<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Pakistan Archives</title>
	<atom:link href="https://novastan.org/de/tag/pakistan/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://novastan.org/de/tag/pakistan/</link>
	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Tue, 06 Jan 2026 21:54:19 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.1</generator>

<image>
	<url>https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/08/cropped-Logo_2_2000-1700-300DPI-32x32.png</url>
	<title>Pakistan Archives</title>
	<link>https://novastan.org/de/tag/pakistan/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Vom Millionengeschäft zu Massenausschreitungen</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/vom-millionengeschaeft-zu-massenausschreitungen/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kirgistan/vom-millionengeschaeft-zu-massenausschreitungen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[rnazir]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jan 2026 21:54:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Studierende]]></category>
		<category><![CDATA[Südasiat:innen]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=43746</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit Jahren profitiert die kirgistanische Gesch&#xE4;ftswelt von s&#xFC;dasiatischen Studierenden &#x2013; doch diese f&#xFC;hlen sich weder akzeptiert noch sicher. Eine Analyse der Lage und des letztj&#xE4;hrigen Studienberichts. Als am 17./18. Mai 2024 ein w&#xFC;tender Mob Jagd auf Migrant:innen in den Stra&#xDF;en Bischkeks machte, war der Schock national wie international gro&#xDF;. Denn viele Kirgis:innen kennen dieses Problem [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/vom-millionengeschaeft-zu-massenausschreitungen/">Vom Millionengeschäft zu Massenausschreitungen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Seit Jahren profitiert die kirgistanische Geschäftswelt von südasiatischen Studierenden – doch diese fühlen sich weder akzeptiert noch sicher. Eine Analyse der Lage und des letztjährigen Studienberichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als am <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/bischkek-pogrome-gegen-auslaendische-studenten/">17./18. Mai 2024</a> ein wütender Mob Jagd auf Migrant:innen in den Straßen Bischkeks machte, war der Schock national wie international groß. Denn viele Kirgis:innen kennen dieses Problem aus eigener Erfahrung. Hunderttausende gehen nach Russland zum Studieren und Arbeiten und sind dort alltäglich Rassismus und Gewalt ausgesetzt. Doch was bei vielen Kirgis:innen Scham auslöste, sorgte in Politik und Geschäftswelt für andere Sorgen. Denn die Opfer waren vor allem Südasiat:innen, die seit geraumer Zeit zum Studieren nach Kirgistan kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit zehn Jahren steigt die Zahl an Südasiat:innen in Kirgistan, die meisten von ihnen zu Beginn aus Indien. Ab 2017/18 lässt sich ein <a href="https://www.rferl.org/a/kyrgyzstan-student-exodus-damage-economy/32957912.html">Trend</a> stark wachsender Zahlen erkennen, dem kurz darauf pakistanische Studierende folgten. Der Grund dafür ist einfach: Das Medizinstudium in Kirgistan ist weitaus günstiger als in Pakistan oder Indien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Medizinstudium als Geschäftsmodell</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Studium für südasiatische Studierende wurde schnell zum Exportschlager. Privatinvestor:innen – und nicht etwa Ärzt:innen, sondern Geschäftsleute, Volkskünstler:innen oder Politiker:innen – ergriffen die Gelegenheit, von diesem Geschäftsmodell zu profitieren. Das Resultat: ein mafiöses, medizinisch-„akademisches“ Netz in den Großstädten der Republik.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Eine <a href="https://govori.tv/zhurnalistskoe-rassledovanie-kto-i-kak-zarabatyvaet-na-inostrannyh-studentah-v-kyrgyzstane/?fbclid=IwAR3VKZksaAiXUqDdLWepb5_izxXFK5lt3ZjxzKPA4aEKoNbjhopir-kF2nA">Investigativrecherche</a> von govori.tv von 2022 zeigte, dass viele Akteur:innen nicht nur ohne medizinische Expertise waren, sondern zudem einen direkten Draht in die Politik hatten und wenig bis gar keine Steuern zahlten. Auch was die Standards der Lehre betreffen, ist die Ausbildung alles andere als qualitativ hochwertig. Da Absolvent:innen dieser Einrichtungen nicht die Approbationsprüfungen in ihrer Heimat bestehen konnten, setzte Pakistan 2020 alle kirgistanischen medizinischen Fakultäten auf eine <a href="https://24.kg/english/223693_Most_medical_students_in_Kyrgyzstan_are_foreigners/">Blacklist</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zumindest hier lassen sich leichte Änderungen erkennen. Nach Verbesserungen in der Lehre wurden 2022 vier Einrichtungen wieder auf die A-Liste Pakistans gesetzt, Stand September 2025 sind es sogar acht – wie viele Einrichtungen zurzeit zugelassen sind, lässt sich nicht zuverlässig sagen; auf einer englischsprachigen Seite für internationale Studierende lassen sich <a href="https://www.sheenstein.com/study-mbbs-abroad/kyrgyzstan?utm_source=chatgpt.com">25 Einrichtungen</a> finden. Auch die Regierung scheint ein Interesse an Qualitätskontrollen zu haben, so sollen dieses Jahr alle Fakultäten <a href="https://zamin.uz/en/world/159029-kyrgyzstan-imposes-restrictions-on-private-medical-universities.html">verstaatlicht</a> werden oder an staatliche Einrichtungen angebunden und akkreditiert oder geschlossen werden. Um dem Problem der Steuerumgehung zu begegnen, wurde zudem im Sommer letzten Jahres eine einheitliche Gebühr für Ausländer:innen von 3.000 US-Dollar (ca. 2.500 Euro) beschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den kriminellen Aspekten, die in diesem Geschäftsmodell stecken, zeigen diese Fakten aber auch: Südasiatische Studierende sind Konsument:innen, ihre Rolle beschränkt sich auf die als Devisenbringende. Schätzungen des kirgistanischen Bildungsministeriums zufolge waren es 2022 etwa 250 Millionen US-Dollar im Jahr, die ausländische (hauptsächlich südasiatische) Medizinstudierende an Kapital ins Land brachten. Zu Studiengebühren kommen Wohnen, Essen und Visagebühren hinzu. Bei einem BIP von gut 12 Milliarden US-Dollar 2022 wären das fast 2 Prozent.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rassismus gegen Südasiat:innen – Nichts Neues in Kirgistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die gesellschaftlichen Vorurteile gegenüber den Migrant:innen schien den Universitäten und Behörden lange Zeit egal. Schon 2021 berichtete Eurasianet über <a href="https://eurasianet.org/kyrgyzstan-pakistani-students-demand-protection-from-assaults">rassistische Übergriffe</a> gegen Pakistanis, die von staatlichen Stellen ignoriert wurden. NGOs wie <a href="https://oasisorg.kg/en/about-us/">Oasis</a> machen ebenfalls seit Jahren auf die Situation und die Missstände bezüglich der internationalen Studierenden aufmerksam. 2023 hatte auch die International Organisation for Migration (IOM) in einer ausführlichen <a href="https://kyrgyzstan.iom.int/sites/g/files/tmzbdl1321/files/documents/2023-06/iom-report-rus_final.pdf">Analyse</a> festgestellt, dass die Bevölkerung <em>„generell offen und gastfreundlich“</em> gegenüber internationalen Studierenden und Migrant:innen sei, es jedoch <em>„<a href="https://kyrgyzstan.iom.int/sites/g/files/tmzbdl1321/files/documents/2025-06/07.-migration-situation-report_2024.pdf#page=9">gewisse Vorbehalte</a>“</em> gegenüber den steigenden Zahlen an Ausländer:innen in gesellschaftlichen Randgruppen gäbe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: Bischkek: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/bischkek-pogrome-gegen-auslaendische-studenten/">Progrome gegen ausländische Studenten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">2023 begann Oasis mit einer detaillierten Studie. Wurde diese zuerst dadurch erschwert, dass Ende 2023 ein restriktives NGO-Gesetz eingeführt wurde, erlangte das Thema zumindest nach den gewaltsamen Ausschreitungen im Mai 2024 an neuer Relevanz und Öffentlichkeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Studie zu Diskriminierung von Südasiat:innen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mitte Oktober legte Oasis zusammen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kirgistan und der Stelle des Ombudsmanns der Republik Kirgistan eine qualitative und quantitative Analyse der Gesamtsituation vor. Eingeladen waren sowohl Vertreter:innen aus Behörden, wie etwa dem Bildungs- und Justizministerium und der Hauptstadtverwaltung, als auch Universitätsadministrationen internationaler Medizinstudiengänge wie andere zivilgesellschaftliche Akteur:innen. Die anschließende „Diskussion“ zeigte, dass zumindest bei staatlichen und universitären Beteiligten wenig Interesse daran besteht, die Ereignisse vom letzten Mai und die dahinterstehenden gesellschaftlichen Probleme anzuerkennen und anzugehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">455 südasiatische Studierende wurden zu Themen wie Unterbringung, Sicherheit im öffentlichen Raum und Nahverkehr, Gewalt und Schutz befragt. Die Studie zeigt: Diese Studierenden erleben viel Diskriminierung und sind alles andere als willkommen in Kirgistan. Bei der Unterbringung erlebte ein Großteil Schwierigkeiten bei der Suche nach einer Bleibe. 83 Prozent berichteten von höheren Preisen aufgrund ihrer Ethnizität, einem Viertel wurde aufgrund dessen eine Wohnung verwehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was das öffentliche Leben anbelangt, zeichnet sich ein Bild von Ausschluss statt Teilhabe ab. 37 Prozent fühlten sich in Parks und auf öffentlichen Plätzen unsicher. Die große Mehrheit nahm nicht am kulturellen Leben der Großstädte durch den Besuch von Konzerten, Kinos, Museen oder sogar Bibliotheken teil. Ein sicherer Ort stellte für gut die Hälfte hingegen ihre Bildungseinrichtung dar. In der Öffentlichkeit fühlten sich über 30 Prozent in ihrer Redefreiheit, über 40 Prozent in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Mehr als zwei Drittel berichteten von Diskriminierung verschiedenster Ausprägung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ereignisse vom 17./18. Mai 2024 zeigten eindeutig, dass Gewalt eine reale Gefahr für Südasiat:innen darstellt, auch wenn dies von offizieller Seite <a href="https://www.aljazeera.com/news/2024/5/20/panic-in-bishkek-why-were-pakistani-students-attacked-in-kyrgyzstan">nicht anerkannt</a> wird. Dies wurde zudem in der Studie untermauert: Über 40 Prozent der Studienteilnehmenden berichteten von physischer Gewalt, 14 Prozent sogar von sexueller. Hinzu kommen 64 Prozent, die emotionaler Gewalt ausgesetzt waren. Zwar verknüpfte das nur ein Drittel mit Rassismus, während fast ein weiteres Drittel nicht auf diesen Aspekt eingehen wollte, jedoch stimmten fast drei Viertel der Annahme zu, dass die Lokalbevölkerung unfreundlich gegenüber den Migrant:innen sei.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kaum Möglichkeiten für Strafverfolgung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch was Strafverfolgung und Sicherheit angeht, belegt die Studie das bereits bekannte Problem: Die Polizei nimmt Fälle nicht unbedingt ernst oder will teilweise sogar Geld von Opfern bei Anzeigen. Auch der Weg über die Judikative bleibt den meisten Betroffenen aufgrund von Sprachbarrieren verschlossen. 71 Prozent der Befragten, denen Gewalt angetan wurde, meldeten sich daher nicht bei zuständigen Behörden oder anderweitigen Stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sowohl natürliche Barrieren wie die Sprache als auch gesellschaftliche Probleme mit der Akzeptanz von Südasiat:innen in Kirgistan bestehen. Dies sind beides Tatsachen, an denen sowohl die Regierung als auch die beteiligten Universitäten arbeiten könnten. Gerade der Rassismus gegen Südasiat:innen wird trotz seiner Evidenz in der kirgistanischen Gesellschaft nicht offen angesprochen. Und dass Handlungsbedarf besteht, zeigt die Studie ebenfalls, denn die Studierendenzahl sinkt – und zwar drastisch: Nach fast 50.000 Anträgen im Vorjahr waren es dieses Jahr noch knapp 12.000. (Die Zahlen für 2025 sind zwar vorläufig, werden aber nicht allzu sehr steigen, da der Stichtag nach der Bewerbungsfrist lag.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Expert:innen wie Meerim Osmonalijewa (Oasis Kirgistan, Leiterin der Untersuchung) sehen eine klare Verbindung zwischen diesen Entwicklungen und den Geschehnissen im letzten Jahr. Ihr zufolge <em>„wurde auf den Straßen offensichtlich, dass die Zahl südasiatischer, internationaler Studierender deutlich gesunken ist. Der Rückgang ist unzweifelhaft eine Konsequenz der Massenangriffe und unterstreicht das systematische Unvorbereitet-Sein bezüglich der Akzeptanz internationaler Studierender als auch das Fehlen einer umfassenden Bildungspolitik, um Rassismus und Diskriminierung zu adressieren und effektiv Bildungsdienstleistungen zu exportieren.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Offizielle Stellen verschließen sich vor Ergebnissen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Reaktion der Beteiligten bei der Vorstellung der Studienergebnisse sprach für sich. Teilnehmende Bildungs- und Justizbeamt:innen diskreditierten die Studie. Eine Teilnehmerin stellte die Untersuchungsmethoden in Frage und kritisierte die Auswahl der Städte als nicht repräsentativ (die untersuchten Städte Osch und Bischkek sind die zwei größten des Landes und beherbergen auch den Löwenanteil ausländischer Studierender). Der Vorwurf des Rassismus wurde ebenfalls negiert, Unirektor:innen und andere Ministerialbeamte bestanden darauf, dass die kirgistanische Gesellschaft offen und gastfreundlich sei. Statt nur negative Dinge zu nennen, hätte man auch über Positives berichten können, so die Meinung der politischen Entscheidungsträger:innen. Konkrete Lösungsvorschläge, die von Oasis und dem Ombudsmann-Büro im Rahmen der Studie beigelegt wurden, wurden nicht diskutiert. Trotz einstündiger „Debatte“ setzte sich keiner der staatlichen und Bildungsakteur:innen mit der Kritik oder den Vorschlägen auseinander.