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	<title>Umwelt &amp; Technologie Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Umwelt &amp; Technologie Archives</title>
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		<title>Gipfel in Astana zu Umweltproblemen in Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 06:24:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Regional Ecological Summit, der vom 22. bis 24. April 2026 in Astana stattfand, ist Teil der fortgesetzten zentralasiatischen Bem&#xFC;hungen zur Bek&#xE4;mpfung der Folgen der globalen Erw&#xE4;rmung. Als erste gro&#xDF;e Plattform f&#xFC;r die Entwicklung koordinierter L&#xF6;sungen auf regionaler Ebene brachte der Regional Ecological Summit (RES)&#xA0;Expert:innen, internationale Organisationen und Regierungsvertreter:innen f&#xFC;r zwei Tage Diskussionen und Verhandlungen [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Regional Ecological Summit, der vom 22. bis 24. April 2026 in Astana stattfand, ist Teil der fortgesetzten zentralasiatischen Bemühungen zur Bekämpfung der Folgen der globalen Erwärmung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als erste große Plattform für die Entwicklung koordinierter Lösungen auf regionaler Ebene brachte der <a>Regional Ecological Summit (RES)</a>&nbsp;Expert:innen, internationale Organisationen und Regierungsvertreter:innen für zwei Tage Diskussionen und Verhandlungen zusammen. Organisiert wurde der Gipfel vom <a>kasachstanischen</a>&nbsp;Ministerium für Ökologie und natürliche Ressourcen in Partnerschaft mit der UNO. Im Mittelpunkt stand die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Staaten, da sowohl natürliche Ressourcen als auch ökologische Katastrophen grenzüberschreitender Natur seien.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Am Ende der Konferenz wurde von den zentralasiatischen Staatschefs eine Erklärung zu Ökologie und nachhaltiger Entwicklung verabschiedet. Unter dem Titel <em>„Ökologische Solidarität Zentralasiens“</em> legt dieses Dokument eine gemeinsame regionale Position zu den größten Umweltproblemen der Region fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Für Zentralasien ist der Klimawandel keine Zukunftsprojektion mehr“,</em> erklärte der kasachstanische Umweltminister <a>Jerlan Nysanbaev</a>&nbsp;. <em>„Er ist ein Faktor, der direkt unsere Wasser- und Energieressourcen betrifft, aber auch Landwirtschaft, Infrastruktur und öffentliche Gesundheit.“ </em>Daher sei die Klimapolitik nicht mehr nur eine ökologische Frage, sondern auch eine Frage der <em>„wirtschaftlichen Resilienz, regionalen Sicherheit und Qualität der öffentlichen Verwaltung“.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Wüstenbildung und Bedarf an Wiederaufforstung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der wichtigsten behandelten Punkte war die zunehmende Wüstenbildung in der Region, die die Wasserressourcen drastisch reduziert. Wie der Vorsitzende des usbekistanischen Komitees für Ökologie und Klimawandel, Aziz Abduhakimov, betonte, verwandeln sich in Zentralasien wissenschaftlichen Schätzungen zufolge jede Minute neun Quadratmeter Land in Wüste. Dies betrifft große zentralasiatische Seen, deren Wasserstand kontinuierlich sinkt, insbesondere das Kaspisches Meer und den Aralsee.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gesamte Fläche ausgetrockneter Meeresböden, die sich Kasachstan im Norden und Usbekistan im Süden teilen, umfasst heute rund 6 Millionen Hektar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/heuschrecken-bekaempfung-die-herausforderungen-in-zentralasiatischen-laendern/">Heuschrecken-Bekämpfung: Die Herausforderungen in zentralasiatischen Ländern</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Folge wird die Wasserversorgung unberechenbarer, was den Zugang zu Wasser erschwert. Um diesem Problem zu begegnen, sieht die Erklärung von Astana die Entwicklung neuer datengestützter Technologien vor, die auf Oberflächen- und Grundwasserdaten basieren und eine vorausschauende Wasserbewirtschaftung ermöglichen sollen, etwa durch die Digitalisierung von Kanälen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Priorität besteht nicht mehr darin, die Wasserversorgung zu erhöhen, sondern die Effizienz ihrer Nutzung zu verbessern“</em>, erklärte der kasachstanische Vizeminister für Wasserressourcen und Bewässerung, Talgat Momyşev. Die Regierung subventioniere derzeit bis zu 80 Prozent der Kosten solcher wassersparenden Technologien, was einen <em>„grundlegenden Wandel hin zu einer rationalen und wirtschaftlich sinnvollen Wasserbewirtschaftung“ </em>darstelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="http://?">Wie der Kokaral-Damm in Kasachstan den Aralsee wiederbeleben will</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich wurde auf dem Gipfel eine neue Initiative Kasachstans verabschiedet: der <em>„Grüne Schild Zentralasiens</em>“, ein umfangreiches Wiederaufforstungsprojekt. Der Aufbau von Waldnetzen ist in der Region nicht neu, insbesondere in Kasachstan, wo seit 1997 ein 102.000 Hektar großer Waldgürtel um die Hauptstadt Astana angelegt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Umweltminister Nysanbaev zeige dies, dass <em>„selbst in zuvor für Waldökosysteme ungeeigneten Gebieten die Wiederherstellung von Ökosystemen möglich ist, wenn sie auf Wissenschaft, vorausschauender Planung und professionellem Forstwissen basiert“</em>. Der kasachstanische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> wies zudem darauf hin, dass Kasachstan in den letzten fünf Jahren über 1,5 Milliarden Bäume gepflanzt habe und dass <a href="http://?">36 Prozent</a> des kasachstanischen Teils des Aralsees durch ökologische Maßnahmen wiederhergestellt worden seien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein bewusstes Bedürfnis nach Zusammenarbeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Gipfel wurden weitere Maßnahmen angekündigt, um die Luftqualität zu verbessern, die Biodiversität zu erhalten, die Ernährungssicherheit zu gewährleisten, chemische Abfälle zu verwalten, Plastikverschmutzung zu bekämpfen und ökologische Innovationen in Zentralasien zu fördern. Besonders betont wurde die Notwendigkeit der Zusammenarbeit. <em>„All diese Herausforderungen sind ihrer Natur nach grenzüberschreitend und erfordern gemeinsame politische Entscheidungen und Investitionen“</em>, betonte der Präsident der COP29 und Klimabeauftragte Aserbaidschans, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Mukhtar_Babayev">Mukhtar Babayev</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/vereinte-nationen-kuendigen-duerre-fuer-zentralasien-an/">Vereinte Nationen kündigen Dürre für Zentralasien an</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Erklärung „Ökologische Solidarität Zentralasiens“ schlug Kasachstan zudem die Schaffung einer internationalen Wasserorganisation innerhalb der UNO vor, allerdings ohne konkreten Finanzierungsplan. Außerdem forderten die zentralasiatischen Staaten stärkere internationale finanzielle Unterstützung zur Bewältigung ihrer Umweltprobleme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bleibt abzuwarten, ob die Länder ihre Interessen und Ressourcen koordinieren können, um ihre Ziele zu erreichen. Der Gipfel von Astana hat zumindest eine neue Erzählung im Kampf gegen den Klimawandel vorgeschlagen – mit dem Bewusstsein, dass geteilte Risiken zu gemeinsamen Lösungen werden können.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eloise Thompson für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/environnement/a-astana-un-sommet-sur-les-defis-environnementaux-specifiques-a-l-asie-centrale/">Französischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a id="_msocom_1"></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kökjide. Öl-Steppe – Was hat das Erdöl den Dörfern in der Region Aqtöbe gebracht?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vlast]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2026 06:21:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Aqtöbe]]></category>
		<category><![CDATA[Gas]]></category>
		<category><![CDATA[Kökjide]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unter dem Sandmassiv K&#xF6;kjide in dem im Westen Kasachstans gelegenen Gebiet Aqt&#xF6;be liegen betr&#xE4;chtliche &#xD6;lvorkommen. Doch von dem Reichtum unter der Erde kommt in den D&#xF6;rfern rund um das K&#xF6;kjide wenig an. Eine Reportage von unserem Partnermedium Vlast. &#x201E;Lasst uns nicht einreden, dass wir ohne &#xD6;l zugrunde gehen. Unsere Vorfahren lebten auch ohne &#xD6;l, h&#xFC;teten [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Unter dem Sandmassiv Kökjide in dem im Westen Kasachstans gelegenen Gebiet Aqtöbe liegen beträchtliche Ölvorkommen. Doch von dem Reichtum unter der Erde kommt in den Dörfern rund um das Kökjide wenig an. Eine Reportage von unserem Partnermedium Vlast.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Lasst uns nicht einreden, dass wir ohne Öl zugrunde gehen. Unsere Vorfahren lebten auch ohne Öl, hüteten ihr Vieh und bestellten das Land“</em>, sagt Ardak Kubaş, eine Aktivistin aus dem kleinen Dorf Kenqiıaq im Gebiet <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be_(Gebiet)">Gebiet Aqtöbe</a>. Sie hebt die Hand und zeigt auf das Sand-Massiv Kökjide, das auf den ersten Blick an typische Szenen aus dem Westen Kasachstan erinnert: Dünen, gleißende Sonne und verstreute, verwitterte Ölpumpen. Einige von ihnen, mit Staub und Rost bedeckt, stehen still, andere fördern weiterhin Öl. Direkt dahinter lodern Flammen auf – Ölfackeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einheimischen sagen, unter ihnen verberge sich ein „Meer“. Dabei handelt es sich um Grundwasser unter dem Sand – bis zu eineinhalb Milliarden Kubikmeter Wasser, möglicherweise sogar trinkbar.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im Bezirk Temir liegen rund um diese Sandvorkommen vier Ölarbeiter-Siedlungen: Kenqiıaq, Şubarşi, Saryköl und Bäşenköl. Sie stehen seit Langem vor der Wahl: Entweder sie schützen ihre größte Grundwasserquelle vor Kontamination und riskieren damit wirtschaftliche Einbußen. Oder sie erhalten die Produktion aufrecht und ermöglichen so die weitere Entwicklung der Siedlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einwohner:innen sind sich jedoch einig, dass ihre Dörfer im Laufe der Jahre nie einen wirklichen Nutzen aus der Ölförderung gezogen haben, sondern lediglich gesundheitliche Probleme und mögliche Wasserverschmutzung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kenqiıaq</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gebiet Aqtöbe ist die größte Region Kasachstans – mit einer Fläche in etwa so groß wie Polen oder Italien. Die weitläufige Steppe ist jedoch dünn besiedelt: Die Bevölkerungsdichte beträgt nur 3,16 Einwohner pro Quadratkilometer – die zweitniedrigste im ganzen Land. Insgesamt leben in der Region 950.000 Menschen, mehr als 60 Prozent davon – 585.000 – in der Gebietshauptstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be">Aqtöbe</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um Kenqiıaq, einen der wichtigsten Ölumschlagplätze der Region, zu erreichen, fahren wir von Aqtöbe mehr als zwei Stunden Richtung Süden. Das Dorf ist Endpunkt von Ölpipelines, die Öl aus dem Gebiet Aqtöbe nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atyrau">Atyrau</a> oder ins <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qysylorda_(Gebiet)">Gebiet Qyzylorda</a> und von dort weiter nach China transportieren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kenqiıaq ist nicht nur ein Zentrum der Ölindustrie (was sich auch im Stadtlogo widerspiegelt), sondern mit weniger als 8.000 Einwohnern auch das größte der drei benachbarten Dörfer. Şubarşi und Saryköl mit zusammen rund 6.000 Einwohnern sind nur wenige Autominuten entfernt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was diese Siedlungen von vielen anderen unterscheidet, ist eine engagierte Gruppe von Bürgerrechtsaktivist:innen. Eine von ihnen ist Ardak Kubaş. <em>„Eigentlich sollten die Menschen nicht in Kenqiıaq leben. Es sollte nur eine einfache, temporäre Arbeitersiedlung sein. Vielleicht sollten alle dort wegziehen“</em>, sagt sie.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/973b36a66e3082ff09871a80cb4c5e97-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44447" style="aspect-ratio:1.4992828635569968;width:751px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/973b36a66e3082ff09871a80cb4c5e97-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/973b36a66e3082ff09871a80cb4c5e97-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/973b36a66e3082ff09871a80cb4c5e97-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/973b36a66e3082ff09871a80cb4c5e97-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/973b36a66e3082ff09871a80cb4c5e97.jpg 1800w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ardak Kubaş</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wir fahren mit ihr nach Kenqiıaq, das sich kaum von typischen kasachstanischen Dörfern unterscheidet: Einzelhäuser, ältere Menschen, die auf Bänken entspannen, Menschen, die zur Arbeit eilen, Sand und der Wind, der ihn verweht. Noch sind keine Ölförderanlagen zu sehen, obwohl sich im südlichen Teil des Dorfes bereits Anlagen der Ölgesellschaft befinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der neue Sportkomplex und der vor einigen Jahren verlegte Asphalt fallen hier besonders auf. Er weist bereits Risse und Schlaglöcher auf, ist aber immer noch gut befahrbar. Dennoch könne man das Dorf kaum als „Ölsiedlung“ bezeichnen, meint Kubaş.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Na gut, sollen sie uns doch vergiften, aber dafür bekommen wir nichts zurück“</em>, beklagt sie sich. <em>„Als die Firmen [hier] noch staatlich waren, stellten sie vier Kindergärten. Als der chinesische Investor kam, hat er sie abgeschafft. (&#8230;) Wir haben viele Kinder mit Behinderungen. Sie könnten auf Firmenkosten ein Rehabilitationszentrum für sie bauen. Das Gemeindezentrum befindet sich in der ehemaligen Kantine der Ölarbeiter. In all den Jahren ist nichts passiert; das ist eine Schande. Sie könnten uns wenigstens 50 statt 20 Prozent für die Umweltschäden zahlen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hauptbetreiber der lokalen Ölförderung ist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/CNPC-AktobeMunaiGas">CNPC-AktobeMunaiGas</a>, eine Tochtergesellschaft des führenden chinesischen Ölkonzerns CNPC. CNPC-AktobeMunaiGas hält außerdem 51 Prozent der Anteile an KMK Munai, einem weiteren Ölunternehmen, das im Kökjide tätig ist. Drei weitere private Unternehmen sind ebenfalls in der Region aktiv: Kazakhoil Aqtöbe, Oriktau Operating und <a href="https://adaoil.kz/en/">Ada Oil</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„In Kenqiıaq und Şubarşi ist die Luft schlecht. Manchmal stoßen die Fabriken Abgase aus, und all diese giftigen Gase sind unerträglich“</em>, sagt Kubaş. Die Häuser in den umliegenden Dörfern, mit Ausnahme von Başenköl, sind vollständig mit Gas belastet.