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	<title>Belt and Road Initiative Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Wed, 31 May 2023 17:21:19 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Belt and Road Initiative Archives</title>
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		<title>Potentiale der Machtwechsel: Quo vadis Zentralasien?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marie Schliesser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2020 13:04:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Belt and Road Initiative]]></category>
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		<category><![CDATA[Eurasische Wirtschaftsunion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor vier Jahren fand in Usbekistan mit dem Antritt des neuen Staatspr&#xE4;sidenten Shavkat Mirziyoyev ein Wechsel an der F&#xFC;hrungsspitze statt. Aber f&#xFC;hren die Ver&#xE4;nderungen in Usbekistan sowie Anfang 2019 in Kasachstan zu einer Erneuerung der Region? Kann man von einem &#x201E;Neuen Zentralasien&#x201C; sprechen und wie werden sich die Beziehungen der zentralasiatischen Staaten entwickeln? &#xDC;ber diese [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/potentiale-der-machtwechsel-quo-vadis-zentralasien/">Potentiale der Machtwechsel: Quo vadis Zentralasien?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Vor vier Jahren fand in Usbekistan mit dem Antritt des neuen Staatspräsidenten Shavkat Mirziyoyev ein Wechsel an der Führungsspitze statt. Aber führen die Veränderungen in Usbekistan sowie Anfang 2019 in Kasachstan zu einer Erneuerung der Region? Kann man von einem „Neuen Zentralasien“ sprechen und wie werden sich die Beziehungen der zentralasiatischen Staaten entwickeln? Über diese und weitere Fragen diskutierten Politologen und Ökonomen bei dem Treffen „Expert Update `Neues Zentralasien´“. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei dem kasachstanischem Onlinemagazin</strong> <a href="https://vlast.kz/politika/35621-kakoe-budusee-zdet-centralnuu-aziu.html"><strong>Vlast.kz</strong></a><strong>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Von einem „Neuen Zentralasien“ kann nur im Hinblick auf die jüngsten Machtwechsel und angesichts der Herausbildung einer Zivilgesellschaft gesprochen werden, so der Politikwissenschaftler Askar Nursha. Obwohl die regionale Integration Zentralasiens ins Stocken geraten ist, tauchten Tendenzen auf, die auf eine mögliche Erweiterung der eurasischen Regionalintegration hindeuten. Ob diese zustande kommt, hänge nur von den weiteren wirtschaftspolitischen Entscheidungen der usbekischen Machthabenden ab.</p>
<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>
<p style="text-align: justify">Nach dem <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-tod-des-diktators-und-einsetzendes-tauwetter-ueber-das-letzte-jahrzehnt-in-usbekistan/">Tod Islom Karimovs</a> habe man in Usbekistan aufgehört, von Zentralasien im traditionellen Sinne zu sprechen, weil die Machthabenden häufiger die Zusammenarbeit mit den angrenzenden Ländern auf den Prüfstand stellten, so Politikwissenschaftler Rustam Burnashev. <em>„Verändert sich Zentralasien aus der Sicht Kasachstans? Ja, selbstverständlich. Aber es gibt auch zeitlich vorgelagerte Entwicklungen: die Schaffung der Eurasischen Wirtschaftsunion [Anm.: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eurasische_Wirtschaftsunion">EAWU</a>;  Mitgliedsstaaten sind Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland und Belarus], einer Zollunion. Kasachstan befindet sich im Raum der EAWU und nicht in Zentralasien. Es ist möglich von einem ‚Neuen Zentralasien‘ zu sprechen, aber für jedes der Länder, die wir traditionell zu dieser Region zählen, wird es ein anderes ‚Neues Zentralasien‘ sein. Darin besteht auch die Neuheit. Die Länder Zentralasiens schaffen sich ihr eigenes ‚Neues Zentralasien‘“</em>, konstatiert Burnashev.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Großes Investitionspotential vor allem für Kasachstan</strong></p>
<p style="text-align: justify">2018 stellte die Boston Consulting Group ihren Report <a href="https://www.bcg.com/en-ru/perspectives/205272">„Investing in Central Asia: One region, many opportunities“</a> vor, in dem das Potenzial an Ausländischen Direktinvestitionen (FDI) für die Region auf 170 Mrd. US-Dollar geschätzt wird, wovon 100 Mrd. auf Kasachstan entfallen. Der Ökonom Almas Chukin meint, dass es Kasachstan gelingt, seine vorhandene Attraktivität für Investoren zu bewahren und das obwohl sich die Wirtschaft Usbekistans aktiv entwickelt. Als Hauptfaktoren benennt er die schwierige Lage in der Verkehrsinfrastruktur Usbekistans und der Mangel an personellen Kapazitäten. <em>„Im Hinblick auf die Verkehrsanbindung gibt es kein Land, das schlechter aufgestellt ist. Um [nach Usbekistan] zu gelangen, muss man über andere Länder reisen. An dieser Stelle ist es für Usbekistan sinnvoll, mit Kasachstan an der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/One_Belt,_One_Road">Verbindung China-Europa</a> zusammenzuarbeiten, das sollte nicht unterschätzt werden. Außerdem habe ich nicht das Gefühl, dass während der 25-jährigen Amtszeit Karimovs in Usbekistan gute Schulen und Kindergärten mit einer hochwertigen Ausbildung entstanden sind. Im Ergebnis ist eine Generation herangewachsen, die nicht besonders gut auf das Leben vorbereitet ist. Das ist eine Herausforderung, die angegangen werden muss.“</em></p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-oekologische-fussabdruck-der-neuen-seidenstrasse-ignoriert-und-vergessen/">Der ökologische Fußabdruck der neuen Seidenstraße – ignoriert und vergessen?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Experten diskutierten außerdem einen möglichen Beitritt Usbekistans zur Eurasischen Wirtschaftsunion, über den bald eine endgültige Entscheidung erwartet wird [Anmerkung: im Mai 2020 stimmte das usbekische Parlament für die Aufnahme eines Beobachterstatus in der EAWU]. In diesem Zusammenhang geht der Politologe Dosym Satpayev davon aus, dass der Beitritt Usbekistans zur EAWU nicht nur ein Anliegen der usbekischen Machthabenden, sondern auch ein russisches ist. Dieser Einschätzung stimmt Burnashev zu und ergänzt, dass der usbekische Staatspräsident <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wer-ist-der-neue-praesident-usbekistans/">Mirziyoyev</a> die Meinungen Kasachstans und Kirgistans ebenfalls nicht außer Acht lassen wird.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zentralasien zwischen China und Russland</strong></p>
<p style="text-align: justify">In den vergangenen Monaten ist in Kasachstan die anti-chinesische Stimmung gewachsen. Die Bürger*innen lehnen die chinesische Expansion ab und rufen zu Boykotten chinesischer Produkte auf. Diesem Verhalten gegenüber äußert Almas Chukin Unverständnis und merkt an, dass es in der kasachischen Geschichte keinerlei Auseinandersetzungen mit chinesischen Bürger*innen gegeben habe. Er ist zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit mit China für Kasachstan sehr lohnenswert ist, allein schon aufgrund dessen, dass die Grenzstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Korgas">Korgas</a> einen direkten Zugang zu den Weltmeeren bietet. „<em>Wir stellen Güter mit geringer Wertschöpfung her, die nach China, auf den größten Absatzmarkt der Welt, geliefert werden können. Er befindet sich lediglich 300 Kilometer von uns entfernt. Die Ökonomien Chinas und Kasachstans ergänzen sich gegenseitig. Bei allem Respekt, aber China hat Russland beim Umfang der Investitionen bereits überholt und dieser Trend wird sich fortsetzen. Russische Investitionen gibt es bei uns praktisch gar nicht. Gerade findet ein großes Wettrennen um Zentralasien statt. Die Interessen Chinas sind sehr einfach: Alle chinesischen Seewege führen entweder durch Singapur oder die USA. Beide Verbindungen werden von den USA kontrolliert. Die Chinesen haben verstanden, dass man sie bei alleinigem Fokus auf die Seewege in die Enge treiben kann. Deshalb haben die Chinesen beschlossen, den direkten Weg durch Zentralasien zu nehmen. Sie wollen das Zentrum der Zivilisation nach Asien verlegen. Unsere Ressourcen interessieren sie nicht</em>“, positioniert sich der Ökonom. Laut Chukin mische sich China nicht in die Innenpolitik von Ländern ein, weshalb man sich nicht vor einer Zusammenarbeit mit Peking fürchten müsse.