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	<title>Wassermangel Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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		<title>Der Schriftsteller und Geograf Cédric Gras auf den Straßen des Durstes</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Apr 2025 21:54:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Aralsee, das Symbol einer Umweltkatastrophe, dessen Becken von den zentralasiatischen Republiken ausgebeutet wird, hat sein Wasser in etwa 60 Jahren um fast 90 Prozent schrumpfen sehen. Der Geograf und Schriftsteller C&#xE9;dric Gras begibt sich auf die Spuren der Zufl&#xFC;sse dieses Salzwassersees. Das Buch des sachkundigen Abenteurers &#x201E;Auf den Stra&#xDF;en des Durstes&#x201C; schildert die extremen [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Aralsee, das Symbol einer Umweltkatastrophe, dessen Becken von den zentralasiatischen Republiken ausgebeutet wird, hat sein Wasser in etwa 60 Jahren um fast 90 Prozent schrumpfen sehen. Der Geograf und Schriftsteller Cédric Gras begibt sich auf die Spuren der Zuflüsse dieses Salzwassersees. Das Buch des sachkundigen Abenteurers &#8222;Auf den Straßen des Durstes&#8220; schildert die extremen Bedingungen, unter denen den Quellen des Aralsees die Luft ausgeht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.beck-shop.de/cedric-gras/creator/576905154">Cédric Gras</a>, französischer Geograf und Schriftsteller, veröffentlichte im Januar seinen Reisebericht über die Reise eines Wünschelrutengängers.<em> </em>Der bislang noch nicht übersetzte Titel <em>„Auf den Straßen des Durstes&#8220;, </em>im <em>Original „Sur les routes de la soif&#8220;, </em>ist im Französischen ein Wortspiel aus <em>soif </em>(Durst) und <em>soie </em>(Seide). An der Seite des Journalisten und Filmemachers Christophe Raylat durchquert der Autor Zentralasien, vom Aralsee über die Uferroute des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> bis hin zur Quelle des Gewässers, dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fedtschenko-Gletscher">Fedtschenko-Gletscher.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgangspunkt ihrer Unternehmung ist der Aralsee, eigentlich ein Salzwassersee. Er teilt sich in zwei ungleiche Becken, den kleineren&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%B6rdlicher_Aralsee">&#8222;Nördlichen Aralsee&#8220;</a>&nbsp;im südlichen Zentralkasachstan und den &#8222;Großen See&#8220; im Nordwesten Usbekistans.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Seine Gewässer werden vom Fluss&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>, der im kirgisischen&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian-Shan-Gebirge</a>&nbsp;entspringt, und vom Amudarja, der aus dem Pamir-Gebirge, wo sich der Fedtschenko-Gletscher befindet, gespeist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor, der seine Geografiekenntnisse mit seinem Schreibstil in Einklang zu bringen weiß, beschreibt seine Suche nach dem &#8222;Ursprung des Wassers, das alle Stan-Länder versorgt&#8220; und den Kampf des Amudarja gegen seine Übernutzung. Gemeinsam mit Christoph Raylat hat er eine Arte-Reportage veröffentlicht – der Zweiteiler „<em><a href="https://www.arte.tv/de/videos/RC-026343/aralsee-wo-ist-das-wasser-hin/">Aralsee – Wo ist das Wasser hin?</a>&#8220; </em>gibt dem Buch eine audiovisuelle Untermalung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Das Tschernobyl Zentralasiens“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Planet durchlebt seine Metamorphosen im Galopp. Der Aralsee begann seine Ebbe in den 1960er Jahren, quasi gestern. Heute sprechen die Usbeken von Aralkum, der Aralwüste&#8220;, sagt Cédric Gras.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einst war er der viertgrößte See der Erde: Noch in den 1960er Jahren erstreckte er sich über rund 68.000 Quadratkilometer. Heute ist er auf weniger als 7.000 Quadratkilometer geschrumpft. Das Wasser ist verdunstet und hat den Salzgehalt dadurch verzehnfacht. Die Folge: Zig Millionen Tonnen freigesetztes Salz und giftiger Staub. Eine Katastrophe, die der Autor beim Namen nennt: „das Tschernobyl Zentralasiens&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Begonnen hat Cédric Gras seine Reise im südlichen Zentrum Kasachstans, wo das Wasser des Nördlichen Aralsees fortbesteht, gestützt durch den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kokaral-Damm">Kokaral-Damm</a>, der 2005 fertiggestellt wurde. <em>„Ein wenige Kilometer langer Staudamm, der das Wasser des Flusses Syrdarja enthält. [&#8230;] Nicht genug, um gestrandete </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Trawler"><em>Trawler</em></a><em> zu unterspülen, <em>[</em>&#8230;] aber genug, um den Salzgehalt zu senken und einige Arten wieder anzusiedeln</em>&#8222;, erklärt der Autor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ufer des Sees versinkt er in dichtem Schlamm, der einst mal luftiger Sand war. Er geht über Brücken, unter denen nichts als Wüste ist, und kommt schließlich nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo%CA%BBynoq">Mo‘ynok.</a> In der im Norden <a href="https://novastan.org/de/tag/karakalpakstan/">Karakalpakstans</a> gelegenen Stadt findet er die letzten gestrandeten Fischtrawler, die nun als <em>„apokalyptische Kulisse für Anflüge digitaler Selbstbezogenheit&#8220;</em> herhalten. Hier beschreibt der Autor den Aral als <em>„ausgetrocknet, so weit das Auge reicht, niemand anderem ausgeliefert als dem Nichts</em>“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein gesegneter Fluss, der ausblutet wie kein anderer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Cédric Gras erzählt von seiner Reise flussaufwärts des Amudarja, zwischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kysylkum">Kyzylkum</a>&#8211; und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakum">Karakum</a>-Wüste, von <em>„seinem Mäandern durch die Wüsten, in denen er sich verliert, bis zu seinen Anfängen, die hoch oben in den Tälern eingebettet liegen&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor der Fluss in den Aral mündet, legt er 2540 Kilometer zurück und windet sich durch Usbekistan, Turkmenistan und Afghanistan, bis er in den Höhen Tadschikistans seinen Durst löscht. Da die zentralasiatischen Länder nicht auf Meerwasser zurückgreifen können, begehren sie den Amudarja umso mehr, was zu Spannungen führt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor nähert sich den Rinnen des Flusses und damit seinem wunden Punkt. Turkmenistan auf der einen Seite, und Usbekistan auf der anderen, beschuldigen sich gegenseitig, für den immer niedrigeren Wasserstand des Flusses verantwortlich zu sein. Den Wettlauf um den Baumwollanbau bremst das nicht im Geringsten aus, und so beansprucht die Bewässerung der Felder den Amudarja immer weiter über alle Maße hinaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Cédric Gras beobachtet einen Fluss, der <em>„bis aufs letzte Schlückchen ausgetrunken&#8220;</em> wird. Er sagt: <em>„Wir wissen, was er erleidet, und wir haben ihn im tiefsten Karakalpakstan sterben sehen, wie einen alten Elefanten.&#8220;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von seinem letzten Mäander bis zu seinem ersten Tropfen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fedtschenko-Gletscher, der in den Höhen des Pamir-Gebirges in Tadschikistan Zuflucht gefunden hat, ist der verdiente Lohn der Reise. Außerhalb der Polarregionen ist der Fedtschenko, benannt nach dem russischen Abenteurer und Naturforscher Alexej Fedtschenko, das längste Gletscherplateau der Welt. Allein ein Achtel der Wasserreserven des Pamir stammen von ihm.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Eine 77 Kilometer lange Zunge, die ein riesiges Becken von Zuflüssen speist, von bis zu 7500 Meter hohen Gipfeln fließt und deren gesamtes Schmelzwasser früher oder später in den Amudarja fließt&#8220;,</em> erklärt der Autor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Durchführung der Expedition engagieren Cédric Gras und Christophe Raylat den einheimischen Reiseführer Anatoli Scharipow sowie den als „Polarabenteurer“ geltenden Matthieu Tordeur. Er hat als jüngster Mensch der Welt den Südpol im Alleingang auf Skiern und ohne Vorräte erreicht. Bei der Besteigung des Gletschers ist er mit von der Partie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oberlauf folgen sie über mehrere hundert Kilometer dem reißenden Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pandsch</a>. Neben dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a> gehört er zu den wichtigsten Nebenflüssen des Amudarja. Bevor die Gletscherschmelze in den Amudarja mündet, fließt sie in Gebirgsbäche und von dort in die beiden Flüssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Zapfhahn Tadschikistans</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf ihrem Weg zum Fedtschenko passierten die Abenteurer den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nurek-Staudamm">Nurek-Staudamm</a>, der am Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a> errichtet wurde. Der 304 Meter hohe Bau aus Stein und Erde, der zwischen 1961 und 1980 errichtet wurde, ist nicht nur einer der größten Staudämme der Welt: Er deckt auch <em>„die Hälfte des Strombedarfs [und] versorgt die Aluminiumindustrie&#8220;,</em> berichtet der Autor.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;</strong>&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-aralsee-gestern-heute-morgen/">Der Aralsee: gestern, heute, morgen</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals hatte die Sowjetunion den Staudamm in die Kategorie ihrer wichtigsten und vorrangigen Infrastrukturprojekte aufgenommen. Bei einem Besuch am 1. September 1970 sprach der sowjetische Staatschef <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leonid_Iljitsch_Breschnew">Leonid Iljitsch Breschnew</a> zu den Monteuren, Maurern und Bohrtechnikern, den Maschinisten und Fahrern: <em>„Als Ingenieur weiß ich einzuschätzen, wie schwierig die Anordnung der verschiedenen Teile des Bauwerks ist, aber ihr habt es geschafft, diese Aufgabe zu bewältigen. Ich gratuliere euch, den Einwohnern von Nurek, ihr seid wahre Helden und eure Arbeit ist bemerkenswert&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Cédric Gras betont, dass das Ende der UdSSR auch die Solidarität zwischen den zentralasiatischen Republiken gebremst hat, und fügt hinzu, dass jedes Land seine eigenen Interessen in den Vordergrund stellt und versucht, aus seinen Ressourcen Profit zu schlagen. Dabei beschreibt er den Staudamm als einen Zapfhahn, der sich nach auf Willen Tadschikistans öffnet und schließt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Krieg, der mit der Führung des Flusses korreliert?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In „<em>Auf den Straßen des Durstes&#8220;<strong> </strong></em>fragt sich der Autor: <em>„Überbewässerung, schwindelerregende Staudämme, Umleitungskanäle und Bevölkerungsexplosion – sind das die Vorboten eines Wasserkriegs zwischen diesen oft despotischen Ex-Sowjetrepubliken auf der ehemaligen Seidenstraße?&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Usbekistan und Turkmenistan gefährlich nahe an die Schwelle des Wasserdefizits geraten, nutzt Tadschikistan sein hydroelektrisches Potenzial, indem es die Wasserführung seiner Flüsse reguliert. Der Autor fügt hinzu, dass Tadschikistan im Sommer, wenn die usbekischen und turkmenischen Feldfrüchte bewässert werden müssen, die Schleusen seiner Infrastruktur schließt, um Wasser zu speichern und im Winter Energie zu erzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor bezeichnet diese Änderung des Abflussregimes des Flusses als einen echten Nutzungskonflikt, der die bestehenden Spannungen aufdeckt, die zwischen den zentralasiatischen Ländern um die Kontrolle der Wasserressourcen herrschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der afghanische Bau eines neuen Kanals am Oberlauf des Amu-Darja-Flusses im März 2023 brachte die Wasserwirtschaftspolitik in Zentralasien erneut in Bedrängnis.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Marianne Bultel für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/environnement/ecrivain-geographe-cedric-gras-routes-soif/">Französischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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			</item>
