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	<title>Recycling Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Recycling Archives</title>
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		<title>„Darmarka“: Wie Umweltaktivist:innen in Almaty alte Dinge recyclen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Sep 2024 10:07:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Almaty]]></category>
		<category><![CDATA[Darmarka]]></category>
		<category><![CDATA[Recycling]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Almaty, der gr&#xF6;&#xDF;ten Stadt Kasachstans, werden seit vielen Jahren regelm&#xE4;&#xDF;ig verschiedene Umweltinitiativen umgesetzt. &#x201E;Darmarka&#x201C; &#x2013; eine dieser Initiativen &#x2013; ist bereits zu einem wichtigen Bestandteil von Almatys &#xD6;kokultur der Stadt geworden. &#x201E;Darmarka&#x201C; [ein Wortspiel aus Russisch &#x201E;darit&#x201C; (geben) und &#x201E;jarmarka&#x201C; (Jahrmarkt)] ist eine Plattform zum Spenden und Tauschen gebrauchter Dinge. Auf dem &#x201E;Darmarka&#x201C; kann [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Almaty, der größten Stadt Kasachstans, werden seit vielen Jahren regelmäßig verschiedene Umweltinitiativen umgesetzt. „Darmarka“ – eine dieser Initiativen – ist bereits zu einem wichtigen Bestandteil von Almatys Ökokultur der Stadt geworden.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Darmarka“ [ein Wortspiel aus Russisch „darit“ (geben) und „jarmarka“ (Jahrmarkt)] ist eine Plattform zum Spenden und Tauschen gebrauchter Dinge. Auf dem „Darmarka“ kann man auch „entrümpeln“ – man verschenkt, was man nicht braucht, und findet, was man braucht. Und das kostenlos. Alle Seiten profitieren. Darüber hinaus erhält der Gegenstand selbst ein zweites Leben, anstatt im Müll zu landen. „Darmarka“ gibt es in <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/warum-almaty-und-nicht-alma-ata/">Almaty</a> seit 2017 und wird mittlerweile monatlich durchgeführt. Bis Mitte August fanden bereits 39 „Darmarkas“ statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der erste „Darmarka“ unter meiner Leitung fand 2019 statt. Damals kamen etwa 20 Besucher, heute sind es jedes Mal etwa 2.000“</em>, sagt Kamila Akimbekova, Öko-Influencerin und Organisatorin der „Darmarkas“. <em>„Unser Projekt ist sozial und gemeinnützig, weil wir zwei Ziele verfolgen: Umweltbildung und Hilfe für Bedürftige.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verbrauch weniger!</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Kamila Akimbekova wollen die Umweltaktivist:innen mit Hilfe von „Darmarka“ die Menschen auf das Problem des Überkonsums aufmerksam machen. Ihrer Meinung nach ist der Konsum nahezu unkontrollierbar geworden. Menschen kaufen Dinge, auch wenn sie von schlechter Qualität sind. Die Lebensdauer solcher Dinge ist kurz, darüber hinaus werden viele dieser gekauften Artikel gar nicht verwendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Kaum jemand weiß, dass die Textilindustrie eine bedeutende Rolle bei der Umweltverschmutzung spielt“</em>, fährt Kamila fort. <em>„Wir sprechen nicht nur davon, dass Dinge auf Mülldeponien landen und Müllberge bilden, was sich negativ auf die Umwelt auswirkt. Sondern wir reden auch über den Produktionsprozess selbst, wenn Farben verwendet werden, wenn Fabriken Schadstoffe in die Atmosphäre abgeben und viel Strom verbrauchen. Wir müssen auch die schlecht bezahlte Arbeit in Ländern der Dritten Welt erwähnen.“</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative „Darmarka“ versucht den Menschen zu vermitteln, dass es besser ist, nur hochwertige Dinge zu kaufen, die sie auch tatsächlich nutzen. Wenn etwas nicht gebraucht wird, kann es an andere Menschen weitergegeben werden, wodurch weniger natürliche Ressourcen für die Herstellung unnötiger Dinge verbraucht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was findet man auf dem „Darmarka“? Fast alles: Spielzeug, Kinderbedarf, Accessoires, Taschen, Bettwäsche, Vorhänge, Sportgeräte, Geschirr, Elektrogeräte, Bücher und mehr. Die größte Nachfrage besteht laut den Organisator:innen nach Kinderspielzeug, Kinderwagen, Hochstühlen etc. Das alles ist sofort vergriffen. Auch Schuhe sind sehr gefragt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wilde-muellkippen-in-kasachstan-warum-gibt-es-sie-und-wie-kann-man-sie-bekaempfen/"><strong>Wilde Müllkippen in Kasachstan: Warum gibt es sie und wie kann man sie bekämpfen?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von den Besucher:innen mitgebrachten Dinge werden vorsortiert und dann zur Schau gestellt. Nicht alle Dinge finden gleich beim ersten Mal neue Besitzer:innen – nach einem „Darmarka“ bleibt immer etwas übrig. Kamila erinnert sich, dass es nach den ersten „Darmarkas“ mehrere Pakete gab, die sie selbst an gemeinnützige Stiftungen spendete. Jetzt sind noch 2-3 Tonnen an Dingen übrig, für deren Transport ein LKW benötigt wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das zweite Leben der Rohstoffe</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Aliıa Salmenova, Direktorin und Mitbegründerin der öffentlichen Stiftung Greenup.kz und der Umweltbewegung <a href="https://recyclebirge.kz/">Recycle Birge</a>, beteiligt sich ständig an der Organisation von „Darmarkas“. Die gesamte Wertstoffsammlung liegt auf ihren Schultern. Im Laufe der Jahre wurde im Rahmen von Öko-Aktionen mehr als 23 Tonnen wiederverwertbare Materialien und mehr als 10 Tonnen Kleidung für gemeinnützige Stiftungen gesammelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir haben die größte Liste recycelbarer Materialien, die in Almaty akzeptiert werden. Wir nehmen 17 verschiedene Arten an: Kunststoff mit der Markierung 1, 2, 4, 5 (die Zahlen geben die Art des Kunststoffs an – Anm. CABAR) in harter und weicher Form, Altpapier, Pappe, Aluminium, Glas, auch farbiges Glas, Dosen, Schaumstoff, Plastik, abgelaufene Medikamente, Elektroschrott, quecksilberhaltiger Abfall, gebrauchtes Pflanzenöl“</em>, listet Salmenova auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Leute in Almaty bringen vor allem Plastik, Altpapier und farbiges Glas mit. <em>„Weil niemand außer uns das akzeptiert“</em>, erklärt Aliıa Salmenova.