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	<title>Rosatom Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Wed, 29 Jan 2025 21:04:57 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Rosatom Archives</title>
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	<item>
		<title>Frankreich in Kasachstans Atomprojekt: Chancen für die Multivektorpolitik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sherzodbabakulov]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jan 2025 18:33:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Atomkraft]]></category>
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		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Multivektorenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Rosatom]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem Referendum vom 8. Oktober 2024 steht fest: Kasachstan bekommt ein Atomkraftwerk. Auch Frankreich rechnet sich Chancen aus, f&#xFC;hrender Partner beim Bau des ersten kasachstanischen Meilers zu werden. Kasachstan liefert zwar bis zu 43 Prozent des weltweiten Urans, k&#xE4;mpft jedoch permanent mit Energieengp&#xE4;ssen. Im Rahmen einer Strategie zur &#xDC;berwindung des Energiedefizits setzte die Regierung [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seit dem Referendum vom 8. Oktober 2024 steht fest: Kasachstan bekommt ein Atomkraftwerk. Auch Frankreich rechnet sich Chancen aus, führender Partner beim Bau des ersten kasachstanischen Meilers zu werden.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan liefert zwar bis zu 43 Prozent des weltweiten Urans, kämpft jedoch permanent mit Energieengpässen. Im Rahmen einer Strategie zur Überwindung des Energiedefizits setzte die Regierung für den 8. Oktober 2024 ein Referendum über den Bau eines Kernkraftwerks an. Die Mehrheit der Bevölkerung stimmte dabei <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstan-stimmt-fuer-atomkraft/">für den Bau eines ersten Kernkraftwerks</a> in der Nähe des im Osten des Landes gelegenen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Balchaschsee">Balqash-Sees.</a> Bereits am 3. Januar 2025 <a href="https://www.zakon.kz/sobytiia/6462127-prezident-ne-isklyuchaet-vozmozhnosti-stroitelstva-vtoroy-aes-v-kazakhstane.html">sprach</a> Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> über den perspektivischen Bau von zwei weiteren Kernkraftwerken in Kasachstan.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um den Bau des Kernkraftwerks bereits in der ersten Hälfte des Jahres 2025 umzusetzen, pocht die Regierung darauf, eine Interessengemeinschaft von Energieunternehmen aus insgesamt fünf Ländern zu bilden, so Energieminister <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Almasadam_S%C3%A4tqaliev">Almasadam Sätqaliev</a>. Die Unternehmen seien dazu aufgerufen, Kasachstan optimal zugeschnittene Zeit- und Kostenvoranschläge zu unterbreiten, <a href="https://vlast.kz/novosti/63197-kazahstan-opredelitsa-s-konsorciumom-po-stroitelstvu-aes-v-pervoj-polovine-2025-goda.html">sagte er</a>. Obwohl sich a priori mehrere Länder an dem Projekt beteiligen werden, wird sich eine der Parteien als Hauptverantwortlicher herausbilden. Dieser wird in den entscheidenden Etappen eine tragende Rolle einnehmen. Zu den potenziell führenden Ländern gehört Frankreich, das über hochinnovative Nukleartechnologie verfügt. Da fast 70 Prozent der Elektrizität des Landes durch Kernkraft erzeugt wird, bietet Frankreich gute Voraussetzungen, Kasachstan auf dem Weg zur Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu unterstützen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus könnte die französische Beteiligung Kasachstans multivektorielle Außenpolitik stärken und die Abhängigkeit von Russland und China ausbalancieren. Dies ist angesichts der heftigen Auseinandersetzungen zwischen westlichen und russischen Unternehmen von besonderer Bedeutung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Strategische Partnerschaft im