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		<title>Künstliche Gletscher zur Anpassung an den Klimawandel</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/kuenstliche-gletscher-zur-anpassung-an-den-klimawandel/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Mar 2024 15:24:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Adaption]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandelanpassung]]></category>
		<category><![CDATA[künstliche Gletscher]]></category>
		<category><![CDATA[Trockenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wassermangel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den vergangenen 30-40 Jahren wurde weltweit ein Anstieg der Temperaturen beobachtet, insbesondere in Kirgistan. Dies f&#xFC;hrt zu einer verst&#xE4;rkten Verdunstung von Niederschlag und damit zu Bodentrockenheit. K&#xFC;nstliche Gletscher sollen in Kirgistan dabei helfen, Probleme bei der Wasserregulierung auf abgelegenen Weidefl&#xE4;chen und landwirtschaftlich genutzten Fl&#xE4;chen zu l&#xF6;sen. Kumuschaj Abdykalykowa ist Bewohnerin des Dorfes Olon-Bulak in [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>In den vergangenen 30-40 Jahren wurde weltweit ein Anstieg der Temperaturen beobachtet, insbesondere in Kirgistan. Dies führt zu einer verstärkten Verdunstung von Niederschlag und damit zu Bodentrockenheit. Künstliche Gletscher sollen in Kirgistan dabei helfen, Probleme bei der Wasserregulierung auf abgelegenen Weideflächen und landwirtschaftlich genutzten Flächen zu lösen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kumuschaj Abdykalykowa ist Bewohnerin des Dorfes Olon-Bulak in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblus_Dschalal-Abad">Oblast Dschalal-Abad</a>. Die Bewohner:innen dieses kleinen Dorfes im Süden Kirgistans litten häufig unter dem Wassermangel, der zu einer mangelnden Bewässerung der Felder und Gärten führte. „<em>Wir leben im Süden des Landes. Aufgrund der klimatischen Bedingungen war Wasser bei uns schon immer ein knappes Gut</em>“, erzählt sie. Laut Abdykalykowa resultierte der Wassermangel oft in Konflikten sowohl zwischen den Bewohner:innen des Dorfes als auch mit denen der Nachbardörfer. Diese Situation zog sich über Jahre. Inzwischen reicht das Wasser für alle. Grund dafür ist ein künstlicher Gletscher, welcher unweit des Dorfes angelegt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/spannungen-rund-um-die-weidewirtschaft-in-naryn/"><strong>Spannungen rund um die Weidewirtschaft in Naryn</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Geschaffen wurde der Gletscher 2022 auf der abgelegenen Weidefläche Kara-Dobo in der Rajon Aksy der Oblast Dschalal-Abad. Dabei handelt es sich um den ersten künstlichen Gletscher in Kirgistan. Die Bewohner:innen des Dorfes bauten den Gletscher selbst mit technischer Unterstützung durch die <a href="https://www.fao.org/home/en/">Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)</a> und finanziellen Mitteln des <a href="https://www.un.org/peacebuilding/fund">UN Peacebuilding Fund</a>. Dafür waren laut Schekerbek Kamtschybek Uulu, Vorsteher der Gemeinde Kaschka-Suu (Rajon Aksy, Oblast Dschalalabad), 5.500 US-Dollar nötig. Zwei weitere künstliche Gletscher wurden 2023 in derselben Rajon auf der Weidefläche Kol in der Nähe des Dorfes Olon-Bulak sowie auf der Weidefläche Kok-Sai bei Kara-Baschat gebaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Aufgrund des Wassermangels ist bei uns das Gras praktisch über Jahre hinweg nicht gewachsen. Jetzt wächst es sehr viel und überall und darüber freuen wir uns sehr. Wir sind sehr zufrieden, die Rinder können frei weiden, es gibt Wasser und Gras. Konflikte zwischen den Anwohner:innen gibt es nicht mehr und das alles Dank des künstlichen Gletschers</em>“, sagt Kumuschaj Abdykalykowa.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zentrale Rolle der Landwirtschaft in Kirgistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan ist ein Agrarstaat im Hochland. 94 Prozent der Staatsfläche sind gebirgig, was die Landwirtschaft vor große Herausforderungen stellt. Dazu zählt der Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie zu Wasser für die Bewässerung. Die Landwirt:innen des Landes sind besorgt über den Mangel an Bewässerung für die Landwirtschaft. Besonders angespannt ist die Lage im Süden des Landes. Hier gibt es im Sommer nur sehr geringe Niederschlagsmengen. Gleichzeitig fällt im Winter kaum Schnee. Die Hauptwasserquellen sind Gebirgsströme, die jedoch in schwer zugänglichem Gelände liegen. Des Weiteren führen die Temperaturschwankungen zu instabilen Niederschlagsmustern und die häufigeren Temperaturspitzen rufen Trockenheit und Dürre hervor, insbesondere auf den Bergweiden. Die Hochlandgebiete Kirgistans, in denen sich vor allem Weideflächen befinden, sind durch deutlich kontinentales Klima geprägt. Dieses zeichnet sich durch extreme Temperaturschwankungen von +40 bis -40 Grad Celsius und geringe Niederschläge im Frühjahr und Sommer aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/welche-folgen-hat-der-klimawandel-fuer-kirgistan/"><strong>Welche Folgen hat der Klimawandel für Kirgistan?</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Dschyldys Toktomamatowa, der nationalen Managerin des FAO-Projektes „<a href="https://www.fao.org/countryprofiles/news-archive/detail-news/en/c/1649220/">Support to rural people in border regions of Kyrgyzstan and Uzbekistan lifts prosperity</a>”, lösen die künstlichen Gletscher das Problem der Regulierung des Wasserhaushalts auf abgelegenen Weiden und schaffen die Voraussetzungen für eine saisonale Rotation der Weideflächen. „<em>Während der Schmelze versorgen die künstlichen Gletscher die Viehzüchter:innen mit Wasser für den Trink- und Haushaltsbedarf sowie für die Versorgung des Viehs</em>“, führt sie aus. Somit helfen die künstlichen Gletscher nicht nur dabei, das Wasser auf rationale Weise zu verteilen, sondern auch Konflikte zwischen Landwirt:innen aufgrund des Mangels von lebenswichtigen Ressourcen zu vermeiden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Technologie hinter den künstlichen Gletschern</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Künstliche Gletscher werden durch das Einfrieren von Wasserfontänen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt angelegt. Dadurch entstehen Türme aus Eis, die in Abhängigkeit vom Wasserdruck und dem Höhenunterschied eine Höhe von 30 bis 50 Metern erreichen. Je größer der Höhenunterschied und je höher der Wasserdruck, desto höher der künstliche Gletscher.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Für den Bau eines künstlichen Gletschers ist es lediglich nötig, eine unterirdische Leitung (Trasse) von der Wasserquelle über eine Entfernung von etwa 1000 bis 3000 Metern zu verlegen, abhängig von der jeweiligen Beschaffenheit des Geländes. Der natürliche Wasserstrom wird durch die Schwerkraft in ein etwa 15 bis 20 Meter hohes vertikales Rohr geleitet. Mit dem Einsetzen der Frostperiode sammelt sich schrittweise Eis in dem künstlichen Gletscher an, dessen Volumen mehrere Tausend Kubikmeter (Tonnen) erreichen kann. Das Volumen des Gletschers kann je nach Wasserdruck, der geplanten Bewässerungsfläche und den Bedürfnissen der Viehzüchter:innen angepasst werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beginnen die wärmeren Tage im Frühling und Sommer, so fängt der „Turm“ aus Eis an zu schmelzen und bietet dadurch den Anwohner:innen einen dauerhaften Zugang zu frischem Wasser, das zum Trinken, für den Haushalt und zum Tränken des Viehs verwendet werden kann. Bei einem Wasserdruck von 5 Litern pro Sekunde werden beispielsweise 432.000 Liter oder 432 Kubikmeter Wasser pro Tag und 12.960 Tonnen oder Kubikmeter Wasser pro Monat im künstlichen Gletscher angesammelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Künstliche Gletscher als Gemeinschaftsprojekt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schaffung von künstlichen Gletschern ist ein relativ kostengünstiges Verfahren. Kosten entstehen dabei hauptsächlich durch die Baumaterialien, wie etwa die Kunststoffrohre, die notwendig sind, um eine Wasserleitung von der Quelle zu bauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Der Bau des künstlichen Gletschers durch die Anwohner:innen begann mit der Verlegung der unterirdischen Rohre</em>“, führt Schekerbek Kamtschybek Uulu aus. Für die Wasserversorgung wurde ein Rohr mit 100 mm Durchmesser verwendet. Es wurde darauf hingearbeitet, dass das Wasser von selbst und ohne Unterstützung durch einen Motor fließt. In nur einer Woche huben 55 Personen von Hand einen Graben aus und verlegten die Rohre von der Bergquelle bis hin zur Weide, auf der das Vieh der Dorfbewohner:innen lebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Schekerbek Kamtschybek Uulu hat der erste künstliche Gletscher im Dorf Kara-Dobo nach nur einem Jahr bereits positive Ergebnisse hervorgebracht. „<em>Die Umgebung ist deutlich grüner geworden, es ist viel Gras gewachsen. Außerdem hat sich der Tourismus positiv entwickelt. Aber am wichtigsten ist, dass wir kein Wasserdefizit mehr haben</em>“, berichtet er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Myktybek Kalandarow, Direktor der Abteilung für Weideflächen und Viehzucht im Ministerium für Wasserressourcen, Landwirtschaft und verarbeitende Industrie der Kirgisischen Republik, geht davon aus, dass sich die Schaffung von künstlichen Gletschern in Kirgistan positiv ausgewirkt hat. „<em>Wir unterstützen den Bau von künstlichen Gletschern. Wenn sich diese als erfolgreich erweisen, werden wir zukünftig den Bau künstlicher Gletscher in Kirgistan über unsere Spezialist:innen für Weideflächen weiter verbreiten</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/klimawandel-kirgistans-gletscher-in-gefahr/"><strong>Klimawandel: Kirgistans Gletscher in Gefahr</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemäß den Daten der Organisation „Kyrgys Shajyty“ (Anm.: Nationale Organisation der Nutzer:innen von Weideflächen) bestehen in den verschiedenen Regionen des Landes bereits 30 künstliche Gletscher. Weiterhin sollen im Jahr 2024 im Rahmen eines weiteren gemeinsamen Projekts vier neue künstliche Gletscher in den Rajons Batken und Leilek (Oblast Batken) entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der Klimatologin Soja Kretowa kann die Implementierung von Maßnahmen zur Adaption an den Klimawandel in der Gegenwart dabei helfen, zukünftige Risiken zu verringern. Da diese Praxis bereits weit verbreitet ist und von den Nutzer:innen der Weideflächen angepasst werden kann, kann sie sich nachhaltig verbreiten. „<em>Maßnahmen zur Adaption an den Klimawandel sollten sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene stattfinden. Künstliche Gletscher sind ein Beispiel für lokale Adaption an die fortschreitende Trockenheit und Degradierung von Weideflächen in Kirgistan</em>“, sagt Kretowa.