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/russland-und-china-sind-die-top-investoren-in-usbekistan/"><strong>Russland und China sind die Top-Investoren in Usbekistan</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Kasachstans zweitwichtigster Partner nach China ist Russland. Askar Nursha zufolge ist Russland heute nicht nur an der Aufrechterhaltung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums in Zentralasien, sondern auch an der Beibehaltung eines gemeinsamen militärpolitischen Raumes interessiert: „<em>Wenn Kasachstan verkündet, nur eine wirtschaftliche Integration anzustreben, so wird das in Moskau mit Unglauben und Ablehnung aufgenommen, weil das für Russland zu wenig ist. Wir haben hier in der Region eine ‚schizophrene‘ Beziehung zu Russland: Wir brauchen Russland, weil wir im militärpolitischen Bereich schwach aufgestellt sind, aber gleichzeitig benötigen wir das Russland, das einem seine Meinung aufzwingen könnte, nicht all zu sehr. China wird sich stärker, Russland dagegen schwächer entwickeln. Russland wird bald im Rahmen einer Partnerschaft attraktiv werden.</em>“</p>
<p style="text-align: justify">Für das wichtigste Thema in den Beziehungen zwischen Russland und den zentralasiatischen Staaten hält der Politologe das ‚Große Russland‘. Heutzutage halten sich in Russland <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/russland-zentralasiatische-migranten-als-pruegelknaben/">Arbeitsmigrant*innen aus allen zentralasiatischen Ländern</a> auf, von denen ein Teil bereits die russische Staatsbürgerschaft erhalten hat und nicht beabsichtigt, in ihre Heimat zurückzukehren. Laut Nursha ist auf dem Territorium Russlands ein ‚Neues Zentralasien‘ am Entstehen. Diese Diaspora werde in einigen Jahren von Russland entweder als Kanal zur Zusammenarbeit oder als Instrument zur Beeinflussung der Politik in der Region genutzt werden.</p>
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<p style="text-align: justify">Werden es die zentralasiatischen Länder schaffen, ihre Beziehungen untereinander zu verbessern? Rustam Burnashev sieht dafür eine Reihe ernstzunehmender Einschränkungen wie beispielsweise, dass mit Kasachstan und Kirgistan nur zwei von fünf Staaten Teil der Eurasischen Wirtschaftsunion sind. „<em>Es stellt sich die Frage: Brauchen wir Zentralasien überhaupt? Wir leben und arbeiten in einem Mythos, den wir selbst in den 1980er Jahren rund um Zentralasien geschaffen haben. Aber über mehr als Worte kommen wir nicht hinaus und werden es höchstwahrscheinlich auch nicht. Wenn wir ein regionales Format für Zusammenarbeit schaffen wollen, dann müssen wir ein ‚Neues Zentralasien‘ ins Leben rufen und dafür die alte Konzeption, die sich zufällig während des Zerfalls der Sowjetunion herausbildete, dekonstruieren</em>“, legt der Politologe seine Ansicht dar. Askar Nursha stimmt dieser Ansicht zu: „<em>Es geht nicht darum, ob es Zentralasien gibt oder nicht. Um eine gute Figur zu haben, muss man Sport machen. Wir wollen in Zentralasien eine gute Figur abgeben, aber machen keinen Sport.</em>“</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/russland-und-china-sind-die-top-investoren-in-usbekistan/"><strong>Sechs Gründe für die antichinesische Stimmung in Kasachstan</strong></a></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Europäische Union als Vorbild</strong></p>
<p style="text-align: justify">Dosym Satpayev sieht drei Gründe dafür, dass es den zentralasiatischen Staaten aktuell schwer fällt, einen konstruktiven Dialog aufzubauen: an der Staatsspitze befindet sich nach wie vor eine alte Führungsriege, die Länder sind von alten geopolitischen Mächten mit klaren Interessen umgeben und es mangelt an einer einheitlichen regionalen Selbstidentifikation. „<em>Die Organisatoren dieses Treffens sollten es lieber ‚Existiert Zentralasien?‘ nennen [Anm.: anstelle von „Welche Zukunft erwartet Zentralasien?“]. Unserer Diskussion nach zu urteilen, haben wir uns noch nicht der Frage angenähert, wie das ‚Neue Zentralasien‘ aussehen sollte. Aber enge wirtschaftliche Beziehungen reißen früher oder später viele Mauern ein. Die Europäische Union ist auch aus Ländern entstanden, die über Jahrhunderte Krieg gegeneinander geführt haben. Man kann doch alle Kriege überwinden. Warum? Weil sie die Wirtschaft an erster Stelle positioniert haben und erst danach politische Interessen angingen. Und wir befassen uns häufiger in erster Linie mit der Politik“</em>, bilanziert Satpayev.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Yuna Korosteleva für </strong><a href="https://vlast.kz/politika/35621-kakoe-budusee-zdet-centralnuu-aziu.html"><strong>Vlast.kz</strong></a></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Marie Schliesser</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der ökologische Fußabdruck der neuen Seidenstraße – ignoriert und vergessen?</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/der-oekologische-fussabdruck-der-neuen-seidenstrasse-ignoriert-und-vergessen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[rshakibaie]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Jul 2020 16:36:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Umweltauswirkungen der neuen Seidenstra&#xDF;e, des gro&#xDF;en chinesischen Infrastrukturprojekts, werden zu oft &#xFC;bersehen. Viele NGOs sind alarmiert: Die Investitionen Chinas halten die Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung zur Eind&#xE4;mmung des Klimawandels nicht ein. Es scheint, die meisten zentralasiatischen Staaten freuen sich &#xFC;ber ihre Teilnahme am ehrgeizigen Projekt der neuen Seidenstra&#xDF;e, die auch als Belt and Road [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die Umweltauswirkungen der neuen Seidenstraße, des großen chinesischen Infrastrukturprojekts, werden zu oft übersehen. Viele NGOs sind alarmiert: Die Investitionen Chinas halten die Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung zur Eindämmung des Klimawandels nicht ein.</strong></p>
<p style="text-align: justify"><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Es scheint, die meisten zentralasiatischen Staaten freuen sich über ihre Teilnahme am ehrgeizigen Projekt der <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-neue-seidenstrase-ein-stand-der-dinge/?noredirect=de_DE">neuen Seidenstraße</a>, die auch als Belt and Road Initiative (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/One_Belt,_One_Road">BRI</a>) bekannt ist. Ziel des 2013 ins Leben gerufenen Instrastrukturprojekts ist es, China sowohl auf dem Schienen- als auch auf dem Seeweg mit Europa und Afrika zu verbinden. Innerhalb weniger Jahre überstieg die BRI ihre eigenen Ansprüche und entwickelte sich zum Vorzeigeprojekt des chinesischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xi_Jinping">Xi Jinping</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><strong> <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wie-die-neue-seidenstrae-zentralasien-verndern-wurde/">Wie die „neue Seidenstraße“ Zentralasien verändern würde</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">ExpertInnen und VertreterInnen der Zivilgesellschaft der teilnehmenden Staaten äußern jedoch Bedenken im Hinblick auf die Umweltauswirkungen der chinesischen Investitionsprojekte. Während des <a href="https://livingasia.online/2020/05/26/ekologicheskie-aspekty-proektov-poyas-i-put/">Webinars</a> „Umweltaspekte der BRI in Zentralasien“, das am 3. Juni von der kasachischen NGO „Sozial- und Umweltfonds“ organisiert wurde, gaben UmweltaktivistInnen aus vier zentralasiatischen Staaten Anschauungsbeispiele negativer Auswirkungen der Initiative.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein „Krieg gegen die Umweltverschmutzung“?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Im Jahr 2014 erklärte China einen „<a href="https://www.reuters.com/article/us-china-parliament-pollution/china-to-declare-war-on-pollution-premier-says-idUSBREA2405W20140305">Krieg gegen die Umweltverschmutzung</a>“. Ein ehrgeiziges Engagement, das sich in der Verabschiedung strengerer <a href="https://ccbc.com/ccbc-policy-reports/china-introduces-more-stringent-environmental-laws-and-regulations/">Umweltstandards</a> für die Industrie verdeutlichte. Die Kampagne führte zur <a href="https://www.lefigaro.fr/conjoncture/2018/07/30/20002-20180730ARTFIG00058-chine-pekin-va-fermer-un-millier-d-usines-d-ici-a-2020.php">Schließung</a> tausender Fabriken. China ist nach wie vor an der Gewinnung von Rohstoffen interessiert, deren Erschließung die Umwelt und die Gesundheit der beteiligten Menschen beeinträchtigt. Nicht nur der Bau von Schienen und Straßen, sondern auch diese Art der Investition ist Teil der BRI.</p>