Bereich der Kernenergie</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als Emmanuel Macron seinen kasachischen Amtskollegen im November 2024 in Paris empfing, bekannte er sich ausdrücklich dazu, die nuklearen Ambitionen Kasachstans zu unterstützen. Die beiden Präsidenten trafen darüber hinaus Vereinbarungen über die Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Nukleartechnologie sowie der Exploration <a href="https://www.euractiv.de/section/energie-und-umwelt/news/eu-soll-produktion-von-seltenen-erden-in-kasachstan-foerdern/">Seltener Erden</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während eines darauffolgenden offiziellen Besuchs in Frankreich vom 4. bis 6. Dezember 2024 <a href="https://www.zakon.kz/stati/6455305-vstrecha-prezidentov-kazakhstana-i-frantsii-ukrepit-partnerstvo-dvukh-stran--ekspert.html">führte</a> eine kasachstanische Delegation unter der Leitung des Energieministers Gespräche über eine strategische Nuklearpartnerschaft. Die Delegation traf sich mit wichtigen Akteuren der französischen Atomindustrie, darunter Électricité de France <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89lectricit%C3%A9_de_France">(EDF),</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Framatome">Framatome</a> und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Arabelle_Solutions">Arabelle Solutions</a>. Frankreich, weltweit wichtigster Player im Bereich der Kernenergie, erklärte sich bereit, Kasachstan bei diesem Projekt technisch und strategisch zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/gruene-transition-in-zentralasien-unterstuetzung-durch-europaeische-entwicklungszusammenarbeit/"><strong>Grüne Transition in Zentralasien – Unterstützung durch europäische Entwicklungszusammenarbeit</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aussicht auf die französische Beteiligung öffnet strategische Möglichkeiten. Die EDF schaffte es bereits als potenzieller Technologielieferant <a href="https://www.akorda.kz/ru/glava-gosudarstva-prinyal-generalnogo-direktora-lectricit-de-france-edf-lyuka-remona-5102130">in die engere Wahl</a>. Doch Frankreich kokettiert nicht nur mit hochentwickelten Technologien, es würde auch zu einer Stärkung der bilateralen Beziehungen und der Energiesicherheit in Zentralasien <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/energo/press/news/details/897664?lang=ru">beitragen</a>. Letzteres ist vor dem Hintergrund der Energiemängel und der obsoleten Infrastruktur, die in den letzten Wintern zu <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wird-zentralasien-einen-winter-ohne-energie-erleben/">folgenreichen Stromausfällen</a> geführt hatten, das politische Thema der Stunde.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Geopolitische Streitigkeiten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung, in Kasachstan ein Konsortium internationaler Unternehmen zu gründen, ist nicht nur eine wirtschaftliche Initiative, sondern auch ein geopolitischer Balanceakt. Mehrerer Länder miteinzubeziehen, darunter Frankreich, Südkorea, China und Russland, ist Teil der kasachischen Strategie. Diese zielt darauf ab, die Partnerschaften zu diversifizieren und die Außenpolitik multisektoral zu gestalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Innen wird allerdings Kritik aufgrund des potenziellen Einflusses „polarisierender“ Länder laut. Einigen Aktivisten bereiten die westlichen Technologien Sorgen, anderen ist die Beteiligung russischer Unternehmen zuwider. An dieser Stelle könnte ein französisches Unternehmen Kasachstan einen Kompromiss darstellen: eine Entscheidung zwischen den Nachbarn Kasachstans würde vermieden und das geopolitische Gleichgewicht bewahrt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/darmarka-wie-umweltaktivistinnen-in-almaty-alte-dinge-recyclen/"><strong>„Darmarka“: Wie Umweltaktivist:innen in Almaty alte Dinge recyclen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">So könnte laut Mitgliedern der