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/tazar-recycling-initiatives-ein-interview-mit-ainura-sagyn/"><strong>Tazar Recycling Initiatives – ein Interview mit Ainura Sagyn</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Arten von wiederverwertbaren Materialien werden sofort an Verarbeiter:innen oder Handwerker:innen weitergegeben (Darmarka unterstützt 18 kreative soziale Projekte). Handwerker:innen verwenden Stoffreste, alte Knöpfe, kaputte Uhren, Geräte, kaputte Mechanismen von Regenschirmen usw. <em>„Aus kaputten Uhren wird Spielzeug für Neujahr, Schmuck und Dekorationsgegenstände hergestellt“</em>, nennt Salmenova als Beispiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus gibt es bei „Darmarka“ immer einen separaten Container zum Sammeln von Ersatzteilen aus defekten Computern. Der Freiwillige Ravil Nasifullin baut aus diesen Komponenten funktionierende Computer zusammen. Er spendet sie kostenlos an Kinder in Not. Insgesamt unterstützt „Darmarka“ vier Wohltätigkeitsorganisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Kasachen werfen alte Bettwäsche normalerweise nicht weg, sie liegt also in Stapeln und sammelt sich jahrelang an&#8230; Bringt sie zu uns!“</em> – appelliert Aliıa. Diese Wäsche würden Tierheime gerne entgegennehmen. Sie stellen daraus Verbandmaterial und Betten für ihre Schützlinge her. Die Liste dessen, was die Aktivist:innen sammeln, wird ständig erweitert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Langsam, aber sicher</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisator:innen von „Darmarka“ wollen ökologische Gewohnheiten und verantwortungsvollen Konsum in den Alltag der Bürger:innen bringen. Um dies zu erreichen, hält die Organisation Vorträge in Schulen, Universitäten, Privatunternehmen und bei städtischen Veranstaltungen. <em>„Alle Umweltschützer haben das gleiche Ziel – dass unsere Aktivitäten überflüssig werden, dass die Menschen umweltfreundlicher werden, achtsamer mit ihrem Konsum umgehen und verantwortungsvoller in ihren Entscheidungen sind. Neulich beschwerte sich einer der Besucher der „Darmarka“: Man sortiert die Sachen, bringt sie und dann sind es wieder viele. Was bedeutet das? Wir müssen den Verbrauch reduzieren und Ressourcen sinnvoll nutzen“</em>, sagt Aliıa Salmenova.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie ist zuversichtlich, dass den Kasachstaner:innen bereits im Kindergarten beigebracht werden sollte, Müll zu trennen, den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern und verantwortungsvoller zu konsumieren. Kinder sind dabei die besten Motivator:innen für ihre Eltern, die sich auch an diesem Prozess beteiligen sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/entwicklung-erneuerbarer-energien-in-kasachstan-ein-interview-mit-ainur-sospanova/"><strong>Entwicklung erneuerbarer Energien in Kasachstan – ein Interview mit Ainur Sospanova</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Umweltaktivist:innen haben bereits festgestellt, dass ökologisches Denken für immer mehr Menschen zur Leitlinie wird. <em>„Bei den ersten Öko-</em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Subbotnik"><em>Subbotniks</em></a><em> (sie werden seit 2017 von Recycle Birge veranstaltet – Anm. CABAR) reagierten die Leute um mich herum so: „Die Stadtverwaltung hat dich bezahlt, komm zu mir nach Hause und räume auf.“ Die Leute haben nicht verstanden, warum wir aus eigener Initiative an Subbotniks teilnahmen. Jetzt sind wir bekannt, unsere Aktivitäten haben die Zustimmung und Unterstützung der Bürger gefunden – sie kommen selbst zu unseren Veranstaltungen. Dies ist einer der Indikatoren dafür, dass unsere Gesellschaft für die umfassende Umsetzung von Öko-Prinzipien bereit ist. Wir müssen uns nur ein wenig anstrengen“,</em> sagt Aliıa Salmenova.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Behörden haben ihre Einstellung verändert: Staatliche Organe begannen sich für das Projekt „Darmarka“ zu interessieren. Sie helfen bei der Verbreitung von Informationen, der Suche nach Veranstaltungsorten etc.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Errungenschaft der Aktivist:innen aus Almaty besteht darin, dass das Format „Darmarka“ auch in anderen Städten übernommen wurde. <em>„Ich habe Mädels aus </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astana"><em>Astana</em></a><em>, </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atyrau"><em>Atyrau</em></a><em> und </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtau"><em>Aqtau</em></a><em> beraten, die die Idee ebenfalls unterstützten und begannen, in ihren Städten „Darmarkas“ abzuhalten. Auch in </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaraghandy"><em>Qarağandy</em></a><em>, </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtöbe"><em>Aqtöbe</em></a><em>, </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Petropawl"><em>Petropavl</em></a><em> und </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schymkent"><em>Shymkent</em></a><em> finden Aktionen statt. Letztes Jahr haben wir einen landesweiten Chat für diejenigen erstellt, die in ihren Städten „Darmarkas“ organisieren möchten. Wir sind immer offen und bereit, anderen zu helfen“,</em> versichert Kamila Akimbekova.