauf, dass Mischenin zur Station lief, um Werkzeug zu holen, ihn herauszuziehen und zum Memorial zu bringen &#8211; damals gab es weder Internet noch Mobiltelefone. Dabei hat sich Rebrov nicht einmal erkältet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir kehren schnell zur Station zurück: Kapitsa ist besorgt, denn die Drohne muss bereits bei Tageslicht vom Platz vor dem Haus gestartet werden: Es ist 15 Uhr, erst um 16 Uhr sind die Batterien geladen, um 18 Uhr aber wird es bereits dunkel sein. „<em>Man muss heute alles erledigen, für den Fall dass morgen schlechtes Wetter ist</em>“, sorgt sich Kapitsa. Aber alles klappt: Die Drohne steigt in den Himmel, und Rahimov überprüft sorgfältig den Batteriestand.<br><br>Dann werden alle Daten auf einen Computer hochgeladen, der die Informationen über Nacht verarbeitet. „<em>Der Zweck der Untersuchung besteht darin, die Ablation, also das Schmelzen des Eises auf der Gletscherzunge durch wiederholte Drohnenuntersuchungen zu bewerten. Auf der Grundlage dieser Erhebungen erstellt man digitale Höhenmodelle für mehrere Zeiträume und schätzt die Schmelzrate mithilfe eines Geoinformationssystem (GIS).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gleichzeitig werden wir direkte Beobachtungen entlang der Messlatten durchführen &#8211; wir werden über einen längeren Zeitraum mit einem Maßband messen und auch GPS-Messungen hinzufügen. Auf diese Weise werden wir in der Lage sein, den Fehler der Fernbestimmung der geschmolzenen Eisschicht zu schätzen. Wir gehen davon aus, dass wir im Vergleich zu den instrumentellen Messungen eine Fehlertoleranz von 5 cm haben</em>“, versucht Kapitsa so deutlich wie möglich zu erklären.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kuenstliche-gletscher-zur-anpassung-an-den-klimawandel/">Künstliche Gletscher zur Anpassung an den Klimawandel</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt sind die Glaziologen mitten in der Saison &#8211; sie sammeln Daten auf dem Gletscher und im Winter&nbsp; werden sie sie verarbeiten. Ende September wird hier Schnee liegen. Die eigentliche Saison beginnt dann Ende März, wenn die Glaziologen die maximale Schneeansammlung auf dem Gletscher bestimmen. Nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nouruz">Nauruz</a> (Neujahr im persischen Kulturraum, N.d.Ü.), im April-Mai, legen sie die Daten für die maximale Schneeansammlung in der Regel fest. Der Gletscher beginnt zu schmelzen, und die Glaziologen gehen alle zehn Tage zu Schneeuntersuchungen. Außerdem müssen sie alle drei Stunden &#8211; von 9 Uhr morgens bis 21 Uhr abends &#8211; zur meteorologischen Station fahren und Daten erheben. Ein Auto kommt hier bestenfalls ab Ende Juni hoch. In dieser kurzen Zeitspanne bis September muss man alle Vorräte, Lebensmittel und Ausrüstung zur Station zu bringen.<br><br>Obwohl der Gletscher seit so vielen Jahren untersucht wird, kann man nicht genau sagen, wie groß sein Volumen ist. Vor zehn Jahren kamen Glaziologen aus Moskau mit einem Georadar hierher und nahmen Messungen an dem zugänglichen Teil des Gletschers vor, die eine Dicke von 100 Metern ergeben haben. Aber dort, wo ein Aufstieg unmöglich ist, könne man nur schätzen, wie groß das Volumen sei. <em>„Plus oder minus zwei Krokodile“</em>, scherzt Kasatkin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Sonne untergeht, wird es kalt und der Ofen im Haus wird angeheizt: „<em>Bei uns ist es das ganze Jahr Heizsaison</em>“, lacht Kasatkin. Müde, aber zufrieden essen die Glaziologen zu Abend, trinken Tee, und einige gehen direkt ins Bett &#8211; ein langer, aber produktiver Tag liegt hinter ihnen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e4292b06ebe0c7e32ef98ebc36473dd5_1440xauto-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-41067" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e4292b06ebe0c7e32ef98ebc36473dd5_1440xauto-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e4292b06ebe0c7e32ef98ebc36473dd5_1440xauto-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e4292b06ebe0c7e32ef98ebc36473dd5_1440xauto-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e4292b06ebe0c7e32ef98ebc36473dd5_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>„<em>Ich glaube, die Hälfte der Bevölkerung von Almaty weiß nicht, dass wir Gletscher haben. Ein lebendes Beispiel: Pavel, ein IT-Fachmann, hat früher für uns gearbeitet. Er und Kolia gingen zu einem See. Der Pik Sovetov war von dort zu sehen und Pavel meinte dieser sei aus Kalkstein. Nikolaj erklärte ihm, dass es ein Gletscher sei. Wir fragten ihn, woher das Wasser des Flusses komme? Er sagte: „Wie woher? Na aus dem Erdboden natürlich!</em>“, &#8211; erinnert sich Kapitsa. Nikolai lacht: An diesem Tag konnte er seinen Kollegen nicht davon überzeugen, dass es sich um Gletscher handele. „Und Pavel war gebürtig aus Almaty!“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Ich schlafe vor Aufstiegen immer schlecht“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vasili Kapitsa arbeitet seit 2006 auf Tujyksu. Er kam hierher, als er an der Al-Farabi-Universität studierte: Seine Kommilitonen machten ein Praktikum am Institut für Geografie. Vasili kam zu Besuch, traf Nikolai Kasatkin auf der Veranda und wurde von ihm zu Schneeaufnahmen eingeladen. Es war der 24. Mai, der Geburtstag von Kapitsa.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="600" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/208e5a0255ffb262cc0bed8754120c97_900xauto.jpg" alt="" class="wp-image-41068" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/208e5a0255ffb262cc0bed8754120c97_900xauto.jpg 900w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/208e5a0255ffb262cc0bed8754120c97_900xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/208e5a0255ffb262cc0bed8754120c97_900xauto-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><em>„Kommst du mit uns? Dort ist alles anstrengend, schwierig“</em>, warnte mich Nikolaj. Ich ließ mich nicht erschrecken und sagte zu. Wir kamen zu Fuß hier hoch, übernachteten, am Morgen gingen wir zur Schneemessung auf den Gletscher, kamen runter und am 28. Mai sprach ich mit Igor Severski &#8211; damals Leiter des Labors, jetzt unser wissenschaftlicher Direktor- und das war&#8217;s: Sie boten mir den Job an, ich sagte zu, und blieb dabei. Als ich die Stelle bekam, gab es hier keinerlei Licht: Es gab nur einen Generator mit einer Glühbirne, die abends eine halbe Stunde lang leuchtete.&nbsp; Man musste auf den Hügel gehen, um Empfang zu bekommen. Übrigens ist mir aufgefallen, dass Mobiltelefone früher einen besseren Empfang hatten als heute.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41070" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>2008 verließ Vasili Kapitsa wegen finanzieller Probleme und um sich um seine Familie zu kümmern zeitweise die Wissenschaft, aber er blieb immer in Kontakt mit seinen ehemaligen Kollegen. Dann gab es ein internationales Stipendium des Bonner Instituts für Geowissenschaften mit Schwerpunkt auf Moränenseen. „<em>Ich arbeitete zu diesem Zeitpunkt irgendwo als Manager und Verkäufer. Sie riefen mich an und boten mir ein Gehalt halb so hoch wie das, was ich zu der Zeit bekam, aber immerhin viermal höher als mein Gehalt bevor ich die Station verlassen hatte. Ich sagte also zu und kam zurück. Jetzt zahlt der Staat, er verlangt aber auch einiges. </em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Man erwartet von uns, dass wir viele Artikel in hochrangigen ausländischen Fachzeitschriften veröffentlichen. Es kann eineinhalb Jahre dauern, bis eine einzige Publikation veröffentlicht ist: Erstmal wird sie überprüft, dann verfasst der Prüfer eine Bewertung… dabei dauert das Programm selbst erst zwei Jahre! Und wenn man die Bedingungen des Programms nicht erfüllt, bekommt man als Strafe für drei bis fünf Jahre keinen Zugang zu Stipendien für solche Projekte. Ich hoffe, wir können die Frist einhalten.“</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/fdb52bd1b478502218c6d7966aa33a86_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41071" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/fdb52bd1b478502218c6d7966aa33a86_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/fdb52bd1b478502218c6d7966aa33a86_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/fdb52bd1b478502218c6d7966aa33a86_1440xauto-768x513.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/fdb52bd1b478502218c6d7966aa33a86_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><br>Den ganzen Juli über wurden in der Kosmostation Bohrungen durchgeführt. Das ist einem Projekt mit der Schweizer Universität Fribourg zum Aufbau eines Netzes zur Beobachtung des Permafrostes in ganz Zentralasien. Laut Vasili begann diese Überwachung bereits in den 70er Jahren: <em>„Damals hatten wir etwa 32 Bohrlöcher &#8211; von anderthalb bis 120 Metern Tiefe; dieses Jahr haben wir drei 32 Meter tiefe Bohrlöcher und ein 12 Meter tiefes Bohrloch gebohrt und Sensoren installiert, die die Temperatur des Bodens in jedem Meter messen, sowie andere Geräte.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Im Juli dieses Jahres wanderten unsere Glaziologen mit Wissenschaftlern aus Österreich entlang der Gletscher oberhalb des BAO (Akronym für Bolschoe Almatyskoe Osero, Großer Almaty-See N.d.Ü.), ebenfalls ein mit Steinen bedeckter Gletscher, der sich bewegt. Zwei Wochen lang sind wir mit ihnen dort lang gelaufen, haben geophysikalische Forschung betrieben. Es gibt eine Menge Kabel, man muss Batterien und anderes Zeug tragen, und es ist alles schwer. Heute laufe ich mit einer Drohne auf dem Rücken, und es fühlt sich an wie auf den Malediven, es ist so leicht.</em>“ Dennoch erfordert diese Arbeit eine gute körperliche Fitness &#8211; selbst junge Menschen halten das nicht immer aus. Deshalb wird die Gesundheit der Spezialisten, die den Tujyksu besteigen, jährlich überprüft.<br><br>„<em>Auch mir passiert es manchmal: Wenn ich lange nicht aufgestiegen bin, bekomme ich Atemnot oder Kopfschmerzen. Wenn ich hierher komme, werde ich auf einmal schläfrig. Und aus irgendeinem Grund schlafe ich vor dem Aufsteigen immer schlecht. Ich denke: Schaffe ich es oder nicht? Das Auto ist ja alt &#8211; 2011, und die ganze Zeit auf solchen Straßen&#8230;</em>“. Oft möchte seine Familie in die Berge fahren, wenn sie aber seinen Gesichtsausdruck sehen, verzichten sie darauf. Was er seiner Familie aber definitiv beigebracht hat, ist Wasser zu sparen. Da die Gletscher so stark schmelzen, müssen wir uns anpassen: Unsere Einstellung zum Wasser muss sich ändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/gletscherschmelze-im-tian-shan-eine-gefahr-mit-langfristigen-folgen-fuer-zentralasien/">Gletscherschmelze im Tian Shan. Eine Gefahr mit langfristigen Folgen für Zentralasien</a></strong><br><br>„<em>Ich wohne in Tastak, bei uns wird viel Klee angepflanzt. Jede Nacht, ob es regnet oder nicht, gießen sie es, sodass es schon wie ein Sumpf ist. Wenn ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre, komme ich am Gandhi-Park vorbei, dort ist es dasselbe. Und das, obwohl alle schreien, dass wir Wasser sparen sollen. Kasachstan ist reich an Mineralien, wir haben aber Probleme mit dem Trinkwasser. Das Problem ist, dass die Leute das nicht verstehen wollen: Die öffnen den Wasserhahn und das Wasser fließt. Aber woher es kommt, wo es später hinfließt… das ist egal: Die Olympischen Spiele sind viel interessanter.</em>“ In einigen Ländern versucht man, in den Bergen Stauseen zu bauen, um das Wasser aus den Gletschern zu sammeln. Daran leiden aber die darunter liegenden Landschaften, merkt Vassilii an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kapitsa hat die vorherige Generation von Glaziologen in einer sehr schwierigen Zeit abgelöst, aber selbst jetzt „<em>ist das Gehalt eines jungen Spezialisten geringer als das eines Essenslieferanten. Natürlich versuchen wir, sie zu unterstützen und sie in einige ausländische Projekte einzubeziehen. Jeder will sofort gutes Geld verdienen, das verstehe ich sehr gut, so ist es nun einmal. Ich weiß nicht, was ich an ihrer Stelle tun würde.</em>“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Ich bin solche Dinge immer noch nicht gewohnt.“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Es ist immer gefährlich hier: Das sind Berge, die können mal weniger und mal mehr Gefahr bedeuten. Alles kann passieren</em>“, sagt Kasatkin, während er auf die Berge blickt. Er ist der Einzige hier, der sich an die Blütezeit der Tujyksu-Station erinnert: „<em>Im Sommer trainierten hier die Skispringer. Sie hatten einen Dieselgenerator, eine elektrische Sauna und ein Badehaus, einen Heizkessel und eine Kantine. Als die Sowjetunion zu Ende ging, war es fast sofort vorbei, buchstäblich im nächsten Jahr. Alles, was man wegtragen konnte, wurde weggebracht. Sehen Sie das Gestell des Geländewagens dort drüben? Ich habe ihn noch laufen sehen. Die Union brach zusammen, und buchstäblich ein Jahr später kamen wir zurück, und es gab nur noch ein Gestell: Alles, was sich klauen ließ, war gestohlen worden</em>“, erinnert er sich.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9258273c58954a7a783e41ca033d034a_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41072" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9258273c58954a7a783e41ca033d034a_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9258273c58954a7a783e41ca033d034a_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9258273c58954a7a783e41ca033d034a_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9258273c58954a7a783e41ca033d034a_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gletscherstation befindet sich auf dem Gebiet eines Naturparks, daher gibt es keine Zäune, jeder kann hier frei eindringen, was für die Wissenschaftler ein Problem darstellt. Fünf Minuten Fußweg vom Stationsgebäude entfernt liegt ein kleiner See, auf dem Weg dorthin kann man Schläuche, Kabel und Rohre sehen, die aus den Felsen ragen &#8211; wie Überbleibsel einer früheren Zivilisation. Früher holten die Bergsteiger mit Rohren Wasser aus dem See, ihre Rundhütten wurden geheizt &#8211; in den 70er Jahren wurde ein Heizsystem erfunden. Jetzt nehmen die Glaziologen einen Eimer Wasser, erwärmen ihn auf dem Herd und waschen sich auf diese Weise. Nikolai Kasatkin kam 1989 zum ersten Mal nach Tuyuksa, als er noch Student&nbsp; war und er eine Ausbildung zum geodätischen Ingenieur machte.