Bewegung „NPP kerek emes“ („Wir brauchen kein AKW“) die diplomatische Unabhängigkeit Kasachstans in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%B6derale_Agentur_f%C3%BCr_Atomenergie_Russlands">Föderale Agentur für Atomenergie Russlands</a> <em>Rosatom</em> den Hauptauftrag für den Bau erhält. In einer Diskussionsrunde auf dem beliebten Youtube-Analyse-Channel <a href="https://www.youtube.com/watch?v=otMpHksxNSY"><em>Hyperborey</em></a> äußerte der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_Wladimirowitsch_Sliwjak">russisch-deutsche Öko-Aktivist Wladimir Sliwjak</a> die Meinung, dass Russland den AKW-Bau in voller Absicht „fördert“. <em>„Der potenzielle Vertrag mit Rosatom ist gerade aus organisatorischer und wirtschaftlicher Sicht von Vorteil, weil wir nach Geldgebern noch nicht einmal suchen müssten. Wir müssten noch nicht einmal hingehen und um die Gelder bitten“</em>, sagte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wer Kernreaktoren bei einem anderen Land bestellt, macht sich von diesem für die nächsten 100 Jahre abhängig, wenn nicht sogar noch länger. Das wiederum birgt auch die Möglichkeit, andere politische Fragen zu lösen“,</em> fasste der Umweltschützer zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andererseits ist die Wahrscheinlichkeit nach Ansicht russischer Politologen äußerst gering, dass Kasachstan die Zusammenarbeit mit Russland zugunsten französischer Atomprojekte ausschlägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/das-ewige-thema-ein-gespraech-mit-der-kasachischen-schriftstellerin-roza-muqanova/"><strong>„Das Ewige Thema“ – Ein Gespräch mit der kasachischen Schriftstellerin Roza Muqanova</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im November 2023 hatte <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Sergei_Markov">Sergej Markow</a>, Experte und Direktor des Instituts für politische Studien in Russland, gegenüber dem russischen Medium <a href="https://riamo.ru/news/ekonomika/politolog-markov-ob-yasnil-pochemu-frantsuzskie-aes-ne-poyavyatsya-v-kazahstane/">RIAMO</a> erklärt, dass der Bau französischer Kernkraftwerke in Kasachstan unwahrscheinlich sei. Die Beteiligung seitens <em>Rosatom</em> an Projekten solcher Art habe fast schon Tradition, begründete er. <em>„Die Verhandlungen mit den Franzosen dienen höchstwahrscheinlich dazu, die Zusammenarbeit mit Rosatom auf bessere Bedingungen zu hieven. Die tatsächlichen Aussichten für eine Hauptrolle Frankreichs sollten jedoch nicht überschätzt werden“</em>, sagte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Traut man den Einschätzungen des kasachstanischen Ökonomen Almas Tşukin, sind Russland und Frankreich zwar beide weltweit führend im Bereich der Kernenergie, doch ziehe Russland in der derzeitigen geopolitischen Lage den Kürzeren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Was den technischen Entwicklungsstand betrifft, spielen Frankreich und Russland beide in der ersten Liga. Frankreich ist das Land der Atomkraft schlechthin. Die Kernkraftwerke stemmen 70 Prozent des französischen Stroms. Ihre neuesten Entwicklungen sind Weltspitze. Russland steht zwar bei der Anzahl der AKWs an erster oder zweiter Stelle, hat aber die Sanktionen am Bein, die auch entscheidende importierte Komponenten und Geräte treffen. Darüber hinaus ist Rosatom selbst mit Sanktionen belegt, und eine Zusammenarbeit mit ihnen wirft große Fragen auf“,</em> so der Wirtschaftler in einem Interview mit <a href="https://orda.kz/kazahstan-prodolzhaet-vybirat-aes-ot-rossii-kitaya-franczii-ili-yuzhnoj-korei/">Orda.kz</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die öffentliche Meinung und die Ursachen des Energiedefizits</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz seines Status als führender Uranproduzent hat Kasachstan ernsthafte Herausforderungen in puncto Energiesicherheit aufgrund der bereits erwähnten <a href="https://www.inform.kz/ru/natsproekt-o-bolshoy-modernizatsii-v-energetike-i-tarifnoy-nagruzke-278029">infrastrukturellen