<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Sughd Archives</title>
	<atom:link href="https://novastan.org/de/tag/sughd/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://novastan.org/de/tag/sughd/</link>
	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Sun, 18 Feb 2024 17:26:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.1</generator>

<image>
	<url>https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/08/cropped-Logo_2_2000-1700-300DPI-32x32.png</url>
	<title>Sughd Archives</title>
	<link>https://novastan.org/de/tag/sughd/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Das Erbe von Taboschar – Über den Uranabbau in Tadschikistan und seine Folgen</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/das-erbe-von-taboschar-ueber-den-uranabbau-in-tadschikistan-und-seine-folgen/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/das-erbe-von-taboschar-ueber-den-uranabbau-in-tadschikistan-und-seine-folgen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Aziz Rustamov]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Feb 2022 15:16:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Atombombe]]></category>
		<category><![CDATA[Atomenergie]]></category>
		<category><![CDATA[Dehmoj]]></category>
		<category><![CDATA[Istiqlol]]></category>
		<category><![CDATA[Radioaktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Sughd]]></category>
		<category><![CDATA[Taboschar]]></category>
		<category><![CDATA[UdSSR]]></category>
		<category><![CDATA[Uran]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=29032</guid>

					<description><![CDATA[<p>In Tadschikistan hat die Rekultivierung offener Uranr&#xFC;ckst&#xE4;nde aus Sowjetzeiten begonnen. F&#xFC;r den vollst&#xE4;ndigen R&#xFC;ckbau aller Abf&#xE4;lle werden nach inoffiziellen Angaben etwa 55 Millionen US-Dollar ben&#xF6;tigt werden. Die russische Atomenergiegesellschaft &#x201E;Rosatom&#x201C; m&#xF6;chte im ersten Quartal 2022 mit der Rekultivierung von offenen Uran-Abraumhalden sowie dem Industriegel&#xE4;nde der ehemaligen Uranaufarbeitungsanlage in Istiqlol (bis 2012 Taboschar) im Norden Tadschikistans [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/das-erbe-von-taboschar-ueber-den-uranabbau-in-tadschikistan-und-seine-folgen/">Das Erbe von Taboschar – Über den Uranabbau in Tadschikistan und seine Folgen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Tadschikistan hat die Rekultivierung offener Uranrückstände aus Sowjetzeiten begonnen. Für den vollständigen Rückbau aller Abfälle werden nach inoffiziellen Angaben etwa 55 Millionen US-Dollar benötigt werden.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die russische Atomenergiegesellschaft „Rosatom“ möchte im ersten Quartal 2022 mit der Rekultivierung von offenen Uran-Abraumhalden sowie dem Industriegelände der ehemaligen Uranaufarbeitungsanlage in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Istiqlol">Istiqlol</a> (bis 2012 Taboschar) im Norden Tadschikistans beginnen. Dies erklärte Nikolaj Spasskij, Rostatoms stellvertretender Generaldirektor für internationale Angelegenheiten, laut Angaben der russischen Nachrichtenagentur <a href="https://tass.ru/ekonomika/12907807?utm_source=yxnews&amp;utm_medium=desktop&amp;utm_referrer=https%3A%2F%2Fyandex.ru%2Fnews%2Fsearch%3Ftext%3D">TASS</a> am 11. November 2021 in einer Rede vor dem Rat der Regierungschefs der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft_Unabh%C3%A4ngiger_Staaten">GUS</a>-Staaten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Sanierung radioaktiver Absetzbecken und Abraumhalden hatte die GUS-Kommission für die friedliche Nutzung der Atomenergie das zwischenstaatliche Zielprogramm „Rekultivierung der vom Uranbergbau betroffenen Gebiete 2013-2023“ <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/centralasia/20210920/kazahstan-i-uzbekistan-nahodyatsya-v-pyaterke-mirovih-liderov-po-proizvodstvu-urana">verabschiedet</a>. Die finanzielle Hauptlast des circa 13 Millionen Euro schweren Programms trägt Russland mit 75 Prozent. Den verbliebenen Anteil tragen Kasachstan (15 Prozent), Tadschikistan (5 Prozent) und Kirgistan (5 Prozent). </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Bezug auf den Fortschritt dieses Programms stellte Spasskij fest, dass <em>„das geplante Fertigstellungsdatum gemäß dem genehmigten Programm sowohl für Kirgistan als auch für Tadschikistan Ende 2023 ist“</em>. Mit Bezug auf Tadschikistan betonte er, dass <em>„hier die Aufgabe darin besteht, die Abraumhalden und das Industriegelände der ehemaligen Uranaufarbeitungsanlage in der Nähe der Stadt Istiqlol zurekultivieren. Die technischen Lösungen sind vollständig ausgearbeitet, jetzt schließen wir die Wettbewerbsverfahren ab. Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten ein bis zwei Monaten einen Vertrag unterzeichnen werden und wir im ersten Quartal 2022 mit der Arbeit beginnen können.