<br><br>In Kasachstan werden keine Glaziologen ausgebildet, alle Stationsmitarbeiter haben andere Berufe: Unter ihnen gibt es einen Geographen, einen Bergsteiger, aber meistens ist der Beruf des Glaziologen mit der Geodäsie verbunden, hier gibt es Hydrologen, Morphologen und so weiter. „<em>Als ich Geodät wurde, wurden alle geodätischen Vermessungen mit optischen Theodoliten, Nivelliergeräten und Latten durchgeführt, alle Bilder standen auf dem Kopf, und von GPS hörten wir erst am Institut &#8211; ein Lehrer erzählte uns, dass die Amerikaner irgendein System erfunden hätten</em>“, erinnert sich Kasatkin. Jetzt ist alles sogar physisch einfacher &#8211; man muss keine schweren Theodoliten auf den Berg tragen, und mit Hilfe einer Drohne und Computerprogrammen ist es möglich, „<em>ein Forschungsvolumen zu erreichen, das ein Geodät in seinem ganzen Leben nicht schaffen könnt“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den 1989-90er Jahren absolvierte Kasatkin ein Praktikum am Tujyksu, 1993 schloss er sein Studium ab, „<em>ein paar Jahre hin und her, dann die stürmischen 90er Jahre, als Leute, die 20-30 Jahre in Unternehmen gearbeitet hatten, entlassen wurden. Wer braucht schon einen jungen Fachmann? Ein paar Jahre lang war ich Kaufmann, und dann habe ich mich erinnert: Es gibt das Geographische Institut, wo ich mein Praktikum gemacht habe. Aber damals dachte ich, dass ich im Tourismus tätig sein sollte &#8211; ich hatte damals schon eine Familie, die ich ernähren musste, und ich wollte im Tourismus Geld verdienen</em>“. 1995 kam Nikolaj zum Geographischen Institut und bot an, Touristen von Shymbulaq nach Tujyksu zu fahren, aber er wurde abgelehnt und nahm einfach einen Job als Glaziologe am Tujyksu und am Großen Almaty-See an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Und dann starben die alten Glaziologen alle, jemand ging, und es stellte sich heraus, dass ich mit meinem Fachgebiet, mit meiner Ausbildung, gerade noch für dieses Geschäft geeignet war. Ich musste mich irgendwie in den Prozess einbringen, und dann gefiel es mir, und das war&#8217;s.</em>“ Jetzt ist Kasatkin für zwei Stationen verantwortlich, diese untersuchen offenliegendes Eis, Permafrost und vergrabenes Eis: „<em>Ich bin sowohl Permafrostforscher als auch Glaziologe, wie Truffaldino aus Bergamo. Nicht, weil mich jemand dazu zwingt, sondern weil es interessant ist</em>.“ Als ich ihn nach der nächsten Generation von Glaziologen frage, winkt er ab: „<em>Sprechen Sie mit jungen Leuten, was sie denken, aber Gott hat Vasja zur Glaziologie geschickt, das ist eine Tatsache. Ich wüsste gar nicht, wie ich das sonst erklären sollte</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;Kasatkin sagt, dass in den letzten Jahren Geld für die Glaziologen bereitgestellt wurde, dass endlich neue Geräte gekauft wurden und dass neue Technologien und mit ihnen das 21. Jahrhundert in Tujyksa Einzug gehalten haben: „<em>Das ist eine große Erleichterung! Als wir umgeschult wurden, mussten wir uns natürlich das Hirn zermartern, vor allem, weil uns niemand etwas beibrachte, wir mussten uns die neuen Geräte irgendwie selbst aneignen. Und wie viele Koordinaten wir jetzt verwenden, hätte ich mir nie träumen lassen</em>“.<br><br>Nikolai Kasatkin liebt die Berge seit seiner Kindheit &#8211; er wuchs im Mikrodistrikt Orbita auf und verbrachte seine gesamte Freizeit mit Wanderungen in den Bergen, aber er ist nie Ski gefahren und hat auch nie Bergschuhe anprobiert. „<em>Ich bin an diese Aussichten immer noch nicht gewöhnt, ich laufe jedes Mal aufs Neue mit offenem Mund herum und schaue mich um, bin euphorisch. Ich komme immer wieder und immer ist es schön: Ich habe Glück mit meinem Job, es wäre eine Sünde, sich zu beschweren. Wenn es nach mir ginge, würde ich in den Bergen leben, nicht nur leben, sondern etwas erforschen. Wenn man die Natur studiert, egal wie hochtrabend es klingt, lernt man sich selbst kennen. Der Mensch ist ein Teil der Natur, und um mehr über uns selbst</em> <em>zu erfahren, müssen wir die Gesetze der Natur mehr studieren. Ich lebe mein Leben und genieße es, solange Gott das Licht nicht ausgeschaltet hat. Es wird eine Zeit kommen, in der das Licht einfach ausgeht und das war&#8217;s dann. Solange genieße ich es einfach, und ich arbeite so lange ich kann.</em>“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„<em>Manchmal ist das Wetter hier so, dass es nicht mal das Ministerium für Notfallsituationen hierher schafft.</em>“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der 32-jährige Nachwuchsforscher Berik Koszhanov stürzte heute in einen Fluss von einem halben Meter Tiefe, obwohl er einen Klettergurt trug: „<em>Die Ränder sind glitschig, wie eine Katze in der Badewanne</em>“, lacht er und erinnert sich an den „<em>Arbeitsmoment</em>“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41073" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Berik Koszhanov</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>„<em>Ich komme selbst aus dem Flachland und bin durch Zufall in den Bergen gelandet. Ich weiß noch, wie ich 2012 das erste Mal hier übernachtet habe, als ich ein Praktikum machte. Ich bin nachts aufgewacht, weil sich mein Hirndruck ausglich, meine Ohren pfiffen und es war, als würde Luft entweichen. Danach hatte ich keine Probleme mehr mit der Akklimatisierung</em>“, so Berik, der aus Westkasachstan, aus einem Dorf in der Nähe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtöbe">Aqtöbe</a>, stammt. Er studierte an der Fakultät für wissenschaftliche Geografie der Abay KazNPU (Universität in Almaty) und absolvierte während seines Studiums ein Praktikum am Institut für Geografie, wodurch er 2012 nach Tujyksa kam. Er arbeitet hier seit neun Jahren und hat heute Schichtende.<br><br>Er gibt zu, dass ihn die Ruhe der Station angezogen hat: „<em>Das Leben hier ist gemäßigter, einfacher, die Natur, mit Murmeltieren in der Nähe. Ich bin kein Fan von vielen Menschen, von Lärm und Krach, und hier bin ich ganz allein und ruhig. Obwohl es in den letzten Jahren, nach Covid, viele Touristen hier gab, war es früher besser (lacht). Aber trotzdem ist es hier angenehmer, besonders wenn die Stadt im Sommer stickig ist. Alles ist ruhig, es ist anstrengend, aber es ist interessant. Es ist vor allem körperlich hart. Besonders im Winter ist es ein Abenteuer, hierher zu kommen. Die Entfernung von Shymbulaq bis hierher beträgt neun Kilometer. Und wir gehen zu Fuß mit einem Rucksack, in dem sich Essen und Kleidung befinden. Manchmal mussten wir hüfthoch im Schnee laufen. Es kommt vor, dass wir von Shymbulaq bis zum Mynshylky-Damm den ganzen Tag laufen solange es Tageslicht gibt. Und von dort aus müssen wir hierher genauso lange laufen. So ist das, wenn das Wetter wirklich schlecht ist.“</em><br><br>Die Glaziologen hier arbeiten in Schichten &#8211; eine Schicht dauert zehn Tage, dann gibt’s 20 Tage Pause. „<em>Es gibt sechs Mitarbeiter, drei Schichten. Aber im Sommer müssen wir oft länger in der Station bleiben, weil wir mit dem ganzen Personal arbeiten müssen &#8211; um Daten zu sammeln oder um &#8211; wie jetzt &#8211; bei Reparaturen zu helfen</em>.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/klimawandel-kirgistans-gletscher-in-gefahr/">Klimawandel: Kirgistans Gletscher in Gefahr</a></strong><br><br>Berik Koszhanov ist nun schon die dritte Woche hier, am nächsten Tag wird er in die Stadt fahren, heute hat er seine Wäsche gewaschen, die über dem Ofen trocknet: „<em>Ich muss wieder wie ein Mensch aussehen und ein wenig runterkommen</em>“. Wenn er nach Almaty kommt, schreibt er Berichte, was mehrere Tage in Anspruch nimmt. „<em>Die grundlegendste Arbeit, die wir im Sommer auf dem Gletscher haben, ist die Schneevermessung alle zehn Tage, außerdem müssen wir manchmal jeden zweiten Tag Latten bohren, wie heute. Heute haben wir sechs-sieben Latten gebohrt. Es gab Schichten, in denen wir um sechs Uhr morgens losgefahren sind und erst abends vom Gletscher zurückkamen, den ganzen Tag über haben wir nichts anderes gemacht als Bohren. Wir hatten 2016-2017 einen Rekord: ich und ein anderer Mitarbeiter haben 58 Latten an einem Tag gebohrt. In diesem Jahr schmolzen die Latten sehr stark und wir bohrten jede einzelne neu.</em>“<br><br>Vor etwa vier Jahren bekam die Station Internet &#8211; davor erfolgte die Kommunikation per Walkie-Talkie mit der Station Mynshylky. Bevor es Internet gab, hat Berik viel gelesen &#8211; die Bibliothek in der baufälligen Hütte ist umfangreich und bietet für jeden Geschmack etwas. Er erinnert sich daran, dass er, bevor es Wi-Fi gab, mit einem einfachen Tastentelefon herumlief. Zu Hause hatte er einen Laptop, und das genügte, um mit der Welt verbunden zu sein: „<em>An manchen Orten war es ohne Verbindung schwierig, aber andererseits war ohne Verbindung vielleicht alles ruhiger, es gab manchmal weniger Aufregung. Wir haben uns inzwischen an das Internet gewöhnt, aber es kann schwierig sein, ohne auszukommen, vor allem, wenn wir am Tisch sitzen und wir über etwas diskutieren, das man nicht googeln kann. Aber damals haben wir mehr gelesen, und heute sind Bücher eher Ausstellungsstücke</em>“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41074" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Alle drei Stunden muss ein Mitarbeiter Messungen an der Wetterstation vornehmen. Die sieht ganz nah aus, aber wenn das Wetter schlecht wird und Nebel aufzieht, kann man sich jederzeit verirren. <em>„Ich orientiere mich hier sehr gut, aber wenn es neblig ist, ist nicht einmal klar, wo der Hang ist, wolang was verläuft. Einmal habe ich mich auf dem Weg zur Baustelle verlaufen, und an einem anderen Tag wehte der Wind sehr stark, ich lief den Weg entlang und wurde einfach weggeblasen. Ich kletterte hinauf und wurde wieder hinunter geblasen. In diesem Sommer gab es viel Regen und Gewitter, und ein Teil der Ausrüstung verbrannte.“</em> Berik erinnert sich daran, wie eine riesige Batterie vom Blitz getroffen wurde, der buchstäblich ins Haus einschlug und die Geräte beschädigte. Koszhanov sagt, er habe kürzlich eine Liste der schlimmsten Orte in Kasachstan gesehen, auf der auch die Station Tujyksu aufgeführt war &#8211; sie wurde mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Prypjat_(Stadt)">Pripjat</a> verglichen. Aber er hat sich längst an diesen Ort gewöhnt und sieht an ihm nichts Beängstigendes.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-41075" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013-1536x864.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Vielleicht liegt es daran, dass einige der Häuser hier auf den ersten Blick verlassen wirken und auf dem Gelände seltsame Skulpturen aus Holz stehen &#8211; Berik nennt sie „Totems“ -, von denen keiner der Stationsbewohner weiß, wer sie gemacht hat. Vielleicht hat jemand aus der älteren Generation der Glaziologen in den einsamen Abenden gern geschnitzt. Aber all das, ebenso wie Wolken, Berge und Bäder, zieht Touristen an, und die Wissenschaftler müssen ihnen erklären, was Glaziologie ist und warum sie nicht in diesen Häusern übernachten können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es gibt Zeiten, in denen sie hier um Hilfe bitten: „<em>Einmal klopfte einer der Touristen mitten in der Nacht an &#8211; Pupillen geweitet, Panikattacke, Bergkrankheit &#8211; das passiert, wenn man nicht an die Berge gewöhnt ist und beschließt, dort die Nacht zu verbringen. Touristen fragen oft nach dem Weg, oder bitten darum, die Nacht bei ihnen zu verbringen. Eines Tages kam ein Tourist und sagte: ‚Setz mal den Kessel auf, während ich zum See gehe‘. Hier ist es manchmal wie in einem Café! Manche Leute kommen ganz ruhig und bitten um Hilfe, dann ist das kein Problem, aber wenn sie unverschämt sind, </em><em>dann schallt es aus dem Wald </em><em>so, wie sie hineinrufen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Manche dann erzählen anderen: „<em>Da oben hat jetzt ein wütender Kasache Dienst</em>“ (lacht). „I<em>ch bin der einzige Kasache, der auf dem Station arbeitet, und sie erinnern sich eher an mich. Vor anderthalb Monaten brach sich ein Tourist auf dem Weg hinter einem benachbarten Hang ein Bein. Er und andere Touristen waren dort unterwegs, genau wie zwei Spezialisten aus Kazselesaschita, die aufstiegen, um sich den See anzuschauen. Sie kamen dann zu mir, um die Stadt zu kontaktieren. Schließlich rief ich Mynshylky an, und das Ministerium für Notsituationen kam zum Einsatz. Es dauerte einen halben Tag, um sie zu retten. So etwas passiert ständig, vor allem im Frühjahr, wenn jemand von einer Lawine erwischt wird. Gerade zu dieser Zeit meinen Skifahrer auf Berge steigen zu müssen, sie lösen selbst Lawinen aus.</em> Und manchmal ist das Wetter hier so, dass selbst der Noteinsatzdienst hierher kommen kann.