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	<title>Qasym-Jomart Toqaev Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Wed, 30 Sep 2026 19:26:40 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Qasym-Jomart Toqaev Archives</title>
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		<title>Kasachstans Präsident Toqaev auf Staatsbesuch in Deutschland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2026 19:26:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
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		<category><![CDATA[Markus Söder]]></category>
		<category><![CDATA[Qasym-Jomart Toqaev]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wirtschaftliche Zusammenarbeit, Energie und der Ukrainekrieg standen im Mittelpunkt des Staatsbesuchs des kasachstanischen Pr&#xE4;sidenten Qasym-Jomart Toqaev, der sich am Dienstag (29.9) in Berlin mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundespr&#xE4;sident Frank-Walter Steinmeier zu Gespr&#xE4;chen traf. Auch ein Besuch des Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsforums stand auf der Agenda des kasachstanischen Pr&#xE4;sidenten. Der Staatsbesuch stellte das erste Treffen zwischen Toqaev [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wirtschaftliche Zusammenarbeit, Energie und der Ukrainekrieg standen im Mittelpunkt des Staatsbesuchs des kasachstanischen Präsidenten Qasym-Jomart Toqaev, der sich am Dienstag (29.9) in Berlin mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Gesprächen traf. Auch ein Besuch des Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsforums stand auf der Agenda des kasachstanischen Präsidenten.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Staatsbesuch stellte das erste Treffen zwischen Toqaev und Merz dar. Der Kontakt auf höchster politischer Ebene zwischen den beiden Ländern hat in den letzten Jahren Fahrt aufgenommen: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasiens-praesidenten-bei-gipfeltreffen-in-berlin/">2023</a> fand der erste “Z5+1”-Gipfel statt, dessen <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/migration-wirtschaft-z51-bundeskanzler-scholz-in-zentralasien/">Zweitauflage</a> ein Jahr später folgte. Im Februar dieses Jahres trafen sich schließlich die Außenminister der sechs Teilnehmerstaaten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wirtschaftliche Roadmap: Know-How gegen Energie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während einer <a href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/pk-merz-tokajew-2454698">gemeinsamen Pressekonferenz</a> im Anschluss an das Treffen im Kanzleramt kündigten Merz und Toqaev eine “<em>Wirtschaftliche Roadmap</em>” für den Zeitraum 2026 &#8211; 2028 an, die “<em>die industrielle, technologische und rohstoffbezogene Entwicklung</em>” beider Länder voranbringen soll. Deutschland zielt hierbei vor allem auf einen vereinfachten Zugang zu kasachstanischen Rohstoffen und Energieträgern, die angesichts der Sanktionen gegen Russland und der Lage am Persischen Golf extrem wichtig für die deutsche Wirtschaft sind. Kasachstan hofft derweil, von deutschem Know-How und deutscher Technologie zu profitieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“<em>Wir haben uns auch auf die Förderung gemeinsamer Analysen für unsere Lieferketten geeinigt. Wir wollen uns enger verbinden. Dafür wollen wir resiliente Logistikketten und den Mittleren Korridor weiter ausbauen. Kasachstan leistet schon heute einen wichtigen Beitrag zur europäischen Ölversorgung. Der deutsch-kasachische Energiedialog beweist hierbei seinen großen Wert</em>”, erklärte Merz während der Pressekonferenz. Zudem betonte er die Wichtigkeit der Roadmap für den Mittelstand, um “<em>verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen beider Seiten [zu] eröffnen, beispielsweise bei der Anerkennung von Standards.</em>”</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan repräsentiert <a href="https://www.dihk.de/de/newsroom/deutsch-kasachisches-wirtschaftsforum-am-29-september--186994">80 Prozent des deutschen Handels</a> in Zentralasien und ist damit der wichtigste deutsche Handelspartner in der Region. Im Laufe der letzten vier Jahre hat sich das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern nahezu verdoppelt und beträgt derzeit knapp 8 Milliarden Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.dihk.de/de/newsroom/deutsch-kasachisches-wirtschaftsforum-am-29-september--186994">Laut Michael Harms</a>, dem Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, “<em>bietet [das Land] hervorragende Chancen für deutsche Technologieanbieter und Investoren und trägt zugleich zur Diversifizierung von Energie- und Rohstofflieferungen nach Europa bei.</em>” Um das Potenzial der bilateralen Handelsbeziehungen komplett auszuschöpfen, ist es Harms zufolge essentiell, „<em>die hohe politische Aufmerksamkeit in konkrete Projekte und langfristige Investitionen umzusetzen.</em>“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kasachstan möchte deutschen Mittelstand anziehen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der kasachstanische Präsident Toqaev betonte auf der Pressekonferenz das Interesse seines Landes, Vertreter des deutschen Mittelstandes vom Aufbau von Produktionsstätten in Kasachstan zu überzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“<em>Unser Ziel besteht darin, die Investitionszusammenarbeit mit der deutschen Seite auf ein qualitativ neues Niveau zu bringen. Wir sind sehr an langfristigen Aktivitäten der Vertreter der deutschen Wirtschaft interessiert. Wir legen sehr viel Wert auf die Zusammenarbeit in den Bereichen von Energie, Maschinenbau und Chemie. [&#8230;] Wir sind uns sicher, dass das Potenzial bei Weitem nicht ausgeschöpft ist. Deutschland hat einen sehr starken Mittelstand, [&#8230;]</em>”, so das kasachstanische Staatsoberhaupt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/oesterreich-und-usbekistan-schliessen-migrationsabkommen/">Österreich und Usbekistan schließen Migrationsabkommen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuvor hatte sich Toqaev im Verteidigungsministerium mit Frank-Walter Steinmeier getroffen, um im Rahmen des Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsforums im Beisein von 300 Handels- und Wirtschaftsvertreter:innen neue Projekte in den Bereichen Industrie, Energie, Rohstoffe sowie Transport und Logistik zu besprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zwei Staatsoberhäupter <a href="https://www.ost-ausschuss.de/de/tokajew-und-steinmeier-setzen-impuls-fuer-deutsch-kasachische-wirtschaftspartnerschaft">unterschrieben</a> im Anschluss an das Forum 37 bilaterale Projekte mit einem Gesamtvolumen von 1,8 Milliarden Euro. Diese Projekte <a href="https://daz.asia/blog/wirtschaftsforum-st-rkt-deutsch-kasachische-partnerschaft/">umfassen die Bereiche</a> Kritische Rohstoffe, Wertschöpfung, Landwirtschaft, Energieinfrastruktur, Automatisierung, Werkzeugmaschinenbau, Industrierobotik und Digitalisierung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ukrainekrieg: Merz entschlossen, Toqaev vorsichtig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Bezug auf den Krieg in der Ukraine betonte Merz, dass ein Frieden nur mit Vertreter:innen der EU am Verhandlungstisch gelingen könne und Deutschland der Ukraine weiterhin politische, wirtschaftliche und militärische Hilfe leisten werde, solange der Krieg andauert. Er <a href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/pk-merz-tokajew-2454698">dankte</a> Präsident Toqaev dafür, “<em>dass er auch mit Präsident Putin darüber spricht, wie wir zu einem Ende dieses Krieges kommen können.</em>”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstans Präsident äußerte sich verhaltener und bezeichnete den russischen Präsidenten Vladimir Putin als “<em>eine herausragende politische Persönlichkeit</em>”, die “<em>über die notwendigen Charaktereigenschaften für die Rolle als Staatsoberhaupt eines sehr großen Landes mit einer komplexen Geschichte [&#8230;]</em>” verfügt. Er sprach sich für “<em>ein Einfrieren der Kampfhandlungen auf dem Territorium der Ukraine</em>” aus, um sich “<em>dann in die Richtung von Diplomatie und Verhandlungen begeben</em>” zu können.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="720" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/kz8-6853-2-1024x720.jpg" alt="" class="wp-image-45323" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/kz8-6853-2-1024x720.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/kz8-6853-2-300x211.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/kz8-6853-2-767x540.jpg 767w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/kz8-6853-2-1536x1081.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/kz8-6853-2-2048x1441.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kasachstans Präsident Toqaev und Bayerns Ministerpräsident Söder bei ihrem Treffen am 30.09.2026 in München, Photo: Akorda.kz</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am Mittwoch (30.09) flog Toqaev nach München, wo er sich mit <a href="https://akorda.kz/ru/prezident-kazahstana-provel-vstrechu-s-premer-ministrom-bavarii-markusom-zyoderom-3081250">Mitgliedern der bayerischen Regierung</a> und <a href="https://akorda.kz/ru/kasym-zhomart-tokaev-vstretilsya-s-predsedatelem-landtaga-bavarii-ilze-aygner-3082245">des Landtages</a> traf. Außerdem nahm er an der Eröffnung des “<a href="https://akorda.kz/ru/glava-gosudarstva-vystupil-na-otkrytii-kazahstansko-bavarskogo-tehnologicheskogo-foruma-3085138">Bayerisch-Kasachisches Technologieforums</a>” teil, auf dem die Zusammenarbeit in den Bereichen Digitalisierung, KI und Wirtschaft diskutiert wurden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>“Meine letzte Hoffnung ruht nun auf der Republik Kasachstan”: zwei russischen Aktivist:innen droht die Abschiebung aus Kasachstan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Aug 2026 10:58:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivist]]></category>
		<category><![CDATA[Aleksej Nawalnyj]]></category>
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		<category><![CDATA[Mansur Mowlajew]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Qasym-Jomart Toqaev]]></category>
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		<category><![CDATA[Ukrainekrieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kasachstan droht zwei russischen Antikriegs- und Menschenrechtsaktivist:innen die Abschiebung in ihr Heimatland, wo sie mit gro&#xDF;er Wahrscheinlichkeit eine lange Haftstrafe und Folter erwartet. Der Fall wirft Fragen &#xFC;ber die immer enger werdenden Beziehungen der EU zu den zentralasiatischen L&#xE4;ndern auf. Seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs hat sich Kasachstan zu einem der beliebtesten Ziele f&#xFC;r [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Kasachstan droht zwei russischen Antikriegs- und Menschenrechtsaktivist:innen die Abschiebung in ihr Heimatland, wo sie mit großer Wahrscheinlichkeit eine lange Haftstrafe und Folter erwartet. Der Fall wirft Fragen über die immer enger werdenden Beziehungen der EU zu den zentralasiatischen Ländern auf.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs hat sich Kasachstan zu einem der beliebtesten Ziele für ausreisewillige Russen und Russinnen entwickelt, die vor der Mobilisierung und politischen Verfolgung in ihrem Heimatland flüchten. Bis Mitte 2024 betrug die Zahl der russischen Staatsbürger:innen, die sich in Kasachstan seit Anfang des Krieges niedergelassen hatten, bereits knapp 80.000.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/fluchtziel-kasachstan-eine-reportage-aus-qostanai-wo-hunderte-russen-aufgenommen-wurden/">Fluchtziel Kasachstan – Eine Reportage aus Qostanaı, wo Hunderte Russen aufgenommen wurden</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun steht jedoch die Abschiebung zweier Oppositioneller – Julija Emelianowa und Mansur Mowlajew – nach Russland im Raum, wo sie aufgrund ihrer politischen Tätigkeit zu einer längeren Haftstrafe verurteilt und der Folter unterzogen werden könnten. Beide Gefangenen haben Appelle an den kasachstanischen Präsidenten <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kassym-Jomart_Tokayev">Qasym-Jomart Toqaev</a> gerichtet, um ihre Abschiebung zu verhindern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine &#8222;wahre Hölle&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die 35-jährige Emelianowa war in St. Petersburg im Team des russischen Oppositionellen Aleksej Nawalnyj aktiv. 2021 wurde sie im Rahmen breitflächiger Razzien gegen oppositionelle Aktivist:innen unter dem Vorwurf, sie hätte das Mobiltelefon eines Taxifahrers im Wert von 130 Euro gestohlen, von russischen Polizeibeamt:innen verhaftet und im polizeilichen Gewahrsam gehalten. Emelianowa und ihr Anwalt beteuern ihre Unschuld und betrachten das Verfahren als politisch motiviert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“<em>Diese beiden Tage wurden für mich zur wahren Hölle – aufgrund der folterähnlichen Haftbedingungen und der grausamen, meine Würde verletzenden Behandlung: Man entzog mir systematisch den Schlaf, indem ich wiederholt aus meiner Zelle geholt und von männlichen Polizeibeamten einer Leibesvisitation unterzogen wurde – ein Vorgehen, das bereits für sich genommen unzulässig ist,</em>” schreibt Emelianowa in ihrem Appell an den Präsidenten Kasachstans. <em>“Doch damit war es nicht genug: Während der gesamten Haftzeit wurde mir der Gang zur Toilette verweigert, was zwangsläufig zu entwürdigenden und demütigenden Situationen führte. Um die Misshandlung zu vertuschen, wurde meinem Rechtsanwalt der Zugang zu mir verweigert – was ebenfalls eine klare Verletzung meiner Rechte darstellt.</em>”</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-angst-russischer-exilantinnen-vor-abschiebung-waechst/">Kasachstan: Angst russischer Exilant:innen vor Abschiebung wächst</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst nachdem gedroht wurde, ihre Schwester als Mittäterin in den Fall zu verwickeln, willigte sie ein und unterschrieb ein falsches Geständnis.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ermittlungen weisen zahlreiche Irregularitäten auf: Es wurden keine Fingerabdrücke vom angeblich gestohlenen Handy genommen, um sie mit Emelianowas zu vergleichen, und der angebliche Geschädigte wurde während des Verfahrens in Abschiebehaft genommen und aus Russland ausgewiesen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Um ihrer drohenden Haftstrafe zu entkommen, wanderte Emelianowa 2022 in die georgische Hauptstadt Tiflis aus, wo sie ukrainischen Geflüchteten und russischen Politgefangenen im Rahmen der humanitären Projekte „Emigration for Action“ und „Just Help“ Unterstützung leistete. Im August 2025 wurde sie auf dem Weg nach Da Nang in Vietnam, wo sie sich um ein behindertes Familienmitglied sorgen wollte, während ihres Inlandfluges von Almaty nach Astana von kasachstanischen Polizeibeamt:innen verhaftet und in Gewahrsam genommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in Kasachstan litt Emelianoea unter der Willkür des kasachstanischen Justizsystems.