&#8220;</em></p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Eine teure Sanierung</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Entsorgung aller radioaktiven Abfälle in Tadschikistan wird große finanzielle Ressourcen erfordern, über die der Staatshaushalt nicht verfügt. Das Land hofft auf finanzielle Hilfe von internationalen Organisationen und Geberländern und bewegt sich daher Schritt für Schritt auf die vollständige Neutralisierung der Uranrückstände zu. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die OSZE, die Europäische Union, die Internationale Atomenergiebehörde, die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Bank_f%C3%BCr_Wiederaufbau_und_Entwicklung">EBWE</a>) und andere Organisationen haben sich zusammengeschlossen, um entsprechende Projekte zu finanzieren. Laut der Website des wissenschaftlichen Journals <a href="https://www.atomic-energy.ru/news/2019/12/11/99939">Atomic Energy 2.0</a> ratifizierte die Maschlisi Namojandagon, das Unterhaus des tadschikischen Parlaments, im Dezember 2019 eine Vereinbarung mit der EBWE über die Gewährung eines unentgeltlichen Zuschusses in Höhe von 33 Millionen Euro. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Diese Mittel werden verwendet, um die Uranrückstände in Dehmoj und Taboschar im Norden Tadschikistans – in der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd"><em>Provinz Sughd</em></a><em> – zu neutralisieren“</em>, erklärte der damalige Minister für Industrie und neue Technologien, Sarobiddin Faisullosoda, vor den Abgeordneten. Der Rückbau der Uranhalden erfolgt im Rahmen des <a href="http://sng-atom.com/sites/default/files/NK%20505.pdf">Nationalen Konzepts der Republik Tadschikistan für die Sanierung von Rückständen aus Uranerzverarbeitungsabfällen für 2014-2024</a>, das Anfang August 2014 von der tadschikischen Regierung beschlossen wurde. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Wie alles begann</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Istiqlol (bis 2012 Taboschar) liegt 45 Kilometer von der Provinzhauptstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand">Chudschand</a> entfernt. Zu Sowjetzeit lebten in der geschlossenen Stadt mehr als 25.000 Menschen. Heute sind es 12.000. Die Uranlagerstätte Taboschar wurde 1926 <a href="http://sng-atom.com/sites/default/files/NK%20505.pdf">entdeckt</a>. Zwischen 1944 und 1965 wurde hier aktiv Erz abgebaut.

Noch während des Zweiten Weltkriegs stellte sich die oberste Führung der UdSSR die Aufgabe, eine eigene Atombombe zu entwickeln und herzustellen. Mitte Mai 1945 wurde durch einen Erlass des Staatsverteidigungskomitees der UdSSR in Leninabad (heute Chudschand) das „Bergbau- und Chemiekombinat Nr. 6“ zur Gewinnung und Verarbeitung von Uranerzen gegründet.

</p>



<figure class="wp-block-image alignnone wp-image-29036 size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="806" height="403" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/02/Остатки-неотработанной-руды-г.-Истиклола.jpg" alt="Istiqlol Uranerz" class="wp-image-29036" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/02/Остатки-неотработанной-руды-г.-Истиклола.jpg 806w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/02/Остатки-неотработанной-руды-г.-Истиклола-300x150.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/02/Остатки-неотработанной-руды-г.-Истиклола-768x384.jpg 768w" sizes="(max-width: 806px) 100vw, 806px" /><figcaption class="wp-element-caption">Reste von Uranerz in Istiqlol. Foto: Aziz Rustamov</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> Laut dem Physiker Hotam Murtasajew wurden in jenen Jahren bis zu 90 Prozent aller Abbau-, Transport- und Verarbeitungsvorgänge manuell durchgeführt. <em>„Für den schnellsten Transport von Erz zum Beispiel in der Lagerstätte </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mailuusuu"><em>Mailuusuu</em></a><em> wurde mangels mechanischer Methode ein origineller Weg gefunden &#8211; das Erz wurde auf Eseln transportiert. […] Als der Akademiker Dmitrij Schtscherbakow einmal diese &#8222;Shuttle&#8220;-Reisen der in der Atomindustrie arbeitenden Esel beobachtete, sagte er: Es liegt nicht in meiner Hand, aber ich würde den Eseln ein Denkmal errichten&#8220;</em>, <a href="https://ia-centr.ru/publications/smert-v-nasledstvo-pochemu-v-tadzhikistane-ne-mogut-zakhoronit-sovetskie-uranovye-otkhody/">berichtet</a> der Physiker. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Bis Ende 1947 verarbeitete das Kombinat Nr. 6 in Nordtadschikistan 176.600 Tonnen Uranerz und produzierte 66 Tonnen Uran. 1953 erreichte das Verarbeitungsvolumen eine Million Tonnen Erz pro Jahr, aus denen mehr als 400 Tonnen Uran produziert wurden. Am 29. August 1949 wurde auf dem </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atomwaffentestgel%C3%A4nde_Semipalatinsk"><em>Atomwaffentestgelände Semipalatinsk</em></a><em> die erste sowjetische Atombombe mit einer Kapazität von 22 Kilotonnen getestet. Bei seiner Herstellung wurde Uran verwendet, das im Norden Tadschikistans abgebaut wurde“</em>, so Murtasajew weiter. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/semipalatinsker-testgelaende-das-atomare-erbe-der-sowjetunion-in-kasachstan/"><strong>Semipalatinsker Testgelände: Das atomare Erbe der Sowjetunion in Kasachstan </strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die lokale Ressourcen reichten nicht aus, also wurde das Erz auch aus anderen Ländern Zentralasiens, Europas und sogar Afrikas gebracht. Im Wettrüsten stellte sich die Führung der UdSSR die Aufgabe, mit den Vereinigten Staaten Schritt zu halten. Die sich schnell entwickelnde sowjetische Nuklearindustrie verlangte immer mehr Uran. Ende der 1980er Jahre ging die Uranproduktion in Tadschikistan zurück und wurde nach dem Zusammenbruch der Union vollständig eingestellt.“, </em>schließt der Professor. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Umstrukturierung</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Produktion von Urankonzentrat <a href="http://sng-atom.com/sites/default/files/NK%20505.pdf">begann</a> in Tadschikistan bereits 1944 in einer Pilotanlage in der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ghafurow">Gafurow</a>. Anschließend wurden auf dem Gebiet von Sughd sechs weitere Anlagen zur Gewinnung von Uranoxid gebaut. Von diesen Anlagen blieb Ende der 60er Jahre eine große Fabrik in der Stadt Tschkalowsk (heute <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Buston_(Ghafurow)">Buston</a>) übrig, die nach einem Umbau in den 80er Jahren Pro Jahr bis zu 1 Million Tonnen Erz verarbeitete und etwa 2.000 Tonnen Uranoxid produzierte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">So wurden in fast 50 Jahren etwa 100.000 Tonnen Urankonzentrat produziert, wodurch sich auf dem Territorium von 6 Bezirken der Povinz Sughd mehr als 55 Millionen Tonnen Abfall mit einer Gesamtaktivität von mehr als 6,5 Tausend <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Curie_(Einheit)">Curie</a> ansammelten. Diese Abfälle werden in 10 Abraumhalden beziehungsweise Absatzbecken mit einer Gesamtfläche von 180 Hektar konzentriert, die sich in dicht besiedelten Gebieten sowie im Oberlauf von Nebenflüssen des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a> befinden. </p>



<figure class="wp-block-image alignnone wp-image-29035 size-full"><img decoding="async" width="806" height="403" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/02/Оставшийся-штольни-урановых-шахт.-Здесь-добывали-уран-руным-способом..jpg" alt="Uranminen Tadschikistan" class="wp-image-29035" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/02/Оставшийся-штольни-урановых-шахт.-Здесь-добывали-уран-руным-способом..jpg 806w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/02/Оставшийся-штольни-урановых-шахт.-Здесь-добывали-уран-руным-способом.-300x150.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/02/Оставшийся-штольни-урановых-шахт.-Здесь-добывали-уран-руным-способом.-768x384.jpg 768w" sizes="(max-width: 806px) 100vw, 806px" /><figcaption class="wp-element-caption">Verbleibende Stollen von Uranminen in Tadschikistan. Hier wurde Uran manuell abgebaut. Foto: Aziz Rustamov</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> Wie aus der <a href="http://www.adlia.tj/show_doc.fwx?Rgn=122290">Präambel</a> des nationalen Konzepts für die Sanierung von Uranrückständen hervorgeht, wurde 1991 nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Lieferung von Uranerz aus dem Ausland eingestellt. In der Folge mussten mehrere Einheiten des Staatsunternehmens „Seltene Metalle Tadschikistans&#8220;, welche sich mit der Verarbeitung von Uran beschäftigten, praktisch Ihre Arbeit einstellen. Mittlerweile ist die gesamte Infrastruktur des Unternehmens auf die Produktion von Konsumgütern umgestellt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis heute befinden sich die Uranrückstände [sogenannte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tailings">Tailings</a>, Anm. d. Red.] und das Abraumgestein in Istiqlol in einer Entfernung von 500 Metern bis 4 Kilometer zur Stadt. Der Komplex besteht aus einem Tagebau, demontierten Industriegebäuden und drei Halden, die nach der Säureextraktion mehr als 15 Millionen Tonnen Uranerz-Abfälle enthalten. Etwa 7,6 Millionen Tonnen Uranabfälle aus vier hydrometallurgischen Anlagen wurden hier auf einer Fläche von 54 Hektar verteilt. Angesehen von den Minen befindet sich in der Nähe von Istiqlol ein überfluteter Steinbruch, dessen bis zu 50 Meter tiefes Wasser durch die Abfälle aus der Aufbereitungsanlage verseucht ist. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Das Absatzbecken Dehmoj</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Eine der gefährlichsten Deponien für radioaktive Abfälle ist das Absatzbecken Dehmoj. Das Objekt mit einer Fläche von 90 Hektar wurde in den Jahren 1963-1993 durchgehend befüllt. Es befindet sich im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ghafurov_District">Bezirk Gafurow</a> auf einer Höhe von 485 Metern über dem Meeresspiegel und ist 1,5 Kilometer vom Dorf Gosion und 10 Kilometer von Chudschand entfernt. 36 Millionen Tonnen Tailings aus der Uranproduktion, 500.000 außerbilanzielles Uranerz und 5,7 Millionen Tonnen Abfall aus der Verarbeitung vanadiumhaltiger Rohstoffe wurden hier angesammelt. Die chemische Zusammensetzung besteht aus Sulfaten, Carbonaten, Nitraten.