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie heikel das Thema ist, zeigt auch die Nachbearbeitung der Studie. Nachdem diese in russischer Sprache auf der Website von Oasis für kurze Zeit zum Download zur Verfügung stand, wurde diese wieder entfernt. Im persönlichen Interview mit Meerim Osmonalijewa berichtete diese, dass <em>„das Thema selbst sehr sensibel ist, da es Themen wie Xenophobie und Rassismus verbindet. Das Forschungsteam musste die Empfehlungen und die Forschungsergebnisse zweimal überarbeiten, um sicherzustellen, dass die Regierung den empfindlichen und exakten Kern der Situation versteht.“</em> Nichtsdestotrotz seien sie <em>„froh, dass die Ergebnisse der Studie den entsprechenden Regierungsstellen vorgestellt wurden und (…) hoffen auf positive Änderungen in diesem Bereich.“</em> Eine überarbeitete Fassung der Studie erschien im Dezember.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie über die Thematik diskutiert wird, ist bezeichnend für ein Land, das sich nur sehr selektiv mit seinen politischen und gesellschaftlichen Realitäten auseinandersetzt. Ob die Präsidialverwaltung an der Korruption im medizinischen Ausbildungsbereich etwas ändern wird, bleibt abzuwarten. Ob sich an dem Problem mit dem Rassismus gegen Südasiat:innen was ändert, scheint nach einer derartigen Abwehr fraglich. Die beteiligten Akteur:innen aus Staat und Bildung haben jetzt die Möglichkeit zu zeigen, ob die medizinische Ausbildung weiterhin ein mittelmäßiges Geschäft bleiben soll oder Interesse an ernsthafter Professionalisierung und dem Bildungsstandort Kirgistan besteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Zahlen sind allesamt aus der Studie zitiert, die sich </em><a href="https://oasisorg.kg/wp-content/uploads/2025/11/Research-about-international-students_2025-.pdf"><em>hier</em></a> <em>abrufen lässt. Der Autor des Artikels hat selbst an der Vorstellung der Studie teilgenommen und berichtet aus erster Hand.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Reza Nazir für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/vom-millionengeschaeft-zu-massenausschreitungen/">Vom Millionengeschäft zu Massenausschreitungen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/kirgistan/vom-millionengeschaeft-zu-massenausschreitungen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Projekt CASA-1000: Überleben dank internationaler Hilfe</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/projekt-casa-1000-ueberleben-dank-internationaler-hilfe/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/projekt-casa-1000-ueberleben-dank-internationaler-hilfe/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Jun 2025 18:36:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[CASA-1000]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Kambarata]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Rogun]]></category>
		<category><![CDATA[Strom]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=42436</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Energieprojekt CASA-1000, das Zentral- und S&#xFC;dasien durch ein ausgedehntes Stromverbundnetz verbinden soll, ist ein seltenes Beispiel regionaler Zusammenarbeit zwischen Kirgistan und Tadschikistan. Seinen Erfolg verdankt es einer strukturierten internationalen Governance. Es ist ein Meilenstein, der die Umsetzung des CASA-1000 (Central Asia &#x2013; South Asia Electricity Transmission and Trade Project) n&#xE4;herbringt: Bei einem Regierungstreffen in [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/projekt-casa-1000-ueberleben-dank-internationaler-hilfe/">Projekt CASA-1000: Überleben dank internationaler Hilfe</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Energieprojekt CASA-1000, das Zentral- und Südasien durch ein ausgedehntes Stromverbundnetz verbinden soll, ist ein seltenes Beispiel regionaler Zusammenarbeit zwischen Kirgistan und Tadschikistan. Seinen Erfolg verdankt es einer strukturierten internationalen Governance.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein Meilenstein, der die Umsetzung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/CASA-1000">CASA-1000</a> (Central Asia – South Asia Electricity Transmission and Trade Project) näherbringt: Bei einem <a href="https://asiaplustj.info/en/node/348956">Regierungstreffen</a> in Duschanbe haben am 16. Mai Minister der vier am Projekt beteiligten Länder Tadschikistan, Kirgistan, Afghanistan und Pakistan mehrere wichtige Dokumente unterzeichnet, die den für 2027 geplanten kommerziellen Start des Projekts einläuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CASA-1000 soll es Tadschikistan und Kirgistan ermöglichen, überschüssigen Strom an die südasiatischen Nachbarn zu exportieren. Das Projekt, dessen bisherigen Kosten auf über eine Milliarde US-Dollar (über 875 Millionen Euro) geschätzt werden, hat über ein Jahrzehnt lang politische und technische Herausforderungen bewältigt. Sein Fortschritt beruht vor allem auf kontinuierlicher internationaler Unterstützung und einer verstärkten Koordination zwischen multilateralen Akteuren. Da Kirgistan und Tadschikistan selten an Initiativen dieser Größenordnung teilnehmen, stellt das Projekt einen wichtigen Schritt für ihre regionale Integration dar.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>CASA-1000: Ambitionen und Realitäten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.casa-1000.org/about-casa-1000/#about2">Das Projekt</a> zielt darauf ab, 1.300 Megawatt überschüssigen Wasserstrom aus Kirgistan und Tadschikistan nach Afghanistan und Pakistan zu exportieren. Die Gesamtlänge der Leitungen beträgt 1.387 Kilometer, die Gesamtkosten belaufen sich auf über 1,6 Milliarden US-Dollar (51,4 Milliarden Euro), finanziert von mehreren internationalen Institutionen.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan hat 456 Kilometer Stromleitungen gebaut und das Umspannwerk Datka modernisiert, Tadschikistan 170 Kilometer. Die Arbeiten seien in beiden Ländern abgeschlossen, <a href="https://www.mewr.tj/?p=4905">erklärte</a> Tadschikistans Energieminister Daler Dschumha. Der afghanische Teil des Projekts sei zu 70 Prozent fertiggestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Diskussionen zu dem Projekt begannen im Jahr 2006. CASA-1000 wurde 2014 von der Weltbank <a href="https://www.fergananews.com/news/22005">genehmigt</a> und 2016 offiziell <a href="https://www.mewr.tj/?p=199">gestartet</a>. Es handelt sich um die erste praktische Umsetzung der 2011 gestarteten Initiative „Central Asia South Asia Regional Electricity Market“ (<a href="https://www.casa-1000.org/Docs/4.%20Bishkek%20MoU%20ENG%20%28Signed%20Sep%2020%2C%202011%29.pdf">CASAREM</a>).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Interne Spannungen…</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan und Tadschikistan halten sich traditionell von großen Infrastrukturprojekten fern. Neben CASA-1000 gibt es das Regionale Straßenrekonstruktionsprojekt (CAREC) sowie den Bau der Wasserkraftwerke <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kambar-Ata-Talsperre">Kambarata-1 und 2</a> in Kirgistan und des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rogun-Staudamm">Rogun-Staudamms</a> in Tadschikistan. Beide geraten immer wieder aufgrund politischer oder ökologischer Streitigkeiten <a href="https://www.fergananews.com/news.php?id=16481">mit dem Nachbarn Usbekistan</a> ins Stocken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum sind solche Projekte in Tadschikistan und Kirgistan selten? Beide Länder stehen vor komplexen institutionellen Herausforderungen: Kirgistan hatte in den letzten zehn Jahren vier aufeinanderfolgende Präsident:innen, was die Stabilität und Kontinuität der öffentlichen Politik untergraben hat. Tadschikistan seinerseits arbeitet daran, die Transparenz und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Governance">Governance</a> seiner Institutionen zu stärken, doch die Fortschritte bleiben schleppend. Beide Staaten haben zudem mit einem geringen Staatshaushalt zu kämpfen, der ihre Investitionsmöglichkeiten in Infrastrukturprojekte einschränkt und sie stark von internationaler Hilfe abhängig macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-ferganatal-gipfel-von-chudschand-eine-historische-premiere/"><strong>Der „Ferganatal-Gipfel“ von Chudschand: eine historische Premiere</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen Spannungen um die gemeinsame Grenze, die die Beziehungen lange belastet haben. Erst im März 2025 wurde ein <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/grenzen-wieder-offen-kirgistan-und-tadschikistan-besiegeln-historisches-abkommen/">Grenzabkommen</a> zwischen Kirgistan und Tadschikistan unterzeichnet – ein wichtiger Schritt zur Normalisierung der Beziehungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich muss die umfangreiche, aus der Sowjetzeit übernommene Infrastruktur modernisiert und verbessert werden, um den aktuellen technischen und ökologischen Standards zu entsprechen. Trotz des vielversprechenden Wasserkraftpotenzials bestehen weiterhin Herausforderungen bei der Bewirtschaftung der Reservoirs, bei der Logistik und durch saisonale Schwankungen, die die Stabilität der Energieproduktion beeinträchtigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>… und externe Faktoren</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Projekte in Zentralasien werden zunehmend von der regionalen Geopolitik beeinflusst. CASA-1000 erlebte Phasen der Stagnation, nicht nur aufgrund interner Herausforderungen der beteiligten Länder, sondern auch aufgrund der Positionen und Interessen der Nachbarstaaten. Insbesondere Usbekistan stand dem Projekt während der Herrschaft seines isolationistischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karimov</a> lange Zeit ablehnend gegenüber. Tadschikistan plant den Export erheblicher Strommengen aus dem gigantischen Rogun-Wasserkraftwerk, das sich derzeit im Bau befindet und am <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a> – einem Quellfluss des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> – liegt. Taschkent befürchtet jedoch, dass der Staudamm nach seiner Inbetriebnahme den Wasserstand des größten Flusses Zentralasiens drastisch senken wird, was für die Landwirtschaft von entscheidender Bedeutung wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-aendert-seine-position-in-bezug-auf-das-energieprojekt-casa-1000/"><strong>Usbekistan ändert seine Position in Bezug auf das Energieprojekt CASA-1000</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Turkmenistan hingegen zeigte kein Interesse an regionalen Projekten und konzentrierte sich auf die Entwicklung seines Gassektors, während es politisch neutral blieb. Die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im Jahr 2021 führte zu zusätzlichen Unsicherheiten, insbesondere im Hinblick auf CASA-1000, und in der Folge zu einer <a href="https://rus.azattyk.org/a/32856510.html">vorübergehenden Aussetzung</a> der Finanzierung durch die Weltbank. Dank eines konstruktiven Dialogs zwischen den Beteiligten und der Einrichtung geeigneter Überwachungsmechanismen konnte die Finanzierung 2024 wieder aufgenommen und das Projekt fortgesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Internationale Institutionen und Programme mit Fokus auf nachhaltiger Entwicklung haben maßgeblich zur Weiterentwicklung von CASA-1000 beigetragen. Internationale Finanzinstitutionen wie die Weltbank, die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Entwicklungsbank">Islamische Entwicklungsbank</a> und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Europäische_Bank_für_Wiederaufbau_und_Entwicklung">EBWE</a> stellen die Finanzierung und überwachen die Umsetzung des Projekts. Somit stellen sie sicher, dass diese internationalen Standards entspricht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Lokale Strukturen stärken</strong> </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf lokaler Ebene wurden Unterstützungsprogramme für die örtlichen Gemeinden entwickelt, um die positive Wirkung des Projekts zu maximieren. In Kirgistan spielte die Agentur für Gemeindeentwicklung und -investitionen (ARIS) eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des <a href="https://www.aris.kg/projects/proektyprogrammy-aris/proekt-podderzhki-mestnyh-soobschestv-ppms-casa-1000-i-dopolnitelnoe-finansirovanie-dlya-ppms?lang=ru">Community Support Project (CSP)</a> im Rahmen von CASA-1000. CSP stellt ein ergänzendes Programm zum Aufbau lokaler Kapazitäten und zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur dar. Das Programm umfasste 77 Orte im Süden des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan wiederum verfolgt einen <a href="https://asiaplustj.info/en/news/tajikistan/society/20200415/tajikistan-ratifies-agreements-on-supporting-families-living-in-casa-1000-project-area">ähnlichen Ansatz</a>: Ein vom nationalen Energieunternehmen Barqi Tojik koordiniertes und mit Unterstützung des Nationalen Sozialinvestitionsfonds umgesetztes Projekt zielt auf rund 60 Dörfer entlang der Route ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/energieprojekt-casa-1000-mehr-politik-als-wirtschaft/"><strong>Energieprojekt CASA-1000 – mehr Politik als Wirtschaft</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Beispiele zeigen, dass der Erfolg großer Infrastrukturprojekte nicht nur von der internationalen Zusammenarbeit abhängt, sondern auch von der Fähigkeit nationaler Institutionen, ein inklusives, dezentrales und sozial verantwortliches Management sicherzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CASA-1000 ist mehr als nur ein Energieprojekt. Es zeigt auch, wie Kirgistan und Tadschikistan Instabilität bewältigen und sich aktiv für eine nachhaltige regionale Zusammenarbeit engagieren können. Dank der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und gezielter institutioneller Hilfe setzt dieses Projekt neue Maßstäbe für die Beteiligung kleiner zentralasiatischer Staaten an groß angelegten grenzüberschreitenden Initiativen. Nun gilt es, Lehren zu ziehen und Chancen zu nutzen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Olga Vishnevskaia für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/casa-1000-un-projet-qui-survit-grace-a-laide-internationale/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/projekt-casa-1000-ueberleben-dank-internationaler-hilfe/">Projekt CASA-1000: Überleben dank internationaler Hilfe</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/projekt-casa-1000-ueberleben-dank-internationaler-hilfe/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bischkek: Pogrome gegen ausländische Studenten</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/bischkek-pogrome-gegen-auslaendische-studenten/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/bischkek-pogrome-gegen-auslaendische-studenten/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Zoé Toulouse]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 May 2024 09:26:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bangladesch]]></category>