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Marina Hegaı für CABAR</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://cabar.asia/ru/zachem-kazahstanskie-ekologi-sobirayut-starye-veshhi-gorozhan"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Tazar Recycling Initiatives – ein Interview mit Ainura Sagyn</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/tazar-recycling-initiatives-ein-interview-mit-ainura-sagyn/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Mar 2024 18:00:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Ainura Sagyn]]></category>
		<category><![CDATA[Müll]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltiges Zentralasien]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Recycling]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>NACHHALTIGES ZENTRALASIEN. Ainura Sagyn, Mitbegr&#xFC;nderin von Tazar, einer Plattform f&#xFC;r Abfallmanagement in Kirgistan, spricht &#xFC;ber die Herausforderungen der M&#xFC;lltrennung in Zentralasien und was dagegen getan werden kann. Ihre Plattform f&#xFC;r Abfallwirtschaft verbindet die K&#xE4;ufer von Wertstoffen und deren Verk&#xE4;ufer miteinander. Wie kam es zu dieser Idee? Warum haben Sie sich vor vier Jahren entschlossen, das [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>NACHHALTIGES ZENTRALASIEN. Ainura Sagyn, Mitbegründerin von Tazar, einer Plattform für Abfallmanagement in Kirgistan, spricht über die Herausforderungen der Mülltrennung in Zentralasien und was dagegen getan werden kann.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihre Plattform für Abfallwirtschaft verbindet die Käufer von Wertstoffen und deren Verkäufer miteinander. Wie kam es zu dieser Idee? Warum haben Sie sich vor vier Jahren entschlossen, das Problem der Abfallwirtschaft anzugehen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan und seine Nachbarländer Tadschikistan, Usbekistan und Kasachstan sind wunderschöne Länder mit Bergen, Flüssen und reichhaltigen natürlichen Ressourcen. In den letzten 20 Jahren wurde unsere schöne Natur jedoch durch den zunehmenden Abfall verunreinigt, der sowohl unsere Umwelt als auch die Gesundheit der Bevölkerung bedroht. Alle wiederverwertbaren Materialien werden in den normalen Müll geworfen und auf Mülldeponien entsorgt. Es gibt kleine lokale Unternehmen, die versuchen, dieses Problem durch kleine, gewinnorientierte Recyclingbetriebe zu verringern. Diese Unternehmen sammeln wiederverwertbares Material und recyceln es. Und wir verbinden diese Unternehmen mit Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich zu den Abfallverarbeitungskapazitäten des Standorts umfasst <a href="http://www.tazar.org/ru/about/">Tazar</a> eine Bildungskomponente. Unsere App wird genutzt, um Wissen über umweltbewusste Produkte und Recyclingunternehmen in ganz Zentralasien zu verbreiten, die User zu inspirieren und ihnen zu zeigen, dass Recycling in Zentralasien möglich ist, selbst wenn keine effiziente Infrastruktur von den Regierungen bereitgestellt wird.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Derzeit zielt unsere Arbeit darauf ab, einen nachhaltigen und direkten Einfluss auf den Recyclingsektor in Kirgistan zu nehmen und umweltfreundliches Verhalten zu fördern. In ein paar Jahren wollen wir das Projekt auf Usbekistan ausweiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Tazar-Plattform verbindet eine Vielzahl von Akteuren, von der allgemeinen Öffentlichkeit bis hin zu privaten Unternehmen und staatlichen Stellen. Wie gelingt es Ihnen, die relevanten staatlichen und privatwirtschaftlichen Akteure zu überzeugen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan verfügt derzeit nicht über die nötige Infrastruktur, um dieses Problem effizient zu bewältigen. Ich glaube, dass kleine, von engagierten Menschen durchgeführte Projekte zur Lösung dieser Art von Problemen in Entwicklungsländern beitragen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem der katastrophalen Ausbreitung von Abfällen in Kirgistan wächst von Jahr zu Jahr, und zwar aus zwei Gründen. Erstens hat die Bevölkerung keine bequeme Möglichkeit, die Wertstoffe zu den Recyclingzentren zu bringen, um den Abfall zu reduzieren. Zweitens hat sich das „Umweltbewusstsein“ in Zentralasien noch nicht als allgemeine Verhaltenstendenz durchgesetzt. Laut der jüngsten Umfrage zur Abfallwirtschaft könnten in Kirgistan 70 Prozent des Mülls recycelt werden, aber nur 14 Prozent davon werden es derzeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/lehre-der-sauberen-energiewende-abylaikhan-soltanayev-im-interview/">Lehre der sauberen Energiewende – Abylaikhan Soltanayev im Interview</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan gibt es 500 Recyclingstellen, an denen die Menschen ihre Wertstoffe abgeben können. Tazar bietet eine detaillierte Karte der Abfallsammelstellen, die über unsere App (für iOS und Android erhältlich) abgerufen werden kann. Unsere Social-Media-Plattformen haben mehr als 9000 Follower, und die App wurde über 8500-mal heruntergeladen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tazar hat sich bereits zu einer positiven Kraft für den sozialen Wandel in Bischkek entwickelt. Es handelt sich nicht nur um einen funktionalen Dienst zur Verringerung der Müllmenge, sondern sensibilisiert die Öffentlichkeit mit informativen und ansprechenden Artikeln, Nachforschungen und Tipps.