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	<title>Alphabet Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Tue, 27 Jan 2026 14:12:06 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Alphabet Archives</title>
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		<title>Ins Leere gelaufen: Ist das gemeinsame turksprachige Alphabet daran gescheitert, den türkischen Einfluss in Zentralasien zu stärken?</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/ins-leere-gelaufen-ist-das-gemeinsame-turksprachige-alphabet-daran-gescheitert-den-tuerkischen-einfluss-in-zentralasien-zu-staerken/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jan 2026 13:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Jahr ist vergangen, seitdem die Organisation der Turkstaaten die Einf&#xFC;hrung eines gemeinsamen turksprachigen Alphabets beschlossen hat, das in allen Mitgliedstaaten verwendet werden sollte. Unter dem Vorwand der St&#xE4;rkung der turksprachigen Einheit hat Ankara die Initiative vorangetrieben, um die zentralasiatischen Staaten st&#xE4;rker in seinen politischen Einflussbereich zu ziehen. Aufgrund begrenzter finanzieller Mittel, fehlender politischer Anreize [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Ein Jahr ist vergangen, seitdem die Organisation der Turkstaaten die Einführung eines gemeinsamen turksprachigen Alphabets beschlossen hat, das in allen Mitgliedstaaten verwendet werden sollte. Unter dem Vorwand der Stärkung der turksprachigen Einheit hat Ankara die Initiative vorangetrieben, um die zentralasiatischen Staaten stärker in seinen politischen Einflussbereich zu ziehen. Aufgrund begrenzter finanzieller Mittel, fehlender politischer Anreize und bestehender Sprachpolitik haben die zentralasiatischen Staaten das gemeinsame Alphabet jedoch weitgehend ignoriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2024 gab die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten">Organisation der Turkstaaten</a> (OTS) der Weltöffentlichkeit die Schaffung eines gemeinsamen <a href="https://astanatimes.com/2024/09/turkic-states-revive-latin-based-alphabet-to-preserve-linguistic-heritage/">turksprachigen Alphabets mit 34 Buchstaben</a> bekannt, das auf dem lateinischen Alphabet basiert und von allen Mitgliedstaaten schriftlich bestätigt wurde. Die von der Türkei angeführte Initiative ist seit der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 in Arbeit. Ein Jahr nach der Ankündigung des gemeinsamen Alphabets ist die erhoffte Resonanz im zentralasiatischen Raum jedoch bislang ausgeblieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das vorgeschlagene Alphabet ist Teil einer größeren regionalen Debatte über die politische Zukunft der zentralasiatischen Sprachen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion begannen viele der neuen unabhängigen Republiken mit der Umstellung ihrer Sprachen von der kyrillischen auf die lateinische Schrift. In Zentralasien ist die Entscheidung für die Umstellung auf die lateinische Schrift jedoch auch drei Jahrzehnte später noch immer Gegenstand heftiger Debatten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Türkei hat unter der expansionistischen Außenpolitik von Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Recep_Tayyip_Erdoğan">Recep Tayyip Erdoğan</a> eine führende Rolle bei der OTS-Initiative zur Entwicklung eines turksprachigen Alphabets übernommen. Die Türkei führte 1928 im Rahmen ihrer Modernisierungsreformen in der frühen Unabhängigkeitsphase <a href="https://www.theguardian.com/world/2023/oct/25/turkey-switches-from-arabic-script-to-latin-alphabet-1928">erstmals die lateinische Schrift ein</a>. Indem sie die zentralasiatischen Staaten zu einem vergleichbaren Prozess ermutigt, verfolgt sie zugleich das Ziel, ihre Position als dominantes Zentrum der turksprachigen Welt zu festigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang hat Erdoğans Plan nicht viele starke Verbündete in der politischen Elite Zentralasiens gefunden. Die meisten Staaten der Region sind nach wie vor in nationale Debatten über die postsowjetische Zukunft ihrer Amtssprachen verstrickt, weshalb die zentralasiatischen Regierungen kaum Bereitschaft zeigen, einen so tiefgreifenden sprachpolitischen Wandel auf internationaler Ebene mitzutragen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Konkurrenz um den Status als „Mittelmacht“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der Ankündigung der OTS zeigen sich die regionalen Schwergewichte Kasachstan und Usbekistan weiterhin zurückhaltend gegenüber der Einführung des gemeinsamen turksprachigen Alphabets innerhalb ihrer Landesgrenzen. Laut Nargiza Muratalieva, einer in Bischkek ansässigen Politikwissenschaftlerin, „<em>ist Kasachstan nicht bereit, seine Führungsrolle in Zentralasien zu teilen, da es versucht, sich als Mittelmacht zu profilieren</em>“. Kasachstan hat die Jahrzehnte nach dem Ende der Sowjetunion damit verbracht, die politische Macht in Zentralasien innerhalb seiner eigenen Grenzen zu zentralisieren, um sich sowohl in der Region als auch in der internationalen Gemeinschaft einen angesehenen <a href="https://rsaa.org.uk/blog/kazakhstans-new-middle-power-myth/">Status als „Mittelmacht“</a> zu sichern. Usbekistan, das bevölkerungsreichste Land Zentralasiens und dem BIP nach das zweitgrößte, <a href="https://timesca.com/how-kazakhstan-and-uzbekistan-anchor-a-strategic-middle-power-hub-in-central-asia/">verfolgt vergleichbare Ziele</a>. Beide Länder deuten das von Ankara vorangetriebene OTS-Alphabet als Machtinstrument und als Gefahr für ihre eigenen nationalen Zielsetzungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/gemeinsames-lateinisches-alphabet-fuer-alle-turksprachen/">Gemeinsames lateinisches Alphabet für alle Turksprachen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan und Usbekistan haben zwar bisher das gemeinsame Alphabet nicht übernommen, setzen jedoch jeweils <a href="https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/21582440221138820">eigene nationale Pläne</a> um, um die Schriften ihrer Amtssprachen von Kyrillisch auf Latein umzustellen. In beiden Fällen hat die politische Führung die Schwierigkeit dieser Aufgabe unterschätzt, da die Initiativen viel mehr Zeit in Anspruch nehmen als ursprünglich erwartet. Derzeit befinden sich beide Staaten in einer Übergangsphase, in der beide Schriften nebeneinander verwendet werden. Kritiker:innen bemängeln, dass dieser Zustand sprachpolitischer Stagnation sowohl die Bevölkerung verunsichert als auch die staatliche Verwaltung erheblich belastet. <a href="https://thediplomat.com/2024/09/the-latinization-of-kazakhstan-language-modernization-and-geopolitics/">The Diplomat berichtet</a>, dass der Haushaltsplan für Kasachstans Lateinisierungsprogramm 2018 auf 664 Millionen US-Dollar veranschlagt wurde, was etwa 39 Prozent des kasachischen BIP für dieses Jahr entspricht. Die Schwierigkeiten, mit denen Kasachstan und Usbekistan bei der Einführung der lateinischen Schrift konfrontiert waren, haben dazu geführt, dass keine der beiden Regierungen bereit scheint, in das OTS-Alphabet als drittes System zu investieren. Selbst Turkmenistan, der Staat, der die Verwendung des Kyrillischen in den 1990er Jahren <a href="https://jordanrussiacenter.org/blog/evolution-of-latinization-movement-among-turkic-states-from-sovietization-to-nationalization">erfolgreich abgeschafft</a> hat, sträubt sich weiterhin gegen den OTS-Plan. Weitgehend von der Außenwelt abgeschottet und ausländischen Einflüssen gegenüber abgeneigt, bietet das OTS-Alphabet Aschgabat nur wenige Vorteile.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kirgistan: Die kyrillische Ausnahme</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der feierlichen Enthüllung des neuen turksprachigen Alphabets richteten sich alle Blicke auf Kirgistan. Anlässlich der Einführung des Alphabets<a href="https://www.trtworld.com/article/785e2a4cd17b"> überreichte Erdoğan</a> jeder vertretenen Nation ein Exemplar zweier in das neue Alphabet übersetzter Bücher. Eines der Bücher war ein Roman von <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Chinghiz_Aitmatov">Tschingis Aitmatow</a>, einem regional bekannten Autor aus Kirgistan. Erdoğans Wahl war kaum zufällig. Kirgistan ist bis heute der <a href="https://www.rferl.org/a/common-turkic-alphabet-kyrgyz-kazakh-uzbek-turkmen-latin-cyrillic/33137392.html">einzige turksprachige Staat</a>, der nicht einmal versucht hat, seine nationale Schrift von Kyrillisch auf eine andere umzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="Diskussion um Latinisierung des Alphabets">Kirgistan: Diskussion um Latinisierung des Alphabets</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Westliche Analyst:innen führen die fortgesetzte Verwendung des kyrillischen Alphabets in Kirgistan auf die <a href="https://www.rferl.org/a/common-turkic-alphabet-kyrgyz-kazakh-uzbek-turkmen-latin-cyrillic/33137392.html">engen Beziehungen</a> zu Russland zurück, die das Land seit seiner Unabhängigkeit nach dem Ende der Sowjetunion unterhält. Russland betrachtet den zunehmenden Einfluss der Türkei in Zentralasien weitgehend als Bedrohung für seine Stellung in der Region und unternimmt Schritte, um die Macht des Landes in Staaten wie Kirgistan, in denen es noch immer beträchtlichen Einfluss hat, zu schwächen. Muratalieva sieht die Zurückhaltung Kirgisistans, das OTS-Alphabet einzuführen, vor allem in pragmatischen, nicht in politischen Überlegungen begründet. <em>„Die einfachste Erklärung ist der Mangel an finanziellen Mitteln, um dieses Alphabet auf nationaler Ebene einzuführen</em>“, erklärt sie. Obwohl die Türkei die Alphabetinitiative formell vorangetrieben hat, zeigt sie sich bislang zurückhaltend