		<category><![CDATA[Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdenfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Pogrom]]></category>
		<category><![CDATA[Unruhen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=39426</guid>

					<description><![CDATA[<p>In der Nacht vom 17. auf den 18. Mai kam es in Bischkek zu gewaltt&#xE4;tigen Pogromen gegen s&#xFC;dasiatische Studenten und Arbeiter. Zuvor wurde ein Video in den sozialen Medien ver&#xF6;ffentlicht, das eine Auseinandersetzung zwischen Kirgisen und Ausl&#xE4;ndern zeigt. In der Nacht vom 17. auf den 18. Mai ist es in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek zu [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/bischkek-pogrome-gegen-auslaendische-studenten/">Bischkek: Pogrome gegen ausländische Studenten</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In der Nacht vom 17. auf den 18. Mai kam es in Bischkek zu gewalttätigen Pogromen gegen südasiatische Studenten und Arbeiter. Zuvor wurde ein Video in den sozialen Medien veröffentlicht, das eine Auseinandersetzung zwischen Kirgisen und Ausländern zeigt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Nacht vom 17. auf den 18. Mai ist es in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek zu Angriffen auf Ausländer, insbesondere aus Südasien, gekommen. Auslöser war nach Angaben des kirgisischen Nachrichtenportals Kloop ein in sozialen Netzwerken verbreitetes Video. Es zeigt, wie Männer, die als südasiatische Studenten identifiziert wurden, am 13. Mai im Hof ​​ihres Wohnheims einen kirgisischen Mann schlugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Video ging viral und löste bei einigen Kirgisen Empörung aus, da sie den Vorfall als „Demütigung für ihr Land“ empfanden, berichtet <a href="https://eurasianet.org/kyrgyzstan-hundreds-of-pakistani-students-flee-after-weekend-melee">Eurasianet</a>. Nach Angaben von <a href="https://kloop.kg/blog/2024/05/18/v-bishkeke-proizoshla-draka-i-pogromy-chto-izvestno/">Kloop</a> berichteten verschiedene Seiten in den sozialen Medien über den Tod einer an der Schlägerei beteiligten Person, was von der Polizei jedoch dementiert wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 20. Mai meldete sich das kirgisische Innenministerium in einer <a href="https://www.instagram.com/p/C7JTC0wrMWT/?utm_source=ig_web_copy_link&amp;igsh=MzRlODBiNWFlZA%3D%3D">Pressemitteilung</a> zu Wort und beschrieb den Kontext, in dem das Video gedreht wurde: Nachdem die ausländischen Studenten draußen belästigt worden waren, kehrten sie in ihr Wohnheim zurück. Die Angreifer folgten ihnen dorthin, durchsuchten die Wohnung der Ausländer und stahlen einige Habseligkeiten. Als sie die Schlafsäle für Frauen betraten, schlugen die ausländischen Studenten auf die Angreifer ein.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Sich ausweitende Unruhen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings waren die Bilder bereits anders interpretiert worden. Infolge des Vorfalls versammelten sich am 17. Mai etwa 100 Menschen in der Nähe der Unterkunft und forderten Gerechtigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Menge zu beruhigen, nahm die Polizei drei beteiligte Ausländer fest und leitete Ermittlungen wegen Rowdytums ein. Das Innenministerium veröffentlichte sogar ein Video, in dem sich die Männer – Ägypter und keine Südasiaten – beim kirgisischen Volk entschuldigten und versprachen, ihren Teil der Verantwortung für die Gewalt zu übernehmen.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Festnahmen konnten die Menge jedoch nicht beruhigen und es kam zu Straßenblockaden, die die Polizei aufzulösen versuchte. Trotz der Festnahme von etwa einem Dutzend Demonstranten wuchs die Menge auf etwa 300 Personen und es kam zu weiteren 50 Festnahmen. Gegen ein Uhr morgens wurden die Wohnheime mit Steinen beworfen und mehrere ausländische Studenten wurden geschlagen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Menge zerstreut sich im Morgengrauen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Randalierer, hauptsächlich junge Männer, forderten über soziale Medien die ganze Nacht über andere Personen auf, sich ihnen anzuschließen. Laut <a href="https://kaktus.media/doc/501545_incident_s_inostrannymi_stydentami_v_bishkeke._glavnoe_k_polydnu_sybboty.html">Kaktus Media</a> hatten sich gegen drei Uhr morgens bereits rund 1.000 Menschen im Stadtzentrum versammelt. Die Polizei wandte sich an die Demonstrierenden und der Leiter der Hauptabteilung, Azamat Toktonalijew, versprach, dass alle Verantwortlichen vor Gericht gestellt würden. Gegen fünf Uhr morgens löste sich die Menge schließlich auf. Die überforderte Polizei wurde dabei von einem angesehenen Influencer unterstützt, der seine Autorität nutzte, um die Menge zu überzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><strong> </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/razzien-in-bischkek-wenn-die-polizei-zur-party-kommt/"><strong>Razzien in Bischkek: Wenn die Polizei zur Party kommt</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.rferl.org/a/32953832.html">Radio Free Europe</a> beschreibt die Unruhen als die schlimmsten in Bischkek seit jenen nach der Wahl 2020, die den derzeitigen Präsidenten <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sadyr-dschaparow-der-volksfluesterer/?noredirect=de-DE">Sadyr Dschaparow</a> an die Macht brachten. Die Ohnmacht der Polizei angesichts der Ereignisse gäbe Anlass zur Sorge.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mehr als vierzig Verletzte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut <a href="https://eurasianet.org/kyrgyzstan-hundreds-of-pakistani-students-flee-after-weekend-melee">Eurasianet</a> haben nach den Ereignissen vom 17. Mai insgesamt 41 Ausländer um medizinische Hilfe gebeten, 11 von ihnen befanden sich am 20. Mai noch in Krankenhäusern in Bischkek. Die pakistanische Botschaft in Kirgistan <a href="https://kloop.kg/blog/2024/05/18/tashiev-zayavil-chto-vlasti-usilyat-borbu-s-nelegalnoj-migratsiej/">erklärte</a>, dass in der Nacht der Unruhen 14 pakistanische Studenten verletzt worden seien. Berichte über Todesfälle pakistanischer Staatsbürger wurden von der diplomatischen Vertretung dementiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Opfer erhielten Besuch vom Gesundheitsminister Alymkadyr Bejschenalijew. Ihm zufolge werden die ausländischen Studierenden auf Anordnung des Präsidenten kostenlos behandelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Forderungen zur Einwanderung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Demonstranten dafür protestierten, dass die am 13. Mai gefilmten Ausländer vor Gericht gestellt werden, wurden auch Forderungen nach einem Ende der Arbeitsmigration aus Indien, Pakistan und Bangladesch laut, erklärt <a href="https://www.rferl.org/a/32953832.html">Radio Free Europe</a>. In den letzten Jahren sind Tausende Staatsangehörige dieser Länder nach Kirgistan gekommen, um zu studieren oder zu arbeiten. Gleichzeitig haben Hunderttausende Kirgisen das Land auf der Suche nach Arbeit verlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-moskauer-traum/">Der Moskauer Traum</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das ist ein neues Phänomen. Sie sind fast überall, diese Migranten. Im Taxi, in Autowaschanlagen, als Kurier bei Essenslieferdiensten. Sie sind bereit, für 300 Dollar zu arbeiten und zu leben“</em>, erklärte Edil Bajsalow, stellvertretender Minister für soziale Angelegenheiten, in einem Interview mit <a href="https://theins.ru/news/271675">The Insider</a>. <em>„Selbstverständlich schieben wir diejenigen ohne Umschweife ab, die gegen das Gesetz und die Visabestimmungen verstoßen […] Wir wollen vor allem Arbeitsplätze für unsere Bürger schaffen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Geheimdienstchef <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kamtschibek_Taschijew">Kamtschybek Taschjew</a> sagte, die Forderungen der Demonstranten seien <em>„bis zu einem gewissen Grad berechtigt“</em>. Unter Berufung auf offizielle Statistiken sagte er, dass die meisten Verstöße gegen das Migrationsgesetz von Staatsbürgern Pakistans und Bangladeschs begangen worden seien. Ihm zufolge gibt es in Kirgistan insgesamt rund 5.000 illegale Migrierte, darunter 1.360 aus Pakistan und 1.300 aus Bangladesch.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine komplizierte Situation für ausländische Arbeitnehmer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Pogrome sind somit nur Ausdruck einer bereits vorhandenen Fremdenfeindlichkeit. Zwei Tage vor den Ereignissen gab die Polizei bekannt, dass Lieferdienste, die 400 vor allem aus Pakistan stammende, ausländische Studenten beschäftigt hatten, <a href="https://www.rferl.org/a/pakistani-students-kyrgyzstan-attacks/32957472.html">aus Gründen der Verkehrssicherheit</a> geschlossen worden seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am selben Tag verhaftete das Staatliche Komitee für nationale Sicherheit [der Inlandsgeheimdienst Kirgistans, Anm. d. Ü.] 28 pakistanische Staatsangehörige wegen „illegaler Arbeit“ in einer Nähwerkstatt in Bischkek.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Abgeschobene Ausländer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Morgen des 21. Mai seien bereits mehr als 1.200 Pakistanis mit speziell gecharterten Flügen in ihre Heimat zurückgekehrt, berichtet <a href="https://www.rferl.org/a/pakistani-students-kyrgyzstan-attacks/32957472.html">Radio Free Europe</a>. Von Bischkek aus seien Flugzeuge nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamabad">Islamabad</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lahore">Lahore</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peschawar">Peschawar</a> gestartet. Die Botschaften Pakistans und Indiens haben ihren Bürgern geraten, das Land nur dann zu verlassen, wenn dies notwendig sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am selben Tag <a href="https://www.azattyk.org/a/32957321.html">teilte das kirgisische Außenministerium mit</a>, dass der pakistanische Außenminister Muhammad Ishaq Dar Kirgistan besuchen und sich mit Beamten treffen werde, um die Situation der pakistanischen Studenten in Bischkek zu besprechen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Angst um den Ruf des Landes</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die kirgisischen Behörden versuchen, die Spannungen zu entschärfen und ausländische Studierende zu beruhigen. Präsident Dschaparow hielt am 20. Mai eine <a href="https://www.facebook.com/askat.alagozov/videos/644578574534459/">Rede</a>, in der er erklärte, dass <em>„alle Täter der Angriffe auf ausländische Studenten bestraft werden. […] Es ist uns gelungen, einen Rechtsstaat aufzubauen. Deshalb werden wir die Ordnung aufrechterhalten.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kirgistan-verabschiedet-gesetz-ueber-auslaendische-vertreter/"><strong>Kirgistan verabschiedet Gesetz über „ausländische Vertreter“</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Edil Bajsalow <a href="https://www.gov.kg/ru/post/s/24224-minkab-toragasynyn-orun-basary-edil-baisalov-pakistandan-kelgen-studentterdin-zatakanasyna-bardy">besuchte</a> das angegriffene Wohnheim, entschuldigte sich bei den Studenten und gab ihnen eine Sicherheitsgarantie. <em>„Eure Eltern und Angehörigen müssen wissen, dass in Kirgistan keine Gefahr für euch besteht und dass die Behörden die volle Verantwortung für euer Wohlergehen tragen. Die Ereignisse einer Nacht spiegeln nicht die Haltung unseres Volkes euch gegenüber wider“</em>, sagte der stellvertretende Minister.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Journalist <a href="https://www.rferl.org/a/32953832.html">Chris Rickleton</a> erinnert jedoch an die Verhaftung des Publizisten Olschobaj Schakir, der im Mai zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt wurde, nachdem er die Übergabe in Kirgistan gelegener Kurobjekte an Usbekistan kritisiert hatte. Er wurde wegen „Aufrufs zu Unruhen“ verurteilt und es ist zu bezweifeln, dass die Menschen, die in der Nacht des 18. Mai tatsächlich zu Ausschreitungen aufgerufen haben, eine derart harte Strafe erhalten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Zoé Toulouse für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/a-bichkek-des-pogroms-ont-vise-des-etudiants-etrangers/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/bischkek-pogrome-gegen-auslaendische-studenten/">Bischkek: Pogrome gegen ausländische Studenten</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/bischkek-pogrome-gegen-auslaendische-studenten/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Transafghanische Eisenbahn: Neuer Schwung und alte Probleme</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/transafghanische-eisenbahn-neuer-schwung-und-alte-problem/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/transafghanische-eisenbahn-neuer-schwung-und-alte-problem/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Aug 2023 08:12:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Eisenbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Transafghanische Eisenbahn]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=34256</guid>