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“<em>Nach meiner Festnahme am Flughafen und der Inhaftierung beantragte ich den Asylstatus in der Republik Kasachstan, da ich die im Asylgesetz festgelegten Voraussetzungen erfülle.</em> <em>[&#8230;] Obwohl es sowohl nach innerstaatlichem als auch nach internationalem Recht ausreichende Grundlagen für die Gewährung von Schutz in Kasachstan gibt, lehnte die Kommission, die meinen Fall prüfte, meinen Antrag ab”, </em>so Emelianowas Appell. Sie bezichtigt die kasachstanischen Gerichte der Voreingenommenheit und Willkür, was “<em>ernsthafte Zweifel an der Unparteilichkeit und Kompetenz der entscheidenden Richter aufkommen lassen.</em>”</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>“Ich fürchte ernsthaft um mein Leben und meine Gesundheit, sollte meine Auslieferung an die Russische Föderation tatsächlich vollzogen werden. Sie</em> [Toqaev, Anm. d. Red]<em> sind meine letzte Hoffnung! Ich bitte Sie eindringlich, sich persönlich für eine gerechte Lösung meines Falles einzusetzen, dessen Ausgang – im wörtlichen Sinne – über mein Leben entscheidet. [&#8230;] Ich bin davon überzeugt, dass für Sie die Menschenrechte keine bloße Formalität sind und dass Sie – wie ich – an die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz glauben</em>”, schreibt Emelianowa.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Fall Mowlajew</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mansur Mowlajew droht dasselbe Schicksal. Der tschetschenische Menschenrechtsaktivist und russische Meister im olympischen Gewichtheben befindet sich seit Mai 2025 in kasachstanischer Untersuchungshaft, nachdem die tschetschenischen Behörden ein Auslieferungsersuchen gegen ihn erließen. Mowlajew hatte zuvor Informationen über Menschenrechtsverletzungen, die in Tschetschenien begangen wurden, an Menschenrechtsorganisationen übermittelt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Verbüßen einer Freiheitsstrafe wurde Mowlajew 2022 von tschetschenischen Sicherheitskräften entführt und gefoltert. Erst kurz zuvor war ein weiterer tschetschenischer Menschenrechtsaktivist und Kollege von Mowlajew, Salman Pepsurkajew, entführt und ermordet worden, nachdem er sich unmenschlichen Gewaltexzessen seitens seiner Peiniger unterziehen musste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 2022 gelang Mowlajew die Flucht aus der Gefangenschaft. Dank der Unterstützung von in Europa lebenden Exil-Tschetschen:innen und Menschenrechtsorganisationen konnte er sich nach Kirgistan absetzen, dessen Grenze er allerdings aufgrund fehlender Papiere und der drohenden Lebensgefahr illegal überqueren musste. Nach einer sechsmonatigen Haftstrafe in Kirgistan wegen illegaler Grenzüberquerung reiste er nach Kasachstan ein. Doch auch nach Mowlajews Flucht ließen die tschetschenischen Behörden nicht locker. </p>



<p class="wp-block-paragraph">“<em>Nach meiner Flucht wurde ein neues Strafverfahren gegen mich wegen Erpressung eingeleitet. Ich bin überzeugt, dass dieses Verfahren fabriziert wurde, um meine Auslieferung zu erzwingen, mich als gemeingefährlich darzustellen und in den Augen der kasachischen Behörden sowie der internationalen Gemeinschaft zu diskreditieren. Man versuchte auch, mich als Extremisten hinzustellen, obwohl ich keine Gewalttaten begangen habe oder dazu aufgerufen habe,</em>” so Mowlajew in seinem Appell an Toqaev. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Asylantrag des Tschetschenen wurde im Dezember letzten Jahres von den kasachstanischen Behörden abgewiesen, wogegen Mowlajew Berufung einlegte. Im Januar 2026 erließ der stellvertretende Generalstaatsanwalt Kasachstans nichtsdestotrotz den Beschluss, Mowlajew nach Russland auszuliefern. Nur dank der Beschwerden zahlreicher Menschenrechtsorganisationen sowie durch eine einstweilige Verfügung des Menschenrechtsausschusses der Vereinten Nationen wurde die mögliche Auslieferung bis zum Abschluss des Asylverfahrens ausgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“<em>Heute habe ich praktisch niemanden mehr, der mich vor einer Auslieferung schützen könnte. Meine letzte Hoffnung ruht nun auf der Republik Kasachstan und auf Ihnen als Staatsoberhaupt. [&#8230;] Ich bitte Sie, zu verhindern, dass ich wieder in die Hände derer zurückgegeben werde, denen ich einst unter unvorstellbaren Qualen entkommen konnte. Sollte ich ausgeliefert werden, bin ich fest davon überzeugt, dass ich nicht lebend dorthin zurückkehren werde</em>&#8222;, schreibt Mansur in seinem Appell an Präsident Qasym-Jomart Toqaev.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die zwei Gesichter Kasachstans</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs hat sich Zentralasien zu einem wichtigen Partner für die EU entwickelt, die dringend Alternativen zu russischen Energieträgern und neue Handelswege nach China sucht. Im April letzten Jahres fand das erste Gipfeltreffen zwischen der EU und Zentralasien statt, bei dem die fünf zentralasiatischen Staatsoberhäupter mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Antonio Costa über die Zukunft der gegenseitigen Beziehungen und potenzielle Investitionsmöglichkeiten diskutierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Umgang Kasachstans mit Emelianowa und Mowlajew wirft ein neues Licht auf die Beziehungen der EU zu Zentralasien. Während Europa sich aufgrund des Krieges und zahlreicher verheerender Menschenrechtsverletzungen von Russland abkapseln möchte, werden zentralasiatische Missstände in diesem Bereich wohlwollend unter den Teppich gekehrt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Kasachstan bekennt sich in Europa zu Rechtsstaatlichkeit und internationaler Zusammenarbeit. Gleichzeitig sind dort Schutzsuchende in akuter Gefahr, an genau jene staatlichen Strukturen ausgeliefert zu werden, vor denen sie geflohen sind</em>“, erklärte Edgar Lamm, Vorsitzender der Menschenrechtsorganisation <em>Internationale Gesellschaft für Menschenrechte </em>(IGFM), in einer <a href="https://www.igfm.de/warum-das-schicksal-zweier-russen-von-weltpolitischer-bedeutung-ist/">Stellungnahme</a> zu den Fällen Emelianowa und Mowlajew. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammen mit dem exilrussischen <em>Anti-War Committee</em> und dem Menschenrechtsprojekt &#8222;<em>The Ark</em>&#8220; fordert er den kasachstanischen Staat dazu auf, die Auslieferungsverfahren gegen die beiden Gefangenen “<em>bis zum Abschluss aller Rechtsmittelverfahren</em>” auszusetzen, das völkerrechtliche “Prinzip der Nichtzurückweisung” und politische Neutralität zu beachten und den “<em>Zugang zum Rechtsbeistand sowie ein faires Verfahren sicherzustellen.</em>”</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Deutsche Sektion e.V.</em> D<em>er ursprüngliche Appell ist <a href="https://www.igfm.de/igfm-kasachstan-pm-29-07/">hier</a> einzusehen.</em></p>
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		<title>Warum Macht-Tandems oft nicht von langer Dauer sind</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Mar 2026 15:59:39 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kirgistan ist das Tandem der &#x201E;zwei Freunde&#x201C;, das zwischen Pr&#xE4;sident Sadyr Dschaparow und dem ehemaligen Geheimdienstchef Kamtschybek Taschijew &#xFC;ber f&#xFC;nf Jahre Bestand hatte, bereits in Vergessenheit geraten. Die Erfahrungen Kirgistans und seiner Nachbarl&#xE4;nder best&#xE4;tigen: Politische Tandems sind verg&#xE4;nglich, die politische Tradition tendiert zu einem personalistischen Regierungsmodell. &#x201E;Wir haben einen gemeinsamen Weg, gemeinsame Ziele, deshalb [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan ist das Tandem der „zwei Freunde“, das zwischen Präsident Sadyr Dschaparow und dem ehemaligen Geheimdienstchef Kamtschybek Taschijew über fünf Jahre Bestand hatte, bereits in Vergessenheit geraten. Die Erfahrungen Kirgistans und seiner Nachbarländer bestätigen: Politische Tandems sind vergänglich, die politische Tradition tendiert zu einem personalistischen Regierungsmodell.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir haben einen gemeinsamen Weg, gemeinsame Ziele, deshalb gehen wir gemeinsam durchs Leben“</em>, meinte Kamtschybek Taschijew in einer Anfang 2026 erschienenen Dokumentarserie auf YouTube, in der über die fünfjährige Präsidentschaft seines Freundes Sadyr Dschaparow berichtet wurde. <em>„Nur der Tod kann uns trennen“</em>, erklärte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger als zwei Monate später zerbrach das Bündnis zwischen Dschaparow und Taschijew. Beide leben noch, doch der erste ist an der Macht und sitzt nach wie vor im Präsidentenamt, während der zweite seine einflussreichen Posten als Vorsitzender des Staatlichen Komitees für nationale Sicherheit sowie als Vizepremier verlor.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Zwei Schafsköpfe passen nicht in einen Topf“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dschaparow entließ Taschijew am 10. Februar, als dieser sich wegen einer Behandlung im Ausland aufhielt. Taschijew bezeichnete diesen Schritt als Überraschung. Einige Tage später kehrte er aus Europa zurück, blieb jedoch nicht lange in der Heimat und reiste erneut ins Ausland. Der Präsident machte deutlich: Er habe sich mit Taschijew getroffen, mit ihm gesprochen und ihm erklärt, dass sein ehemaliger Verbündeter keine Posten im Staatsdienst mehr erhalten würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Tandem zerbrach nach einem offenen Brief von 75 Politikern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an den Präsidenten. Die Verfassenden forderten vorgezogene Präsidentschaftswahlen in diesem Jahr und schürten damit die Debatte über die Amtszeit von Dschaparow und die Rechtmäßigkeit seiner Machtausübung. Die Antwort der Präsidialverwaltung war die Entlassung von Taschijew; Dschaparow erklärte, er habe dies getan, um die Einheit zu wahren, und beschuldigte die Initiierenden des offenen Briefes, Druck auf Abgeordnete und Beamte auszuüben mit der Forderung, <em>„auf die Seite des Generals [gemeint ist Taschijew, Anm. d. Übers.] zu wechseln“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-entlassung-von-geheimdienst-chef-kirgistan-baut-machtapparat-um/">Nach Entlassung von Geheimdienst-Chef: Kirgistan baut Machtapparat um</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Fünf Unterzeichner des Aufrufs wurden festgenommen; ihnen wurde <em>„versuchte Organisation von Massenunruhen“</em> vorgeworfen. Taschijew hatte – nach offiziellen Angaben – weder mit dem Schreiben noch mit den angeblich geplanten Unruhen etwas zu tun. Formelle Vorwürfe gegen den ehemaligen Chef des Geheimdienstes gab es nicht, doch die sich in Kirgistan entfaltende Kampagne betraf seine direkten Protegés und wurde als <em>„Säuberung der Taschijew-Leute“</em> bezeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Festgenommen wurden mehrere hochrangige Mitarbeiter des GKNB, die als Vertraute des ehemaligen Vorsitzenden galten. Im Komitee selbst finden Umstrukturierungen und Entlassungen statt; der Grenzschutz und der Personenschutzdienst für die Spitzenpolitiker des Staates wurden aus seiner Struktur ausgegliedert. Parallel dazu wurde die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses initiiert, in den ein Teil der Funktionen des GKNB übertragen werden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab einen Wechsel bei den stellvertretenden Vorsitzenden des GKNB, bei drei Ministern sowie beim Bürgermeister von Osch, der zweitgrößten Stadt Kirgistans. Mehrere Abgeordnete legten ihre Mandate nieder, darunter <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Nurlanbek_Turgunbek_uulu">Nurlanbek Turgunbek uulu</a>, der als Sprecher des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschogorku_Kengesch">Dschogorku Kengesch</a> fungierte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Am 17. Februar setzte das Verfassungsgericht einen Schlusspunkt in der Debatte darüber, ob vorgezogene Präsidentschaftswahlen notwendig seien. Das Gericht entschied, dass die Wahlen am 24. Januar 2027 stattfinden würden. Am selben Tag verließ Kamtschybek Taschijew Kirgistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Tandem aus Dschaparow und Taschijew, das im Zuge der Revolution von 2020 an die Macht gekommen war, hielt etwas mehr als fünf Jahre. Die Doppelherrschaft habe sich erschöpft, meinen Beobachtende: <em>„Dieses Tandem widersprach allen Gesetzen der Politik, allen Gesetzen der Macht“</em>, meint der politische Kommentator Musurkul Kabylbekow. <em>„Seit jeher besagt ein kirgisisches Sprichwort: ‚Zwei Schafsköpfe passen nicht in einen Topf.‘ Deshalb war dies zu erwarten, früher oder später musste es so kommen.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Frühere Tandems in der Politik Kirgistans</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tandems gab es in der wechselhaften Geschichte der Politik Kirgistans schon früher, aber keine, die so lange Bestand hatten. Im Jahr 2005, nach der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tulpenrevolution">Tulpenrevolution</a>, bildete sich ein Bündnis der beiden damals beliebtesten Politiker – <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurmanbek_Bakijew">Kurmanbek Bakijew</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Felix_Kulow">Feliks Kulow</a>. Der erste wurde zum Präsidenten gewählt, der zweite wurde Premierminister.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kulow hatte das Amt des Regierungschefs etwas mehr als ein Jahr inne. Im Gespräch mit Azattyk Asia merkt er an, dass sich sein Bündnis mit Bakijew deutlich von jenem zwischen Dschaparow und Taschijew unterschied. Es handelte sich nicht um ein Bündnis von Freunden, sondern, wie er sagt, um eine politische Vereinbarung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almasbek_Atambajew">Almasbek Atambajew</a>, der Nachfolger Bakijews, bezeichnete seinen Mitstreiter <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sooronbai_Dscheenbekow">Sooronbaj Dschejenbekow</a> während seiner Präsidentschaft als „Freund“. Im Jahr 2017 übergab er das Amt an Dschejenbekow und leistete ihm während des Wahlkampfs erhebliche Unterstützung. Obwohl Atambajew sein Amt niederlegte, verschwand er nicht aus der politischen Arena, und die Personen, die unter ihm hohe Ämter bekleidet hatten, blieben zunächst auch unter Dschejenbekow im Amt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-steckt-hinter-den-vorgezogenen-parlamentswahlen-in-kirgistan/">Was steckt hinter den vorgezogenen Parlamentswahlen in Kirgistan?