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Gulnara Mambetalijewa für CABAR Asia</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Marie Schliesser</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Kasachstans Bevölkerung leidet unter Wassermangel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sherzodbabakulov]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jun 2023 19:21:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Astana]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasserversorgung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Mai herrscht in Kasachstans Hauptstadt Astana akuter Wassermangel. Nach Angaben der Regierung sind im ganzen Land mehr als 600 000 Menschen nicht mit Trinkwasser versorgt. Bis 2050 k&#xF6;nnte Kasachstan in die Kategorie der L&#xE4;nder eintreten, die dringend Wasser ben&#xF6;tigen. Laut einem Monitoring von Energyprom haben in Kasachstans Hauptstadt Astana das schnelle Bev&#xF6;lkerungswachstum und die [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seit Mai herrscht in Kasachstans Hauptstadt Astana akuter Wassermangel. Nach Angaben der Regierung sind im ganzen Land mehr als 600 000 Menschen nicht mit Trinkwasser versorgt. Bis 2050 könnte Kasachstan in die Kategorie der Länder eintreten, die dringend Wasser benötigen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einem Monitoring von <a href="https://www.energyprom.kz/ru/a/monitoring/nazad-v-srednevekove-pochti-600-tysyach-kazahstancev-zhivut-bez-vodoprovoda-kazhdaya-vtoraya-semya-na-sele-bez-kanalizacii">Energyprom</a> haben in Kasachstans Hauptstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astana">Astana</a> das schnelle Bevölkerungswachstum und die groß angelegten Bauarbeiten die verfügbare Kapazität der Pumpstationen überschritten. In diesem Zusammenhang hat der städtische Wasserversorgungsdienst „Astana Su Arnasy“ am 28. März eine Grafik für die Wasserversorgung der Bürger <a href="https://www.astanasu.kz/news/people/9338/">eingeführt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 23. Mai äußerten Bewohner:innen eines Wohnkomplexes ihre Unzufriedenheit über den Wassermangel und blockierten die Straße. Circa zwei Wochen späte, am 5. Juni, waren die Bewohner:innen zweier Bezirke von Astana aufgrund von Schäden an der Wasserversorgung ohne Wasserversorgung.</p>



<p class="has-primary-800-color has-accent-500-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph">A<strong>ls vereinsgetragene, <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängige</a> Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! Durch jede noch so kleine <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 10. Juni wurde die Situation geklärt und die Behörden <a href="https://newtimes.kz/obshchestvo/170606-deficitu-konec-v-astane-uvelichili-davlenie-podachi-vody">versicherten</a>, dass das Problem bis zum 30. Juni durch die Inbetriebnahme einer neuen Pump- und Filterstation vollständig gelöst sein würde. Unterdessen berichtete <a href="https://kaztag.kz/ru/news/istochnik-vody-v-astane-rasschitan-tolko-na-500-tys-chelovek-pri-1-3-mln-zhiteley-senator">KazTAG</a>, dass die Wasserquelle in Astana nur für 500 000 Menschen ausgelegt sei. Tatsächlich leben aber 1,3 Millionen Menschen in der Stadt. Der Bürgermeister der Stadt brachte den Wassermangel mit dem Bevölkerungswachstum und der Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen <a href="https://zonakz.net/2023/06/06/akim-astany-svyazal-deficit-vody-s-rostom-naseleniya-i-aktivnym-polivom/">in Verbindung</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fehlerhafte Stadtentwicklung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aset Kaliev, Direktor des Zentrums für Wassersicherheit des Astana International Scientific Complex, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur <a href="https://inbusiness.kz/ru/news/v-chem-prichiny-deficita-vody-v-stolice-i-pochemu-pervymi-stradat-budut-zhenshiny">Inbusiness.kz</a>, einer der Gründe für den Wassermangel in der Hauptstadt sei die Nichteinhaltung des Masterplans für den Bau durch die Stadtentwickler:innen: <em>„Abweichend vom allgemeinen Plan begann in Astana mit Zustimmung der Beamten die Verdichtung und Punktierung von Gebäuden. Im Gegenzug drangen Gebäude in bestehende Mikrobezirke ein, in denen bereits eine eigene Belastung für die technischen Netzwerke bestand. Seitdem steht alles auf dem Kopf.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des Leiters der Abteilung für Wasser- und Abwasserentsorgung, Nursultan Kerimqulov, werde der Wassermangel die Entwicklung des Bauwesens in der Stadt beeinträchtigen. Die Qualität des Trinkwassers werde jedoch nicht beeinflusst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/ala-artscha-fluss-wasserverschmutzung-gibt-aktivisten-aus-bischkek-anlass-zur-sorge/"><strong>Ala-Artscha-Fluss: Wasserverschmutzung gibt Aktivisten aus Bischkek Anlass zur Sorge</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 19. April <a href="https://www.uralskweek.kz/2023/04/19/prezident-kazaxstan-mozhet-vojti-v-kategoriyu-krajne-nuzhdayushhixsya-v-vode-stran/">stellte</a> Kasachstans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> bei einem Treffen zur sozioökonomischen Entwicklung des Landes fest, dass Kasachstan bis 2050 in die Kategorie der Länder mit dringendem Wasserbedarf eintreten könnte. Die Infrastruktur der Großstädte sei nicht in der Lage, die jedes Jahr wachsende Nachfrage zu decken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Selbst in Astana herrscht Wasserknappheit. Einer der Hauptgründe ist die Zunahme der Bautätigkeit. Wenn wir nicht wirtschaftlich sind, werden wir das Defizit nicht beseitigen können, selbst wenn wir neue Anlagen für sauberes Wasser in Betrieb nehmen“</em>, sagte Toqaev laut der kasachstanischen Nachrichtenagentur <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/tokaev-skazal-kazahstan-stat-ostro-nujdayuscheysya-vode-496895/">Tengrinews</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem des Wassermangels in Astana hängt nicht nur mit der mangelnden Auslegungskapazität der Netze und Pumpstationen zusammen, sondern auch mit einem direkten Mangel an Wasserquellen. Außer dem Astana-Wasserreservoir gibt es <a href="https://www.energyprom.kz/ru/a/monitoring/nazad-v-srednevekove-pochti-600-tysyach-kazahstancev-zhivut-bez-vodoprovoda-kazhdaya-vtoraya-semya-na-sele-bez-kanalizacii">keine alternativen Möglichkeiten</a> zur Versorgung. Derzeit <a href="https://ulysmedia.kz/news/15528-defitsit-vody-v-astane-v-minekologii-predlozhili-tri-varianta-dlia-resheniia-problemy/">erwägt</a> das kasachstanische Ökologieministerium mehrere Möglichkeiten zur Lösung des Problems: den Bau von Anlagen zur Wiederauffüllung des Stausees, die Verlegung eines Wasserversorgungssystems und die Aufnahme von Wasser aus dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Irtysch-Qaraghandy-Kanal">Irtysch-Qaragandy-Kanal</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Krise wird schlimmer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut <a href="https://www.inform.kz/ru/v-2025-godu-naselenie-kazahstana-budet-obespecheno-pit-evoy-vodoy-na-100-azimbek-pazylbekuly_a4061680">Daten</a> der öffentlichen Versorgungsbetriebe Kasachstans belief sich die Bereitstellung der zentralen Wasserversorgung in Kasachstan im Jahr 2022 auf 96,8 Prozent. Die restlichen 3,2 Prozent – mehr als 600 000 Menschen – benötigen Trinkwasser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Expert:innen machen auf die bürokratischen Schwierigkeiten <a href="https://primeminister.kz/ru/news/varianty-resheniya-vododefitsita-v-astane-ozvuchila-ministr-ekologii-z-suleymenova-23963">aufmerksam</a>, die zwischen Regierungsbehörden auf verschiedenen Ebenen entstehen und eine zeitnahe Lösung von Problemen behindern. Beispielsweise ist der Regierungsausschuss für Geologie für die Erkundung der Wasserressourcen in Kasachstan verantwortlich, während der Ausschuss für Wasserressourcen die Pipeline-Infrastruktur kontrolliert. Andere lokale Exekutivorgane verwalten die Planung und den Aufbau von Netzwerken. Allerdings erledigt nicht jede Region die notwendigen Arbeiten unverzüglich. Eine solche <a href="https://www.energyprom.kz/ru/a/monitoring/nazad-v-srednevekove-pochti-600-tysyach-kazahstancev-zhivut-bez-vodoprovoda-kazhdaya-vtoraya-semya-na-sele-bez-kanalizacii">Erklärung</a> gab Marat Qarabaev, Minister für Industrie und Infrastrukturentwicklung, kürzlich bei einer Regierungssitzung ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/klimawandel-und-wasserressourcen-in-zentralasien-wachsende-unsicherheit/"><strong>Klimawandel und Wasserressourcen in Zentralasien: Wachsende Unsicherheit</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Wassersektor ist außerdem mit einem erheblichen Verschleiß an Leitungen <a href="https://ulysmedia.kz/news/15569-vodnyi-vopros-v-kazakhstane-problemy-i-puti-resheniia/">konfrontiert</a>. Im Allgemeinen liegt der Grad der Verschlechterung der Wasserversorgungsnetze <a href="https://el.kz/ru/podvesti-tsentralnoe-vodosnabzhenie-planiruetsya-v-432-sela-kazahstana_66298/">bei 43 Prozent</a>. Allerdings spiegelt diese Zahl nicht das Ausmaß problematischer Netzwerke in allen Regionen wider. Die höchste Verschlechterung der Infrastruktur wird in den Gebieten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty_(Gebiet)">Almaty</a> (58 Prozent), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ostkasachstan">Ostkasachstan</a> (54 Prozent), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqmola_(Gebiet)">Aqmola</a> (52 Prozent) und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Abai_(Gebiet)">Abaı</a> (51 Prozent) beobachtet. Das Gebiet <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atyrau_(Gebiet)">Atyraý</a> weist mit 29 Prozent den niedrigsten Verschleiß auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2023 stellten die Behörden ein beträchtliches Budget von 544 Millionen Euro für den Bau und Erneuerung von Wasserversorgungs- und Abwassersystemen in ganz Kasachstan <a href="https://kapital.kz/economic/115280/na-stroitel-stvo-sistem-vodosnabzheniya-napravili-280-mlrd-tenge.html">bereit</a>. Die Regierung plant, bis 2025 1 395 Dörfer und 25 Städte, die derzeit keinen vollständigen Zugang zu Wasser haben, zu versorgen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein UN-Gipfel, um die Wasserprobleme zu lösen?