<br><br>Koszhanov lacht, denn nicht einmal alle seine Verwandten verstehen, was er das ganze Jahr über in den Bergen sitzt. Sergej Gebel, ein Hilfsingenieur, arbeitet seit vier Jahren hier. „<em>Als ich zum ersten Mal hierher kam, war es für mich wie ein Märchen, alles war neu, alles war so interessant, ich bin den einen Berg hinaufgelaufen, ich bin den zweiten Berg hinaufgelaufen, ich wollte alles lernen, alles fotografieren, alles riechen, alles anfassen</em>“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41076" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sergei Gebel</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Gebel weiß, wo man Pilze, Himbeeren, Weidentee und andere Pflanzen pflücken kann, und er scheint alle einheimischen Murmeltiere zu kennen, die das Gebiet der Station unter sich aufgeteilt haben: einige leben in der Turnhalle, andere unter Fässern, das mutigste &#8211; unter dem Haus. Es kommt ganz nah an uns heran &#8211; wohlgenährt und schön. Früher gab es hier einen Hund, aber der ist weggelaufen, sie wollten eine Katze anschaffen, aber anscheinend sind nicht alle Mitarbeiter dafür. „<em>Mit einem Kätzchen würde es mehr Spaß machen, aber ohne haben wir mehr Murmeltiere</em>“, lacht Sergei.<br><br>Berik Koszhanov und Ilia Shechev kann man als die junge Generation von Glaziologen bezeichnen, aber Berik gibt zu, dass er sich eindeutig nicht als solcher fühlt, weil er vieles nicht weiß, vor allem, wie man Geräte repariert. „<em>Was die Wissenschaft betrifft, so trifft das wahrscheinlich nicht auf uns zu, sondern auf diejenigen, die im Büro sitzen, denn wir sind nur Sammler von Informationen, wir analysieren sie nicht. Man sagt uns, wir sollen messen, und wir geben die Informationen weiter, und ein Team, das mehr Mitarbeiter hat als wir, bearbeitet sie. In regelmäßigen Abständen erfahren wir dann das Ergebnis. Ich kann es irgendwie sehen, aber ich habe keine konkreten Zahlen in der Hand.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Manchmal fragen wir uns und sind dann überrascht, wie stark sich der Gletscher zurückzieht. Aber das ist verständlich, das Klima ändert sich. Erinnern Sie sich an den Sturm in Shymbulaq im Jahr 2011? Warum ist das passiert? Weil die Berge kalt sind, die Stadt aber sehr heiß wurde und der Temperaturunterschied einen starken Wind verursachte, der alles zu zerstören begann. Und wenn es keine Gletscher mehr gibt, wird sich die Stadt noch mehr aufheizen, weil die Wassergräben leer sind, die die Stadt sehr stark abkühlen</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-in-3600-meter-hohe-auf-dem-gletscher-der-bischkek-bedroht/">Kirgistan: In 3600 Meter Höhe auf dem Gletscher, der Bischkek bedroht</a></strong><br><br>Ilia Shechev, 23, ist der jüngste Mitarbeiter der Station, ein glaziologischer Techniker, der seit zweieinhalb Jahren hier arbeitet. Davor arbeitete er in der Skistation Shymbulaq und ist eine seltene Mischung aus Bergsteiger und Glaziologe. Im Alter von sechs Jahren bestieg er seinen ersten Gipfel &#8211; den Komsomol-Gipfel &#8211; er lacht darüber, dass seine Eltern es damals nicht geschafft haben. Und im Alter von 16 Jahren erhielt er ein internationales Zertifikat als Ausbilder für Bergtourismus. In seiner Freizeit führt er neben seiner Schicht als Bergsteiger Touristen in die Berge. <em>„Die Arbeit des Glaziologen ist interessant, denn wenn man in den Bergen ist, um Messdaten zu nehmen, muss man zur Molodjoschka laufen &#8211; zu diesem Gipfel dort drüben, dort steht das Gerät, und an einem Tag kann man die ganze Schlucht rauf und runter laufen.</em>“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ee95bf4b3b5c8724cca61dead051e8f7_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41077" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ee95bf4b3b5c8724cca61dead051e8f7_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ee95bf4b3b5c8724cca61dead051e8f7_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ee95bf4b3b5c8724cca61dead051e8f7_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ee95bf4b3b5c8724cca61dead051e8f7_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ilia Shechev</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Ilia weiß nicht, ob er sein zukünftiges Leben mit der Gletscherbeobachtung verbinden wird. Er überlegte, ein Studium zu unternehmen, aber er ist sich noch nicht sicher: „<em>Das Bergsteigen reizt mich, manchmal möchte ich 20 Tage lang an einem Trekking teilnehmen, aber dann komme ich von der Schicht herunter und möchte in der Stadt sein, mich ausruhen. Ich vermisse nicht die Schicht, ich vermisse die Berge. Die ersten fünf Tage hier zähle ich die Tage. Die Höhe macht mir sehr zu schaffen, ich werde müde, und in den letzten Tagen der Schicht fühle ich mich sehr angeschlagen.“</em><br><br>Ich habe ihn gefragt, ob er den Film „Majak“ über zwei Männer gesehen hat, die zusammenarbeiten und allmählich verrückt werden, und er hat gelacht, denn hier gebe es schließlich W-LAN. Ilja zeigt uns das Haus, in dem Revutaitė früher wohnte. Letztes Jahr wurden hier einige Reparaturen vorgenommen, weil Glaziologen aus Zentralasien zum Workshop kamen &#8211; sogar eine neue Holztoilette wurde eingebaut. Jetzt ist das Haus geschlossen &#8211; der Ofen funktioniert dort nicht. Wir schauen uns alte Zeitschriften an &#8211; eine auf Litauisch, „Orakel“, alles Mögliche an Mystik &#8211; aber die Glaziologen selbst sind sehr pragmatisch und frei von Esoterik und anderem Mystizismus. Es gibt keine Legenden über schwarze Bergsteiger oder Bigfoot, sie sagen, dass es hier nur Bergziegen und Schneeleoparden gibt, aber niemand hat letztere gesehen. Sogar Bären und die gibt es am Großen Almaty-See.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41078" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Am Morgen werden wir von heftigem Regen geweckt &#8211; es ist heiß in Almaty um diese Zeit. Hier ist es +5 Grad und Nebel hat sich über die Berge gelegt. Kapitsa und Kasatkin schauen in den Himmel: Nein, heute bleibt der Himmel bewölkt. Bei dieser Expedition kann die Drohne nicht mehr abheben. Gut, dass sie gestern Zeit den Tag genutzt haben. Kapitsa sagt allen, sie sollen zusammenpacken, Ilia, Sergei und Berik bleiben in der Station &#8211; seine Sachen hatten keine Zeit zum Trocknen und er wird morgen zu Fuß hinuntergehen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41079" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><br>„<em>Nächste Woche kommen die Zoologen zu uns, sie brauchen ein paar Schmetterlinge</em>“, warnt Kapitsa.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Svetlana Romatschkina (Text) und Daniyar Musirov (Fotos) für Vlast</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://vlast.kz/inside/61530-smotrasie-za-lednikom.html"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Giulia Manca</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-beobachtung-des-gletschers-ueber-das-leben-und-die-arbeit-an-der-glaziologischen-station-tujyksu/">Die Beobachtung des Gletschers &#8211; Über das Leben und die Arbeit an der glaziologischen Station Tujyksu</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Grüne Transition in Zentralasien &#8211; Unterstützung durch europäische Entwicklungszusammenarbeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Konstantin Blondeau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Oct 2024 16:12:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[AFD]]></category>
		<category><![CDATA[Brüssel-Astana: Eine neue Klimabrücke?]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[GIZ]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>BR&#xDC;SSEL-ASTANA: EINE NEUE KLIMABR&#xDC;CKE? &#x2013; Der Klimawandel hat weiterhin schwerwiegende Auswirkungen auf Zentralasien und erfordert dringende und koordinierte Ma&#xDF;nahmen, um seine negativen Folgen zu minimieren. Europ&#xE4;ische Akteure der Entwicklungszusammenarbeit Organisationen wie die deutsche GIZ oder die franz&#xF6;sische AFD arbeiten mit den zentralasiatischen Staaten zusammen, um diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen. Welche wirtschaftlichen, sozialen und geopolitischen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>BRÜSSEL-ASTANA: EINE NEUE KLIMABRÜCKE? – Der Klimawandel hat weiterhin schwerwiegende Auswirkungen auf Zentralasien und erfordert dringende und koordinierte Maßnahmen, um seine negativen Folgen zu minimieren. Europäische Akteure der Entwicklungszusammenarbeit Organisationen wie die deutsche GIZ oder die französische AFD arbeiten mit den zentralasiatischen Staaten zusammen, um diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Welche wirtschaftlichen, sozialen und geopolitischen Auswirkungen hat der Klimawandel in Zentralasien? Wo besteht dringender Handlungsbedarf? Reichen die bereits ergriffenen Maßnahmen aus? Die Artikelserie BRÜSSEL-ASTANA: EINE NEUE KLIMABRÜCKE? geht diesen Fragen nach. Ein Projekt von Konstantin Blondeau-Mikhaïlov und Camille Ramecourt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Alle Artikel der Reihe findet ihr </em><a href="https://novastan.org/de/tag/bruessel-astana-eine-neue-klimabruecke/"><em>hier</em></a><em>.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die GIZ in Kasachstan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dana Yermolyonok koordiniert für die <a href="https://www.giz.de/de/html/index.html">Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)</a> die Unterstützung von Maßnahmen gegen den Klimawandel in Kasachstan. Die Expertin sprach mit Novastan über ihre Sicht auf die Situation in Zentralasien und die Frage der Anpassung und Eindämmung des Klimawandels.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Als Expertin für nachhaltige Entwicklung, grüne Wirtschaft und Management natürlicher Ressourcen vertritt sie die GIZ in Kasachstan. Sie warnt davor, dass der Klimawandel in der zentralasiatischen Region schneller voranschreitet als im globalen Durchschnitt und so zu Veränderungen in Wirtschaft, Landwirtschaft und Infrastruktur führt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir sind nicht nur mit einer Zunahme extremer Wetterereignisse konfrontiert, sondern auch mit der Aussicht auf wirtschaftliche Verluste und Instabilität in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft“</em>, sagt sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zusammenarbeit im Kampf gegen den Klimawandel</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Yermolyonok betont, wie wichtig es ist, die wirtschaftlichen Schäden zu berücksichtigen, die durch den Klimawandel insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft und Infrastruktur entstehen können. <em>„Selbst in unterschiedlichen Klimaszenarien ist klar, dass das Problem der Wasserknappheit erheblich sein wird. Dabei handelt es sich nicht nur um einen allgemeinen Wassermangel, sondern auch um eine Zunahme von Extremereignissen wie Dürren, Überschwemmungen oder mehrere Tage hintereinander auftretende Hitzewellen. All dies wird sich voraussichtlich noch verschärfen, ganz zu schweigen vom gefährlichen Zustand der Gletscher“</em>, so das Fazit der GIZ-Expertin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-gletscher-des-tienschan-im-rueckgang/">Die Gletscher des Tienschan im Rückgang</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einem <a href="https://ecogosfond.kz/wp-content/uploads/2018/03/rus.pdf">Bericht</a> des kasachstanischen Umweltschutzministeriums verlieren die Berggletscher im Südosten des Landes jährlich etwa ein Prozent ihres Eisvolumens. Prognosen zufolge wird in der Region in naher Zukunft mit einer weiterhin intensiven Gletscherschmelze gerechnet. So könnte die Vereisung am Nordhang des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Transili-Alatau">Ile-Alatau</a> bis zum Ende des 21. Jahrhunderts praktisch verschwinden, die des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dsungarischer_Alatau">Dsungarischen Alatau</a> sogar noch früher.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Eine Analyse der Veränderungen der Luftfeuchtigkeit in Kasachstan hat gezeigt, dass vor dem Hintergrund des erwarteten Anstiegs der Lufttemperatur ein Anstieg der Niederschläge, selbst um 20-25 Prozent, keine günstigen Auswirkungen auf Ökosysteme, Landwirtschaft und Wasserressourcen</em> <em>haben wird“,</em> prognostiziert das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Entwicklungsprogramm_der_Vereinten_Nationen">Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP)</a> in seinem <a href="https://unfccc.int/resource/docs/natc/kaznc2e.pdf">Bericht</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wasserressourcen-Management</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 2023 <a href="https://ortcom.kz/ru/novosti/1697685026">unterzeichneten</a> das Ministerium für Wasserressourcen und Bewässerung Kasachstans und die GIZ eine Vereinbarung zur Umsetzung eines regionalen Programms für Wasserressourcen-Management in Zentralasien. Das von Deutschland und den fünf zentralasiatischen Ländern geförderte Programm <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/green-central-asia-die-zentralasiatischen-aussenminister-zu-gast-in-berlin/">Green Central Asia</a> hat zum Ziel, Wasserressourcen unter Berücksichtigung des Klimas zu bewirtschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gespräch mit Novastan beleuchtet Vincent Caupin, Leiter des in Taschkent ansässigen Zentralasienbüros der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/French_Development_Agency">französischen Entwicklungsagentur AFD</a>, die Maßnahmen der Entwicklungsagenturen in der Region. Die AFD hat seit 2016 in Usbekistan 1,3 Milliarden Euro in Projekte mit besonderem Klimabezug <a href="https://www.afd.fr/fr/page-region-pays/ouzbekistan">investiert</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/one-water-summit-internationale-antwort-mit-ungewisser-wirksamkeit/">One Water Summit: Internationale Antwort mit ungewisser Wirksamkeit</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Besuch von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Astana im November 2023 baut das Büro seine Aktivitäten in Kasachstan auf der Basis guter Ergebnisse in Usbekistan aus. Außerdem werden bewährte Praktiken ausgetauscht, darunter die <a href="https://asr.gov.uz/en/news/7385">Country Platform</a>, auf der verschiedene internationale Agenturen ihre Bemühungen über Kooperationsplattformen koordinieren, um so eine schnelle Mobilisierung und Nutzung externer Hilfe sicherzustellen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verhaltensänderungen notwendig</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dies führt zu Problemen beim Ressourcenverbrauch, wobei die <a href="https://ourworldindata.org/grapher/carbon-emission-intensity-vs-gdp-per-capita?country=~UZB">CO2-Intensität der Emissionen</a> in Usbekistan auf dem gleichen Niveau liegt wie in China. Angesichts einer wachsenden Bevölkerung, aber immer weniger verfügbaren natürlichen Ressourcen ist die Notwendigkeit einer öffentlichen Politik für die usbekische Regierung dringend geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So entstand ein Projekt zur grünen Wirtschaft, an dem sich die AFD beteiligt und dabei stark auf die französischen Erfahrungen bei der Bilanzierung grüner öffentlicher Ausgaben zurückgreift, um innovative Instrumente für die nachhaltige Entwicklung Usbekistans zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Dana Yermolyonok wird der globale Trend zu einem kohlenstoffarmen Entwicklungsmodell zu einem integralen Bestandteil der Zukunft. Beispielsweise werden Geschäftsmodelle, die auf hohen Treibhausgasemissionen basieren, angesichts neuer Mechanismen wie der CO2-Steuer an den Grenzen der Europäischen Union unrentabel.