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wenige Monate nach der Amtseinführung wurde der Stab des Präsidenten von Beamten <em>„gesäubert“</em>, die unter seinem Vorgänger gearbeitet hatten, und einige Regierungsmitglieder sowie der Premierminister wurden zu Beschuldigten in Strafverfahren. Atambajew selbst wurde seines Status als Ex-Präsident beraubt und geriet ebenfalls in den Fokus strafrechtlicher Ermittlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 2019 wurde Atambajew festgenommen. Bei dem Versuch, ihn in einem Dorf in der Nähe von Bischkek festzunehmen, kam es zu Unruhen, bei denen ein Mitarbeiter der beteiligten Spezialeinheit ums Leben kam. Heute zeigt sich der 2020 gestürzte Dschejenbekow nur noch selten in der Öffentlichkeit, während sein ehemaliger Verbündeter Atambajew zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, 2023 jedoch zu einer medizinischen Behandlung ins Ausland reiste und seither nicht mehr ins Land zurückgekehrt ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Doppelherrschaft nach kasachstanischer Art</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan ist nicht das einzige Beispiel für politische Tandems in Zentralasien. In der jüngeren Geschichte Kasachstans hielt die „Doppelherrschaft“ weniger als drei Jahre an. Nach dem Rücktritt des ersten Präsidenten des Landes, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nursultan Nasarbaev</a>, der beinahe 30 Jahre lang regiert hatte, übernahm <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qasym-Jomart_Toqaev">Qasym-Jomart Toqaev</a> als Sprecher der Oberkammer des Parlaments im März 2019 das Amt des Staatsoberhauptes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nasarbaev behielt jedoch den Posten des Vorsitzenden des einflussreichen Sicherheitsrates, mit dem der Präsident wichtige Ernennungen abstimmen musste. Er genoss weiter den Status eines „Elbasy“ (Führer der Nation), der ihm weitreichende Privilegien einräumte, während seine Verwandten ganze Wirtschaftszweige kontrollierten und bedeutende Ämter bekleideten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den ersten drei Jahren der Präsidentschaft Toqaevs, der im Schatten Nasarbaevs stand, schien dieses Konstrukt stabil zu sein. Er betonte die Kontinuität des Kurses, trieb soziale Initiativen vorsichtig voran und geriet nicht in öffentliche Konflikte mit der „Bibliothek“ – so nannten politische Kreise das Umfeld Nasarbaevs, der nach seinem Rücktritt vom <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ak-Orda-Palast">Aqorda-Palast</a> [offizieller Sitz des Präsidenten Kasachstans, Anm. d. Übers.] in das Gebäude der „Bibliothek des ersten Präsidenten“ umgezogen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Politikwissenschaftler Viktor Kowtunowskij stellt fest, dass die beiden Institutionen – die Akorda und die „Bibliothek“ – letztlich in Konflikt miteinander gerieten: <em>„Im Wesentlichen gab es keine Gewaltenteilung zwischen dem ersten und dem zweiten Präsidenten. Im Gegenteil, sie überschnitten sich, was bedeutete, dass die Befugnisse des Staatsoberhauptes im Allgemeinen sehr umfangreich waren, gleichzeitig aber die Institution des „Elbasy“ entstand, der sogar das Recht hatte, präsidiale Entscheidungen zu blockieren.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Diese Widersprüche schufen eine Konfrontation zwischen zwei Institutionen. Letztlich führte diese Doppelherrschaft zu einem Bruch zwischen den beiden Herrschern, einem Putschversuch, Massenunruhen und Opfern unter Zivilist:Innen und Unbeteiligten. Und schließlich zur Stationierung ausländischer Truppen in Kasachstan“</em>, schlussfolgert der Experte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/vier-jahre-fuer-19-minuten-die-geschichte-von-aigerim-tleujanova-aktivistin-des-qantar/">Vier Jahre für 19 Minuten: Die Geschichte von Aıgerim Tleujanova, Aktivistin des Qantar</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeint sind die <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/landproteste-janaoezen-qantar-die-geschichte-der-proteste-kasachstans/">Qantar</a>-Massenproteste, die Anfang 2022 im Westen Kasachstans aufgrund einer Benzinpreiserhöhung ausbrachen und sich rasch auf andere Regionen ausweiteten. Die Demonstrierenden stellten zunächst wirtschaftliche, dann politische Forderungen und forderten den Rücktritt von Nasarbaev. Sie protestierten gegen Korruption, Vetternwirtschaft und mangelnde soziale Mobilität. In mehreren Städten arteten die Proteste in Ausschreitungen, Plünderungen, Besetzungen und Brandstiftungen an Regierungsgebäuden aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund übernahm Toqaev den Vorsitz des Sicherheitsrates und befahl den Sicherheitskräften, ohne Vorwarnung das Feuer zu eröffnen. Noch dazu bat er die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_%C3%BCber_kollektive_Sicherheit">Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVOKS)</a> um militärische Unterstützung. Beobachtende gehen davon aus, dass der Einsatz ausländischer Truppen [v. a. russischer, Anm. d. Übers.] den Ausgang der Auseinandersetzung zwischen den kasachstanischen Eliten bereits vorwegnahm.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Doppelherrschaft statt Tandem</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Kowtunowskij beendete der Qantar die Doppelherrschaft – der Politologe spricht bewusst nicht von einem Tandem: <em>„Was wir in Kasachstan von 2019 bis 2022 beobachteten, kann meiner Meinung nach nicht als Tandem bezeichnet werden, da die Beziehung von Anfang an anders war. Ein Tandem setzt zwei gleich mächtige politische Figuren voraus, die gemeinsam an die Macht kommen und ihre Zuständigkeitsbereiche aufteilen. In unserem Fall war das überhaupt nicht der Fall. Es gab einen Anführer, Nasarbaev, und Toqaev war stets sein Untergebener“</em>, betont Kowtunowskij.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des „Blutigen Januars“ 2022 wurde Qarim Masimov, der Chef des Nationalen Sicherheitskomitees und ein enger Vertrauter Nasarbaevs, verhaftet. Dies markierte einen Wendepunkt im politischen System Kasachstans – die faktische Zerstörung des bisherigen Machtgleichgewichts. Masimov wurde später wegen versuchten Staatsstreichs und Hochverrats angeklagt und zu 18 Jahren Haft verurteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/praesident-toqaev-vollzieht-in-kasachstan-eine-umgestaltung-der-institutionen/">Präsident Toqaev vollzieht in Kasachstan eine Umgestaltung der Institutionen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Zusammenbruch des Tandems Dschaparow-Taschiew in Kirgistan ohne größere Krise oder offenen Konflikt, sondern durch eine Reihe von Personalwechseln erfolgte, war die Auflösung des Duos in Kasachstan die Folge eines Notfalls. Die Logik ist jedoch ähnlich: Eine formal einheitliche vertikale Machtstruktur duldet keine parallelen Einflusszentren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Qantar-Ereignissen festigte Toqaev seine Macht, verteilte die Autorität konsequent neu, änderte die Verfassung, leitete eine Umbenennung der Regierungspartei ein und distanzierte sich von seinem Vorgänger. Nasarbaev selbst verlor seinen früheren Status und seine öffentliche Präsenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kasachastanische Beispiel zeigt, dass selbst ein sorgfältig konstruiertes System mit institutionellen Garantien für einen „sensiblen“ Verbündeten nicht vor Revisionen gefeit ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Tandem als kurzfristiges Phänomen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese beiden Fälle – aber auch das ehemalige Tandem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dmitri_Anatoljewitsch_Medwedew">Medwedjew</a>-Putin in Russland – zeigen, dass Tandems im postsowjetischen Raum meist nur vorübergehende Modelle darstellen. Letztlich tendiert das System zu einem einzigen Entscheidungszentrum. Zwei Führungspersönlichkeiten mit vergleichbarem Einfluss geraten früher oder später in eine Konfrontationsphase – sei es offen oder verdeckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan verlief der Zerfall des Tandems Dschaparow-Taschijew relativ schnell und ohne offenen Konflikt, ging aber mit dem Verlust der Machtposition eines der Partner im Staatsapparat einher. In Kasachstan führte die Krise zu einer Machtverschiebung zugunsten Toqaevs. In Russland endete das Tandem mit einer geplanten Umstrukturierung und der Rückkehr zum bekannten Modell der einseitigen Dominanz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die postsowjetische politische Tradition tendierte im Allgemeinen zu einem personalistischen Modell, in dem die Machtteilung zwischen den Tandempartnern als vorübergehend angesehen wird. Der Zusammenbruch der Partnerschaft zwischen Dschaparow und Taschiew in Kirgistan bestätigt dieses Muster einmal mehr.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion Azattyk Asia</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://www.azattyqasia.org/a/33686686.html">Russischen</a> (und gekürzt) von Michèle Häfliger</strong></p>
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		<title>Per Referendum: Kasachstan stimmt für neue Verfassung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Mar 2026 10:39:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Qasym-Jomart Toqaev]]></category>
		<category><![CDATA[Referendum]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassung]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassungsänderung]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassungsreform]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 15. M&#xE4;rz haben die W&#xE4;hler:innen in Kasachstan mit &#xFC;ber 80 Prozent f&#xFC;r eine neue Verfassung des Landes gestimmt. Gleichzeitig wird dadurch m&#xF6;glicherweise die Nachfolge von Pr&#xE4;sident Toqaev geregelt. Fast neun Millionen Kasachstaner:innen haben sich am 15. M&#xE4;rz an den Urnen eingefunden und ihre Stimme bei einem von Pr&#xE4;sident Qasym-Jomart Toqaev initiierten Verfassungsreferendum abgegeben. 87 [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 15. März haben die Wähler:innen in Kasachstan mit über 80 Prozent für eine neue Verfassung des Landes gestimmt. Gleichzeitig wird dadurch möglicherweise die Nachfolge von Präsident Toqaev geregelt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/referendum-novoy-konstitutsii-ozvuchenyi-predvaritelnyie-594890/">Fast neun Millionen Kasachstaner:innen</a> haben sich am 15. März an den Urnen eingefunden und ihre Stimme bei einem von Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qasym-Jomart_Toqaev">Qasym-Jomart Toqaev</a> initiierten Verfassungsreferendum abgegeben. 87 Prozent der Wähler:innen stimmten der neuen Verfassung zu, die Wahlbeteiligung lag bei über 70 Prozent. Der neue Text soll <a href="https://astanatimes.com/2026/02/draft-constitution-sets-july-1-entry-into-force-if-approved/">am 1. Juli 2026 in Kraft treten</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Präsident Toqaev gratulierte den kasachstanischen Bürger:innen zu ihrer Unterstützung für das Projekt. <em>„Die überwältigende Mehrheit unserer Mitbürger hat den Weg des Fortschritts, der Gerechtigkeit, der Rechtsstaatlichkeit, der Ordnung, der Achtung der Natur und der Reinheit gewählt“</em>, <a href="https://www.akorda.kz/ru/prezident-kasym-zhomart-tokaev-prinyal-uchastie-v-torzhestvennom-meropriyatii-posvyashchennom-prinyatiyu-konstitucii-1725058">erklärte</a> er am 17. März bei einer offiziellen Zeremonie im Präsidentenpalast.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Erweiterte Befugnisse des Präsidenten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://astanatimes.com/2026/02/tokayev-new-constitution-will-protect-citizens-rights-and-strengthen-state-institutions/">Laut den Behörden</a> ziele die neue Verfassung darauf ab, die politische Effektivität der Institutionen zu verbessern. Außerdem solle sie die Menschenrechte und sozialen Werte des Landes in sich verankern. Der Entwurf sehe eine bessere Machtverteilung durch eine Reduzierung der präsidialen Befugnisse und einen verstärkten Einfluss des Parlaments vor. Gegenüber dem unabhängigen Nachrichtenportal <a href="https://vlast.kz/kz/politika/68263-vlast-obasnaet-cto-novaa-konstitucia-menaet-vo-vlastnoj-vertikali.html">Vlast</a> warnen Beobachter:innen jedoch davor, dass diese Reform im Gegenteil die Macht des Präsidenten festigen könne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So sieht die Verfassungsreform die Abschaffung des Senats vor und leitet damit den Übergang zu einem Einkammerparlament ein. Die Exekutive kann nun hochrangige Beamte direkt in strategische Positionen wie die Zentralbank oder die Geheimdienste berufen – Ernennungen, die zuvor der Zustimmung des Senats bedurften.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/praesident-toqaev-vollzieht-in-kasachstan-eine-umgestaltung-der-institutionen/"><strong>Präsident Toqaev vollzieht in Kasachstan eine Umgestaltung der Institutionen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Verfassung sieht außerdem die Wiedereinführung des Amtes eines vom Präsidenten ernannten Vizepräsidenten vor. Dies wird mitunter als Ausdruck des Wunsches von Präsident Toqaev interpretiert, seine Nachfolge zu planen und eine Position speziell hierfür zu schaffen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein schnell organisiertes Referendum</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 11. Februar, einen Tag nach Bekanntgabe des Termins für das Referendum, hob <a href="https://timesca.com/six-months-to-rewrite-the-state-kazakhstan-accelerates-its-constitutional-reset/">The Times of Central Asia</a> die erstaunliche Geschwindigkeit hervor, mit der dieses Verfassungsreformprojekt organisiert wurde. Im September 2025 erwähnte der Präsident die <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/tokaev-predlojil-provesti-referendum-parlamentskoy-reforme-580112/">Möglichkeit eines Referendums im Jahr 2027</a>, das sich vorrangig mit einer Parlamentsreform befassen sollte. Eine Kommission zur Ausarbeitung der neuen Verfassung wurde am 21. Januar 2026 <a href="https://www.akorda.kz/ru/o-sozdanii-komissii-po-konstitucionnoy-reforme-konstitucionnoy-komissii-2104633">eingesetzt</a> und veröffentlichte den Text innerhalb von 21 Tagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstan-ein-referendum-ueber-die-nutzung-ziviler-atomkraft/"><strong>Kasachstan: Ein Referendum über die Nutzung ziviler Atomkraft</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der Unabhängigkeit des Landes wurden in Kasachstan mehrere Referenden abgehalten, <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstan-ein-referendum-ueber-die-nutzung-ziviler-atomkraft/">das letzte im Oktober 2024</a> zum Bau des ersten Atomkraftwerks im Land. Nach den politischen <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zahlreiche-tote-und-verletzte-bei-protesten-in-kasachstan/">Unruhen im Januar 2022</a>, als die Behörden versuchten, die durch einen plötzlichen Anstieg der Benzinpreise ausgelösten sozialen Proteste zu unterdrücken, wurden mehrere Verfassungsänderungen <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-stimmt-fuer-verfassungsaenderung/">ebenfalls per Referendum</a> verabschiedet. Die aktuelle Reform umfasst die Überarbeitung von 80 Prozent der 1995 verabschiedeten Verfassung, die zuvor noch nie einer so umfassenden Revision unterzogen worden war.