bei der Bereitstellung finanzieller Mittel für OTS-Mitgliedstaaten, die an einer nationalen Umstellung interessiert sind. Der Mangel an verfügbaren Mitteln schränkt die Möglichkeiten finanzschwacher Staaten wie Kirgistan, der kleinsten Volkswirtschaft des OTS-Blocks, erheblich ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a>, der Präsident Kirgistans, nach seiner Meinung zur sprachlichen Zukunft der kirgisischen Sprache gefragt wurde, erklärte er laut <a href="https://www.rferl.org/a/common-turkic-alphabet-kyrgyz-kazakh-uzbek-turkmen-latin-cyrillic/33137392.html">RadioFreeEurope/RadioLiberty</a>, <em>es sei „zu früh, über die Umstellung der kirgisischen Sprache auf das lateinische Alphabet zu sprechen“. </em>Muratalieva vermutet, dass Japarovs Strategie darin besteht, abzuwarten, wie sich die größeren Nachbarländer Kasachstan und Usbekistan bei ihren jeweiligen Umstellungen auf eine lateinbasierte Schrift entwickeln. <em>„Wenn eines von ihnen Erfolg hat, wird Kirgistan folgen“, </em>vermutet sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aserbaidschan als potenzielles Modell</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht alle Hoffnung für die türkische Macht in Zentralasien ist verloren. Aserbaidschan, dient den postsowjetischen turksprachigen Staaten, die einer Zusammenarbeit mit der Türkei offen gegenüberstehen, als Vorbild und zeigt, wie eine Partnerschaft mit dem türkischen Staat zu einer erfolgreichen Entwicklung führen kann. Die Türkei und Aserbaidschan sind seit der Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion im Jahr 1991 <a href="https://www.mfa.gov.tr/relations-between-turkiye-and-azerbaijan.en.mfa">enge Verbündete</a>. Diese strategische Partnerschaft hat es Aserbaidschan ermöglicht, weitgehend seinen eigenen Weg zu gehen und sich wirtschaftlich wie politisch <a href="https://www.middleeasteye.net/news/why-azerbaijan-russia-relations-are-breaking-point">von Russland abzugrenzen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der ersten Maßnahmen Aserbaidschans nach der Unabhängigkeit war die <a href="https://jordanrussiacenter.org/blog/evolution-of-latinization-movement-among-turkic-states-from-sovietization-to-nationalization">vollständige Umstellung der Landessprache</a> von Kyrillisch auf Latein, ein Ziel, das um die Jahrhundertwende erreicht wurde. Die aserbaidschanische Schrift ist in ihrer heutigen Form eng mit der türkischen Standardschrift und dem neu vorgeschlagenen OTS-Alphabet verwandt. Diese sprachliche Integration zwischen den beiden Nationen hat viele neue Möglichkeiten für <a href="https://turksam.manas.edu.kg/index.php/en/azerbaijan/9597-azerbai-jan-and-turkey-agree-on-key-areas-of-cooperati-on#:~:text=AZERBAİJAN%20AND%20TURKEY%20AGREE%20ON%20KEY%20AREAS%20OF%20COOPERATİON,-10%20September%202025&amp;text=The%20minister%20emphasized%20that%20for,participation%20of%20leading%20energy%20companies.">transnationale Partnerschaften</a> eröffnet, deren Erfolge von den zentralasiatischen Staaten aufmerksam verfolgt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstans-langsamer-aber-bestimmter-weg-zum-lateinischen-alphabet/">Kasachstans langsamer, aber bestimmter Weg zum lateinischen Alphabet</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine sind die zentralasiatischen Staaten <a href="https://dgap.org/en/research/publications/central-asias-shifting-regional-dynamics">zunehmend zurückhaltend gegenüber einer engen Partnerschaft mit Russland</a>. Die regionale Führung befürchtet, dass Russlands geografische Nähe zu ihren Grenzen zu künftigen militärischen Konflikten führen könnte. Die Türkei, die eine Alternative zur russischen Partnerschaft bieten möchte, vermarktet ihre geografische Distanz zu Zentralasien als überzeugende Sicherheitsgarantie. Obwohl die Türkei territoriale Distanz zu potenziellen zentralasiatischen Partnern wahrt, profitiert sie zugleich von der <a href="https://armenianweekly.com/2024/12/31/turkeys-golden-era-in-central-asia-and-the-future-of-the-organization-of-turkic-states/">kulturellen und religiösen Nähe</a> zum gemeinsamen turksprachigen Erbe der Region. Das gemeinsame turksprachige Alphabet ist nur ein Weg, auf dem die Türkei über das gemeinsame turksprachige Erbe Einfluss in Zentralasien gewinnen will. Die türkische Soft Power in Zentralasien ist zwar derzeit noch gering, gewinnt aber stetig an Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Türkei hat deutlich gemacht, dass sie bereit ist, <a href="https://www.duvarenglish.com/turkey-ready-to-add-5-new-letters-to-alphabet-erdogan-says-news-65214">administrative und wirtschaftliche Opfer für die Einführung des neuen Alphabets</a> im eigenen Land zu bringen, zögert aber weiterhin, die finanziellen Belastungen für die Einführung der Schrift in den zentralasiatischen Turkstaaten zu tragen. Da die Türkei nicht bereit ist, sich in die bestehenden sprachpolitischen Konflikte Zentralasiens einzumischen oder Russlands anhaltendem kulturellem Einfluss in der Region direkt entgegenzutreten, stellt sich die Frage: Ist das OTS-Alphabetprojekt gescheitert? Wahrscheinlich ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Joseph Fisher für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/en/politics/dead-in-the-water-has-the-common-turkic-alphabet-failed-to-boost-turkish-influence-in-central-asia/">Englischen</a> von Elisa Berste</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>In Zentralasien werden zukünftig wenig Menschen Russisch sprechen</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/in-zentralasien-werden-zukuenftig-wenig-menschen-russisch-sprechen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Kloop]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Feb 2024 14:25:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zentralasien ist eine der wenigen Regionen der Welt, in der Russland immer noch versucht, die Sprachpolitik der L&#xE4;nder zu kontrollieren. Seit Februar 2022 beschreiten jedoch immer mehr Staaten des postsowjetischen Raums den Weg der Entwicklung von Nationalsprachen. Wie l&#xE4;uft der Prozess heute in den L&#xE4;ndern Zentralasiens ab? Ein Gemeinschaftsprojekt von Factchek.kz, Respublika.kz, Kloop und Your.tj, [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zentralasien ist eine der wenigen Regionen der Welt, in der Russland immer noch versucht, die Sprachpolitik der Länder zu kontrollieren. Seit Februar 2022 beschreiten jedoch immer mehr Staaten des postsowjetischen Raums den Weg der Entwicklung von Nationalsprachen. Wie läuft der Prozess heute in den Ländern Zentralasiens ab? Ein Gemeinschaftsprojekt von </strong><a href="https://factcheck.kz/glavnoe/yazykovaya-dekolonizatsiya-stsenarii-buduschego-dlya-tsentralnoy-azii/"><strong>Factchek.kz</strong></a><strong>, </strong><a href="https://respublika.kz.media/archives/107955"><strong>Respublika.kz</strong></a><strong>, </strong><a href="https://kloop.kg/blog/2024/01/31/v-tsentralnoy-aziii-na-russkom-yazyke-budet-razgovarivat-malo-lyudej/"><strong>Kloop</strong></a><strong> und Your.tj, mit Unterstützung von Mediaset.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tadschikistan: Russisch hat noch Perspektive</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die russische Sprache in Tadschikistan gilt als Schlüssel für eine erfolgreiche Karriere und den Zugang zu moderner Literatur und Technologie. Und obwohl Englisch um einiges vielversprechender ist, ist Russisch für ein Studium in Tadschikistan leichter zugänglich. Darüber hinaus gehen viele Familien davon aus, dass ihre Kinder nach der Schule an russischen Universitäten studieren oder nach einer Weile nach Russland gehen werden, um dort zu arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Schulunterricht können die Absolvent:innen, mit Ausnahme einiger weniger Kinder, nicht fließend Tadschikisch sprechen. Auch das selbstständige Erlernen der Sprache ist schwierig. Im Jahr 2023 kann man Tadschikisch-Sprachkurse an einer Hand abzählen und eine Unterrichtsstunde kostet fast 20 US-Dollar. Ein Sprachlehrsystem hat sich nicht herausgebildet. Darüber hinaus unterrichtet man in Schulen und Kursen ein literarisches Tadschikisch, das sich stark von der modernen gesprochenen Sprache unterscheidet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kirgistan: Versuche, aus dem Schatten Russlands zu treten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ende 2023 verabschiedete Kirgistan ein Gesetz zur Staatssprache, das Beamte, Abgeordnete, Lehrende und medizinisches Personal verpflichtet, Kirgisisch zu sprechen. Andernfalls könnten sie sogar entlassen werden. Russische Beamte und Propagandamedien haben bereits erklärt, dass dieses Gesetz „undemokratisch“ sei und die russische Sprache in Kirgistan unterdrücke.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kirgistan-diskussion-um-latinisierung-des-alphabets/"><strong>Kirgistan: Diskussion um Latinisierung des Alphabets</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Beamten beherrschen das Kirgisische immer noch nicht gut. Dies zeigen Sprachtests, die sie seit drei Jahren absolvieren müssen. <em>„Es gibt nur sehr wenige, die die Niveaustufen A1, A2, B1 und B2 bestanden haben. Es waren insbesondere unsere Kirgisen, die nicht bestanden haben. Weil sie sich von Anfang an [in ihrer Arbeit] auf die russische Sprache konzentrierten“</em>, <a href="https://kloop.kg/blog/2023/12/25/zakon-o-gosyazyke-kak-kyrgyzstan-pytaetsya-usilit-rodnoj-yazyk-nesmotrya-na-davlenie-rossii/">sagt</a> Kanybek Osmonalijew, Leiter der Nationalen Kommission für staatliche Sprache und Sprachpolitik. Er schlägt vor, den Beamten Zeit zu geben, ihre Kirgisisch-Kenntnisse zu verbessern, andernfalls müssten sie nach den Regeln des neuen Gesetzes sofort entlassen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der Volkszählung von 2022 sprechen in Kirgistan bei einer Bevölkerung von fast 6,7 Millionen Menschen etwa 4,4 Millionen Kirgisisch. Allerdings gibt es immer mehr Menschen, die die Sprache lernen möchten. Aktivist:innen tragen in erster Linie dazu bei, die Sprache zu entwickeln und Liebe für sie zu wecken.