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 8. und 9. Juni fand in der Hauptstadt das Astana International Forum statt, an dem Präsident Toqaev und die Staatsoberhäupter mehrerer anderer Staaten, darunter Kirgistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> und der Emir von Katar, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tamim_bin_Hamad_Al_Thani">Tamim bin Hamad Al Thani</a>, teilnahmen. Bei dem Treffen <a href="https://www.akorda.kz/ru/vystuplenie-prezidenta-respubliki-kazahstan-ktokaeva-na-plenarnoy-sessii-mezhdunarodnogo-foruma-astana-851830">schlug Toqaev vor</a>, im Jahr 2026 in Kasachstan einen regionalen Klimagipfel unter der Kontrolle der Vereinten Nationen und anderer internationaler Organisationen abzuhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Unser Land könnte enorme Chancen für eine grüne Wirtschaft bieten und zu einem Zentrum für erneuerbare Energien werden. Allerdings ist die Zeit nicht auf unserer Seite. Wir brauchen Ressourcen und Partnerschaften, um mit der nötigen Geschwindigkeit zu dekarbonisieren und eine grüne Wirtschaft zu schaffen“</em>, <a href="https://www.akorda.kz/ru/vystuplenie-prezidenta-respubliki-kazahstan-ktokaeva-na-plenarnoy-sessii-mezhdunarodnogo-foruma-astana-851830">erklärte</a> das kasachstanische Staatsoberhaupt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um eine ökologische Katastrophe in der Region zu verhindern, fordert Kasachstan darüber hinaus eine verstärkte internationale Unterstützung für den Fonds zur Rettung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a>. <em>„Wasser und Klimawandel sind eng miteinander verbunden. Zentralasien ist eine Region, in der Wassersicherheit nur durch enge Zusammenarbeit und wirksam ausgewählte gemeinsame Maßnahmen erreicht werden kann“</em>, schloss der Präsident.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sherzod Babakulov</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Der Talas und seine Menschen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jana Rapp]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Apr 2021 16:15:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>FLUSSGESCHICHTEN. Drei Millionen Menschen in Kirgistan und Kasachstan sind von einem Fluss abh&#xE4;ngig, dessen Wasserstand immer weiter zur&#xFC;ckgeht. Die JournalistInnen Wlad Uschakow und Irina Bajramykowa sprechen mit einigen dieser Menschen dar&#xFC;ber, was die Wasserknappheit f&#xFC;r sie bedeutet. Es sind Geschichten von Dankbarkeit, Liebe, Erinnerungen, Ver&#xE4;nderungen und Angst. Die folgende Reportage erschien am 26. Januar 2021 [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>FLUSSGESCHICHTEN. Drei Millionen Menschen in Kirgistan und Kasachstan sind von einem Fluss abhängig, dessen Wasserstand immer weiter zurückgeht. Die JournalistInnen Wlad Uschakow und Irina Bajramykowa sprechen mit einigen dieser Menschen darüber, was die Wasserknappheit für sie bedeutet. Es sind Geschichten von Dankbarkeit, Liebe, Erinnerungen, Veränderungen und Angst. Die folgende Reportage erschien am 26. Januar 2021 auf </strong><a href="https://vlast.kz/story/43528-talas-i-ego-ludi.html"><strong>Vlast</strong></a><strong>. Wir übersetzen sie mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Talas_(Fluss)">Talas </a>ist ein grenzüberschreitender Fluss. Er fängt in den Bergen Kirgistans an und versiegt in der der kasachischen Wüste. Die drei Millionen Menschen aus den zwei Staaten, die im Einzugsgebiet des Flusses wohnen, sind auf den Fluss angewiesen. Sie betreiben hier nämlich Landwirtschaft. Es ist nicht zu übersehen, wie sich der Fluss in den vergangenen Jahren verändert hat: Der Pegel wird immer niedriger. Wie wird sich das Leben der Menschen verändern, wenn es noch heißer wird, während das Wasser zurückgeht?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen des Projekts „Kleine Menschen – Großer Fluss“ reiste eine Gruppe von Journalisten und Ökologen Hunderte von Kilometern entlang des Talas, um diejenigen zu treffen, die sich als die „Menschen des Flusses“ bezeichnen. Sie sprechen mit ihnen darüber, wie sich ihr Leben verändert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Mann der Straße</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 41-jährige Bajysbek Scheraliew stammt aus dem Dorf Konesawod in der Region Talas. Seine Arbeit dreht sich rund um die Instandhaltung von Straßen und vor allem um den Otmok-Pass der Talas-Suusamyr-Autobahn auf 3.330 Metern Höhe. Er räumt den Schnee und streut Enteisungsmittel auf den glatten Asphalt.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Nach jedem starken Schneefall kommt es zu Stau auf dem Otmok-Pass. Doch früher, zu Beginn meiner Tätigkeit, waren die Schneedecken viel höher“</em>, sagt Bajysbek. Auch in den Flüssen, entlang derer die Straßen verlaufen, sei jedes Jahr weniger Wasser vorhanden. <em>„Das ist alles der Klimawandel“</em>, glaubt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Kirgistan ist in den letzten 100 Jahren um 1,6 Grad Celsius gestiegen, deutlich mehr als die globale Erderwärmung (um 0,6 Grad Celsius). Laut dem <a href="https://unfccc.int/files/national_reports/non-annex_i_natcom/application/pdf/nc3_kyrgyzstan_russian_24jan2017.pdf">dritten nationalen Klimabericht Kirgistans</a> wird bei einer unveränderten Anstiegsrate die Durchschnittstemperatur im Jahr 2100 im besten Fall um 4,7 Grad Celsius höher sein und im schlechtesten sogar um 6,1 Grad Celsius. Der Temperaturanstieg führt zum Schmelzen der Gletscher und dem Absinken des Pegels in den Flüssen. Doch Kirgistan braucht immer mehr Trink- und Bewässerungswasser. Schließlich wächst die Bevölkerung des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Mann der Erde</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Wassermangel trifft die Bauern am härtesten. Samat Osmonow ist ein <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Dehkan_farm">Dekhan</a> (Bezeichnung für einen zentralasiatischen Bauern, Anm. d. Red.). Der Lebensstandard seiner Familie hängt somit direkt von der Bewässerung ab. Auch er wuchs in der Nähe des Flusses Talas auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Solange ich mich erinnern kann, habe ich immer dieses Wasser getrunken, habe es zuhause zum Kochen verwendet. Mit diesem Wasser wird das Vieh getränkt und der Garten bewässert. Und jetzt helfen mir auch meine Kinder, das Wasser aus dem Fluss in Eimern nach Hause zu tragen oder es auf Eseln zu transportieren. Das Problem ist aber, dass es immer weniger und weniger Wasser im Fluss gibt! Mein Großvater sagte, dass zu seiner Zeit das Wasser so hoch stand, dass die Pferde den Fluss nicht überqueren konnten &#8211; und heutzutage können sie das problemlos“</em>, erzählt der 40-jähirge Osmonow, <em>„Und ich erinnere mich auch daran, dass in meiner Kindheit das Eis auf dem Fluss im Winter so dick war, dass Karren mit Lasten leicht darüber</em> <em>fahren konnten. Jetzt friert der Fluss zwar zu, aber das Eis ist so dünn, dass man nicht einmal darauf laufen kann!“</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="699" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Bild-1-1024x699.jpg" alt="Mann der Erde" class="wp-image-26501" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Bild-1-1024x699.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Bild-1-300x205.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Bild-1-768x524.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Bild-1-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Bild-1.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Mann der Erde</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Samat zitiert ein kirgisisches Sprichwort: <em>„Wann leidet der Mensch nicht? Wenn viel Wasser vorhanden ist. Wenn alle genug davon haben!“</em> Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Niederschlag in den Bergen in den kommenden Jahrzehnten zunehmen werde, doch in der Tiefland-Wüstenzone sei eine vermehrte Trockenheit möglich. Dies führe zu einer Wüstenausbreitung und belaste angeschlossene Ökosysteme.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Anziehungskraft des Flusses</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wladimir Maser lebt seit 1965 in der Stadt Talas. Er könne sich ein Leben ohne Natur nicht vorstellen, auch wenn alle seine Verwandten nach Deutschland ausgewandert sind. Maser bezeichnet sich selbst als <em>„quasi den letzten Deutschen“</em> in der Region Talas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher arbeitete er als Jäger. Heute ist er Vorsitzender der Gesellschaft der Jäger und Fischer von Talas. Maser trifft uns an der Quelle des Kara-Kojun Flusses, ein Zufluss des Urmaral-Flusses, der wiederum in den Talas mündet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das Wasser im Fluss ist knapp geworden: War es früher im Frühling und Frühsommer überhaupt nicht möglich, den Fluss zu überschreiten, so kann man ihn jetzt in manchen Jahren in Galoschen überqueren! Ich erinnere mich noch an den 22. November 2006, als der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Uljanowski_Awtomobilny_Sawod#UAZ"><em>UAZ</em></a> (ein russisches Geländefahrzeug, Anm. d. Red.) <em>den Fluss wegen der Schneedecke nicht überqueren konnte. Und heute gibt es fast keinen Schnee, von den Fischen sind nur die kleinen übriggeblieben. Deswegen habe ich seit fast zwei Jahren nicht mehr geangelt: Es macht ja keinen Spaß, die winzigen Fische zu fangen“</em>, erzählt Wladimir.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-letzten-ihrer-zunft-ueber-schiffsmechaniker-und-flusskapitaene-auf-dem-ural/">Die Letzten ihrer Zunft – Über Schiffsmechaniker und Flusskapitäne auf dem Ural</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Klimawissenschaftler sagen voraus, dass der Klimawandel dazu führen könnte, dass die Flüsse <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tsch%C3%BCi_(Fluss)">Tschüi </a>und Talas in den kommenden 25 bis 50 Jahren 25 bis 45 Prozent ihrer Wassermenge verlieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Beispiel für den Klimawandel, so Maser, ist der Rückgang der Wildtierpopulation. „<em>In dieser Schlucht begann 1988 mein ´Jägerleben´. Damals liefen Wildschweine über die Hänge, Rehe grasten ungehindert. Man konnte sogar das bedrohte </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Argali"><em>Argali</em></a> (ein Riesenwildschaf, Anm. d. Red.)