</p>



<figure class="wp-block-image alignnone wp-image-29034 size-full"><img decoding="async" width="800" height="561" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/02/nuclear2.jpg" alt="Im Absetzbecken von Dehmoj" class="wp-image-29034" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/02/nuclear2.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/02/nuclear2-300x210.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/02/nuclear2-768x539.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Absetzbecken von Dehmoj. Von den Wasserrohren und der Pantonen-Brücke für diese Rohre bleibt nur noch Altmetall. Foto: Aziz Rustamov</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> In den Jahren 2015-2017 wurde aus den Budgets der Provinz Sughd, der Städte Chudschand und Buston sowie des Bezirks Gafurow ein Betrag von 113.600 US-Dollar für die Sanierung von Dehmoj zur Verfügung gestellt. Mit diesen Mitteln wurden etwa 16 Hektar der Anlage mit einer 50 bis 100 Zentimeter dicken Erdschicht bedeckt, wodurch die Ausbreitung von radioaktivem Staub um ein Vielfaches reduziert werden konnte. Dann wurde aufgrund der Finanzkrise die Zuweisung von Geldern ausgesetzt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der für Wissenschaft und Ökologie zuständige stellvertretende Direktor des Unternehmens „Seltene Metalle Tadschikistans“, Mirsoschokir Hodschijon, erklärt das Sachverständige verschiedene Gefährdungsfaktoren identifizieren konnten, die vom Absatzbecken Dehmoj ausgehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Dies sind radioaktive Stoffe, die Bestandteil von Staub und Aerosolen sind, aber auch Radongas und radioaktive Strahlung. Die schädliche Wirkung auf den menschlichen Körper ergibt sich aus der Luftverschmutzung mit Radon, der Verwendung von mit Lebensmitteln kontaminierten Produkten sowie daraus, dass Menschen der Strahlung ausgesetzt sind, wenn sie sich in Zonen und Gebieten mit radioaktiver Wirkung befinden“</em>, erklärte Hodschijon im Jahr 2019 auf Anfrage des Autors. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Gesundheitliche Folgen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Im Jahr 2004 wurden in Istiqlol gleich drei Kinder <a href="http://www.caresd.net/site.html?text_search">mit Missbildungen geboren</a> – ein beispielloser Fall in der Geschichte der Stadt und des ganzen Landes. Bei zwei von ihnen diagnostizierten die Ärzt:innen eine Rückenmarkshernie und beim dritten eine ösophagotrachealen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fistel">Fistel</a> [zwischen Luft- und Speiseröhre, Anm. d. Red.]. Alle drei starben am Tag ihrer Geburt. Eltern und Ärzt:innen waren fassungslos. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Verschlechterung des Gesundheitszustands ist auch bei den Einwohner:innen von Gosion in der Nähe des Absatzbeckens Dehmoj zu beobachten. Laut Mirkamol Domullojew, Arzt am Gesundheitszentrum von Gosion, werden jährlich dreißig oder mehr Menschen mit onkologischen Erkrankungen unter den Anwohner:innen registriert. Darüber hinaus lasse sich eine Zunahme von Patienten mit Leukämie beobachten. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Meiner Meinung nach sind die zunehmenden Fälle dieser Krankheiten mit der Urandeponie verbunden, von der sich ständig Staub ausbreitet, der eine erhöhte Strahlung trägt. Derzeit ist diese Halde teilweise mit Sand bedeckt. Die Bedrohung durch sie bleibt jedoch bestehen“</em>, stellt der Arzt fest. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/unter-verschluss-gehalten-atomverseucht-die-stadt-istiklol-unter-dem-deckmantel-der-galoschen/"><strong>Unter Verschluss gehalten, atomverseucht: Die Stadt Istiklol „unter dem Deckmantel“ der Galoschen</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Muhabbat, eine Einwohnerin des Dorfes, stellt fest, dass hier nicht nur Menschen oft krank werden, sondern auch Flora und Fauna. <em>„Die Früchte vieler Bäume, wie Aprikosen, Granatäpfel, Trauben, fallen ab, bevor sie reif sind. Die Blätter der Bäume sind ständig mit Staub und Schmutz bedeckt. Dies sind sicher die &#8222;Früchte&#8220; der herrenlosen Urandeponie, die wenige Kilometer vom Dorf entfernt liegt“</em>, klagt Muhabbat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ingenieurswissenschaftler Safar Rasykow schreibt in seinem Buch „Uranlagerstätten in Tadschikistan“ („Урановые месторождения Таджикистана“), dass die chemische Toxizität von Uran, insbesondere in seinen hochlöslichen Verbindungen, für lebende Organismen schädlich ist. Bei Aufnahme über die Atemwege und den Magen-Darm-Trakt lagern sich Uranverbindungen in Knochen, Nieren, Leber, Lunge und Lymphknoten ab und verursachen akute und chronische Erkrankungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ausscheiden von Uran aus dem Körper verläuft extrem langsam. Über einen Zeitraum von 70 bis 140 Tagen werden nicht mehr als 50 Prozent der in den Körper gelangten Menge ausgeschieden. Nicht weniger gefährlich für alle Lebewesen ist die Eigenschaft der Radioaktivität, die Uran und seinen Verbindungen innewohnt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Direkte und indirekte Strahlungseinwirkungen bewirken verschiedenartige Störungen der Vitalaktivität von Zellen, Geweben, Organen und dem lebenden Organismus insgesamt. Ionisierende Strahlung hingegen kann eine Veränderung jener Zellen bewirken, die den Code der Erbinformation tragen. Dies wiederum führt zu Anomalien und Mutationen bei den Nachkommen. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Berge an nutzlosem Abfall</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Laut dem Direktor der Agentur für Nuklear- und Strahlensicherheit der tadschikischen Akademie der Wissenschaften, Ulmas Mirsaidow, enthält der radioaktive Abfall, der sich in den Halden und Absatzbecken Nordtadschikistans ansammelt, einen geringen Gehalt an Uran und Radium. Er ist praktisch nutzlos.

</p>


			<div class="hp-newsletter col-span-3 lg:col-span-1 flex flex-col bg-primary-100 border-t-8 border-secondary-500 rounded-lg justify-center items-center lg:items-stretch px-6 py-6 gap-4 box-border">
			<div class="flex">
				<div class="enveloppe">
					<i class="far fa-envelope text-5xl text-secondary-300"></i>
				</div>
				<div class="formulaire_nl">
					<p>
						<span class="font-bold text-xl block">Ganz Zentralasien in deiner Mailbox</span>
						Abonniert unseren wöchentlichen Newsletter					</p>
					<form class="flex w-3/4 lg:w-full" action="https://us4.list-manage.com/subscribe?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&id=d479236523" method="post" id="mc-embedded-subscribe-form" name="mc-embedded-subscribe-form" class="validate" target="_blank" novalidate="">
						<input class="flex-grow py-2 px-3 border border-primary-300 rounded-l" type="email" placeholder="Email" name="EMAIL" id="mce-EMAIL">
						<button class="bg-secondary-500 py-2 px-3 text-white rounded-r-md border border-secondary-500" type="submit" value="" name="subscribe">Registrieren</button>
					</form>

					<a href="#" class="underline text-secondary-700">Entdeckt die neueste Ausgabe</a>
				</div>	
			</div>
		</div><!-- newsletter -->
		



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die an der Gewinnung und Verarbeitung von Uran beteiligten Unternehmen unterlagen der Geheimhaltung und Informationen über Bergbau- und Verarbeitungstechnologien wurden nicht erhalten. Oft wurden die Anforderungen der Strahlenschutznormen ausgeblendet oder nicht erfüllt, da die Produktionssteigerung von vorrangiger Bedeutung war. Zu Lasten der Sicherheit“</em>, zitiert <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/opinion/20111007/uranovoe-nasledstvo">Asia-Plus</a> die Worte des Wissenschaftlers. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das Land braucht etwa 55 Millionen US-Dollar, um die Halden in einen angemesseneren Zustand zu bringen. Wir müssen den Müll vergraben und dann anfangen, diese riesigen Gebiete für wirtschaftliche Zwecke zu nutzen. In den verlassenen Minen gibt es praktisch kein Uran mehr, und die Strahlung kommt allein vom Radium&#8220;</em>, erklärte Mirsaidow gegenüber der <a href="https://www.bbc.com/russian/international/2012/12/121218_tajikistan_uranium">BBC</a>. <em>Anmerkung der Redaktion: In der ursprünglichen Version dieses Artikels stand, dass Leninabad der ehemalige Name Duschanbes sei. Tatsächlich handelt es sich aber um Chudschand. Wir haben diesen Fehler korrigiert und bitten ihn zu entschuldigen.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aziz Rustamov für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/das-erbe-von-taboschar-ueber-den-uranabbau-in-tadschikistan-und-seine-folgen/">Das Erbe von Taboschar – Über den Uranabbau in Tadschikistan und seine Folgen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/das-erbe-von-taboschar-ueber-den-uranabbau-in-tadschikistan-und-seine-folgen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Militärübung an Grenze Kirgistan-Tadschikistan – eine Provokation im Friedensprozess?</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/militar-uebung-grenze-kirgistan-tadschikistan-provokation-friedensprozess/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kirgistan/militar-uebung-grenze-kirgistan-tadschikistan-provokation-friedensprozess/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[rshakibaie]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Mar 2021 10:50:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Batken]]></category>
		<category><![CDATA[Ferganatal]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensprozess]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Militärübung]]></category>
		<category><![CDATA[Sughd]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=25898</guid>