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Seit 2013 gibt es in Kirgistan das Projekt Balastan, das Kinderbücher auf Kirgisisch veröffentlicht. Und seit 2017 publiziert Bugupress Weltbestseller in kirgisischer Übersetzung: Bücher über Wissenschaft und Wirtschaft sowie Belletristik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ayban-ferma-george-orwell-ins-kirgisische-uebersetzt/"><strong>„Ayban Ferma“: George Orwell ins Kirgisische übersetzt</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das Studio REC 55 ist im Land vertreten – ein Team von Enthusiast:innen, das Filme und Fernsehserien auf Kirgisisch synchronisiert. Darüber hinaus gibt es die IT-Community DevKurultai, wo man Programmieren auf Kirgisisch lernen kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan: Aktivist:innen entwickeln die Sprache</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan wiederum ist die Sprache einer der konfliktträchtigsten Faktoren der Gesellschaft. Immer wieder kommt es im Land zu sprachbezogenen Skandalen; die Sprache ist zum Hauptbestandteil der Rhetorik von Politiker:innen mit einer nationalpatriotischen Agenda geworden. Diskussionen über die Stärkung der kasachischen Sprache werden immer härter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile liegt das Hauptproblem auf der Hand: Keine einzige Person aus Regierungskreisen konnte in den Jahrzehnten der Unabhängigkeit die Herausforderung lösen: Wie kann man der Gesellschaft, sowohl Schulkindern als auch Erwachsenen, die kasachische Sprache beibringen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-krieg-in-der-ukraine-verleiht-der-kasachischen-sprache-auftrieb/"><strong>Der Krieg in der Ukraine verleiht der kasachischen Sprache Auftrieb</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es sind vor allem Aktivist:innen und Enthusiast:innen, die versuchen, die Situation im Land zu ändern. So entwickelte der Schriftsteller Kanat Tasibekov seine eigene Methode zum Erlernen der Sprache. Darüber hinaus schrieb er das Buch „Situatives Kasachisch“ und gründete den kasachischen Sprachclub „Mämile“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei begann Tasibekov selbst erst im Alter von 50 Jahren, Kasachisch zu lernen. <em>„Ich schämte mich, dass ich Kasache war und kein Kasachisch sprach. Ein Doktor der Philologie fragt: Hatten Sie vor Ihrem 50. Lebensjahr keine Scham? Ich antworte: Bevor ich 50 war, hatte ich andere Prioritäten, ich musste Geld verdienen, meinen Kindern auf die Beine helfen, meine Tochter und meinen Sohn verheiraten“</em>, erklärt er gegenüber <a href="https://respublika.kz.media/archives/107955">Respublika.kz</a>. <em>„Eine Sprache zu lernen ist eine Menge intellektueller Arbeit. Man braucht sowohl Zeit als auch Ressourcen.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Turkmenistan: Erfolgreiche Sprachtrennung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Turkmenistan ist bei der Förderung der Landessprache weiter fortgeschritten als die anderen zentralasiatischen Länder: Im Jahr 2020 sprachen nur 18 Prozent der Einwohner:innen des Landes in dem einen oder anderen Grad Russisch. Dazu trugen sehr radikale Reformen bei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie <a href="https://factcheck.kz/glavnoe/yazykovaya-dekolonizatsiya-stsenarii-buduschego-dlya-tsentralnoy-azii/">Factcheck.kz</a> feststellt, führte einerseits die Politik des ersten Staatschefs Turkmenistans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saparmyrat_Nyýazow">Saparmyrat Nyýazow</a> (er leitete das Land von 1985 bis 2006), zusammen mit der schwierigen sozioökonomischen Lage im Land zu einer massiven Abwanderung ethnischer Russ:innen und anderer russischsprachiger Bevölkerung. Andererseits habe die radikale Sprachpolitik funktioniert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/die-turkmenische-sprache-von-etrap-zu-dikucar/"><strong>Die turkmenische Sprache: von „etrap“ zu „dikuçar“</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der entscheidende Punkt war der Übergang von der kyrillischen zur lateinischen Schrift. Der Prozess wurde von Massenpropaganda in den Medien begleitet. Apropos Medien: Im Land gibt es nur noch eine Zeitung in russischer Sprache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reform wirkte sich auch auf das Bildungswesen aus: Trotz der erklärten Politik des dreisprachigen Unterrichts (Turkmenisch, Russisch, Englisch) wurden russischsprachige Schulen und Universitätslehrpläne liquidiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Usbekistan: Einen Schritt vor und zwei zurück</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan ist ein weiteres Land in der Region, welches die Umstellung vom kyrillischen auf das lateinische Alphabet durchführt. Der Prozess begann im Jahr 1993. Aber während im benachbarten Turkmenistan alles geklappt hat, haben die Behörden Usbekistans die Fristen ständig verschoben: von 2000 auf 2003, dann auf 2010 und zuletzt auf 2023.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Einige Schulbücher konnten ins Lateinische übersetzt werden. Aber es gibt eine Nuance: Junge Menschen, die nicht die kyrillische Version des usbekischen Alphabets beherrschen, sind tatsächlich vom literarischen Welterbe abgeschnitten. Wie <a href="https://factcheck.kz/glavnoe/yazykovaya-dekolonizatsiya-stsenarii-buduschego-dlya-tsentralnoy-azii/">Factchek.kz</a> feststellt, wurde bisher nur ein sehr kleiner Teil der Belletristik, darunter klassische Werke usbekischer Autoren, in das lateinische Alphabet übernommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl Russisch keine Amtssprache in Usbekistan ist, ist es in den Großstädten immer noch vorherrschend und behält seine Stellung in Wirtschaft und Wissenschaft. In der Gesellschaft hat sich das Klischee verstärkt, dass Bildung auf Russisch von besserer Qualität sei als auf Usbekisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie können sich Nationalsprachen in den Ländern Zentralasiens entwickeln?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aussichten für das Russische und die Nationalsprachen in den Ländern Zentralasiens sind schwer vorherzusagen, aber Factcheck.kz zeigt mehrere mögliche Szenarien auf:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Weg des Wartens</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahl der Russischsprachigen in Zentralasien ist in den letzten 30 Jahren stetig zurückgegangen – und das ist ein natürlicher Prozess. <em>„Wir gehen in die Zukunft, in der nur noch sehr wenige Menschen Russisch sprechen werden. Sie werden sich hauptsächlich in den größten Städten konzentrieren – in Almaty oder Bischkek. Der Rest der Städte wird Landessprachen sprechen, und das ist normal, das ist natürlich“</em>, sagt <a href="https://carnegieendowment.org/experts/1738">Temur Umarov</a>, Experte am Carnegie Center, gegenüber <a href="https://kloop.kg/blog/2023/12/25/zakon-o-gosyazyke-kak-kyrgyzstan-pytaetsya-usilit-rodnoj-yazyk-nesmotrya-na-davlenie-rossii/">Kloop</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus sind ethnische Russ:innen in Zentralasien eine alternde Gruppe, deren Durchschnittsalter 38-40 Jahre beträgt. Die Logik dieses Szenarios besteht also darin, dass der Einfluss der russischen Sprache zusammen mit den Träger:innen der russischen Identität und Kultur verschwinden wird. In der Praxis ist die Abhängigkeit der Stellung der russischen Sprache von der Zahl der ethnischen Russ:innen jedoch <a href="https://factcheck.kz/glavnoe/yazykovaya-dekolonizatsiya-stsenarii-buduschego-dlya-tsentralnoy-azii/">nicht so direkt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Weg der Verbote</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Factcheck.kz stellt weiter fest, dass in Turkmenistan und Lettland eine Politik strenger Beschränkungen des Gebrauchs der russischen Sprache funktioniert hat. Somit sind in diesen Ländern die Amtssprachen bereits die einzigen Unterrichtssprachen (vom Kindergarten bis zum Gymnasium) oder werden es bald sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstans-langsamer-aber-bestimmter-weg-zum-lateinischen-alphabet/"><strong>Kasachstans langsamer, aber bestimmter Weg zum lateinischen Alphabet</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch diesen Ansatz entsteht ein sogenanntes „Sprachnest“ – eine Umgebung, in der alle Erwachsenen schon in jungen Jahren mit Kindern in der Zielsprache sprechen. Wenn die Sprache anschließend in Universitäten und am Arbeitsplatz verwendet wird, gelangt die Sprache aus dem alltäglichen Gebrauch in den beruflichen Bereich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Weg der Kompromisse</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Fall werden die Länder einerseits viele staatliche Programme zur Sprachentwicklung umsetzen und andererseits die russische Sprache auf verschiedene Weise unterstützen, um gutnachbarschaftliche Beziehungen zu Russland als einem der wichtigsten Wirtschaftspartner aufrechtzuerhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Weg der Zusammenarbeit</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Erfolg bei der Förderung der Sprache basiert auf einer produktiven Interaktion zwischen Behörden, Expert:innen und zivilen Initiativen, stellt Factcheck.kz fest. Der Staat stellt den gesetzlichen Rahmen und die Finanzierung bereit, Expert:innen und Aktivist:innen beurteilen die Bedürfnisse der Gesellschaft und den Grad der Bereitschaft zu bestimmten Reformen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung einer Sprache liegt darin, eine positive Motivation für das Erlernen und Verwenden der Sprache zu schaffen. Die Sprache muss notwendig, nützlich und prestigeträchtig gemacht werden. Eine effektive Sprachplanung ist in der Regel weder schnell noch bei allen Bevölkerungsgruppen beliebt. Darüber hinaus werden diese Maßnahmen ihren Initiator:innen keine einfachen politischen Vorteile bringen, stellt Factcheck.kz fest. Veränderungen werden langsam erfolgen, daher ist es viel einfacher, das Sprachproblem zu nutzen und mit den populistischen Gefühlen der Bürger:innen zu spielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vollständigen Ergebnisse von Factcheck.kz könnt ihr <a href="https://factcheck.kz/glavnoe/yazykovaya-dekolonizatsiya-stsenarii-buduschego-dlya-tsentralnoy-azii/">hier</a> einsehen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Kloop</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://kloop.kg/blog/2024/01/31/v-tsentralnoy-aziii-na-russkom-yazyke-budet-razgovarivat-malo-lyudej/"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kirgistan: Diskussion um Latinisierung des Alphabets</title>