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/9505d35485c482f0894c21329fed994b-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44448" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/9505d35485c482f0894c21329fed994b-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/9505d35485c482f0894c21329fed994b-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/9505d35485c482f0894c21329fed994b-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/9505d35485c482f0894c21329fed994b-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/9505d35485c482f0894c21329fed994b.jpg 1800w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Moschee von Kenqiıaq befindet sich in einem ehemaligen Fabrikgebäude</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre größte Sorge gilt aber der Wasserversorgung. Kubaş sagt, früher sei es <em>„wie unter Belagerung“</em> gewesen. Stundenlang mussten sie an der Pumpe anstehen, um Wasser zu bekommen. Jetzt gibt es zwar Wasser, aber es ist <em>„schwarz wie Cola“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Ölkonzerne hielten einst Anhörungen ab. Und zwar nicht hier, sondern in einem anderen Dorf im Bezirk Mugaljar, wohin sie Arbeiter ihrer Werke gebracht hatten. Wir erfuhren davon und eilten dorthin. Dann stellten wir ihnen das schwarze Wasser […] direkt vor die Nase. Sie nahmen es entgegen, aber was ist dabei herausgekommen? Nichts“</em>, sagt Kubaş.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend herrscht im Dorf reges Treiben: Die Menschen drängen sich um die Läden, die Arbeiter der Ölgesellschaft suchen Zimmer in den örtlichen kleinen Hotels, die eher Hostels gleichen, alle kehren von der Arbeit zurück.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Saryköl und Şubarşi</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die benachbarten Dörfer Saryköl und Şurbarşi unterscheiden sich kaum von Kenqiıaq. &nbsp;Sie liegen beiderseits einer Landstraße, von der die Zufahrtsrampen zu den Anlagen und Lagertanks der Ölgesellschaften abgehen. Die Ruinen ehemaliger Anlagen des staatlichen Ölkonzerns sind überall sichtbar. Heute sind es größtenteils leere Grundstücke, umgeben von einem alten Zaun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einwohner:innen befürchten, dass die Ölkonzerne planen, ihre Aktivitäten einzuschränken und an einen anderen Standort zu verlegen. <em>„Sie stellen niemanden ein“</em>, sagt der 60-jährige Erkebulan (Name auf Wunsch durch Vlast geändert), der in Şubarşi geboren wurde. <em>„Und außer ihnen, den Chinesen, gibt es sonst niemanden. Nur Viehzucht. Uns Alte stellen sie ganz bestimmt nicht ein. Auch für die Jungen ist es schwer. Am meisten ärgern uns die Preise. Die Gaspreise steigen jeden Monat, und sie fördern es direkt hier, nur einen Steinwurf entfernt. Wir schlucken dieses Gift und zahlen wie alle anderen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Einwohner:innen der drei Dörfer bitten darum, dass sie nicht fotografiert und ihre Klarnamen nicht verwendet werden. Sie alle sind in irgendeiner Weise mit den Ölkonzernen verbunden, die sie kritisieren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d0a475ed01dcd7a8d29ea5369d03321d-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44449" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d0a475ed01dcd7a8d29ea5369d03321d-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d0a475ed01dcd7a8d29ea5369d03321d-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d0a475ed01dcd7a8d29ea5369d03321d-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d0a475ed01dcd7a8d29ea5369d03321d-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d0a475ed01dcd7a8d29ea5369d03321d.jpg 1800w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Einer von ihnen, der 60-jährige Temirlan, arbeitet sein ganzes Leben lang in der Ölindustrie der Region. <em>„Ich war im Transportwesen tätig, als das Unternehmen noch staatlich war. Nachdem ein Investor kam und die Privatisierung stattfand, wurde alles schlimmer. […] Die Bedingungen sind schlechter und die Löhne niedriger“</em>, sagt der Mann und blickt sich um. <em>„Sieht man überhaupt, dass hier Öl und Gas gefördert werden? Unsere Dörfer sind denen völlig egal.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Temirlan bestätigt die Umweltprobleme. <em>„Ich habe früher an einer Bohranlage gearbeitet. Zur Aufbereitung werden 350 Tonnen Säure in den Boden gepumpt. Aber wohin damit? Sie tritt an die Oberfläche. Sehen Sie sich dieses Land an. Früher haben wir hier Fußball gespielt, es war grün. Aber jetzt ist alles weg. Jedes Haus hatte eine Pumpe, und wir haben von dort Wasser geholt. Jetzt ist das unmöglich. Ich glaube, man kann sich mit diesem Wasser nicht einmal mehr waschen“</em>, sagt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Nähe eilt der 58-jährige Qaısar (Name durch Vlast geändert) zum Laden. Er schnappt sich Lebensmittel, schwingt sich aufs Fahrrad und fährt schnell ins Dorfzentrum, wo sich ältere Männer versammeln. <em>„Das Öl zerstört alles“</em>, sagt Qaısar. <em>„Wenn sie das Gas aufdrehen, erstickt das ganze Dorf. Sie hören erst auf, wenn wir Lärm machen. Was für eine Schande! Ölland!“</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/29e39db790304796bdc5cfaf44143e93-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44450" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/29e39db790304796bdc5cfaf44143e93-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/29e39db790304796bdc5cfaf44143e93-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/29e39db790304796bdc5cfaf44143e93-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/29e39db790304796bdc5cfaf44143e93-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/29e39db790304796bdc5cfaf44143e93.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Einwoher Saryköls</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Er kommt am örtlichen Verwaltungsgebäude an, gegenüber der Bushaltestelle. Dort haben sich etwa ein Dutzend Männer versammelt, die meisten von ihnen Rentner. <em>„Es gibt Arbeit für jeden, der sucht. Es gibt viele private Aufträge; ja, alles ist privatisiert worden“</em>, sagt einer von ihnen, der früher auch in der Ölbranche gearbeitet hat. Auf die Frage, ob das gut sei, antwortet er: „Was ist denn daran gut?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein anderer Mann fügt hinzu, dass alles <em>„von Öl und Gas verrottet“</em> sei: <em>„Die Leute werden krank. Jeder hier ist krank. Das Wasser ist widerlich, aber was soll man machen? Man muss es trinken.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Firmengelände</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwanzig Kilometer von den Dörfern entfernt liegt Bäşenköl, das dem Kökjide am nächsten liegt. Von Kenqiıaq und Şubarşi gibt es keine Wegweiser nach Bäşenköl, obwohl mehrere Straßen dorthin führen. Ein Versuch, die Straße entlang des Geländes der Ölgesellschaften zu nehmen, scheiterte jedoch. Sicherheitskräfte halten uns an und erklären uns, dass dies verboten sei. Man müsse eine andere Straße nehmen. Laut einer Stellungnahme der Regionalverwaltung des Gebiets Aqtöbe sei das Firmengelände jedoch nicht eingezäunt, und die Einwohner:innen der umliegenden Siedlungen hätten ungehinderten Zugang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fahrt nach Bäşenköl dauert aufgrund der unebenen Straße, die das Auto ständig durchschüttelt, etwa eine halbe Stunde. Geschwindigkeiten über 40 km/h sind in einem Pkw gefährlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der gesamten Fahrt begegneten wir nur wenigen Autos, weidendem Vieh und keinerlei Hinweisschildern. Unweit des Dorfes befinden sich die Anlagen der Ölgesellschaft Ada Oil, dahinter eine Anhöhe und eine große Schranke. Wir geben an, dass wir nach Bäşenköl fahren, woraufhin die Straße für uns freigegeben wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die letzten zwölf Familien</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Erst kurz vor dem Dorf taucht das rostende grüne Schild „Bäşenköl“ auf, neben einem Strommast – das einzige Zeichen der Moderne. Aus der Ferne könnte man meinen, es handele sich nur um ein paar vereinzelte Datschen. Doch es ist ein Dorf mit lediglich zwölf Familien.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/e02e60f9448436246ee13b401fe6f01d_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44451" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/e02e60f9448436246ee13b401fe6f01d_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/e02e60f9448436246ee13b401fe6f01d_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/e02e60f9448436246ee13b401fe6f01d_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/e02e60f9448436246ee13b401fe6f01d_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/e02e60f9448436246ee13b401fe6f01d_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Hier gibt es keine Straßen; man kann sich nur anhand der Autospuren im Sand fortbewegen. Überall liegen Ruinen, Überreste von Häusern, Kühen und Pferden. In der Nähe beladen zwei junge Männer einen Anhänger. Ihr Vater, Arman, schaut ihnen zu und hält ein kleines Mädchen im Pikachu-Kostüm auf dem Arm.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Sie sehen den Zustand des Dorfes. Wir brauchen hier Gas. Ada Oil fördert hier Gas. Es gibt zwar eine ständige Wasserversorgung, aber sie sollten eine Straße nach Kenqiıaq bauen. Es gibt keine Schule. Wenn wir Kinder haben, schicken wir sie nach Saryköl oder Kenkiyak. Es gibt keine Busse dorthin. Strom ist alles, was wir hier haben. Deshalb zieht niemand hierher; sie wollen ihre Häuser nicht mit dem Ofen heizen müssen“</em>, sagt er und blinzelt gegen den kalten Wind.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/f82c75c95ac63ba93acca0114c79be02_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44452" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/f82c75c95ac63ba93acca0114c79be02_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/f82c75c95ac63ba93acca0114c79be02_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/f82c75c95ac63ba93acca0114c79be02_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/f82c75c95ac63ba93acca0114c79be02_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/f82c75c95ac63ba93acca0114c79be02_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Arman wohnte in der Nähe und zog vor zwei Jahren hierher, um sein Vieh weiden zu lassen. Er besitzt nun sechs Kühe. <em>„Früher war es ein wunderschönes Dorf. Doch als die Wirtschaftskrise begann, sind alle weggezogen. Wenn sie jetzt alles gut herrichten, werden die Leute zurückkommen“</em>, glaubt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Ölförderung angesprochen, erklärt er, dass sie an die örtlichen Gegebenheiten gewöhnt seien und dass Ada Oil die Anwohner:innen nach Kräften unterstütze. „<em>Sie stellen Leute ein. Sie liefern uns drei Tonnen Kohle pro Jahr. Wer Geräte oder einen Traktor für seinen Hof braucht, kann sich einen besorgen. Bei den Überschwemmungen halfen sie uns mit ihren Geräten, das Dorf am Laufen zu halten“</em>, sagt er.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/88c0361be29994efaa2899abb94f08d3-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44453" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/88c0361be29994efaa2899abb94f08d3-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/88c0361be29994efaa2899abb94f08d3-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/88c0361be29994efaa2899abb94f08d3-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/88c0361be29994efaa2899abb94f08d3-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/88c0361be29994efaa2899abb94f08d3.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dann nähert sich aus der Ferne der 65-jährige Edilhan, der hier geboren wurde und schwerfällig von einem Fuß auf den anderen tritt. Er trägt Arbeitskleidung der Ölgesellschaft. <em>„Ich habe mein ganzes Leben lang mit Vieh gearbeitet. Sehen Sie, hier ist alles leer, es gibt nichts. Im Frühling und Herbst kann man unmöglich laufen, überall ist Matsch, und im Winter gibt es Schneestürme. Wenn man krank wird, kommt kein Krankenwagen. Man geht zu Ada Oil, die helfen einem“</em>, sagt Edilhan lächelnd. <em>„Das ist meine Heimat. Alle meine Nachkommen leben in Saryköl. Aber ich kann nicht weg. Das ist meine Heimat.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Akim des Volkes</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Makar Utegenov ist wohl die bekannteste Persönlichkeit in den Dörfern. Er war Akim (Bürgermeister, Anm. d. Ü.) von Kenqiıaq, heute ist er Landwirt und engagiert sich in der lokalen Zivilgesellschaft. Fast jeder Einwohner der Dörfer spricht über ihn und möchte lokale Angelegenheiten mit ihm besprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir fahren zu seinem Hof, der zehn Minuten von Kenqiıaq entfernt mitten in der kargen Steppe liegt. Lastwagen und die Landarbeiter selbst stehen vor dem kleinen Haus, in dem sie wohnen. Einer von ihnen, ein älterer Mann in Arbeitskleidung, verabschiedet sich von Utegenov, da er <em>„dringend zum Dienst“</em> müsse. Der ehemalige Akim winkt ihm freundlich zum Abschied.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 62-jährige Utegenov führt uns ins Wohnzimmer, wo er auf einem Sofa Platz nimmt, hinter dem ein großes, gesticktes Porträt seiner Eltern hängt. <em>„Mein Vater hat sich nach seiner Pensionierung 1997 um den Hof gekümmert. Er starb fünf Jahre später, und ich habe nichts aufgegeben. Ich habe alles weiterentwickelt. Wir haben hier Kamele, Kühe, Widder, Schafe und Pferde. Alle möglichen Tiere“, </em>sagt Utegenov, der fast sein ganzes Leben in der Öl- und Gasindustrie gearbeitet hat.<em> „Jetzt ist es nur noch der Hof. Er reicht für die Familie. Ansonsten habe ich momentan keine Arbeit. Ich wurde aus dem Staatsdienst entlassen. Anscheinend fehlen mir die nötigen Qualifikationen für diesen Job.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Utegenov wurde 2019 in einer Direktwahl zum Akim von Kenqiıaq gewählt. Anschließend veranlasste er die Asphaltierung der Straßen, die Sanierung baufälliger Gebäude, verabschiedete einen Flächennutzungsplan für das Dorf und legte neun Entwicklungsprogramme den Gebiets- und der Bezirksverwaltung vor. Diese fanden jedoch keine Unterstützung. 2023 wurde er seines Amtes enthoben.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/b97820d837575d6065de19d7ff91d93f_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44454" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/b97820d837575d6065de19d7ff91d93f_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/b97820d837575d6065de19d7ff91d93f_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/b97820d837575d6065de19d7ff91d93f_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/b97820d837575d6065de19d7ff91d93f_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Marat Utegenov</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In den sozialen Medien, insbesondere auf dem Kanal <a href="https://www.youtube.com/watch?v=e8hX3tiFsY4&amp;t=283s">Prosto Jurnalistika</a> („Einfach Journalismus“), kursiert eine Aufzeichnung von Utegenovs Bürgerversammlung, in der er die Anwesenden darüber informiert, dass die Bezirksverwaltung seine Initiativen nicht unterstützt. Die Menge war zu groß für das Gebäude, spendete aber dennoch Beifall. Salamat Amanbaev, der Akim des Bezirks Temir, saß in der Nähe und schüttelte nervös den Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Einheimischen baten mich zu kandidieren, weil das Dorf völlig vernachlässigt worden war. Wäre ich einer von ihnen [den Verwaltungsbeamten, Anm. d. Ü.] gewesen und hätte einfach ihr Lied gesungen, hätten sie mich wohl kaum gefeuert“</em>, sagt er, hält inne und blickt sich um. <em>„Wissen Sie, ich hätte nie gedacht, dass unser öffentlicher Dienst so versagt. Korruption und Lügen sind allgegenwärtig. Es gibt keine Programme, gar nichts. Sie warten nur auf Befehle von oben. Niemand tut etwas.