<em> überall sehen. Ich habe selbst gesehen, wie sie keine Angst hatten, auf die Straße zu gehen. Heutzutage sind die Argali praktisch verschwunden! Und es gibt jetzt auch viel weniger Schneeleoparden</em>“, berichtet er.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Wladimir-Maser-1024x683.jpg" alt="Wladimir Maser" class="wp-image-26503" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Wladimir-Maser-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Wladimir-Maser-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Wladimir-Maser-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Wladimir-Maser-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Wladimir-Maser.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Wladimir Maser</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Früher lagen die Temperaturen im Winter bei durchschnittlich -22 bis -25 Grad Celsius. Und jetzt fällt kaum noch Schnee. Und wenn es keinen Schnee gibt, gibt es auch kein Futter. Ein Tier geht ja dorthin, wo es etwas zu fressen gibt</em>“, erklärt Wladimir, „<em>Und was die Rolle der Menschen angeht: Glaubt mir, die Bewohner der Region Talas würden lieber Schafe zum Essen schlachten, als dass sie Argali schießen würden! Wer das tut, ist ein Wilderer! Trotzdem kommt auch das vor. In diesem Jahr wurden zwei weiße Bären erschossen</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Maser hält ein vollständiges Jagdverbot für eine Lösung. „<em>Wenn es nach mir ginge, würde ich die Schluchten gut schützen und das Jagen für mindestens 10 bis 15 Jahre komplett verbieten. So könnte sich die Wildtierpopulation erholen. Nur der Steinbock ist bislang noch erhalten. Manchmal kommt ein Bär, insbesondere im Herbst, wenn die Hagebutten reifen. Ist es nicht seltsam, von einem Berufsjäger etwas über ein Jagdverbot zu hören? Aber eigentlich ist es ganz logisch: Wenn wir die Tiere nicht schützen, wird es auch keine zum Jagen geben. Und außerdem jagen Berufsjäger niemals bedrohte Tierarten oder Jungtiere. Ein Mensch erlegt das, was leicht zu fangen ist. Und das sind in erster Linie alte Tiere, die sich nicht mehr fortpflanzen. Ein Jäger jagt nicht, um seinen Kühlschrank zu füllen, sondern aus beruflicher Leidenschaft</em>“, erklärt er.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Maser findet auch, dass es unabdingbar sei, die Anzahl der Weidetiere zu regulieren. „<em>Die Hirten werden das Vieh grasen lassen, weil es eine lebenswichtige Notwendigkeit ist. In den 1990er Jahren hat hier jedoch fast kein Vieh geweidet und jetzt leben die Menschen von Subsistenzwirtschaft. Mit jedem Jahr gibt es mehr und mehr Herden von kleinen und großen Rindern und Pferden in ein und derselben Schlucht! Hinzu kommt, dass jeder Hirte noch fünf bis sechs Hunde hat. Eine so große Anzahl von Tieren auf einer Fläche führt zu Überweidung und letztlich zu Bodendegradierung und dem Verlust der Artenvielfalt“</em>, stellt er fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Jäger erzählt von einem kürzlichen Fall, als er vier Fischer im Urmaral aufgehalten hat. Sie haben 103 Forellen gefangen. „<em>Die essen die Forellen ja nicht auf! Ganz offensichtlich sind das keine Fischer, sondern Händler. Die menschliche Gier stört die Natur</em>“, ist sich Maser sicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Fischunternehmer</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mysa Dschantschikulow ist 54 Jahre alt, die meiste Zeit davon hat er in der Stadt Talas gelebt. Seit seiner Kindheit fischt er am Fluss Urmaral, dem größten Zufluss des Talas. Jetzt ist Dschantschikulow seinem langjährigen Traum ein Stück nähergekommen: Er hat leere, seit 1974 verlassene Teiche für 10 Jahre gemietet, sie gereinigt und sie mit Fischen bestückt. Er träumt davon, die Wilderei einzudämmen, den Leuten Arbeit zu geben und ein Gebiet der Erholung, unter anderen für Hobbyangler, zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Dies wird dazu beitragen, die Artenvielfalt in diesem Gebiet zu erhalten und die Umwelt zu schützen. Ich möchte, dass wir lernen, die Erde zu ehren, auf der wir geboren und aufgewachsen“</em>, sagt Mysa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinsam mit einem Unternehmen aus dem Nachbardorf hat Mysa die Trinkwasserversorgung hier sichergestellt. Das Abwasser wird zudem aufbereitet und zur Bewässerung genutzt. Momentan ist der Unternehmer damit beschäftigt, das Gelände zu bereinigen. Dazu hat er Enten gekauft, die er in das Schilf gesetzt hat, welches rund um die Teiche wächst. Er baut Mais an, damit er seine Enten füttern kann.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="695" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Mysa-Dschantschikulow-1024x695.jpg" alt="Mysa Dschantschikulow" class="wp-image-26504" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Mysa-Dschantschikulow-1024x695.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Mysa-Dschantschikulow-300x204.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Mysa-Dschantschikulow-768x522.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Mysa-Dschantschikulow-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Mysa-Dschantschikulow.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Mysa Dschantschikulow</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mysa wünscht sich, dass mehr Kirgisen Fisch essen. Es müssten weniger Nutztiere zur Schlachtung gezüchtet werden, wodurch es eine größere Ernährungssicherheit gäbe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Fischer</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass das Wasser im Talas zurückgeht, bemerken nicht nur die Älteren, sondern auch die Jüngeren. Marat uulu Bajrak ging von klein auf mit seinem Vater, einem begeisterten Fischer, zum Fischen an den Talas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Es gab sehr viele Fische, auch sehr große. Es war nicht ungewöhnlich, dass mein Vater Fische mit einem Gewicht von 40 Kilogramm fing. Und nun sitze ich sehr lange am Ufer. Es gibt zwar Fische, aber nur wenige. Die paar, die es gibt, sind klein. Die Wilderer fischen mit Netzen alles Mögliche und geben den Fischen keine Chance, nachzuwachsen“</em>, erzählt Marat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute geht Marat zum Fischen zur <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kirow-Talsperre">Kirow-Talsperre</a>. Sie befindet sich an der Grenze zu Kasachstan in der Tschon-Kapka-Schlucht. Sie dient hauptsächlich als Wasserspeicher für die Bewässerung von Äckern im Talas-Tal und in Kasachstan. Viele Menschen kommen jedoch zur Erholung oder zum Angeln her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Unsere Nachbarn nutzen auch dieses Wasser</em>“, er zeigt auf die nahegelegenen Hänge, „<em>Schaut, man kann mit bloßen Augen sehen, wie der Wasserstand gesunken ist! Irgendwann war er nicht niedriger als diese Bäume, die auf den Hängen gewachsen sind. Es gibt einfach nicht genug Wasser und bald bekommen wird das zu spüren</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der heilende Fluss</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Saken Dschumakeewoj aus dem Dorf Boo-Terek ist 86 Jahre alt. Der Fluss habe ihr und ihrem Mann ein langes Leben und Gesundheit geschenkt. Sie beten regelmäßig zu Allah und danken ihm für die Vielzahl der natürlichen Quellen in ihrer Heimat Kirgistan. „<em>Wenn der Ursprung einer Quelle rein ist, ist auch ihre Mündung rein. Wenn unsere Gedanken rein sind, sind auch unsere Taten ehrenhaft</em>.<em>“</em> In Kirgistan gibt es Hunderte von Quellen, aus denen man trinken, Wasser schöpfen und es nach Hause bringen kann.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Saken-Dschumakeewoj-und-ihr-Mann-1024x683.jpg" alt="Saken Dschumakeewoj und ihr Mann" class="wp-image-26505" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Saken-Dschumakeewoj-und-ihr-Mann-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Saken-Dschumakeewoj-und-ihr-Mann-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Saken-Dschumakeewoj-und-ihr-Mann-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Saken-Dschumakeewoj-und-ihr-Mann-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Saken-Dschumakeewoj-und-ihr-Mann.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Saken Dschumakeewoj und ihr Mann</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Menschen wie Flüsse</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kirgisen verehren schon immer den Fluss Talas und seine zahlreichen heiligen Quellen. In der Nähe des Ufers bauten Menschen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Mazar_(mausoleum)">Masare</a> (heilige Stätten, Anm. d. Redaktion). Die traditionelle Heilerin Erkinbubu Tschomoewa erzählt vom Masar Kanykej-Bulak, der sich in der Nähe des Kenkol-Flusses befindet, ein Nebenfluss des Talas.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/frueher-war-hier-mal-ein-fluss-wie-die-austrocknung-des-urals-das-leben-der-menschen-an-seinem-ufer-veraendert/">Früher war hier mal ein Fluss – Wie die Austrocknung des Urals das Leben der Menschen an seinem Ufer verändert</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>An einer Quelle sitzen und das Wasser nicht trinken – das geht nicht</em>“, sagt Tschomoewa und zählt eine lange Liste von Krankheiten auf, die das Wasser aus verschiedenen Quellen angeblich heilt. „<em>Früher war das Gebiet hier verlassen, aber dann kamen Aktivisten, die das Gelände verschönert haben. Die Natur und die Quellen muss man mit Freundlichkeit und Liebe behandeln. Man muss achtsam damit umgehen und sie schützen. Indem wir die Quellen retten, retten wir unser Land. Es lehrt uns, freundlich und entgegenkommend zu sein. Die Welt um sich herum zu lieben und für sie zu sorgen</em>“, sagt Erkinbubu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Eltern und Kinder des Flusses</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Elnur Kajnasarowa stammt aus dem Dorf Kopuro-Basar. Die gelernte Ingenieurin ist heute Mutter von mehreren Kindern und Hausfrau. Man müsse seinen Kindern von klein auf beibringen, das Wasser zu schätzen, es nicht zu verschmutzen und sparsam zu verwenden. Genau das haben ihr ihre Eltern und Großeltern beigebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Die Liebe zum Wasser und der achtsame Umgang damit wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Ein mangelnder Respekt gegenüber dem Wasser birgt ein großes Potenzial für soziale Konflikte</em>“, stellt Elnur fest. Sie ist der Meinung, dass die Bergbauindustrie nur mit fortschrittlichen, umweltschonenden Technologien betrieben werden sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kopura-Basar gilt als ein wohlhabendes Dorf. Viele betreiben hier Viehzucht oder sind in der Landwirtschaft für den Export nach Kasachstan tätig. Wie viele andere ist dieses Dorf an Flüssen gelegen, die in den Talas münden, in dessen Nähe Gold abgebaut wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Der goldene Fluss“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ökologe Gamal Soronkulow nennt den Talas einen „goldenen Fluss“. Direkt an den Quellen des Flusses befinden sich primäre Goldlagerstätten: Dtscheruj am Tschu-Koschoj-Fluss, Andasch und Aktasch am rechten Ufer des Karakol-Flusses. Flussabwärts, quasi an den Mündungen jedes Nebenflusses des Talas, befinden sich noch mehr Erz- und Goldvorkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gamal, der aus der Region Talas stammt, kann viele interessante Dinge über den Fluss erzählen, an dem er aufgewachsen ist. „<em>In der Flussaue befindet sich ein wunderschöner Wald. Wie reich Kirgistan ist! Als wäre es erst gestern, kann ich mich daran erinnern, wie Schwärme von Möwen, </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kormorane#Verbreitung_und_Lebensraum"><em>Kormoranen</em></a><em> und Reihern in der Nähe des Kirow-</em><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Zakaznik"><em>Sakasnik</em></a> (sowjetisches Naturschutzgebiet, Anm. d. Red.)