<p style="text-align: justify">Die Zementproduktion ist ein typisches Beispiel für umweltschädliche Produktionsstätten, die China nach Zentralasien <a href="https://chinadialogue.net/en/pollution/9174-china-shifts-polluting-cement-to-tajikistan/">verlagert</a>. „In Tadschikistan sind 85% der Anteile an den 18 Zementwerken des Landes in der Hand chinesischer Investoren. Ihre ausgestoßenen Schadstoffe färben die Kleidung der Bewohner der umliegenden Dörfer schwarz“, schildert Umidjon Ulugov, Projektleiter der NGO <a href="https://www.facebook.com/javononipeshsaf">Pehsaf</a> und Teilnehmer des Webinars „Umweltaspekte der BRI in Zentralasien“.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-neue-seidenstrase-ein-stand-der-dinge/">Die Neue Seidenstraße: Ein Stand der Dinge</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Evgeny Simonov, Koordinator des in Russland gegründeten und im ganzen postsowjetischen Raum aktiven Vereins „<a href="https://riverswithoutborders.org/">Flüsse ohne Grenzen</a>“, erwähnt in seiner <a href="https://www.sibreal.org/a/30583974.html">Kolumne</a> für Sibreal (sibirischer Zweig des US-amerikanischen Mediums RFE/RL) 60 Investitionen, die ein Risiko für die Umwelt darstellen. Zwölf von ihnen gefährden UNESCO-Weltkulturerbestätten. 34 von ihnen bedrohen Naturschutzgebiete, in denen insgesamt 600 Arten an Flora und Fauna ansässig sind. Für keines der Projekte wurde die lokale Bevölkerung konsultiert. Dennoch steht mit 49 Projekten die überwiegende Mehrheit jener Investitionen im Konflikt mit lokalen Behörden und indigenen Völkern.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Unzureichende Mechanismen gegen umweltschädliche Produktionen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die BRI als Ganzes wird ohne strategische Umweltprüfung zur Evaluation ökologischer und sozioökonomischer Auswirkung entwickelt und umgesetzt. Zwar führte China Anlagestandards für die Projekte der BRI ein, doch handelt es sich hierbei lediglich um Empfehlungen, so Evgeny Simonov während des Webinars. Die BRI unterliegt weder einer Umweltbehörde, noch einer dediziert „grünen“ Politik. Die Korridore der BRI werden ohne vorherige strategische Planung festgelegt. Eine Gesamtübersicht über die kumulierten Umweltauswirkungen bleibt aus, wie der Experte feststellt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/mogherini-die-neue-seidenstrase-ist-eines-der-wichtigsten-infrastrukturprojekte/">Mogherini: Die Neue Seidenstraße ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">In Zentralasien haben Umweltphänomene oftmals grenzüberschreitende Auswirkungen, so Natalia Schulepina, eine für Sreda.uz tätige und auf Umweltanliegen spezialisierte usbekische Medienjournalistin, während ihres Vortrags für das Webinar. Sie nennt als Beispiel die Mehrzweckproduktionsstätte von Peng Sheng. 70 Kilometer von Taschkent entfernt wird von der mit chinesischen Technologien ausgestatteten 102 Hektar großen Arbeitsfläche aus ein Nebenfluss des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarjas</a> verschmutzt. Nach <a href="https://web.archive.org/web/20190119104044/http:/sreda.uz/rubriki/voda/naskolko-effektivna-ohrana-prirody-v-uzbekistane/">Aussage</a> der Journalistin wird das von der Produktionsstätte in den Fluss geleitete Brackwasser zur Wasserversorgung benachbarter Ortschaften verwendet. Industrielle zogen es jahrelang vor, Geldstrafen zu zahlen, anstatt ihre Wasseraufbereitungssysteme zu modernisieren.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Unfähigkeit oder Unwillen: Sind lokale Behörden das eigentliche Problem?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Teilnehmenden des Webinars sind sich einig, dass das Problem weniger böse Absichten der chinesischen Investoren, sondern vielmehr die Unfähigkeit bzw. Unwilligkeit lokaler Behörden in den Partnerländern der BRI ist. Wie Natalia Schulepina festellt, wurden in Usbekistan außerplanmäßige Inspektionen von Unternehmen mit dem 1. Januar 2017 <a href="http://uztag.info/ru/news/s-1-yanvarya-2017-goda-v-uzbekistane-otmenili-vse-vidy-vneplanovykh-proverok-predprinimateley">abgeschafft</a>, um ihre Machenschaften nicht zu behindern.</p>
<p style="text-align: justify">Die Staaten Zentralasiens sind nicht bereit, die erforderlichen rechtlichen und institutionellen Anstrengungen zu unternehmen, um ein ökologisches Mindestmaß bei Neubauprojekten zu gewährleisten, so Vadim Ni vom kasachischen „Sozial und Umweltfonds“. „Die Bevölkerung wird nicht ausreichend über die Auswirkungen der Projekte informiert. Regierungen bieten keine Unterstützung für Protestaktionen der Bevölkerung. Bei den wenigen Bauprojekten in Kasachstan, bei denen die Meinungen der lokalen Bevölkerung eingeholt wurde, wurden die Ergebnisse verzerrt dargestellt“, bedauert Vadim Ni. In Kasachstan sind insgesamt 55 chinesische Investitionsprojekte <a href="https://chinadialogue.net/en/energy/11613-half-china-s-investment-in-kazakhstan-is-in-oil-and-gas-2/">geplant</a>, von denen die meisten den Ausbau konventioneller Energieressourcen fördern sollen. Lediglich zehn von ihnen fördern erneuerbare Energien.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wohin-fuehrt-die-neue-seidenstrasse-ueber-die-chancen-und-risiken-von-one-belt-one-road/">Wohin führt die Neue Seidenstraße? Über die Chancen und Risiken von „One Belt, One Road“</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Korruption ist eine weitere Hürde für die Ökologisierung der BRI, so die Teilnehmenden des Webinars. So unregelmäßig und lax Umweltinspektionen an den Baustandorten auch sind, selbst diese Ergebnisse werden verfälscht oder gar ganz unter den Teppich gekehrt. Skrupellos verletzen Industrielle ökologische und hygienische Standards und verfassen beschönigende Berichte.</p>
<p style="text-align: justify">Am Beispiel der kirgisischen Goldindustrie, an der auch eine Reihe chinesischer Investoren beteiligt ist, weist Oleg Peschenjuk von der kirgisischen NGO „Unabhängige Umweltexpertise“ auf Probleme der Korruption und Schattenwirtschaft hin. Während des Webinars wurde die Ansicht des Experten deutlich, dass ein mangelnder Austausch zwischen Unternehmen und lokaler Bevölkerung die Ursache für die teils gewalttätigen Proteste der Anwohner sind. So wurde im Sommer 2019 die sich in der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Naryn">Naryn</a> befindende und von der Firma „Zhong Ji Mining“ betriebene Mine Solton-Sary beschuldigt, durch Umweltverschmutzungen den Tod von Rindern verursacht zu haben. Nach einem Zusammenstoß mit Dorfbewohnern wurden etwa 20 chinesische Minenarbeiter ins Krankenhaus eingeliefert. Daneben befand sich die Minenverwaltung Anfang des Jahres im Zentrum eines <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-die-leitung-der-umstrittenen-goldmine-solton-sary-wegen-diebstahl-festgenommen/?noredirect=de_DE">Betrugs- und Korruptionsskandals</a>.</p>
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<p style="text-align: justify"><strong>Ökologischer Aktivismus im Schatten geopolitischer Spiele</strong></p>
<p style="text-align: justify">Zwischen den gewaltsamen Zusammenstößen, den Petitionen und offenen Briefen an die Regierung zielen die Reaktionen der Zivilbevölkerung darauf ab, die nationalen Behörden auf ihre Verbandelung in den chinesischen Investitionen aufmerksam zu machen. Investitionen sind schließlich auch politisch und gehen über rein wirtschaftliche Interessen hinaus.</p>