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		<dc:creator><![CDATA[La rédaction]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 May 2023 09:17:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Alphabet]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgisisch]]></category>
		<category><![CDATA[Kyrillisch]]></category>
		<category><![CDATA[Latinisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Linguistik]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kirgistan wird &#xFC;ber ein Gesetz zur Aufwertung der Sprache debattiert. Dies ruft heftige Reaktionen in Russland hervor, das &#xFC;ber den Verlust seines kulturellen Einflusses in der Republik besorgt ist. W&#xE4;hrend einer Sitzung des kirgisischen Parlaments, des Dschogorku Kengesch, ist am 19. April in zweiter Lesung der Entwurf des Verfassungsgesetzes &#x201E;&#xDC;ber die Staatssprache der Kirgisischen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Kirgistan wird über ein Gesetz zur Aufwertung der Sprache debattiert. Dies ruft heftige Reaktionen in Russland hervor, das über den Verlust seines kulturellen Einflusses in der Republik besorgt ist.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während einer Sitzung des kirgisischen Parlaments, des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschogorku_Kengesch">Dschogorku Kengesch</a>, ist am 19. April in zweiter Lesung der Entwurf des Verfassungsgesetzes „Über die Staatssprache der Kirgisischen Republik“ verabschiedet worden. Dies berichtet das kirgisische Nachrichtenportal <a href="https://www.for.kg/news-805526-ru.html">For.kg</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 2021 von der Regierung initiierte Gesetzentwurf bedarf noch einer dritten und letzten Lesung im Parlament, bevor dieser Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> zur Unterzeichnung vorgelegt wird. Befürworter:innen des Gesetzes sagen, die Idee bestehe lediglich darin, den Gebrauch der kirgisischen Sprache zu fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstans-langsamer-aber-bestimmter-weg-zum-lateinischen-alphabet/"><strong>Kasachstans langsamer, aber bestimmter Weg zum lateinischen Alphabet</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Abgeordnete brachten aber unterschiedliche Punkte des Gesetzentwurfs zur Sprache. Insbesondere der Abgeordnete Emil Toktoschew ist der Ansicht, dass es zur Umgestaltung der Sprachpolitik des Staates notwendig sei, über den Übergang zum lateinischen Alphabet nachzudenken.</p>



<p class="has-primary-800-color has-accent-500-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph">A<strong>ls vereinsgetragene, <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängige</a> Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! Durch jede noch so kleine <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an diese Erklärung wurde die mögliche Einführung eines lateinischen Alphabets in den Medien diskutiert. Am Tag nach der zweiten Lesung des Gesetzes <a href="https://www.president.kg/ru/sobytiya/24613_prezident_sadir_ghaparov_prinyal_predsedatelya_nacionalnoy_komissii_po_gosudarstvennomu_yaziku_i_yazikovoy_politike_kanibeka_osmonalieva">erklärte</a> Präsident Dschaparow aber bei einem Treffen mit dem Vorsitzenden der Nationalen Kommission für Staatssprache und Sprachpolitik, Kanybek Osmonalijew, dass er eine Latinisierung des Kirgisischen nicht befürworte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine „verfrühte“ Diskussion</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es ist verfrüht, über den Übergang von der kirgisischen Sprache zum lateinischen Alphabet zu sprechen. Wenn man die Amtssprache in kyrillischer Schrift nicht ausreichend beherrscht, kommt ein Umstieg auf das lateinische Alphabet nicht in Frage […]“</em>, entschied Dschaparow und brachte damit die Gerüchteküche zum Schweigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Präsident betonte jedoch die Notwendigkeit, die Arbeit an der Verbesserung der Sprachenpolitik fortzusetzen und die Maßnahmen der Nationalen Kommission zu verstärken. Dabei solle der Situation der Staatssprache in Ministerien und Behörden besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan begannen Diskussionen über ein lateinisches Alphabet nachdem Kasachstans Ex-Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nursultan Nazarbaev</a> 2017 entschieden hatte, das Kasachische zu <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstans-langsamer-aber-bestimmter-weg-zum-lateinischen-alphabet/?noredirect=de-DE">lateinisieren</a>. Insbesondere der damalige kirgisische Bildungsminister Kanybek Isakow brachte einen entsprechenden Vorschlag ein, erläuterte <a href="https://russian.eurasianet.org/в-кыргызстане-горячо-обсуждают-переход-с-кириллицы-на-латиницу">Eurasianet</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Russland stellt sich gegen die Latinisierung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in russischen Medien fand die Debatten um das Gesetz „Über die Staatssprache der Kirgisischen Republik“ Widerhall. Ihnen zufolge würde das Gesetz zu Lasten der russischen Sprache gehen. Eine „riskante“ Wahl für die Beziehungen zwischen Bischkek und Moskau, konstatiert das russische Medienunternehmen <a href="https://www.rbc.ru/politics/21/01/2023/63ca82739a794704c8f07d89">RBC</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings soll parallel dazu die russische Sprache in Kirgistan geschützt werden. Im Dezember versicherte Sadyr Dschaparow in einem <a href="https://kabar.kg/news/interv-iu-sadyra-zhaparova-o-kyrgyzskom-iazyke-i-vruchenii-gosnagrad/">Interview</a> mit der Nachrichtenagentur Kabar, dass die Behörden „Maßnahmen ergreifen“ würden, darunter den Bau neuer russischsprachiger Schulen in Kirgistan. Im Jahr 2023 sollen auf Kosten Moskaus neun solcher Schulen entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-krieg-in-der-ukraine-verleiht-der-kasachischen-sprache-auftrieb/"><strong>Der Krieg in der Ukraine verleiht der kasachischen Sprache Auftrieb</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Tage nachdem die zweite Lesung des Gesetzentwurfs bekannt gegeben wurde, kündigte Russland an, dass es <a href="https://fsvps.gov.ru/ru/fsvps/news/217953.html">auf Anordnung seiner Veterinärbehörde</a> den Import aller Milchprodukte aus Kirgistan einstellen werde. Auch wenn diese beiden Ereignisse unabhängig voneinander scheinen mögen, könnte dies laut <a href="https://eurasianet.org/kyrgyzstan-russia-ties-tested-by-differences-on-trade-language">Eurasianet</a> ein Hinweis Russlands sein, dass es angesichts eines möglichen Zurückdrängens seines kulturellen Einflusses über Druckmittel verfügt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der einzige Turkstaat, der am kyrillischen Alphabet festhält</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das kirgisische Nachrichtenportal <a href="https://24.kg/vlast/263700_iztyurkoyazyichnyih_stran_tolko_kyirgyizstan_polzuetsya_kirillitsey_/">24.kg</a> berichtet, erklärte Kanybek Osmonalijew, dass 1993 der damalige Premierminister Abdygany Erkebajew auf einem Gipfeltreffen der turksprachigen Staaten ein Memorandum über den Übergang zum lateinischen Alphabet unterzeichnet habe. Allerdings seien dieser Ankündigung keine konkreten politischen Entscheidungen gefolgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan plant, die Latinisierung seines Alphabets bis 2025 abgeschlossen zu haben, während Usbekistan und Turkmenistan seit 1993 ein lateinisches Alphabet verwendet. Kirgistan bliebe dann die Ausnahme unter den Turkstaaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lou Desmoutiers, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/la-latinisation-de-lalphabet-continue-de-faire-debat-au-kirghizstan/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Kasachstans langsamer, aber bestimmter Weg zum lateinischen Alphabet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Indira Ramírez]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Sep 2022 07:15:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Alphabet]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachisch]]></category>
		<category><![CDATA[kasachische Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Kyrillisch]]></category>