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ehemalige Akim ist empört darüber, dass es im Dorf kein voll funktionsfähiges Krankenhaus gibt und dass das bestehende Krankenhaus aufgrund von Entlassungen zu einer <em>„einfachen Sanitätsstation“</em> verkommen ist. <em>„Alles konzentriert sich im Bezirkszentrum. Jeder soll dort behandelt werden, und wir müssen 125 Kilometer dorthin fahren (nach </em><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Shubarkuduk"><em>Şübarqüdyq</em></a><em>, dem Zentrum des Bezirks Temir, zu dem auch Kenqiıaq gehört). Wir fahren hin, und dann heißt es: ‚Kommen Sie morgen wieder, es ist kein Arzt da.‘ So leben wir. Die Leute haben sich daran gewöhnt; es ist schon kaputt“</em>, gibt er zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Utegenov spricht auch über den Wiederaufbau der Wasserversorgung des Dorfes, der unter seiner Leitung begann. Er sagt, er habe in jeder Phase kämpfen müssen, um sicherzustellen, dass die Arbeiten vorschriftsmäßig und nach modernsten Standards durchgeführt wurden. <em>„Und wie sich herausstellte, war ich der Einzige, der all diese Fehlentscheidungen beanstandete“</em>, fügt er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/leben-in-der-monostadt/">Leben in der Monostadt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unzufriedenheit mit dem Lebensstandard und den Investitionen in der Region hat wiederholt zu Protesten geführt. Die größten dieser Proteste fanden zur Zeit der <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-die-unklare-bilanz-der-januar-unruhen/">Januar-Ereignisse</a> statt, als Arbeiter eines Ölkonzerns die Arbeit niederlegten und die Anwohner:innen auf die Straße gingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation wurde von Utegenov, damals noch Akim des Dorfes, stabilisiert. Er sammelte die Forderungen der Demonstrierenden und legte sie zusammen mit anderen Aktivist:innen, darunter Ardak Kubaş, dem regionalen Akim Ondasyn Orazalin vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Utegenov äußert auch seine Bedenken hinsichtlich des Grundwassers im Kökjide. Er sagt, die Anwohner:innen hätten Vorschläge an den Akim des Gebiets Aqtöbe unterbreitet und Briefe an das nationale Unternehmen KazMunayGas geschrieben, aber <em>„seit 35 Jahren hat niemand etwas unternommen“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/janatas-eine-reportage-ueber-eine-kleine-stadt-im-sueden-kasachstans-und-seine-einwohnerinnen/">Jańatas – eine Reportage über eine kleine Stadt im Süden Kasachstans und seine EinwohnerInnen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Können Sie sich das vorstellen? Sie wenden Säure-Fracking an und injizieren über tausend Tonnen verschiedener Lösungsmittel. Die Leitung ist mit schwarzem Wasser gefüllt. Was bedeutet das? Wir haben die Quelle verseucht. Und das hier war eine der saubersten Quellen der Region. Dieses Wasser lastet nun auf unserem Gewissen“</em>, sagt Utegenov.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wissen Sie, ich bin der letzte Ölarbeiter in meiner Familie. Mein Vater war Ölarbeiter, ging in Rente und starb. Er arbeitete in einer Anlage, wo es Schwefelwasserstoff gibt – ein sehr gefährliches Gas ist. Es baut sich nicht ab, es verlässt den Körper nicht. Selbst wenn wir sterben, werden wir wahrscheinlich nicht verwesen. Wir werden nicht faulen, weil wir vollgestopft sind mit diesem Schwefelwasserstoff“</em>, lacht der Aktivist. <em>„Und testet irgendjemand unsere Gesundheit? Nein. Wozu auch? Chinesische Firmen kommen und machen, was sie wollen, weil sie die Erlaubnis von oben haben.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Utegenov wirft einen Blick aus dem alten Fenster, wo das gelbe Gras, das sich bis zum Horizont erstreckt, im starken Steppenwind wiegt. <em>„Es ist, als lebten wir in einem fremden Land. Niemand hört uns zu. Alle wollen weg. Aber wohin? Außer </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew"><em>Nazarbaev</em></a><em>. Der tritt zurück und lebt. Ihm ist es egal. Obwohl ich mich mit 80 nicht mehr so </em><em>​​verstecken wollen w</em><em>ürde. Das ist doch dumm</em><em>“</em>, fügt er hinzu.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Luftverschmutzung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Umweltamt des Gebiets Aqtöbe hat Luftverschmutzung und Schwefelwasserstoff-Emissionen in den Dörfern bestätigt. Laut dem stellvertretenden Direktor Talap Usnadin ist die Quelle aufgrund der Vielzahl an Betrieben jedoch schwer zu ermitteln. <em>„Bei unseren Besuchen können wir den genauen Ursprung der Emissionen nicht bestimmen, da sich die Atmosphäre ständig verändert“</em>, erklärt Usnadin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch, fügt er hinzu, hätten die Unternehmen Abkommen mit der Gebietsverwaltung unterzeichnet, die sie verpflichten, Grünstreifen um die Dörfer anzulegen und ihre Gruben zu sanieren. <em>„Denn die Emissionen stammen aus diesen Gruben, und wir haben uns eine Frist bis 2025/26 gesetzt, bis zu der das alles in den Gruben verbrannt werden soll“</em>, so Usnadin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-luft-die-kasachstan-atmet/">Die Luft, die Kasachstan atmet</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unternehmen selbst bestreiten jedoch, die Normen zur Reinhaltung der Luft verletzt zu haben. CNPC-AktobeMunaiGas erklärt, die tatsächlichen Emissionen in der Anlage „Kenkiyakneft“ würden aufgrund von <em>„Maßnahmen zur Minimierung der Auswirkungen der Produktionsaktivitäten auf die Atmosphäre“</em> zurückgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Kenkiyakneft führt regelmäßige Umweltmonitorings durch und spezialisierte Organisationen führen jährliche und vierteljährliche Messungen an den Grenzen von Wohngebieten in den Dörfern Kenqiıaq, Saryköl, Şubarşi und Qümsaı durch. Laut diesen Messungen überschreiten die Schadstoffwerte die zulässigen Höchstgrenzen nicht“</em>, erklärt das Unternehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dasselbe berichtet Ada Oil. Das Unternehmen fügt hinzu: <em>„Kenqiıaq und Şubarşi liegen etwa 18 Kilometer von den Produktionsanlagen des Unternehmens entfernt und befinden sich nicht in dessen Einflussbereich.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Position der Unternehmen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ölkonzerne, die in der Nähe des Kökjide-Sandmassivs tätig sind, glauben ausreichend für die Entwicklung der Region zu tun. „<em>Es ist wichtig, ein objektives Bild der Rolle der Unternehmen zu fördern – nicht als Bedrohung, sondern als Partner des Staates und der lokalen Gemeinschaften, die die territoriale Entwicklung und die Nachhaltigkeit der sozialen Infrastruktur gewährleisten“,</em> erklärt Joshi Deep Chandra, CEO von Ada Oil, auf Anfrage von Vlast.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CNPC-AktobeMunaiGas gibt an, dass der Steuerbeitrag des Unternehmens in der Region 58 Prozent erreicht habe und dass von 2020 bis 2024 9,9 Milliarden Tenge (circa 17,8 Millionen Euro) an den Haushalt des Bezirks Temir überwiesen worden seien. Im Rahmen seiner sozialen Verantwortung habe man im Laufe der Geschäftstätigkeit 44,7 Millionen US-Dollar gespendet und verfolge zudem eine Wohltätigkeitspolitik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Aktivitäten der Unternehmen zielen nicht nur auf die Entwicklung der Öl- und Gasindustrie ab, sondern auch auf die Aufrechterhaltung der sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Nachhaltigkeit der Region“</em>, betont Ada Oil.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/was-laeuft-falsch-mit-der-oekologie-in-kasachstan/">Was läuft falsch mit der Ökologie in Kasachstan?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Unternehmen fügt hinzu, dass es in der Region einen Kindergarten gebaut, umfangreiche Renovierungen an Bildungseinrichtungen durchgeführt, Wasserentnahmeanlagen wiederhergestellt, die Telekommunikationsinfrastruktur ausgebaut und auch Dörfer mit Kohle und Beleuchtung versorgt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wenn die Unternehmen massenhaft ihre Aktivitäten einstellen, drohen der Region Arbeitsplatzverluste, geringere Staatseinnahmen und eine Verschlechterung der Infrastruktur“</em>, heißt es weiter seitens des Unternehmens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Samat Berdenov, Vizepräsident von KMK Munai, berichtete außerdem, dass rund 30 Prozent der Mitarbeiter des Unternehmens aus dem Bezirk Temir stammen. Das Unternehmen beschäftige etwa 275 Mitarbeiter, ohne die Angestellten externer Dienstleister. Die jährliche Ölproduktion betrage 56.000 Tonnen und werde in den drei Feldern Qümsaı, Mortyq und Kökjide gefördert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Im Rahmen unseres Vertrags überweisen wir Gelder an den lokalen Haushalt für die soziale Entwicklung der Region. Darüber hinaus leisten wir individuelle Hilfe: Auf Anfrage stellen wir Ausrüstung bereit; während der Überschwemmungen halfen wir beim Bau von Dämmen. Wir verteilen Neujahrsgeschenke und helfen Schulkindern aus benachteiligten Familien. Dies alles geschieht zusätzlich zu individuellen Spenden und Patenschaften“</em>, so Berdenov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vlast hat Anfragen an alle Unternehmen gesendet, aber von Urikhtau Operating keine Antwort erhalten. KazakhOil Aktobe lehnte es ab, die Fragen zu beantworten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Weitere Bilder im </em><a href="https://vlast.kz/regiony/68136-kokzide-neftanaa-step.html"><em>Originalartikel</em></a><em>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Almas Kaysar, Paolo Sorbello (Text) und Daniyar Musirov (Fotos) für Vlast</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Was passiert, wenn die Wasserressourcen Zentralasiens knapp werden?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2026 19:39:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Abwanderung]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasserpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jedes weitere D&#xFC;rrejahr in Zentralasien birgt das Potenzial f&#xFC;r eine politische Krise. Experten warnen: Wenn die L&#xE4;nder Zentralasien ihre Wasserpolitik nicht reformieren, drohen ihnen bald &#xE4;hnliche Wasserknappheit wie in Teheran. Und das, obwohl zum Beispiel Tadschikistan mit seinem Zugang zu den Gletschern des Pamir und seinen Quellfl&#xFC;ssen eigentlich als wasserreich gilt. Ende 2025 ver&#xF6;ffentlichte das [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Jedes weitere Dürrejahr in Zentralasien birgt das Potenzial für eine politische Krise. Experten warnen: Wenn die Länder Zentralasien ihre Wasserpolitik nicht reformieren, drohen ihnen bald ähnliche Wasserknappheit wie in Teheran. Und das, obwohl zum Beispiel Tadschikistan mit seinem Zugang zu den Gletschern des Pamir und seinen Quellflüssen eigentlich als wasserreich gilt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ende 2025 veröffentlichte das Zukunftsforschungsinstitut&nbsp;<a href="https://nightingale-int.com/">Nightingale Intelligence</a>&nbsp;eine&nbsp;<a href="https://nightingale-int.com/central-asian-capitals-risk-a-tehran-moment-without-urgent-water-reform/">Studie</a>&nbsp;mit alarmierenden Prognosen. Demnach droht den zentralasiatischen Metropolen eine massive Verschlechterung der Wasserversorgung, sollte es nicht zu raschen und umfassenden Reformen kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wasserversorgung der Region hängt maßgeblich vom&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a>&nbsp;und vom&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>&nbsp;ab, deren Zuflüsse aus den Gletschern des&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamir_(Gebirge)">Pamir-</a>&nbsp;und des&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian-Shan-Gebirges</a>&nbsp;stammen. Seit den 1960er-Jahren haben diese Gletscher jedoch einen erheblichen Teil ihrer Masse verloren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Folge werden die Flussläufe unberechenbarer – ein Risiko für die langfristige Wassersicherheit. Mindestens ebenso schwer wie der Klimawandel wiegt der ineffiziente Umgang mit Wasser in Landwirtschaft und Städten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das „Teheran-Szenario“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://nightingale-int.com/sobir-kurbanov/">Sobir Kurbanov</a>, Ökonom und Experte für internationale Entwicklung sowie Mitautor der Studie, beschreibt im Gespräch mit Asia-Plus das sogenannte&nbsp;<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Tehran_water_shortage#:~:text=Iran%20faces%20a%20severe%20water,southern%20districts%20of%20the%20city">&#8222;Teheran-Szenario&#8220;</a>: einen drastischen Rückgang der Frischwasserversorgung in Städten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Dieses Szenario entsteht durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren – erschöpfte Wasserquellen, sinkende Zuflüsse in Stauseen, nicht nachhaltiger Verbrauch, marode Infrastruktur, hohe Verluste und eine rasante Urbanisierung ohne ausreichende Investitionen“,</em>&nbsp;erklärt Kurbanov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch herrschen in Städten wie&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taschkent">Taschkent</a>,&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bischkek">Bischkek</a>&nbsp;oder&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duschanbe">Duschanbe</a>&nbsp;keine formellen Wasserengpässe. Doch die Kombination aus wachsender Nachfrage und maroder Infrastruktur macht sie anfällig für Störungen. In Duschanbe seien bereits viele Merkmale des „Teheran-Szenarios“ erkennbar, warnt der Experte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Marode Netze, hohe Verluste</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Großteil der städtischen Wasserversorgungssysteme stammt noch aus der Sowjetzeit und wurde seitdem vor allem notdürftig repariert. Die Folge sind hohe Wasserverluste, häufige Rohrbrüche und eine ungleichmäßige Versorgung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Duschanbe äußert sich dies laut Kurbanov in sinkendem Wasserdruck, zunehmenden Störungen, schlechterer Wasserqualität und einer wachsenden Abhängigkeit einzelner Stadtteile von Wasserlieferungen per Lkw oder privaten Brunnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt der hohe Verbrauch: In Taschkent liegt der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch bei 230 bis 270 Litern, in Spitzenzeiten sogar bei bis zu 400 Litern. In europäischen Städten mit vergleichbarem Lebensstandard sind es im Schnitt 140 bis 150 Liter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/tadschikistans-doerfer-sammeln-schmelzwasser/">Tadschikistans Dörfer sammeln Schmelzwasser</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig gehen in Tadschikistan schätzungsweise 20 bis 38 Prozent des Wassers bereits während der Verteilung verloren – möglicherweise sogar mehr, da verlässliche Messsysteme fehlen. Zum Vergleich: In Europa gelten 25 Prozent als Durchschnitt, Spitzenwerte liegen bei 10 bis 12 Prozent.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Management statt Mangel</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie kommt zu dem Schluss, dass technische Verluste und hoher Verbrauch Symptome eines tiefer liegenden Problems sind: eines ineffizienten Wassermanagements. Das bestehende System basiert weitgehend auf sowjetischen Strukturen, die für stabile klimatische Bedingungen und zentrale Planung konzipiert waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute sind die Wasserbehörden dauerhaft unterfinanziert, Tarife decken die tatsächlichen Kosten nicht, Investitionen bleiben aus. Daneben fehlt es an umfassender Kontrolle über Wasserentnahmen und Verluste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Tadschikistan bewegt sich auf eine Krise zu, selbst ohne formale Reduzierung der Wasserressourcen“, sagt Kurbanov. Ursache seien hohe Verluste, mangelhafte Zählersysteme, fehlende Sparanreize und eine unzureichende Koordination zwischen Wasser-, Energie- und Stadtentwicklungspolitik.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Landwirtschaft als Hauptverbraucher</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich werden die Defizite in der Landwirtschaft, die 80 bis 90 Prozent der Wasserentnahmen in Zentralasien ausmacht. Noch immer dominieren offene Kanäle und Schwerkraftsysteme, bei denen bis zu 40 Prozent des Wassers durch Versickerung und Verdunstung verloren gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen sind sinkende Grundwasserspiegel, Bodenversalzung und geschädigte Ökosysteme – Prozesse, die bereits im&nbsp;<a href="https://nationalgeographic.de/umwelt/2017/11/zentralasien-es-war-einmal-ein-see/">Aralseebecken</a>&nbsp;sichtbar sind und langfristig auch Städte betreffen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Tadschikistan zeigt sich Wasserknappheit vor allem im ländlichen Alltag. Jede Verringerung des Bewässerungswassers wirkt sich unmittelbar auf Einkommen, Stromversorgung und Lebensbedingungen aus.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zentralasien-im-fluss-das-neue-themenheft-der-zeitschrift-osteuropa/">Zentralasien im Fluss: Das neue Themenheft der Zeitschrift „Osteuropa“</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lage an den Quellgebieten wichtiger Flüsse verschafft Tadschikistan laut Kurbanov das Potenzial, eine führende Rolle im regionalen Wassermanagement zu übernehmen – vorausgesetzt, es gelingt eine koordinierte Steuerung von Wasser-, Energie- und Bewässerungssystemen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Abwanderung aus ländlichen Regionen&nbsp;</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie warnt zudem vor den sozialen Folgen der Wasserknappheit. Sinkende Erträge und Einkommen führen zu einer schleichenden Abwanderung aus ländlichen Regionen – zunächst saisonal, später dauerhaft. Der Druck auf die Städte wächst dadurch weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Beispiel ist der&nbsp;<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Asht_District">Bezirk Ascht</a>&nbsp;in der&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Region Sughd</a>, bekannt für seine Aprikosenplantagen. Dort hat der Mangel an Bewässerungswasser bereits existenzielle Folgen. Der Rückgang des Wasserflusses im Fergana-Kanal sowie marode Pumpanlagen aus Sowjetzeiten verschärfen die Lage.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wasser und Strom – ein doppeltes Risiko</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 80 Prozent des Stroms in Tadschikistan stammen aus Wasserkraft. Sinkende Wasserstände wirken sich daher direkt auf die Energieversorgung aus. Schneearme Winter führen zu Stromrationierungen, da Wasser in Stauseen zurückgehalten werden muss. „Wasser, Strom, Bewässerung und Trinkwasserversorgung hängen alle von derselben hydrologischen Basis ab“, betont Kurbanov.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Spannungen mit Anrainerstaaten&nbsp;</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzliche Unsicherheit bringt der Bau des&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal">Kosh-Tepa-Kanals</a>&nbsp;in&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Afghanistan">Afghanistan</a>, der künftig bis zu zehn Kubikkilometer Wasser jährlich aus dem Amudarja ableiten könnte. Dies entspricht rund einem Drittel seines aktuellen Abflusses und verschärft die Spannungen zwischen den Anrainerstaaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Usbekistan">Usbekistan</a>&nbsp;könnte betroffen sein, dessen Bewässerungssysteme stark vom Amudarja abhängen. Für Tadschikistan liegen die Risiken laut Kurbanov weniger in der Wassermenge als in politischen und systemischen Folgen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Noch ist es nicht zu spät</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autoren der Studie betonen: Das „Teheran-Szenario“ ist kein Schicksal, sondern das Resultat von Untätigkeit. Notwendig seien Investitionen in Infrastruktur, die Reduzierung von Verlusten, Reformen in der Landwirtschaft und eine faire Wasserökonomie mit klaren Tarifen und Verantwortlichkeiten. Ob Zentralasien den vorherigen Kurs noch korrigieren kann, hängt davon ab, wie schnell Worten konkrete Maßnahmen folgen.&nbsp;</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aliya Khamidullina für Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://asiaplustj.info/news/tajikistan/security/20260119/vodnie-resursi-v-tsentralnoi-azii-istotshayutsya-chto-budet-kogda-pridet-chas-h">Russischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>
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		<title>Öskemen: Leben mit dem Smog</title>
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		<dc:creator><![CDATA[thevillage]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jan 2026 20:13:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Luft]]></category>
		<category><![CDATA[Luftverschmutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Öskemen]]></category>
		<category><![CDATA[Smog]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltverschmutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Ust-Kamenogorsk]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn die Stadt in Smog geh&#xFC;llt ist und sich ein saurer Geschmack auf der Zunge und ein leichtes Kratzen im Hals bemerkbar machen, wissen alle Einwohner:innen von &#xD6;skemen, dass es am Vortag Emissionen gab. Dann sieht man Passant:innen mit Atemschutzmasken und Schulkinder mit Gasmasken auf den Stra&#xDF;en, und in den sozialen Medien posten Umweltsch&#xFC;tzer:innen und [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenn die Stadt in Smog gehüllt ist und sich ein saurer Geschmack auf der Zunge und ein leichtes Kratzen im Hals bemerkbar machen, wissen alle Einwohner:innen von Öskemen, dass es am Vortag Emissionen gab. Dann sieht man Passant:innen mit Atemschutzmasken und Schulkinder mit Gasmasken auf den Straßen, und in den sozialen Medien posten Umweltschützer:innen und die Stadtverwaltung über ungünstige Wetterbedingungen, über die sich die Einheimischen bereits bitter lustig gemacht haben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine aktuelle Studie des Zentralasiatischen Projektbüros für Klimawandel und grüne Energie ergab, dass die Luftverschmutzung in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Öskemen">Öskemen</a> in den letzten zehn Jahren durchgehend als hoch eingestuft wurde. Nur einmal, im Jahr 2016, wurden lediglich erhöhte Werte gemessen. In den beiden Jahren zuvor wurde die zulässige Höchstkonzentration an Schadstoffen in Öskemen 14.700 Mal überschritten. Das entspricht etwa 20 Messungen pro Tag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„The Village“ sprach mit Anwohner:innen, um herauszufinden, wie es ist, in einer Stadt zu leben, in der Häuser, Autos und Menschen in einem grauen Dunst verschwinden und die Straßen nach Schwefel stinken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„<strong>Wir warten darauf, dass man endlich aufhört, so zu tun, als ob nichts wäre“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Ich sehe in der Ferne eine Stadt, die gar nicht existiert“</em>, schimpft Korneliuk im Taxi. Wie bezeichnend: Öskemen erscheint tatsächlich durchs Fenster, in einen leichten Dunst gehüllt. Am Steuer sitzt Serik Aga, der Taxifahrer. Er ist 58 Jahre alt und lebt seit 40 Jahren in Öskemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Ich habe schon alles gesehen: Emissionskontrollen, Inspektionen und leere Versprechungen. Immer wieder heißt es dasselbe: Die Fabriken arbeiten vorschriftsmäßig, und das Wetter ist schuld. Nun ja, unser Wetter macht uns natürlich zu schaffen. Die Leute haben es einfach satt, immer nur zu hoffen. Wir erwarten nicht mehr, dass die Luft so ist wie in den Bergen. Wir warten darauf, dass man endlich aufhört, so zu tun, als ob nichts wäre“,</em> sagt er.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Serik Aga fügt hinzu, dass er an manchen Tagen die Fenster seines Taxis nicht öffnet, um zu verhindern, dass das gesamte Fahrzeug vom Geruch des Rauchs durchdrungen wird. Allein im Oktober wurden in der Stadt 18 Mal widrige Bedingungen verzeichnet – an mehr als der Hälfte der Tage des Monats. Sensoren von <a href="https://www.kazhydromet.kz/en/">Kazhydromet</a> zeigten Überschreitungen der zulässigen Höchstkonzentrationen von Schadstoffen wie Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Schwefelwasserstoff. Jeder dieser Stoffe hat schädliche Auswirkungen auf den Körper, deren Folgen nicht nur von der Konzentration, sondern auch von der Expositionsdauer abhängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schwefeldioxid, eines der aggressivsten Reizstoffe für die Atemwege, verätzt beim Einatmen die Schleimhäute. Dies verursacht Halsschmerzen, trockenen Husten, Bronchospasmen und kann zu einem Lungenödem führen. Dabei füllen sich die Atemwege mit Flüssigkeit und können ihre Hauptfunktion – die Sauerstoffversorgung des Körpers – nicht mehr erfüllen. Menschen mit Asthma, Allergien oder einer geschwächten Lunge leiden besonders stark: Schon geringe Überschreitungen der zulässigen Höchstkonzentration können Asthmaanfälle auslösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstans-industriestaedte-leiden-unter-ausserordentlicher-luftverschmutzung/"><strong>Kasachstans Industriestädte leiden unter außerordentlicher Luftverschmutzung</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kohlenmonoxid ist besonders gefährlich, weil es unsichtbar ist. Es ist farb-, geruch- und geschmacklos, bindet sich aber fast augenblicklich an Hämoglobin und verdrängt dabei Sauerstoff. Vereinfacht gesagt: CO blockiert die Fähigkeit des Blutes, Sauerstoff zu Geweben und Organen zu transportieren. Betroffene leiden unter Schwäche, Schwindel, Tinnitus und Anzeichen von Sauerstoffmangel. In hohen Konzentrationen führt Kohlenmonoxid zu Bewusstlosigkeit und Tod. Und jede chronische – selbst geringfügige – Exposition führt dazu, dass der Körper monatelang ein Gefühl der Erstickung verspürt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schwefelwasserstoff ist an seinem charakteristischen Geruch nach faulen Eiern erkennbar. Seine Tücke liegt jedoch darin, dass der Geruchssinn bei hohen Konzentrationen schnell abstumpft – man verliert die Fähigkeit zu riechen, obwohl das Gas weiterhin wirksam ist. Das Gas schädigt direkt das Nervensystem und die Zellen des Atemzentrums im Gehirn. Bei längerer oder starker Exposition kann es zu Krampfanfällen, Lungenödemen, Bewusstlosigkeit und in schweren Fällen zu Atem- und Herzstillstand führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Substanzen haben eines gemeinsam: Sie sind alle giftig, insbesondere für Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke. Und noch wichtiger: Die „leicht erhöhte“ Konzentration ist nicht nur eine Position in einem Umweltbericht, sondern hat reale Auswirkungen auf den Körper, die sich Tag für Tag summieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fernunterricht wegen Luftverschmutzung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober berichteten Umweltschützer:innen, dass die Luftmessungen kritische Werte aller drei Substanzen ergeben hatten. Die Schulen stellten auf Fernunterricht um. Doch für diejenigen, die hier täglich leben, bieten weder Fernunterricht noch offizielle Berichte eine Rettung. <em>„Öskemen ist eine Stadt, die einen nicht loslässt. Selbst wenn alle Fenster geschlossen sind, atmet sie das Gas mit uns ein“</em>, sagt Alina, eine junge Mutter aus Öskemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie fügt hinzu, dass es in ihrer Heimatstadt schwierig sei, den Empfehlungen von Kinderärzt:innen zu folgen und regelmäßig mit einem Kleinkind spazieren zu gehen. Vor jedem Spaziergang überprüft Alina die Luftqualität mithilfe einer App. Sie achtet auf erhöhte Schadstoffkonzentrationen, da dies direkten Einfluss darauf hat, ob der Spaziergang für ihre Tochter schädlich sein könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/50-shades-of-smog-luftverschmutzung-in-zentralasien/"><strong>50 Shades of Smog – Luftverschmutzung in Zentralasien</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Ich liebe unsere Stadt sehr. Ich habe fast mein ganzes Leben hier verbracht und kenne jeden Winkel. Ich bin sogar nach meinem Studium in Europa zurückgekehrt. Meine Eltern, meine Familie und meine Verwandten leben hier. Das ist mir wichtig. Aber mein Mann und ich überlegen ernsthaft, umzuziehen. Wir wollen nicht in einer Stadt leben, die im Grunde eine Umweltkatastrophe ist. Jetzt, nach der Geburt unserer Tochter, steht die Gesundheit unseres Kindes an erster Stelle. Mein Mann hat bereits angefangen, sich nach Stellenangeboten in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astana">Astana</a> umzusehen. Wir denken darüber nach, langsam dorthin zu ziehen. Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass wir meine Eltern überzeugen können, aber ich mache mir ständig Sorgen um ihre Gesundheit. Ich glaube, die Emissionen hier führen zu einer sehr hohen Krebsrate“</em>, fügt Alina hinzu.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kampf gegen Windmühlen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Doch nicht jeder kann sich einen Umzug leisten. Für viele ist Öskemen eine Stadt, die mit Arbeit, Heimat, Erinnerungen und Wurzeln verbunden ist. Einer von ihnen ist Andrej (Name auf Wunsch des Betroffenen geändert). Er ist 33 Jahre alt und Ingenieur in einem Hüttenwerk, einem jener Betriebe, die das Industriebild der Region seit Jahrzehnten prägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Ich arbeite seit meinem 22. Lebensjahr in diesem Werk. Es bietet ein sicheres Gehalt, Sozialleistungen und eine Sicherheit, die man sonst nirgends findet. Und ja, wir wissen, dass die Industrie einen großen Beitrag zum Umweltverschmutzung leistet. Aber ich kann nicht einfach kündigen. I<em>n Ust-Kaman (Koseform von Ust-Kamenogorsk, dem russischen Namen von Öskemen, Anm. d. Ü.) habe ich</em> eine Hypothek auf meine Wohnung, meine Eltern, meine Frau und meinen schulpflichtigen Sohn“</em>, erklärt Andrej.