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tazar erlangte weltweite Berühmtheit, als Sie von der BBC in die Liste der 100 inspirierenden und einflussreichen Frauen aus aller Welt für 2022 aufgenommen wurden. Hat Ihnen diese Bekanntheit zusätzliche Unterstützung im In- und Ausland gebracht? Gibt es etwas, das Sie unserer Leserschaft sagen möchten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Anerkennung durch die BBC erhielten wir über 1000 Abholaufträge, und mehr als 40 Organisationen äußerten den Wunsch, mit uns zusammenzuarbeiten. Solche Auszeichnungen tragen dazu bei, Tazar bekannt zu machen und allgemein das Bewusstsein dafür zu schärfen, was wir als Einzelpersonen in unseren lokalen Gemeinschaften tun können, um dem Planeten zu helfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jährlich werden in Kirgistan mehr als 400.000 Tonnen Abfall auf Deponien entsorgt, ohne potenziell wiederverwertbare Materialien und gefährliche Abfälle ordnungsgemäß zu verwerten. Dies schadet unserer Umwelt, verschmutzt Wasser und Boden, und gelangt auch über die Nahrung und das Trinkwasser in unseren Körper.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/entwicklung-erneuerbarer-energien-in-kasachstan-ein-interview-mit-ainur-sospanova/">Entwicklung erneuerbarer Energien in Kasachstan – ein Interview mit Ainur Sospanova</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dank unserer einzigartigen App kann jeder, der ein Telefon besitzt, eine Recyclingstation finden und seine Wertstoffe dorthin bringen, damit sie nicht auf einer Mülldeponie landen. Wir bieten auch einen Abholservice für diejenigen, die nicht in der Lage sind, zu den Recycling-Stationen zu fahren. Man kann eine Bestellung aufgeben, angeben, wie viel Wertstoffe man hat, und die Zeit der Abholung angeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vor welchen Herausforderungen steht Kirgistan bei der Bewältigung des Klimawandels?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Herausforderungen der Klimakrise sind dringend und überwältigend groß. Wir sehen, dass weltweit in allen Sektoren zunehmend Technologien eingesetzt werden, um die sektorübergreifenden Nachhaltigkeitsanforderungen zu erfüllen. Diese Technologien sind das „Wie“ bei der Bewältigung der Klimakrise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage nach dem „Wer“ ist für den Aufbau einer nachhaltigen Zukunft von entscheidender Bedeutung, und wir setzen uns zunehmend dafür ein, dass in der nachhaltigen Zukunft, die wir aufbauen, Gerechtigkeit herrscht. Seit Jahrhunderten hat der technologische Fortschritt das Wirtschaftswachstum angekurbelt. Diese historischen Fortschritte waren jedoch kostspielig. Kirgistan sieht sich mit den Folgen der raschen Industrialisierung der Sowjetunion konfrontiert und kämpft mit den aktuellen globalen Umweltherausforderungen, für deren Bewältigung nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben jedoch eine lebendige Zivilgesellschaft und Menschen, die die sich engagieren, um zu Lebzeiten etwas zu bewirken. Dank ihnen haben wir noch Hoffnung, dass wir die Auswirkungen des Klimawandels umkehren oder wenigstens mildern können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie sind eine Verfechterin der Nachhaltigkeit in Zentralasien, die weiterhin mit einheimischen und regionalen zivilgesellschaftlichen Akteuren und Einrichtungen des Privatsektors zusammenarbeitet. Was ist Ihre Botschaft an Ihre Mitstreitenden und deren Partner in aller Welt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben eine schwierige Aufgabe vor uns, aber wir können die Klimakrise bewältigen. Dazu müssen wir unsere Zeit und unsere Bemühungen in den Aufbau einer sektorübergreifenden Zusammenarbeit und in unseren Gemeinschaften investieren, um sicherzustellen, dass alle Menschen auf dieser Welt die gleichen Chancen auf eine nachhaltige Zukunft haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lösungen für das Klima werden nicht nur vom Westen kommen. Auch die Entwicklungsländer können diesen Wandel anführen. Eine der Herausforderungen besteht darin, die wachsende Klimakrise zu bewältigen, ohne die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Menschen einzuschränken. Wir müssen die Entwicklung unseres Landes mit der <a>Klimareaktion in Einklang bringen, die größer und dringender ist denn je.