<p style="text-align: justify">Der Kampf um die Ökologisierung der neuen Seidenstraße erfordert vor allem politische Reformen, die die Korruption bekämpfen, Umweltschutz im Gesetz verankern und Umweltkontrollen innerhalb der Unternehmen verbindlich festlegen. Prüfungen des Umweltschutzes fallen schließlich nicht in die Zuständigkeit der Investoren, sondern in die der staatlichen Behörden, so Evgeny Simonov während des Webinars „Umweltaspekte der BRI in Zentralasien“.</p>
<p style="text-align: justify">Eine grenzüberschreitende Koordinierung ökologischer Bemühungen der Zivilgesellschaft ist, genau wie ein zwischenstaatlicher Umweltschutz, eine ambitionierte Herausforderung für die Region, in der Naturräume durch willkürliche Grenzziehungen geteilt wurden. Die zentralasiatische Zivilgesellschaft bereitet sich auf den Dialog mit ihren jeweiligen Regierungen und mit chinesischen Unternehmen vor. Webinare, wie das hier im Artikel beschriebene, bringen Menschen zusammen und schulen sie im Hinblick auf ihre Gestaltungsmöglichkeiten. Es werden Verbände wie „<a href="http://greensilkroad.net/">Die grüne Seidenstraße</a>“ mit dem Ziel gegründet, zivilgesellschaftliche Bemühungen zu koordinieren und Druck auf Unternehmen und staatliche Institutionen auszuüben.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Anna Chtorkh</strong><strong>, Redakteurin für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Robin Shakibaie</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Kirgistan und das Reich der Mitte: Antichinesische Versammlungen und ihre Folgen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marie Schliesser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2020 23:27:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[antichinesische Versammlungen]]></category>
		<category><![CDATA[Belt and Road Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Kyrk Tschoro]]></category>
		<category><![CDATA[Sinophobie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im vergangenen Jahr kam es in Bischkek zu einer Reihe antichinesischer Proteste. Sie wandten sich gegen die Einwanderung von ChinesInnen nach Kirgistan sowie eine &#x2013; von ihnen wahrgenommene &#x2013; Bedrohung der kirgisischen Identit&#xE4;t. Arkadi Dubnow kommentiert die antichinesischen Kundgebungen in Bischkek und wie diese sich in der Geopolitik niederschlagen. Folgender Artikel erschien im russischen Original [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Im vergangenen Jahr kam es in Bischkek zu einer Reihe antichinesischer Proteste. Sie wandten sich gegen die Einwanderung von ChinesInnen nach Kirgistan sowie eine – von ihnen wahrgenommene – Bedrohung der kirgisischen Identität. Arkadi Dubnow kommentiert die antichinesischen Kundgebungen in Bischkek und wie diese sich in der Geopolitik niederschlagen. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei </strong><a href="https://fergana.ru/articles/104942/"><strong>Fergana News</strong></a><strong>. Wir übersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
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<p style="text-align: justify">Im Rahmen des Besuchs des russischen Außenministers Sergei Lawrow in Bischkek kamen im Frühjahr 2019 antichinesische Aktionen in Kirgistan unerwartet auf die geopolitische Tagesordnung. Auf die Frage, inwiefern die Kundgebungen die Zusammenarbeit zwischen Kirgistan und China beeinflussen würden, antwortete Lawrow, dass <em>„dies kein einmaliger Fall ist, dass jemand von außen versucht, sich mit den zentralasiatischen Ländern gut zu stellen, nicht der Freundschaft wegen, sondern, um die Beziehungen der zentralasiatischen Staaten zu anderen Partnerländern zu unterminieren“</em>.</p>
<p style="text-align: justify">Man muss nicht lange überlegen, um zu verstehen, wen der russische Minister als Störenfried im Blick hat &#8211; natürlich die USA. Das gegenwärtige Ausmaß der Spannungen zwischen Moskau und Washington lässt keine andere Antwort zu.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„So etwas passiert nicht nur im Zusammenhang mit China, sondern auch mit Russland“</em>, führte Lawrow weiter aus. <em>„Wir sind überzeugt, dass unsere zentralasiatischen Partner, die mit einer Vielzahl anderer Staaten das Format ‚5+1‘ ausbauen, zwischen denjenigen unterscheiden können, die ernsthaft an der Entwicklung von beidseitig nutzenbringenden Projekten interessiert sind und denjenigen, die solche Formate einzig dafür ausnutzen, den Einfluss traditioneller Verbündeter der zentralasiatischen Staaten, darunter China und Russland, zu unterminieren.“</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die zentralasiatischen Staaten in der internationalen Politik</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Format ‚5+1‘ bezieht sich auf relativ regelmäßig stattfindende Treffen der fünf Außenminister der zentralasiatischen Staaten mit ChefdiplomatInnen wichtiger internationaler Akteure. Diese werden dazu genutzt, um die aktuelle Lage zu erörtern und gemeinsam Pläne, etwa mit den USA, der EU oder Japan auszuarbeiten. Im Januar 2019 fand auf diese Weise in Samarkand das erste Treffen mit dem indischen Außenminister statt.</p>
<p style="text-align: justify">Russland und China nutzen traditionell andere Formate in ihren Beziehungen zu den zentralasiatischen Ländern. Beide sind in der Region durch deutlich stärker etablierte und strukturiertere Institutionen verbunden, darunter die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft_Unabhängiger_Staaten">GUS</a> (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_über_kollektive_Sicherheit">OVKS</a> (Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eurasische_Wirtschaftsunion">EAWU</a> (Eurasische Wirtschaftsunion) und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_für_Zusammenarbeit">SOZ</a> (Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit). Daneben bestehen auch bilaterale Beziehungen, die vor allem für China charakteristisch sind.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-organisation-kyrk-tschoro-speerspitze-der-antichinesischen-stimmung-in-kirgistan/"><strong>Die Organisation „Kyrk-Tschoro“, Speerspitze der antichinesischen Stimmung in Kirgistan</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Der kirgisische Außenminister Aidarbekow antwortete auf die auch ihm gestellte Frage nach dem Einfluss der Kundgebungen auf die Beziehungen zu China, dass diese als <em>„umfassende strategische Partnerschaft“</em> konzeptualisiert seien. Er erinnerte daran, dass China ein <em>„aufrichtiger Freund“</em> und <em>„zuverlässiger Partner, der uns immer hilft“</em> sei und fügte hinzu, dass <em>„einstweilen bekannt ist, wer hinter diesen [antichinesischen Kundgebungen] steckt, die Arbeit ist im Gange“</em>. Der Minister bezeichnete zudem die antichinesischen Auftritte als <em>„vereinzelte Zwischenfälle privater Natur, die keinerlei Verbindung zu der Außenpolitik Kirgistans haben“</em> und gab damit die Position des kirgisischen Präsidenten Sooronbaj Dscheenbekow wieder. Dieser hatte sich im Januar 2019 bei China für die geleistete Hilfe bedankt und versichert, dass <em>„die Handlungen derer, die unsere internationalen Beziehungen untergraben und der Stabilität im Land schaden wollen, unter Kontrolle sind“.</em> Zudem versicherte der kirgisische Präsident, dass diese <em>„im gesetzlichen Rahmen bestraft werden“.</em></p>
<p style="text-align: justify">Es wäre wichtig zu erfahren, zu welchen Ergebnissen die Suche nach den Verantwortlichen der Kundgebungen führt und, ob die Resultate der kirgisischen Untersuchung mit der des russischen Außenministers angegebenen Richtung übereinstimmen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine neue Generation kirgisischer DiplomatInnen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Bevor es um die zentralen Aspekte geht, die der chinesischen Seite von den Teilnehmenden der Kundgebung vorgeworfen werden, ist es wichtig, zu erwähnen, mit welchem unaufdringlichen und konfrontationslosen Stil die kirgisische Administration mit einem derart heiklen Thema umgeht. Dies zeichnet sie im Vergleich zur vorherigen Regierung aus, bei der die öffentliche Rhetorik gegenüber einigen Nachbarn grenzwertig war und sich kaum noch von anstößigem Vokabular unterschied.</p>