					<description><![CDATA[<p>Kirgistan f&#xE4;hrt dutzende Milit&#xE4;rfahrzeuge in der Provinz Batken an der Grenze zu Tadschikistan auf. Anscheinend wird eine gro&#xDF; angelegte milit&#xE4;rische &#xDC;bung in der umstrittenen Region vorbereitet. Es gibt Ungereimtheiten in der Informationskette. Was bedeutet dies f&#xFC;r den Konsolidierungsprozess zwischen den beiden Staaten? </p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/militar-uebung-grenze-kirgistan-tadschikistan-provokation-friedensprozess/">Militärübung an Grenze Kirgistan-Tadschikistan – eine Provokation im Friedensprozess?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kirgistan fährt dutzende Militärfahrzeuge in der Provinz Batken an der Grenze zu Tadschikistan auf. Anscheinend wird eine groß angelegte militärische Übung in der umstrittenen Region vorbereitet. Es gibt Ungereimtheiten in der Informationskette. Was bedeutet dies für den Konsolidierungsprozess zwischen den beiden Staaten? Der folgende Artikel erschien am 13. März 2021 auf <a href="https://www.ozodi.org/a/машқи-низомиёни-қирғизистон-дар-марз-бо-тоҷикистон/31149274.html">Radioi Ozodi</a>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung.</strong></p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Lokale Beamte in der nordtadschikischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Provinz Sughd</a> berichten, sie seien von Kirgistan nicht über die Vorbereitungen einer militärischen Übung in Grenznähe informiert worden. Das tadschikische Verteidigungsministerium erklärt jedoch, es sei über eine militärische Übung in der Grenzregion im Bilde. Kirgisische Beamte sollen lokale Medien informiert haben, dass Sicherheitskräfte in den Provinzen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Batken">Batken</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschalalabat">Dschalalabad</a> Militärübungen durchführen werden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wer hat wen wann informiert und warum nicht?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem Bericht des <a href="https://www.ozodi.org/a/машқи-низомиёни-қирғизистон-дар-марз-бо-тоҷикистон/31149274.html">Radio-Free-Europe Ablegers Radioi Ozodi in Tadschikistan</a> habe News.kg Beamte zitiert, laut denen die geplante Übung eine Reaktion der kommunalen Verwaltung in einem Krisenfall testen sollte. An der Übung werden örtliche Behörden des Innenministeriums, des Staatsausschusses für nationale Sicherheit, des Ministeriums für Notsituationen und des kirgisischen Gesundheitsministeriums teilnehmen. Etwa 2000 Personen, 100 verschiedene Militärfahrzeuge, zehn Kampfjets und etwa 20 Artilleriegeschütze sollten eingesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/warum-die-konflikte-an-der-tadschikisch-kirgisischen-grenze-kein-ende-nehmen/">Warum die Konflikte an der tadschikisch-kirgisischen Grenze kein Ende nehmen</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Faridun Mahmadalijew, Sprecher des tadschikischen Verteidigungsministeriums, teilte Radio Ozodi am 13. März mit, dass Kirgistan eine schriftliche Benachrichtigung über eine militärische Übung in Batken erhalten haben sollte. Er erklärte, die Behörden des Verteidigungsministeriums wüssten bereits davon, dass die Vorbereitungen für eine militärische Übung in Batken begonnen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regionalregierung der Provinz Sughd und die Verwaltung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Isfara">Stadt Isfara</a> beteuern dagegen in einer Quelle vom 1. März, sie hätten keine Informationen über die militärische Übung in Batken erhalten und seien nur über die Medien informiert worden. Die Regierung in der Hauptstadt Duschanbe lasse die Grenzregionen im Dunkeln tappen, hieß es. Der Pressedienst des kirgisischen Grenzschutzes teilte seinerseits den lokalen Medien am 12. März mit, dass die Gespräche zur Lösung des Grenzkonflikts am 30. März beginnen würden. Weiterhin hieß es, dass das Ziel der Übung bestehe darin, die Sicherheitskräfte zu koordinieren und ihre Einsatzbereitschaft in einem Kriegszustand zu testen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kann-ein-gebietsaustausch-den-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-beilegen/">Kann ein Gebietsaustausch den Grenzkonflikt zwischen Kirgistan und Tadschikistan beilegen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Faridun Mahmadalijew vom tadschikischen Verteidigungsministerium, erläuterte weiter, dass Nachbarländer nach internationalen Abkommen verpflichtet seien, sich gegenseitig über solche Übungen offiziell zu informieren. Er schlug vor, es sei sinnvoller und produktiver, wenn Kirgistan zusätzlich zum tadschikischen Verteidigungsministerium auch die lokalen Behörden und das Außenministerium benachrichtigen würde. „<em>Bei militärischen Übungen werden schwere Waffen, sogar Luftwaffen, eingesetzt, und die Bewohner von Grenzgebieten müssen darüber informiert werden</em>“, so Mahmadaliew.