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-luft-die-kasachstan-atmet/"><strong>Die Luft, die Kasachstan atmet</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Er spricht ruhig, doch seine Worte verraten die Müdigkeit der Jahre. „<em>Wir sind keine Feinde unserer Stadt. Wir wollen normal leben. Und es gibt Leute im Werk, die versuchen, etwas zu verändern: Wir installieren Luftreinigungssysteme, überwachen die Emissionen. Aber es scheint ein endloser Kampf gegen Windmühlen zu sein. Das Wetter ist schuld, das Gelände ist schuld, die Menschen selbst sind schuld – aber bloß nicht das System. Es ist, als ob Smog erst dann existiert, wenn er von einer Kamera erfasst wird“</em>, fügt er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andrej erzählt, sein Sohn habe letztes Jahr zweimal wegen Atemproblemen die Schule verpasst:<br><em>„Die Ärzte sagen, es seien Allergien, eine schwache Lunge. Aber ich denke, welche Chance hat ein Kind, eine starke Lunge zu entwickeln, wenn es in dieser Luft lebt? Wissen Sie, was wir uns wünschen? Einfach nur atmen zu können. Keine Apps, keine Sensoren, keine Atemwegsmanagement-Geräte. Einfach nur frische Luft.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Stadt der Gegensätze</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Öskemen ist eine Stadt der Gegensätze. Sie ist wunderschön und gemütlich, umgeben von Bergen und zwei Flüssen. Sie blickt auf eine reiche Geschichte zurück und für ihre Einwohner:innen ist sie weit mehr als nur ein Punkt auf der Landkarte. Doch sie ist auch eine Stadt, in der die Einwohner:innen jeden Tag für das Recht auf saubere Luft kämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/raum-zum-atmen-luftqualitaet-und-energiewende-in-kasachstan/"></a><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/raum-zum-atmen-luftqualitaet-und-energiewende-in-kasachstan/">Raum zum Atmen: Luftqualität und Energiewende in Kasachstan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Luft lösen sich nicht nur Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Schwefelwasserstoff – mit ihnen zerbröckeln auch unsere vertraute Vorstellungen von Normalität. Kinder lernen im Fernunterricht nicht wegen der Pandemie, sondern wegen der Emissionen. Eltern überprüfen die Luftqualität häufiger als den Wetterbericht. Und Autofahrer:innen schließen die Fenster, um den Schwefelgeruch draußen zu halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menschen leben, arbeiten und ziehen ihre Kinder groß, doch jeder Tag in Öskemen ist ein Tag des Hoffens auf den Wind, der den Smog vertreibt. Zumindest für ein paar Stunden oder Tage – bis die nächsten ungünstigen Wetterbedingungen eintreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Weitere Bilder findet ihr im <a href="https://www.the-village-kz.com/village/city/situation/42659-gorod-v-kotorom-deti-uchatsya-distantsionno-iz-za-otravlennogo-vozduha">Originalartikel</a>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Dana Bashirova für The Village</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://www.the-village-kz.com/village/city/situation/42659-gorod-v-kotorom-deti-uchatsya-distantsionno-iz-za-otravlennogo-vozduha">Russischen</a> von Robin Roth</strong></p>



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		<item>
		<title>Wie der Kokaral-Damm in Kasachstan den Aralsee wiederbeleben will</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Dec 2025 09:32:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Amudarja]]></category>
		<category><![CDATA[Aralsk]]></category>
		<category><![CDATA[Demografie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Norden des Aralsees versucht Kasachstan eine Rettungsaktion. Dank der Renovierung des Kokaral-Damms gewinnt das &#x201E;Kleine Meer&#x201C; nach Jahrzehnten des R&#xFC;ckgangs wieder an Boden. Doch hinter dem offiziellen Optimismus warnen Expert:innen und Einwohner:innen: Die R&#xFC;ckkehr des Wassers ist nach wie vor fragil und bei weitem nicht abgeschlossen. Im September 2025 freut sich Nurjan Nurjigitov, kasachstanischer [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im Norden des Aralsees versucht Kasachstan eine Rettungsaktion. Dank der Renovierung des Kokaral-Damms gewinnt das „Kleine Meer“ nach Jahrzehnten des Rückgangs wieder an Boden. Doch hinter dem offiziellen Optimismus warnen Expert:innen und Einwohner:innen: Die Rückkehr des Wassers ist nach wie vor fragil und bei weitem nicht abgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2025 freut sich <a>Nurjan Nurjigitov</a>, kasachstanischer Minister für Wasserressourcen und Bewässerung, in der kasachstanischen Zeitung <a href="https://astanatimes.com/2025/09/northern-aral-sea-water-volume-growth-exceeds-targets/">Astana Times</a>: Der Kleine Aralsee hat 24 Milliarden Kubikmeter oder 42 Meter Höhe überschritten, vier Jahre früher als geplant. Das ist seit dem Rückgang des Aralsees beispiellos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Austrocknung begann in den 1960er Jahren, als die Sowjetunion massiv Wasser aus den beiden Zuflüssen – dem Syrdarja im Norden und dem Amudarja im Süden – umleitete, um ihre Baumwollkulturen zu bewässern. Das Meer schrumpfte mit herausragender Geschwindigkeit, bis Moskau 1990 einräumte, einen „ökologischen Unfall” begangen zu haben. Ein Jahr zuvor hatte sich der Aralsee in zwei Teile geteilt: einen größeren südlichen Teil, der heute fast verschwunden ist, und ein nördliches Becken, das Kasachstan zu retten versucht.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-1024x682.jpeg" alt="" class="wp-image-43625" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-1024x682.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-768x512.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk.jpeg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Straße von Aralsk in die Wüste Aralkum führt am Kleinen Meer entlang.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das kleine Aralmeer lebt wieder auf</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Unterstützung der Weltbank baute Kasachstan 2006 den Kokaral-Damm. Dieser zwölf Kilometer lange Damm aus Erde und Beton verschließt die Berg-Meerenge und verhindert, dass das Wasser des Syrdarja in den ausgetrockneten Süden abfließt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Beginn der ersten Phase der Wiederherstellung des Sees im Jahr 2008 hat sich sein Volumen um 42 Prozent erhöht, wie der Minister für Wasserressourcen und Bewässerung im Januar gegenüber der kasachstanischen Medienagentur Tengri News <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/obyem-vodyi-uvelichilsya-v-aralskom-more-559501/">erklärte.</a> Der Salzgehalt hat sich halbiert und der See ist wieder bewohnbar für Fische geworden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-1024x682.jpeg" alt="" class="wp-image-43626" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-1024x682.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-768x512.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk.jpeg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">In Aralsk sind wieder Fische auf den Marktständen zu finden.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Um <a href="https://daz.asia/blog/hoffnung-in-aralsk/">Aralsk,</a> einer ehemaligen Küstenstadt am Kleinen Meer – wie das kasachstanische Becken genannt wird – herum, wird wieder gefischt und die Verarbeitungsbetriebe nehmen ihren Betrieb wieder auf. Novastan hat Zauresh Alimbetova, Direktorin des Vereins Aral Oasis und gebürtige Aralskerin, gefragt, wie sich die Region seit dem Bau des Staudamms verändert hat. <em>„Die wirtschaftliche Lage der Einwohner hat sich verbessert, die Fischer kehren zurück“,</em> stellt sie fest. Auf dem Basar der Stadt sind Barsch und Karpfen aus dem Aralsee wieder in den Auslagen zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan will es dabei nicht belassen: Das Land hat die „Phase 2” seines Sanierungsprogramms eingeleitet. Im Mai 2025 gab Nurzhan Nurzhigitov laut der Nachrichtenagentur Kazinform <a href="https://qazinform.com/news/kazakhstan-starts-implementing-2nd-phase-of-north-aral-sea-conservation-project-7c5c48">bekannt, </a>dass die Arbeiten zur Erhöhung des Kokaral-Staudamms in die Endphase eingetreten seien. Nach Fertigstellung soll das Meer eine Höhe von 44 Metern erreichen und das Wasser sich der ehemaligen, ausgetrockneten Küstenstadt nähern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Rest verwandelt sich in eine Wüste</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aber diese Wiederbelebung erfolgt nur partiell. Laut einer 2025 in Europe-Asia Studies <a href="https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09668136.2024.2441711?scroll=top&amp;needAccess=true">veröffentlichten Studie</a> macht das wiederhergestellte Gebiet kaum 5 Prozent des Meeres aus den 1960er Jahren aus. Der Rest hat sich in Aralkum verwandelt, eine Wüste aus Salz und giftigen Partikeln, die aus der sowjetischen Landwirtschaft und dem Bergbau stammen. Durch den Wind werden diese Partikel über Tausende von Kilometern transportiert und beeinträchtigen die Gesundheit der Bewohner:innen der Region, <a href="https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09668136.2024.2441711?scroll=top&amp;needAccess=true">berichtet</a> das usbekische Medienunternehmen Kun.uz. Die Forscher:innen derselben Studie warnen: Mit dem Damm werden die Feuchtgebiete im südlichen Teil weiter austrocknen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst das Kleine Meer bleibt fragil. Wie das kasachstanische Wasserministerium der Agentur Kazinform im Jahr 2024 <a href="https://qazinform.com/news/aral-syrdarya-basin-declined-by-38-ministry-of-water-resources-1af042">bestätigte,</a> nimmt die Durchflussmenge des Syrdarja ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-schriftsteller-und-geograf-cedric-gras-auf-den-strassen-des-durstes/"><strong>Der Schriftsteller und Geograf Cédric Gras auf den Straßen des Durstes</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Marat Narbaev, Generaldirektor des Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees (IFAS) – einer 1993 von den fünf zentralasiatischen Ländern gegründeten Regierungsorganisation –, trifft sich mit Novastan und zieht eine bittere Bilanz: Auf einem „Vorher-Nachher”-Foto der Ufer des Syrdarja zeigt er die Spuren, die das Wasser vor einigen Jahren hinterlassen hat. Für ihn sind die beiden Schuldigen für die Austrocknung die globale Erwärmung und das Bevölkerungswachstum. <em>„Es gibt fünfzig Millionen Einwohner im Becken, bald werden es siebzig sein”,</em> sagt er leise.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="684" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-1024x684.jpeg" alt="" class="wp-image-43627" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-1024x684.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-768x513.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste.jpeg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Rest des Beckens verwandelt sich in eine Wüste</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wachsender Druck</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der demografische Druck hat nämlich zu einer Ausweitung der Anbauflächen und einem Anstieg des Wasserverbrauchs geführt. In der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qysylorda_(Gebiet)">Kyzylorda</a> werden 90 Prozent des gesamten verfügbaren Wassers für die Reisbewässerung verwendet, wie Forscher:innen im Jahr 2021 <a href="https://sdpz.rs/images/casopis/2021/zib_70_1_82.pdf">berechnet</a> haben. Da die in der Sowjetzeit gebauten Bewässerungskanäle undicht sind, erreicht fast die Hälfte des gepumpten Wassers nie die Felder, erklärte der kasachstanische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Kassym-Schomart Tokaev</a> in <a href="https://www.akorda.kz/en/president-kassym-jomart-tokayevs-state-of-the-nation-address-181857">einer Rede</a> im Jahr 2022. Das verschwendete Wasser verdunstet oder versickert im Boden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Auf regionaler Ebene waren die Spannungen um Wasser noch nie so groß wie heute. Jeder der zentralasiatischen Staaten hat seine eigenen Prioritäten: Kirgistan setzt auf Wasserkraft, während Usbekistan und Turkmenistan Wasser aus dem Amudarja pumpen, um ihre Baumwollkulturen zu bewässern. <em>„Taschkent und Aschgabat müssten ihr Wirtschaftsmodell ändern, aber sie wollen weiterhin Baumwolle anbauen“,</em> sagt Marat Narbaev. Diese widersprüchlichen Zeitpläne erschweren jede koordinierte Bewirtschaftung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/warum-der-aralsee-nicht-das-einzige-umweltproblem-usbekistans-ist/"><strong>Warum der Aralsee nicht das einzige Umweltproblem Usbekistans ist</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein neues Projekt trübt das Bild zusätzlich: Seit 2022 <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/le-fleuve-amou-daria-exploite-par-lafghanistan-quelles-consequences-pour-les-pays-dasie-centrale/">baut</a> Afghanistan den Kusch-Tepa-Kanal. Dieser 285 Kilometer lange Kanal soll <a href="https://qazinform.com/news/what-afghanistans-qosh-tepa-canal-could-mean-for-central-asia">laut der</a> kasachstanischen Nachrichtenagentur Kazinform ab 2028 in Betrieb genommen werden und bis zu 30 Prozent der Wassermenge des Amudarja umleiten. Für das südliche Meer und die Feuchtgebiete Usbekistans bedeutet dies ein fast endgültiges Aus. Für den Norden hat dies einen Dominoeffekt: Mit weniger Wasser in der Region wird der Druck auf den Syrdarja größer.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Alternativen zur Erhöhung des Damms</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Austrocknung des Aralsees zu verlangsamen, suchen Kasachstan und Usbekistan nach Lösungen. Die erste wäre, einen Teil des Flusses Essil, der von der kasachstanischen Steppe nach Russland fließt, umzuleiten, um den Aralsee indirekt über <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turgai-Plateau">das Turgai-Tal</a> im Nordwesten des Landes wieder zu speisen. Das Projekt, das 2022 und 2024 erneut in mehreren Parlamentsdebatten zur Sprache kam, <a href="https://icaber.kz/index.php/en/about-us-2/">wird von</a> Zhanbolat Nadyrov, dem Gründer des Internationalen Fonds für die Wiederherstellung der Ökosysteme des Kaspischen Meeres und des Aralsees und für den Hochwasserschutz, vorangetrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-haushalten-die-zentralasiatischen-laender-mit-ihren-wasserressourcen/"><strong>Wie haushalten die zentralasiatischen Länder mit ihren Wasserressourcen?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Initiativen orientieren sich an Ländern, die mit Wasserknappheit zu kämpfen haben. Usbekistan eifert den Vereinigten Arabischen Emiraten und ihrem Programm zur Wolkenimpfung nach. Die Technik besteht darin, Salz in bestimmte Wolken zu streuen, um den Niederschlag zu erhöhen, wie das usbekische Medienunternehmen Daryo <a href="https://daryo.uz/en/category/uzbekistan/aaadflryd0jn">berichtet.