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Bedenken hinsichtlich der individuellen Freiheiten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Human Rights Watch sieht indes die Meinungsfreiheit <a href="https://www.hrw.org/news/2026/02/16/kazakhstan-draft-constitution-raises-rights-concerns">in Gefahr</a>. Diese könne gemäß der neuen Verfassung eingeschränkt werden, wenn sie <em>„die Moral untergrabe“ </em>oder <em>„die öffentliche Ordnung störe“</em>. Wie <a href="https://www.rferl.org/a/kazakhstan-controversial-constitutional-referendum-media-restrictions/33707171.html">Radio Free Europe</a> berichtet, wurden im Vorfeld des Referendums einige kritische Stimmen gegen die geplante Reform öffentlich erhoben, was zur Festnahme und Vorladung von Bürger:innen und Journalist:innen durch die Polizei führte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Wochen vor dem Referendum wurde eine breit angelegte Kampagne zur Unterstützung des Reformprojekts durchgeführt, an der Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/god-ii-v-almatyi-tehnologii-artistyi-i-podderjka-referenduma-594091/">nationale Künstler:innen</a> beteiligt waren. Auch der ehemalige Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nursultan Nazarbaev</a> sprach sich <a href="https://www.reuters.com/world/asia-pacific/kazakhstan-approves-new-constitution-referendum-exit-poll-says-2026-03-15/">für das Reformprojekt</a> seines Nachfolgers aus.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Elea Muresan für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/au-kazakhstan-la-nouvelle-constitution-adoptee-par-referendum/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Präsident Toqaev vollzieht in Kasachstan eine Umgestaltung der Institutionen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Feb 2026 17:44:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Qasym-Jomart Toqaev]]></category>
		<category><![CDATA[Qurultai]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassung]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassungsreform]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anl&#xE4;sslich der f&#xFC;nften Sitzung des Nationalen Qurulta&#x131; in Qyzylorda stellte der Pr&#xE4;sident Kasachstans Qasym-Jomart Toqaev ein umfassendes Projekt zur Umgestaltung des Staates vor. Dieses betrifft die institutionelle Architektur Kasachstans, die aus der Verfassung von 1995 hervorgegangen ist, und verankert Stabilit&#xE4;t als Grundprinzip, w&#xE4;hrend es gleichzeitig den politischen Pluralismus streng reglementiert. In seiner Rede vor dem [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Anlässlich der fünften Sitzung des Nationalen Qurultaı in Qyzylorda stellte der Präsident Kasachstans Qasym-Jomart Toqaev ein umfassendes Projekt zur Umgestaltung des Staates vor. Dieses betrifft die institutionelle Architektur Kasachstans, die aus der Verfassung von 1995 hervorgegangen ist, und verankert Stabilität als Grundprinzip, während es gleichzeitig den politischen Pluralismus streng reglementiert.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In seiner Rede vor dem <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/National_Kurultai">Nationalen Qurultaı</a> in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qysylorda">Qyzylorda</a> am 20. Januar stellte Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> eine Reihe von Verwaltungsreformen vor, die auf eine Umgestaltung des gesamten Exekutiv- und Legislativsystems abzielen. Dazu gehören insbesondere die Schaffung eines Einkammerparlaments (Qurultaı), die Einrichtung eines neuen Volksrats (Halyq Keñesi), die Einführung eines Vizepräsidentenamtes sowie die Ausarbeitung eines neuen Verfassungsentwurfs. Diese Ankündigungen markierten einen wichtigen programmatischen Schritt in der Amtszeit des 2019 gewählten Präsidenten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Historisch bezeichnet der Begriff Qurultaı eine Entscheidungsversammlung, in der mongolische und türkische Clans zu politischen oder militärischen Zwecken zusammenkamen. Am 14. Juni 2022 richtete Kasachstan nach einem Verfassungsreferendum den <a href="https://quryltai.kz/kk/">Nationalen Qurultaı beim Präsidenten der Republik</a> ein. Dieses Beratungsgremium ersetzte den <a href="https://astanatimes.com/2021/04/kazakhstans-national-council-of-public-trust-has-become-integral-part-of-civil-society/">Nationalen Rat für öffentliches Vertrauen</a> als Schnittstelle zwischen Staat und Zivilgesellschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erklärte Ziel dieses Gremiums war es, den sozialen Zusammenhalt nach der <a href="//www.ifri.org/sites/default/files/2025-10/ifri_grantseva_abdrakhmanov_kazakhstan_2025.pdf">politischen Krise vom Januar 2022</a>, bekannt als <a href="//www.ifri.org/sites/default/files/2025-10/ifri_grantseva_abdrakhmanov_kazakhstan_2025.pdf">Qantar</a>, zu stärken. Ausgelöst durch den drastischen Anstieg der Preise für Flüssiggas nach der Aufhebung der Preisobergrenze am 1. Januar 2022 nahmen die Proteste aufgrund einer tiefen sozioökonomischen Unzufriedenheit schnell nationale Ausmaße an. Die Reaktion der Sicherheitskräfte führte zum Tod von über 200 Menschen und veranlasste die Regierung von Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asqar_Mamin">Asqar Mamin</a> am 5. Januar zum Rücktritt. Vor diesem Hintergrund sind die jüngsten Ankündigungen Toqaevs Teil eines Prozesses der Institutionalisierung der seit 2022 eingeleiteten politischen Regelung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Einkammerparlament zwischen angestrebter Effizienz und fehlendem Gegengewicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das bestehende <a href="https://www.parlam.kz/en/">Zweikammerparlament</a> wird voraussichtlich zu einer einzigen Kammer mit 145 Abgeordneten zusammengelegt, die für fünf Jahre nach einem Verhältniswahlrecht mit einer Wahlhürde von 5 Prozent gewählt werden. Die Präsidentenquoten würden abgeschafft, wodurch die Ernennungen, die direkt vom Staatschef oder verbundenen Strukturen vorgenommen werden, wegfallen würden. Das erklärte Ziel besteht darin, institutionelle Redundanzen zugunsten einer beschleunigten Gesetzgebung zu begrenzen und gleichzeitig die Repräsentativität des Parlaments und seine Unabhängigkeit gegenüber der Exekutive zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-stimmt-fuer-verfassungsaenderung/">Kasachstan stimmt für Verfassungsänderung</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reform birgt jedoch das Risiko einer verstärkten Konzentration der Gesetzgebungsbefugnisse durch die Kontrolle der Tagesordnung, <a href="https://fr.eureporter.co/world/kazakhstan/2026/01/21/tokayevs-kurultai-state-why-kazakhstans-new-political-architecture-matters-for-europe/">wie EU Reporter feststellt</a>. Dies würde durch die Reduzierung der institutionellen Vetorechte ermöglicht. Das Verschwinden des Zweikammersystems könnte somit die internen Kontrollmechanismen innerhalb des Parlaments einschränken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Volksrat: Hin zu einer kontrollierten Konsultation oder zu echtem Pluralismus?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der neue Volksrat, der Halyq Keñesi, würde Befugnisse zusammenfassen, die bisher zwischen dem Nationalen Qurultaı und der <a href="https://assembly.kz/">Volksversammlung</a> Kasachstans aufgeteilt waren. Diese würden insbesondere den sozialen Dialog, die interethnische Harmonie und den ideologischen Zusammenhalt betreffen. Die Reform zielt darauf ab, die Bürgerkonsultation zu institutionalisieren und diesem Gremium gleichzeitig ein bisher unbekanntes Recht auf Gesetzesinitiative zu gewähren. Der Rat wäre dafür zuständig, Gesetzesvorschläge zu formulieren und zur Bewertung der öffentlichen Politik beizutragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er soll sich aus 126 Mitgliedern zusammensetzen, die zu gleichen Teilen aus Vertreter:innen ethnokultureller Vereinigungen, Delegierten der lokalen Versammlungen (<a href="https://astanatimes.com/2020/12/maslikhats-strengthen-their-positions-due-to-governmental-reforms/">Maslihat</a>) und Mitgliedern der Zivilgesellschaft bestehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedoch ist zu befürchten, dass dieses System eine stark reglementierte Konsultation einführt und damit den Pluralismus zugunsten eines elitären Konsenses auslöscht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vizepräsident als institutionelles Gegengewicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Ebene der Exekutive würde die neue Architektur zur Schaffung eines Vizepräsidenten führen. Dieser würde vom Präsidenten mit Zustimmung des Parlaments nach dem Prinzip des institutionellen Gegengewichts ernannt. Er wäre dafür zuständig, den Staat im Ausland zu vertreten, bestimmte öffentliche Politiken zu koordinieren und die Verbindung zwischen der Exekutive und der Legislative sicherzustellen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Verteilung der Zuständigkeiten innerhalb des Staates neu zu strukturieren und gleichzeitig die institutionelle Kontinuität zu gewährleisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reform sieht auch die Abschaffung der Klausel über das „Ende der Amtszeit” für die Nachfolge des Präsidenten vor. Bisher beendete der Nachfolger die Amtszeit, wenn ein Präsident vor Ablauf seiner Amtszeit aus dem Amt schied. Nach dem neuen Vorschlag müssen innerhalb von zwei Monaten vorgezogene Präsidentschaftswahlen organisiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-die-verfassungsaenderung-fuer-usbekistan-bedeutet/">Was die Verfassungsänderung für Usbekistan bedeutet</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schaffung eines Vizepräsidentenamtes wäre eine Antwort auf ein seit der Unabhängigkeit 1991 bestehendes strukturelles Problem, das mit der Personalisierung der Macht zusammenhängt. Die Nachfolge beruhte lange Zeit auf Ausnahmeregelungen zum Nachteil institutionalisierter Normen, wie die Krise im Januar 2022 gezeigt hatte. Diese Krise verdeutlichte die Zweideutigkeit des Machtsystems, das auch nach dem Rücktritt von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nürsültan Nazarbaev</a> als Präsident im Jahr 2019 noch weitgehend um ihn herum strukturiert ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nationales Referendum zur Bestätigung der institutionellen Neugestaltung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Alle diese Reformen soll von einer Verfassungskommission überwacht werden. Diese hätte die Aufgabe, die Kohärenz des Gesetzgebungsprozesses zu gewährleisten und Überschneidungen der Zuständigkeiten zwischen den Institutionen zu vermeiden. Sie würde auch ein nationales Referendum vorbereiten, das den letzten Schritt der Verfassungsreform darstellen würde. Die Durchführung dieser Volksbefragung muss jedoch transparent und offen sein, um ihre Glaubwürdigkeit zu gewährleisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit diesen Reformen wollen die Behörden insbesondere die Umsetzung gesetzgeberischer Entscheidungen zur Entwicklung strategischer Sektoren beschleunigen. Ziel ist es, die Position Kasachstans auf der internationalen Bühne zu klären und mehr langfristige Investitionen anzuziehen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 stiegen die ausländischen Direktinvestitionen um etwa 11 Prozent auf <a href="https://www.kt.kz/eng/economy/investments_in_kazakhstan_s_manufacturing_sector_reached_1377985936.html">14,9 Milliarden US-Dollar</a> (ca. 12,57 Milliarden Euro). Das stärkste Wachstum verzeichnete das verarbeitende Gewerbe.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Flora Le Lièvre für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/le-president-du-kazakhstan-acte-la-transformation-des-institutions/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kasachstans Beitritt zu den Abraham-Abkommen: Wird sich Washingtons Geste auszahlen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Dec 2025 20:44:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Abraham-Abkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Qasym-Jomart Toqaev]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinigte Staaten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei Jahre nach Beginn des Krieges in Gaza, in dem &#xFC;ber 68.000 Pal&#xE4;stinenser ums Leben gekommen sind, hat sich Kasachstan bereit erkl&#xE4;rt, sich Trumps Abraham-Abkommen anzuschlie&#xDF;en, um engere Beziehungen zu Israel zu kn&#xFC;pfen. Auch wenn Toqaevs Risiko aufgrund der bereits bestehenden Beziehungen des Landes zu Israel keineswegs bahnbrechend ist, signalisiert dieses Man&#xF6;ver doch eine neue, [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zwei Jahre nach Beginn des Krieges in Gaza, in dem über 68.000 Palästinenser ums Leben gekommen sind, hat sich Kasachstan bereit erklärt, sich Trumps Abraham-Abkommen anzuschließen, um engere Beziehungen zu Israel zu knüpfen. Auch wenn Toqaevs Risiko aufgrund der bereits bestehenden Beziehungen des Landes zu Israel keineswegs bahnbrechend ist, signalisiert dieses Manöver doch eine neue, amerikanische Ausrichtung für Kasachstans internationale Orientierung.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Vorfeld des mit Spannung erwarteten <a href="https://taz.de/USA-umwerben-Zentralasien/!6128099/">C5+1 Gipfels</a> in Washington D.C. gab US-Präsident Donald Trump am 7. November <a href="https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/115505478418176575">bekannt</a>, dass Kasachstan bald dem von den USA geführten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensvertrag_zwischen_Israel_und_den_Vereinigten_Arabischen_Emiraten">Abraham-Abkommen</a> beitreten werde, einer von Trump initiierten Initiative, um widerständige mehrheitlich muslimische Nationen zu ermutigen, engere Beziehungen zu Israel zu knüpfen. Mit seinem Beitritt wird Kasachstan das erste Land sein, das sich dem Abkommen seit Beginn des Krieges in Gaza im Jahr 2023 anschließt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu allen bisherigen Mitgliedern des Abraham-Abkommens, die sich vor ihrem Beitritt geweigert hatten, Israel anzuerkennen, unterhält Kasachstan <a href="https://www.nzz.ch/international/kasachstan-tritt-abraham-abkommen-bei-was-das-bedeutet-ld.1910766">seit 1992</a> formelle Beziehungen zu Israel. <a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/nahost-kasachstan-tritt-abraham-abkommen-bei-li.3335839">Experten</a> haben den Schritt des kasachstanischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> schnell als symbolische Geste bezeichnet, die darauf abzielt, sich bei Washington beliebt zu machen. Sie bezweifeln, dass er die bestehenden Beziehungen Kasachstans zu Israel wesentlich verändern wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein geopolitischer Kurswechsel</strong>?