		<category><![CDATA[Latein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit 2017 arbeitet Kasachstan am &#xDC;bergang vom kyrillischen zum lateinischen Alphabet, da letzteres als besser geeignet f&#xFC;r die kasachische Sprache gilt. Nach mehreren Fehlschl&#xE4;gen und Kritik hat sich die Regierung nun aber entschieden, das Tempo in dieser komplexen Angelegenheit zu verlangsamen. Bei den Olympischen Winterspielen 2022 haben Kasachstans Athlet:innen auf ihrer Kleidung erstmals den Namen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seit 2017 arbeitet Kasachstan am Übergang vom kyrillischen zum lateinischen Alphabet, da letzteres als besser geeignet für die kasachische Sprache gilt. Nach mehreren Fehlschlägen und Kritik hat sich die Regierung nun aber entschieden, das Tempo in dieser komplexen Angelegenheit zu verlangsamen.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Olympischen Winterspielen 2022 haben Kasachstans Athlet:innen auf ihrer Kleidung erstmals den Namen ihres Landes in seiner neuen lateinischen Schreibweise getragen. Das Nationale Olympische Komitee des Landes hatte im Januar diese <a href="https://www.insidethegames.biz/articles/1118025/kazakhstan-beijing-2022-uniform-change">Änderung</a> angekündigt und so liefen in Peking die olympische Athlet:innen in Kleidung mit der Aufschrift „Qazaqstan“ auf<strong>.</strong> Diese Aktion verdeutlicht den Willen des Landes, vom kyrillischen zum lateinischen Alphabet zu wechseln. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage ist jedoch komplex: Es geht darum, die Schrift eines ganzen Landes mit 19 Millionen Einwohner:innen zu ändern. Darüber hinaus ist Kasachstan offiziell zweisprachig, mit Kasachisch und Russisch als Amtssprachen. Bis 2031 sollen alle Schulbücher, offiziellen Dokumente und Straßenschilder im Land in lateinischer Schrift umgeschrieben werden – sechs Jahre später als das ursprünglich geplante Umstellungsdatum 2025. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Notwendigkeit einer eingehenden Analyse</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Ein solches sprachliches Manöver erfordere jedoch mehr Analyse als nur die Erstellung entsprechender Buchstaben, wie Kasachstans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> laut <a href="https://astanatimes.com/2022/06/first-national-kurultai-outlines-priorities-seeks-to-strengthen-national-unity-and-encourage-broader-public-involvement-in-decision-making/">The Astana Times</a> am 16. Juni während einer Sitzung des Nationalkongresses betonte. Das Treffen zielte darauf ab, die Entwicklung des Landes nach dem <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-stimmt-fuer-verfassungsaenderung/">Verfassungsreferendum</a> zu diskutieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-stimmt-fuer-verfassungsaenderung/"><strong>Kasachstan stimmt für Verfassungsänderung </strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir sollten nichts übereilen. Schauen Sie sich nur die Plakate in den Straßen und die Namen der Ministerien an. Unsere Sprache hat sich verzerrt. Ich muss ehrlich sagen, dass dies der Natur der kasachischen Sprache fremd ist und sogar wie eine Parodie unserer Sprache aussieht. Eine solche oberflächliche Sprachreform ist unnötig. Wir brauchen echte Reformen“</em>, sagte Toqaev in einer vom kasachstanischen Onlinemedium <a href="https://orda.kz/prezident-o-perehode-na-latinicu-ne-stoit-toropitsja/">Orda</a> veröffentlichten Rede. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2017, als der ehemalige Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nursultan Nazarbaev</a> ein <a href="https://www-primeminister-kz.translate.goog/ru/news/prezident-rk-podpisal-ukaz-o-perehode-alfavita-kazahskogo-yazika-s-kirillitsi-na-latinskuu-grafiku-15531?_x_tr_sl=auto&amp;_x_tr_tl=fr&amp;_x_tr_hl=es&amp;_x_tr_pto=op,wapp">Dekret</a> zur Umstellung des kasachischen Alphabets von kyrillisch auf lateinisch unterzeichnete, hat es eine Reihe erfolgloser Versuche mit dem neuen Alphabet gegeben. Zwei der insgesamt vier Modifikationsversuche fanden in weniger als einem Jahr statt, zwischen Oktober 2017 und Februar 2018. Es entstand eine 32 Buchstaben umfassende Version des Alphabets mit mehreren Apostrophen, die nach Kritik und Ablehnung der Bevölkerung durch Akzente ersetzt wurden. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Eine optimierte neue Version </strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die <a href="https://primeminister-kz.translate.goog/ru/news/a-mamin-provel-zasedanie-nackomissii-po-perevodu-alfavita-kazahskogo-yazyka-na-latinskuyu-grafiku-280497?_x_tr_sl=auto&amp;_x_tr_tl=fr&amp;_x_tr_hl=es&amp;_x_tr_pto=op,wapp">neueste und aktuelle Version</a> wurde Anfang 2021 vorgestellt und gut angenommen. Allerdings scheint sie noch immer unzureichend. Daher forderte Präsident Toqaev am 16. Juni 2022, die Umstellung des Alphabets zu verlangsamen und so unerwünschten Auswirkungen, Bedenken und sprachlichen Verzerrungen zu verringern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig betonte der Präsident, dass es für junge Kasach:innen am wichtigsten sei, ihre Sprache zu beherrschen und sich ihres sprachlichen Erbes bewusst zu sein. <em>„Die Hauptsache ist, dass die Bürger, insbesondere unsere jungen Leute, alle Wörter der kasachischen Sprache in Schrift kennen. Mit anderen Worten, es ist notwendig, die Rechtschreibregeln unserer Sprache zu überarbeiten“</em>, erklärte Toqaev. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Eine symbolträchtige Präsentation </strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Konkret wurde die aktualisierte Version des lateinischen Alphabets mit seinen Verbesserungen am 28. Januar 2021 durch eine Expert:innen-Kommission des Ahmet-Baıtursunov-Instituts für Linguistik <a href="https://primeminister.kz/ru/news/a-mamin-provel-zasedanie-nackomissii-po-perevodu-alfavita-kazahskogo-yazyka-na-latinskuyu-grafiku-280497">vorgestellt</a>. Dieses symbolische Ereignis fand während der Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der Unabhängigkeit Kasachstans statt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Zusammenhang sagte der damalige Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asqar_Mamin">Asqar Mamin</a>: <em>„Eine verbesserte Version des Alphabets wird der Entwicklung der kasachischen Sprache neue Impulse geben und zu ihrer Modernisierung im Einklang mit modernen Trends beitragen. In der kommenden Zeit müssen viele Vorarbeiten für den schrittweisen Übergang der kasachischen Sprache zur lateinischen Schrift geleistet werden.“</em> Mamin erklärte auch, dass mehr als 40 Versionen bei der Kommission zur Untersuchung eingereicht worden seien. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/tatsachlich-liebe-das-kasachische-und-die-lateinische-schrift/"><strong>Tatsächlich, Liebe: Das Kasachische und die lateinische Schrift </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie die türkische Nachrichtenagentur <a href="https://www.aa.com.tr/en/asia-pacific/kazakhstan-opens-new-latin-alphabet-to-public-opinion/2217193#:~:text=The%20National%20Alphabet%20Commission%20was,language%20using%20the%20Latin%20alphabet.">Anadolu</a> berichtete, wurde die optimierte Version des lateinischen Alphabets zwischen April und Mai 2021 zur öffentlichen Diskussion gestellt. Das neue Alphabet besteht aus 31 Buchstaben, von denen einige diakritische Zeichen erhalten wie ә (ä), ө (ö), ү (ü), ұ (ū), ғ (ğ), ш (ş). Es wurde nach dem Prinzip „ein Laut, ein Buchstabe“ erstellt und entspricht dem qwerty-Standard für digitales Schreiben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der Probleme in Bezug auf die Funktionalität des neuen Alphabets haben die Kasach:innen es bereits in ihr tägliches Leben eingeführt. Trotz der gegenwärtigen Rechtschreibfehler schreiben immer mehr Geschäfte ihren Namen in lateinischer Schrift. An kasachischen Schulen werden bereits Kurse in lateinischer Schrift angeboten und ein Medienunternehmen hat sogar die Initiative ergriffen, im neuen Alphabet zu veröffentlichen. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Das Alphabet ändern: ein alter Wunsch</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Der Wunsch, das kasachische Alphabet zu ändern, ist nicht neu. Bereits nach der Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion im Jahr 1991 sprachen Sprachwissenschaftler:innen von der Notwendigkeit, auf das lateinische Alphabet umzusteigen. Dieses wurde bereits in den Jahren 1929-1939 in Folge des sowjetischen Latinisierungsprogramms verwendet, bevor die Sprache auf das kyrillische Alphabet umgestellt wurde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2012 wurde die Reform des Alphabets in das nationale Strategieprogramm <a href="https://kazakhstan2050.com/">Kasachstan-2050</a> aufgenommen und 2025 als Datum für die vollständige Umsetzung des neuen Alphabets angegeben, wie das australische Portal <a href="https://theconversation.com/kazakhstan-is-changing-its-alphabet-heres-why-87466">The Conversation</a> zusammenfasst. 2017 wurde mit Pilotanwendungen des Alphabets begonnen, nachdem zuvor das Dekret zur Formalisierung des Übergangs verabschiedet worden war. Darüber hinaus ist bis heute aber nicht viel passiert. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ein Wechsel aus geopolitischen Gründen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Gründe für den Übergang zum lateinischen Alphabet haben praktische, aber auch historische, spirituelle und vor allem geopolitische Ursachen. Einige Stimmen sehen darin eine sprachliche Modernisierung und Entkolonialisierung sowie einen Schritt zu engeren Beziehungen mit dem Westen und den Turkvölkern, während gleichzeitig der Einfluss Russlands vermindert wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich lohnt es sich, an die Worte des ehemaligen Präsidenten Nazarbaev zu erinnern, als er 2017 für die Änderung des Alphabets eintrat. <em>„Hinter der Umstellung auf die lateinische Schrift steckt eine tiefe Logik. Dies liegt an modernen Technologien, der Umgebung und Kommunikation sowie an den Besonderheiten von Bildungs- und Wissenschaftsprozessen des 21. Jahrhunderts. Von der Schulbank an lernen unsere Kinder Englisch und lateinische Buchstaben, daher sollte es keine Schwierigkeiten und Hindernisse für die junge Generation geben“</em>, sagte er nach Angaben von <a href="https://eadaily.com/ru/news/2017/04/12/nazarbaev-est-glubokaya-logika-perehoda-kazahstana-na-latinicu">EurAsia Daily Press</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-vater-des-neuen-kasachischen-alphabets-erhaelt-amerikanischen-preis/"><strong>Der Vater des neuen kasachischen Alphabets erhält amerikanischen Preis </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stimmen, die sich für eine Änderung des Alphabets aussprechen, machen auch darauf aufmerksam, dass die Bevölkerung des Landes derzeit überwiegend ethnisch kasachisch ist (70 Prozent). Im Gegensatz dazu machen ethnische Russ:innen nur 20 Prozent der Bevölkerung aus. Auch die Schulen und Bildungseinrichtungen des Landes unterrichten überwiegend auf Kasachisch. Eine Umfrage aus dem Jahr 2009 ergab jedoch, dass 94 Prozent der Bevölkerung Russisch verstehen, während es bei Kasachisch nur 74 Prozent sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Als jemand, der in der Ära der Unabhängigkeit Kasachstans aufgewachsen ist – einer Zeit, die von Verwestlichung und Globalisierung geprägt war – unterstütze ich die Latinisierung von ganzem Herzen</em>“, erklärte der Künstler und Aktivist Erden Zikibaı 2017 gegenüber <a href="https://eurasianet.org/kazakhstan-new-latin-alphabet-criticized-as-apostrophe-catastrophe">Eurasia.net</a>. Die Verwendung eines lateinischen Alphabets könne seiner Meinung nach dazu dienen, <em>„die Wahrnehmung und das Prestige der kasachischen Sprache von ihrem derzeitigen marginalen und zweitrangigen Status zu erheben, in dem sie anfangen könnte, sich gegen Russisch, Englisch und so weiter zu verteidigen.“</em></p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Pragmatische Gründe</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Es gibt aber auch pragmatische Gründe und Argumente für die Übernahme des lateinischen Alphabets: Diese Umstellung erleichtert Ausländer:innen das Kasachischlernen und bringt jungen Menschen ihre Herkunftskultur und ihre gemeinsamen Wurzeln mit anderen turksprachigen Ländern näher.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Die Philologin Zeınep Bazarbaeva erklärte in einem Interview mit dem nationalen Sender <a href="https://qazaqtv.com/en/news/society/2670-transition-to-latin-script-is-step-towards-globalization-expert-says">Qazaq TV</a>, dass der Übergang zur lateinischen Schrift den Eintritt Kasachstans in den globalen Informationsraum beschleunige. Gleichzeitig werde sich die Weltgemeinschaft, die zu 80-90 Prozent das lateinische Alphabet schreibt und liest, leichter mit dem reichen Erbe, der Kultur und der Geschichte der kasachischen Nation vertraut machen können.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Eine Veränderung des literarischen Erbes? </strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Kritiker:innen sprechen jedoch von einer Laune der Eliten, dem Verlust des kulturellen Erbes, einschließlich der in den letzten 60 Jahren entwickelten Literatur des Landes, und der Unfähigkeit der älteren Generation, sich an das neue Alphabet anzupassen. Auch die Kosten einer solchen Transformation werden kritisiert. Sie beläuft sich laut dem staatlichen Nachrichtenportal <a href="https://www.ktk.kz/ru/news/video/2018/01/17/88098/">KTK.kz</a> auf 664 Millionen US-Dollar (662 Millionen Euro). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus gibt es Versuche, das Thema zu politisieren, indem eine Bedrohung der Rechte von russischsprachigen Menschen durch die Änderung des Alphabets heraufbeschworen wird. Präsident Toqaev versicherte jedoch, dass sich an der Rolle der russischen Sprache in Kasachstan nichts ändern werde. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/pro-und-contra-soll-kasachisch-in-lateinschrift-wiedergegeben-werden/"><strong>Pro und Contra: Soll Kasachisch in Lateinschrift wiedergegeben werden? </strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich meine, dass diejenigen, die behaupten, dass die Position der russischen Sprache in Kasachstan geschwächt, verringert oder gar beschädigt worden sei, sich vollkommen gegen die Wahrheit richten. Sie argumentieren schlecht, um dieses oder jenes zu politisieren. […] Im Allgemeinen hat sich die Situation der russischen Sprache in Kasachstan nicht verschlechtert. Da bin ich mir sicher“</em>, <a href="https://informburo.kz/novosti/tokaev-prokommentiroval-situaciyu-s-russkim-yazykom-v-kazaxstane">erklärte</a> Toqaev am 15. Juni 2022 in einem Interview mit dem russischen Fernsehsender Rossiya 24. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Indira Ramírez
Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/le-kazakhstan-avance-doucement-mais-surement-vers-ladoption-de-lalphabet-latin/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



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		<title>Buchstaben über Buchstaben &#8211; unsere Transkriptionstabelle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Feb 2020 03:23:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ihr wolltet euch schon immer in den verschiedenen zentralasiatischen Alphabeten zurechtfinden? Wir bieten verschiedene Schreibweisen im &#xDC;berblick. Seit Januar haben wir bei Novastan neue Schreibregeln f&#xFC;r Eigennamen eingef&#xFC;hrt. Demnach werden Namen aus Sprachen, die ein lateinisches Alphabet nutzen, in der Regel im Original geschrieben. Die folgende Tabelle ist unsere Orientierungshilfe f&#xFC;r die Transkription aus den [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ihr wolltet euch schon immer in den verschiedenen zentralasiatischen Alphabeten zurechtfinden? Wir bieten verschiedene Schreibweisen im Überblick.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Januar haben wir bei Novastan <a href="https://novastan.org/de/novastan/sachen-beim-namen-nennen-novastan-aendert-die-schreibregeln-fuer-eigennamen/">neue Schreibregeln für Eigennamen</a> eingeführt. Demnach werden Namen aus Sprachen, die ein lateinisches Alphabet nutzen, in der Regel im Original geschrieben. Die folgende Tabelle ist unsere Orientierungshilfe für die Transkription aus den zentralasiatischen Sprachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Kirgisische und Tadschikische und das Russische werden in kyrillischen Buchstaben wiedergegeben, weswegen die klassische deutsche Transliteration (nach Duden) angegeben ist, entsprechend den jeweiligen Aussprachen (“Ж” ist zum Beispiel im Russischen “Sch” und im Kirgisischen “Dsch”)..</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Turkmenische und das Usbekische verwenden ein lateinisches Alphabet. Deswegen geben wir Eigennamen dementsprechend wieder. Das Kasachische befindet sich in einer Phase des Übergangs vom Kyrillischen zum Lateinischen, wir nutzen aber bereits das neue Alphabet. In der Tabelle ist die aktuelle Version (Stand November 2019) des kasachischen Lateinalphabets angegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Update: Ab dem 1. Januar nutzen wir die seit dem Vorjahr gültige, 2021 <a href="https://astanatimes.com/2021/02/kazakhstan-presents-new-latin-alphabet-plans-gradual-transition-through-2031/">aktualisierte Version</a> des kasachischen Alphabets (Änderungen im Vergleich zur Vorgängerversion sind fett markiert).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Buchstaben, die im russischen Alphabet nicht vorkommen, sind kursiv unterlegt.</p>



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<figure class="wp-block-table is-style-stripes has-small-font-size"><table class="has-primary-800-color has-accent-500-background-color has-text-color has-background has-link-color has-fixed-layout"><thead><tr><th>Kyrillisch</th><th>Russisch</th><th>Kasachisch</th><th>Kirgisisch</th><th>Usbekisch</th><th>Tadschikisch</th><th>Turkmenisch</th></tr></thead><tbody><tr><td>А a</td><td>A a</td><td>A a</td><td>A a</td><td>A a</td><td>A a</td><td>A a</td></tr><tr><td>Б б</td><td>B b</td><td>B b</td><td>B b</td><td>B b</td><td>B b</td><td>B b</td></tr><tr><td>В в</td><td>W w</td><td>V v</td><td>W w</td><td>V v</td><td>W w</td><td>W w</td></tr><tr><td>Г г</td><td>G g</td><td>G g</td><td>G g</td><td>G g</td><td>G g</td><td>G g</td></tr><tr><td>Ғ ғ</td><td>&#8211;</td><td>Ğ&nbsp;ğ</td><td>&#8211;</td><td>G´ g´</td><td>Gh gh</td><td>&#8211;</td></tr><tr><td>Д д</td><td>D d</td><td>D d</td><td>D d</td><td>D d</td><td>D d</td><td>D d</td></tr><tr><td>Е е</td><td>E e (je)</td><td>E e</td><td>E e (je)</td><td>E e (ye)</td><td>E e (je)</td><td>E e</td></tr><tr><td>Ё ё</td><td>Jo jo</td><td><strong>İo io</strong></td><td>Jo jo</td><td>Yo yo</td><td>Jo jo</td><td>&#8211;</td></tr><tr><td>Ж ж</td><td>Sch sch</td><td>J j</td><td>Dsch dsch</td><td>J j</td><td>Sch sch</td><td>Ž ž</td></tr><tr><td><i>Җ җ</i></td><td>&#8211;</td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td><td><i>J j</i></td></tr><tr><td>З з</td><td>S s</td><td>Z z</td><td>S s</td><td>Z z</td><td>S s</td><td>Z z (wie das englische “th” gesprochen)</td></tr><tr><td>И и</td><td>I i</td><td><strong>İ</strong> i</td><td>I i</td><td>I i</td><td>I i</td><td>I i</td></tr><tr><td>Й й</td><td>J j</td><td>I ı</td><td>J j</td><td>Y y</td><td>J j</td><td>Ý ý</td></tr><tr><td>К к</td><td>K k</td><td>K k</td><td>K k</td><td>K k</td><td>K k</td><td>K k</td></tr><tr><td><i>Қ қ</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td><i>Q q</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td><td>Q q&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td><td><i>Q q</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td></tr><tr><td>Л л</td><td>L l</td><td>L l</td><td>L l</td><td>L l</td><td>L l</td><td>L l</td></tr><tr><td>М м</td><td>M m</td><td>M m</td><td>M m</td><td>M m</td><td>M m</td><td>M m</td></tr><tr><td>Н н</td><td>N n</td><td>N n</td><td>N n</td><td>N n</td><td>N n</td><td>N n</td></tr><tr><td><i>Ң ң</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td><i><strong>Ñ</strong> <strong>ñ</strong></i></td><td><i>Ng ng</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td><td><i>Ň ň</i></td></tr><tr><td>О о</td><td>O o</td><td>O o</td><td>O o</td><td>O o</td><td>O o</td><td>O o</td></tr><tr><td><i>Ө ө</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td><i><strong>Ö ö</strong></i></td><td><i>Ö ö</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td><td><i>Ö ö</i></td></tr><tr><td>П п</td><td>P p</td><td>P p</td><td>P p</td><td>P p</td><td>P p</td><td>P p</td></tr><tr><td>Р р</td><td>R r</td><td>R r</td><td>R r</td><td>R r</td><td>R r</td><td>R r</td></tr><tr><td>С с</td><td>S s (ss zwischen Vokalen)</td><td>S s</td><td>S s (ss zwischen Vokalen)</td><td>S s </td><td>S s (ss zwischen Vokalen)</td><td>S s (ss zwischen Vokalen)</td></tr><tr><td>Т т</td><td>T t</td><td>T t</td><td>T t</td><td>T t</td><td>T t</td><td>T t</td></tr><tr><td>У у</td><td>U u</td><td><strong>U u</strong></td><td>U u</td><td>U u</td><td>U u</td><td>U u</td></tr><tr><td><i>Ў ў</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td>O’ o’</td><td>&#8211;</td><td><i>&#8211;</i></td></tr><tr><td><i>Ү ү</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td><strong><i>Ü </i>ü</strong></td><td><i>Ü ü</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td><td><i>Ü ü</i></td></tr><tr><td><i>Ұ ұ / Ӯ ӯ<br></i></td><td><i>&#8211;</i></td><td><i><strong>Ū</strong> <strong>ū</strong></i></td><td><i>&#8211;</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td><i>U u</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td></tr><tr><td>Ф ф</td><td>F f</td><td>F f</td><td>F f</td><td>F f</td><td>F f</td><td>F f</td></tr><tr><td>Х х</td><td>Ch ch</td><td>H h</td><td>Ch ch</td><td>X x</td><td>Ch ch</td><td>H h</td></tr><tr><td><i>Ҳ ҳ / Һ һ</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td><i>H h</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td><td>H h&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td><td><i>H h</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td></tr><tr><td>Ц ц</td><td>Ts ts</td><td>&#8211;</td><td>Z z</td><td>Ts ts</td><td>Z z</td><td>&#8211;</td></tr><tr><td>Ч ч</td><td>Tsch tsch</td><td><strong>Tş tş</strong></td><td>Tsch tsch</td><td>Ch ch</td><td>Tsch tsch</td><td>Ç ç</td></tr><tr><td><i>Ҷ ҷ</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td><td><i>Dsch dsch</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td></tr><tr><td>Ш ш</td><td>Sch sch</td><td><strong>Ş ş</strong></td><td>Sch sch</td><td>Sh sh</td><td>Sch sch</td><td>Ş ş</td></tr><tr><td>Щ щ</td><td>Schtsch</td><td>&#8211; </td><td>Schtsch</td><td>&#8211;</td><td>Schtsch</td><td>&#8211;</td></tr><tr><td>Ы ы</td><td>Y y</td><td>Y y</td><td>Y y</td><td>&#8211;</td><td>Y y</td><td>Y y</td></tr><tr><td>Э э</td><td>E e</td><td>&#8211;</td><td>E e</td><td>E e</td><td>E e</td><td>&#8211;</td></tr><tr><td>Ю ю</td><td>Ju ju</td><td><strong>İu iu</strong></td><td>Ju ju</td><td>Yu yu</td><td>Ju ju</td><td>&#8211;</td></tr><tr><td>Я я</td><td>Ja ja</td><td><strong>İa <strong>i</strong>a</strong></td><td>Ja ja</td><td>Ya ya</td><td>Ja ja</td><td>&#8211;</td></tr><tr><td><i>Ә ә</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td><i>Ä ä</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td><td>&#8211;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; <i>&nbsp;</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td><i>Ä ä</i></td></tr><tr><td><i>ь</i></td><td><i>entfällt (j)</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td>&#8211;</td><td><i>&#8211;</i></td><td>&#8211;</td></tr><tr><td><i>Ъ ъ&nbsp;</i></td><td><i>entfällt</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td><i>&#8211;</i></td><td>&#8211;</td><td><i>&#8211;</i></td><td>&#8211;</td></tr></tbody></table></figure>
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<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion</strong></p>
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		<title>Passage</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 May 2019 02:20:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die unterirdischen Passagen in Almaty beherbergten einmal die unterschiedlichsten Gesch&#xE4;fte und L&#xE4;den. Heutzutage werben sie f&#xFC;r das lateinische Alphabet, das bald in Kasachstan das kyrillische ersetzen wird. Foto: Sabina Bekbenbetova (Kasachstan) Findet alle unsere Bilder des Tages&#xA0;hier. &#xA0;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die unterirdischen Passagen in Almaty beherbergten einmal die unterschiedlichsten Geschäfte und Läden. Heutzutage werben sie für das lateinische Alphabet, das bald in Kasachstan das kyrillische ersetzen wird.</p>
<p><strong>Foto: <a href="https://www.instagram.com/miss_ssabi/">Sabina Bekbenbetova</a> (Kasachstan)</strong></p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der Vater des neuen kasachischen Alphabets erhält amerikanischen Preis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina Spitzmüller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Mar 2019 12:01:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Alphabet]]></category>
		<category><![CDATA[Preis]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Verwestlichung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jerden Kaschybek hat Kasachstan lateinische Buchstaben beschert &#x2013; er hat das neue Alphabet ma&#xDF;geblich mitentwickelt. Daf&#xFC;r bekommt er jetzt einen Preis f&#xFC;r Verdienste in der Verwestlichung postsowjetischer Staaten. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei The Open Asia, wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Die US-Organisation StrategEast hat den der Leiter des Baitursynow-Instituts [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Jerden Kaschybek hat Kasachstan lateinische Buchstaben beschert – er hat das neue Alphabet maßgeblich mitentwickelt. Dafür bekommt er jetzt einen Preis für Verdienste in der Verwestlichung postsowjetischer Staaten. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei </strong><a href="http://theopenasia.net/articles/detail/amerikanskiy-tsentr-nagradil-glavu-instituta-yazykoznaniya-za-latinizatsiyu-kazakhskogo/?fbclid=IwAR35Xb7MEarnkMc7uuxsE6P79_d32mc2NVGKHCCvdQCz2WdhX275UGOTjhA"><strong>The Open Asia</strong></a><strong>, wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die US-Organisation <a href="https://strategeast.org/">StrategEast</a> hat den der Leiter des Baitursynow-Instituts für Sprachwissenschaften Jerden Kaschybek ausgezeichnet. Der Wissenschaftler war einer der Hauptentwickler des neuen kasachischen Alphabets. Er war in der Kategorie „Sprachliche und kulturelle Verwestlichung“ nominiert – unter anderem wegen seines Verdiensts um die <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/tatsachlich-liebe-das-kasachische-und-die-lateinische-schrift/">Latinisierung</a>. Das schreibt <a href="https://informburo.kz/">Informburo.kz</a> unter Berufung auf StrategEast.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Preis für Verwestlichung postsowjetischer Staaten</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/StrategEast_Westernization_Index">StrategEast Westernization Award</a> wird jährlich für <em>„beachtliche Leistungen in der Modernisierung und der sozial-ökonomischen und kulturellen Entwicklung postsowjetischer Länder“</em> vergeben. Ziel von StrategEast ist es, engere Verbindungen zwischen führenden Politikern und Unternehmen in den postsowjetischen Ländern (mit Ausnahme von Russland) und ihren Kollegen in den USA und Westeuropa schaffen.</p>
<p style="text-align: justify">Neben Kaschybek wurde unter anderem der usbekische Präsident <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wer-ist-der-neue-praesident-usbekistans/">Schawkat Mirsijojew</a> ausgezeichnet – weil er das Investitionsklima in seinem Land verbessert und die Wirtschaft liberalisiert habe. Der ehemalige Präsident Estlands, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Toomas_Hendrik_Ilves">Toomas Hendrik Ilves</a>, wurde für die Digitalisierung der estnischen Wirtschaft ausgezeichnet.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/pro-und-contra-soll-kasachisch-in-lateinschrift-wiedergegeben-werden/"><strong>Pro und Contra: Soll Kasachisch in Lateinschrift wiedergegeben werden?</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Jerden Kaschybek wurde 2009 verdächtigt, als Vorsitzender des Komitees für Sprachen kasachischer Minderheiten Budgetgelder in Höhe von 3,5 Milliarden Tenge (rund 8.000 Euro) veruntreut zu haben. Er kommentierte später, dass der Fall geklärt sei: <em>„Die Polizei kam zu dem Schluss, dass es keinen Tatbestand gibt. Es wurde nichts gefunden, der Fall ist abgeschlossen, es kam nicht einmal zu einem Gerichtsverfahren.“</em></p>