</a> Eine Methode, die kasachstanische Aktivist:innen wie Altay Ainabek, genannt „Rain Man“, inspiriert, der verspricht, mit diesen Techniken „den Aralsee zurückzubringen“. Im Jahr 2024 behauptet der Aktivist, diese Technologie eingesetzt zu haben und für einen Anstieg der Niederschläge in diesem Jahr verantwortlich zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Behauptung, die von den Klimatolog:innen der nationalen Wetterbehörde Kazhydromet mit einer Handbewegung abgetan wird. <a href="https://centralasiaclimateportal.org/did-rain-man-raise-the-water-level-in-the-aral-sea-kazhydromet-conclusion/">Das Umweltinstitut</a> CAREC zitiert sie und erinnert daran, dass die Region zu trocken ist und dass die Aussaat die natürlichen Niederschläge nur um „maximal 10 bis 15 %“ erhöhen könnte. Ein zu geringer Anstieg, um in das Projekt zu investieren, urteilt die Institution.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Aralsk hofft Ainur Rysbaeva, Direktorin des Umweltverbands Aral Tenizi, dass das Land seine Meinung ändern wird: „<em>Es ist eine sehr wirksame Methode, die in den Emiraten Früchte getragen hat“, e</em>rklärt sie gegenüber Novastan. Sie setzt sich dafür ein, dass die vom IFAS erhaltenen Mittel für andere Projekte als die derzeit im Portfolio dominierenden verwendet werden: <em>„Seit fünf Jahren sind die vom IFAS finanzierten Umweltprojekte nicht optimal.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Insbesondere die Aufforstungsprojekte am ausgetrockneten Meeresbett sorgen für Enttäuschung. Durch die Anpflanzung von Saxaul, einem Wüstenbaum, der extremen klimatischen Bedingungen standhalten soll, hoffen die kasachstanischen und usbekischen Behörden, die Bodenerosion zu bremsen, den Salzgehalt zu reduzieren und Vegetation anzulocken. <em>„Kasachstan wird bis 2027 mehr als eine Million Hektar damit bepflanzen“,</em> sagt Marat Narbaev.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse sind jedoch gemischt: Die jungen Pflanzen sind in den salzhaltigsten Gebieten wenig widerstandsfähig und nur auf wenigen Parzellen übersteigt die Überlebensrate der gepflanzten Bäume 50 Prozent, wie eine 2021 <a href="https://water-ca.org/article/state-of-saxaul-plantations#:~:text=The%20findings%20of%202020%20revealed,ha%20in%20the%20Aralkum%20village">veröffentlichte Studie</a> berichtet. <em>„Diese Projekte können eine Reform der Wassernutzung nicht ersetzen“,</em> warnt Aynur Rysbaeva. Auch wenn der Aralsee in Teilen zurückkehrt, bleibt seine Zukunft ungewiss und hängt von den Entscheidungen der Menschen ab.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Manon Madec für Novastan aus Aralsk und Aralkum (Kasachstan)</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von Margaret Bullich</strong></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Klimawandel bedroht Leben in Hochgebirgsdörfern Zentralasiens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gazeta.uz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Nov 2025 08:31:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Frühwarnsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Gletschersee]]></category>
		<category><![CDATA[GLOFCA]]></category>
		<category><![CDATA[Hochgebirgsdörfer]]></category>
		<category><![CDATA[Katastrophenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gletscher in Zentralasien schmelzen schneller als im globalen Durchschnitt. Die Bildung instabiler Gletscherseen gef&#xE4;hrdet ganze D&#xF6;rfer. Fachleute betonen die Bedeutung von Fr&#xFC;hwarnsystemen und der Sensibilisierung der Bev&#xF6;lkerung. Die Gletscher in Zentralasien schmelzen schneller als im weltweiten Durchschnitt. Die Mulden, in denen sich die Gletscher befinden, f&#xFC;llen sich mit Schmelzwasser. Dadurch entsteht ein Gletschersee. Solche Gew&#xE4;sser [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Gletscher in Zentralasien schmelzen schneller als im globalen Durchschnitt. Die Bildung instabiler Gletscherseen gefährdet ganze Dörfer. Fachleute betonen die Bedeutung von Frühwarnsystemen und der Sensibilisierung der Bevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gletscher in Zentralasien schmelzen schneller als im weltweiten Durchschnitt. Die Mulden, in denen sich die Gletscher befinden, füllen sich mit Schmelzwasser. Dadurch entsteht ein Gletschersee. Solche Gewässer bilden sich auch hinter natürlichen Dämmen – sogenannten Moränen. Diese lockeren Barrieren bestehen aus Steinen und Erde, die vom Gletscher zurückgelassen wurden oder aus Eis selbst. Moränen sind instabil und leicht zu zerstören. Mit dem Abschmelzen des Gletschers und dem Anstieg des Wasservolumens im See nimmt der Druck auf den Damm zu, wodurch Risse entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/die-gletscher-sind-zu-uns-von-den-bergen-herabgestiegen-ausstellung-zum-thema-gletscherschutz-in-duschanbe/"><strong>«Die Gletscher sind zu uns von den Bergen herabgestiegen» – Ausstellung zum Thema Gletscherschutz in Duschanbe</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sie brechen, verursachen Gletscherseen Überschwemmungen und Schlammlawinen. Diese Ströme haben eine enorme zerstörerische Kraft. Sie bedrohen Menschenleben, Infrastruktur und Wirtschaft und können sich über Hunderte von Kilometern ausbreiten. Die begrenzten Möglichkeiten zur Überwachung des Volumens und die große Anzahl potenziell gefährdeter Gebiete machen Überschwemmungen durch den Bruch von Gletscherseen in Zentralasien <a href="https://glofca.org/en/">(Glacial Lake Outburst Flood Central Asia, GLOFCA)</a> zu einer der größten klimatischen Bedrohungen in der Region.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Schätzungen von Forschenden, die in der <a href="https://www.nature.com/ncomms/">Zeitschrift Nature Communications</a> veröffentlicht wurden, leben etwa eine Million Menschen in den Hochgebirgsregionen Asiens innerhalb von zehn Kilometern Entfernung von gefährlichen Gletscherseen und befinden sich in der Gefahrenzone für Überschwemmungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Instabile Gletscher in Kirgistan und Tadschikistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Allein in der Kirgisischen Republik sind heute fast 2.000 Gletscherseen bekannt, von denen 368 als potenziell gefährlich gelten. Unter strenger Kontrolle des Ministeriums für Notfälle stehen 65 Seen, die zur Kategorie I und II der Bruchgefahr gehören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Risiken sind nicht fiktiv: Am 27. Juni 2024 brach in der Kirgisischen Republik der Bergsee Takyr-Tor, wodurch 950 Menschen evakuiert werden mussten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Laut Kamolidini Nazirzoda, stellvertretender Leiter <a href="https://www.meteo.tj/en">des Zentrums für Glaziologie vom Amt für Hydrometeorologie des Komitees für Umweltschutz der Republik Tadschikistan</a>, ist der Gletscher Said Nafisi (früher Baralmos) in den letzten Jahren extrem instabil geworden. Auf seiner Oberfläche bilden sich Seen unterschiedlicher Größe. In der warmen Jahreszeit brechen sie teilweise durch. Allein in den letzten fünf Jahren wurden 23 solcher Fälle registriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kuenstliche-gletscher-in-kirgistan-gegen-die-folgen-des-klimawandels/"><strong>Künstliche Gletscher in Kirgistan gegen die Folgen des Klimawandels</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei große Durchbrüche ereigneten sich im vergangenen Sommer am 14. und 22. Juli sowie am 10. August. Jeder Bruch ging mit Schlammströmen, Staus im Flussbett des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Vakhsh_(river)">Surchob</a> und Schäden an der internationalen Straße Wachdat-Rascht-Ljachscht an der Grenze zur Kirgisischen Republik einher. Wiederherstellungsarbeiten konnten erst nach zehn bis fünfzehn Tagen beginnen, da die Gesteinsformationen wassergesättigt und instabil blieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Republik Tadschikistan wurden allein vom 3. bis 26. Mai 2024 256 Naturkatastrophen registriert, die Schäden in Höhe von mehr als 80 Millionen Somoni (7,4 Mio. Euro) verursacht haben. Insgesamt ereigneten sich im Laufe eines Jahres 532 Vorfälle, bei denen 164 Wohnhäuser, sechs Schulen und Kindergärten, etwa 300 Kilometer Straßen und 66 Brücken zerstört wurden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Bevölkerung sensibilisieren und informieren</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bewohner:innen von Bergregionen wissen oft gar nicht, dass an ihren Wohnorten ein hohes Risiko für Murgänge und Gletscherseeausbrüche besteht, stellten Fachleute fest. Viele schenken den SMS-Warnungen des Katastrophenschutzministeriums keine Beachtung und riskieren damit ihr Leben. Im Notfall kennen die Menschen nicht immer die Evakuierungswege. Fehlende Informationen führten sogar dazu, dass Anwohner:innen speziell angelegte Kanäle zur Ableitung von Wasser zerstörten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In jedem Land arbeitet das GLOFCA-Projekt direkt mit den zuständigen Behörden zusammen. In der Republik Usbekistan sind dies <a href="https://nigmi.uz/en/">das Central Asian Scientific Research Institute of Hydrometeorology (NIGMI)</a> und das <a href="https://egov.tj/site/nature-tjk?lang=en">Ministerium für Ökologie, Umweltschutz und Klimawandel</a>.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-gletscher-des-tienschan-im-rueckgang/"><strong>Die Gletscher des Tienschan im Rückgang</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diana Aripchanova, Koordinatorin des GLOFCA-Projekts, betonte: <em>„Es ist wichtig, direkt mit den Gemeinden zusammenzuarbeiten. Dazu führen wir Umfragen und Befragungen durch, um den Wissensstand der Bewohner:innen von Bergregionen zu ermitteln.“ </em>Dabei sei es auch wesentlich, das Wissen der Einheimischen zu berücksichtigen: <em>„Wir haben erfahren, dass die Einheimischen bei Schlammlawinen traditionell höher in die Berge flüchten. Dieses Wissen nutzen wir bei Schulungen und Evakuierungsrouten.“</em><em></em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Überwachung und Anpassung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Iskandar Abdullaev, leitender Forschender am <a href="https://www.iwmi.org/">Internationalen Institut für Wassermanagement</a>, erklärte<em>: „Information ist heute eine der wichtigsten Ressourcen der ländlichen Bevölkerung“.</em> Während früher vor allem Technik und Mineraldünger gefragt waren, benötigen Bäuer:innen in Kasachstan heute vor allem Wettervorhersagen und Kenntnisse über die sich verändernde Situation auf den Feldern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gletscherseen Zentralasiens seien kleiner als im Himalaya oder in den Anden, dafür aber dynamischer. Sie entstehen und vergrößern sich schnell, was die Überwachung erschwert. <em>„Heute ist der See noch da, morgen kann er verschwunden sein. Oder er nimmt schnell an Volumen zu und wir wissen nicht, welches Risiko genau besteht“,</em> sagte Abdullaev.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/gletscherschmelze-im-tian-shan-eine-gefahr-mit-langfristigen-folgen-fuer-zentralasien/"><strong>Gletscherschmelze im Tian Shan. Eine Gefahr mit langfristigen Folgen für Zentralasien</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Kirgisischen Republik entstand innerhalb eines Jahres der Akpai-See mit einem Volumen von 300.000 Kubikmetern Wasser – das entspricht 120 olympischen Schwimmbecken. Dank vorläufiger Untersuchungen erkannten die Behörden das Risiko und begrenzten den Zugang für Tourist:innen. Als es zum Durchbruch kam, wurde die Infrastruktur beschädigt, es gab jedoch keine menschlichen Opfer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem richten die Länder Frühwarnsysteme ein: Messgeräte und Sensoren übertragen Daten direkt an den Hydrometeorologischen Dienst, von wo sie ans Katastrophenschutzministerium weitergeleitet werden. Die Mitarbeitenden vor Ort entscheiden, ob eine Gefahr für Menschen besteht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Regionale Koordination entscheidend</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Abdullaev betont, dass eine koordinierte regionale Zusammenarbeit notwendig ist. Eine Studie des <a href="https://carececo.org/en/main/">Regionalen Umweltzentrums für Zentralasien</a> aus dem Jahr 2017 zeigte, dass durch Kooperation in Wasser- und Umweltfragen jährlich mehr als vier Milliarden US-Dollar (3,5 Mrd. Euro) eingespart werden könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/ein-riesiger-gletscher-im-pamir-schmilzt-was-sind-die-konsequenzen/"><strong>Ein riesiger Gletscher im Pamir schmilzt. Was sind die Konsequenzen?</strong></a><strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diana Aripkhanova fügte hinzu: <em>„Die größten Risiken bestehen in Grenzgebieten. Der Datenaustausch und eine einheitliche Überwachungsdatenbank können die Sicherheit erheblich verbessern und Leben retten.</em>“</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Sabina Davletmypadova für gazeta</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Margaret Bullich</strong></p>



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		<title>Neues Gasfeld in 6.500 Meter Tiefe in Usbekistan entdeckt</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/neues-gasfeld-in-6500-meter-tiefe-in-usbekistan-entdeckt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Oct 2025 16:02:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aserbaidschan]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Erdgas]]></category>