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Toqaev ist dieser Schritt eindeutig ein Signal an Washington, dass er offen für eine weitere strategische Zusammenarbeit ist. Nur wenige Stunden vor der Ankündigung Kasachstans zum Abraham-Abkommen unterzeichneten Kasachstan und die Vereinigten Staaten ein <a href="https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/jagd-auf-seltene-erden-trump-besetzt-russlands-freien-stuhl-in-zentralasien-li.10004547">lukratives Kooperationsabkommen</a> über Seltenerdmetalle, die die Vereinigten Staaten als kritisch für ihre nationale Sicherheit erachten. Als Toqaev Washington verließ, hatte er <a href="https://astanatimes.com/2025/11/17-billion-signed-in-washington-heres-where-its-going/">laut Astana Times</a> 29 Abkommen mit den Vereinigten Staaten unterzeichnet, die neue Investitionen in Höhe von 17 Milliarden US-Dollar vorsehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/china-in-zentralasien-factchecking-um-mit-mythen-aufzuraeumen/"><strong>China in Zentralasien – Factchecking, um mit Mythen aufzuräumen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Mineralien hinaus sehen die Vereinigten Staaten politisches Potenzial, Kasachstan aus dem Einflussbereich Chinas herauszulösen und in ihren eigenen zu ziehen, wodurch eine wichtige Verbindung in Chinas aufstrebendem Handelskorridor <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Seidenstraße">„Belt and Road Initiative“</a> quer durch den asiatischen Kontinent gekappt würde. Kasachstan hofft, seine internationalen Abkommen zwischen den globalen Schwergewichten ausbalancieren zu können, und erwartet, dass eine enge Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten die Abhängigkeit des Staates von China und Russland begrenzen wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein dringend benötigter Erfolg für Trump</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem geplanten Beitritt des Landes zum Abraham-Abkommen bescherte Kasachstan Trump einen lang ersehnten diplomatischen Sieg: ein mehrheitlich muslimisches Land, das bereit ist, enge Beziehungen zum Nachkriegs-Israel zu knüpfen. In seiner ersten Amtszeit überraschte Trump die Welt, <a href="https://www.freiheit.org/de/deutschland/zwischen-ambitionen-einer-zweiten-us-praesidentschaft-und-einer-aera-des-friedens-im">indem er erfolgreich Verhandlungen</a> mit vier arabischen Staaten mit muslimischer Mehrheit – Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Marokko und dem Sudan – führte, um im Rahmen der Abraham-Abkommen formelle Beziehungen zu Israel aufzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2023 sollte Saudi-Arabien <a href="https://www.swp-berlin.org/publications/products/aktuell/2025A03_Israel_Saudi-Arabien.pdf">der nächste und einflussreichste Staat werden,</a> der Israel offiziell anerkennt – ein Schritt, von dem sich die Vereinigten Staaten erhofften, dass er eine Reihe anderer arabischer Staaten dazu inspirieren würde, diesem Beispiel zu folgen. Vor allem aufgrund des öffentlichen Drucks, nachdem Israel im Oktober 2023 mit seiner Bodenoffensive in Gaza begonnen hatte, <a href="https://www.swp-berlin.org/publications/products/aktuell/2025A03_Israel_Saudi-Arabien.pdf">stoppte Saudi-Arabien</a> jedoch alle Bemühungen zur Anerkennung des Staates Israel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Trump im Januar 2025 wieder ins Amt kam, <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-usa-saudi-arabien-100.html">räumte er ein, dass Israel,</a> ein wichtiger regionaler Verbündeter der Vereinigten Staaten, auf der Weltbühne zunehmend isoliert war. Dies resultierte aus der <a href="https://www.amnesty.de/israel-palaestina-gaza-nahostkonflikt">weltweite Empörung</a> über mutmaßliche Kriegsverbrechen, die seine Armee in Gaza begangen hatte. Am 16. September veröffentlichte die <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-gaza-kommissionsbericht-un-100.html">Unabhängige Internationale Untersuchungskommission der Vereinten Nationen</a> für <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-gaza-kommissionsbericht-un-100.html">die besetzten palästinensischen Gebiete</a> einen Bericht, in dem sie zu dem Schluss kam, dass Israel im Gazastreifen <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-gaza-kommissionsbericht-un-100.html">„Völkermord begangen hat”.</a> Aufgrund der überwältigenden Verurteilung der israelischen Kriegshandlungen in der arabischen und muslimischen Welt hat seit Beginn des Krieges in Gaza kein Staat in der Region Schritte unternommen, um Israel anzuerkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><strong> <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-sind-die-ergebnisse-des-usa-zentralasien-gipfels-in-washington/">Was sind die Ergebnisse des USA-Zentralasien-Gipfels in Washington?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Trump glaubt nach wie vor an die Abraham-Abkommen als Lösung, um die regionale Isolation des Nachkriegs-Israels zu durchbrechen. Mit der Teilnahme Kasachstans behauptet Trump, dass diese Geste eine entscheidende Wiederbelebung der Abraham-Abkommen darstellt und weitere wichtige regionale Mächte dazu bewegen wird, ebenfalls beizutreten. Bemerkenswert ist, dass die Ankündigung Kasachstans zwölf Tage vor dem <a href="https://www.deutschlandfunk.de/trump-empfaengt-saudischen-kronprinzen-mohammed-bin-salman-im-weissen-haus-erster-besuch-seit-khasho-100.html">geplanten Besuch</a> des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_bin_Salman">saudischen Prinzen Mohammed bin Salman</a> in Washington D.C. erfolgte. Dies nährte die Erwartung, dass Trump den Beitritt Kasachstans zu den Abraham-Abkommen nutzen werde, um politischen Druck auf Saudi-Arabien auszuüben, damit es seine Bemühungen um eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel wieder aufnimmt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Zukunft der kasachstanisch-amerikanischen Zusammenarbeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während des C5+1-Gipfels im November 2025 <a href="https://www.deutschlandfunk.de/gipfeltreffen-mit-zentralasiatischen-staaten-im-weissen-haus-trump-verkuendet-milliardenschweres-abk-100.html">deutete Trump an,</a> dass er bald einen Staatsbesuch in Astana machen könnte. Alles deutet darauf hin, dass Trump Toqaevs Regierung schätzen gelernt hat. Ihre Bereitschaft, den USA Zugang zu wichtigen Mineralien zu verschaffen und Trumps ins Stocken geratenes Friedensprojekt im Nahen Osten wiederzubeleben, ist in Washington nicht unbemerkt geblieben. Während Toqaev glaubt, die kasachstanische Souveränität durch das Jonglieren mit Abkommen zwischen Russland, China und den Vereinigten Staaten aufrechterhalten zu können, ist unklar, ob eine weitere Zusammenarbeit mit Trumps Amerika Kasachstan die so sehr gewünschte Unabhängigkeit bringen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wladimir-putin-in-kirgistan-rueckblick-auf-einen-symboltraechtigen-staatsbesuch/">Wladimir Putin in Kirgistan: Rückblick auf einen symbolträchtigen Staatsbesuch</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Qatar, ein regionaler Nachbar, der seit langem bestrebt ist, Diplomatie und Verteidigung in Einklang zu bringen, wurde für seine Annäherung an Washington und seine Friedensbemühungen bestraft. Allein im vergangenen Jahr wurde es zweimal bombardiert – <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/angriff-iran-katar-102.html">einmal vom Iran</a> und <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/nahost-katar-vermittler-unter-beschuss-100.html">einmal von Israel,</a> dem engsten regionalen Verbündeten Amerikas. Nicht weit von Kasachstan entfernt, im Kaukasus, zeigte Trump kürzlich mit seinem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Armenisch-aserbaidschanisches_Friedensabkommen">Friedensabkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan</a> der Welt, dass seine Regierung bestrebt ist, die wirtschaftliche Vorherrschaft Amerikas in weit entfernten Regionen mit diplomatischen Mitteln zu festigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zeit wird zeigen, ob Toqaevs Wagnis einer weiteren Integration mit den Vereinigten Staaten zu dem von seiner Regierung gewünschten Ergebnis führen wird. Durch den Beitritt zu den Abraham-Abkommen in einem für das Überleben der Initiative kritischen Moment hat Kasachstan seine diplomatische Nützlichkeit für Washington erfolgreich unter Beweis gestellt. Da Trump jedoch darauf abzielt, den amerikanischen Einfluss auf dem asiatischen Kontinent auszuweiten, läuft Kasachstan nun Gefahr, zu einem Spielball im zunehmenden Wettbewerb Amerikas <a href="https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/jagd-auf-seltene-erden-trump-besetzt-russlands-freien-stuhl-in-zentralasien-li.10004547">um die Vorherrschaft</a> mit China zu werden, der die zentralasiatische Region erfasst.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Joseph Fischer für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/en/politics/kazakhstan-to-become-an-unusual-addition-to-the-abraham-accords-will-this-diplomatic-gesture-for-washington-pay-off/">Englischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Was ist die Bilanz des Treffens der Staatschefs Zentralasiens in Taschkent?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2025 18:00:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Bei ihrem Treffen am 16. November 2025 in Taschkent begr&#xFC;&#xDF;ten die Staats- und Regierungschefs Zentralasiens Aserbaidschan als Vollmitglied der siebten Konsultativsitzung der Staatschefs Zentralasiens. Das Treffen, bei dem &#xFC;ber Wasserversorgungssicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Kulturdiplomatie diskutiert wurde, stand unter dem Stern der wachsenden regionalen Zusammenarbeit. Es waren nicht f&#xFC;nf, sondern sechs Teilnehmer beim siebten Konsultativtreffen der [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Bei ihrem Treffen am 16. November 2025 in Taschkent begrüßten die Staats- und Regierungschefs Zentralasiens Aserbaidschan als Vollmitglied der siebten Konsultativsitzung der Staatschefs Zentralasiens. Das Treffen, bei dem über Wasserversorgungssicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Kulturdiplomatie diskutiert wurde, stand unter dem Stern der wachsenden regionalen Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es waren nicht fünf, sondern sechs Teilnehmer beim siebten Konsultativtreffen der Staatschefs Zentralasiens in Taschkent. Unter Beteiligung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%B0lham_%C6%8Fliyev">Ilham Alijew</a> als Vertreter Aserbaidschans kamen am 16. November 2025 die Präsidenten Kasachstans, Kirgistans, Usbekistans, Tadschikistans und Turkmenistans zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der ersten Ausgabe im Jahr 2018 in Astana hat sich das Ziel der Konsultativtreffen der Staatschefs Zentralasiens deutlich weiterentwickelt. Während zu Beginn die <a href="https://timesca.com/central-asia-countries-rebuilding-regional-integration/">politische Aussöhnung</a> im Vordergrund stand, gehören nun die wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit innerhalb der Region zu den wichtigsten Themen. In diesem Jahr standen Fragen der Wasserversorgungssicherheit, der wirtschaftlichen Entwicklung und der Kulturdiplomatie im Mittelpunkt der Debatten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zentralasien, eine Region im Aufschwung?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://president.uz/en/lists/view/8674">In seiner Eröffnungsrede</a> begrüßte der Präsident Usbekistans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a>, Aserbaidschan als vollwertiges Mitglied des Treffens der Staatschefs Zentralasiens. Obwohl das Land im Kaukasus bereits seit zwei Jahren regelmäßig an den Treffen teilnimmt, begründete Mirziyoyev die endgültige Aufnahme mit der <em>„gemeinsamen Geschichte, den familiären Bindungen und der geistigen und kulturellen Verbundenheit”</em> der zentralasiatischen und aserbaidschanischen Völker.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aserbaidschans Präsident Alijew pflichtete ihm bei. Er <a href="https://menafn.com/1110351829/Central-Asia-Azerbaijan-Have-Become-Unified-Geopolitical-And-Geoeconomic-Region-Of-Growing-Significance-President-Ilham-Aliyev-FULL-SPEECH">erklärte</a>, dass <em>„Zentralasien und Aserbaidschan heute eine einzigartige geopolitische und geoökonomische Region bilden, deren Bedeutung in der Welt stetig wächst.