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Entwicklungsländer wie in Zentralasien können nicht denselben Entwicklungsweg einschlagen, den die westlichen Volkswirtschaften in den letzten anderthalb Jahrhunderten eingeschlagen haben. Wir kennen die katastrophalen Folgen der rasanten Industrialisierung für das globale Klima und die Umwelt und müssen daher einen anderen Weg zur Verbesserung des Lebensstandards finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/nachhaltige-unternehmensfuehrung-und-frauenfoerderung-green-business-in-usbekistan/">Nachhaltige Unternehmensführung und Frauenförderung – ein Interview mit Saida Yusupova</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher ist es nur fair, dass die fortgeschrittenen Volkswirtschaften den Entwicklungsländern zusätzliche technologische und finanzielle Unterstützung gewähren. Dies ist der Preis für unsere gemeinsame Verantwortung für den Planeten. Die Antwort liegt in einer intelligenten Planung und der Verringerung verschwenderischer Schäden, sodass Kirgistan sowohl als natürliche Bremse für den Klimawandel als auch als Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung dienen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tazar ist ein Pionier bei der Bereitstellung integrierter umweltfreundlicher Dienstleistungen und Lösungen und setzt sich nachdrücklich für den Schutz der Umwelt ein, indem es die Gemeinschaften verbessert, in denen wir arbeiten und leben. Tazar verfügt über ein Team von Fachleuten, die nachweislich nachhaltige und kostengünstige Lösungen für eine umweltbewusste Kundschaft entwickeln. Unsere Recycling-Initiativen sind auf verschiedene Sektoren zugeschnitten, von Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Wohnanlagen bis hin zu den Gemeinden im Allgemeinen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es besteht die dringende Notwendigkeit, unser Verhältnis zur Umwelt zu verändern. Regierungen und Unternehmen müssen tiefer darüber nachdenken, wie sie mit den Menschen, Orten und Dingen interagieren, die für die Herstellung ihrer Produkte notwendig sind, wenn sie sich ernsthaft mit ihren Auswirkungen auseinandersetzen wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie schätzen Sie das Potenzial von Living Labs in Ihrem Land ein?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Living Labs in Kirgistan wären ein sehr effizienter und nachhaltiger Weg, um lokale Probleme anzugehen. Für den Staat kann dies aufgrund seiner begrenzten finanziellen Möglichkeiten schwierig sein. Den lokalen Akteuren fehlt es möglicherweise auch an Finanzmitteln und Fachwissen. Wenn es uns jedoch gelingt, ein Netzwerk von Partnern zusammenbringen, die ihr Fachwissen, ihren politischen Willen und personelle sowie finanzielle Ressourcen einbringen, könnte dies eine Vielzahl bestehender Probleme lösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Dieses Interview ist im Rahmen einer Studienreise zentralasiatischer Expertinnen und Experten nach Deutschland im Juni 2023 entstanden. Die Studienreise zum Thema <a href="https://spce-hub.org/projects/reports" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Reallabore der Nachhaltigkeit und Energiewende</a> wurde von der Organisation <a href="https://spce-hub.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">SPCE Hub</a> und der <a href="https://www.isog.dhbw.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Intersectoral School of Governance Baden-Württemberg</a> (ISoG BW) durchgeführt. Das Projekt wurde vom Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) mit Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert.</em><em></em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Das Interview führte Aijan Sharshenova</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Englischen von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Tadschikistan: Regierung erzwingt Umstieg auf LED-Beleuchtung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pmougeot]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Jul 2022 14:36:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Lampen]]></category>
		<category><![CDATA[LED]]></category>
		<category><![CDATA[Quecksilber]]></category>
		<category><![CDATA[Recycling]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tadschikistan hat Energiesparlampen aus Quecksilber verboten. Sie werden durch LED-Lampen ersetzt, die zwar &#xF6;kologischer sind, aber der Bev&#xF6;lkerung h&#xF6;here Kosten aufzwingen. Die tadschikische Regierung hat am 1. Juni ein Dekret erlassen, das &#x201E;den Import, die Produktion und den Verkauf von quecksilberhaltigen Energiesparlampen&#x201C; verbietet. Dies berichtet das tadschikische Nachrichtenportal Asia-Plus, dem eine Kopie des Dokuments vorliegt. [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tadschikistan hat Energiesparlampen aus Quecksilber verboten. Sie werden durch LED-Lampen ersetzt, die zwar ökologischer sind, aber der Bevölkerung höhere Kosten aufzwingen.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die tadschikische Regierung hat am 1. Juni ein Dekret erlassen, das <em>„den Import, die Produktion und den Verkauf von quecksilberhaltigen Energiesparlampen“</em> verbietet. Dies berichtet das tadschikische Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20220616/pochemu-v-tadzhikistane-zapretili-rtutnie-lampi">Asia-Plus</a>, dem eine Kopie des Dokuments vorliegt. Quecksilberhaltige Lampen sind schwer zu recyceln und stellen ein erhebliches ökologisches Problem dar. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"> Während diese Art der Energiesparlampe noch 2009 als Ersatz für herkömmliche Glühlampen gefeiert wurde, haben LED-Lampen sie heute obsolet gemacht. Naim Nematsoda, Vizepräsident des Amts für Kontrolle von Umweltschutz und Abfallwirtschaft, erklärte gegenüber Asia-Plus, dass <em>„in den Jahren, als die Republik unter Stromknappheit litt, entschieden [wurde], auf Energiesparlampen umzusteigen“</em>. Wie der Artikel hervorhebt, besteht in Tadschikistan jedoch weiterhin Stromknappheit, insbesondere in ländlichen Gebieten im Winter. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/wie-tadschikistan-seit-15-jahren-strom-spart-die-geschichte-der-landesweiten-stromausfaelle/">Wie Tadschikistan seit 15 Jahren Strom „spart“ – die Geschichte der landesweiten Stromausfälle </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben ihrem geringen Energieverbrauch hatten Quecksilber-Energiesparlampen den Vorteil der Langlebigkeit. Im Gegensatz zu herkömmlichen Glühlampen mit einer Lebensdauer von nur 1.000 Stunden halten sie achtmal länger und verteilen das Licht gleichmäßig. Nematsoda erinnert jedoch daran, dass es Probleme beim Recycling gegeben habe. Aufgrund der starken Verbreitung von sicheren LED-Lampen sei es nun an der Zeit, auf deren Verwendung umzusteigen. LEDs sind nicht nur viel sparsamer, sondern haben auch eine Lebensdauer von über 100.000 Stunden. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ein weltweiter Trend</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Diese Entscheidung sei Teil einer globalen Politik, erklärt Dschamoliddin Jakubow, Experte der <a href="https://aarhus.osce.org/about/aarhus-centers">Aarhus Centres</a>, einer Kooperationsplattform der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_f%C3%BCr_Sicherheit_und_Zusammenarbeit_in_Europa">OSZE</a> für Umweltfragen. Ihm zufolge haben <em>„fast alle fortgeschrittenen Länder der Welt das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Minamata-%C3%9Cbereinkommen">Minamata-Übereinkommen</a> der Vereinten Nationen unterzeichnet“</em>, welche die Verwendung von Quecksilber und quecksilberhaltigen Geräten regelt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Unterzeichnern, die die Verwendung von quecksilberhaltigen Energiesparlampen verboten haben, gehören unter anderem auch China und Russland, von denen Tadschikistan Lampen dieses Typs bezieht. Jakubow geht daher davon aus, dass <em>„sämtliche Länder Zentralasiens, einschließlich Tadschikistan, früher oder später dieser Konvention beitreten werden“</em>. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Recycling-Probleme vs. höhere Preise</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der ökologischen Risiken von Quecksilber-Lampen wurde im März 2011 ein Dekret <em>„Über Maßnahmen zur Schaffung eines Systems für die Sammlung, Lagerung, den Transport und die sichere Behandlung von quecksilberhaltigen Lampen“</em> verabschiedet. Nach Angaben von Asia-Plus schätzt der für Wohnungswesen und Kommunaldienste zuständige Dienst des Landes, dass sich während des letzten Jahrzehnts eine halbe Million dieser Lampen angesammelt haben. Jedoch verfügt Tadschikistan – wie übrigens auch viele andere Länder der ehemaligen UdSSR – über kein umfassendes Entsorgungssystem für Quecksilber. </p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Laut <a href="https://rus.ozodi.org/a/31894501.html">Radio Ozodi</a>, dem tadschikischen Dienst von Radio Free Europe, muss die Bevölkerung allerdings nunmehr für eine Lampe mit gleicher Leistung 60 bis 100 Somoni (5,00 &#8211; 8,60 Euro) anstatt wie zuvor 5 bis 20 (0,42 &#8211; 1,72 Euro) zahlen. Obwohl die Haltbarkeit von LEDs bei weitem überlegen ist, bleibt unklar, ob sich die Tadschik:innen die teureren Lampen leisten können.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Paul Mougeot, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/environnement/le-gouvernement-tadjik-contraint-la-population-a-se-tourner-vers-leclairage-led/">Französischen</a> von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Plastikflaschen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Jun 2021 03:10:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Recycling]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Stadt allgegenw&#xE4;rtig suchen Recycler im M&#xFC;ll nach Plastikflaschen. Neuerdings ist ihr Unternehmen der Konkurrenz der Stadt ausgesetzt, die Dutzende von Plastikflaschenbeh&#xE4;ltern installiert hat. Foto:&#xA0;Simon Massicotte Hier&#xA0;geht&#x2019;s zu mehr Bildern des Tages.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">In der Stadt allgegenwärtig suchen Recycler im Müll nach Plastikflaschen. Neuerdings ist ihr Unternehmen der Konkurrenz der Stadt ausgesetzt, die Dutzende von Plastikflaschenbehältern installiert hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto:&nbsp;Simon Massicotte</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a>&nbsp;geht’s zu mehr Bildern des Tages.</p>
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		<title>Ewige Reisen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Antoine Béguier]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 May 2019 02:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Auto]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Recycling]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einige f&#xFC;r immer stehengebliebene Fahrzeuge finden eine neue Existenz in kirgisischen Farmh&#xE4;usern und Haushalten. Foto:&#xA0;&#xA0;Antoine B&#xE9;guier (Frankreich) Mehr Bilder aus der Reihe findet ihr&#xA0;hier. Hier&#xA0;geht&#x2019;s zu mehr Bildern des Tages.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Einige für immer stehengebliebene Fahrzeuge finden eine neue Existenz in kirgisischen Farmhäusern und Haushalten.</p>
<p><strong>Foto:  <a href="http://www.antoinebeguier.com/">Antoine Béguier</a> (Frankreich)</strong></p>
<p>Mehr Bilder aus der Reihe findet ihr <a href="https://novastan.org/de/author/abeguier/">hier</a>.</p>
<p><a href="https://novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages.</p>