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Russlands Interesse an lokalen Konflikten</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die kirgisische-tadschikische Grenzen hat in letzter Zeit die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen, als Streitigkeiten zwischen Einwohnern und Behörden der beiden Länder in Gewalt eskalierten. Bei den jüngsten Zwischenfällen wurden auf beiden Seiten mehrere Anwohner und Soldaten getötet. Beide Staaten machen sich gegenseitig für den Konflikt verantwortlich. Experten meinen, dass die beiden Länder in vorsichtig sein müssen, den Konflikt nicht ausarten zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/moskau-bietet-sich-als-vermittler-im-grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-an/">Moskau bietet sich als Vermittler im Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan an</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein tadschikischer Experte, der aus Sicherheitsgründen nicht namentlich genannt werden möchte, sagt: „<em>Die Ereignisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Situation an der Grenze zwischen den beiden Ländern weiterhin angespannt ist. Daher sollten beide Länder Vorsicht walten lassen, um einen größeren Konflikt zu vermeiden.</em>“ Der Experte befürchtet, dass sogar ein Drittstaat den Konflikt für eigene Interessen missbrauchen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Im Moment hat Russland Interesse daran, dass sich die postsowjetischen Staaten in einem Konfliktzustand befinden. Und solange diese Spannungen weiter eskalieren, wird das Land sie zu seinem Vorteil nutzen</em>“, erklärt er. „<em>Wie im Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan</em>“, vergleicht er, „<em>ist auch bekannt, dass die Türkei in den Konflikt verwickelt ist.</em>“</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behörden beider Länder sagen, dass die militärische Übung an der Grenze abgesprochen war und die bilateralen Beziehungen nicht beeinträchtigen wird. Der kirgisische Präsident Sadyr Dschaparow wird voraussichtlich in den kommenden Wochen Tadschikistan einen offiziellen Besuch abstatten. Es wird erwartet, dass bei seinem Treffen mit dem tadschikischen Präsidenten Emomali Rahmon insbesondere die Frage über die umstrittenen Grenzgebiete erörtert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2015 fand an der tadschikisch-kirgisischen Grenze eine ähnliche militärische Übung mit dem Operationsnamen ‚Sipar-2015‘ statt. Damals nahmen noch Grenzschutzbeamte beider Länder an der militärischen Übung teil.<strong></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Mirsonabii Choliksod für </strong><a href="https://www.ozodi.org/a/машқи-низомиёни-қирғизистон-дар-марз-бо-тоҷикистон/31149274.html"><strong>Radioi Ozodi</strong></a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Tadschikischen von Robin Shakibaie</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/militar-uebung-grenze-kirgistan-tadschikistan-provokation-friedensprozess/">Militärübung an Grenze Kirgistan-Tadschikistan – eine Provokation im Friedensprozess?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/kirgistan/militar-uebung-grenze-kirgistan-tadschikistan-provokation-friedensprozess/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Extremismus in Tadschikistan: Diese Regionen sind am meisten betroffen</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/extremismus-in-tadschikistan-diese-regionen-sind-am-meisten-betroffen/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/tadschikistan/extremismus-in-tadschikistan-diese-regionen-sind-am-meisten-betroffen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jan 2018 15:26:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmigration]]></category>
		<category><![CDATA[Chatlon]]></category>
		<category><![CDATA[Duschanbe]]></category>
		<category><![CDATA[Extremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Sughd]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=12134</guid>

					<description><![CDATA[<p>In welchen Regionen Tadschikistans sind extremistische Ansichten am&#xA0;verbreitetsten? &#xA0;Ein Experte des dem Pr&#xE4;sidenten Tadschikistans unterstellten Zentrums f&#xFC;r strategische Forschungen hat die am st&#xE4;rksten von Extremismus betroffenen Regionen des Landes benannt. Wir &#xFC;bersetzen und ver&#xF6;ffentlichen den Artikel von Asia Plus mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Wie Centre1.com berichtete, ver&#xF6;ffentliche Mullomuchtor Mullojew, Experte f&#xFC;r Analysen und Prognosen [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/extremismus-in-tadschikistan-diese-regionen-sind-am-meisten-betroffen/">Extremismus in Tadschikistan: Diese Regionen sind am meisten betroffen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In</strong><strong> welchen Regionen Tadschikistans sind extremistische Ansichten am verbreitetsten?  Ein Experte des dem Präsidenten Tadschikistans unterstellten Zentrums für strategische Forschungen hat die am stärksten von Extremismus betroffenen Regionen des Landes benannt. Wir übersetzen und veröffentlichen den Artikel von <a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/security/20171101/v-tadzhikistane-opredelili-ekstremistski-nastroennie-regioni"><em>Asia Plus</em></a> mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p>Wie <a href="https://centre1.com/tajikistan/tadzhikskij-strateg-opredelil-ekstremistski-nastroennye-regiony-strany/">Centre1.com</a> berichtete, veröffentliche Mullomuchtor Mullojew, Experte für Analysen und Prognosen zur Innenpolitik des Zentrums für strategische Forschungen einen Artikel auf der Website der Organisation. Der Anteil junger TadschikInnen, die sich bewaffneten, islamischen Gruppen angeschlossen haben, ist zurückgegangen, so Mullojews Daten. Die Aktivitäten der Untergrundbewegung „Salafiya“ nehmen hingegen zu.</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/islam-und-politik-bleibt-zentralasien-sakular/"><strong> Islam und Politik &#8211; Bleibt Zentralasien säkular?</strong></a></p>