“ </em>Er betonte auch die strategische Bedeutung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sangesur-Korridor">Sangesur-Korridors</a>, einer Straße, die durch den Süden Armeniens verläuft und Aserbaidschan mit der Türkei verbindet. Dieser Korridor, der von Baku als zukünftige Hauptverkehrsachse zwischen dem Kaspischen Meer und Anatolien präsentiert wird, steht jedoch im Zentrum starker Spannungen mit Armenien und stößt bei den Gegnern des <a href="http://chrome-extension://efaidnbmnnnibpcajpcglclefindmkaj/https://d-nb.info/1061111512/34">Panturkismus</a> auf heftige Kritik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/riskante-zusammenarbeit-mit-china/">Riskante Zusammenarbeit mit China</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach China im September 2025 und den Vereinigten Staaten Anfang November sorgt die Annäherung der zentralasiatischen Länder an Aserbaidschan für Uneinigkeit. Die Integration Aserbaidschans ist zwar eine Chance für die regionale Zusammenarbeit in „Groß-Zentralasien”, könnte aber auch die Identität der Region verzerren. Während der Präsident Usbekistans vorgeschlagen hat, dieses jährliche Konsultationstreffen in eine „<a href="https://www.reuters.com/world/asia-pacific/uzbek-president-proposes-setting-up-bloc-central-asian-states-2025-11-16/">Zentralasiatische Gemeinschaft</a>” umzuwandeln, übt der türkische Einfluss zusätzlichen Druck von außen auf eine Region aus, die ohnehin schon zwischen Russland, China und den Vereinigten Staaten hin- und hergerissen ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Die Zeit der geschlossenen Grenzen und der Isolation liegt hinter uns&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit möchten die zentralasiatischen Länder zu einem Transitknotenpunkt Eurasiens werden. Zur Öffnung neuer Grenzen und zum Ausbau der Eisenbahnlinien kommt der Vorschlag eines „digitalen Transitkorridors” durch die Schaffung eines <a href="https://24.kz/ru/news/policy/740394-tokaev-predlozhil-sozdat-strategiyu-razvitiya-transportnoj-sistemy-tsa">einheitlichen elektronischen Systems zur Verfolgung von Waren</a> hinzu. Laut dem Präsidenten Kasachstans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> könnte diese Maßnahme zu einer Verdopplung des intraregionalen Handelsvolumens auf 20 Milliarden Dollar pro Jahr führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch auf kirgistanischer Seite wird derzeit eine neue Transportlinie gebaut. <em>„Der Bau der strategischen Eisenbahnlinie China-Kirgistan-Usbekistan wird nicht nur eine Verbindung herstellen, sondern auch die Logistik neu gestalten. Sie wird unseren Ländern den kürzesten Weg zu den größten Märkten Asiens und Europas eröffnen”</em>, <a href="https://24.kg/vlast/351097_sadyir_japarov_priglasil_prezidentov_stran_regiona_navsemirnyie_igryi_kochevnikov/">erklärte</a> der Präsident Kirgistans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/great-deals-kasachstan-und-usbekistan-schliessen-wirtschaftsabkommen-in-new-york/">„Great Deals“: Kasachstan und Usbekistan schließen Wirtschaftsabkommen in New-York</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Konflikte an der pakistanisch-afghanischen Grenze den Fortschritt der transafghanischen Eisenbahn verzögern, hob Usbekistan ebenfalls die Fortschritte dieses Logistikprojekts hervor, das ihm den Zugang zu pakistanischen Häfen ermöglichen würde. Im Juni 2025 hatten Usbekistan, Afghanistan und Pakistan <a href="https://astanatimes.com/2025/07/uzbekistan-pakistan-and-afghanistan-sign-agreement-on-trans-afghan-railway/">vereinbart</a>, den Bau der Strecke zwischen der afghanischen Hauptstadt Kabul und den pakistanischen Städten Torkham und Peshawar zu beschleunigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Turkmenistan lässt sich ebenfalls nicht lumpen: Im Februar 2025 schloss das Land mit Aserbaidschan, Georgien und Rumänien ein zwischenstaatliches Abkommen über die Schaffung und den Betrieb der internationalen Transportroute Kaspisches Meer – Schwarzes Meer, wie die <a href="https://timesca.com/turkmenistan-azerbaijan-georgia-and-romania-advance-caspian-sea-black-sea-transport-corridor/">Times of Central Asia berichtet</a>. <em>„Die Zeit der geschlossenen Grenzen und der Isolation liegt hinter uns“</em>, schlussfolgerte Toqaev.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sicherheit, Wassermanagement und Tourismus: Harmonisierung der zentralasiatischen Politik</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Da Kirgistan und Tadschikistan derzeit aufgrund erheblicher Wasserknappheit mit einer <a href="https://www.stern.de/news/sinkende-pegel-an-wasserkraftwerken--tadschikistan-und-kirgistan-droht-energiekrise-36346868.html">Energiekrise</a> konfrontiert sind, stand das Wasserressourcenmanagement ebenfalls im Mittelpunkt der Debatten. Der Bau von Wasserkraftwerken und die Einrichtung eines regionalen Kompetenzzentrums für Wassermanagement in Taschkent zeugen von der Besorgnis Zentralasiens hinsichtlich der Wasserwirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-sind-die-ergebnisse-des-usa-zentralasien-gipfels-in-washington/">Was sind die Ergebnisse des USA-Zentralasien-Gipfels in Washington?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch hier könnte die regionale Zusammenarbeit die Lösung sein: Präsident Toqaev forderte eine Harmonisierung der Wasserbewirtschaftungsstrategien, während sein Amtskollege aus Usbekistan eine gemeinsame Nutzung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja-Beckens</a> in Afghanistan vorschlug. Zudem sollen die Jahre 2025 bis 2036 Mirziyoyev zufolge zum <a href="https://timesca.com/central-asian-leaders-welcome-azerbaijans-accession-at-tashkent-summit/">„Jahrzehnt praktischer Maßnahmen für eine rationelle Wassernutzung in Zentralasien”</a> erklärt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die Sicherheit der zentralasiatischen Staaten angeht, waren „Bekämpfung“ und „Prävention“ die Schlüsselbegriffe. Um gegen Terrorismus, Extremismus und Kriminalität vorzugehen, wurden <a href="https://24.kz/ru/news/policy/740393-tsa-usilivaet-bezopasnost-i-rasshiryaet-regionalnyj-format">laut 24.kz</a> das „Konzept für regionale Sicherheit und nachhaltige Entwicklung in Zentralasien“ sowie der „Katalog der Risiken mit Maßnahmen zu ihrer Prävention für 2026 bis 2028“ verabschiedet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Besuch des neuen Zentrums für islamische Zivilisation in Taschkent bot Gelegenheit, die Strategie der regionalen Kulturdiplomatie zu erörtern. Mit einem Projekt zur <a href="https://24.kz/ru/news/policy/740410-tokaev-tsentralnaya-aziya-prokhodit-period-masshtabnoj-transformatsii">Entwicklung gemeinsamer touristischer Routen</a> entlang der Seidenstraße möchte Zentralasien auch sein kulturelles Erbe, insbesondere im Bereich des Kinos, bekannt machen. Dschaparow lud die Teilnehmer schließlich zu den nächsten <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/World_Nomad_Games">World Nomad Games</a> ein, die im September 2026 in Kirgistan stattfinden werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Salomé Aldeguer-Roure für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/quel-bilan-a-la-septieme-reunion-consultative-des-chefs-detats-dasie-centrale/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-ist-die-bilanz-des-treffens-der-staatschefs-zentralasiens-in-taschkent/">Was ist die Bilanz des Treffens der Staatschefs Zentralasiens in Taschkent?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Kasachstans Regierung schiebt Schuld für wirtschaftliche Probleme der Bevölkerung zu</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vlast]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Oct 2025 19:26:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In seiner j&#xFC;ngsten Ansprache an die Nation warf Kasachstans Pr&#xE4;sident Qasym-Jomart Toqaev den Kasachstanern erneut &#x201E;soziales Schmarotzertum&#x201C; vor und setzte damit die Praxis &#xE4;hnlicher &#xC4;u&#xDF;erungen seines Vorg&#xE4;ngers Nursultan Nazarbaev fort. Laut dem Pr&#xE4;sidenten f&#xF6;rderte die Regierung seit mindestens f&#xFC;nfzehn Jahren ein &#x201E;soziales Betrugssystem&#x201C;. Nun m&#xFC;sse der Staat seine Sozialpolitik &#xFC;berarbeiten, was voraussichtlich zu einer Verringerung [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">I<strong>n seiner jüngsten Ansprache an die Nation warf Kasachstans Präsident Qasym-Jomart Toqaev den Kasachstanern erneut „soziales Schmarotzertum“ vor und setzte damit die Praxis ähnlicher Äußerungen seines Vorgängers Nursultan Nazarbaev fort.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem Präsidenten förderte die Regierung seit mindestens fünfzehn Jahren ein „soziales Betrugssystem“. Nun müsse der Staat seine Sozialpolitik überarbeiten, was voraussichtlich zu einer Verringerung der Zahl der Empfangenden staatlicher Leistungen führen werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Experten sind der Ansicht, dass solche Aussagen Teil des ideologischen Narrativs der kasachstanischen Eliten sind. Sie schieben die Verantwortung für die Armut auf die Bevölkerung, um das Versagen der staatlichen Wirtschaftspolitik zu verschleiern und Ungleichheit zu rechtfertigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Pomogajki&#8220; und Scheidungen für Sozialleistungen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die kurzsichtige, beschwichtigende Sozialpolitik des Staates führte zu über hundert verschiedenen Vergünstigungen, von denen eine eigene Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern profitiert – die sogenannten ‚Pomogajki‘ [umgangssprachlich etwa &#8222;Sozialhilfejäger&#8220;, Anm. d. Übers.]. (&#8230;) Wozu soll man arbeiten, wenn man Beihilfen erhalten kann – sogar gezielte Sozialhilfe für jedes Familienmitglied?“</em>, verlautete Toqaev in seiner <a href="https://www.akorda.kz/ru/poslanie-glavy-gosudarstva-kasym-zhomarta-tokaeva-narodu-kazahstana-kazahstan-v-epohu-iskusstvennogo-intellekta-aktualnye-zadachi-i-ih-resheniya-cherez-cifrovuyu-transformaciyu-885145">Ansprache</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Reden des Präsidenten wird der soziale Teil mit besonderer Spannung erwartet – dort spricht er meist über Lohnerhöhungen, neue Beihilfen und Programme wie den „Nationalen Fonds für Kinder“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Baiterek-in-Astana-Foto-Janary-Karimova-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-43294" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Baiterek-in-Astana-Foto-Janary-Karimova-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Baiterek-in-Astana-Foto-Janary-Karimova-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Baiterek-in-Astana-Foto-Janary-Karimova-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Baiterek-in-Astana-Foto-Janary-Karimova.jpg 1440w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Baıterek in Astana. Foto: Janary Karimova</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Doch in diesem Jahr griff Toqaev die Sozialpolitik der Regierung scharf an und forderte eine Überprüfung und Vereinheitlichung. Seiner Meinung nach hätten die zuständigen Ministerien Missbrauch und „soziale Betrugsfälle“ unter der Bevölkerung provoziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Unsere Sozialpolitiker haben eine neue Kategorie für Vergünstigungen erfunden – für Alleinerziehende. In der Folge stieg die Zahl der Scheidungen sprunghaft an. In diesem Bereich gehörten wir zeitweise sogar zu den Spitzenreitern weltweit. Solche Beispiele gibt es viele – wir fördern selbst Faulheit und Abhängigkeit“</em>, so der Präsident.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/warum-die-menschen-in-kasachstan-inzwischen-seltener-heiraten/">Warum die Menschen in Kasachstan inzwischen seltener heiraten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Toqaev behauptete außerdem, dass Veteranen der sowjetischen Kriege weiterhin Zahlungen erhielten, obwohl ihre Zahl <em>„zunehme und sie immer jünger werden“</em>. Zudem überforderten Menschen aus den Regionen die Infrastruktur der Hauptstadt, weil es vor Ort keine gleichen Chancen gebe:<em> „Statt die Stadt vorausschauend zu entwickeln, ist [die Stadtverwaltung von Astana] gezwungen, erhebliche Mittel für soziale Ausgaben bereitzustellen“</em>, sagte Toqaev.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fortsetzung einer Strategie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aussagen wie diese setzen die antisoziale Rhetorik <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nursultan Nazarbaevs</a> fort. Bereits 1997 erklärte der ehemalige Präsident in seiner Strategie <em>„<a href="https://adilet.zan.kz/rus/docs/K970002030_">Kasachstan 2030</a>“</em>, der Staat solle nur die schwächsten Gruppen unterstützen – alle anderen müssten <em>„selbst zurechtkommen“</em>. Damit rechtfertigte er die Kürzung sozialer Leistungen im Zuge der marktwirtschaftlichen Reformen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Nazarbaev legte die ‚neoliberale‘ Logik fest, die soziale Ungleichheit normalisierte und das Individuum statt des Staates für sein Wohlergehen verantwortlich machte“</em>, analysiert Eugenia Pesci, Doktorandin an der Universität Helsinki.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Rhetorik, so Pesci, sei weltweit verbreitet. In den postsowjetischen Ländern stütze sie sich auf das Argument, dass die Sowjetbürgerinnen und -bürger durch das umfassende soziale Sicherungssystem – <em>„von der Wiege bis zum Grab“</em> – in Abhängigkeit geraten seien.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Gerade in dieser Zeit, als Nazarbaev die antisoziale Rhetorik übernahm, führte er im Land eine „Schocktherapie“ durch: massive, unkontrollierte Privatisierung staatlicher Vermögenswerte, Liberalisierung der Preise, Deregulierung des Arbeitsmarktes und den Abbau sozialer Garantien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dieser Phase kehrte Nazarbaev regelmäßig zum Thema des <em>„Schmarotzertums“</em> zurück. 2017 etwa sprach er von <em>„sozialem Betrug“</em> – einem Begriff, den Toqaev acht Jahre später in seiner eigenen Ansprache übernehmen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir gewöhnen die Menschen an Abhängigkeit. Es gibt schon genug Vergünstigungen und Krediterlasse. Es kommt vor, dass hundert Menschen von irgendwo [aus den Regionen] in einem Zimmer registriert werden und dann gemeinsam eine Wohnung [in Astana] erhalten. […] Um [eine Wohnung] zu besitzen, muss man arbeiten. Arbeit gibt es in Kasachstan. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen – das ist das Prinzip“</em>, sagte Nazarbaev <a href="https://vlast.kz/novosti/22686-nazarbaev-vozmusen-prodazej-propiski-v-astane-i-socialnym-izdivencestvom.html">damals</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gleiche Rhetoriken der Präsidenten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am dritten Tag nach seiner Amtseinführung 2019 zeigte Toqaev, dass er ähnliche Ansichten <a href="https://vlast.kz/novosti/32316-tokaev-porucil-pravitelstvu-sokratit-traty-budzeta-na-imidzevye-meropriatia.html">vertritt</a>: <em>„Man darf soziales Schmarotzertum unter denen, die keine Arbeit suchen, nicht fördern. Der Staat wird die sozial Schwachen unterstützen. Alle anderen müssen arbeiten.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch sowohl Nazarbaev als auch Toqaev ändern ihre Haltung zum Thema „Schmarotzertum“ je nach politischer Notwendigkeit. Jeweils kurz vor den Wahlen beider Präsidenten wurden Löhne und Sozialleistungen <a href="https://time.kz/news/economics/2019/03/22/povysit-na-mesyats-ranshe-zarplaty-byudzhetnikam-poruchil-tokaev">erhöht</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter nutzten beide Krisenzeiten aus, um ihre Popularität zu festigen. Nach der Abwertung 2015 und der folgenden Wirtschaftskrise <a href="https://vlast.kz/novosti/14478-nazarbaev-porucil-povysit-pensii-zarplaty-i-posobia-s-2016-goda-a-v-2017-godu-razrabotat-novuu-socialnuu-politiku.html">kündigte</a> Nazarbaev nicht nur Lohnerhöhungen, sondern auch eine neue Sozialpolitik an. Und Toqaev weitete nach einem Brand in Astana 2019, bei dem fünf Kinder starben, deren Eltern nachts arbeiteten, um die Familie zu ernähren, die Unterstützung für kinderreiche Familien aus.