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		<title>Dreckloch oder Goldgrube? Die Mülldeponie von Samarkand</title>
		<link>https://novastan.org/de/usbekistan/dreckloch-oder-goldgrube-die-mulldeponie-von-samarkand/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina Spitzmüller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Oct 2018 14:18:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Müll]]></category>
		<category><![CDATA[Mülldeponie]]></category>
		<category><![CDATA[Recycling]]></category>
		<category><![CDATA[Samarkand]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bestialischer Gestank, bunte Plastikt&#xFC;ten in der Luft und &#xFC;berall dreckige Schweine: Die M&#xFC;lldeponie vor den Toren Samarkands ist alles andere als modern. Jetzt will die Stadt ein Recyclingsystem einf&#xFC;hren, das als Vorbild f&#xFC;r ganz Zentralasien dienen soll &#x2013; und dabei kr&#xE4;ftig Geld verdienen. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei Samarkandskij Westnik. Unz&#xE4;hlige bunte Plastikt&#xFC;ten [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Bestialischer Gestank, bunte Plastiktüten in der Luft und überall dreckige Schweine: Die Mülldeponie vor den Toren Samarkands ist alles andere als modern. Jetzt will die Stadt ein Recyclingsystem einführen, das als Vorbild für ganz Zentralasien dienen soll – und dabei kräftig Geld verdienen. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei </strong><a href="http://www.sv.zarnews.uz/news/2505"><strong>Samarkandskij Westnik</strong></a><strong>.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Unzählige bunte Plastiktüten wehen durch die Luft, es stinkt nach verfaulten Essensresten, ätzender Rauch steigt von brennenden Müllbergen auf, überall fliegen riesige Fliegenschwärme umher und dazwischen wühlen unzählige Schweine im Dreck: Das ist die Mülldeponie von <a href="https://novastan.org/de/fact/samarkand/">Samarkand</a>, der drittgrößten Stadt Usbekistans nahe der Grenze zu Tadschikistan.</p>
<p style="text-align: justify">Die Deponie liegt etwas außerhalb der Stadt, in der Siedlung Sulim (Chischraw). Noch vor 40 Jahren war der Ort für seine tollen Strände und den Verkehrsübungsplatz bekannt. Die Kinder aus Samarkand gingen mit ihren Eltern schwimmen, Jugendliche lernten hier Auto fahren. Aber daran erinnert sich keiner mehr. Wer Chischraw hört, denkt an die riesige, 95 Hektar große Mülldeponie.</p>
<p><strong>Schutzmauern helfen nicht </strong></p>
<p style="text-align: justify">Sulim hat sich entwickelt, es gibt jetzt mehr Industrie und Landwirtschaft. In Gewächshäusern wird Gemüse angebaut, Weinberge werden bewirtschaftet, Fischfutter hergestellt. Trotzdem: Der Ort ist von der Nähe zur Mülldeponie geprägt. Die Plastiktüten sind wirklich überall – auf der Wiese, im Gebüsch und in den Bäumen, auf Strommasten, in den Weinreben, auf Verkehrsschildern. Die fünf Meter hohe Schutzmauer mit einem Netz, das die Plastiktüten abfangen soll, hilft nur wenig.</p>
<p style="text-align: justify">Am Wegesrand wachsen Berge von Bauschutt. Jeden Tag kommen Dutzende, wenn nicht sogar Hunderte LKW aus der Stadt. Sie hinterlassen eine weitere Müllschicht auf dem sowieso schon völlig überfüllten Boden Chrischraws. Dachschiefer und Betonplatten, alten Putz und Kacheln – all das laden die LKW-Fahrer ohne den Hauch einesschlechtem Gewissens ab. Kontrolliert werden sie hier nicht.</p>
<p style="text-align: justify">Samarkand produziert jeden Tag mehr als 450 Tonnen Hausmüll. Alle 10 bis 15 Minuten fährt ein Müllwagen in die riesige Deponie. So wächst der schwarze, rauchende Müllhaufen, der aussieht wie ein gigantischer schlafender Drachen, jeden Tag ein bisschen mehr.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-grose-herausforderung-haushaltsmull-in-kirgistan/"><strong>Die große Herausforderung: Haushaltsmüll in Kirgistan</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Der Müll wird nicht sortiert. Essensreste, Papier und Plastik, Glas, Batterien und Gartenabfälle, medizinischer Sondermüll, Altkleidung und Gummi: Alles wird einfach dort abgeladen, wo noch ein bisschen Platz ist. Jeder neue Müllhaufen wird direkt belagert, von Fliegenschwärmen, quiekenden Schweinen und dreckigen Menschen. Die Schweine suchen Futter, die Menschen Plastikflaschen und Karton.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Eine Mülldeponie nach weltweit gültigen Standards – das ist dieser Müllhaufen in Chischraw sicher nicht“</em>, sagt Gauchar Deuschewa, Leiterin der Umwelt-NGO „Sarafschan“. Eigentlich müssen Mülldeponien hygienische Standards erfüllen, um die Anwohner zu schützen: Deponien müssen von unten isoliert sein, damit das Grundwasser nicht verschmutzt wird. Jede Schicht organischen Abfalls muss mit einer Schicht Erde bedeckt werden. <em>„Nach usbekischem Recht darf hier niemand einfach so im Müll rumwühlen, um Rohstoffe zu sammeln. Die Sortierung muss nach strengen Hygienestandards erfolgen. Und dass hier Schweine rumlaufen, ist natürlich streng verboten“, </em>erklärt Deuschewa<em>.</em></p>