Probleme</a>. Das kasachstanische Energiedefizit beträgt zu Spitzenzeiten 2 Gigawatt und könnte bis 2030 auf 7 Gigawatt ansteigen, <a href="https://vlast.kz/novosti/62167-deficit-elektroenergii-v-kazahstane-v-pikovye-casy-dostigaet-2-gvt-sklar.html#:~:text=%D0%94%D0%B5%D1%84%D0%B8%D1%86%D0%B8%D1%82%20%D1%8D%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%82%D1%80%D0%BE%D1%8D%D0%BD%D0%B5%D1%80%D0%B3%D0%B8%D0%B8%20%D0%B2%20%D0%9A%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%85%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%B5%20%D0%B2%20%D0%BF%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D1%">sagte</a> der Stellvertretende Ministerpräsident Roman Sklıar bei einer Pressekonferenz im Oktober 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Mehrheit der kasachstanischen Bevölkerung die Kernenergie befürwortet, bestehen weiterhin <a href="https://rus.azattyq.org/a/33124382.html">Bedenken</a> hinsichtlich des Umweltschutzes, der Katastrophenvorsorge und der Entsorgung der radioaktiven Abfälle. In Reaktion darauf <a href="https://www.gov.kz/situations/723/1481?lang=ru">bekannte sich</a> Kasachstans Regierung dazu, die internationalen Sicherheitsstandards einzuhalten und die Transparenz der Entscheidungsprozesse zu gewährleisten. Weiterhin ziehe sie auch Bildungsinitiativen in Betracht, um der Öffentlichkeit die Vorteile und Risiken der Kernenergie näher zu bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass <a href="https://laender-analysen.de/zentralasien-analysen/166/atomkraft-nuklearreferendum-kasachstan-2024/#:~:text=Nach%20dem%20Beitritt%20zum%20Atomwaffensperrvertrag,einem%20Eckpfeiler%20der%20Au%C3%9Fenpolitik%20gemacht.">Kasachstans jüngere Geschichte</a> auch ein maßgebliches „nukleares Erbe“ trägt: Über 450 zwischen 1949 und 1991 durchgeführte Atomtests haben die Umwelt und Gesundheit in der Region um die Stadt Semipalatinsk [heute <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Semei">Semeı</a>, Anm. d. Red.] nachhaltig geschädigt. In der Öffentlichkeit Kasachstans stellt dies nach wie vor ein sensibles Thema dar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-auf-dem-atomwaffentestgelaende-semipalatinsk-wird-eine-sicherheitszone-eingerichtet/"><strong>Kasachstan: Auf dem Atomwaffentestgelände Semipalatinsk wird eine Sicherheitszone eingerichtet</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuletzt unterstreicht Kasachstan gleich in zweifacher Hinsicht seine friedliche und verantwortungsvolle Absicht: Zum einen ist es sich seiner Rolle als führender Uranproduzent bewusst, zum anderen hält es weiter an dem Atomwaffensperrvertrag über die Nichtverbreitung von Atomwaffen fest. Diesen hatte der Erste Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nursultan Nazarbaev</a> 1993, zwei Jahre nach der Schließung des Testgeländes, unterzeichnet. Seit 1995 ist Kasachstan atomwaffenfrei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Experten hegen keinerlei Zweifel, dass Russland den Bauauftrag erhalten wird. Es sei jedoch daran erinnert, dass der Kasachstans Präsident Toqaev kürzlich in einem Interview mit dem Medium Apa Tili Pläne zum Bau weiterer zwei oder drei Kernkraftwerke angekündigt hat. Experten rechnen der <em>EDF</em> in diesen Projekten gute Chancen für eine Führungsrolle aus. Denn Frankreich imponiert nicht nur mit seiner Expertise im Bereich der Kernkraft, es punktet auch mit der positiven Resonanz vergangener Projekte in anderen Ländern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Sherzod Babakulov für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Usbekistans erstes Atomkraftwerk soll zwei zusätzliche Reaktoren bekommen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Agathe Guy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jul 2019 16:54:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Atomenergie]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Rosatom]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kurz