<em> überwinterten</em>“, erzählt Soronkulow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gespeist vom geschmolzenen Schnee der Gletscher fließt der Talas 661 Kilometer bis in die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mujunkum">Moıynkum -Wüste</a>, wo er schließlich versiegt. Im Flachland wird das Flusswasser zur Bewässerung genutzt und ist daher seit vielen Jahren für die benachbarten Staaten – Kirgistan und Kasachstan – von großem Interesse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Er ist ein Fluss der guten Nachbarschaft und es ist sehr wichtig, dass er nicht zum Fluss der Zwietracht um Wasser wird</em>!“, betont der Ökologe, „<em>Seit Jahrtausenden gibt der Talas den Menschen Wasser, das sie nährt und tränkt. Wir müssen das Wasser sauber halten und einen Wasserkonflikt mit dem brüderlichen Kasachstan verhindern</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;Gamal Soronkulow betrachtete es als Ehrensache und als seine persönliche Aufgabe, zu verhindern, dass die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Seife_(Geologie)">Seifenlagerstätten</a> am Fluss erschlossen werden. „<em>Das würde zu einer Zerstörung des gesamten Ökosystems des Flusses und des Talas-Tals führen. Sie würden das Flussbett verändern, die Weiden degradieren, die Flora und Fauna der Region ausrotten</em>“, sagt er, <em>„Und für welchen Zweck? Um eine geringe Menge an Gold abzubauen. Das ist inakzeptabel!“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Experte erklärt es folgendermaßen: <em>„Schätzungen zufolge birgt die Uramal-Lagerstätte 11 Kilogramm Gold. Doch die Lagerstätte befindet sich auf einer 600 Hektar großen Fläche eines wunderschönen Auwaldes! Das bedeutet, dass ein Hektar sauberes Flussbett, Wälder und Weide mit einem Wert von 7.000 US-Dollar für weniger als 10 Dollar ´verkauft´ wird.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ökologe ist nicht prinzipiell gegen den Bergbau, aber Umwelt- und Gesundheitsauflagen müssten eingehalten werden. Zudem müssten die Gewinne gerecht verteilt werden. Niemand bestreite, dass die gottgegebene Natur ein großes Naturkapital ist. Doch nur unter einer Bedingung: Wenn es vernünftig genutzt und nicht barbarisch zerstört werde.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="674" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Gamal-Soronkulow.jpg" alt="Gamal Soronkulow" class="wp-image-26506" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Gamal-Soronkulow.jpg 900w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Gamal-Soronkulow-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Gamal-Soronkulow-768x575.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Gamal-Soronkulow-800x600.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption>Gamal Soronkulow</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das Talas-Flussgebiet ist die Heimat von etwa drei Millionen Menschen in Kirgistan und Kasachstan. Im Jahr 2000 unterzeichneten die Länder ein bilaterales Abkommen über die Nutzung der Wasserversorgungswerke am Fluss Talas. Das Dokument verpflichtet Kasachstan, Kirgistan einen Teil der Kosten für die Instandhaltung und die Reparatur von Kanälen, Dämmen und Stauseen zu erstatten, die Eigentum der Kirgisischen Republik sind, aber beide Länder mit Wasser versorgen. Das Abkommen legt nicht fest, welcher Teil des Flusses welchem Staat angehört. Somit bleibt das Prinzip der gleichmäßigen Aufteilung von Ressourcen erhalten, das bereits zur Zeit der Sowjetunion galt. Kasachstan beschwert sich jedoch regelmäßig darüber, dass es nicht die vereinbarte Menge an Wasser erhält. Allerdings leidet Kirgistan selbst unter einer Wasserknappheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tschu-Talas-Wasserkommission ist dabei ein einzigartiges Beispiel für die Zusammenarbeit im Bereich der Wassernutzung: Es werden gemeinsam Wasserbauwerke betrieben, gemeinsame Lösungen für Probleme in der Wasseraufteilung gesucht und auch die Finanzierung erfolgt auf kooperativem Wege. Dabei richtet sich die Kostenbeteiligung proportional nach der Wassermenge, die das jeweilige Land erhält. Gleichzeitig ist es ein außergewöhnliches Beispiel für die internationale Zusammenarbeit in der Anpassung an den Klimawandel in grenzüberschreitenden Flusseinzugsgebieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nichtdestotrotz ist die Wasserknappheit in Angesicht des sich beschleunigenden Klimawandels und des Einflusses des Menschen ein ernstzunehmendes Problem für die Beziehung der Nachbarstaaten. Die Spannungen könnten proportional zu einem sinkenden Flusspegel steigen. Werden die Länder rechtzeitig etwas verändern können?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Weitere Fotos im Originalartikel auf&nbsp;</em><a href="https://vlast.kz/story/43528-talas-i-ego-ludi.html"><em>Vlast</em></a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Wlad Uschakow und Irina Bajramykowa</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Jana Rapp</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Das Projekt „“Developing Journalism &#8211; Exposing Climate Change”“ zielt auf die Identifizierung und Lösung von Problemen des fortschreitenden Klimawandel durch die Entwicklung und Stärkung unabhängiger Medien in Zentralasien. ExpertInnen des </em></strong><a href="https://medialaw.kg/"><strong><em>Zentrums für Medien-Entwicklung</em></strong></a><strong><em> (Kirgistan) sowie der Redaktionen von </em></strong><a href="https://anhor.uz/"><strong><em>Anhor.uz</em></strong></a><strong><em> (Usbekistan), </em></strong><a href="https://asiaplustj.info/"><strong><em>Asia-Plus</em></strong></a><strong><em> (Tadschikistan) und </em></strong><a href="https://vlast.kz/"><strong><em>Vlast</em></strong></a><strong><em> (Kasachstan) leisten Unterstützung als MentorInnen. Das Projekt wurde von </em></strong><a href="https://www.n-ost.org/"><strong><em>n-ost</em></strong></a><strong><em> (Deutschland) und dem Internationalen Zentrum für Journalismus </em></strong><a href="https://medianet.kz/about-us/?lang=en"><strong><em>MediaNet</em></strong></a><strong><em> (Kasachstan) mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) umgesetzt.</em></strong></p>


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<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Zentralasiens Wirtschaft hängt am seidenen Faden der Wasserressourcen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Peggy Lohse]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jul 2020 10:01:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die niedrige Produktivit&#xE4;t der Wasservorr&#xE4;te in Zentralasien bedroht die Industrie, das Wirtschaftswachstum und die soziale Stabilit&#xE4;t der L&#xE4;nder in der Region. Experten der Weltbank empfehlen in einer Studie L&#xF6;sungswege. Das russischsprachige Nachrichtenportal Gazeta.uz in Usbekistan&#xA0;fasste am 16. Juni die wichtigsten Thesen der Studie zusammen. Wir &#xFC;bersetzen den Beitrag mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Die wirtschaftliche [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><b>Die niedrige Produktivität der Wasservorräte in Zentralasien bedroht die Industrie, das Wirtschaftswachstum und die soziale Stabilität der Länder in der Region. Experten der Weltbank empfehlen in einer Studie Lösungswege. Das russischsprachige Nachrichtenportal <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/06/16/review/?">Gazeta.uz</a> in Usbekistan fasste am 16. Juni die wichtigsten Thesen der Studie zusammen. Wir übersetzen den Beitrag mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</b></p>
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<p style="text-align: justify">Die wirtschaftliche Produktivität der Wasserressourcen in Zentralasien bewertet die <a href="http://pubdocs.worldbank.org/en/321061585555266133/CAWEP-Water-Security-Brochure-26-Mar-ru.pdf">Weltbank in ihrem Papier</a> als anhaltend extrem niedrig. Darin liege eines der Hauptprobleme der Wassernutzung, welcher mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden müsse. Einerseits ist die Wasserversorgung nicht immer effektiv: Selbst in Städten sind <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/ein-drittel-der-usbekischen-staedte-hat-keinen-zugang-zur-kanalisation/">nicht alle Haushalte an die Kanalisation</a> angeschlossen, die vorhandene Infrastruktur veraltet und nicht angemessen gewartet. Gleichzeitig ist ein ungebrochener Anstieg der Bevölkerung zu beobachten, wodurch der Druck auf die knappen Wasservorkommen steigt. Zudem verändert sich das Klima in der Region schnell, sodass sich der Wasserbedarf weiter erhöht.</p>
<p><strong>Ineffiziente Wassernutzung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Gegenwärtig, so betont es die Weltbank-Studie, gebe es in Zentralasien zwar keinen Wassermangel. Die zugänglichen Wassermengen pro Kopf in Kasachstan, Kirgistan und Turkmenistan übersteigen die Zahlen der Hälfte der anderen Staaten der Welt. In Tadschikistan und Usbekistan steht zwar weniger Wasser pro Einwohner zur Verfügung, dennoch erleben die Länder noch kein Defizit.</p>
<p style="text-align: justify">Alle zentralasiatischen Staaten gehören zu jenen zehn Prozent der Länder mit den höchsten Wasserverbrauchsdurchschnittswerten pro Kopf. Dieser ist etwa fünfmal höher als der weltweite Durchschnitt. In Einzelfällen ist die Beanspruchung der Wasserreserven exorbitant hoch, heißt es in der Studie.</p>