<p style="text-align: justify">Dass Schweine auf der Mülldeponie nichts zu suchen haben, wissen hier alle – vom regionalen Gesundheitsamt bis zu den Tierärzten und Amtsrichtern. Gemacht wird trotzdem nichts dagegen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Schweine aus Nawrus</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Schweine gehören den Bewohnern des Stadtviertels Nawrus, sagt Bolikul Chakimow, stellvertretender Vorsitzender des Veterinäramts von Samarkand. In diesem Viertel züchten 90 Prozent der Bewohner unrechtmäßig Schweine auf ihren Höfen. Niemand von ihnen hat einen Schweinestall, der die Standards erfüllt. Die Tiere leben einfach da, wo die Menschen auch leben. Ihr Futter suchen sie sich auf der Mülldeponie.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Wir impfen die Schweine regelmäßig gegen Milzbrand, Schweinepest und Ekzeme“,</em> erklärt Chakimow. <em>„Viele der Besitzer wissen selbst nicht, wie viele Schweine ihnen genau gehören.“ </em>Das Veterinäramt hat schon mehrfach Versammlungen einberufen, um den Bewohnern die Tierhaltungsgesetze zu erklären. Und um deutlich zu machen, dass unter den Schweinen Krankheiten ausbrechen können, die sich dann auf den Menschen übertragen können.<em> „Aber das interessiert kaum jemanden“</em>, sagt Chakimow. Viele seien arbeitslos, die Schweine ihre einzige Möglichkeit, sich über Wasser zu halten. Als das Veterinäramt vorschlug, einen großen Schweinestall etwas außerhalb zu bauen, wollte das auch niemand: „<em>D</em><em>ann müssten sie ja Futter kaufen.“</em></p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/samarkands-straenfeger-streiken-wegen-unbezahlter-lhne/"><strong>Samarkands Straßenfeger streiken wegen unbezahlter Löhne</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Tatsächlich stinkt es in Nawrus nach Schwein. Die wenigen Bewohner, die selbst keine Schweine halten, haben es aufgegeben, sich beim Gesundheitsamt zu beschweren.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Jetzt ist Sommer und wir können nicht einmal unsere Fenster öffnen wegen der ganzen Schweine“,</em> sagt Mochigul Tursunowa, die im Viertel wohnt. Schon um vier Uhr morgens laufen die Schweine zu Hunderten zur Mülldeponie. <em>„Auf der Straße herrscht dann ein bestialischer Gestank, lautes Grunzen übertönt alles, si</em><em>e hinterlassen ihre Fäkalien auf der Straße. Ich habe kleine Kinder im Haus und achte sehr auf Sauberkeit. Aber gegen diesen Dreck kann ich einfach nichts tun.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Der Amtsarzt Obruj Bojkobilow sagt, es werden regelmäßig Hygienekontrollen durchgeführt und bei Verstößen entsprechende Strafen verhängt. Auch die Mülldeponie werde kontrolliert.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Die Mülldeponie ist inzwischen durch einen Zaun geschützt und für die Müllsortierer gibt es ein kleines Häuschen“</em>, erklärt Bojkobilow. Um das Problem wirklich zu lösen, brauche es allerdings viel Geld. Jetzt gibt es Hoffnung: Ein Projekt soll den Umgang mit Müll in Samarkand modernisieren. Es wurde gemeinsam mit einer französischen Entwicklungsagentur ausgearbeitet. Das ganze System soll erneuert werden – von der Müllsammlung über den Transport bis hin zum Recycling und der Endlagerung. Dadurch sollen sich die hygienischen und ökologischen Zustände der Stadt Samarkand verbessern und weniger Schadstoffe in die Umwelt gelangen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Müllverarbeitung wird modern</strong></p>
<p style="text-align: justify"><em>„Das Projekt startet schon im August“</em>, erklärt Schochruch Sadikow, ein Vertreter des staatlichen Müllunternehmens „Marokand Obod“. Es sei ein Pionierprojekt für ganz Zentralasien, weil es die ganze Kette der Müllverwertung angehe – vom Sammeln bis zum Recycling. Im Rahmen des Projekts soll eine Halle für die Müllsortierung gebaut und verschiedene Zentren für die Endlagerung eingerichtet werden. <em>„In Samarkand errichten wir 135 zusätzliche Müllsammelstellen, die den hygienischen Standards entsprechen“, </em>erklärt Sadikow. <em>„Jede Sammelstelle hat acht Behälter für die verschiedenen Müllarten. Gerade schreiben wir die Lieferung von 80 Müllfahrzeugen aus, die ab dem Jahresende durch unsere Stadt fahren sollen.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Außerdem sieht das Projekt den Bau einer Biogasanlage vor, um das Biogas, das auf der Mülldeponie entsteht, zu verarbeiten. Damit sollen die Müllwagen und die Deponie mit Energie versorgt werden. Auf der Deponie soll auch eine eigene Werkstatt für die Wartung der Müllfahrzeuge gebaut werden.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Sobald das Projekt startet, suchen wir qualifiziertes und zuverlässiges Personal“, </em>sagt Sadikow.<em> „Wir brauchen mehr als 50 LKW-Fahrer und noch viele andere Mitarbeiter. Das heißt, das Projekt verbessert nicht nur die hygienische und ökologische Lage, sondern dient auch der Arbeitsbeschaffung.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Weltweit gilt das Geschäft mit dem Müll als lukrativ. Das System, das bald in Samarkand umgesetzt wird, kann solide Gewinne erwirtschaften, weil wertvolle und gefragte Rohstoffe und Brennstoffe aus gewöhnlichem Müll hergestellt werden. Schon jetzt interessieren sich Investoren aus Israel und Russland dafür – schließlich kann man den Müll, wenn er sortiert ist, gut recyceln und damit Geld verdienen.</p>
<p style="text-align: justify">Sadikow hat versichert, dass die Mülldeponie in Chischraw schon in einem halben Jahr nicht mehr wiederzuerkennen sein wird. <em>„Es wird weder Gestank, noch einen widerlichen Müllberg, noch Schweine geben.“</em> Hoffentlich.</p>
<p style="text-align: right"><strong>AnastasijaPawlenko, </strong><a href="http://www.sv.zarnews.uz/news/2505"><strong>Samarkandskij Westnik</strong></a></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Christina Spitzmüller</strong></p>
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