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Privatsektor muss sich anpassen und beteiligen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Daher können sich Unternehmen an die Ereignisse anpassen. <em>„Nachdem sie die langfristigen Marktaussichten beurteilt haben, können Unternehmen entscheiden, welches Geschäftsmodell für sie das richtige ist: Jetzt investieren, um Emissionen zu reduzieren und ihre Produkte frei zu vermarkten, oder zusätzliche Steuern zahlen“</em>, sagt die GIZ-Expertin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anlässlich des Weltklimagipfels der Vereinten Nationen im vergangenen Dezember in Dubai <a href="https://www.akorda.kz/ru/glava-gosudarstva-vystupil-na-vsemirnom-klimaticheskom-sammite-v-dubae-1115035">betonte</a> Kasachstans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> die Bedeutung der Beteiligung des Privatsektors an der Lösung von Klimaproblemen. Er brachte den Wunsch seines Landes zum Ausdruck, ein wichtiger Lieferant von Mineralien zu werden, die für die Dekarbonisierung der Welt unerlässlich sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/anpassung-hat-prioritaet-klimawandel-in-kasachstan/">„Anpassung hat Priorität“ – Klimawandel in Kasachstan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem machte er darauf aufmerksam, dass Zentralasien trotz der gemeinsamen Anstrengungen aller Länder der Region bis 2050 unweigerlich mit einem Temperaturanstieg von bis zu 2,5 Grad konfrontiert sein wird. Dies werde zum <a href="https://eabr.org/press/releases/eabr-tsentralnaya-aziya-osobenno-uyazvima-k-klimaticheskim-riskam-v-pervuyu-ochered-iz-za-defitsita-/">Austrocknen</a> großer Flüsse und Seen sowie zu einem Mangel an Trinkwasser und Bewässerungswasser in der Region führen. In diesem Zusammenhang schlug er eine stärkere Unterstützung des <a href="http://icwc-aral.uz/ifas.htm">Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees</a> vor.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Reduktion von Treibhausgasen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Februar 2023 verabschiedete Kasachstan eine <a href="https://adilet.zan.kz/rus/docs/U2300000121">Strategie zur Erreichung der CO2-Neutralität bis 2060</a>. Investitionen in kohlenstoffarme Technologien zur Erreichung der CO2-Neutralität erfordern schätzungsweise 610 Milliarden US-Dollar (569 Milliarden Euro) oder 19,6 Prozent des Bruttokapitals.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als die Hälfte der Mittel werden in grüne Sektoren umgeleitet, die restlichen 223,7 Milliarden US-Dollar (208,8 Milliarden Euro) sind für neue Ressourcen vorgesehen. Den Angaben der Strategie zufolge ist der Preis für die Dekarbonisierung relativ niedrig – 65,4 Dollar (61 Euro) pro Tonne CO2-Äquivalent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im April 2023 startete die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ein <a href="https://news.un.org/ru/story/2023/04/1439882">Projekt</a> mit der kirgisischen Regierung. Dieses Projekt soll es dem Land ermöglichen, besser auf Naturkatastrophen vorbereitet zu sein und die Bewirtschaftung von Wäldern und Weiden zu verbessern. So können Wirtschaftswachstum und Umweltschutz in Einklang gebracht werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gemeinsame Anstrengungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Abschließend erinnern die Expert:innen von GIZ und AFD daran, dass in Zentralasien zahlreiche Projekte im Bereich erneuerbarer Energien unter Beteiligung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Agency_for_International_Development">USAID</a>, EU, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asiatische_Entwicklungsbank">Asiatischer Entwicklungsbank (ADB)</a>, GIZ, AFD und anderer Organisationen gestartet wurden. Diese Initiativen decken ein breites Themenspektrum ab, von der Netzwerkorganisation bis hin zu EU-Erfahrungen, die in der Region angewendet werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch technische Aspekte wie Netzausgleich und Energiespeicherfragen werden unter Berücksichtigung der Realitäten Zentralasiens aktiv diskutiert und weiterentwickelt. <em>„Ich denke, dass der Bedarf an Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ländern, auch europäischen Ländern, weiter bestehen wird, weil es eine Art gemeinsame Anstrengung ist“</em>, schlussfolgert die GIZ-Expertin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/entwicklung-erneuerbarer-energien-in-kasachstan-ein-interview-mit-ainur-sospanova/"><strong>Entwicklung erneuerbarer Energien in Kasachstan – ein Interview mit Ainur Sospanova</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dana Yermolyonok äußert die Hoffnung, dass die Menschen in Zentralasien Stereotypen überwinden werden, die damit verbunden sind, den Klimawandel als etwas <em>„Entferntes und Unverständliches“</em> wahrzunehmen. Wichtig sei eine umfassende Kommunikation über die Auswirkungen des Klimawandels auf das tägliche Leben. Projekte wie die der GIZ in Kasachstan und andere Sozial- und Bildungsprojekte können eine Schlüsselrolle dabei spielen, Menschen über die Auswirkungen des Klimawandels auf ihre tägliche Realität zu informieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vincent Caupin sieht in dem Kooperationsprojekt erhebliche Vorteile. Die künftige Präsenz der AFD in Kasachstan könne das lokale öffentliche Handeln in Umweltangelegenheiten stärken, was der Stabilität und dem Wachstum der zentralasiatischen Region zugutekommen werde.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Sherzod Babakulov, Camille Ramecourt und Konstantin Blondeau-Mikhaïlov für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/agences-developpement-europeennes-kazakhstan-prochaines-etapes-vertes/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>&#8222;Anpassung hat Priorität&#8220; – Klimawandel in Kasachstan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pauline Ferraz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Sep 2024 20:54:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Brüssel-Astana: Eine neue Klimabrücke?]]></category>
		<category><![CDATA[Dekarbonisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Luftverschmutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinte Nationen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>BR&#xDC;SSEL-ASTANA: EINE NEUE KLIMABR&#xDC;CKE? &#x2013; Kasachstan ist bereits mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert. Um diesen zu begegnen, geht das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen von der Eind&#xE4;mmung zur Anpassung &#xFC;ber. Wie manifestieren sich die wirtschaftlichen, sozialen und geopolitischen Auswirkungen des Klimawandels in Zentralasien? Welche Notf&#xE4;lle erfordern sofortiges Handeln? Sind die ergriffenen Ma&#xDF;nahmen ausreichend? Die Artikelserie [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>BRÜSSEL-ASTANA: EINE NEUE KLIMABRÜCKE? – Kasachstan ist bereits mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert. Um diesen zu begegnen, geht das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen von der Eindämmung zur Anpassung über.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wie manifestieren sich die wirtschaftlichen, sozialen und geopolitischen Auswirkungen des Klimawandels in Zentralasien? Welche Notfälle erfordern sofortiges Handeln? Sind die ergriffenen Maßnahmen ausreichend? Die Artikelserie BRÜSSEL-ASTANA: EINE NEUE KLIMABRÜCKE? geht diesen Fragen nach. Ein Projekt von Konstantin Blondeau-Mikhaïlov und Camille Ramecourt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Alle Artikel der Reihe findet ihr </em><a href="https://novastan.org/de/tag/bruessel-astana-eine-neue-klimabruecke/"><em>hier</em></a><em>.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen in Zentralasien</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Entwicklungsprogramm_der_Vereinten_Nationen">Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP)</a> ist ein wichtiger Akteur in Zentralasien. Das UNDP unterstützt die Länder in verschiedenen Bereichen, von der Verminderung der Armut bis hin zur Bekämpfung des Klimawandels.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes UNDP-Programmland in der <a href="https://www.undp.org/eurasia">Region Eurasien</a> verfügt über ein eigenes lokales Büro, das für die Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträger:innen und anderen Entwicklungsakteur:innen verantwortlich ist. Gemeinsam entwickeln sie Projekte, die von verschiedenen Fördermitteln profitieren und politische Maßnahmen unterstützen können.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Laura Altinger, Leiterin des UNDP-Regionalteams für Natur- und Klimaenergie in Europa und der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/GUS">Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)</a>, sprach mit Novastan über die Maßnahmen und Prioritäten der Organisation in der Region.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Prioritäten des UNDP in der Region</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Die globalen Prioritäten des UNDP orientieren sich an unserem </em><a href="https://strategicplan.undp.org/"><em>Strategieplan 2022–2025</em></a><em> und in der Region Eurasien am </em><a href="https://www.undp.org/eurasia/about-us/legal-framework"><em>regionalen Programmdokument</em></a><em>“</em>, sagt Laura Altinger. Ihr zufolge orientiert sich die Auswahl der thematischen Interventionsbereiche an den Bedürfnissen der Länder, wobei einige an bestimmte sogenannte vertikale Fonds gekoppelt sind. Diese werden unter anderem über den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Green_Climate_Fund">Green Climate Fund</a> und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Globale_Umweltfazilität">Globale Umweltfazilität</a> finanziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Großteil des UNDP-Portfolios wird durch bilaterale Hilfe bestritten, während vertikale Fondsprojekte zwischen 5 und 50 Prozent des Portfolios der verschiedenen Einsatzländer ausmachen. Die vorrangigen Schwerpunktbereiche umfassen eine Reihe kritischer Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen, darunter Biodiversität, Landdegradation, Wasser, Chemikalien und Abfälle, Anpassung an den Klimawandel, die Abschwächung seiner Auswirkungen sowie eine nachhaltige Energiepolitik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-herausforderungen-auf-dem-weg-hin-zu-mehr-erneuerbaren-energien/"><strong>Kirgistan: Herausforderungen auf dem Weg zu mehr erneuerbaren Energien</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der Strategieplan ist der Gesamtrahmen, den wir für unsere Arbeit nutzen. Aber wir sind sehr bedarfsorientiert und wollen im Interesse der Regierung Projekte durchführen, um beispielsweise lokale Gemeinden bei der Entwicklung von Schutzgebieten zu unterstützen. Wir versuchen dann, es umzusetzen, sofern es zum Strategieplan und unseren regionalen Prioritäten passt“</em>, erklärt Laura Altinger.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.undp.org/kazakhstan/projects">Beispiele für Projekte</a> sind integriertes Landschaftsmanagement, Biodoversität und die Entwicklung eines strategischen Klimarahmens. Weitere Projekte umfassen Klimaresilienz in der grünen Landwirtschaft, Förderung kohlenstoffarmer E-Mobilität und Initiativen im Zusammenhang mit Energiestandards, Risikominderung bei Investitionen in erneuerbare Energien und Maßnahmen, national geeignete Minderungsmaßnahmen für kohlenstoffarmen Stadtverkehr, grüne Kraftstoffe für von Frauen geführte Unternehmen und vieles mehr.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Notwendigkeit eines Anpassungsfonds</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir brauchen mehr Mittel, denn jetzt, wo wir diese Pläne in der Region […] entwickeln, sehen wir auch die Prioritäten der Regierung und die Bereiche, in denen mehr Investitionen in die Anpassung erforderlich sind. Für Länder mit mittleren finanziellen Mitteln wird der Zugang zu diesen Fonds immer schwieriger. Auch wenn die Anpassung vor Ort viele Vorteile bringt“</em>, erklärt Laura Altinger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Es</em> <em>wird davon ausgegangen, dass Anpassungsprojekte viel mehr lokale als internationale Vorteile haben, und es spricht dafür, nationale Haushaltsrahmen für Anpassungsausgaben zu nutzen. Ein Beispiel ist Vietnam, das immer mehr Haushaltsmittel für die Anpassung bereitstellt“</em>, so Altinger weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-klimawandel-und-hochwasser-ist-kasachstan-gewappnet-fuer-neue-katastrophen/"><strong>Der Klimawandel und Hochwasser: Ist Kasachstan gewappnet für neue Katastrophen?