<p style="text-align: justify">Man erinnere sich etwa daran, wie der <a href="https://globalvoices.org/2017/10/13/the-viral-video-that-sent-kazakhstan-kyrgyzstan-relations-into-a-tailspin/">skandalöse Auftritt</a> des kirgisischen Ex-Präsidenten Almasbek Atambajew vor einigen Jahren die Beziehungen zum Nachbarn Kasachstan trübten. Nur der Machtwechsel hin zum heutigen Präsidenten und seiner Administration erlaubten es, mühsam und schrittweise wieder zu zivilisierten Beziehungen zurückzufinden.</p>
<p style="text-align: justify">Bei der Pressekonferenz mit Lawrow erinnerte der kirgisische Außenminister Aidarbekow auch an den Anschlag von 2016, bei dem sich ein uigurischer Separatist vor der chinesischen Botschaft in Bischkek in die Luft gesprengt hatte. <em>„Zum Glück wurde keiner der Diplomaten verletzt, aber dennoch wurden die Täter hart bestraft, es ist wichtig, nicht auf einzelne Provokationen einzugehen“</em>, merkte der kirgisische Minister vorsichtig an.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/terrorattacke-in-hauptstadt-kirgistans/"><strong>Selbstmordanschlag in der Hauptstadt Kirgistans</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Das Problem ist jedoch, dass die kirgisischen DiplomatInnen, damals noch unter Atambajew, sich nicht angemessen verhielten und sich weigerten, wie von Peking vorgeschlagen, die Kosten der infolge des Anschlags anfallenden Reparaturen zu übernehmen. Es wurde nach dem Motto gehandelt, dass der Anschlag ja auf chinesischem Territorium geschehen sei und diese deshalb auch die Kosten zu tragen hätten.</p>
<p style="text-align: justify">Inzwischen haben sich die Zeiten in Bischkek geändert und es scheint, man hat Lehren aus der Vergangenheit gezogen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Staatsbürgerschaft, Hochzeiten und Staatsschulden</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die kirgisischen Behörden reagierten umgehend auf Behauptungen der InitiatorInnen der antichinesischen Kundgebungen, dass chinesischen AuswanderInnen angeblich massenweise die kirgisische Staatsbürgerschaft verliehen worden sei. Gemäß den Daten der kirgisischen Regierung reisten 2018 35.200 chinesische StaatsbürgerInnen ein und 34200 wieder aus. Während der vergangenen 9 Jahre erhielten lediglich 268 Auswanderer aus China die kirgisische Staatsbürgerschaft, von welchen wiederum nur sechs ethnische ChinesInnen sind.</p>
<p style="text-align: justify">Die Zahlen, die der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Auswärtiges und Sicherheit, Ischak Pirmatow, nennt, unterscheiden sich jedoch etwas von denen der Regierung: laut ihm erhielten in den vergangenen 8 Jahren nur 60 ChinesInnen die kirgisische Staatsbürgerschaft, vor allem durch Eheschließung. Aber auch in diesem Fall sind die Zahlen zu gering, um ernsthaft von einer chinesischen Gefahr zu sprechen, die die kirgisische ethnische Identität bedrohe.</p>
<p style="text-align: justify">In diesem Zusammenhang scheint die Behauptung, es gäbe Tausende kirgisische Frauen, die Chinesen geheiratet hätten, ausgesprochen übertrieben. Zum einen gibt es für diese Behauptung keinerlei urkundliche Beweise. Zum anderen würde die Einführung eines gesetzlichen Heiratsverbotes für Ausländer eine Hinwendung zum glorreichen turkmenischen Weg, wie unter Turkmenbaschi dem Großen (Anrede des ehemaligen turkmenischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saparmyrat_Ny%C3%BDazow">Saparmyrat Nyýazow</a>, Anm. d. R.) mit gesetzlich vorgeschriebenem Brautpreis bedeuten: Unter Nyýazow mussten Ausländer, die eine Turkmenin heiraten wollten, 50.000 Dollar bezahlen. Inzwischen gehört diese oft kritisierte Regelung des „Goldenen Zeitalters“ Turkmenistans mit dem Ableben des Diktators der Vergangenheit an.</p>
<p style="text-align: justify">Was weitere Zahlen angeht, so erregt der Umfang der Staatsschulden gegenüber China eine erhebliche Beunruhigung der kirgisischen Gesellschaft. Es werden verschiedene Beträge zwischen 1,1 Milliarden US-Dollar bis hin zu 4,4 Milliarden US-Dollar genannt. Schenkt man den aktuellen Daten Glauben, dann entspricht das mehr als der Hälfte des Bruttoinlandsprodukts Kirgistans. In Kirgistan mehren sich deshalb die Befürchtungen, dass Peking im Rahmen einer Schuldentilgung einen Teil des kirgisischen Territoriums oder einen Antel an natürlichen Ressourcen fordern könnte, wie es in Tadschikistan der Fall war.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/china-und-kirgistan-der-bse-nachbar/"><strong>China und Kirgistan: Der böse Nachbar?</strong></a></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die historischen Wurzeln der kirgisischen Sinophobie</strong></p>
<p style="text-align: justify">Zugegebenermaßen nutzen die InitiatorInnen der antichinesischen Hysterie subtil eine Art nationales Trauma, das Kirgistan in den 1990er Jahren erlitt als das Land durch zwei Abkommen 125.000 Hektar Land an China abtrat, für ihre Zwecke. Die Verantwortung für die Abkommen wurde dem damaligen kirgisischen Außenminister Muratbek Imanalijew zugeschrieben, der daraufhin von Präsident Atambajew entlassen wurde.</p>
<p style="text-align: justify">Der kirgisische Politologe Arkadi Gladilow erinnert sich an die Worte des ehemaligen Außenministers und angesehenen Sinologen Imanalijews, die dieser einige Jahre nach seinem erzwungenen Rücktritt sagte:</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Drei Faktoren tragen zu der Herausbildung eines negativen Bildes über China in einem bestimmten Teil der kirgisischen Bevölkerung bei. Erstens, die emotionale, scheinbar patriotische Wahrnehmung Chinas als historischer Erbfeind, die sich auf Elemente der kirgisischen Urgeschichte stützt und die historischen Realitäten nicht immer angemessen widerspiegelt. Der zweite Faktor ist die anhaltende Wirkung der antichinesischen Propaganda der 1960er und 1970er Jahre. Und drittens, Chinas riesige Bevölkerung, die im Zusammenspiel mit den ersten beiden Faktoren in einer negativen Konstellation steht.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Seitdem diese Worte geäußert wurden sind 15 Jahre vergangen. Eine neue Generation KirgisInnen ist herangewachsen, die nach dem Ende der Sowjetunion geboren wurde und in ihrem Bewusstsein keine Überbleibsel der sowjetischen, antichinesischen Propaganda trägt. Im Gegenteil, sie sehen, dass das unabhängig gewordene Kirgistan im Wesentlichen eingezwängt zwischen den beiden Weltmächten Russland und China überleben muss. Des Weiteren erlebt die junge Generation KirgisInnen, die sich traditionell in Richtung Russland orientiert hat, dass grundlegende Investitionen, die Entwicklung der Infrastruktur des Landes, der Bau der strategisch wichtigen Autobahn „Nord-Süd“ und der Starkstromleitung „Datka-Kemin“ nicht dank russischer, sondern chinesischer Investitionen geschieht. Und wenn man die Dinge beim Namen nennt und sich an die 1990er und 2000er erinnert, dann konnte die kirgisische Wirtschaft in den schwersten postsowjetischen Zeiten aufgrund des Handels mit China überleben.</p>
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<p style="text-align: justify"><strong>Undurchsichtigkeit erzeugt Misstrauen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Zusammen mit dem chinesischen Geld kamen allerdings auch Probleme, die im Zusammenhang mit Eigenheiten chinesischer Geschäftspraktiken stehen. Diese sind in der Regel undurchsichtig, wobei die kirgisische Seite nicht weniger Schuld daran trägt &#8211; möglicherweise sogar mehr als die chinesische Seite. Deutlich wurde dies bei der Untersuchung der Ursachen eines Unfalls in einem Heizkraftwerk bei Bischkek Anfang 2018, der sich nach einer Sanierung durch ein chinesisches Unternehmen zutrug. <em>„Eben jenem Unternehmen“</em>, erklärt Arkadi Gladilow, <em>„versuchten unsere Beamten die Schuld an dem Unfall zuzuschreiben und ihre eigene Inkompetenz, Feigheit und Korruption zu verbergen.