nachdem Taschkent mit dem Bau seines ersten Atomkraftwerks angefangen hat, werden zwei weitere Reaktoren auf dem selben Gel&#xE4;nde ins Auge gefasst. So soll der Energiebedarf des Landes gedeckt werden. Wichtige &#xF6;kologische und geopolitische Fragen bleiben allerdings offen. Das erste Atomkraftwerk Usbekistans soll k&#xFC;nftig nicht nur zwei sondern vier Reaktoren besitzen. Der Bau von zwei [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1"><b>Kurz nachdem Taschkent mit dem Bau seines ersten Atomkraftwerks angefangen hat, werden zwei weitere Reaktoren auf dem selben Gelände ins Auge gefasst. So soll der Energiebedarf des Landes gedeckt werden. Wichtige ökologische und geopolitische Fragen bleiben allerdings offen. </b></span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Das erste Atomkraftwerk Usbekistans soll künftig nicht nur zwei sondern vier Reaktoren besitzen. Der Bau von zwei zusätzlichen Reaktoren wurde am 10. Juli 2019 durch Energieminister <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/Султанов,_Алишер_Саидаббасович">Alischer Sultanow</a> in einem Interview mit dem usbekischen Medium <a href="https://kun.uz/ru/70312696">Kun.uz</a> angekündigt. “Der Standort des Kraftwerks ermöglicht den Bau von insgesamt vier Reaktoren”, erklärte er. </span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Die geplante Anlage soll vier Reaktoren des Typs VVEP-1200 der dritten Generation mit je einer Kapazität von 1200 Megawatt (MW) besitzen. Der erste Reaktor soll bis 2028 einsatzbereit sein, die Fertigstellung des zweiten wird gegen 2030 erwartet. Diesen beiden Blöcken sollen zwei zusätzliche Blöcke folgen. </span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Zuvor wurde ein Kooperationsvertrag zur zivilen Nutzung von nuklearer Energie zwischen Taschkent und Moskau unterzeichnet, der im April 2018 in Kraft getreten ist. Dieses Abkommen hat es der russischen Agentur für Atomenergie Rosatom erlaubt <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2019/07/01/uzatom/">geologische Tests</a> in der <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/Фаришский_район">Region Farisch</a> durchzuführen, unweit des <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/Тузкан">Tuzkansees</a>, wo das Kraftwerk gebaut werden soll. Dieser Vertrag mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 13 Milliarden US-Dollar soll es Usbekistan erlauben, seine Energiesicherheit und Autonomie zu sichern.</span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1"><b>Veraltete Infrastrukturen </b></span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Das Land verzeichnet eine konstant steigende Nachfrage nach Energie, die sich <a href="https://kun.uz/ru/70312696">bis 2030 verdoppeln</a> soll. Das jährliche Energiedefizit des Landes könnte so auf bis zu 48 Milliarden Kilowatt steigen. Unterschiedlichen Schätzungen zufolge könnte das neue Atomkraftwerk 14 bis 18 Prozent des nationalen Energiebedarfs decken.</span></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-wird-zu-einem-der-grosten-uran-lieferanten-der-usa/">Usbekistan wird zu einem der größten Uran-Lieferanten der USA</a></strong></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Trotz großer Uranvorkommen wurde Atomenergie in Usbekistan bisher nicht genutzt. Die Wirtschaft des zentralasiatischen Staates ist vor allem stark vom Gas abhängig, sowohl was den Eigenverbrauch angeht, als auch <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-exportiert-20-prozent-des-im-land-geforderten-gases/">im Bezug auf seine Exporte</a>. Taschkent versucht nun, verstärkt alternative Energiequellen auszubauen, wie zum Beispiel <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/unter-der-usbekischen-sonne-wie-usbekistan-versucht-alternative-energiequellen-zu-entwickeln/">Solarenergie</a> oder Kohlekraftwerke. Derzeit kann keine stabile Energieversorgung gewährleistet werden. Die Infrastruktur, und