					<description><![CDATA[<p>F&#xFC;hrende Politiker aus Usbekistan, Afghanistan und Pakistan haben eine neue Roadmap zur Einrichtung einer Eisenbahnverbindung Termiz &#x2013; Masar-i Scharif &#x2013; Peshawar unterzeichnet. Das Projekt w&#xFC;rde den beteiligten Staaten erm&#xF6;glichen, ihre wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Doch interne Probleme in den L&#xE4;ndern legen dem Projekt Steine in den Weg. Obwohl das Projekt der Transafghanischen Eisenbahn f&#xFC;r alle Beteiligten [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/transafghanische-eisenbahn-neuer-schwung-und-alte-problem/">Transafghanische Eisenbahn: Neuer Schwung und alte Probleme</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Führende Politiker aus Usbekistan, Afghanistan und Pakistan haben eine neue Roadmap zur Einrichtung einer Eisenbahnverbindung Termiz – Masar-i Scharif – Peshawar unterzeichnet. Das Projekt würde den beteiligten Staaten ermöglichen, ihre wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Doch interne Probleme in den Ländern legen dem Projekt Steine in den Weg.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl das Projekt der Transafghanischen Eisenbahn für alle Beteiligten vielversprechend erscheint, kommt es nur mühsam voran. Am 18. Juli haben nun Vertreter Usbekistans, Pakistans und Afghanistans in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ein neues Protokoll zu Errichtung der Linie unterzeichnet. Wie die russische Nachrichtenagentur <a href="https://tass.ru/ekonomika/18305659">TASS</a><a></a><a></a> berichtet, wird die geplante Trasse dabei geändert. Die gemeinsame Unterzeichnung zeugt einerseits von neuem Schwung für das Projekt, führt aber andererseits auch zu dessen Verlangsamung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bau einer Eisenbahnverbindung zwischen Usbekistan und Afghanistan steht seit mehreren Jahren auf der politischen Agenda. Laut <a href="https://www.spot.uz/ru/2023/02/10/hayraton-resume/">Spot.uz</a> profitiert die an der Grenze zu Usbekistan gelegene afghanische Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hairatan">Hairatan</a> seit 2010 vom Bau einer Eisenbahnstrecke, die sie mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Masar-e_Scharif">Masar-i Scharif</a> verbindet.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch ist Hairatan heute ein wichtiger Ort für den Warenverkehr zwischen den beiden Staaten. Das Projekt der Linie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Termiz">Termiz</a> – Masar-i Scharif – Kabul – <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peschawar">Peshawar</a>, das die durch die Eisenbahnverbindung ausgelöste wirtschaftliche Entwicklung unterstreicht, nahm nach Angaben von <a href="https://eurasianet.org/uzbekistan-hosts-hq-for-trans-afghan-train-project">Eurasianet</a> in den folgenden Jahren Gestalt an.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine vielversprechende Verbindung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich trafen sich <a href="https://railway.uz/ru/informatsionnaya_sluzhba/novosti/12598/">im Dezember 2018</a> die Leiter der nationalen Eisenbahngesellschaften Afghanistans, Kasachstans, Pakistans, Russlands und Usbekistans mit dem Ziel, einen Aktionsplan und eine Finanzierung für das transafghanische Streckenprojekt festzulegen. Ein Aufruf mit der Bitte um finanzielle Unterstützung für das Projekt wurde unter anderem an die Weltbank und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asiatische_Entwicklungsbank">Asiatische Entwicklungsbank</a> gerichtet. Nach Angaben der usbekischen Onlinezeitung <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2021/02/08/trans-afghan-railway/">Gazeta.uz</a> wurde der Plan für eine transafghanische Linie im Februar 2021 mit der Unterzeichnung einer ersten Roadmap durch Usbekistan, Pakistan und Afghanistan verwirklicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/usbekistan-und-afghanistan-verlaengern-vertrag-ueber-stromexport/">Usbekistan und Afghanistan verlängern Vertrag über Stromexport</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut TASS werden die Kosten für den Bau der Strecke auf 6 Milliarden US-Dollar (5,4 Milliarden Euro) geschätzt. Nach der neuesten Version des Projekts soll es im Jahr 2027 in Betrieb gehen, die Lieferzeit von Gütern zwischen Usbekistan und Pakistan um fünf Tage verkürzen, die Kosten für den Gütertransport um 40 Prozent senken und bis 2030 den Transport von Gütern im Umfang von bis zu 15.000 Tonnen pro Jahr ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Binnenstaaten Afghanistan und Usbekistan würde der Zugang zu pakistanischen Häfen und somit zu den Schifffahrtsrouten im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Arabisches_Meer">Arabischen Meer</a> den Export von Waren in Länder des Nahen Ostens und Südostasiens ermöglichen. Für die verschiedenen Beteiligten steht daher viel auf dem Spiel.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Machtübernahme durch die Taliban erschwert das Projekt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl ursprünglich geplant war, mit dem Bau der Strecke im Herbst 2021 zu beginnen, ließen die politischen Umstände dies nicht zu. Die <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-bewahrt-angesichts-der-machtuebernahme-der-taliban-die-ruhe/">Machtübernahme durch die Taliban</a> in Afghanistan am 15. August 2021 destabilisierte die regionalen Beziehungen, die Vereinten Nationen verhängten Sanktionen gegen das Land. Damit das Projekt umgesetzt werden kann, wurden Anfang 2022 erneut Vereinbarungen mit der Taliban-Regierung getroffen, berichtet <a href="https://fergana.media/news/124790/">Fergana News</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan hat beschlossen, seine Beziehungen zum Nachbarn zu normalisieren. Im Dezember 2021 vereinbarten <a href="https://en.m.wikipedia.org/wiki/Amir_Khan_Muttaqi">Amir Khan Muttaqi</a>, Außenminister der Taliban-Regierung, und Usbekistans Verkehrsminister Ilhom Maxkamov, dass die Bauarbeiten an der Transafghanischen Eisenbahn im Frühjahr 2022 beginnen sollten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Politische Unruhen in Pakistan: eine vorübergehende Bremse</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im März 2022 sprach Usbekistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> während seiner Reise nach Pakistan über die Herausforderungen des Projekts. <em>„Die Eisenbahn Termiz – Masar-i Scharif – Kabul – Peshawar ist unsere gemeinsame Zukunft. Wenn der Bau dieser Strecke abgeschlossen ist, werden wir den nächstgelegenen, günstigsten und sichersten Korridor schaffen, der Pakistan mit Zentralasien und Usbekistan mit den Häfen von </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karatschi"><em>Karatschi</em></a><em>, </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gwadar"><em>Gwadar</em></a><em> und </em><a href="https://en.m.wikipedia.org/wiki/Port_Qasim"><em>Qasim</em></a><em> verbindet. Diese Eisenbahn wird das Gesicht unserer Regionen völlig verändern“</em>, <a href="https://president.uz/ru/lists/view/5026">erklärte</a> der Präsident.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch wird das Projekt erneut durch interne politische Unwägbarkeiten behindert, als im April 2022 ein Misstrauensantrag die pakistanische Regierung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Imran_Khan">Imran Khan</a> stürzt. Die Verhandlungen zum Projekt müssten neu geführt werden, da die neue Regierung eine neue Bremse für den Bauprozess darstelle, erläuterte damals <a href="https://fergana.media/articles/125681/">Fergana News</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/tapi-pipeline-pakistan-erhoeht-den-druck-auf-turkmenistan/">TAPI-Pipeline: Pakistan erhöht den Druck auf Turkmenistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Um eine enge Zusammenarbeit zwischen den drei Ländern zu gewährleisten, wurde im Mai dieses Jahres in Taschkent ein Projektkoordinationsbüro eingerichtet. <em>„Die Eröffnung eines Projektbüros in Taschkent wird es den Spezialisten ermöglichen, sich durch persönliche Treffen effizienter zu organisieren“</em>, <a href="https://www.railway.uz/uz/informatsionnaya_sluzhba/novosti/33876/">sagte</a> Baht-ur-Rehman Sharafat, der Leiter der afghanischen Eisenbahnbehörde, während der Zeremonie. Schließlich wurde am 18. Juli das Bauprotokoll unterzeichnet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Herausforderungen bleiben bestehen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während einige Finanzinstitute den Bau zunächst unterstützen wollten, änderte die Machtübernahme der Taliban die Situation. Noch im Mai 2021 bekräftigte die Weltbank ihre Bereitschaft, das Eisenbahnprojekt Masar-i Scharif – Kabul – Peschawar zu unterstützen und andere internationale Finanzinstitutionen anzuziehen, berichtete damals <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2021/05/18/railway-wb/">Gazeta.uz</a>. Die Rückkehr der Taliban stellt diese Finanzvereinbarung jedoch weitgehend in Frage, wie das afghanischen Nachrichtenportal <a href="https://8am.media/eng/afghanistan-trans-project-faces-challenges-following-taliban-takeover/">Hasht-e Subh</a> erklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der finanziellen Frage gibt es noch die operative Frage des Projekts, da dieses durch die chronische Instabilität Afghanistans bedroht wird. <em>„Seit der Machtübernahme der Taliban wurden die meisten Menschen, die in die Leitung und andere Abteilungen der Eisenbahnverwaltung eingestellt oder versetzt wurden, in Religionsschulen ausgebildet. Für die Planung, den Bau und den Betrieb dieses Großprojekts werden jedoch professionell ausgebildete und erfahrene Mitarbeiter benötigt“</em>, erläutert Hasht-e Subh. Die betroffenen Staaten und insbesondere Afghanistan müssen die Zuverlässigkeit der Strecke sicherstellen, indem sie lokale Arbeitskräfte für den Bau und die Instandhaltung der Eisenbahnstrecke ausbilden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/russland-engagiert-sich-fuer-eisenbahnkorridor-china-kirgistan-usbekistan/">Russland engagiert sich für Eisenbahnkorridor China – Kirgistan – Usbekistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zweites technisches Hindernis ist die Spurweite, da nicht in allen beteiligten Ländern gleiche Standards gelten. Die Eisenbahnstrecke in Afghanistan werde mit der russischen Spurweite von 1.520 Millimetern gebaut, um problemlos an das usbekische Netz angeschlossen werden zu können, welches ebenfalls diese Spurweite nutzt, erläutert das russische Medium <a href="https://vgudok.com/lenta/rossiya-vozvrashchaetsya-v-afganistan-rzhd-nacelilis-na-uchastie-v-realizacii-proekta">Vgudok</a>. Allerdings ist an der Grenze zu Pakistan eine Umspurung nötig, da dort die Spurweite 1.676 Millimeter beträgt. Die Züge müssen daher an der Grenze mehrere Stunden halten, was den Prozess zeit- und kostenintensiver macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Projekt der Transafghanischen Eisenbahn stößt immer noch auf Schwierigkeiten. Das Treffen der drei Staaten verleiht ihm jedoch neuen Schwung.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Alexandra Rappeneau, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/nouvel-elan-projet-ferroviaire-transafghan/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/transafghanische-eisenbahn-neuer-schwung-und-alte-problem/">Transafghanische Eisenbahn: Neuer Schwung und alte Probleme</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/transafghanische-eisenbahn-neuer-schwung-und-alte-problem/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Turkmenistan liefert Gas durch afghanisches Territorium nach Pakistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/turkmenistan-liefert-gas-durch-afghanisches-territorium-nach-pakistan/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/turkmenistan-liefert-gas-durch-afghanisches-territorium-nach-pakistan/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Markus Niedobitek]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 May 2023 14:41:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Gas]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Pipeline]]></category>
		<category><![CDATA[TAPI]]></category>
		<category><![CDATA[Transit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=33239</guid>