<p><strong>Lesen Sie auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/die-vereinten-nationen-sagen-dramatischen-wassermangel-fur-zentralasien-voraus/">Die Vereinten Nationen sagen dramatischen Wassermangel für Zentralasien voraus</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die niedrige Effektivität der Wasserressourcen wird derweil dadurch bedingt, dass in der Landwirtschaft bei niedrigem Ertrag viel Wasser verbraucht wird. Außerdem wird das Wasser nicht effizient genutzt. Die Bewässerung muss dringend wirtschaftlich effektiver gestaltet werden. Denn keine der Volkswirtschaften Zentralasiens nutzt, so die Experten der Weltbank, ihr Wasserpotential vollständig aus.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Schnelle Veränderungen erwartet</strong></p>
<p style="text-align: justify">In der Weltbank-Studie werden auch demographische Prognosen vorgestellt. So soll die Bevölkerungs in der Region von gegenwärtig rund 80 Millionen bis zum Jahr 2050 auf 90 bis 100 Millionen wachsen. Die langfristigen Prognosen allerdings bleiben unkonkret: von einer Verdopplung der aktuellen Bevölkerungszahl bis 2100 bis hin zu einem geringen Rückgang.</p>
<p style="text-align: justify">Besonders schwerwiegende wirtschaftliche Folgen wird der <a href="https://novastan.org/de/?s=klimawandel">Klimawandel </a>haben. Die Erwärmung in der Region ist höher als im weltweiten Durchschnitt. Bis zum Jahr 2100 könnte die durchschnittliche Jahrestemperatur hier um fünf bis sechs Grad steigen. Eine solche Erwärmung würde eine frühere Schnee- und Gletscherschmelze nach sich ziehen und die Hochzeiten der Wasserstände in den Flüsse vom Sommer in den Frühling verschieben.</p>
<p><strong>Lesen Sie auch auf Novastan: <a class="mkd-pt-link" href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-und-china-ringen-angesichts-des-klimawandels-um-wasser/" target="_self">Kasachstan und China ringen angesichts des Klimawandels um Wasser</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Weltbank-Prognosen zum zu erwartenden Niederschlag sind derweil außerordentlich unbestimmt: Seine Menge könne steigen, aber im Vergleich zu den Daten der vergangenen Jahre auch sinken. Für ein Wirtschaftswachstum ist eine Umleitung eines Teils der Wasservorräte notwendig, der zur Bewässerung in der Industrie und im Dienstleistungssektor genutzt werden könnte.</p>
<p style="text-align: justify">Sollte dieser Aspekt nicht weiter entwickelt werden, stellt die ineffiziente Nutzung der Wasservorräte eine Gefahr für die produzierenden Industrien und somit für das Wirtschaftswachstum dar. Ein unbefriedigendes Niveau der Wasserversorgung wird Fortschritte des vorhandenen Humankapitals bremsen und die soziale Stabilität bedrohen. Entsprechend der Klimaveränderungen in der Region könnten sich, so befürchten die Experten der Weltbank-Studie, außerdem zwischenstaatliche Spannungen verschärfen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Empfehlung: Politik der Umverteilung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wie kann Zentralasien unter den Bedingungen des Klimawandels die Sicherheit seiner Wasserversorgung und ein aktives Wachstum sicherstellen? Die Autoren der Weltbank-Studie schlagen folgende Antwort vor: eine Staatspolitik, die eine Umverteilung von Wasserressourcen und -risiken ebenso einschließt wie institutionelle Reformen und Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur, insbesondere der Bewässerung.</p>
<p style="text-align: justify">Die Studie schlägt zwei Arbeitsrichtungen auf nationaler Ebene vor:</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Erstens,</strong> Investitionen im Bereich der Wasserversorgung und Sanitärtechnik mit dem Ziel, soziale Stabilität und Entwicklung des Humankapitals zu gewährleisten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zweitens, </strong>eine Reform der Prinzipien, nach denen sich die Verteilung von Wasser richtet und die darauf abzielt, die Effizienz der Ressourcennutzung zu erhöhen. Hier ist demnach eine gemeinsame Planung auf nationaler Ebene zum Umgang mit den Wasservorräten in Flüssen als auch eine Inventur der Wasservorräte und eine Modernisierung der Bewässerungsinfrastruktur nötig. Eine Beteiligung des Wirtschaftssektors an der Bewässerung könnte der Implementierung von Innovationen und der Erhöhung der Produktivität förderlich sein.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Als wichtigster Schwerpunkt der Arbeit auf nationaler und regionaler Ebene nennt die Weltbank-Studie Investitionen in Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, um eine wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit zu gewährleisten. So müssten beide Ebenen die Vorbereitungen auf schwerere Dürrezeiten, veränderte Flusspegel und den steigenden Wasserbedarf aufgrund der Erwärmung vorantreiben. Neben den fünf Staaten Zentralasiens sollte in diese Aufgaben auch Afghanistan als bedeutenden Anlieger des Flusses <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja </a>einbezogen werden.</p>
<p style="text-align: justify">Die weiteren Empfehlunge beinhalten außerdem eine Modernisierung der meteorologischen Dienste sowie der Informationssysteme über die Wasserressourcen, einschließlich kurz- und langfristiger Prognosen, der Anpassung der Betriebsmodi für Stauseen, Investitionen in Wasserkraft sowie der Ausweitung des Stromhandels für eine nachhaltigere wirtschaftliche Reaktion auf den Klimawandel.</p>
<p style="text-align: right"><strong><a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/06/16/review/?">Gazeta.uz</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Peggy Lohse</strong></p>
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		<title>Warum der Aralsee nicht das einzige Umweltproblem Usbekistans ist</title>
		<link>https://novastan.org/de/usbekistan/warum-der-aralsee-nicht-das-einzige-umweltproblem-usbekistans-ist/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Phillip Schroeder]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2020 06:09:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aydarsee]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wassermanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Wassermangel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Zentralasien sind 90 Prozent der Umweltprobleme mit Wasser verbunden. Hiervon berichtet Wadim Sokolow, Leiter der Agentur zur Realisierung von Projekten des internationalen Fonds f&#xFC;r die Rettung des Aralsees. Mit ihm sprach Anhor.uz &#xFC;ber das Aydar-Arnasay-Seensystem und seine Problematik. Wir &#xFC;bersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Tats&#xE4;chlich gibt es in Usbekistan nicht nur [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>In Zentralasien sind 90 Prozent der Umweltprobleme mit Wasser verbunden. Hiervon berichtet Wadim Sokolow, Leiter der Agentur zur Realisierung von Projekten des internationalen Fonds für die Rettung des Aralsees. Mit ihm sprach </strong><a href="https://anhor.uz/ekologiya/pochemu-aral-ne-edinstvennaya-ekoproblema-uzbekistana"><strong>Anhor.uz</strong></a><strong> über das Aydar-Arnasay-Seensystem und seine Problematik. Wir übersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Tatsächlich gibt es in Usbekistan nicht nur das Problem des Aralsees. Es gibt auch in anderen Regionen Umweltprobleme; wie das des Aydar-Arnasay-Seensystems, das sich über die  Regionen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Jizzax">Jizzax</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Navoiy">Navoiy</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Samarqand">Samarkand</a> erstreckt. Auch im Süden des Landes gibt es große Umweltprobleme, zum Beispiel in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Qashqadaryo">Qashqadaryo</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Surxondaryo">Surxondaryo</a>, wo ein ständigen Wassermangel herrscht. Jeder zusätzliche Tropfen Wasser kann dabei helfen diese Umweltprobleme zu lösen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Was genau ist das Problem des Aydar-Arnasay-Seensystems?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aydarsee">Aydarsee</a> (usbekisch Haydarko´l) ist ein natürlicher See, der vor allem durch Grundwasser Zufluss erhielt. 1969 gab es eine große Überschwemmung durch den Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>. In dieser Periode wurde entschieden, fast den gesamten jährlichen Abfluss des Syrdarja in diese Senke zu leiten, um die Bevölkerung am unteren Flusslauf zu retten – besonders in Kasachstan. So bildete sich das berühmte Aydar-Arnasay- Seensystem. Dort befinden sich nun etwa 30-40 Kubikkilometer Wasser. Nur ist es praktisch unmöglich dieses Wasser zu nutzen. Um dies zu ermöglichen, müsste ein Pumpwerk gebaut werden. Das Wasser dort ist kein Süßwasser, sondern eher salzhaltig. Daher ist es schwierig, es für wirtschaftliche Zwecke zu nutzen. Es formierte sich dort ein eigenes Ökosystem: Der Ort zog Fische und Vögel an.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-2030-wie-steht-es-um-das-wassermanagement/"><strong>Zentralasien 2030: Wie steht es um das Wassermanagement?</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Im ursprünglichen Teil des Seensystems, das in Nachbarschaft mit dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schardara-Talsperre">Schardara-Stausee</a> (in Kasachstan, Anm. d. Red.) liegt, gibt es außerdem etwas Süßwasser. Vor zehn Jahren baute Usbekistan dort eine Pumpstation, um es bei Wassermangel für die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Sirdaryo">Region Sirdaryo</a> abzupumpen. Dieses Süßwasser lässt sich zur Herstellung von Getränken und zur Bewässerung nutzen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie steht es heute um das Seensystem?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Heute gibt es zwei Aufgaben – man darf den See nicht sterben und damit an seiner Stelle erneut eine salzhaltige Wüste entstehen lassen. Dieses natürliche Objekt zur Revitalisierung hat eine besondere wirtschaftliche Bedeutung, weil es dort eine große Zahl an Fischen gibt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistans-feuchte-ambitionen/"><strong>Usbekistans feuchte Ambitionen</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">In den letzten Jahren wurden ziemlich angespannte Gespräche mit den kasachischen Kollegen geführt. Kasachstan hat ein großes Projekt zur Verbesserung der Strömung im unteren Syrdarja-Delta realisiert. Kasachstan ist deshalb nicht bereit, Wasser in den Aranasay fließen zu lassen und möchte es stattdessen ausschließlich zu sich selbst leiten. Es gab Verhandlungen und im letzten Jahr wurde sich über folgenden Punkt verständigt: Kasachstan stimmte zu, zu besonders wasserreichen Zeiten 1,5 Kubikkilometer Wasser im Jahr aus dem Schardara-Stausee ausfließen zu lassen, um mithilfe dieses Wassers den See selbst zu unterstützen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Von usbekischer Seite wird vor allem Abwasser in den See geleitet. Wenn dieses nicht verdünnt wird, werden wir wieder einmal ein totes Meer auffinden. Das ist ebenfalls eines der größten Probleme für Usbekistan, das wir zu lösen versuchen und dabei unsere Nachbarn, Freunde und Partner hinzuziehen.</p>