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Bezug auf die Ziele eines Anpassungsfonds in Kasachstan betont sie die Verlagerung der Priorität von der Eindämmung hin zur Anpassung. Dies geschehe angesichts der wachsenden Herausforderungen bei der Bewältigung der Klimaauswirkungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Übergang von der Schadensbegrenzung zur Anpassung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan, das sich zuvor auf Strategien zur Minderung konzentriert hatte, hat nun die Bedeutung der Anpassung erkannt. Ein neues, vom „Globalen Fond für Anpassungsplanung und Klimarisikointegration“ finanziertes Projekt ist in Vorbereitung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts des hohen lokalen Nutzens der Anpassung im Vergleich zur Eindämmung ist es wichtig, erstere in nationale Haushaltsrahmen und -prozesse zu integrieren. Nationale und subnationale Behörden und Unternehmen sind Schlüsselakteure in Bezug auf Anpassungsbemühungen. Die Behörden sollen Unternehmen dazu ermutigen, die Kosten der Auswirkungen des Klimawandels auf ihren Betrieb im Detail zu bewerten und Pläne und Investitionen umzusetzen. Allerdings gibt es noch viele Kapazitätsbeschränkungen, da Anpassung noch ein neuer Bereich ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Entwicklung von Methoden</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die französische Agentur für den ökologischen Wandel (<a href="https://www.ademe.fr/">ADEME</a>) hat Methoden wie <a href="https://actinitiative.org/">ACT Adaption</a> entwickelt. Diese helfen Unternehmen dabei, ihre Auswirkungen und Bedürfnisse zu verstehen, und können entsprechend den Besonderheiten des Landes angepasst werden. Darüber hinaus gilt der Green Climate Fund als wichtige Finanzierungsquelle für Anpassung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Schwerpunkt in diesem Bereich ist die Frühwarnung, die die Bevölkerung über Wetter- und Klimarisiken informiert. Im Jahr 2022 forderte der Generalsekretär der Vereinten Nationen die Umsetzung des Programms <a href="https://www.un.org/en/climatechange/early-warnings-for-all">“Frühwarnung für alle</a>“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Unzureichende regionale Finanzierung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die regionale Klimafinanzierung werden 38 Milliarden US-Dollar (34,8 Milliarden Euro) pro Jahr benötigt. Doch einem <a href="https://unfccc.int/sites/default/files/resource/UNFCCC_NBF_SD_CASC_final.pdf">UN-Bericht</a> zufolge beliefen sich die klimabezogenen Finanzströme in der Region zwischen 2013 und 2018 auf insgesamt 9,1 Milliarden US-Dollar (8,3 Milliarden Euro), was einer durchschnittlichen jährlichen Zuweisung von 1,7 Milliarden US-Dollar (1,5 Milliarden Euro) entspricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein erheblicher Teil dieser Mittel floss in Klimaschutzprojekte im Energiesektor. Dies steht im Gegensatz zu der Notwendigkeit einer nahezu gleichen Aufteilung zwischen Anpassung und Schadensminderung, die von Interessengruppen genannt wurde. Dabei waren 46 Prozent für Anpassung und 41 Prozent für Schadensminderung vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kuenstliche-gletscher-zur-anpassung-an-den-klimawandel/"><strong>Künstliche Gletscher zur Anpassung an den Klimawandel</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mischfinanzierung zwischen Anpassungs- und Minderungsprojekten ist ein Schlüsselelement, um den Bedarf an riskanten Investitionen zu decken, die von multilateralen Banken ermöglicht werden. Insgesamt ist klar, dass die Regierung die wachsende Bedeutung der Anpassung und die verschiedenen Möglichkeiten zur Unterstützung und Finanzierung hervorhebt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kampf gegen Luftverschmutzung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um auf das mangelnde Luftqualitätsmanagement in Kasachstan hinzuweisen, tauschen sich Bürger:innen der Industriestädte und Wirtschaftszentren Kasachstans in sozialen Netzwerken aus. Sie organisieren Demonstrationen, um die unzureichenden Maßnahmen der Behörden zur Verbesserung der Situation anzuprangern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstans-industriestaedte-leiden-unter-ausserordentlicher-luftverschmutzung/?noredirect=de-DE">übliche Smog</a> in den Städten ist hauptsächlich auf Verkehr und Heizkraftwerke zurückzuführen. Das jüngste Projekt <a href="https://www.ebrd.com/work-with-us/projects/psd/bakad-road-concession.html">BAKAD</a> zielt darauf ab, eine Ringstraße um <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a> zu errichten. BAKAD wird teilweise von der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Europäische_Bank_für_Wiederaufbau_und_Entwicklung">Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE)</a> finanziert und ist das größte Infrastrukturprojekt in öffentlich-privater Partnerschaft, das in der Region finanziert wird: Ziel ist es, die Luftverschmutzung in der Stadt zu verringern, wobei sie aber entlang der neuen Straße zunehmen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-luft-die-kasachstan-atmet/"><strong>Die Luft, die Kasachstan atmet</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein hervorragendes Beispiel für eine Finanzierung, die keine Anpassung beinhaltet. Das UNDP unterstützte Kasachstan bei der Aktualisierung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nationally_Determined_Contributions">Nationally Determined Contributions (NDC)</a> – ein Konzept, nach dem die Vertragsstaaten des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Übereinkommen_von_Paris">Übereinkommens von Paris</a> nationale Klimaschutzziele ausarbeiten, international kommunizieren und regelmäßig aktualisieren müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Gleichzeitig haben wir im Rahmen des Umweltgesetzbuchs der Republik Kasachstan damit begonnen, den Prozess der Anpassung an den Klimawandel in den vier am stärksten gefährdeten Sektoren umzusetzen: Wasserressourcen, Land- und Forstwirtschaft sowie Reduzierung des Katastrophenrisikos,“</em> <a href="https://www.undp.org/kazakhstan/press-releases/government-kazakhstan-and-undp-present-eighth-national-communication-under-un-framework-convention-climate-change">erklärte</a> Kasachstans stellvertretender Minister für Ökologie und natürliche Ressourcen Dosbol Bekmagambetov.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Dekarbonisierung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Herausforderungen des Klimawandels gehört die Notwendigkeit einer stärkeren Sensibilisierung für das Problem. Dies gilt insbesondere für Kasachstan als ein Land, das stark von der Öl- und Gasförderung abhängig ist. Dafür muss man die Perspektive ändern und Länder wie Kasachstan ermutigen, die Vorteile in Betracht zu ziehen, die eine Abkehr von fossilen Brennstoffen sowie Investitionen in erneuerbare Energien mit sich bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz des aktuell steigenden Bewusstseins bleibt die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aufgrund ihrer tiefen Integration in Wirtschaft und Arbeitsmarkt ein erhebliches Hindernis. Laura Altinger betont, dass ein unterstützender politischer Rahmen, insbesondere in Bereichen wie CO2-Bepreisung und Subventionen für fossile Brennstoffe, für die Förderung der Nachhaltigkeit von entscheidender Bedeutung sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus hebt sie hervor, dass es wichtig sei, mehr lokale Daten zu produzieren, um die wissenschaftliche Forschung und die Politikentwicklung zu unterstützen. In Kasachstan, das stolz auf ein starkes akademisches Netzwerk ist, wird ein besonderes Augenmerk auf die Einrichtung von Postdoc-Stellen und Programmen gelegt, die sich auf den Klimawandel konzentrieren. So können entsprechende Kapazitäten aufgebaut werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/entwicklung-erneuerbarer-energien-in-kasachstan-ein-interview-mit-ainur-sospanova/"><strong>Entwicklung erneuerbarer Energien in Kasachstan – ein Interview mit Ainur Sospanova</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Rolle von NGOs und die Bewertung von Ökosystemen für eine fundierte Entscheidungsfindung spielen eine wichtige Rolle. Der Schwerpunkt liegt auf der verbesserten Umsetzung vor Ort und optimierten Richtlinien im Zusammenhang mit der Bezahlung von Kohlenstoff- und Ökosystemdienstleistungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://primeminister.kz/en/news/kazakstan-komirtekti-beytaraptykka-kol-zhetkizu-boyynsha-zhosparlardy-tanystyrdy-19210">ehrgeizige Null-Emissions-Ziel für 2060</a> bleibt jedoch eine große Herausforderung, da Kasachstans Wirtschaft stark auf fossile Brennstoffe angewiesen ist. Die Nachfrage nach Öl- und Gasexporten, insbesondere durch die Europäischen Union und China, ist unverändert hoch. Und so stellt sich die Frage, wie das UNDP letztendlich Investitionen in saubere Energie im Land fördern kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zusammenarbeit mit anderen Fonds</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Bezug auf die Zusammenarbeit des UNDP mit anderen Entwicklungsakteur:innen und Finanzinstitutionen weist Laura Altinger darauf hin, wie wichtig die Koordinierung mit verschiedenen Agenturen auf nationaler Ebene sei, um Investitionen in saubere Energie in Kasachstan zu fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehöre die Organisation von Gebertreffen und die enge Zusammenarbeit mit dem ständigen Koordinator auf UN-Ebene, um so eine effektive Kooperation zwischen allen Organisationen sicherzustellen. Darüber hinaus schlägt Altinger vor, mit externen Organisationen wie der Weltbank zusammenzuarbeiten und die Kofinanzierung von Projekten durch Investoren und Entwicklungsbanken sicherzustellen. Sie betont außerdem, dass es wichtig sei, NGOs bei der Umsetzung von Projekten einzubeziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich werde das UNDP über ein größeres internes Humankapital in Kasachstan verfügen. Dies könne den Weg zu einer wichtigen Rolle bei der Bereitstellung von Fachkenntnissen ebnen, wie das Beispiel der Weltbank in Singapur zeige.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Pauline Ferraz und Konstantin Blondeau-Mikhaïlov für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/comment-pnud-aborde-changement-climatique-kazakhstan/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Kirgistan: Ein extrem kalter Winter lässt einen Teil des Yssykköl zufrieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Jan 2023 15:07:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
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		<category><![CDATA[Yssykkölsee]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kirgistan posteten mehrere Instagram-User Fotos des mit Eis bedeckten Yssykk&#xF6;l-Sees. Die ungew&#xF6;hnlich kalten Temperaturen zu Beginn des Jahres haben an den n&#xF6;rdlichen Ufern des &#x201E;hei&#xDF;en Sees&#x201C; f&#xFC;r die Bildung einer Eisdecke gesorgt. Am 16. Januar war nicht der gesamte Yssykk&#xF6;l zugefroren, sondern nur die n&#xF6;rdlichen Ufer, etwa in der N&#xE4;he des Dorfes Ananev. Auf [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Kirgistan posteten mehrere Instagram-User Fotos des mit Eis bedeckten Yssykköl-Sees. Die ungewöhnlich kalten Temperaturen zu Beginn des Jahres haben an den nördlichen Ufern des „heißen Sees“ für die Bildung einer Eisdecke gesorgt.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 16. Januar war nicht der gesamte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yssykk%C3%B6l">Yssykköl</a> zugefroren, sondern nur die nördlichen Ufer, etwa in der Nähe des Dorfes <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Anan%27yevo">Ananev</a>. Auf einigen Dutzend Metern vom Ufer aus hatte sich der Schnee auf einer nur wenige Zentimeter dicken Eisschicht abgelagert. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"> Nicht viel, aber genug, um Fotos und Videos des vereisten Sees in den sozialen Netzwerken die Runde machen zu lassen. Das letzte Mal, dass die Ufer des Yssykköl teilweise zufroren, war im Januar 2018 in derselben Region, wie das kirgisische Medium Kaktus <a href="https://kaktus.media/doc/369580_issyk_kyl_vse_je_zamerzaet._i_dovolno_chasto.html">berichtete</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist sehr selten, dass der größte See Kirgistans zufriert. Dies spiegelt sich auch in der kirgisischen Namensgebung wider – immerhin bedeutet Yssykköl „heißer See.“ </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vollständiges Zufrieren nicht möglich</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
In <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Cholpon-Ata">Tscholpon-Ata</a>, einem beliebten Sommerurlaubsort, werden im Seeobservatorium <a href="http://hydro.kgm.kg/">Kyrgyzhydromet</a> täglich die Temperaturen und Daten des Sees erfasst. Die Hydrologin Ljudmila Nikolajewna erklärt Novastan, dass es aufgrund des Salzgehalts und der Flüsse, die in den Yssykköl münden, unmöglich ist, dass der See vollständig zufriert. In den 40 Jahren, die sie im Zentrum arbeitet, hat sie nur gelegentlich einen teilweise eisbedeckten See erlebt.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Bereits am 17. Januar war jede Spur vom Eis am Nordufer und entlang der Küstendörfer verschwunden. Ende Januar lagen die Temperaturen am Ufer des Sees bei durchschnittlich 4 Grad.