		<category><![CDATA[Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Karakalpakstan]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Ustyurt]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Mitte September vom usbekischen Pr&#xE4;sidenten Shavkat Mirziyoyev verk&#xFC;ndete Entdeckung eines neuen Gasfelds stellt einen Wendepunkt f&#xFC;r den Energiesektor des Landes dar. Neben der Er&#xF6;ffnung neuer Perspektiven kommen mit dem Fund jedoch auch neue Herausforderungen. Unterhalb des Ustyurt-Plateaus in der westlichsten usbekischen Region Karakalpakstan haben Geologen historische Gasvorkommen in einer Tiefe von 6.500 Metern entdeckt. [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Mitte September vom usbekischen Präsidenten Shavkat Mirziyoyev verkündete Entdeckung eines neuen Gasfelds stellt einen Wendepunkt für den Energiesektor des Landes dar. Neben der Eröffnung neuer Perspektiven kommen mit dem Fund jedoch auch neue Herausforderungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterhalb des <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Plateau_d%27Oust-Ourt">Ustyurt-Plateaus</a> in der westlichsten usbekischen Region <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Karakalpakstan">Karakalpakstan</a> haben Geologen historische Gasvorkommen in einer Tiefe von 6.500 Metern <a href="https://t.me/Press_Secretary_Uz/6256">entdeckt</a>. Diese Tiefe liegt weit jenseits der zuvor anvisierten Tiefe von 2.500 bis 3.000 Metern.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fergana.media/news/140229/">Wie die Presseagentur Fergana berichtet</a>, ist es die erste derartige Bohrung in der industriellen Geschichte des Landes, bei der ein Gasvorkommen in solch eingestufter Größe gefunden wurde. Präsident Shavkat Mirziyoyev deutete an, dass diese Entdeckung die Explorationsstandards des Landes verändern könnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Partnerschaft zwischen Taschkent und Baku?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entdeckung erfolgt mitten in einer Zeit eines moderaten Rückgangs der inländischen Gasproduktion. Laut dem usbekischen Portal Kursiv produzierte Usbekistan in den ersten sieben Monaten des Jahres <a href="https://uz.kursiv.media/en/2025-08-21/uzbekistan-reports-drop-in-gas-production-but-38-growth-in-exports-by-july-2025/">rund 25,3 Milliarden Kubikmeter</a> Gas, was einen Rückgang von 3,4 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode darstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/einigung-zwischen-aserbaidschan-und-turkmenistan-bereitet-weg-fuer-transkaspische-pipeline/?noredirect=de-DE">Einigung zwischen Aserbaidschan und Turkmenistan bereitet Weg für Transkaspische Pipeline</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Taschkent könnte die Erschließung dieses neuen Feldes nicht nur den Rückgang ausgleichen, sondern auch die Extraktionsgebiete diversifizieren, Investitionen anziehen und die lokale Technologie weiter in Richtung Tiefbohrungen entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berichten zufolge ist seit Juli eine Partnerschaft zwischen dem aserbaidschanischen Staatskonzern State Oil Company of Azerbaijan Republic (Socar) und usbekischen Firmen bereits für mehrere Projekte in Ustyurt <a href="https://www.uzdaily.uz/en/uzbekistan-and-socar-sign-production-sharing-agreement-in-ustyurt-region/">in Vorbereitung</a>. Die Kollaboration wurde durch die Unterzeichnung eines Produktionsbeteiligungsabkommens zwischen den beiden Seiten formalisiert. Erste Schätzungen deuten auf die Möglichkeit hin, durch seismische Tiefenuntersuchungen beachtliche Reserven von Kohlenwasserstoffen (Gas und Öl) zu erschließen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Vorteile werden für morgen da sein</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz des Optimismus bestehen einige Herausforderungen fort. Wissenschaftlich betrachtet erfordern Bohrungen in derartigen Tiefen Spezialausrüstung und sind mit beträchtlichen Kosten und Risiken verbunden. Je größer die Tiefe, desto schwieriger wird die Kontrolle des Drucks und der Temperatur. Technisch muss die Förderbarkeit des Gases bestätigt werden. Zudem lassen die Mengenschätzungen nicht immer Rückschlüsse auf die Rentabilität oder auf den Zugriffs- und Nutzungsbeginn zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-oelverschmutztes-grundwasser-in-der-region-ferghana/?noredirect=de-DE">Usbekistan: Ölverschmutztes Grundwasser in der Region Ferghana</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen gleichermaßen Fragen hinsichtlich der Umweltwirkung, insbesondere auf Emissionen, Grundwasservorkommen sowie die Sicherheit des Betriebs. Aus geopolitischer Perspektive wird Usbekistan außerdem die interne Gasnutzung, Gasexporte sowie Partnerschaften gegeneinander abwägen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenngleich die Entdeckung in einem Moment geschieht, in dem Zentralasien zunehmend seine Bodenressourcen erforscht, garantiert sie keinen sofortigen Umbruch für die usbekische Wirtschaft. Dies liegt vor allem am fortwährenden Bedarf stabiler Investitionen in die Infrastruktur zur Extraktion und Verarbeitung, um den neuen Reichtum nutzen zu können.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Evan Chaisson für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Korrektur gelesen und korrigiert von Anaïs Boulard</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/decouverte-dun-gisement-de-gaz-a-6-500-metres-de-profondeur-en-ouzbekistan/">Französischen</a> von Silvan Ergican</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bau des Rogun-Staudamms in Tadschikistan: Internationale Geldgeber bestehen auf Einhaltung von Bedingungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Sep 2025 20:53:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Stromerzeugung]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Finanzierung des Rogun-Wasserkraftwerkprojekts durch Entwicklungspartner, insbesondere die Weltbank, ist an einige noch nicht erf&#252;llte Bedingungen gekn&#252;pft. So hei&#223;t es in der Begr&#252;ndung f&#252;r das L&#228;nderrating Tadschikistans, das die internationale Ratingagentur S&#38;P Global Ratings erstellt hat. &#8222;Die Regierung hat mit einem Konsortium aus multilateralen und bilateralen Partnern Finanzierungspakete vereinbart, um etwa 50 Prozent der erforderlichen [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Finanzierung des Rogun-Wasserkraftwerkprojekts durch Entwicklungspartner, insbesondere die Weltbank, ist an einige noch nicht erfüllte Bedingungen geknüpft. So heißt es in der Begründung für das Länderrating Tadschikistans, das die internationale Ratingagentur S&amp;P Global Ratings erstellt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Regierung hat mit einem Konsortium aus multilateralen und bilateralen Partnern Finanzierungspakete vereinbart, um etwa 50 Prozent der erforderlichen 6,4 Mrd. US-Dollar (40 Prozent des prognostizierten BIP für 2025) zur Fertigstellung des Projekts bis 2035 zu decken“,</em> heißt es in der <a href="https://www.spglobal.com/ratings/en/regulatory/article/-/view/type/HTML/id/3425934">Veröffentlichung</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ratingagentur weist darauf hin, dass der Bau des Rogun-Wasserkraftwerks 2016 begonnen hat und bereits mehr als 3 Mrd. US-Dollar in die Inbetriebnahme der ersten beiden von sechs Turbinen investiert wurden, wobei die dritte für 2025 erwartet wird.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Nach Abschluss des Projekts im Jahr 2035 wird die Stromerzeugungskapazität des Landes um mehr als 50 Prozent steigen, wodurch das Problem der Stromknappheit gelöst und etwa 60 Prozent der Produktion nach Zentralasien exportiert werden können. Das Projekt bleibt jedoch kostspielig und verdrängt dadurch andere staatliche Investitionen“,</em> betonen die Analysten von S&amp;P.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadjikistan-la-construction-du-barrage-de-rogun-est-lancee/">Tadschikistan: Baustart des Rogun-Staudamms</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Begründung wird darauf hingewiesen, dass die verbleibenden Kosten für den Bau des Wasserkraftwerks auf 6,4 Mrd. US-Dollar geschätzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Regierung hat mit einem Konsortium internationaler Partner vereinbart, die Hälfte dieses Betrags zu finanzieren. Der Rest soll aus dem Haushalt und den Einnahmen aus dem Projekt stammen. Das vorläufige Paket umfasst 1,5 Milliarden US-Dollar in Form von nicht subventionierten Krediten, 850 Millionen US-Dollar in Form von Zuschüssen und 550 Millionen US-Dollar in Form von subventionierten Krediten. Es ist bekannt, dass ein Teil der Zuschüsse vom Status Tadschikistans als „am wenigsten entwickeltes Land“ abhängt. Dieser könnte 2026 einer erneuten Überprüfung unterzogen werden“,</em> so Vertreter von S&amp;P.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-die-zweite-turbine-des-rogun-wasserkraftwerks-geht-ans-netz/">Tadschikistan: Die zweite Turbine des Rogun-Wasserkraftwerks geht ans Netz</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wichtigsten Bedingungen, die Tadschikistan <a href="https://documents1.worldbank.org/curated/en/099072123165041455/pdf/P1810290716f920e08543049a566c86b4c.pdf">laut der Weltbank</a> erfüllen muss, sind:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>die Ausarbeitung und Verabschiedung eines makroökonomisch nachhaltigen Finanzierungsplans, der keine übermäßige Schuldenlast für den Staatshaushalt darstellt;</li>



<li>das Vorhandensein eines nachhaltigen Geschäftsmodells und Ausarbeitung langfristiger Verträge für den Verkauf von Strom an inländische und regionale Abnehmer;</li>



<li>die Verbesserung der Sicherheit des Staudamms;</li>



<li>die Stärkung des institutionellen Potenzials;</li>



<li>die Entwicklung und Umsetzung von Plänen, die ökologischen und sozialen Standards entsprechen;</li>



<li>die Mechanismen zur Verteilung der Gewinne an die Bevölkerung: Ein Teil der Einnahmen aus dem Verkauf von Strom könnte beispielsweise für soziale Unterstützung verwendet werden, 3 Prozent der Einnahmen während der Bauphase und 5 Prozent nach deren Abschluss;</li>



<li>die Einrichtung und aktive Leitung einer Koordinierungsgruppe für Rogun unter der Leitung der Weltbank;</li>



<li>mehr Transparenz – öffentliche Offenlegung von Verträgen und Finanzierungsplänen;</li>



<li>die Durchführung von Strukturreformen, die ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum und eine Verringerung der Anfälligkeit unterstützen.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Über das Wasserkraftwerk Rogun</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer Leistung von 3780 Megawatt (MW) wird der Rogun das größte Wasserkraftwerk in Zentralasien sein. Nach seiner vollständigen Inbetriebnahme wird die jährliche Stromerzeugung voraussichtlich über 14,5 Mrd. Kilowattstunden (kWh) betragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Maschinenraum des Kraftwerks werden sechs Aggregate mit einer Leistung von jeweils 630 MW installiert. Die Inbetriebnahme des letzten Aggregats ist für 2029 vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-erlaubt-die-privatisierung-des-aluminiumkonzerns-talco-und-des-rogun-wasserkraftwerks/">Tadschikistan erlaubt die Privatisierung des Aluminiumkonzerns Talco und des Rogun-Wasserkraftwerks</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Betrieb sind bislang zwei Aggregate, die 2018 und 2019 ans Netz gingen, allerdings mit geringer Leistung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2024 hat das Wasserkraftwerk nach Angaben des Energieministeriums 1,22 Mrd. kWh Strom erzeugt. Dies entspricht 5,5 Prozent der gesamten Stromerzeugung der Republik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mangels eines aktuellen Novastan-Berichts zu Lage und Geschichte dieses großangelegten Bauprojekts empfehlen wir für Hintergrundinformationen <a href="https://daz.asia/blog/der-nurek-und-der-rogun-staudamm-in-tadschikistan/">diesen umfassenden Artikel</a> der Deutschen Allgemeinen Zeitung. Wer mehr über die verheerenden Folgen für Mensch, Tier und Umwelt des Roguns erfahren möchte, sollte einen Blick auf <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/warum-entwicklungsbanken-den-rogun-megastaudamm-in-tadschikistan-nicht-finanzieren-sollten-wenn-ihnen-menschen-und-umwelt-wirklich-am-herzen-liegen/">diesen Appell der Initiative GegenStrömung</a> werfen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Asia Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20250823/sp-tadzhikistan-poluchit-dengi-mezhdunarodnih-donorov-dlya-roguna-posle-vipolneniya-vseh-uslovii">Russischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/bau-des-rogun-staudamms-in-tadschikistan-internationale-geldgeber-bestehen-auf-einhaltung-von-bedingungen/">Bau des Rogun-Staudamms in Tadschikistan: Internationale Geldgeber bestehen auf Einhaltung von Bedingungen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Turkmenistan zieht Profit aus der Internetzensur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Sep 2025 20:12:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Cybersicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Internet in Turkmenistan ist erneut von massiven Blockaden betroffen. Waren derlei Kampagnen in der Vergangenheit Teil eines politischen Imperativs, so steckt dieses Mal ein anderes Ziel dahinter: individueller Profit. Seit Anfang Juli wurde das Internet in Turkmenistan von einer neuen Serie von Sperrungen heimgesucht. Wie das in den Niederlanden ans&#xE4;ssige unabh&#xE4;ngige Medium Turkmen.news berichtet, [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Internet in Turkmenistan ist erneut von massiven Blockaden betroffen. Waren derlei Kampagnen in der Vergangenheit Teil eines politischen Imperativs, so steckt dieses Mal ein anderes Ziel dahinter: individueller Profit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Anfang Juli wurde das Internet in Turkmenistan von einer neuen Serie von Sperrungen heimgesucht. Wie das in den Niederlanden ansässige unabhängige Medium Turkmen.news berichtet, sind große Teile des Internets für die Nutzer in Turkmenistan unzugänglich geworden. Die Behörden haben mehrere große digitale Subnetze mit jeweils mehr als 65.000 IP-Adressen auf ihre schwarzen Listen gesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/le-turkmenistan-veut-creer-son-propre-reseau-internet-coupe-du-monde/#:~:text=coup%C3%A9%20du%20monde-,Le%20Turkm%C3%A9nistan%20veut%20cr%C3%A9er%20son%20propre%20r%C3%A9seau%20Internet%20coup%C3%A9%20du,d%C3%A9j%C3%A0%20archa%C3%AFque%20et%20tr%C3%A8s%20censur%C3%A9.">Digitale Zensur</a>&nbsp;ist nichts Neues in dem am stärksten abgeschotteten Land Zentralasiens. Soziale Netzwerke, unabhängige Medien und Oppositionsplattformen sind seit mehreren Jahren unzugänglich. Doch diesmal soll die Einschränkung des Internetzugangs weniger der Informationskontrolle dienen, als vielmehr Einnahmen für die mit der Cybersicherheit betrauten Beamten generieren, enthüllt Turkmen.news.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zensur als Geschäftsstrategie</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Lokale Quellen und Experten, die von diesem unabhängigen Medium befragt wurden, erklären, dass die neuen Beschränkungen einer Logik des persönlichen Profits folgen. Agenten des nationalen Cybersicherheitsdienstes würden zuerst gezielt ganze Internetsegmente blockieren und dann den Nutzern kostenpflichtige Lösungen anbieten, um die Verbote zu umgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-als-neuer-knotenpunkt-fuer-drohnen/">Zentralasien als neuer Knotenpunkt für Drohnen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu diesen Lösungen gehören personalisierte OpenVPN-Lizenzen, die bei 1.000 Manat (ca. 50 Euro) pro Monat anfangen. Es ist auch möglich, für 2.000 Manat (ca. 100 Euro) pro Monat einen Platz auf den &#8222;weißen Listen&#8220; zu erwerben – diese bieten einen Zugang zu normalerweise gesperrten Seiten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Wenn man bedenkt, dass der Durchschnittslohn in Turkmenistan 60 Dollar (ca. 52 Euro) beträgt, sind diese Preise exorbitant hoch, weshalb nur die Elite sich den Zugang zum gesamten Internet leisten kann. In der Vergangenheit schaltete die Regierung bei wichtigen Ereignissen oft das Internet ab, beispielsweise bei <a href="https://freedomhouse.org/country/turkmenistan/nations-transit/2024">der Einweihung der Stadt Arkadag</a> im Jahr 2023 oder bei politisch heiklen Ereignissen wie einer <a href="https://www.opensocietyfoundations.org/voices/how-internet-changed-face-tragedy-turkmenistan">Explosion in einem Lagerhaus in der Nähe von Aschgabat</a> im Juli 2011, bei der offiziell 15 Menschen starben. Mittlerweile erwägen die Behörden nicht mal mehr öffentliche Rechtfertigungen für die Internetbeschränkungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Desaströse Folgen für Cybersicherheit und Wirtschaft</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese neue, aus Profitgründen inszenierte, Einschränkung des Internets schwächt die Cybersicherheit des Landes erheblich. Aufgrund der hohen Preise für offizielle VPNs – einschließlich solcher, die die neuesten Antiviren-Updates wie Bitdefender oder einige Google-Dienste bereitstellen – müssen die Bürger auf nicht zertifizierte VPNs zurückgreifen, die häufig über informelle Kanäle bereitgestellt werden. Diese Tools setzen ihre Daten und Geräte <a href="https://timesca.com/turkmenistan-tightens-internet-blocks-to-promote-state-controlled-vpns/">einem erhöhten Risiko von Angriffen aus.