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Protest-von-Muettern-mit-vielen-Kindern-in-Astana-2019-Foto-Tamara-Vaal-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-43296" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Protest-von-Muettern-mit-vielen-Kindern-in-Astana-2019-Foto-Tamara-Vaal-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Protest-von-Muettern-mit-vielen-Kindern-in-Astana-2019-Foto-Tamara-Vaal-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Protest-von-Muettern-mit-vielen-Kindern-in-Astana-2019-Foto-Tamara-Vaal-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Protest-von-Muettern-mit-vielen-Kindern-in-Astana-2019-Foto-Tamara-Vaal.jpg 1440w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Protest von &#8222;Müttern mit vielen Kindern&#8220; in Astana 2019. Foto: Tamara Vaal</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch nach dem <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-nimmer-endende-januar-in-kasachstan/">Blutigen Januar</a> 2022 <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/enbek/press/news/details/421039?lang=ru">erhöhte</a> Toqaev den Mindestlohn. Damals hatten die Demonstrierenden <a href="https://www.opendemocracy.net/ru/kazachstan-ot-protesta-k-smute-mazorenko-kaisar/">gefordert</a>, Nazarbaev und seine Familie ihrer formellen und informellen Macht zu entheben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-nimmer-endende-januar-in-kasachstan/">Der nimmer endende Januar in Kasachstan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Sozialpolitik schwankt je nach politischer Lage zwischen Großzügigkeit und Sparsamkeit. Wenn Legitimität nötig ist, werden Leistungen ausgeweitet; sobald der Druck nachlässt, kehrt die Rhetorik der Kürzungen zurück“</em>, betont Pesci.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Politologe Dimaş Alşanov ergänzt: <em>„Das ist kein Widerspruch, sondern Teil der Funktionsweise des Regimes. Die Regierung hat einen großen Teil der Gesellschaft arm und abhängig von staatlicher Umverteilung gemacht. Vor Wahlen werden die Sozialleistungen erhöht, um Unzufriedenheit zu dämpfen. Aber strukturelle Reformen, die die Menschen wirtschaftlich unabhängig machen würden, finden nicht statt.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Wahlen 2022, bei denen die pro-präsidentielle Partei <em>Amanat</em> und Toqev ihre Macht bestätigten, kehrte der Staat zur „Schmarotzertums“-Rhetorik zurück. Es wurde vorgeschlagen, Beihilfen für Menschen mit Krediten oder ohne festen Wohnsitz zu streichen, Mutterschafts- und Kinderbetreuungsgelder <a href="https://vlast.kz/novosti/66243-v-kazahstane-predlagaut-ne-platit-pensii-i-posobia-tem-u-kogo-net-postoannoj-propiski.html">zu kürzen</a> sowie die Sozialausgaben <a href="https://kazpravda.kz/n/sotsialnye-vyplaty-garantirovany/">zu senken</a> und „zielgerechter“ einzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Selbst wenn es zu Beihilfe in einigen Fällen kam, ist das Problem des „Schmarotzertums&#8220; stark übertrieben“</em>, findet Pesci. Die Zahl der Empfangenden gezielter Sozialhilfe sei ohnehin rückläufig, von über 2 Millionen im Jahr 2019 auf 413.000 im letzten Jahr (2024). Die durchschnittliche Zahlung betrug 7.959 Tenge (ca. 14,50 US-Dollar).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Entscheidung, die Armutsgrenze für Sozialhilfe an das Medianeinkommen statt an das Existenzminimum zu koppeln, hat zwar mehr Familien anspruchsberechtigt gemacht, aber die Zahl der Empfangenden ist immer noch weit von früheren Werten entfernt“</em>, so die Expertin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darina Ualihanqyzy vom Forschungszentrum „Paperlab&#8220; meint, dass die „Schlupflöcher“, die Menschen nutzen, eine direkte Folge der instabilen wirtschaftlichen Lage seien: <em>„Lohnerhöhungen, die die Inflation ausgleichen, sind nur in wenigen großen Unternehmen üblich. Der Großteil der Bevölkerung lebt in unsicheren oder sogar unfreiwilligen Arbeitsverhältnissen. In so einem Umfeld wird das Suchen nach Alternativen zu einer Überlebensstrategie. Menschen deshalb als ‚faul‘ oder ‚abhängig‘ zu bezeichnen, ist nicht nur unfair, sondern schlicht falsch.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Strukturelle Probleme statt „Faulheit<em>“</em></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Soziologe Galym Jusipbek kritisiert Toqaevs Aussagen scharf: <em>„Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen Beihilfen und Scheidungen. Sind die Leistungen wirklich so hoch, dass sie Menschen zur Scheidung motivieren könnten? Bei den aktuellen Beträgen kann man gerade so Brot und Wasser kaufen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso bezweifelt er, dass Menschen nur wegen Sozialleistungen in die Hauptstadt ziehen:<em> „Die Menschen wandern in große Städte, weil die Infrastruktur in den Regionen seit den 1990er-Jahren abgebaut wurde. Damals wurde etwa die Hälfte aller Krankenhäuser geschlossen – vor allem in ländlichen Gebieten.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/aus-wueste-mach-metropole-wie-sich-astana-in-den-letzten-20-jahren-veraendert-hat/">Aus Wüste mach Metropole – wie sich Astana in den letzten 20 Jahren verändert hat</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor man die Kasachstaner der Abhängigkeit bezichtige, müsse man verstehen, für wen die Wirtschaft überhaupt funktioniere: <em>„Für die einfachen Bürger oder für Oligarchen und multinationale Konzerne? Selbst das Öl arbeitet nicht für das Volk“</em>, so Jusipbek.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pesci stimmt zu: Die Rhetorik vom „Schmarotzertum“ verdecke die tatsächlichen Barrieren, die Menschen daran hindern, der Armut zu entkommen. <em>„Ein Mangel an Arbeitsplätzen auf dem Land, niedrige Löhne und Pflegepflichten für Angehörige schränken die Möglichkeiten armer Familien ein, ihre Lage zu verbessern – unabhängig von Motivation oder Fleiß“</em>, erklärt sie.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Atyrau.-Foto-Almas-Kaisar-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-43297" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Atyrau.-Foto-Almas-Kaisar-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Atyrau.-Foto-Almas-Kaisar-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Atyrau.-Foto-Almas-Kaisar-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Atyrau.-Foto-Almas-Kaisar.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Atyrau. Foto: Almas Kaısar</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem seien staatliche Programme keine wirkliche Lösung: <em>„Bezahlte gemeinnützige Arbeiten und subventionierte Jobs sind nur kurzfristig. Mikrokredit- und Unternehmensförderprogramme verschulden Familien zusätzlich und bieten keine stabile Einkommensquelle.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jusipbek fasst zusammen: <em>„Obwohl Kasachstan sich in der Verfassung als Sozialstaat bezeichnet, ist es in der Praxis keiner. Wenn der Mindestlohn 300.000 bis 400.000 Tenge betragen würde, könnte man über ‚Abhängigkeit‘ reden. Doch in der jetzigen Lage ist das unangebracht – die Menschen arbeiten in mehreren Jobs und ertragen enorme Belastungen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ualihanqyzy schlussfolgert: <em>„Das kasachstanische Sozialsystem wurde falsch konzipiert – ohne Verständnis für die reale Lebenssituation der Menschen und ohne effektive Kontrolle. Dadurch verliert die Gesellschaft das Vertrauen in soziale Institutionen und die Diskussion wird erneut von Fragen der Regierungsqualität auf die Moral der Bevölkerung abgelenkt.“</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Almas Kaısar für Vlast</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://vlast.kz/jekonomika/66564-tokaev-regularno-obvinaet-kazahstancev-v-izdivencestve-tak-li-eto.html">Russischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Photoshop für den Präsidenten: Wie Zentralasiens Staatschefs jünger, größer und glücklicher werden</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Oct 2025 18:51:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Emomali Rahmon]]></category>
		<category><![CDATA[Gurbanguly Berdimuhamedow]]></category>
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		<category><![CDATA[Photoshop]]></category>
		<category><![CDATA[Präsident]]></category>
		<category><![CDATA[Qasym-Jomart Toqaev]]></category>
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		<category><![CDATA[Serdar Berdimuhamedow]]></category>
		<category><![CDATA[Shavkat Mirziyoyev]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf offiziellen Bildern wirken Zentralasiens Pr&#xE4;sidenten oft makellos: perfekte Haltung, strahlend wei&#xDF;es L&#xE4;cheln, glattes Gesicht und &#xFC;ppiges graues Haar. Ein Abgleich mit internationalen Nachrichten zeigt jedoch: Die Portr&#xE4;ts sind das Ergebnis intensiver digitaler Nachbearbeitung &#x2013; nicht der Realit&#xE4;t. Offizielle Fotos der zentralasiatischen Pr&#xE4;sidenten sorgen oft f&#xFC;r Diskussionen &#x2013; und das nicht nur wegen der Ereignisse, [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auf offiziellen Bildern wirken Zentralasiens Präsidenten oft makellos: perfekte Haltung, strahlend weißes Lächeln, glattes Gesicht und üppiges graues Haar. Ein Abgleich mit internationalen Nachrichten zeigt jedoch: Die Porträts sind das Ergebnis intensiver digitaler Nachbearbeitung – nicht der Realität.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Offizielle Fotos der zentralasiatischen Präsidenten sorgen oft für Diskussionen – und das nicht nur wegen der Ereignisse, die sie zeigen. Fast immer werden die Fotos aufwendig retuschiert: Falten werden geglättet, Haare gefärbt, Zähne gebleicht, der Staatschef kann „wachsen“ und nicht selten wird ein Lächeln auf sein Gesicht „geklebt“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal sind diese Änderungen so auffällig, dass die retuschierten Präsidenten in den sozialen Medien zum Thema von Witzen und Memes werden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="958" height="688" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-125.png" alt="" class="wp-image-43083" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-125.png 958w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-125-300x215.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-125-768x552.png 768w" sizes="auto, (max-width: 958px) 100vw, 958px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wirkt manchmal etwas wächsern: Kasachstans Präsident Qasym-Jomart Toqaev (rechts)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Turkmenistan: Lächeln um jeden Preis</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Turkmenistan, wo der Personenkult um die Führer beinahe sakralen Charakter hat, werden Präsidentenfotos besonders sorgfältig bearbeitet. Der frühere Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a>, der offiziell die Macht an seinen Sohn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serdar_Berdimuhamedow">Serdar</a> übergeben hat, lässt sich die Falten korrigieren und die Haare färben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Verglichen mit Fotos, die beispielsweise Fotografen von Kreml oder Aqorda [Präsidialverwaltung Kasachstans, Anm. d. Ü.] aufgenommen haben, ist deutlich zu erkennen, wie alt und faltig Gurbanguly Berdimuhamedows Haut ist, insbesondere an seinem Hals. Die turkmenischen Zensoren bleichen und glätten alles sorgfältig, was zu einem unnatürlichen, mit Photoshop bearbeiteten Aussehen führt“</em>, sagt Ruslan Myatiyew, Chefredakteur des unabhängigen Mediums <a href="https://turkmen.news/">Turkmen.news</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im Fall von Serdar Berdymuhamedow, der seinem Vater im Präsidentenamt nachfolgte, wurden sogar größere Bildelemente ersetzt. Auf einem Foto, das ihn mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rustam_Nurgalijewitsch_Minnichanow">Rustam Minnihanow</a>, Oberhaupt der Republik Tatarstan, zeigt, wirkte Serdar Berdymuhamedow zu streng. Die Retuscheure tauschten kurzerhand den Kopf des Präsidenten, um seinen Gesichtsausdruck zu verändern.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="952" height="642" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-122.png" alt="" class="wp-image-43082" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-122.png 952w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-122-300x202.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-122-768x518.png 768w" sizes="auto, (max-width: 952px) 100vw, 952px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vorher&#8230;</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Fotografen aus Serdar Berdimuhamedows Team bearbeiten die Bilder direkt während der offiziellen Treffen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="958" height="636" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-121.png" alt="" class="wp-image-43081" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-121.png 958w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-121-300x200.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-121-768x510.png 768w" sizes="auto, (max-width: 958px) 100vw, 958px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8230; und nachher</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Toktosun Schambetow, Journalist beim kirgisischen Dienst von RFE/RL, erinnert sich, diesen Vorgang einmal miterlebt zu haben. <em>„Die turkmenischen Journalisten und Kameraleute, die vor mir saßen, verbrachten etwa eine Stunde damit, die Fotos zu bearbeiten. Sie schnitten einen Kopf aus und fügten ein lächelndes Gesicht ein. Wenn die Größe nicht stimmte, klebten sie eine andere Person von anderen Fotos ein“</em>, so Schambetow.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistans-praesident-berdymuchamedow-seine-groessten-hits/"><strong>Turkmenistans Präsident Berdymuchamedow: Seine „größten Hits“</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Bruce Pannier, Journalist und Zentralasien-Experte, kam es bei Manipulationen der Fotos immer wieder zu Fauxpas. <em>„Beispielsweise fehlt Berdimuhamedow Senior auf den Fotos möglicherweise ein Finger“</em>, erklärt Pannier.