An den Stränden von Tscholpon-Ata hielten sich hingegen einige Eisblöcke. Aber die Sonne, die das Wasser des Sees wieder auf eine Temperatur von über -5 Grad Celsius erwärmt, macht es unwahrscheinlich, dass der See in diesem Jahr nochmals mit Eis bedeckt zu sehen sein wird.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Außergewöhnliche Kältewelle in Zentralasien</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
Diese kurze Frostepisode auf dem Yssykköl bleibt dennoch bemerkenswert und zeugt von der außergewöhnlichen Kältewelle, die Anfang des Jahres ganz Zentralasien erfasst hat.

Ab dem 11. Januar hatte das für Notsituationen verantwortliche Ministerium der Kirgisischen Republik davor gewarnt, dass die Temperaturen <a href="https://kaktus.media/doc/473472_s_11_ianvaria_v_kyrgyzstane_ojidaetsia_anomalnyy_holod._v_bishkeke_do_20_c.html">ungewöhnlich niedrig werden würden</a>. In dieser Woche bewegten sich die Temperaturen in der Hauptstadt Bischkek tagsüber zwischen -14 und -16 Grad, während sie nachts auf unter -20 Grad fielen.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/un-hiver-extraordinairement-froid-fait-geler-une-partie-du-lac-issyk-koul/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Ein Jahr nach dem Bruch des Sardoba-Damms: Erinnerungen, Veränderungen und Konsequenzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 May 2021 08:42:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Flut]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Nepotismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Jahr ist seit dem &#x201E;Dammbruch des Jahrhunderts&#x201C; am Sardoba-Stausee vergangen. Ein Reporter der usbekischen Onlinezeitung Kun.uz hat die Region Sardoba besucht und mit den Menschen vor Ort &#xFC;ber die Erinnerungen an jenen Tag sowie &#xFC;ber die Folgen der Flut gesprochen. Wir &#xFC;bersetzen den Artikel vom 2. Mai 2021 mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Heute [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Jahr ist seit dem „Dammbruch des Jahrhunderts“ am Sardoba-Stausee vergangen. Ein Reporter der usbekischen Onlinezeitung <a href="https://kun.uz/ru/54893198">Kun.uz</a> hat die Region Sardoba besucht und mit den Menschen vor Ort über die Erinnerungen an jenen Tag sowie über die Folgen der Flut gesprochen. Wir übersetzen den Artikel vom 2. Mai 2021 mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute wird mit Hilfe von Arbeitern und schwerer Technik der Wiederaufbau des erodierten Teils des Staudamms fortgesetzt. Die Menschen in Sardoba erinnern sich immer noch mit einem Schauder an den Morgen dieses unglücklichen Tages.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir stehen jeden Tag um 5 Uhr auf. Am Tag des Dammbruchs stand ich auch früh auf und ging im Hof herum. Plötzlich klopfte es sehr stark am Tor. Sie klopften so heftig, dass ich schimpfen wollte, wer auch immer es war. Ich ging zum Tor und öffnete es und da war der Junge eines Nachbarn. Er sagte: Opa, das Wasser kommt, der Stausee läuft über.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Junge weinte fast, es fiel ihm schwer zu sprechen. Zu dieser Zeit schliefen die Kinder zu Hause. Ich weckte sie schnell auf. Sie schnappten sich alles, was zur Hand war, und rannten auf die Straße. Meine Frau und ich haben es sogar geschafft, unsere Pässe mitzunehmen. Wir gingen auf die Straße. Alle waren dort, die von der Flut erfahren hatten. Alle stiegen in ihre Autos. Manch einer fuhr mit einem Esel-Karren, manch einer ging zu Fuß.</em></p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir legten 12-13 Kilometer zurück und erreichten die </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sowchos"><em>Sowchose</em></a><em> Nr. 7. Dort versammelten sich viele. Und von dort gingen sie in alle Richtungen. Wir sind zu unseren Söhnen gegangen, die im Bezirk Pahtakor in der Region </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Jizzax"><em>Jizzax</em></a><em> leben“</em>, erinnert sich ein Bürger namens Bahtiyor Narimonov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er fügt hinzu, dass er sich nicht gerne an diesen Tag erinnere. Wenn Kinder und Enkel ein Video der Flut zeigen, will er es nicht einmal sehen. <em>&#8222;Es war ein schwerer Schlag für uns&#8220;</em>, sagt er.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Wunden der Hinterbliebenen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Der von 2010 bis 2017 errichtete Staudamm bracht nur drei Jahre nach seiner Eröffnung. Drei Bezirke der Region waren davon betroffen. Gebäude, Straßen und Kommunikationsinfrastruktur wurden zerstört. Mehr als 60.000 Menschen wurden aus 22 Dörfern in den drei Bezirken evakuiert. Mehr als 6.000 Nutztiere starben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Katastrophe von Sardoba wurden zwei Frauen und vier Männer getötet, ein Bürger wird nach wie vor vermisst. Einer der Toten ist der Sergeant der Nationalgarde Husniddin Suyarov. Er wurde vom Wasser mitgerissen, als er andere Menschen evakuierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Husniddins Vater Zokir Suyarov erinnert sich an den letzten Tag, als er seinen Sohn sah. <em>„Letztes Jahr verbreitete sich das Coronavirus zu diesem Zeitpunkt. Es galt Quarantäne, jeder war zu Hause. Mein Sohn war eine Woche vor diesen Ereignissen mit dem Taxi nach Hause gekommen. Es war Ramadan, wir gingen zusammen auf den Markt. Wir haben zu Hause ungefähr eine Stunde lang geredet. Dann verabschiedete er sich und ging. Dies war das letzte Mal, dass ich ihn gesehen habe “</em>, sagt der Vater. Ihm zufolge war Husniddin ein offener, fröhlicher Mensch. Er wollte die Leute nicht enttäuschen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Wiederaufbau</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Diese von Menschen verursachte Katastrophe störte den Frieden der Menschen nicht nur in Usbekistan, sondern auch im benachbarten Kasachstan. Mehr als 31.000 KasachstanerInnen mussten ihre Häuser verlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im vergangenen Jahr hat sich das Erscheinungsbild der infolge des Dammbruchs überfluteten Dörfer grundlegend geändert. Die Menschen zogen in neue Häuser, die als Entschädigung gebaut wurden. <em>„Wir haben uns bereits an die neuen Häuser gewöhnt&#8220;</em>, sagt ein Mann namens Anvar. Er bedankte sich auch dafür, dass die UsbekInnen und EinwohnerInnen anderer Staaten Lebensmitteln und Kleidung geschickt als Unterstützung geschickt haben. <em>„Jetzt tragen wir immer noch diese Kleidung&#8220;</em>, sagt unser Gesprächspartner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor der Flut litten die Bewohner der Region unter einem Mangel an Erdgas und an Stromausfällen. Heute existiert dieses Problem nicht mehr. Die Region verfügt über eine gute Infrastruktur. <em>„Wir sind mit allen Bedingungen zufrieden. Vielen Dank an den Präsidenten und die Regierung. Zusätzlich zu den Häusern erhielten wir jeweils weitere 40 Millionen Sum [circa 3120 Euro, Anm. d. Ü.] “</em>, sagte ein anderer Bürger namens Alikuzi.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/zwischen-klimakatastrophe-und-nepotismus-der-bruch-des-sardoba-damms-in-usbekistan/">Zwischen Klimakatastrophe und Nepotismus – der Bruch des Sardoba-Damms in Usbekistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es gibt noch ein anderes Problem: Arbeitslosigkeit. <em>„Wenn es Industrieunternehmen in der Nähe gäbe, würde jeder arbeiten“</em>, sagen die BürgerInnen, die in einem der mehrstöckigen Gebäude leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schulen wurden renoviert und die Kinder haben wieder Unterricht. <em>„Nach der Flut wurde unsere Schule renoviert. Das Innere der Schule ist im Winter warm und in der Hitze kühl. Früher gab es in der Schule kein Gas und kein Wasser, aber jetzt wird sie versorgt“</em>, sagt Gafur Abdurahimov, Direktor der Schule Nr. 20.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Arbeitslosigkeit ist nicht das einzige Problem der Flutopfer. Wo das Wasser war, keimen nach Angaben der lokalen Bevölkerung die Pflanzen infolge der Versalzung der ausgewaschenen Böden nicht mehr. <em>„Unser Dorf wurde überflutet. In anderen Dörfern ist bereits grünes Gras aufgetaucht, aber auf unserem Land wächst nichts. Ich glaube, dass das Wasser die fruchtbare Schicht der Erde weggespült hat. Wir hatten Obstbäume in unserem Garten &#8211; Aprikosen, Pfirsiche, und jetzt ist alles trocken“</em>, klagt ein Anwohner namens Kural.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Wer ist schuld?</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Im In- und Ausland gibt es unterschiedliche Meinungen, wer an den Sardoba-Ereignissen die Schuld trägt. Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> sagte, dass alles getan werden muss, um die eine gute Lösung für die Betroffenen zu finden. <em>„Ich versichere: Alle Täter, wer auch immer sie sind und welche Position sie auch innehaben, werden am Ende der Untersuchung vor dem Gesetz zur Rechenschaft gezogen“</em>, erklärte Usbekistans Staatsoberhaupt.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Derzeit findet vor dem Obersten Gerichtshof für Strafsachen ein Gerichtsverfahren zu den Folgen der Sardoba-Flut statt. 17 Personen stehen vor Gericht. Der Fall wird in einer geschlossenen Gerichtssitzung verhandelt, da er <em>„in direktem Zusammenhang mit Staatsgeheimnissen steht&#8220;. </em>Wie dem auch sei, für viele Menschen wird die Sardoba-Katastrophe ein unvergessliches Ereignis sein, und die durch die Flut verursachten Wunden werden nicht bald heilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Fotos zu der Reportage findet ihr aus bildrechtlichen Gründen im <a href="https://kun.uz/ru/54893198">Originalartikel</a>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Ilyas Safarov für Kun.uz</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>


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		<title>Usbekistan bricht den Hitzerekord für den Monat Mai</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jun 2020 07:40:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Hitze]]></category>
		<category><![CDATA[Hitzerekord]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nachdem Anfang Mai in Usbekistan noch heftige Unwetter tobten, wurden in einigen Regionen des Landes neue Hitzerekorde aufgestellt. Die globale Erw&#xE4;rmung macht sich in Zentralasien weiter bemerkbar. Am 26. Mai hat in den Regionen Karakalpakistan, Choresm, Buchara und Navoiy die&#xA0; Lufttemperatur am Tag zwischen 40&#xB0;C und 42&#xB0;C erreicht. In einigen Ortschaften in der W&#xFC;ste sollen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Nachdem Anfang Mai in Usbekistan noch heftige Unwetter tobten, wurden in einigen Regionen des Landes neue Hitzerekorde aufgestellt. Die globale Erwärmung macht sich in Zentralasien weiter bemerkbar.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Am 26. Mai hat in den Regionen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakalpakistan">Karakalpakistan</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Xorazm">Choresm</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Buxoro">Buchara</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Navoiy">Navoiy</a> die  Lufttemperatur am Tag zwischen 40°C und 42°C erreicht. In einigen Ortschaften in der Wüste sollen sogar bis zu 44°C gemessen worden sein. Dies vermeldete die usbekische meteorologische Agentur <a href="https://www.meteo.uz/#/ru/news/2020-05-27-may-stavit-svoi-temperaturnye-rekordy">Uzgydromet</a> mit dem Hinweis, dass dies die höchsten Temperaturen seien, die dort jemals in einem Mai aufgezeichnet wurden.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Des Weiteren erinnert die Agentur daran, dass die außergewöhnliche Hitzeperiode Ende Mai auf einen ebenso außergewöhnlichen Monatsanfang mit heftigen und zerstörerischen Gewittern folgt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der Klimawandel macht sich bemerkbar</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der diesjährige Mai verdeutlicht in Zentralasien weiterhin die Auswirkungen der globalen Erderwärmung. Die extremen Wetterereignisse treten in einer Zeit auf, in der Eurasien den wärmsten Winter seit Mitte des 19. Jahrhunderts erlebt hat, wie die vom europäischen Copernicus-Projekt veröffentlichte <a href="https://www.theguardian.com/environment/2020/mar/05/truly-extreme-winter-2019-20-in-europe-by-far-hottest-on-record">Karte</a> der anormalen Temperaturen für den Winter 2020 zeigt. In Europa war der vergangene Winter um durchschnittlich 1,4°C wärmer als der vorherige Rekord.