					<description><![CDATA[<p>In Zentralasien bestehen zahlreiche Initiativen zur Errichtung von Stra&#xDF;en oder Gaspipelines, doch viele davon sind in die Jahre gekommen oder gar nicht erst fertiggestellt worden. Dass Gas von Turkmenistan nach Pakistan geliefert werden soll, ist von besonderem Interesse, da die Route durch Afghanistan f&#xFC;hrt. Am 28. April dieses Jahres lieferte Turkmenistan Gas nach Pakistan &#xFC;ber [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/turkmenistan-liefert-gas-durch-afghanisches-territorium-nach-pakistan/">Turkmenistan liefert Gas durch afghanisches Territorium nach Pakistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Zentralasien bestehen zahlreiche Initiativen zur Errichtung von Straßen oder Gaspipelines, doch viele davon sind in die Jahre gekommen oder gar nicht erst fertiggestellt worden. Dass Gas von Turkmenistan nach Pakistan geliefert werden soll, ist von besonderem Interesse, da die Route durch Afghanistan führt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 28. April dieses Jahres lieferte Turkmenistan Gas nach Pakistan über afghanisches Territorium, wie das afghanische Medium <a href="https://tolonews.com/business-183175">Tolo News berichtet</a>. Das Gas wurde über die Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kandahar_(Provinz)">Kandahar</a> geliefert, die an Pakistan grenzt. Die Lieferung erfolgte auf eine Anfrage Pakistans im Dezember 2022, als das Land unter akutem Gasmangel litt. Aufgrund des weltweiten Preisanstiegs hoffte Islamabad darauf, einen Partner mit günstigeren Preisen zu finden, <a href="https://www.newscentralasia.net/2022/12/08/turkmenskiy-szhizhennyy-gaz-mozhet-eksportirovatsya-v-pakistan-cherez-afganistan/">erklärt News Central Asia</a>. Nach den Verzögerungen beim <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Pipeline">Gaspipelineprojekt Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Indien (kurz TAPI)</a> zeigt die Gaslieferung das weiterhin vorhandene Interesse an der Nutzung der Strecke, markiert jedoch keinen Meilenstein im Bau des TAPI.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Wiedererstarktes Interesse an Turkmenistan</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Der Krieg gegen die Ukraine hat bei Turkmenistan wie auch anderen zentralasiatischen Ländern die Überzeugung verstärkt, die eigenen Partner zu diversifizieren und nicht zu sehr von Russland abhängig zu sein, um nicht von westlichen Sanktionen betroffen zu sein. Dies steht in Einklang mit dem russischen Bestreben, möglichst viele Alternativen zu finden, um den Verlust des europäischen Marktes auszugleichen. Aus diesem Grund hofft Moskau, sein Gas über Turkmenistan und Afghanistan bis nach Pakistan zu transportieren. Daher besuchte im Januar ein russischer Sondergesandter Kabul, um das TAPI-Projekt wieder in Gang zu bringen, <a href="https://energy.economictimes.indiatimes.com/news/oil-and-gas/russia-hints-headway-in-tapi-gas-pipeline-project-after-putin-key-aide-visits-kabul/97169455?redirect=1">erklärt das indische Medium Energy World</a>.</p>



<p class="has-primary-800-color has-accent-500-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph">A<strong>ls vereinsgetragene, <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängige</a> Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! Durch jede noch so kleine <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Turkmenistan sieht sämtliche Initiativen mit Pakistan in positivem Licht: Das Land ist ein interessanter Partner und könnte Aşgabat dabei behilflich sein, sich vorsichtig aus der Isolation zu begeben. <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/centralasia/20230501/turkmenistan-nachal-postavki-szhizhennogo-gaza-v-pakistan-cherez-afganistan">Laut Asia-Plus</a> ist ein großes Projekt geplant, das den Transport von 33 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr ermöglichen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem schaut das turkmenische Regime weiterhin auf den Iran, mit dem seit 2022 vermehrt Gespräche geführt werden – davon <a href="https://www.hronikatm.com/2023/02/iran-gas-transit/">berichtet das turkmenische Medium Chronicles of Turkmenistan</a>. Die besorgniserregende Situation in Afghanistan verleiht Teheran mehr Glaubwürdigkeit, da es daran interessiert ist, als Transitland zu fungieren. Doch aufgrund von Komplikationen zwischen dem Iran und Turkmenistan, die mit ausstehenden iranischen Zahlungen zusammenhängen, haben die Gespräche <a href="https://www.hronikatm.com/2023/02/iranian-tapi-alternative/">bislang kaum Erfolg</a>.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ungünstige Bedingungen für Projekte</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Für Afghanistan ist TAPI ein Glücksfall im Hinblick auf die Schaffung von Arbeitsplätzen, um die eigene Wirtschaft anzukurbeln. Daher ist die genannte Transit-auf großes Interesse gestoßen. Dennoch wurde das Projekt wegen der Machtergreifung der Taliban auf Eis gelegt. Obwohl Pakistan, Russland und Afghanistan interessiert zu sein scheinen und sich um die Wiederaufnahme des TAPI-Projekts bemühen, ist die Sicherheitslage nicht optimal: Es besteht weiterhin Unsicherheit hinsichtlich der Zuverlässigkeit des Projekts.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/asiatische-entwicklungsbank-zieht-sich-aus-der-tapi-pipeline-zurueck/">Asiatische Entwicklungsbank zieht sich aus der TAPI-Pipeline zurück</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus scheint sich die Initiative nicht für alle Beteiligten zu lohnen. Während die Abwesenheit Indiens bei jüngsten Gesprächen auffällt, erklärt Pakistan, dass man bereit sei, weiterzumachen, <a href="https://orient.tm/ru/post/46416/gazoprovod-tapi-pakistan-gotov-idti-vpered">berichtet das turkmenische Medium Orient</a>. Neu-Delhis Motivation, an diesem pharaonischen Projekt mitzuwirken, scheint zu sinken, da es für die Ökonomie des Landes keine große Bedeutung hat. Der Krieg in der Ukraine sorgt nämlich für widersprüchliche Tendenzen: Seit den westlichen Sanktionen erhält Indien russisches Gas zu niedrigen Kosten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher ist wahrscheinlich, dass die Gaslieferung Ende April eine Ausnahme bleibt und nicht die Tür für eine Wiederbelebung des TAPI-Projekts öffnet. Im Übrigen <a href="https://www.hronikatm.com/2023/05/tanker-gas-exports-to-pk/">stellt Chronicles of Turkmenistan fest</a>, dass die turkmenischen Medien nicht über den Beginn der Gasexporte nach Pakistan berichtet haben. Es scheint, dass die turkmenische Seite selbst am wenigsten interessiert daran ist, das TAPI-Projekt weiterzuführen, was mit der Verpflichtung zusammenhängt, 85% der Kosten für den Bau der Pipeline <a href="https://www.hronikatm.com/2022/11/ru-pk-gas-exports/">zu übernehmen</a>.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lucas Morvan, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/le-turkmenistan-livre-du-gaz-au-pakistan-en-traversant-le-territoire-afghan/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/turkmenistan-liefert-gas-durch-afghanisches-territorium-nach-pakistan/">Turkmenistan liefert Gas durch afghanisches Territorium nach Pakistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/turkmenistan-liefert-gas-durch-afghanisches-territorium-nach-pakistan/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Asiatische Entwicklungsbank zieht sich aus der TAPI-Pipeline zurück</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/asiatische-entwicklungsbank-zieht-sich-aus-der-tapi-pipeline-zurueck/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/asiatische-entwicklungsbank-zieht-sich-aus-der-tapi-pipeline-zurueck/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Zenon Bekdouche]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Mar 2022 16:13:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Gas]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Pipeline]]></category>
		<category><![CDATA[TAPI]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=29396</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Asiatische Entwicklungsbank, der gr&#xF6;&#xDF;te Geldgeber der TAPI-Pipeline, hat ihre Beteiligung an dem Projekt ausgesetzt. Die Institution erkl&#xE4;rte, ihre Aktivit&#xE4;ten in Bezug auf das Gasprojekt, das Turkmenistan mit Indien verbinden soll, werden dann wieder aufgenommen, wenn die Taliban-Regierung in Afghanistan von der UN-Generalversammlung international anerkannt sei. Ein weiterer R&#xFC;ckschlag f&#xFC;r das fast 30 Jahre alte [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/asiatische-entwicklungsbank-zieht-sich-aus-der-tapi-pipeline-zurueck/">Asiatische Entwicklungsbank zieht sich aus der TAPI-Pipeline zurück</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Asiatische Entwicklungsbank, der größte Geldgeber der TAPI-Pipeline, hat ihre Beteiligung an dem Projekt ausgesetzt. Die Institution erklärte, ihre Aktivitäten in Bezug auf das Gasprojekt, das Turkmenistan mit Indien verbinden soll, werden dann wieder aufgenommen, wenn die Taliban-Regierung in Afghanistan von der UN-Generalversammlung international anerkannt sei.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Rückschlag für das fast 30 Jahre alte Projekt: Am 8. März berichtete das pakistanische Medium <a href="https://www.thenews.com.pk/print/939687-dead-winds-for-tapi-as-adb-stops-work-till-recognition-of-taliban-regime">The News</a>, die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asiatische_Entwicklungsbank">Asiatische Entwicklungsbank</a> (ADB) habe ihre Aktivitäten im Zusammenhang mit dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Pipeline">TAPI-Pipelineprojekt</a> einstellt. Die ADB warte darauf, dass die afghanische Regierung von den Vereinten Nationen anerkannt wird, bevor sie das Projekt wieder aufnimmt, heißt es weiter. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die über 1600 Kilometer lange Gaspipeline, deren Name aus den Initialen von Turkmenistan, Afghanistan, Pakistan und Indien besteht, wurde 1995 gestartet. Sie soll es Turkmenistan ermöglichen, Erdgas nach Indien und Pakistan zu exportieren, wobei ein erheblicher Teil des Leitungsabschnitts durch afghanisches Hoheitsgebiet verläuft. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Am 10. März erhielt die afghanische Mediengruppe <a href="https://ariananews.af/adb-suspends-tapi-project-until-iea-gains-international-recognition/">Ariana News</a> eine offizielle Bestätigung von der ADB, die sich bislang nicht öffentlich dazu geäußert hat.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Berg von Schwierigkeiten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Dieser Rückschlag stellt also eine weitere Hürde für ein Projekt dar, das als Möglichkeit für Turkmenistan <a href="https://www.reuters.com/article/turkmenistan-pipeline-idUSL5N11L0RE20150915">beschrieben</a> wird, sich aus der Abhängigkeit von seinen Gasexporten nach China und Russland zu lösen. Das Projekt trifft jedoch schon seit seinem Start auf zahlreiche Schwierigkeiten. Auf afghanischer Seite war TAPI bereits vor dem Sturz der demokratisch gewählten Regierung im Jahr 1996 mit der chronischen Instabilität des Landes und den von den Taliban verursachten Unruhen konfrontiert. Die Taliban kämpften damals gegen die Zentralregierung und störten mehrfach den effektiven Start des Projekts, wie das US-Medium <a href="https://thediplomat.com/2020/01/more-tapi-delays-this-time-in-afghanistan/">The Diplomat</a> ausführte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts des militärischen Eingriffs einer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/International_Security_Assistance_Force">internationalen Koalition</a> unter Führung der Vereinigten Staaten in Afghanistan erlitt TAPI endgültig einen Fehlstart. Nach langwierigen Diskussionen begann der Bau der Pipeline hochoffiziell im Dezember 2015 [<a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/la-construction-du-pipeline-tapi-un-bluff-turkmene/">fr</a>], also mehr als 20 Jahre nach der Unterzeichnung des Memorandums. In der Zwischenzeit konnten sich die beteiligten Staaten im Dezember 2010 auf ein Rahmenabkommen und im Mai 2012 auf Kauf-/Verkaufsverträge einigen, wie das französische Finanzministerium [<a href="https://www.tresor.economie.gouv.fr/Articles/a4290df3-9fe2-4287-9c54-ed603e31c86c/files/3c54c2b6-7ded-488f-83c9-9d3cef898542">fr</a>] beschreibt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/tapi-pipeline-pakistan-erhoeht-den-druck-auf-turkmenistan/">TAPI-Pipeline: Pakistan erhöht den Druck auf Turkmenistan</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Baubeginn wurde unter anderem durch die Arbeit der ADB ermöglicht, die sich 2013 in das Projekt einbrachte und die Beteiligten bei der Gründung eines Joint Ventures [<a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/la-chine-prend-le-tapi-des-americains-depuis-le-turkmenistan/">fr</a>], der TAPI Pipeline Company Limited, unterstützte. Letztere sollte für den Bau der Pipeline zuständig sein. Offiziell <a href="https://www.adb.org/projects/52167-001/main">soll die ADB</a> mit mehr als einer Milliarde US-Dollar (910 Millionen Euro) zu den zum Start geplanten 7,6 Milliarden US-Dollar (6,9 Milliarden Euro) beitragen. Im März 2022 kam das Projekt aufgrund der Sicherheitslage in Afghanistan und der <a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/le-pakistan-met-la-pression-sur-le-turkmenistan-autour-du-projet-tapi/">Zurückhaltung Pakistans</a> ins Stocken. Die Taliban haben jedoch regelmäßig ihren Willen bekundet, das Projekt weiterzuentwickeln, zuletzt im Oktober 2021, wie die türkische Nachrichtenagentur <a href="https://www.aa.com.tr/en/asia-pacific/taliban-pledge-mega-gas-pipeline-projects-security-in-afghanistan/2407241">Anadolu</a> berichtet. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Taliban behaupten, die Arbeiten werden fortgesetzt </strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
Die Taliban bekräftigten am 10. März, dass TAPI mit oder ohne Unterstützung der Asiatischen Entwicklungsbank fortgesetzt werde. „<em>Die ADB ist wichtig für die Umsetzung des Projekts, aber das Projekt gehört Turkmenistan</em>“, sagte Abdul Rahman Habib, ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums, laut dem afghanischen Medium <a href="https://tolonews.com/afghanistan-177052">Tolo News</a>. Auch das pakistanische Außenministerium <a href="https://pakobserver.net/tapi-pipeline-to-resume-in-spring-mofa/">erklärte</a>, trotz des Ausstiegs der ADB sei eine Wiederaufnahme des Baus der Pipieline im Frühling 2022 erwartet.