<p style="text-align: right"><strong><a href="https://anhor.uz/ekologiya/pochemu-aral-ne-edinstvennaya-ekoproblema-uzbekistana">Anhor.uz</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Phillip Schroeder</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Quelle</title>
		<link>https://novastan.org/de/bild-des-tages/die-quelle/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Jun 2019 02:58:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Aralsee]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Wassermangel]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein &#xE4;lteres Ehepaar holt sich in einer Ortschaft nahe des Aralsees Wasser aus der einzigen Quelle in der n&#xE4;hreren Umgebung. Foto: Anna Milz (Deutschland) Findet alle unsere Bilder des Tages hier.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/bild-des-tages/die-quelle/">Die Quelle</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein älteres Ehepaar holt sich in einer Ortschaft nahe des Aralsees Wasser aus der einzigen Quelle in der nähreren Umgebung.</p>
<p><strong>Foto: Anna Milz (Deutschland)</strong></p>
<p>Findet alle unsere Bilder des Tages <a href="https://novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">hier</a>.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/bild-des-tages/die-quelle/">Die Quelle</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Weltbank beschuldigt Tadschikistan Wasserressourcen schlecht zu verwalten</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/die-weltbank-beschuldigt-tadschikistan-wasserressourcen-schlecht-zu-verwalten/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/tadschikistan/die-weltbank-beschuldigt-tadschikistan-wasserressourcen-schlecht-zu-verwalten/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Svenja Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Aug 2018 05:53:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wassermangel]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbank]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Vizepr&#xE4;sident der Weltbank f&#xFC;r die Region Europa und Zentralasien, Cyril M&#xFC;ller, kommentierte seinen j&#xFC;ngsten Besuch in Duschanbe und &#xE4;u&#xDF;erte dabei die Meinung, dass Tadschikistan seine Wasserressourcen ineffizient verwalten w&#xFC;rde. Die folgende Meldung erschien im Original auf Sputnik. Tadschikistan w&#xFC;rde verschwenderisch mit seinen Wasserressourcen umgehen, teilte der Vizepr&#xE4;sident der Weltbank f&#xFC;r Europa und Zentralasien, Cyril [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Der Vizepräsident der Weltbank für die Region Europa und Zentralasien, Cyril Müller, kommentierte seinen jüngsten Besuch in Duschanbe und äußerte dabei die Meinung, dass Tadschikistan seine Wasserressourcen ineffizient verwalten würde. Die folgende Meldung erschien im Original auf <a href="https://ru.sputnik-tj.com/country/20180623/1025919963/vsemirnyy-bank-obvinil-tajikistan-plohom-upravlenii-vodnymi-resursami.html">Sputnik</a>.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Tadschikistan würde verschwenderisch mit seinen Wasserressourcen umgehen, teilte der Vizepräsident der Weltbank für Europa und Zentralasien, Cyril Müller, via <a href="https://twitter.com/WorldBankECA/status/1009915135345995776">Twitter</a> mit. Müller habe durch Gespräche mit Kollegen und Ortsansässigen erfahren, dass viele Familien in Tadschikistan noch Probleme bei dem Zugang zu Wasser – einer der wichtigsten Lebensquellen auf der Erde &#8211; haben.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Dies ist besonders überraschend angesichts der Tatsache, dass Tadschikistan das wasserreichste Land unter den Ländern Zentralasiens ist“</em>, schreibt Müller.</p>
<p style="text-align: justify">Laut Müller hat Tadschikistan zwar keinen Meereszugang, dafür weise Tadschikistan aber eine Landschaft und eine Topografie auf, die hauptsächlich aus Gletschern und Bergen besteht, welche die Wasserressourcen genügend auffüllen.</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/">Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</a> </strong></p>
<p style="text-align: justify"><em>„Die ineffiziente Verwaltung von Wasserressourcen und die baufällige Bewässerungsinfrastruktur sorgen jedoch dafür, dass das Land diese wertvolle Ressource nicht vollständig ausschöpft. Mehr als zwei Drittel der 9 Millionen Einwohner des Landes lebt in ländlichen Gebieten, wo der Zugang zu Wasser noch ein ernstes Problem ist“</em>, fügt der Vizepräsident hinzu.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Jeder vierte Haushalt leidet an Wasserknappheit</strong></p>
<p style="text-align: justify">In dem kürzlich veröffentlichten Bericht der Weltbank „<a href="http://documents.worldbank.org/curated/en/752561504072736154/Overview">Das Glas ist halbvoll</a>“ wird gezeigt, dass jeder vierte Haushalt in Tadschikistan unter Wasserknappheit leidet. Ebenfalls in dem Bericht wird erwähnt, dass es durch Brüche an den Haupt-und Verteilungswasserrohren immer wieder zu Unterbrechungen in der Wasserversorgung kommt. In ländlichen Gebieten können diese Unterbrechungen mitunter mehr als eine Woche dauern.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Ich war sehr ermutigt von den fruchtbaren Diskussionen, die im Rahmen der multilateralen Konferenz zur internationalen Aktionsdekade „Wasser für nachhaltige Entwicklung, 2018-2028“ stattfanden, bei der alle übereinstimmten, dass die Probleme nicht im Alleingang von einzelnen Ländern gelöst werden können&#8220;</em>, sagte Mueller. Er fügte hinzu, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zudem wirtschaftliche Vorteile bringen kann.</p>
<p style="text-align: right"><strong><a href="https://ru.sputnik-tj.com/country/20180623/1025919963/vsemirnyy-bank-obvinil-tajikistan-plohom-upravlenii-vodnymi-resursami.html">Sputnik</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Svenja Petersen</strong></p>
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		<title>Die Vereinten Nationen sagen dramatischen Wassermangel für Zentralasien voraus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jun 2018 15:16:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieses Jahr l&#xE4;sst sich ein deutlicher R&#xFC;ckgang der Schneedecke beobachten, welche die Flusssysteme der beiden zentralasiatischen Hauptstr&#xF6;me Amudarja und Syrdarja speist. Besonders vom Wassermangel betroffen d&#xFC;rfte Usbekistan sein. Die Meldung erschien im russischen Original bei Kommersant.uz. Laut Materialien des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen wird 2018 der Wasserspiegel des Amudarja w&#xE4;hrend der Vegetationsperiode nur 40 Prozent [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Dieses Jahr lässt sich ein deutlicher Rückgang der Schneedecke beobachten, welche die Flusssysteme der beiden zentralasiatischen Hauptströme </strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja"><strong>Amudarja</strong></a><strong> und </strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja"><strong>Syrdarja</strong></a><strong> speist. Besonders vom Wassermangel betroffen dürfte Usbekistan sein. Die Meldung erschien im russischen Original bei </strong><a href="http://kommersant.uz/"><strong>Kommersant.uz</strong></a><strong>.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Laut Materialien des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen wird 2018 der Wasserspiegel des Amudarja während der Vegetationsperiode nur 40 Prozent der erforderlichen Norm betragen. Daten der Satellitenplattform <a href="https://terra.nasa.gov/about/terra-instruments/modis">Terra Modis</a> zeigen, dass sich im Vergleich zum Vorjahr ein bedeutender Rückgang der Schneedecke in den Quellgebieten von Amudarja und Syrdarja beobachten lässt. In näherer Zukunft könnte dies starke Dürre verursachen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ende Mai teilte der Präsident Usbekistans <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Schawkat Mirsijojew</a> mit, dass 2018 aufgrund des trockenen Wetters die Anbaufläche für Reis auf 58 Prozent zurückgefahren werde. Doch nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Energiewirtschaft ist vom Klimawandel betroffen und ist dem Risiko von Naturkatastrophen ausgesetzt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wirtschaftlicher Schaden</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Laut einigen Schätzungen betrage der Schaden, der in der Region durch Dürre und Überflutungen verursacht wird, ungefähr 1,3 Prozent des jährlichen Bruttoinlandprodukts (BIP). Falls keine Mittel dagegen ergriffen werden sollten, werde der Schaden, der durch die negativen Folgen des Klimawandels verursacht wird, noch steigen. Verschiedene Schätzungen gingen hierbei von 2 bis 5 Prozent des BIP bis zum Jahr 2050 aus, erklärte der Direktor des <a href="https://www.carececo.org/en/main/">Regionalen Ökologiezentrums für Zentralasien</a> Iskandar Abdullajew bei der Eröffnung des Zentralasiatischen Ökologieforums in Taschkent.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/">Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Er sehe es als zwingend notwendig an, dass die zentralasiatischen Länder alle Kräfte vereinen, um sich an den Klimawandel anzupassen und die Umwelt zum Zwecke einer widerstandsfähigen Entwicklung der ganzen Region zu schützen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Regionale Zusammenarbeit aktivieren</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der stellvertretende Premierminister Usbekistans Nodir Otaschonow merkte in seinem Grußwort an die Teilnehmer des Forums an, dass mehr als 90 Prozent der Agrarfläche in Zentralasien künstliche Bewässerung brauche. Das Überleben von 80 Prozent der regionalen Bevölkerung, welche in der Landwirtschaft arbeiten, hänge direkt vom Zugang zu Wasser ab. Deswegen sei das Problem des Wasserdefizits für die Länder Zentralasiens weiterhin aktuell.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistans-feuchte-ambitionen/">Usbekistans feuchte Ambitionen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Aus diese Grund schlägt Usbekistan vor, die gemeinsame Erarbeitung und Abstimmung von Dokumenten zu aktivieren, welche von Seiten der Vereinten Nationen im Rahmen  der „Konvention über die Nutzung von Wasserressourcen der Flüsse Amudarja und Syrdarja“ vorgelegt wurden. Dabei müssten unbedingt die Interessen der Staaten der Region berücksichtigt werden.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Im Original auf </strong><a href="http://kommersant.uz/"><strong>Kommersant.uz</strong></a></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>
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