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/zwischen-klimakatastrophe-und-nepotismus-der-bruch-des-sardoba-damms-in-usbekistan/"><strong>Zwischen Klimakatastrophe und Nepotismus – der Bruch des Sardoba-Damms in Usbekistan</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Wie die usbekische Klimaagentur <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2019/06/13/global-warming/">betont</a>, sind in Zentralasien die Durchschnittstemperaturen in den letzten hundert Jahren doppelt so schnell gestiegen wie im Rest der Welt. Letzten Sommer verzeichnete die Region Temperaturen, die gleichauf mit den bis dahin im Laufe des letzten Jahrhunderts erreichten Rekordtemperaturen lagen. Dies führte zu zahlreichen Problemen wie Hochwasser oder Waldbränden.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Laut einem <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s10113-015-0893-z">Artikel</a> der Fachzeitschrift Regional Environmental Change aus dem Jahr 2015 sind häufigere und stärkere extreme Wetterereignisse eine der direkten Folgen der globalen Erwärmung in Zentralasien. Dies gehe mit einem Anstieg der Durchschnittstemperaturen sowie häufigeren Hitze-Peaks und einer Änderung des Niederschlags einher. Dabei erfolgt der Niederschlag &#8211; wie Anfang Mai gesehen &#8211; in Form von Starkregen, der in einem kurzen Zeitraum niedergeht, und sich mit längeren Trockenperioden abwechselt, die mit hohen Hitzewellen einhergehen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion von Novastan France</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Robin Roth</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Zwischen Klimakatastrophe und Nepotismus &#8211; der Bruch des Sardoba-Damms in Usbekistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/usbekistan/zwischen-klimakatastrophe-und-nepotismus-der-bruch-des-sardoba-damms-in-usbekistan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2020 12:46:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Nepotismus]]></category>
		<category><![CDATA[Staudamm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Bruch des Sardoba-Staudamms in der Region Sirdaryo in Usbekistan hat dazu gef&#xFC;hrt, dass mehr als 100.000 Menschen sowohl im Land selbst als auch im benachbarten Kasachstan evakuiert werden mussten und Tausende Hektar Ackerland &#xFC;berflutet wurden. Die Katastrophe ist einerseits auf heftige Regenf&#xE4;lle in der Region zur&#xFC;ckzuf&#xFC;hren, andererseits aber auch auf bauliche M&#xE4;ngel am Staudamm. [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/zwischen-klimakatastrophe-und-nepotismus-der-bruch-des-sardoba-damms-in-usbekistan/">Zwischen Klimakatastrophe und Nepotismus &#8211; der Bruch des Sardoba-Damms in Usbekistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Der Bruch des Sardoba-Staudamms in der Region Sirdaryo in Usbekistan hat dazu geführt, dass mehr als 100.000 Menschen sowohl im Land selbst als auch im benachbarten Kasachstan evakuiert werden mussten und Tausende Hektar Ackerland überflutet wurden. Die Katastrophe ist einerseits auf heftige Regenfälle in der Region zurückzuführen, andererseits aber auch auf bauliche Mängel am Staudamm. Eine strafrechtliche Untersuchung ist bereits im Gange, und auch der Verdacht der Vetternwirtschaft und Korruption steht im Raum.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Am 1. Mai ist der Damm des Sardoba-Wasserreservoirs, der erst 2017 in Betrieb genommen wurde, aufgrund einer Schwachstelle <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/05/01/leak/">gebrochen</a>. An einem aus Erde gefertigten Abschnitt konnte der Damm der Last der Wassermassen, die bei heftigen Gewittern in der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Sirdaryo">Sirdaryo</a> im Osten des Landes niedergegangen waren, nicht standhalten. Bis zum 3. Mai wurden nach Angaben der örtlichen Behörden mehr als 70.000 Menschen evakuiert, weil ihre Dörfer unter Wasser stehen, berichtet das usbekische Nachrichtenportal <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/05/02/injured-sardoba/">Gazeta.uz</a>. Im benachbarten Kasachstan wurden laut dem kasachstanischen Online-Medium&nbsp;<a href="https://vlast.kz/novosti/39308-v-turkestanskoj-oblasti-evakuirovali-iz-za-navodnenia-316-tys-zitelej-maktaaralskogo-rajona.html">Vlast.kz</a> mehr als 31.000 Menschen aus denselben Gründen evakuiert.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Nach Angaben der usbekischen und kasachstanischen Behörden sind infolge der Katastrophe keine Menschen ums Leben gekommen. Auf usbekischer Seite wurden fast 60 Menschen verletzt, aber ihr Leben sei nicht in Gefahr, schreibt Gazeta.uz unter Berufung auf die lokalen Behörden. Zwei Soldaten der Nationalgarde wurde bei Rettungsaktionen von einem Wasserstrom erfasst; einer ist dabei umgekommen, der zweite wird noch gesucht, laut <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/05/04/sardoba/?utm_source=push&amp;utm_medium=telegram">Gazeta.uz</a>. Allerdings könnte das Ausmaß der materiellen Schäden, die sich über beide Länder verteilen, erheblich sein. So haben die Menschen nicht nur ihr Zuhause, sondern auch ihre Einnahmequelle verloren, da die Ernten weiträumig zerstört wurden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kollateralschaden der Klimaerwärmung…</strong></p>
<p style="text-align: justify">Laut einer <a href="https://president.uz/ru/lists/view/3531">Mitteilung der usbekischen Präsidialverwaltung</a> ist die Katastrophe auf „starke Regenfälle und Stürme in der Region“ zurückzuführen. Auch die <a href="https://president.uz/ru/lists/view/3521">Region Buchara</a> in Usbekistan und das <a href="https://telegra.ph/Iz-za-uragana-v-Lebapskom-velayate-propali-bez-vesti-desyatki-lyudej-05-02">Gebiet Lebap</a> in Turkmenistan waren am 27.und 28. April von Orkanen betroffen, welche erhebliche Schäden verursachten. Die Ortschaft <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Zaamin,_Uzbekistan">Zomin</a>, die in der mit Sirdaryo benachbarten Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Jizzax">Jizzax</a> liegt, wurde laut <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/05/01/mudflows/?utm_source=push&amp;utm_medium=telegram">Gazeta.uz</a> ebenfalls von starken Regenfällen getroffen, durch die zwei Kinder starben. Auch im benachbarten Kirgistan gab es Windhosen, die laut dem kirgisischen Nachrichtenportal <a href="https://www.turmush.kg/ru/news:1614991/?telegram">Turmush</a>&nbsp;zu&nbsp; erheblichen Schäden im Gebiet <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Batken">Batken</a> führten.</p>
<p style="text-align: justify">Diese extremen Wetterereignisse erfolgen zu einer Zeit, in der Eurasien seinen bisher wärmsten Winter seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erlebt hat, wie eine vom Copernicus Climate Change Service veröffentlichte <a href="https://www.theguardian.com/environment/2020/mar/05/truly-extreme-winter-2019-20-in-europe-by-far-hottest-on-record#img-2">Karte</a> zeigt. In Europa war der vergangene Winter im Durchschnitt um 1,4°C wärmer als der vorhergehende Rekord.</p>
<p><figure id="attachment_21388" aria-describedby="caption-attachment-21388" style="width: 1170px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-21388" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/05/Sardoba-Sanguinov-Uzbekhydroenergo-corruption.jpg" alt="Abdugani Sanguinov, Direktor von UzbekHydroEnergo, mit Präsident Mirziyoyev bei der Einweihung des Dammes und nach seinem Bruch" width="1170" height="1138" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/05/Sardoba-Sanguinov-Uzbekhydroenergo-corruption.jpg 1170w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/05/Sardoba-Sanguinov-Uzbekhydroenergo-corruption-300x292.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/05/Sardoba-Sanguinov-Uzbekhydroenergo-corruption-768x747.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/05/Sardoba-Sanguinov-Uzbekhydroenergo-corruption-1024x996.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1170px) 100vw, 1170px" /><figcaption id="caption-attachment-21388" class="wp-caption-text">Abdugani Sanguinov, Direktor von UzbekHydroEnergo, mit Präsident Mirziyoyev bei der Einweihung des Dammes und nach seinem Bruch</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><strong>…oder ein Fall für die Gerichte?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Obwohl die Katastrophe von Sardoba eine Folge der globalen Erwärmung und damit einhergehender extremer Wetterereignisse in der Region sein könnte, sprechen die <a href="https://president.uz/ru/lists/view/3531">usbekischen Behörden</a> dennoch von einer „technischen“ Katastrophe, da der Sardoba-Staudamm erst 2017 in Betrieb genommen worden war und offenbar Sicherheitsstandards nicht erfüllte. Nach Angaben von <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/05/03/criminal-case/">Gazeta.uz</a>&nbsp;hat Usbekistans Generalstaatsanwaltschaft ein Strafverfahren wegen <em>„Verletzung der Sicherheitsvorschriften für Bergbauarbeiten, Bauarbeiten oder explosionsgefährdete Arbeiten“</em> eingeleitet.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Der usbekische Blogger Umid Gafurov, der die Facebook-Seite Troll.uz betreibt, wies in einem <a href="https://www.facebook.com/TrollUZB/posts/1290940117775618?__xts__%5b0%5d=68.ARCPzhfUBALQsdIfO9w_4R3MJQ06gy-ZCAWfZ3dKlwR5MDQCpFB57k-kiZJBItN5sqpEzO7NrxlQBonzPsFrTc3a4u4Pqs1osghMykhEAI3_2hRBn3HO8p1R8Txv3jaH-bO4S5nBvnQyiopIK4-6r2qQTEMDzbrDebrM0QppxGiClaNWtivt4m-4WswE_xTUuj4ovBjy5y8fJyF3Ou_CzEOgwuAn1EqJdHS9i5eqj25t8BCmNYwNtRsdXOaFz0lsmQEVIWz6YnnzjWqzzHzPRR1d42hKyls5bdI5_xokV9dYAjtg85Xi8lYtpeD-Cq-Cqs6_L37rtvZiXaSk11pE4BFcow&amp;__tn__=K-R">Beitrag</a>&nbsp;auf eine beunruhigende Tatsache hin. Ihm zufolge soll Abdugani Sanguinov, Direktor von Uzbekhydroenergo (ehemals Uzsuvenergo) und 2017 für den Bau des Staudamms von Sardoba verantwortlich, einem von seinem Sohn geführten Unternehmen den Zuschlag für den Bau des Staudamms von Sardoba sowie vieler anderer Staudämme gegeben haben. <em>„Natürlich beschuldige ich niemanden, für diese konkrete Situation verantwortlich zu sein. Sicherlich gibt es eine Reihe von anderen Personen/Faktoren. Es scheint mir aber dennoch gelinde gesagt ,seltsam´“</em>, schreibt der Blogger. All dies wirft ein schlechtes Licht auf die Qualität wichtiger und sensibler infrastruktureller Bauprojekte in den letzten Jahren und verweist auf die kaum verborgenen Praktiken der Vetternwirtschaft im Land.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion von Novastan France</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Robin Roth</strong></p>
<p>Edit (5.5.20, 5:45 MEZ) : Die Angabe zu zwei Nationalgardisten, die bei der Rettungsaktion vom Wasserstrom erfasst wurden, wurde hinzugefügt.</p>