</p>


			<div class="hp-newsletter col-span-3 lg:col-span-1 flex flex-col bg-primary-100 border-t-8 border-secondary-500 rounded-lg justify-center items-center lg:items-stretch px-6 py-6 gap-4 box-border">
			<div class="flex">
				<div class="enveloppe">
					<i class="far fa-envelope text-5xl text-secondary-300"></i>
				</div>
				<div class="formulaire_nl">
					<p>
						<span class="font-bold text-xl block">Ganz Zentralasien in deiner Mailbox</span>
						Abonniert unseren wöchentlichen Newsletter					</p>
					<form class="flex w-3/4 lg:w-full" action="https://us4.list-manage.com/subscribe?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&id=d479236523" method="post" id="mc-embedded-subscribe-form" name="mc-embedded-subscribe-form" class="validate" target="_blank" novalidate="">
						<input class="flex-grow py-2 px-3 border border-primary-300 rounded-l" type="email" placeholder="Email" name="EMAIL" id="mce-EMAIL">
						<button class="bg-secondary-500 py-2 px-3 text-white rounded-r-md border border-secondary-500" type="submit" value="" name="subscribe">Registrieren</button>
					</form>

					<a href="#" class="underline text-secondary-700">Entdeckt die neueste Ausgabe</a>
				</div>	
			</div>
		</div><!-- newsletter -->
		



<p class="wp-block-paragraph">

Diese Aussage ist im Zusammenhang mit der Bedeutung des Projekts für die afghanische Wirtschaft zu sehen. Wie Tolo News beschreibt, wird Afghanistan nur 5 Prozent des Projekts bezahlen. Bisher gibt es keine Berichte über eine Reaktion aus Aschgabat, so das turkmenische Medium <a href="https://www.hronikatm.com/2022/03/with-or-without-abd/">Hronika Turkmenistana</a>. Der Stand der Durchführung von TAPI war auch auf der <a href="https://www.mfa.gov.tm/ru/news/3089">Tagesordnung</a> von einem Treffen des turkmenischen Außenministers mit seinem pakistanischen Amtskollegen am 22. März.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Zenon Bekdouche
Redakteur für Novastan France</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von Florian Coppenrath</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/asiatische-entwicklungsbank-zieht-sich-aus-der-tapi-pipeline-zurueck/">Asiatische Entwicklungsbank zieht sich aus der TAPI-Pipeline zurück</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/asiatische-entwicklungsbank-zieht-sich-aus-der-tapi-pipeline-zurueck/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Indien – Der nächste Riese in Zentralasien?</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/indien-der-nachste-riese-in-zentralasien/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kirgistan/indien-der-nachste-riese-in-zentralasien/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Ciboulet]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Feb 2018 11:24:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Geopolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=12661</guid>

					<description><![CDATA[<p>In Zentralasien treffen diverse Kulturen, politische Territorien und kulturelle Einflussgebiete aufeinander. Heute wird die Region haupts&#xE4;chlich als russisches Schutzgebiet oder Sprungbrett f&#xFC;r die neue chinesische Seidenstra&#xDF;e wahrgenommen. Doch es gibt noch ein anderes Land mit historischen Verbindungen, das sich dort diskret aufstellt: Indien. Dass der indische Subkontinent schon immer in engem Kontakt mit Zentralasien war, [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/indien-der-nachste-riese-in-zentralasien/">Indien – Der nächste Riese in Zentralasien?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>In Zentralasien treffen diverse Kulturen, politische Territorien und kulturelle Einflussgebiete aufeinander. Heute wird die Region hauptsächlich als russisches Schutzgebiet oder Sprungbrett für die neue chinesische Seidenstraße wahrgenommen. Doch es gibt noch ein anderes Land mit historischen Verbindungen, das sich dort diskret aufstellt: Indien.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Dass der indische Subkontinent schon immer in engem Kontakt mit Zentralasien war, bestätigt schon ein kurzer Blick auf die gemeinsame religiöse Kultur: Der Buddhismus, ursprünglich eine indische Glaubensströmung, ist in Zentralasien weit verbreitet. In der Vergangenheit gab es hier viele einflussreiche Glaubensschulen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Vom Buddhismus zum Islam<br />
</strong>Als der chinesische Pilgermönch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xuanzang">Xuanzang</a> im 7. Jahrhundert aufbrach, um die ersten Texte des Buddhismus zu studieren, gelangte er über Samarkand und verschiedene Klöster auf dem Gebiet des heutigen Kirgistan und Usbekistan nach Indien. Er trug so maßgeblich zur Verbreitung des Buddhismus in China bei. Seine Reise wurde die Grundlage für den klassischen chinesischen Roman „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Reise_nach_Westen">Die Reise nach Westen</a>“.</p>
<p><figure id="attachment_12665" aria-describedby="caption-attachment-12665" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-12665" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image2-4.jpg" alt="Indien, Kirgistan, Diplomatie" width="800" height="630" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image2-4.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image2-4-300x236.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image2-4-768x605.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-12665" class="wp-caption-text">Narendra Modi mit dem ehemaligen kirgisischen Premierminister Temir Sariev.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">In beiden Regionen hat sich der Islam komplementär entwickelt: Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sultanat_von_Delhi">Sultanat Delhi</a>, erstes muslimisches Königreich Indiens, wurde von einem konvertierten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mamluken">Mamluken</a> gegründet. Der Gründervater der Dynastie des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mogulreich">Mogulreichs</a> (16. bis 19. Jahrhundert) war <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Babur">Babur</a>, ein Erbe <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Timur">Timurs</a>, der sein Reich von der Hauptstadt Samarkand aus gegründet hatte. Schließlich hatte der Sufi-Orden <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Naqschband%C4%ABya">Naqschbandīya</a> großen Erfolg im indischen Teil des Mogulreichs, da viele bedeutende Persönlichkeiten zu seinen Anhängern zählten, wie etwa der Großmogul <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aurangzeb">Aurangzeb</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sufismus-in-zentralasien/">Sufismus in Zentralasien</a></p>
<p style="text-align: justify">Noch heute haben muslimische Strömungen aus Südasien einen bestimmten Einfluss in Zentralasien. Der Politikwissenschaftler <a href="https://www.theglobalist.com/contributors/bayram-balci/">Bayram Balci</a> widmet diesem weitläufig unbekannten Thema in seinem <a href="http://www.hurstpublishers.com/book/islam-central-asia-caucasus-since-fall-soviet-union/">Buch</a> über den Islam in Zentralasien und dem Kaukasus seit dem Zerfall der Sowjetunion ein eigenes Kapitel. Dass etwa die Bewegungen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tablighi_Jamaat">Tablighi Jamaat</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmadiyya">Ahmadiyya</a> ursprünglich aus Indien kommen, vor allem aber in Kirgistan verankert sind, spielt bei der Erneuerung des Islam in den ehemaligen Sowjetregionen eine bedeutende Rolle.</p>
<p style="text-align: justify">Die Grenze zwischen den beiden Welten ist fließend und befindet sich in Afghanistan, das typischerweise manchmal Südasien (dem indischen Subkontinent), manchmal Zentralasien zugeordnet wird. Gemeinschaften beider Regionen leben dort: Südasiaten, wie Paschtunen oder Balutschen neben Zentralasiaten wie Tadschiken, Turkmenen und Kirgisen. Afghanistan ist eine Brücke zwischen den Welten: Die Verbindung Indiens mit Zentralasien verläuft über Kabul.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Laufende Projekte<br />
</strong>Eines der Leitprojekte, das die Regionen eng zusammenwachsen lässt, ist die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Pipeline">TAP</a> (Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Pipeline), deren Name Programm ist, denn sie wird über Afghanistan und Pakistan Turkmenistan mit Indien verbinden. Sie soll turkmenisches Erdgas aus dem Gasfeld <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Galkynysh_Gas_Field">Galkynysch</a> bis in die indische Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fazilka">Fazilka</a> im Bundesstaat <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Punjab_(Indien)">Punjab</a> an der indisch-pakistanischen Grenze liefern. Der Bau der Pipeline hat bereits 2015 begonnen und soll bis 2019 beendet werden.</p>
<p style="text-align: justify">Ein weiterer ambitionierter Plan wurde 2014 von Indien vorgelegt: Der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/North%E2%80%93South_Transport_Corridor">Nord-Süd Transport Korridor</a> (INSTC), dessen Ziel es ist, den Bau von Transportwegen in Süd- und Zentralasien, dem Kaukasus und Russland voranzutreiben. Während die ursprüngliche Absicht, Bombay und Moskau via Iran und Aserbaidschan zu verbinden, Zentralasien ausschloss, hat sich das Projekt nun weiterentwickelt: Indien möchte das Schienennetz zwischen Kasachstan, Turkmenistan und Iran nutzen, um seinen Einfluss schnell ausbauen zu können.</p>
<p><figure id="attachment_12666" aria-describedby="caption-attachment-12666" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-12666" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image3-2.jpg" alt="Indien, Turkmenistan, Diplomatie" width="800" height="564" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image3-2.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image3-2-300x212.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image3-2-768x541.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-12666" class="wp-caption-text">Der indische Premierminister in Aschgabat.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Gelder aus Neu Delhi fließen auch in den Ausbau des Hafens <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tschahbahar">Tschahbahar</a> am Golf von Oman im Iran, um eine Route zwischen dem afghanischen Eisenerzbergwerk <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Hajigak_mining_concession">Hadschigak</a> und dem Persischen Golf (mit einem Anschluss nach Indien) zu etablieren. Auf längere Sicht sind es also vor allem Waren oder Energie aus Zentralasien, die den Persischen Golf über den Iran und den Hafen von Tschahbahar erreichen werden. Der Nord-Süd Transport Korridor ermöglicht somit auch den Austausch zwischen Zentralasien und Indien.</p>
<p style="text-align: justify">Neu Delhi nähert sich dadurch gleichsam den Partnerländern des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ashgabat_agreement">Ashgabat agreement</a> (Turkmenistan, Kasachstan, Usbekistan, Iran und Oman) an, deren Ziel es ist, den Warentransport zwischen Zentralasien und dem Persischen Golf zu fördern. 2016 hat auch Pakistan dem Vertrag zugestimmt und Indien zeigt sich an einer Teilnahme sehr interessiert, um seine ohnehin schon vorhandenen Projekte in der Region zu stärken. Es sind vor allem diese Transportprojekte für Waren und Energie, mit denen sich Indien sehr aktiv in Zentralasien einbringt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Militärpräsenz in Tadschikistan<br />
</strong>Auch durch die Militärbasis im tadschikischen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Farkhor_Air_Base">Farchor</a> ist Indien in Zentralasien präsent. Durch ihre Nähe zur afghanischen Grenze hat sie das strategische Ziel, Pakistan einzukreisen, aber auch die Aktivitäten in Afghanistan zu kontrollieren und die Terrorgefahr zu mindern.</p>
<p><figure id="attachment_12667" aria-describedby="caption-attachment-12667" style="width: 758px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-12667" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image4-2.jpg" alt="Tadschikistan, Indien, Diplomatie" width="758" height="800" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image4-2.jpg 758w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image4-2-284x300.jpg 284w" sizes="(max-width: 758px) 100vw, 758px" /><figcaption id="caption-attachment-12667" class="wp-caption-text">Narendra Modi mit Emomalij Rahmon, Präsident von Tadschikistan.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Gleichzeitig stand die tadschikische Minderheit in Afghanistan schon immer in enger Verbindung mit Tadschikistan. Diese Minderheit war es auch, die die Widerstandsbewegung gegen die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taliban">Taliban</a> in den 90er Jahren anführte und daher rührt auch das begründete Interesse, sich an diese Minderheit und somit auch Tadschikistan zugunsten der regionalen Sicherheit anzunähern.</p>