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Zugegebenermaßen, zeichnen sich nicht nur chinesische Geschäftspraktiken, sondern auch der öffentliche Politikstil Pekings durch Verschlossenheit aus, was eine Rolle in der Entstehung der aktuellen Spannungen zwischen den Menschen Kirgistans und Chinas spielt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/sechs-gruende-fuer-die-antichinesische-stimmung-in-kasachstan/"><strong>Sechs Gründe für die antichinesische Stimmung in Kasachstan</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">China hat derzeit eine Vielzahl anderer Probleme, allen voran in den Beziehungen mit den USA. Möglicherweise erscheint es Peking nicht dringend, dem Ausbruch an Sinophobie in einem kleinen zentralasiatischen Land Aufmerksamkeit zu schenken. Diese Herangehensweise halte ich für falsch. Der humanitären Komponente der Beziehungen sollte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, wie etwa der Eröffnung von Universitäten, Zweigstellen des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Konfuzius-Institut">Konfuzius-Instituts</a> und der Zusammenarbeit mit Non-Profit-Organisationen. Der Überfluss an luxuriösen chinesischen Restaurants, die über ganz Bischkek verstreut sind, wird einen jedenfalls nicht dazu bringen, sich in China zu verlieben.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Arkadi Dubnow für </strong><a href="https://fergana.ru/articles/104942/"><strong>Fergana News</strong></a></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Marie Schliesser</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Die „Sogdischen Briefe“  &#8211; Zeugen der engen Beziehung zwischen China und Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2020 13:05:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Seidenstraße]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>1907 wurden in Westchina alte Briefe in sogdischer Sprache gefunden. Raschid Alimow, Doktor der Politikwissenschaft, der fr&#xFC;here Botschafter Tadschikistans in China und ehemaliger Generalsekret&#xE4;r der Shanghaier Organisation f&#xFC;r Zusammenarbeit und Zusammenarbeit, berichtet &#xFC;ber ihre Bedeutung als Quelle zur Geschichte der Sogdier und der Seidenstra&#xDF;e. Folgender Artikel erschien im russischsprachigen Original bei Asia Plus, wir &#xFC;bersetzen [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-sogdischen-briefe-aus-dem-16-jahrhundert-zeugen-der-engen-beziehung-zwischen-china-und-zentralasien/">Die „Sogdischen Briefe“  &#8211; Zeugen der engen Beziehung zwischen China und Zentralasien</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><span lang="DE">1907 wurden in Westchina alte Briefe in sogdischer Sprache gefunden. Raschid Alimow, Doktor der Politikwissenschaft, der frühere Botschafter Tadschikistans in China und ehemaliger Generalsekretär der </span></strong><span lang="DE"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit"><b>Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und Zusammenarbeit</b></a><strong>, berichtet über ihre Bedeutung als Quelle zur Geschichte der Sogdier und der Seidenstraße. Folgender Artikel erschien im russischsprachigen Original bei</strong> <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/life/culture/20200225/sogdiiskie-pisma-kak-zhivie-svideteli-napominayut-o-tesnih-svyazyah-mezhdu-kitaem-i-tsentralnoi-aziei?tg_rhash=59df260525b319"><b>Asia Plus</b></a><strong>, wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span lang="DE">Ein Roboterführer trifft Besucher des tadschikisch-chinesischen Kulturaustauschzentrums in Duschanbe. Langsam, aber kenntnisreich, in einer von drei Sprachen (Tadschikisch, Chinesisch und Russisch) spricht er über die </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">„</span><span lang="DE">alt-sogdischen Briefe</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">“</span><span lang="DE">, von denen Kopien dort zentral ausgestellt werden. Die Originalbriefe </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">von </span><span lang="DE">1907 wurden von dem berühmten Reisenden <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aurel_Stein">Sir Aurel Stein</a> in der Ruine eines Wachturms der Chinesischen Mauer gefunden. Während der Zeit der Großen Seidenstraße bewachte dort eine Garnison den Abschnitt zwischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dunhuang">Dunhuang</a> und Louulian.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span lang="DE">Wie sich der Autor des Fundes erinnert, befanden sich die Briefe 1600 Jahre lang in einer vom Zahn der Zeit verschonten Tasche eines unbekannten </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">„</span><span lang="DE">Boten</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">“. J</span><span lang="DE">eder Brief war sorgfältig gefaltet, und auf der Außenseite standen die Namen des Absenders und des Empfängers. </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">Dieser </span><span lang="DE">Tatsache</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;"> nach</span><span lang="DE"> zu urteilen, dass die Briefe gut erhalten sind und bis heute erhalten geblieben sind, hat die </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">„</span><span lang="DE">Seidenpos</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">t“</span><span lang="DE"> zu Beginn des </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">4</span><span lang="DE">. Jahrhunderts n. Chr. (Wissenschaftler datier</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">te</span><span lang="DE">n Briefe </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">auf</span><span lang="DE"> die Jahre 312-313) zuverlässig funktioniert. Die sogdische Sprache war bis zum </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">11</span><span lang="DE">. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Usbekistan und Tadschikistans weit verbreitet und fungierte während der Zeit der Großen Seidenstraße als Lingua </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">F</span><span lang="DE">ranca der riesigen zentralasiatischen Region.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong><span lang="DE">Lest auch bei Novastan: </span></strong><span lang="DE"><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/gegestaende-aus-dem-8-jahrhundert-in-kirgistan-entdeckt/"><b>Objekte aus dem 8. Jahrhundert in Kirgistan entdeckt</b></a></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span lang="DE">Die </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">„</span><span lang="DE">alten Briefe</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">“</span><span lang="DE"> sind nicht nur die frühesten </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">Manuskripte</span> <span lang="DE" style="font-weight: normal;">aus</span><span lang="DE"> Sogdien. Die Hauptsache ist, dass diese Briefe und andere Schriftstücke in sogdischer Sprache, deren Originale in der British Library in London als </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">„l</span><span lang="DE">ebende Zeugen</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">“</span><span lang="DE"> der Antike aufbewahrt werden, </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">die </span><span lang="DE">an die engen Beziehungen zwischen den Völkern Chinas und Zentralasiens erinnern.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span lang="DE">Bekanntlich spielten in vielen chinesischen Städten der Zeit der Großen Seidenstraße die Handelsniederlassungen von Sogdien eine sehr wichtige Rolle bei der Herstellung und Stärkung der Handelsbeziehungen zwischen China und den weit entfernten Ländern des Westens. Dunhuang war einer ihrer Schlüsselstandorte, da dieser </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">„</span><span lang="DE">glitzernde Vorposten</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">“</span><span lang="DE"> als eine Art </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">„</span><span lang="DE">Tor nach China</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">“</span><span lang="DE"> für Handelskarawanen diente.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong><span lang="DE">Die „leuchtende Perle“ Dunhuang</span></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><span lang="DE">Der chinesische Präsident Xi Jinping nannte Dunhuang eine </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">„</span><span lang="DE">leuchtende Perle im langen Fluss der Weltzivilisation</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">“</span><span lang="DE">, wo der </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">„</span><span lang="DE">Geist</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">“</span><span lang="DE"> der Großen Seidenstraße geformt wurde. „Dunhuangs Kultur gehört China, aber Dunhuangs Forschung gehört der ganzen Welt</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">“</span><span lang="DE">, betonte er am 19. August 2019 vor den Mitarbeitern der Dunhuang-Akademie </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">&#8211; </span><span lang="DE">zu Recht.