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Usbekistan: Über Nacht gewachsen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistans erster Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karomov</a> wurde oft retuschiert. Nicht nur sein Gesicht wurde geglättet, auch sein Körper wurde künstlich vergrößert. Im wirklichen Leben war Karimov etwa 170 cm groß, doch auf bearbeiteten Fotos wuchs er um bis zu 20 cm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders aufschlussreich ist ein Foto von einem Treffen mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wiktor_Janukowytsch">Viktor Janukowitsch</a>, dem damaligen Präsidenten der Ukraine: Auf dem offiziellen Foto ist Karimow fast so groß wie Janukowitsch, der 190 cm misst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/saida-mirziyoyeva-und-gulnara-karimova-zwei-praesidententoechter-in-der-politik/"><strong>Saida Mirziyoyeva und Gulnora Karimova: Zwei Präsidententöchter in der Politik</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Aufnahmen des amtierenden usbekischen Präsident, der 68-jährige <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a>, werden bearbeitet, allerdings subtiler. Dennoch sind auf den von staatlichen Quellen veröffentlichten Fotos leichte Retuschen zu erkennen, im Gegensatz zu den unveränderten Fotos internationaler Fotojournalisten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan: Der Filter als Jungbrunnen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Beispiel für aktive Bildmanipulation sind Fotos von Kasachstans 72-jährigen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a>. Ziel scheint es vor allem, die Zeichen des Alterns zu kaschieren. Toqaevs Gesicht wirkt auf den Fotos unnatürlich glatt, seine Zähne übermäßig weiß.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="957" height="538" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-120.png" alt="" class="wp-image-43079" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-120.png 957w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-120-300x169.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-120-768x432.png 768w" sizes="auto, (max-width: 957px) 100vw, 957px" /><figcaption class="wp-element-caption">Qasym-Jomart Toqaev unbearbeitet (links) und künstlich verjüngt (rechts), Photo: RFE/RL Graphics</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Bildbearbeitung früher manuell erfolgte, kommt heute zunehmend künstliche Intelligenz zum Einsatz: Algorithmen glätten nicht nur die Gesichtszüge des Präsidenten, sondern auch die seiner Umgebung. So wirken beispielsweise auf einem Foto mit chinesischen Schulkindern sowohl die Kinder als auch Toqaev gleichermaßen „geschliffen“.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="969" height="626" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-119.png" alt="" class="wp-image-43080" style="width:755px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-119.png 969w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-119-300x194.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-119-768x496.png 768w" sizes="auto, (max-width: 969px) 100vw, 969px" /><figcaption class="wp-element-caption">Qasym-Jomart Toqev trifft am 2. Septenber 2025 chinesische Schulkinder, Photo: akorda.kz</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Pannier vermutet, dass die Fotos von Zentralasiens Staatsschefs häufig zu Propagandazwecken manipuliert werden. <em>„Es ist hauptsächlich Eitelkeit, aber es dient einem Zweck. Diese Präsidenten wollen sich als jung und dynamisch präsentieren. Und voller Energie, um ihre Länder zu führen“</em>, sagt Pannier.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kirgistan: Präsidiale Selfies</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Vergleich zu seinen benachbarten Amtskollegen wirkt Kirgistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> vollkommen natürlich. Seine Fotos werden selten bearbeitet, und sein Pressedienst veröffentlicht gelegentlich Fotos, die mit Smartphones aufgenommen wurden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="962" height="541" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-118.png" alt="" class="wp-image-43078" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-118.png 962w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-118-300x169.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-118-768x432.png 768w" sizes="auto, (max-width: 962px) 100vw, 962px" /><figcaption class="wp-element-caption">Macht gerne mal einen Selfie: Sadyr Dschaparow, Photo: Instagram</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem Journalisten Toktosun Schambetow ist es in Kirgistan (noch) nicht üblich, schlecht aufgenommene Fotos des Präsidenten zu verstecken. <em>„Bisher werden Fotos nicht bearbeitet, wenn der Präsident nicht gut aussieht. Die Staatsführung selbst nutzt aktiv soziale Medien und veröffentlicht Selfies, auch wenn sie nicht gut aussehen“</em>, sagt Schambetow.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tadschikistan: Alt und mürrisch</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am entspanntesten geht es im Pressedienst des tadschikischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> zu, der seit über 30 Jahren an der Macht ist. Seine Fotos sind selten retuschiert, manchmal ist nicht mal der Bildausschnitt gut gewählt. Auf den offiziellen Aufnahmen sieht man sowohl Rahmon selbst als auch andere Politiker in Momenten, die in den „Hochglanz“-Fotoarchiven der Nachbarländer niemals auftauchen würden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/54826523306_e9e1f65bc0_b.jpg" alt="" class="wp-image-43077" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/54826523306_e9e1f65bc0_b.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/54826523306_e9e1f65bc0_b-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/54826523306_e9e1f65bc0_b-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Nicht immer fotogen, aber authentisch: Emomali Rahmon, Photo: president.tj</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Pannier schadet dieses Vorgehen tatsächlich dem Image des tadschikischen Staatschefs. <em>„Rahmon wirkt oft alt und mürrisch, und es ist nicht verwunderlich, dass weiterhin Gerüchte über seine Gesundheitsprobleme kursieren“</em>, sagt der Experte und bezieht sich dabei auf Berichte, denen zufolge Tadschikistan einen dynastischen Machtwechsel vorbereitet – die Übertragung des Präsidentenamtes von Rahmon auf seinen Sohn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rustam_Emomalij">Rustam Emomali</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Weitere Fotos findet ihr im <a href="https://rus.azattyq.org/a/kak-v-tsentralnoy-azii-praviteley-delayut-molozhe-vyshe-i-schastlivee/33531953.html">Originalartikel</a>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Radio Azattyq</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://rus.azattyq.org/a/kak-v-tsentralnoy-azii-praviteley-delayut-molozhe-vyshe-i-schastlivee/33531953.html"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Gipfeltreffen in Astana: Aufschwung für die regionale Zusammenarbeit?</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 12:08:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anfang August fand in Astana das 6. Konsultativtreffen der zentralasiatischen Staatschefs statt. Ziel des Treffens war, die Zusammenarbeit in der Region zu vertiefen. Zentralasiatisches Gipfeltreffen in Astana: Am 9. August sind die Pr&#xE4;sidenten Kasachstans, Kirgistans, Tadschikistans, Turkmenistans und Usbekistans sowie, als Ehreng&#xE4;ste, Aserbaidschans Pr&#xE4;sident Ilham Aliyev und der Sonderbeauftragte des UN-Generalsekret&#xE4;rs, Kaha Imnadse, zu ihrem [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Anfang August fand in Astana das 6. Konsultativtreffen der zentralasiatischen Staatschefs statt. Ziel des Treffens war, die Zusammenarbeit in der Region zu vertiefen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zentralasiatisches Gipfeltreffen in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astana">Astana</a>: Am 9. August sind die Präsidenten Kasachstans, Kirgistans, Tadschikistans, Turkmenistans und Usbekistans sowie, als Ehrengäste, Aserbaidschans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/İlham_Əliyev">Ilham Aliyev</a> und der Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kacha_Imnadse">Kaha Imnadse</a>, zu ihrem 6. Konsultativtreffen zusammengekommen. Das Treffen war geprägt von intensiven Diskussionen zu einem breiten Themenspektrum, das von der wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Zusammenarbeit bis hin zur kulturellen und humanitären Integration reichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die versammelten Staatsoberhäupter betonten, wie wichtig es sei, die regionale wirtschaftliche Zusammenarbeit zu stärken, berichtet <a href="https://thediplomat.com/2024/08/continuity-and-change-in-the-new-cycle-of-central-asian-consultative-meetings/">The Diplomat</a>. Kasachstans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> hob die Fortschritte in verschiedenen Bereichen <a href="https://akorda.kz/ru/pod-predsedatelstvom-kasym-zhomarta-tokaeva-sostoyalas-vi-konsultativnaya-vstrecha-glav-gosudarstv-centralnoy-azii-971327">hervor</a>, darunter die Modernisierung der Grenzkontrollpunkte, den Ausbau der Verkehrsverbindungen und die Eröffnung neuer Handelsrouten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> <a href="https://www.president.tj/event/news/46800">betonte</a> seinerseits die Bedeutung einer effizienten Nutzung der Wasserkraftressourcen und der Entwicklung gemeinsamer Infrastruktur- und Verkehrsprojekte. Er schlug vor, ein erstes Treffen der Industrieminister der zentralasiatischen Länder in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duschanbe">Duschanbe</a> zu organisieren und eine jährliche Ausstellung einzurichten, um den Industrie- und Handelsaustausch zu stärken. Diese Initiativen zielen darauf ab, den intraregionalen Handelsumsatz auf 20 Milliarden US-Dollar (17,98 Milliarden Euro) zu steigern – ein erreichbares Ziel angesichts des jüngsten Handelswachstums in der Region um mehr als 80 Prozent.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Hin zu einer stärkeren kulturellen und humanitären Integration</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über die wirtschaftlichen Aspekte hinaus wurde in den Diskussionen auch die Bedeutung der kulturellen und humanitären Integration hervorgehoben. Präsident Toqaev bestand auf der Einrichtung regelmäßiger Ereignisse wie interkultureller Tage, Ausstellungen im Bereich Kunsthandwerk und anderer kultureller Veranstaltungen. Generell betonten die Präsidenten die Bedeutung der Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur und Entwicklung von Humankapital.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein bemerkenswerter Vorschlag im Rahmen des Treffens war die Einrichtung eines regionalen Fernsehsenders oder Online-Nachrichtenportals, um das gegenseitige Verständnis zu stärken und Freundschaft und Solidarität zwischen den Menschen in der Region zu fördern. Dies ist Teil umfassender Bemühungen zur Schaffung gemeinsamer Medienprodukte, einschließlich der Verfilmung gemeinsamer historischer Ereignisse.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Sicherheit und Ressourcenmanagement</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die regionale Sicherheit und ein effektives Ressourcenmanagement standen im Fokus der Gespräche. Die Staatschefs sehen eine Notwendigkeit, die Kooperation zu stärken, um so wachsenden globalen Herausforderungen und Bedrohungen zu begegnen. Präsident Rahmon schlug vor, neue Formen der Sicherheitskooperation zu entwickeln und Mechanismen für eine enge Zusammenarbeit zwischen den Strafverfolgungsbehörden der zentralasiatischen Länder zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Hinblick auf das Ressourcenmanagement, insbesondere im Bereich Wasser und Energie, betonte Kasachstans Präsident Toqaev die Notwendigkeit, eine konsolidierte Wasserpolitik zu entwickeln, die auf einer fairen und gleichberechtigten Nutzung der Ressourcen basiert. Er schlug außerdem die Gründung eines Wasser- und Energiekonsortiums vor, um gemeinsam Wasserkraftanlagen zu verwalten und die Digitalisierung der Wasserverteilung und unter Einsatz räumlicher Überwachungstechnologien voranzutreiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Zukunftsaussichten für die regionalen Herausforderungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse des 6. Konsultationstreffens zeigen ein deutliches Engagement für eine stärker integrierte und systematische regionale Zusammenarbeit. Die Staatsoberhäupter genehmigten mehrere wichtige Dokumente, darunter das „Konzept für die Entwicklung der regionalen Zusammenarbeit Zentralasien – 2040“ und eine Roadmap für die Entwicklung der regionalen Zusammenarbeit für die Jahre 2025–2027.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Initiativen zielen darauf ab, die zwischenstaatliche Koordinierung zu verbessern, die Umsetzung regionaler Initiativen besser zu überwachen und Schlüsselprojekte wie den <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/global-gateway-die-eu-investiert-in-den-transkaspischen-korridor/?noredirect=de-DE">Transkaspischen Transportkorridor</a> und die <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/transafghanische-eisenbahn-neuer-schwung-und-alte-problem/?noredirect=de-DE">Transafghanische Eisenbahn</a> zu entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/warum-shanghaier-organisation-fuer-zusammenarbeit-soz-ihre-relevanz-verloren-hat/"><strong>Warum die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit ihre Relevanz verloren hat</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Herausforderungen bleiben also zahlreich. Die Präsidenten der Region müssen sich in einem komplexen geopolitischen Umfeld mit unterschiedlichen und manchmal widersprüchlichen Interessen der Großmächte zurechtfinden. Kasachstans Staatschef erinnerte daran, dass die Wahrung von Frieden und Stabilität in der Region von der Fähigkeit abhänge, den politischen Dialog und Maßnahmen für gegenseitiges Vertrauen zu stärken. Darüber hinaus betonte er, wie wichtig es sei, externe Partnerschaften im Rahmen der regionalen Zusammenarbeit zu diversifizieren, um eine übermäßige Abhängigkeit von einigen wenigen Partnern zu vermeiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gipfeltreffen von Astana markiert einen bedeutenden Schritt hin zu einer stärkeren regionalen Integration. Die bei diesem Treffen getroffenen Entscheidungen und eingeleiteten Initiativen verdeutlichen den Wunsch, die Zusammenarbeit zu vertiefen. Selbst wenn weiterhin Herausforderungen bestehen, insbesondere in den Bereichen Sicherheit und Ressourcenmanagement, zeigen die Fortschritte der letzten Jahre, dass Zentralasien ein gewisses Potenzial für die Zukunft als integrierte und international einflussreiche Region hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle angekündigten Maßnahmen und Vorschläge befinden sich jedoch noch im Deklarationsstadium. Den Staatschefs und ihren Kabinetten liegt offenbar großes Interesse daran, dass ihre jeweiligen Vorschläge mediale Wirkung entfalten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Roman Selosse für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/politique/reunion-des-chefs-detat-centrasiatiques/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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