vor allem die Stromleitungen, sind in einem solch schlechten Zustand, dass es zu großen Energieverlusten kommt. </span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1"><b>Offene Fragen zum Umweltschutz </b></span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Durch seine Lage am Ufer des Tuzkansees kann das Kraftwerk mit Kühlwasser versorgt werden. Allerdings gibt es Befürchtungen zu den Auswirkungen auf die Umwelt. Der Generaldirektor der neu gegründeten Atombehörde Uzatom Jurabek Mirzamahmudow, ging bereits auf die Bedenken der Bevölkerung ein, indem er erklärte, dass das Atomkraftwerk nicht mehr Wasser verbrauchen wird, als ein herkömmliches Kraftwerk. Darüber hinaus versicherte er, dass das Abwasser des Kraftwerks weder die Biodiversität des Sees noch den Tourismus in der Region <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2019/06/28/tuzkan/">negativ beeinflussen</a> werde. </span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Außerdem beruft sich Uzatom darauf, dass ein baugleicher Reaktor bereits 2016 in Russland im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Nowoworonesch">Atomkraftwerk Nowoworonesch</a> installiert wurde. In den letzten drei Jahren habe es russischen Angaben zufolge keinerlei Störfälle gegeben. Die von Rosatom benutzte Technologie sei darüber hinaus <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2019/06/28/npp/">in Finnland zertifiziert</a> worden.</span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1"><b>Ein strategisches Abkommen für Russland</b></span></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Obwohl nach offiziellen Angaben eine Reihe an internationalen Unternehmen für den Bau der Reaktoren in Betracht gezogen wurden, fiel die Wahl schnell auf das russische Staatsunternehmen Rosatom. Das amerikanische Unternehmen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Westinghouse_Electric_Company">Westinghouse Electric</a> wurde aufgrund von finanziellen Bedenken nicht mehr in Betracht gezogen. Außerdem ging man davon aus, dass die Genehmigung für den Bau zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Chinesische und französische Unternehmen erschienen Uzatom entweder zu jung oder zu wenig erfahren, was die benötigten Technologien angeht. Schließlich hatten die Verspätungen beim Bau eines Atomkraftwerks in den Vereinigten Arabischen Emiraten dazu geführt, dass auch ein koreanischer Anbieter zugunsten des russischen Unternehmens ausgeschieden ist. Die Zusammenarbeit mit Rosatom habe darüber hinaus den Vorteil, dass es <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2019/06/28/npp/">keine größeren sprachlichen Schwierigkeiten geben werde </a>und der Bau aufgrund der engen Beziehungen zwischen Moskau und Taschkent schnell vorangetrieben werden könne.</span></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/ist-die-zukunft-usbekistans-pro-russisch-die-ergebnisse-des-putin-besuchs-im-land/">Ist die Zukunft Usbekistans pro-russisch? Die Ergebnisse des Putin-Besuchs im Land</a></strong></p>
<p class="p1" style="text-align: justify"><span class="s1">Usbekistan riskiert mit diesem Projekt allerdings auch, seine Abhängigkeit von Russland zu verstärken, das bereits jetzt nach China der zweitwichtigste Handelspartner des Landes ist. Der Bau des Kraftwerks soll etwa <a href="https://kun.uz/ru/09742638">8.000 Arbeitsplätze schaffen</a> und der laufende Betrieb 2.000 Menschen beschäftigen. Rosatom soll darüber hinaus auch einen Teil der Versorgungsinfrastruktur finanzieren und die usbekischen Arbeitskräfte ausbilden. Für Taschkent bedeutet das auch massive Schulden bei dem russischen Staatsunternehmen.</span></p>
<p class="p3" style="text-align: right"><span class="s1"><b>Agathe Guy<br />
Redakteurin bei Novastan </b></span></p>
<p class="p3" style="text-align: right"><span class="s1"><b>Aus dem Französischen übersetzt und ergänzt von Charlotte Dietrich</b></span></p>
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