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span lang="DE">Der Präsident Chinas würdigte die Arbeit von Wissenschaftlern aus Großbritannien</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">, </span><span lang="DE">Frankreich, Russland</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">, </span><span lang="DE">Deutschland, den Vereinigten Staaten</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">, </span><span lang="DE">Japan, Zentral- und Südasien und lud Forscher aus aller Welt ein, die reiche Kultur von Dunhuang, geschützt als UNESCO-Weltkulturerbe, weiter zu erforschen. Es ist wichtig, die Einladung des chinesischen Staatsoberhauptes zu nutzen, um gemeinsam das Erbe der Dunhuang-Kultur zu studieren, die die Vielfalt der Kulturen aller Völker der Welt aufnahm, die an der Entstehung der Großen Seidenstraße beteiligt waren.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span lang="DE">Bekanntlich gehörten zu den ersten Verbreitern des Buddhismus in China Kaufleute aus den zentralasiatischen Staaten, die aktiv entlang der Routen des Großen Seidenweges Handel trieben.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong><span lang="DE">Lest auch bei Novastan: </span></strong><span lang="DE"><a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/vom-mythos-seidenstrasse/"><b>Vom Mythos Seidenstraße</b></a></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span lang="DE">Einer der </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">„</span><span lang="DE">stillen Hüter der Geheimnisse</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">“</span><span lang="DE"> jener fernen Zeiten ist die weltweit größte Tonskulptur Buddhas</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;"> aus dem 4.-6. Jahrhundert</span><span lang="DE">, die 1966 im Süden Tadschikistans in den Ruinen eines buddhistischen Klosters gefunden wurde. Im März 2021 ist es zwanzig Jahre her, dass der sogenannte </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">„</span><span lang="DE">Buddha im Nirwana</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">“</span><span lang="DE">, eine riesige Statue mit einer Länge von dreizehn Metern und einer Höhe von 2</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">,</span><span lang="DE">70</span> <span lang="DE">Meter</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">n</span><span lang="DE">, ausgestellt wurde und seitdem dort die Besucher des Nationale Antikenmuseum</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">s</span><span lang="DE"> von Tadschikistan erfreut.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span lang="DE">Die </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">„</span><span lang="DE">sogdischen Briefe</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">“</span><span lang="DE">, der </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">„</span><span lang="DE">Buddha im Nirwana</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">“</span><span lang="DE"> sowie zahlreiche weitere Kulturdenkmäler aus der Entstehungs- und Blütezeit der Großen Seidenstraße auf dem Gebiet Zentralasiens sind originelle Botschaften aus der Vergangenheit, geistige Abdrücke von Völkern &#8211; Nachbarn, die nicht dem Einfluss der Zeit unterliegen. Regierungen und Hochschulen in Zentralasien und China bauen Jahr für Jahr ihre Zusammenarbeit aus, um neue Seiten in der Geschichte der Großen Seidenstraße zu erforschen und ihr reiches kulturelles Erbe zu erhalten und zu vervielfältigen.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong><span lang="DE">Förderung des interkulturellen Dialoges durch die Erforschung der Geschichte</span></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><span lang="DE">Dokumente wurden der UNESCO zur Aufnahme in das Weltkulturerbe einer Reihe von Korridoren und zentralasiatischen Städten entlang der Großen Seidenstraße vorgelegt. Einige von ihnen sind bereits in </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">das Weltkulturerbe</span><span lang="DE"> aufgenommen worden. Es scheint, dass solcherlei Schritte die Kulturerhaltung, den interkulturellen Dialog sowie die Völkerverständigung fördern und es den heutigen und künftigen Generationen ermöglichen werden, mehr über die Geschichte und Kultur der zentralasiatischen Völker und ihre historischen Beziehungen zu China zu erfahren. Auch die gemeinsame Förderung der </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">„</span><span lang="DE">Belt and Road</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">“</span><span lang="DE">-Initiative bietet hierfür einen starken Anreiz.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span lang="DE">Die Bewahrung und Aufwertung des reichen Kultur- und Naturerbes ist eine Priorität für die Regierungen der zentralasiatischen Staaten. In den vergangenen 20 Jahren wurde mit der UNESCO zum Wohle der heutigen und künftigen Generationen viel Arbeit geleistet. Auf der Liste des Weltkulturerbes stehen 53 Kulturstätten. Viele von ihnen stehen in direktem Zusammenhang mit der Geschichte der Großen Seidenstraße. Einen besonderen Platz unter ihnen nimmt </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">das usbekische </span><span lang="DE">Samarkand, der weltbekannte Schnittpunkt der Weltkulturen</span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">, ein.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong><span lang="DE">Lest auch bei Novastan: </span></strong><span lang="DE"><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/chinas-ruckkehr-nach-zentralasien/"><b>Chinas Rückkehr nach Zentralasien</b></a></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span lang="DE">Da Zentralasien historisch eines der Zentren der menschlichen Zivilisation darstellt, liegt es auf der Hand, dass die nur 53 Stätten, die in die Liste des Welterbes eingetragen sind, den Beitrag der Völker der Region zur Entwicklung der materiellen und geistigen Kultur der Menschheit nicht vollständig widerspiegeln können. Die Nationalkommissionen der zentralasiatischen Länder für die UNESCO arbeiten in mühevoller Kleinarbeit daran, potenzielle Stätten für die Aufnahme in die Liste zu untersuchen und zu dokumentieren und ihre Unterrepräsentierung auszugleichen. Dokumente zur Aufnahme von 75 neuen Stätten wurden der UNESCO bereits zur Prüfung vorgelegt (15 aus Kasachstan, 3 aus Kirgisistan, 17 aus Tadschikistan, 9 aus Turkmenistan und 31 aus Usbekistan). Jede von ihnen </span><span lang="DE" style="font-weight: normal;">ist ein Mosaikstück </span><span lang="DE">des gemeinsamen historischen Erbes der zentralasiatischen Völker und deren Beitrag zur Entwicklung der Weltzivilisation.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span lang="DE">Im Jahr 2010 wurde </span><span lang="DE"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sarasm">Sarasm</a>, die älteste Siedlung sesshafter Völker Zentralasiens, in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. In Übereinstimmung mit dem anstehenden Beschluss der UNESCO-Generalkonferenz im September 2020 im tadschikischen <span style="font-weight: normal;">Pandschakent</span> werden Veranstaltungen zum 5.500. Jahrestag von Sara<span style="font-weight: normal;">s</span>m als Zentrum für die Bildung der alten landwirtschaftlichen Kultur des tadschikischen Volkes stattfinden. Archäologen zufolge verlief die Große Lazuli-Straße durch Sara<span style="font-weight: normal;">s</span>m, die dann die Grundlage für eine der zuverlässigen Routen der Seidenstraße von Europa nach China und Indien bildete.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong><span lang="DE">Lest auch bei Novastan: </span></strong><span lang="DE"><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/das-manas-epos-eine-enzyklopdie-kirgisischer-geschichten-und-sitten/"><b>Das „Manas“-Epos – eine Enzyklopädie kirgisischer Geschichte und Sitten</b></a></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span lang="DE">Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass jede Stätte, die von den zentralasiatischen Ländern in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde, sich durch eine effiziente Verwaltung und einen durchdachten Schutz auszeichnet, der ihre Erhaltung vor möglichen klimatischen Veränderungen, seismischen Risiken, unkontrollierten Bauarbeiten und touristischen Besuchen gewährleistet.</span></p>