<p style="text-align: justify">Auch die Erneuerung der tadschikischen Militärbasis in <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ayni_Air_Base">Ayni</a>, die die Ausbreitung der indischen Armee erst ermöglichte, wurde von Indien unterstützt. Neben den wirtschaftlichen Beziehungen arbeitet Indien auch gemeinsam mit Tadschikistan – und auf lange Sicht vielleicht auch mit anderen Ländern Zentralasiens – an einer militärischen Strategie.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Geopolitik und Interessen<br />
</strong>Die Annäherung Indiens an Zentralasien ist das Produkt zweier geopolitischer Hauptinteressen: Den Rivalen Pakistan einzukreisen und mit dem chinesische Projekt zum Wiederaufbau der Seidenstraße zu konkurrieren.</p>
<p style="text-align: justify">Seit den Attentaten vom 11. September 2001 spielt Pakistan in Afghanistan ein Doppelspiel, dessen Ziel es ist, Kabul im pakistanischen Einflussbereich zu halten und eine Annäherung an Indien zu verhindern. Neu Delhi hat große Interessen, Beziehungen zu Afghanistan aufzubauen, um seinen langjährigen Rivalen auszuschalten. Alle Projekte, die erreichen wollen, Afghanistan mit Zentralasien und dem Iran zu verbinden und Pakistan dabei zu umgehen, stellen eine Chance dar, das vom Krieg zerstörte Land aus seiner Isolation zu befreien und die Einflüsse aus Islamabad abzuwenden.</p>
<p><figure id="attachment_12668" aria-describedby="caption-attachment-12668" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12668" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image5-1.jpg" alt="Usbekistan, Indien, Diplomatie, Präsidenten" width="800" height="656" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image5-1.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image5-1-300x246.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Image5-1-768x630.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-12668" class="wp-caption-text">Der usbekische Präsident Schawkat Mirsijojew mit dem indischen Premierminister in Taschkent.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Die Entwicklung des Hafens von Tschahbahar ist ebenso ein Mittel, Pakistan zu umgehen. So gut die Beziehungen sind, so interessant sind auch Projekte wie TAP für beide Länder. Sollte es jedoch zu Spannungen oder gar Konflikten kommen, bestünde die Gefahr, dass Islamabad Indien den Zugang zum turkmenischen Gas verwehrt. Zentralasien und Afghanistan über den Hafen von Tschahbahar mit der Außenwelt zu verbinden, ist somit eine Möglichkeit, Indien Zugang zu diesen Ressourcen zu verschaffen, ohne Pakistan durchqueren zu müssen.</p>
<p style="text-align: justify">Diese Strategien sind auch ein Mittel, den indischen Einfluss in Zentralasien gegen den chinesischen auszuspielen. Der Nord-Süd Transport Korridor wird somit zu einer indischen Version einer neuen Seidenstraße, die die chinesische Vorherrschaft in der Region abzuwenden versucht.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-neue-seidenstrase-ein-stand-der-dinge/"><strong>Die Neue Seidenstraße: Ein Stand der Dinge</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Unterdessen plant Peking seinen eigenen Hafen im Indischen Ozean, im pakistanischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gwadar">Gwadar</a>, um Zentralasien einen Zugang zum Meer zu gewähren. Alle diese Projekte haben die Gemeinsamkeit, Energieressourcen zu transportieren und den Handel zu fördern. Obwohl die indischen Projekte momentan weniger erfolgreich zu sein scheinen als die Neue Seidenstraße, könnte Neu Delhi auf lange Sicht ein ernst zu nehmender Konkurrent Chinas sein. Indien jedenfalls ist bereits heute eine aufsteigende Macht in Zentralasien.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Thomas Ciboulet<br />
</strong><strong>Journalist bei Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Elisabeth Rudolph</strong></p>
<p style="text-align: justify">Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in Eurer Mailbox könnt ihr Euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/indien-der-nachste-riese-in-zentralasien/">Indien – Der nächste Riese in Zentralasien?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/kirgistan/indien-der-nachste-riese-in-zentralasien/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Energieprojekt CASA-1000 – mehr Politik als Wirtschaft</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/energieprojekt-casa-1000-mehr-politik-als-wirtschaft/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kirgistan/energieprojekt-casa-1000-mehr-politik-als-wirtschaft/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julius Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Aug 2017 08:10:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[CASA-1000]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Energieprojekt]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Strom]]></category>
		<category><![CDATA[Wärmekraftwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=10293</guid>

					<description><![CDATA[<p>Schon im Mai 2014 hatten wir &#xFC;ber die ersten Entw&#xFC;rfe f&#xFC;r das Energieprojekt CASA-1000 berichtet. Zwischenzeitlich haben die beteiligten Staaten den Startschuss gegeben. Au&#xDF;erdem ist bisher nicht viel passiert, und das aus gutem Grund: CASA-1000 erweist sich zunehmend als Konkurrent zu anderen Projekten und steht gegen dem Interesse von Usbekistan und besonders Turkmenistan. CASA-1000, ein&#xA0;Politikum, [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/energieprojekt-casa-1000-mehr-politik-als-wirtschaft/">Energieprojekt CASA-1000 – mehr Politik als Wirtschaft</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Schon im Mai 2014 hatten wir über <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/casa-1000-eine-elektrische-verbindung-zwischen-pakistan-afghanistan-tadschikistan-und-kirgisistan/">die ersten Entwürfe für das Energieprojekt CASA-1000</a> berichtet. Zwischenzeitlich haben die beteiligten Staaten den Startschuss gegeben. Außerdem ist bisher nicht viel passiert, und das aus gutem Grund: CASA-1000 erweist sich zunehmend als Konkurrent zu anderen Projekten und steht gegen dem Interesse von Usbekistan und besonders Turkmenistan. CASA-1000, ein </strong><b>Politikum, das sich auf Kompromisse einlassen muss, will es überleben. Der Artikel basiert auf einer bei <a href="http://ru.sputnik-tj.com/opinion/20170708/1022775318/knyazev-kasa-turkmenistan-uzbekistan.html">Sputnik Tadschikistan</a> erschienenen Publikation. </b><b>  </b></p>
<p style="text-align: justify">Kirgistan und Tadschikistan versuchen zusammen mit Afghanistan, Pakistan und Indien mit CASA-1000 ein Energieprojekt auf die Beine zu stellen, das zum jetzigen Zeitpunkt so nicht realisierbar scheint. CASA-1000 hätte mehr mit Politik als mit Wirtschaft zu tun, so der Vorwurf des Zentralasien und Mittlerer Osten Experte Alexander Knjasjew.</p>
<p style="text-align: justify">Erst am 7. Juli hatte er einer Sitzung mit den Teilnehmerländern des Projekts beigewohnt. Alle waren sie in die Hauptstadt Tadschikistans gekommen: Afghanistans Präsident Aschraf Ghani, der Premierminister Kirgistans Sooronbai Dscheenbekow und der inzwischen <a href="https://www.welt.de/politik/deutschland/article167130745/Pakistanischer-Regierungschef-ist-sein-Amt-los.html">des Amtes enthobene Premierminister Pakistans Nawaz Sharif</a>. In einem Interview mit Russia Today äußerte Ghani seinen Wunsch nach einem Beitritt Turkmenistans und Usbekistans in das Projekt.</p>
<p style="text-align: justify">Alexander Knjasjew hält diese Entwicklung für sehr wahrscheinlich:</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Die Tatsache, dass die Handelsroute im Rahmen des Projektes CASA-1000 derzeit von Norden nach Süden verläuft (Kirgistan – Tadschikistan – Afghanistan – Pakistan – Indien) verschafft diesem Projekt einen Vorteil gegenüber anderen Energieprojekten, sodass sich Usbekistan und besonders Turkmenistan – im Interesse ihres eigenen Energiehandels – in Zukunft sicher nicht ausgeschlossen sehen wollen.“ </em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wärme gegen Wasser</strong></p>
<p style="text-align: justify">Knjasjew erinnert daran, dass es dort gleichzeitig das Energieprojekt TUTAP (Turkmenistan – Usbekistan –Tadschikistan – Afghanistan – Pakistan) für die Elektrizitätsversorgung aus Wärmekraftwerken gibt, die in Turkmenistan und Usbekistan stehen und Afghanistan und nachfolgend auch Pakistan und Indien mit Strom versorgen sollen.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Da Usbekistan und Turkmenistan die größten Produzenten für Energie aus Wärmekraftwerken sind, stehen sie in direkter Konkurrenz zu Kirgistan und Tadschikistan“</em></p>
<p><figure id="attachment_10295" aria-describedby="caption-attachment-10295" style="width: 1000px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10295 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Experte-Knjazjew.jpg" alt="Experte Zentralasien Mittlerer Osten" width="1000" height="541" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Experte-Knjazjew.jpg 1000w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Experte-Knjazjew-300x162.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/Experte-Knjazjew-768x415.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-10295" class="wp-caption-text">Alexander Knjazjew – der Zentralasien- und Mittlerer Osten-Experte hält das CASA-1000 für schlecht durchdacht</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Außerdem sei aufgrund der aktuellen Situation in Afghanistan die Umsetzung des Projekts TUTAP in Sicherheitsaspekten ein wenig einfacher, als die von CASA-1000. Man darf auch nicht vergessen, dass Wärmekraftwerke im Gegensatz zu Wasserkraftwerken das ganze Jahr über Elektrizität produzieren können und nicht von Witterungsumständen oder Jahreszeiten abhängig sind; Das ist wichtig für die Zufriedenheit der Kunden. Auch wenn hier Wasserkraft “funktioniert“ kann sie ihr ganzes Potenzial nur im Sommer ausnutzen.</p>
<p style="text-align: justify">(Anm. d. Red. Kirgistan und Tadschikistan <a href="https://www.azernews.az/analysis/83100.html">haben immer wieder mit Stromausfällen</a> zu kämpfen; zum Teil wegen der schlechten Infrastruktur, aber auch wegen des hohen Anteils an mal mehr mal weniger zur Verfügung stehender Energie aus Wasserkraft im Energiemix des Landes)</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Mehr Beteiligte = mehr Sicherheit</strong></p>
<p style="text-align: justify"><em>„Deshalb werden die Verbraucher aus Afghanistan, Pakistan und Indien wohl eher den Strom aus den Wärmekraftwerken Usbekistans und Turkmenistans bevorzugen“,</em> so Knjasjew. Wenn das Projekt CASA-1000 nun noch zwei weitere Staaten anziehe, sei es für Afghanistan noch interessanter.</p>
<p style="text-align: justify">Knjasjew sagt: <em>„Afghanistan und damit auch die restlichen Staaten wären interessiert, da es in diesem Fall teilweise Transitland aber auch Abnehmer wäre. Deshalb ist das für Afghanistan, aber auch die anderen Staaten profitabel.“ </em>Er fügt hinzu, dass Afghanistan derzeit Strom aus zwei Quellen bezieht: zum einen aus Tadschikistan via Kunduz zum anderen aus Usbekistan nach Kabul.</p>
<p style="text-align: justify">Damit ist ein vermehrter Energieexport aus Usbekistan wichtiger und wahrscheinlicher denn je.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das politische CASA</strong></p>
<p style="text-align: justify">Angesprochen auf die Realisierung von CASA-1000, sagt der Experte, das Projekt habe überwiegend keinen ökonomischen, sondern einen politischen Charakter.</p>
<p style="text-align: justify">Sowohl CASA-1000, als auch zu einem großen Teil TUTAP, sowie das Gasprojekt TAPI (Turkmenistan – Afghanistan – Pakistan – Indien) seien große geopolitische Projekte, die auch unter dem Namen “Großzentralasien“ laufen. Solche Projekte sollen die wirtschaftliche Abhängigkeit vom großen Bruder und größten Handelspartner Russland verkleinern; in diesem Fall die Abhängigkeit vom Energiehandel mit Russland. Dafür wird der Wirtschaftsraum für den Energiesektor Richtung Süden verschoben.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/le-turkmenistan-vend-son-gaz-a-la-chine-a-tres-bas-prix/">Turkmenistan verkauft sein Gas zu sehr niedrigen Preisen an China</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Da fließt kein Strom</strong></p>
<p style="text-align: justify">Tadschikistans Präsident Emomalij Rahmon sagte in einem Kommentar zu diesem Thema, dass man mit CASA-1000 den Erwartungen hinterherhinke, und dass die anderen Teilnehmerstaaten nicht mit vollem Einsatz an dem Projekt arbeiten würden, so der Experte.</p>
<p style="text-align: justify">Das erklärt die Tatsache, dass einige Planspiele noch nicht durchgerechnet, geschweige denn vereinbart wurden. Und Kirgistan möchte, obwohl es an dem Projekt beteiligt ist, noch keinen Vorstoß wagen – schließlich ist das Wasserkraftwerk Kambaratinskaya noch nicht gebaut und wird womöglich auch gar nicht erst gebaut werden; also wenn überhaupt dann lange nach der Fertigstellung des Wasserkraftwerks Rogun in Tadschikistan. Derzeit sind Tadschikistan und Kirgistan Länder mit einem Energiedefizit.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>CASA-1000 wie es ist kaum realisierbar</strong></p>