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<p>The post <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/zwischen-klimakatastrophe-und-nepotismus-der-bruch-des-sardoba-damms-in-usbekistan/">Zwischen Klimakatastrophe und Nepotismus &#8211; der Bruch des Sardoba-Damms in Usbekistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>&#8222;Green Central Asia&#8220;: Die zentralasiatischen Außenminister zu Gast in Berlin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Jan 2020 04:21:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Au&#xDF;enminister der f&#xFC;nf zentralasiatischen Staaten sind zu einer Ministerkonferenz nach Berlin gereist. Die Konferenz &#x201E;Green Central Asia&#x201C; bildete den Auftakt zu einer neuen Initiative, mit der das Ausw&#xE4;rtige Amt die zentralasiatischen L&#xE4;nder bei der Bek&#xE4;mpfung des Klimawandels unterst&#xFC;tzen m&#xF6;chte. Unter dem Motto &#x201E;Green Central Asia&#x201C; fand am 28. Januar in Berlin eine vom Ausw&#xE4;rtigen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die Außenminister der fünf zentralasiatischen Staaten sind zu einer Ministerkonferenz nach Berlin gereist. Die Konferenz „Green Central Asia“ bildete den Auftakt zu einer neuen Initiative, mit der das Auswärtige Amt die zentralasiatischen Länder bei der Bekämpfung des Klimawandels unterstützen möchte.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Unter dem Motto „Green Central Asia“ fand am 28. Januar in Berlin eine vom Auswärtigen Amt organisierte Konferenz statt, an der neben Bundesaußenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heiko_Maas">Heiko Maas</a> und dem Hohen Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Josep_Borrell">Josep Borrell</a> die Außenminister aller fünf zentralasiatischer Staaten sowie Afghanistans teilnahmen. Ziel der neuen Initiative ist es, die regionale Zusammenarbeit, den Informationsaustausch und die Vernetzung mit Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu intensivieren.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der Klimawandel betrifft auch Zentralasien</strong></p>
<p style="text-align: justify"><em>„Wenn der Klimawandel keine Grenzen kennt, so darf auch unsere Antwort darauf keine Grenzen mehr kennen.“</em> – Mit diesem Worten machte Bundesaußenminister Heiko Maas schon zu Beginn seiner <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/maas-green-central-asia/2296648">Rede</a> deutlich, was das Auswärtige Amt dazu bewog, seine neue Initiative „<a href="https://green-central-asia.net/">Green Central Asia</a>“ zu starten. Indem er auf den Rückgang des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a> sowie Konflikte um Wasser und Ackerland verwies, machte Maas deutlich, dass Zentralasien besonders stark von den sicherheitspolitischen Folgen des Klimawandels betroffen ist.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Diesen Folgen zu begegnen, hat Deutschland zu einem Schwerpunkt seiner Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gemacht. <em>„Unterstützt werden wir dabei von einer Freundesgruppe, an der bereits 48 Staaten, darunter auch Afghanistan, teilnehmen. Und ich würde mich sehr freuen, wenn sich auch die Staaten Zentralasiens dieser Freundesgruppe zu Klima und Sicherheit anschließen würden. Ihre Regionalerfahrung wäre für unsere Arbeit dort eine große Bereicherung“</em>, warb der Bundesaußenminister.</p>
<p style="text-align: justify">Mit „Green Central Asia“ möchte das Auswärtige Amt an dem sogenannten <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/150907-konferenz-wasser-zentralasien/274574">Berliner Prozess</a> anknüpfen – einer 2008 ins Leben gerufenen Wasserinitiative zur Stärkung der regionalen Kooperation zu Wasserfragen in Zentralasien. Maas erinnerte daran, dass das Thema Wasser von einem heiklen Streitthema nun zu einem Thema für grenzüberschreitende Verständigung geworden sei. Dabei könne es aber nicht bleiben. <em>„Die Entwicklungen der letzten Jahre haben aber auch gezeigt, dass wir uns breiter aufstellen müssen. Wasser ist nur ein Teil der komplexen Realität, vor die uns der Klimawandel stellt. Es geht um Gletscherschmelze, Wüstenbildung und um den Verlust von Ackerland. Und um die Auswirkungen all dieser Entwicklungen auf Ernährungssicherheit und auch Migration“</em>, sagte der Minister.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/">Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Josep Borrell betonte in seiner Rede, dass die neue Initiative mit der im letzten Jahr aktualisierten Zentralasien-Strategie der Europäischen Union einhergehe. Darüber hinaus kündigte er neue EU-Projekte für die Region an. <em>„Wir erwarten, dass wir noch in diesem Jahr ein neues EU-Projekt starten, das mit Deutschlands Initiative &#8222;Green Central Asia&#8220; abgestimmt ist und über das wir heute diskutieren werden. Wir werden uns auf die Stärkung der Fähigkeit Usbekistans, Kirgistans und Tadschikistans konzentrieren, die Sicherheitsauswirkungen des Klimawandels im Fergana-Tal anzugehen&#8220;</em>, <a href="https://www.euractiv.com/section/central-asia/news/germany-launches-green-central-asia-initiative/?fbclid=IwAR01x5q56Y5IY5BGZd-Ug6HsR_RE6ZP0x27LVWAxsGyA5p38s0E2XWX4t-o">sagte</a> Borrell.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wasser nach wie vor das zentrale Thema</strong></p>
<p style="text-align: justify">Trotz aller diplomatischer Erfolge, die in Bezug auf die Wassernutzung in den letzten Jahren erreicht wurden, bleibt Wasser das Thema, das am meisten beschäftigt. So hob der usbekische Außenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Abdulaziz_Komilov">Abdulaziz Komilov</a> die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit in Bezug auf die Region um den Aralsee hervor. Laut einer <a href="https://mfa.uz/ru/press/news/2020/01/23087/">Pressemitteilung</a> seines Ministeriums erinnerte er daran, dass sein Land eine Initiative zur Umwandlung der Aral-Region in eine Zone der ökologischen Innovation und Technologie vorgeschlagen habe.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-aralsee-gestern-heute-morgen/">Der Aralsee: gestern, heute, morgen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Für Tadschikistan, als einem Anrainer der Oberläufe von Zentralasiens grenzüberschreitenden Flüssen, steht vor allem der Schutz der heimischen Gletscher im Fokus. Wie das Nachrichtenportal Asia-Plus berichtete, verwies Außenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sirojiddin_Muhriddin">Sirodschiddin Muchriddin</a> &nbsp;auf den Vorschlag des tadschikischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a>, einen internationalen Fonds zum Schutz der Gletscher zu schaffen, der den von den Folgen des Klimawandels betroffenen Ländern helfen soll.</p>
<p><iframe loading="lazy" title="EXPO Astana – Wie future energy ist Zentralasien?" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/iHVY0eB9b_w?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p style="text-align: justify">Kasachstans Außenminister Muhtar Tileýberdi machte hingegen die Entwicklung einer „grünen Wirtschaft“ zum Thema seiner Rede. <em>„Wir sind an der deutschen Erfahrung in dieser Richtung interessiert, da die kasachstanische Regierung vor einer ähnlichen Aufgabe für die Entwicklung der „Grünen Wirtschaft“ steht. Die erklärten Initiativen unseres Landes auf internationaler Ebene zeigen das Engagement Kasachstans für die Ökologisierung der Wirtschaft, die rationelle Nutzung der natürlichen Ressourcen und die Minimierung der Auswirkungen auf die Umwelt“</em>, <a href="http://mfa.gov.kz/ru/content-view/-2813">sagte</a> der Außenminister Kasachstans. Auch die <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-inszeniert-sich-auf-der-expo/">2017 organisierte „EXPO“</a> in der kasachstanischen Hauptstadt Astana (heute Nur-Sultan) war dem Thema „future energy“ gewidmet.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Gemeinsame Erklärung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Zum Abschluss der Konferenz in Berlin unterzeichneten die Außenminister der beteiligten Staaten eine <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/blob/2297216/1c38d902b682fabeb30dec96e412d42d/jdoi-green-central-asia-data.pdf">gemeinsame Erklärung</a> zur Zusammenarbeit im Bereich Klima und Sicherheit. Diese umfasst die Bereiche Wasser und insbesondere den Gletscherschutz, Energie, Biodiversität, Landmanagement und Landwirtschaft und soll auf nationaler und regionaler Ebene umgesetzt werden. Darüber hinaus sollen auch VertreterInnen der Zivilgesellschaft und gesellschaftlicher Organisationen sowie der Wirtschaft und wissenschaftlicher Institutionen eingebunden werden. Außerdem legten die beteiligten Länder fest, dass sie bis Ende des Jahres die Umsetzung durch die gemeinsame Ausarbeitung eines Aktionsplans überprüfen wollen.</p>
<p style="text-align: justify">Die Konferenz in Berlin ist innerhalb von „Green Central Asia“ vor allem als Kick-off-Meeting zu verstehen. Die gemeinsame Erklärung der Außenminister sieht vor, dass der politische Dialog auf höchster Ebene fortgesetzt werden und eine Reihe von Konferenzen zum Thema Klima und Sicherheit in Zentralasien folgen soll. Ein nächster Schritt hierzu soll zweite „Berlin Climate and Security Conference” am 15. und 16. Juni sein, zu der der Bundesaußenminister einlud.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/klimawandel-kirgistans-gletscher-in-gefahr/">Klimawandel: Kirgistans Gletscher in Gefahr</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Dass Konferenzen und Dialoge allerdings nichts ausreichen werden, um die Gefahren des Klimawandels für Zentralasien aus der Welt zu schaffen, stellte Heiko Maas bereits in seiner Eröffnungsrede klar. <em>„Am Ende wird sich unsere Initiative aber nicht an der Zahl internationaler Konferenzen messen lassen müssen. Sondern daran, was wir gemeinsam umsetzen, und zwar über Grenzen hinweg“</em>, <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/maas-green-central-asia/2296648">sagte</a> der Minister.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Bilaterale Treffen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Da sie schon einmal die Weite Reise in die deutsche Hauptstadt angetreten waren, nutzen die zentralasiatischen Außenminister die Gelegenheit für eine Reihe bilateraler Treffen. So sprach Kasachstans Chefdiplomat Tileýberdi mit Heiko Mass über die Umsetzung der bilateralen Vereinbarungen, die im Dezember letzten Jahres während des <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-praesident-tokajew-auf-staatsbesuch-in-berlin/">ersten offiziellen Besuchs</a> des Präsidenten Kasachstans <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qassym-Jomart Toqaev</a> in Deutschland erreicht wurden.</p>
<p style="text-align: justify">Darüber hinaus traf sich der kasachstanische Außenminister mit VertreterInnen der deutschen Wirtschaft. Beim Neujahrsempfang des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ost-Ausschuss_–_Osteuropaverein_der_Deutschen_Wirtschaft">Ostausschusses der deutschen Wirtschaft</a> war Tileýberdi als Ehrengast eingeladen. <em>„Für uns ist Deutschland ein wichtiger Partner in der Europäischen Union, mit dem die Beziehungen eine hohe strategische Priorität haben. Wir freuen uns, dass auch Deutschland der Zusammenarbeit mit Kasachstan eine sehr wichtige Bedeutung beimisst“</em>, <a href="http://mfa.gov.kz/ru/content-view/-2814">betonte</a> der Minister in seiner Rede. Im Rahmen der Veranstaltung traf Tileýberdi sich auch mit Bundeswirtschaftsminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Altmaier">Peter Аltmaier</a>, der die Bereitschaft äußerte, die Präsenz Deutschlands auf dem kasachstanischen Markt zu erweitern.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Auch Usbekistans Außenminister Komilov wurde vom Bundesaußenminister empfangen, um über die Perspektiven der deutsch-usbekischen Zusammenarbeit zu sprechen. Im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung traf sich Komilov mit Staatssekretär <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Barthle">Norbert Barthle</a>. Die beiden Politiker sprachen über die Umsetzung von Vereinbarungen, die auf die weitere Entwicklung der bilateralen Zusammenarbeit im Bereich Finanzen und Technik abzielen.</p>
<p style="text-align: justify">Tadschikistans Außenminister Muchriddin traf sich ebenfalls mit dem Heiko Maas zu einem bilateralen Gespräch über die Perspektiven der bilateralen Zusammenarbeit in politischen und wirtschaftlichen Fragen. Wie <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20200129/tadzhikistan-etshe-raz-vistupil-za-sozdaniya-mezhdunarodnogo-fonda-po-zatshite-lednikov?tg_rhash=59df260525b319">Asia-Plus</a> berichtete, unterzeichneten beide Seiten zum Abschluss des Treffens ein zwischenstaatliches Abkommen über die Arbeit von Familienangehörigen der Mitarbeiter von diplomatischen und konsularischen Vertretungen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Robin Roth<br />
</strong><strong>Redakteur bei Novastan</strong></p>
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