<p style="text-align: right"><a href="http://theopenasia.net/articles/detail/amerikanskiy-tsentr-nagradil-glavu-instituta-yazykoznaniya-za-latinizatsiyu-kazakhskogo/?fbclid=IwAR35Xb7MEarnkMc7uuxsE6P79_d32mc2NVGKHCCvdQCz2WdhX275UGOTjhA"><strong>The Open Asia</strong></a></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Christina Spitzmüller</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Pro und Contra: Soll Kasachisch in Lateinschrift wiedergegeben werden?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[openasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Oct 2017 08:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Alphabet]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachisch]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kyrillisch]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kasachisch soll ab 2025 mit lateinischen Buchstaben geschrieben werden. Das entsprechende Alphabet wurde im September vorgestellt. Was spricht f&#xFC;r und gegen diese Umstellung? Open Asia hat die Argumenten von Bef&#xFC;rworter*innen und Gegner*innen aufgezeichnet. Wir &#xFC;bersetzen den Beitrag mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Der Pr&#xE4;sident hat den Zeitplan vorgegeben. Bis 2025 soll das kasachische Alphabet &#x2013; [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Kasachisch soll ab 2025 mit lateinischen Buchstaben geschrieben werden. Das entsprechende Alphabet wurde im September vorgestellt. Was spricht für und gegen diese Umstellung? <em><a href="http://theopenasia.net/battles/nuzhno-li-perevodit-na-latinitsu-kazakhskiy-alfavit/">Open Asia</a></em> hat die Argumenten von Befürworter*innen und Gegner*innen aufgezeichnet. Wir übersetzen den Beitrag mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Präsident hat den Zeitplan vorgegeben. Bis 2025 soll das kasachische Alphabet – derzeit noch in kyrillischen Lettern dargestellt – in Lateinschrift wiedergegeben werden. Die Umstellung, die Präsident Nursultan Nasarbajew erstmals in der Strategie <em>Kasachstan 2050</em> forderte, soll allen offiziellen Schriftverkehr bis hin zu Tageszeitungen und Schulbüchern betreffen. Im September wurde ein erster Entwurf für Kasachisch in lateinischen Buchstaben <a href="http://daz.asia/blog/lateinisches-alphabet-vorgestellt/">vorgestellt</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Angesichts Unterstützung seitens Nasarbajews besteht an der Umsetzung der Reform kaum Zweifel. Doch das Thema hat im Laufe des Jahres viele Debatten in der kasachstanischen Gesellschaft angeregt. Der Bestsellerautor Kanat Tasibekow ist dafür, der Vorsitzende der <em>Union der Muslime Kasachstans</em> Murat Telibekow dagegen. Ihre Argumente:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kanat Tasibekow: Drei Gründe für Lateinschrift</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Ich bin für die Einführung des Lateinalphabets. Argumente dafür gibt es viele, ich möchte die drei Wesentlichen nennen.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>An erster Stelle löst ein Übergang zur Latinica die Fragen der Terminologie. Neue Wörter bilden fast eine eigene Sprache und in der letzen Zeit haben 8.000 von ihnen Einzug ins Kasachische gefunden. Viele der neuen Wörter stammen aus anderen Sprachen, werden in der Phonetik adaptiert und erscheinen als neues Wort. </em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Aus dem Russischen stammen nur wenige dieser Wörter, die meisten kommen aus anderen Sprachen, zum Beispiel aus dem Englischen. Die russische Sprache nimmt sie auf, gibt sie in der kyrillischen Schrift wieder und heraus kommen russische Wörter wie rejting, supervajzer, menedzher. </em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Das Kasachische übernimmt diese Wörter genau so. Wenn wir zur Lateinschrift übergehen, brauchen wir diese Wörter nicht über einen „Zwischenhändler“  zu nehmen, sondern können die Wörter direkt aus der Ursprungssprache übernehmen und adaptieren. Kurzum, der Umgang mit Lehnwörtern wird angenehmer.</em></p>
<p><strong>Kasachische Sprache braucht Modernisierung</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Der zweite Grund ist, dass die kasachische Sprache einer Modernisierung bedarf. Wir haben viele Wörter, die in zwei bis drei Varianten geschrieben werden, da zur rechten Zeit keine Rechtschreibreform vorgenommen wurde. Wenn wir auf Lateinschrift umstellen, werden wir in den Wörterbüchern eine Norm festlegen. Atatürk hat es seinerzeit in der Türkei genauso gemacht – eine einvernehmliche Modernisierung der Sprache.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Der dritte Grund ist Benutzerfreundlichkeit. Die Länder, in denen man das kyrillische Alphabet verwendet, sind äußerst wenige im Vergleich zu jenen, in denen man das lateinische Alphabet benutzt. Selbst wenn man heute auf einer kyrillischen Tastatur kasachisch schreibt, ist dies eine Qual, da alle Sonderzeichen (von denen es im Kasachischen  etliche gibt, Anm. d. Ü.) sich an der Stelle der Zahlen befinden und man immer die Einstellungen ändern muss. Wie wir das mit den kasachischen Sonderzeichen in Lateinschrift machen werden, können wir neu entscheiden. Ich bin sicher, dass wir eine Lösung finden werden. Das Französischen und das Deutsche haben auch Sonderzeichen und wir könnten uns daran orientieren.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Ich kann direkt auf zwei Argumente der Gegner*innen der Reform antworten. Sie sagen: „Haben wir denn sonst keine Probleme?“ Aber was soll das heißen? Warum vermengen wir die Frage des kasachischen Alphabets mit wirtschaftlichen Problemen? Das sind unterschiedliche Bereiche. Das ist Populismus. </em></p>
<p><strong>Umstellung verursacht weniger Kosten als gedacht</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Und was die „riesigen finanziellen Ausgaben“ betrifft: Alles Alte bleibt auf Kyrillisch. Man muss nichts übersetzen. Wir schreiben nur alles Neue in Lateinschrift. Als ob die Leute an einem Tag die Kyrillica vergessen. Und die neue Generation, die in Kasachstan aufwächst, wird eh Russisch lernen und Puschkin auf Kyrillisch lesen. Niemand wird Analphabet und unser kulturelles Erbe wird auch nicht verschwinden.</em></p>
<p><figure id="attachment_11159" aria-describedby="caption-attachment-11159" style="width: 1257px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-11159 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/6bd3fba8e6f6da82fc55d635bbab9ca8.jpg" alt="Projekt kasachisches Alphabet lateinische Schrift" width="1257" height="484" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/6bd3fba8e6f6da82fc55d635bbab9ca8.jpg 1257w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/6bd3fba8e6f6da82fc55d635bbab9ca8-300x116.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/6bd3fba8e6f6da82fc55d635bbab9ca8-768x296.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/6bd3fba8e6f6da82fc55d635bbab9ca8-1024x394.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1257px) 100vw, 1257px" /><figcaption id="caption-attachment-11159" class="wp-caption-text">Das geplante kasachische Alphabet in lateinischen Buchstaben mit kyrillischen Äquivalent</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Murat Telibekow: Der gesunde Menschenverstand wird siegen</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Ich bin gegen die Umstellung des kasachischen Alphabets auf Lateinschrift. Ich denke, dass die Beweggründe dahinter in erster Linie politischer Natur sind und nicht etwa kultureller Art. Um dies zu verstehen, muss man die politische Situation der Welt betrachten, insbesondere den Orbit, in dem sich Kasachstan bewegt. </em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Wir sehen einen Gegensatz von Russland einerseits und dem Westen anderseits, allen voran die USA. Und in dieser Situation versucht Kasachstan zwischen den Polen zu balancieren und mit beiden Seiten gute Beziehungen zu haben. Den amerikanischen Kollegen liefert man manchmal antirussische Ausfälle, den russischen Freunden manchmal antiamerikanische Gesten. Und den Übergang von der kyrillischen zur lateinischen Schrift werte ich als eine eben solche antirussische politische Aktion. Ich denke, dass Kasachstan mehr dadurch verliert als gewinnt.</em></p>
<p><strong>Lateinische Schrift bringt keinen intellektuellen Fortschritt</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Ich bin absolut überzeugt davon, dass diese Idee nicht umgesetzt wird, da ihre Sinnlosigkeit und Unzulänglichkeit so offensichtlich ist, dass der gesunde Menschenverstand sie überwinden wird. Nehmen wir als Beispiel Usbekistan und andere Länder der ehemaligen Sowjetunion, die von der kyrillischen zur lateinischen Schrift übergegangen sind. Was sehen wir dort? Hat irgendein intellektueller Boom eingesetzt? Führte dies zu einer Erhöhung der Bildungsstandards oder zu großen Errungenschaften im Bereich der Wissenschaft? Nichts Derartiges sehen wir auch nur in einem der betroffenen Länder.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von den ökonomischen Ausgaben ganz zu schweigen. Man muss eine riesige Zahl an Büchern in die Lateinschrift übertragen. Und das schrecklichste ist, dass wir  von dem Jahrhunderte währenden, intellektuellen Potenzial, der Masse an Büchern in kyrillischer Schrift abgeschnitten werden. Dies wird katastrophale Folgen für das Land, die Bevölkerung und das kulturelle Leben haben.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Überhaupt sollte man diese Polittechnologien, die man anwendet um den ideologieleeren Raum zu füllen, einfach verwerfen. Damit die Menschen sich streiten und sich in solchen Diskussionen ihres Verstandes bedienen. Das alles ist nicht als ein Ablenkungsmanöver um die geistige Leere zu füllen, die man heute beobachten kann.</em></p>
<p style="text-align: right;"><strong><a href="http://theopenasia.net/battles/nuzhno-li-perevodit-na-latinitsu-kazakhskiy-alfavit/">Die Redaktion von Open Asia</a> </strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>
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