<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span lang="DE">Seit der Entdeckung und Entstehung der Großen Seidenstraße waren weder hohe Berge noch schnelle Flüsse, grenzenlose Steppen oder leblose Wüsten ein Hindernis für die Kommunikation zwischen den Völkern Zentralasiens und Chinas. Die Stärkung dieser Beziehungen wurde sowohl durch das gegenseitige Interesse an der Entwicklung von Handels- und Wirtschaftsbeziehungen als auch durch den gegenseitigen Wunsch der beiden alten Kulturzentren nach gegenseitiger Kenntnis und Bereicherung diktiert. Die Traditionen des Dialogs zwischen den Kulturen und Zivilisationen, die zu Beginn unserer Ära festgelegt wurden, werden heute fortgesetzt. Die &#8222;spirituellen Kratzer&#8220; aus der Zeit der Großen Seidenstraße haben über die Jahrhunderte hinweg ihre Zuverlässigkeit bewiesen. Und das seit Jahrhunderten.</span></p>
<p style="text-align: right;" align="right"><strong><span lang="DE">Raschid Alimow für </span></strong><span lang="DE"><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/life/culture/20200225/sogdiiskie-pisma-kak-zhivie-svideteli-napominayut-o-tesnih-svyazyah-mezhdu-kitaem-i-tsentralnoi-aziei?tg_rhash=59df260525b319"><b>Asia Plus</b></a></span></p>
<p style="text-align: right;" align="right"><strong><span lang="DE">Aus dem Russischen von Hannah Riedler</span></strong></p>
<p style="text-align: left;" align="right"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Die Neue Seidenstraße: Ein Stand der Dinge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Janny Schulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Jan 2018 17:18:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Belt and Road Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Seidenstraße]]></category>
		<category><![CDATA[One Belt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>2013 verk&#xFC;ndete der chinesische Staatspr&#xE4;sident Xi Jinping in Kasachstan die &#x201E;Landroute&#x201C; der &#x201E;Neuen Seidenstra&#xDF;e&#x201C;. Einige Monate sp&#xE4;ter verk&#xFC;ndete er die &#x201E;Maritime Route&#x201C; in Jakarta. Vier Jahre sp&#xE4;ter scheint sich Pekings monumentales Projekt von Zentralasien und Russland in neue Gebiete umorientiert zu haben, vor allem in den Nahen Osten. Der Artikel erschien im franz&#xF6;sischen Original bei [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<hr />
<p><strong>2013 verkündete der chinesische Staatspräsident </strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xi_Jinping"><strong>Xi Jinping</strong></a><strong> in Kasachstan die „Landroute“ der „</strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/One_Belt,_One_Road"><strong>Neuen Seidenstraße</strong></a><strong>“. Einige Monate später verkündete er die „Maritime Route“ in Jakarta. Vier Jahre später scheint sich Pekings monumentales Projekt von Zentralasien und Russland in neue Gebiete umorientiert zu haben, vor allem in den Nahen Osten. </strong></p>
<p><strong>Der Artikel erschien im französischen Original bei unserem Partner </strong><a href="https://asialyst.com/fr/"><strong>Asialyst</strong></a><strong>.</strong></p>
<p>Seit der Verkündung des Projekts hat sich dessen englischer Name weiterentwickelt. Aus dem ursprünglichen Namen OBOR („One Belt One Road“), der sehr auf die chinesischen Interessen ausgerichtet war und den böse Zungen mit &#8222;Unsere Bulldozer, unsere Regeln&#8220; wiedergaben, ist Peking zu dem bescheideneren Titel „Belt and Road Initiative“ (BRI) übergegangen. In seinen verschiedenen Ausprägungen &#8211; Schienen- und Straßenverkehr, zu Schiff, digital und im Luftraum &#8211; entwickelt sich das BRI entlang zweier Achsen mit jeweils unterschiedlichen Varianten.</p>
<p>Die erste, <a href="https://asialyst.com/fr/2017/12/12/route-de-la-soie-arctique-plans-chine-russie-pour-dominer-pole-nord/">nördliche („arktische“) Route </a> durchquert Zentralasien und führt über Russland oder Iran weiter nach Europa. Die zweite Route ist in drei Korridore unterteilt: von Pakistan bis zum Hafen von Gwadar, von Burma bis zum Hafen von Kyaukphyu, und von <a href="https://asialyst.com/fr/2017/12/11/laos-devient-pole-geostrategique-majeur-nouvelles-routes-soie/">Laos bis Singapur</a>. Auf dem weiteren Seeweg führt sie über Piräus in Griechenland bis nach Mitteleuropa. Die BRI beinhaltet neben den infrastrukturellen Bauten auch den Bau von Industriezonen, Stromerzeugung und sogar Hotelprojekte.</p>
<p><strong>Erweiterte Zusammenarbeit mit neuen Ländern</strong></p>
<p>Die &#8222;Neue Seidenstraße&#8220; bringt zahlreiche Projekte, die China oder die anderen 65 teilnehmenden Länder vorgeschlagen hatten, zusammen. China hat ein BRI-Forschungszentrum eingerichtet, das regelmäßig Konferenzen abhält. Die <a href="http://www.liberation.fr/planete/2017/05/12/route-de-la-soie-pekin-deploie-ses-tentacules_1569239">Liste der Projekte</a> wird noch immer ergänzt. Im November unterzeichnete Marokko ein Memorandum mit China, und das Hochgeschwindigkeitszugprojekt zwischen Tanger und Casablanca bekam grünes Licht. Weiterhin ist Neuseeland der BRI beigetreten, und in Australien wird ein möglicher Beitritt diskutiert.</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan : <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/chinas-ruckkehr-nach-zentralasien/">Chinas Rückkehr nach Zentralasien</a></strong></p>
<p><strong>Die Entwicklung des Handels entlang der Landroute</strong></p>
<p>Die Veränderungen, die die Neue Seidenstraße in den letzten vier Jahren hervorgebracht hat, lassen sich durch die Entwicklung der chinesischen Exporte, Investitionen und Bauaufträge entlang der beiden Landwege messen: Zentralasien einschließlich Russland, Naher und Mittlerer Osten und die europäischen Länder, die den <a href="http://german.xinhuanet.com/2015-11/23/c_134845325.htm">16 + 1-Mechanismus</a> integriert haben. Die chinesischen Exporte in die Welt haben von 2013 bis zum dritten Quartal 2016 an Wert verloren. Ein Jahr später haben sie ihr Niveau von vor vier Jahren noch nicht wieder erreicht. Die Exporte in die Länder entlang der Landroute liegen unter denen aus dem Jahr 2013, und erholen sich stärker in den mitteleuropäischen Staaten. Die Ausfuhren in den Iran (um +48% gegenüber 2013) und nach Saudi-Arabien stiegen am stärksten.</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan : Wie die &#8222;Neue Seidenstraße&#8220; Zentralasien verändern würde</strong></p>
<p>Eines der Ziele der BRI ist es, neue Absatzmärkte für chinesische Bauunternehmen zu finden, die vom Abschwung von Großprojekten in China betroffen sind. Für 2016 liegen noch keine Daten vor. Daher ist der Vergleich der Anzahl an Projekten, die in den Zeiträumen 2010-2012 und 2013-2015 durchgeführt wurden, vielsagend: Interessanterweise hat sich die Anzahl der Projekte in Zentralasien und Russland nicht signifikant erhöht. Die stärkste Zunahme gab es stattdessen im Nahen und Mittleren Osten, insbesondere in Saudi-Arabien und im Iran.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Den </strong><a href="https://asialyst.com/fr/2017/12/19/nouvelles-routes-soie-ou-en-est-on-exactement/"><strong>gesamten Artikel</strong></a><strong> findet ihr im französischen Original  auch auf der Website unseres Partners </strong><a href="https://asialyst.com/fr/"><strong>Asialyst</strong></a><strong>.</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Jean-Raphaël Chaponnière<br />
Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Asie21 und Experte für Schwellenländer in Asien</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Janny Schulz</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-neue-seidenstrase-ein-stand-der-dinge/">Die Neue Seidenstraße: Ein Stand der Dinge</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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