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-als-neuer-knotenpunkt-fuer-drohnen/">Turkmenistan im Visier amerikanischer Reiserestriktionen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf wirtschaftlicher Ebene sind die Folgen ebenso gravierend. Laut dem turkmenischen Online-Medium Progres.Online <a href="https://progres.online/economy/the-state-of-the-turkmennet-in-2022-slow-expensive-and-censored/">kosten die häufigen Kürzungen und Einschränkungen die turkmenische Wirtschaft jedes Jahr</a> etwa 348.000 US-Dollar (ca. 300.000 Euro) pro Tag oder fast 127 Millionen US-Dollar (ca. 110 Millionen Euro). Ein Preis, den Aschgabat für die Kontrolle seiner Bevölkerung dennoch zu zahlen bereit ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Evan Chaisson für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/le-turkmenistan-cherche-a-tirer-profit-de-la-censure-dinternet/">Französischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>«Die Gletscher sind zu uns von den Bergen herabgestiegen» – Ausstellung zum Thema Gletscherschutz in Duschanbe</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/die-gletscher-sind-zu-uns-von-den-bergen-herabgestiegen-ausstellung-zum-thema-gletscherschutz-in-duschanbe/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Sep 2025 08:36:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Internationalen Konferenz über den Erhalt der Gletscher]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Workshop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Reise durch die Gletscher &#x2013; das war das Konzept der Ausstellung &#xAB;Das Lied des Gletschers&#xBB;, die vom 30. Mai bis zum 2. Juni im Botanischen Garten in Duschanbe mit Unterst&#xFC;tzung des Schweizerischen Kooperationsb&#xFC;ros in Tadschikistan stattfand. Die Ausstellung war so konzipiert, dass die Besucher:innen eine &#xAB;Reise durch die Welt der Gletscher&#xBB; unternehmen und diese [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eine Reise durch die Gletscher – das war das Konzept der Ausstellung «Das Lied des Gletschers», die vom 30. Mai bis zum 2. Juni im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Botanischer_Garten_Duschanbe">Botanischen Garten</a> in Duschanbe mit Unterstützung des Schweizerischen Kooperationsbüros in Tadschikistan stattfand. Die Ausstellung war so konzipiert, dass die Besucher:innen eine «Reise durch die Welt der Gletscher» unternehmen und diese sogar berühren konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die multimediale <a href="https://your.tj/jeko-art-poligon-kak-hudozhniki-i-art-aktivisty-tadzhikistana-govorjat-ob-jekologii-cherez-iskusstvo/">ecoart-Ausstellung</a> widmete sich dem Thema Gletscherschutz. Dank verschiedener interaktiver Angebote, darunter kreative Workshops, konnten die Besucher:innen tief in diese Thematik eintauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/nieder-mit-der-gleichgueltigkeit-in-duschanbe-trifft-umweltaktivismus-auf-kunst/">„Nieder mit der Gleichgültigkeit!“ – In Duschanbe trifft Umweltaktivismus auf Kunst</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor von Your.tj war vor Ort und sprach mit der <a href="https://your.tj/v-dushanbe-startoval-festival-posvjashhennyj-problemam-jekologii/">Kuratorin Diana Rachmanowa</a>.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/2_Impressionen-aus-der-Ausstellung-Das-Lied-des-Gletschers.jpg" alt="" class="wp-image-42869" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/2_Impressionen-aus-der-Ausstellung-Das-Lied-des-Gletschers.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/2_Impressionen-aus-der-Ausstellung-Das-Lied-des-Gletschers-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption">Impressionen aus der Ausstellung «Das Lied des Gletschers».</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative für eine Ausstellung zum Thema Gletscherschutz stammt vom <a href="https://www.eda.admin.ch/content/countries/tajikistan/de/home/vertretungen/kooperationsbuero.html">Schweizerischen Kooperationsbüro in Tadschikistan</a>. Sie wurde im Rahmen des Programms <a href="https://your.tj/jekologija-jeto-moja-zhiznennaja-missija-kak-urozhenec-kanibadama-prodvigaet-jekoaktivizm-v-tadzhikistane/">zu Ökologie</a> und Gletscherfragen der Schweizer Vertretung umgesetzt und fand zeitgleich mit der <a href="https://geooeko.geo.uni-halle.de/internationale-konferenz-ueber-den-erhalt-der-gletscher-vom-29-bis-31-mai-2025-in-duschanbe-tadschikistan/">Internationalen Konferenz über den Erhalt der Gletscher</a> statt, die vom 29. bis 31. Mai in Duschanbe organisiert wurde.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Laut der Kuratorin Diana Rachmanowa, die das Ausstellungskonzept erarbeitet hat, schlug die Schweizer Vertretung vor, eine zusätzliche Veranstaltung durchzuführen <strong>–</strong> diese jedoch nicht rein wissenschaftlich, sondern mit einem für die Öffentlichkeit interessanten Fokus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-gletscher-des-tienschan-im-rueckgang/">Die Gletscher des Tienschan im Rückgang</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Rachmanowa hatte die Idee, diese Ausstellung so zu gestalten, dass sie eine Art «Reise durch die Gletscher» darstellt. Auf der Ausstellung wurden sieben «Tunnel» präsentiert, die Gletscher imitierten und durch die Besucher:innen hindurchgehen und sich wie in einem echten Gletscher fühlen konnten.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Tunnel-die-die-Gletscher-imitieren-sollen.jpg" alt="" class="wp-image-42871" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Tunnel-die-die-Gletscher-imitieren-sollen.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Tunnel-die-die-Gletscher-imitieren-sollen-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption"> Die «Tunnel», die die Gletscher imitieren sollen.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">«Die Ausstellung selbst ist so konzipiert, dass sie wie ein Basislager oder eine kleine Stadt aussieht. Es werden reguläre Touren zu Gletschern angeboten, aber leider hat nicht jeder die Möglichkeit, diese wahrzunehmen. Deshalb hatten wir die Idee, dass die Gletscher von den Bergen zu uns hinabsteigen und die Besucher:innen hier auf ihnen spazieren gehen können», so Diana Rachmanowa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die «von den Bergen herabgestiegenen Gletscher» begrüßten die Besucher:innen der Ausstellung auf Tadschikisch, Englisch und Russisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/ein-riesiger-gletscher-im-pamir-schmilzt-was-sind-die-konsequenzen/">Ein riesiger Gletscher im Pamir schmilzt. Was sind die Konsequenzen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">«Dies ist ein einzigartiges Erlebnis, denn die Menschen sehen uns selten – wir befinden uns fernab, weit in der Höhe, wo es einsam, trocken, laut, kalt und rau ist. All das ist unsere Natur, unser Wesen, unsere Erinnerung und unsere Geschichte», hieß es in der Begrüßung der Gletscher.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Begruessung-der-Gletscher.jpg" alt="" class="wp-image-42873" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Begruessung-der-Gletscher.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Begruessung-der-Gletscher-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Begrüßung der Gletscher.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich konnten die Besucher:innen der Ausstellung nicht nur die Gletscher besuchen, sondern sogar einen von ihnen berühren, und zwar bei der Kunstinstallation «Berühre den Gletscher», bei der es sich um in Stoff gewickeltes Eis handelte, das einen Gletscher imitieren sollte.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Kunstinstallation-Beruehre-den-Gletscher.jpg" alt="" class="wp-image-42872" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Kunstinstallation-Beruehre-den-Gletscher.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Kunstinstallation-Beruehre-den-Gletscher-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Kunstinstallation «Berühre den Gletscher».</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> An dem Veranstaltungskonzept arbeiteten Vertreter:innen dreier Länder – Tadschikistan, Kirgistan und Usbekistan –, da das Thema Gletscherschutz für Zentralasien sehr aktuell und brisant ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-beobachtung-des-gletschers-ueber-das-leben-und-die-arbeit-an-der-glaziologischen-station-tujyksu/">Die Beobachtung des Gletschers – Über das Leben und die Arbeit an der glaziologischen Station Tujyksu</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auffallend ist, dass die Ausstellung fast ausschließlich auf Stofftüchern gezeigt wird. Nahezu alle Kunstinstallationen sind auf diesen Stoffen dargestellt. Bei den aufgedruckten Bildern von Gletschern handelt es sich um Archivfotos, die in den letzten 10 bis 15 Jahren in Tadschikistan und Kirgistan aufgenommen wurden, so Rachmanowa. Der Druck der Stoffbahnen erfolgte in Bischkek. Insgesamt wurden mehr als 500 Meter Stoff mit einem Gesamtgewicht von über 120 Kilogramm für die Ausstellung genutzt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-bedruckten-Stofftuecher.jpg" alt="" class="wp-image-42874" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-bedruckten-Stofftuecher.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-bedruckten-Stofftuecher-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die bedruckten Stofftücher.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Rachmanowa erzählte, könnten sich die Besucher:innen mithilfe der Stoffe besser vorstellen, wie sich die Gletscher verändern. Die Verwendung von Stoff als Material ist ein bewusster Schritt, da so auf Plastik verzichtet wird. Die Organisator:innen planen die Kunstinstallation als Wanderausstellung auch in anderen Regionen Tadschikistans sowie im Ausland zu zeigen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Information-zur-Ausstellung-gedruckt-auf-Stoff.jpg" alt="" class="wp-image-42875" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Information-zur-Ausstellung-gedruckt-auf-Stoff.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Information-zur-Ausstellung-gedruckt-auf-Stoff-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption">Information zur Ausstellung, gedruckt auf Stoff.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> «Wir möchten hier auch vermitteln, was Gletscher sind. Deshalb verwenden wir kein Papier oder Plastik, sondern bedruckten weißen Stoff, um zu zeigen, dass ein Gletscher in erster Linie Kälte darstellt», so die Kuratorin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ausstellungsprogramm ist multimedial. Neben den Kunstinstallationen wurden den Besucher:innen eine Reihe von Workshops angeboten, in denen sie auf spielerische Weise etwas Neues über Gletscher lernen konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kuenstliche-gletscher-in-kirgistan-gegen-die-folgen-des-klimawandels/">Künstliche Gletscher in Kirgistan gegen die Folgen des Klimawandels</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diana Rachmanowa selbst leitete einen kreativen Workshop zum Thema Collagen. Die Workshop-Teilnehmenden experimentierten mit Schwarz-Weiß-Fotos und Zeitungsausschnitten von Gletschern. «Durch das Experimentieren mit dem Fotomaterial versuchten die Teilnehmer:innen, den dargestellten Gletschern ein zweites Leben zu geben. Hier wird die Vorstellungskraft angeregt, denn die Teilnehmenden versuchen auf diese Weise, ihren eigenen Gletscher zu erschaffen, indem sie ihre Fantasie nutzen», erklärt die Kuratorin.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Ein-Workshop-unter-der-Leitung-von-Diana-Rakhmanova.jpg" alt="" class="wp-image-42876" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Ein-Workshop-unter-der-Leitung-von-Diana-Rakhmanova.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Ein-Workshop-unter-der-Leitung-von-Diana-Rakhmanova-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Workshop unter der Leitung von Diana Rachmanowa.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den weiteren Workshops, die von Vertreter:innen aus Tadschikistan, Kirgistan und Usbekistan durchgeführt wurden, gehörte unter anderem ein Workshop zu Animation, Körper- und Klangpraktiken. Die im Rahmen dieser Workshops entstandenen Kunstwerke wurden am 2. Juni, dem letzten Tag der Ausstellung, gezeigt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Ein-Besucher-setzt-ein-Puzzle-mit-dem-Bild-eines-Gletschers-zusammen.jpg" alt="" class="wp-image-42877" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Ein-Besucher-setzt-ein-Puzzle-mit-dem-Bild-eines-Gletschers-zusammen.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Ein-Besucher-setzt-ein-Puzzle-mit-dem-Bild-eines-Gletschers-zusammen-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption"> Ein Besucher setzt ein Puzzle mit dem Bild eines Gletschers zusammen.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schweizer Partnerorganisation, <a href="https://your.tj/rabota-na-pamire-otkryvaet-novye-nauchnye-vozmozhnosti-kak-ukrainskie-uchenye-issledujut-reki-gbao/">die sich mit der Erforschung von Gletschern befasst</a>, hat ebenfalls einen eigenen Bereich mit Installationen, interessanten wissenschaftlichen Fakten über Gletscher in tadschikischer und russischer Sprache sowie Workshops organisiert.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Wissenschaftliche-Fakten-ueber-Gletscher.jpg" alt="" class="wp-image-42878" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Wissenschaftliche-Fakten-ueber-Gletscher.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Wissenschaftliche-Fakten-ueber-Gletscher-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wissenschaftliche Fakten über Gletscher.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">«Das Ausstellungsprogramm ist sehr vielfältig. Es ist konzeptionell so aufgebaut, dass die Besucher:innen verstehen, dass Gletscher nicht statische Gebilde sind, sondern sich jeden Tag verändern», resümiert Diana Rachmanowa.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Somon Komilov, <a href="https://your.tj/ledniki-spustilis-k-nam-na-zemlju-v-dushanbe-proshla-vystavka-po-sohraneniju-lednikov/">Your.tj</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Maximilian Rau</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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