<p style="text-align: justify">CASA-1000 kann bis Dato das Energiedefizit in Pakistan nur Saisonal durch den Verkauf der Überschüsse im Sommer decken. Nur dann produzieren die Wasserkraftwerke Tadschikistans und Kirgistans genug Strom, um ihn über Afghanistan nach Pakistan zu exportieren.</p>
<p style="text-align: justify">Nach Angaben der Weltbank, werden im Rahmen dieses Projektes noch mehr als 1200 Kilometer Stromtraße gebaut werden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/energiehunger-unstillbar-kirgisen-verbrauchen-mehr-strom-als-deutsche/">Energiehunger unstillbar – Kirgisen verbrauchen mehr Strom als Deutsche</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Im Mai 2016 hatten Emomalij Rahmon, Afghanistans Regierungschef Abdullah Abdullah, der ehemalige Premierminister Pakistans Nawaz Sharif, und Kirgistans Premierminister Sooronbai Dscheenbekow das Projekt CASA-1000 gemeinsam ins Leben gerufen.</p>
<p style="text-align: justify">Die voraussichtliche Realisierung von CASA-1000 – nicht vor 2020.</p>
<p style="text-align: right"><a href="http://ru.sputnik-tj.com/opinion/20170708/1022775318/knyazev-kasa-turkmenistan-uzbekistan.html"><strong>Sputnik Tadschikistan</strong></a></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Julius Bauer</strong></p>
<p dir="ltr" style="text-align: justify">Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/energieprojekt-casa-1000-mehr-politik-als-wirtschaft/">Energieprojekt CASA-1000 – mehr Politik als Wirtschaft</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/kirgistan/energieprojekt-casa-1000-mehr-politik-als-wirtschaft/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Korridor zwischen Tadschikistan, Afghanistan, Pakistan und China</title>
		<link>https://novastan.org/de/bild-des-tages/ein-korridor-zwischen-tadschikistan-afghanistan-pakistan-und-china/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/bild-des-tages/ein-korridor-zwischen-tadschikistan-afghanistan-pakistan-und-china/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Apr 2017 10:15:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Grenze]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Wachankorridor]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=8231</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Wachankorridor ist eine der nat&#xFC;rlichen Grenzen Zentralasiens, gemeinsam mit dem Fluss Pandsch. Er befindet sich in Afghanistan und markiert im Norden die Grenze zu Tadschikistan, zu Pakistan im S&#xFC;den und zu China im Osten. All das in nur 210 Kilometern. Foto: Philipp Hesse Findet alle unsere Bilder des Tages hier.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/bild-des-tages/ein-korridor-zwischen-tadschikistan-afghanistan-pakistan-und-china/">Ein Korridor zwischen Tadschikistan, Afghanistan, Pakistan und China</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachankorridor">Wachankorridor</a> ist eine der natürlichen Grenzen Zentralasiens, gemeinsam mit dem <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/uber-den-fluss-pandsch/">Fluss Pandsch</a>. Er befindet sich in Afghanistan und markiert im Norden die Grenze zu Tadschikistan, zu Pakistan im Süden und zu China im Osten. All das in nur 210 Kilometern.</p>
<p><strong>Foto: </strong><a href="https://www.flickr.com/photos/phhesse/32558595180/in/photolist-RB6j2j-RAtgDL-RWx6Ts-R8sbEz-S3VMkC-RVA3Ae-S3VMmE-S2XSvV-S3z6bi-RYm8p7-RraHDm-QBiqQh-QUqVHF-RUQYuL-RyQj69-QUqVZH-S3VM8J-S3VLXo-QN4XVe-RJgjkA-RM1MGL-RR1Jkb-RR1J9u-RRWFPm-RHSkyB-RBZBP5-QnjLe9-Rbyka8-QL3Sod-QExTGU-RaxXdn-QXDSnP-ScDdBD-QkEoru-QkEpKm-PFecyt-QkEsZh-PFegTF-QRnP33-QuNo6S-PqbBBq-QD9JWq-PsTpXi-PsQUU2-QD7z3S-QD7yGG-Qw4MC4-PsQVbp-Q8mDq5-Qw119e"><strong>Philipp Hesse</strong></a></p>
<p>Findet alle unsere Bilder des Tages <a href="https://novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">hier</a>.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/bild-des-tages/ein-korridor-zwischen-tadschikistan-afghanistan-pakistan-und-china/">Ein Korridor zwischen Tadschikistan, Afghanistan, Pakistan und China</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/bild-des-tages/ein-korridor-zwischen-tadschikistan-afghanistan-pakistan-und-china/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>CASA-1000: Eine elektrische Verbindung zwischen Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan und Kirgisistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/casa-1000-eine-elektrische-verbindung-zwischen-pakistan-afghanistan-tadschikistan-und-kirgisistan/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kirgistan/casa-1000-eine-elektrische-verbindung-zwischen-pakistan-afghanistan-tadschikistan-und-kirgisistan/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Mar 2014 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[CASA-1000]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=1895</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das CASA-1000 Projekt k&#xF6;nnte die erste Infrastruktur im Energiebereich werden, die Zentralasien und S&#xFC;dasien verbindet.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/casa-1000-eine-elektrische-verbindung-zwischen-pakistan-afghanistan-tadschikistan-und-kirgisistan/">CASA-1000: Eine elektrische Verbindung zwischen Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan und Kirgisistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify">Wie der kirgisische Vize-Minister für Energie Ajbek Kalijew im Dezember letztes Jahres erklärte, soll CASA-1000, das millardenschwere Projekt einer Stromverbindung zwischen Kirgisistan, Tadschikistan, Afghanistan und Pakistan, zu 500 Millionen Dollar von Russland mitfinanziert werden. Dieses Projekt einer neuen Art zielt auf den Aufbau einer stärkeren Verbindung zwischen den ehemaligen sowjetischen Republiken und dem dynamischen Südasien. Die Arbeiten dazu sollen noch dieses Jahr beginnen.</p>
<p style="text-align: justify">Nach dem <u><a href="http://www.rferl.org/content/energy-casa-1000-electricity/25107596.html">interministeriellen Gipfel in Islamabad</a></u> (Pakistan) am 13. September, der alle beteiligten Staaten zusammenbrachte, könnte das CASA-1000 Projekt wohl die erste Infrastrukturmaßnahme im Energiebereich zwischen Südasien und Zentralasien darstellen. Das amerikanische Außenministerium hatte bereits eine Woche zuvor mitgeteilt, dass es diesem <a href="http://www.brecorder.com/top-news/1-front-top-news/148349-us-pledges-$15mn-to-bring-electricity-to-pakistan-afghanistan.html">E</a><a href="http://www.brecorder.com/top-news/1-front-top-news/148349-us-pledges-$15mn-to-bring-electricity-to-pakistan-afghanistan.html"><u>ine-Milliarde-Dollar-Vorhaben 15 Millionen Dollar beisteuern wird</u></a>. Das Projekt wird des Weiteren auch von internationalen Organisationen wie der <u><a href="http://www.worldbank.org/projects/P145054?lang=en">Weltbank</a></u> und insbesondere durch die <u><a href="http://www.isdb.org/irj/portal/anonymous">Islamische Entwicklungsbank </a></u>unterstützt. Die vier teilhabenden Länder haben im Februar 2014 in Washington dem Geschäftsprinzip zu dem Verkaufsplan zugestimmt.</p>
<p style="text-align: justify">Das amerikanische Engagement war der Hauptmotor des Projekts. Für die Vereinigten Staaten geht es dabei in erster Linie um die Entwicklung dieser vom Afghanistan-Krieg schwer angeschlagenen Region – insbesondere nach der Enttäuschung um die TAPI-Gaspipeline bleibt CASA-1000 die einzig verbleibende Operation der „Silk Road Strategy“.</p>
<p style="text-align: justify">Im Dezember meldete schließlich ebenfalls Russland ein Interesse an dem Bau der Trasse an. Eines Tages könnte eben jene Beteiligung auch die <a href="http://thediplomat.com/2013/12/the-new-silk-road-to-nowhere/">Russische Föderation</a> in die Wirtschaftsräume Süd- und Zentralasien einbinden. So sind beispielsweise bereits heute die Infrastrukturanlagen im Norden Kasachstans völlig mit dem russischen Netzwerk verbunden. Zudem hat Russland sich vertraglich zu der Fertigstellung von zwei hydroelektrischen Zentralen in Zentralasien, Sangtuda 1 (Tadschikistan) und Kambarata (Kirgisistan), verpflichtet. Daraus begründet sich schließlich das weitaus höhere Investitionsversprechen als es vergleichsweise bei den Amerikanern ausfällt.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 817px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/562/2013_1118_casa_1000_carte.jpeg" alt="Karte Casa-1000" /></p>
<p style="text-align: justify">CASA-1000 geht von der geopolitischen Idee aus, dass, trotz häufiger Knappheit an Elektrizität im Winter, Kirgisistan und Tadschikistan im Sommer Überschüsse produzieren und eben diese umverteilt werden können. Ihre Elektrizität wird größtenteils mithilfe von Staudämmen gewonnen, die von bedeutenden Wasserquellen aus den Bergen profitieren. Andererseits bleibt Strommangel während des Sommers nach wie vor ein wichtiges Entwicklungsproblem in Afghanistan und Pakistan. Durch eine Stromtrasse zwischen diesen beiden Regionen erhofft man sich nun eine wirtschaftlich effektive Ressourcenverteilung und – von einem strategischen Standpunkt aus – eine verstärkte Kooperation in der Region. Die <a style="line-height: 1.6em" href="http://www.casa-1000.org/index.php"><u>Webseite des CASA-1000</u><u>&#8211;</u><u>Projekts</u></a> weist diese Unternehmung als einen wirtschaftlichen „Tugendkreis“ aus: Dank dem Geld, das die produzierenden Länder erwerben, könnte das Projekt letztlich der Energieknappheit in Zentralasien ein Ende setzen. Es besteht im Anschluss die Möglichkeit, wiederum die eigene Produktionsfähigkeit durch Investitionen zu verbessern.</p>
<p style="text-align: justify">Aber da liegt auch das Problem: Für den usbekischen Nachbarn ist das Projekt nur so lange akzeptabel, wie es zu keiner Erhöhung der Kapazität von kirgisischen und tadschikischen Dämmen führt. Offiziell heißt es, dass die Dämme des Amu-Daria und des Syr-Daria, die wichtiges Wasserlieferanten für Usbekistans Bauwollwirtschaft, nicht vergrößert werden sollen. Die Usbeken haben aber verstanden, dass das weder der Absicht noch dem Interesse Kirgisistans und Tadschikistans entspricht. Der Präsident Tadschikistans, Emomali Rahmon, hatte bereits eindeutig ausgeführt, dass <a style="line-height: 1.6em" href="http://www.warandpeace.ru/en/news/view/81314/"><u>CASA-1000 de</u><u>n</u><u> Bau des pharaonischen Staudammprojekts Rogun</u></a> erlauben würde, was gegenüber usbekischen Behörden einem Affront gleichkäme.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 336px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/562/2013_1118_casa_1000_logo.jpeg" alt="Logo Casa-1000" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Realisierung des Projekts wirft auch die Frage der Lebensfähigkeit solcher Infrastrukturmaßnahmen zwischen Ländern auf, die zu den instabilsten und korruptesten Gebieten der Welt zählen. Zwar ist es im Rahmen von CASA-1000 vorgesehen, eine gemeinsam geführte Bank zu erschaffen, um die Erlöse durch den Verkauf von Elektrizität zu verteilen. Demgegenüber könnten die beauftragten nationalen Firmen das Geld auch hinterher für die Rechnung der lokalen Behörden sicherstellen. Ähnliches hat sich schon zugetragen, als der kirgisischen Präsident Bakiyev weitererhin Elektrizität an Kasachstan verkaufte, obwohl zeitgleich seine Hauptstadt ohne Strom auskommen musste. In Tadschikistan leitet Präsident Rahmon außerdem mehr als 40% der im Land produzierten elektrischen Energie an ein einziges Unternehmen weiter – TALCO kann so dessen Aluminium zu einem guten Preis auf den internationalen Märkten verkaufen. Insgesamt ist dann auch die Frage der <u><a href="http://thediplomat.com/2013/12/the-new-silk-road-to-nowhere/">Zählungsfähigkeit der Länder, die diese Energie kaufen sollen,</a></u> und der chronischen Instabilität Zu stellen und zu reflektieren.</p>
<p style="text-align: justify">Wird das CASA-1000 Projekt, das durch Russen und Amerikaner und damit durch zwei Mächte mit abweichenden Interessen unterstützt wird, die Energieknappheit in Zentralasien mittelfristig in Grenzen halten? Oder ist es noch nur ein neuer kluger Schachzug lokaler Elite, um sich zu bereichern, ohne an kriegerische Nachbarn zu denken? Was auch immer passiert, die Kapitalanhäufung lässt zumindest auf ein baldiges Baugeschehen schließen.</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion von Novastan.org</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/casa-1000-eine-elektrische-verbindung-zwischen-pakistan-afghanistan-tadschikistan-und-kirgisistan/">CASA-1000: Eine elektrische Verbindung zwischen Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan und Kirgisistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/kirgistan/casa-1000-eine-elektrische-verbindung-zwischen-pakistan-afghanistan-tadschikistan-und-kirgisistan/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