<p>Der Innenminister Tadschikistans Ramason Rachimsoda hatte im Sommer 2017 erklärt, dass circa 1500 tadschikische StaatsbürgerInnen in den Reihen terroristischer und extremistischer Gruppierungen im Ausland kämpfen.</p>
<p><strong>Norden, Süden, Osten, Westen</strong></p>
<p>Auf Basis seiner Daten versuchte Mullojew eine Karte der Regionen mit extremistischen Neigungen zu entwerfen. Als in der Nähe der Hauptstadt Duschanbe gelegene und potentiell gefährliche Bezirke werden <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rudaki_(Distrikt)">Rudaki</a>, Bachdat und Nurobod genannt. Letzterer galt während des Bürgerkriegs in Tadschikistan (1992-1997) als Hauptstadt der islamischen Opposition.</p>
<p>Im Norden des Landes, in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Provinz Sughd</a>, werden unter anderem die Städte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand">Chudschand</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Isfara">Isfara</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandschakent">Pendschikent</a> und einige Bezirke genannt. Auch in der südlichen Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chatlon">Chatlon</a> umfasst die Liste neben der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kulob">Kulob</a> einige Bezirke. Im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamir_(Gebirge)">Pamir</a> wurde die Ortschaft Jasgulom als jene mit der extremistischsten Bevölkerung ausgemacht.</p>
<p><strong>Arbeitsmigration als Treibhaus für Extremismus</strong></p>
<p>Die Ursache dafür, dass sich extremistische Ansichten unter den BewohnerInnen von Regionen verbreiten, die früher nicht als gefährlich für die öffentliche Sicherheit galten, liegt nach Meinung des Autors in der Arbeitsmigration. Als Beispiel nennt Mullojew den Bezirk Ayni, in dem gerade die junge Bevölkerung in letzter Zeit immer mehr vom „Islamischen Staat“ und der Untergrundbewegung „Salafiya“ angezogen werde.</p>
<p>Obwohl extremistische Stimmungen unter Jugendlichen in allen Regionen Tadschikistans präsent seien, seien jedoch insbesondere jene Regionen betroffen, in denen ethnische Minderheiten leben, merkt der Autor an.</p>
<p>Als Argument führt er Daten des Meinungsforschungsinstituts <a href="http://www.gallup.com/home.aspx">Gallup</a> aus dem Jahr 2011 an.  85 Prozent der tadschikischen Bevölkerung gaben an, dass der Islam der wichtigste Faktor in ihrem Leben darstelle. In Russland war die Vergleichsgröße 34 Prozent, in Kasachstan 43 Prozent und in Usbekistan 51 Prozent.</p>
<p>Trotz der von staatlicher Seite ergriffenen Maßnahmen gegen die Verbreitung extremistischer Strömungen sei ein Mangel an SpezialistInnen – PädagogInnen und PsychologInnen – spürbar, so Mullojew.</p>
<p><strong>Mangel am Wesentlichen</strong></p>
<p>Die gravierendsten Probleme bei der Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus liegen nach Angaben des Autors vor allem an folgenden Faktoren:</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/franzosischer-is-anwarter-in-tadschikistan-festgenommen/">Französischer IS-Anwärter in Tadschikistan festgenommen </a></strong></p>
<p><em>„Erstens sind da die Nachahmung fremder Kulturen und die Trägheit der Bevölkerung, insbesondere unter den Geistlichen. Diese Probleme können nur durch gesamtgesellschaftliche Lösungsansätze angegangen werden. </em></p>
<p><em>Zweitens ist es in Zeiten der globalen Kommunikation notwendig, sich der Situation anzupassen </em><em>und Jugendliche entsprechend zu erziehen. </em></p>
<p><em>Um schon die Anzeichen von Extremismus auszurotten, ist es drittens notwendig, über die Bekämpfung von Braindrain </em>(Abwanderung von Fachkräften, Anm. d. Ü.)<em> nachzudenken, denn schon die Entscheidung in ein anderes Land überzusiedeln ist ein Zeichen von  Protest. Abgesehen davon führt Braindrain in näherer Zukunft auch zu einem Fachkräftemangel in unserem Land.“</em><strong> </strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Im russischen Original erschienen auf <a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/security/20171101/v-tadzhikistane-opredelili-ekstremistski-nastroennie-regioni">Asia Plus </a></strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/extremismus-in-tadschikistan-diese-regionen-sind-am-meisten-betroffen/">Extremismus in Tadschikistan: Diese Regionen sind am meisten betroffen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/tadschikistan/extremismus-in-tadschikistan-diese-regionen-sind-am-meisten-betroffen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
