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	<title>Angriff Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Mon, 10 Nov 2025 22:40:43 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Angriff Archives</title>
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		<title>Zentralasien indirekt von ukrainischen Drohnenangriffen in Russland betroffen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2025 22:40:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ukrainische Drohnen, die eine russische Verarbeitungsanlage ins Visier genommen hatten, haben Kasachstan zur Drosselung der &#xD6;lf&#xF6;rderung aus einem seiner wichtigsten &#xD6;lfelder gezwungen. In anderen zentralasiatischen L&#xE4;ndern ist mit einem Anstieg der Benzinpreise zu rechnen, sollten russische Raffinerien weiterhin von Kiew angegriffen werden. Am 19. Oktober musste die Gasaufbereitungsanlage Orenburg, der weltweit gr&#xF6;&#xDF;te Chemie- und Gaskomplex [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Ukrainische Drohnen, die eine russische Verarbeitungsanlage ins Visier genommen hatten, haben Kasachstan zur Drosselung der Ölförderung aus einem seiner wichtigsten Ölfelder gezwungen. In anderen zentralasiatischen Ländern ist mit einem Anstieg der Benzinpreise zu rechnen, sollten russische Raffinerien weiterhin von Kiew angegriffen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 19. Oktober musste die Gasaufbereitungsanlage <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orenburg">Orenburg</a>, der weltweit größte Chemie- und Gaskomplex im Süden Russlands, nach einem Drohnenangriff der Ukraine vorübergehend ihre Gaslieferungen aus Kasachstan einstellen, wie das kasachstanische Energieministerium <a href="https://www.dw.com/ru/bpla-vsu-atakovali-rad-syrevyh-predpriatij-v-rf/a-74415037">mitteilte</a>. Der Vorfall löste im Land, das für die Verarbeitung seines Gases und Öls von Russland abhängig ist, sowie bei seinen zentralasiatischen Nachbarn Alarmstimmung aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ukraine bestätigte, dass die Anlage, die etwa 1.700 Kilometer östlich der russisch-ukrainischen Grenze liegt, sowie eine Ölraffinerie in der Region Samara angegriffen wurde, <a href="https://www.reuters.com/world/europe/ukrainian-drones-cause-fire-russian-gas-plant-governor-says-2025-10-19/">berichtet die Nachrichtenagentur Reuters</a>. Laut dem Gouverneur von Orenburg, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Yevgeny_Solntsev">Jevgenij Solntsew</a>, löste der Angriff einen Brand in einer der Werkstätten aus, worauf die Feuerwehr und die örtlichen Rettungsdienste alarmiert wurden. Es wurden keine Opfer gemeldet und für die umliegende Bevölkerung bestand keine Gefahr. Satellitenbilder der NASA haben außerdem ein Feuer in der Nähe einer Anlage zur Trennung von Flüssiggas (LPG) entdeckt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Anlage produziert insbesondere Propan, Butan und Naturbenzin, die von Gazprom verwendet oder exportiert werden. <a href="https://www.kommersant.ru/doc/8138146">Laut der russischen Zeitung Kommersant</a> beträgt ihre Verarbeitungskapazität 37,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Nach dem Vorfall wurden kurzzeitig Flugbeschränkungen verhängt, bevor der Notfallplan aufgehoben und der Flughafen von Orenburg wieder geöffnet wurde, <a href="https://www.dw.com/ru/bpla-vsu-atakovali-rad-syrevyh-predpriatij-v-rf/a-74415037">wie die Deutsche Welle berichtet</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ukrainische Angriffe richten sich zunehmend gegen die russische Energieversorgung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Angriff ist Teil einer ukrainischen Kampagne zur Intensivierung der Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur. Seit August vermehrt Kiew die Drohnenangriffe auf russische Raffinerien, Gasaufbereitungsanlagen und Pumpstationen: Innerhalb von zwei Monaten soll jede dritte Raffinerie angegriffen worden sein. Im September trafen die Angriffe die Raffinerie in Nowokusjibtschesk, die Gasaufbereitungsanlage in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astrachan">Astrachan</a> (Gazprom) und die Raffinerie in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rjasan">Rjasan</a> (Rosneft), eine der größten des Landes und Hauptlieferant für die Region Moskau. Fünf weitere Raffinerien wurden in der ersten Oktoberwoche getroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht darin einen Beweis für die <em>„Intensivierung und Präzision“</em> der ukrainischen Operationen, die als <em>„langfristige Sanktionen gegen Russland“</em> dargestellt werden, <a href="https://www.rferl.org/a/kazakh-gas-production-ukrainian-drone-attack-russian-plant/33564896.html">berichtet Radio Free Europe Kasachstan</a>. <em>„Praktisch jeden Tag oder alle zwei Tage werden russische Raffinerien getroffen. Und das trägt dazu bei, Russland in die Realität zurückzuholen“</em>, erklärte er.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rückgang der Ölproduktion in Kasachstan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Störung der Kraftstoffversorgung und die Verringerung der Energieeinnahmen Moskaus haben diese Angriffe auch Auswirkungen auf die Länder Zentralasiens. Die Produktion des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gasfeld_Karatschaganak">Gasfeldes Karatschaganak</a> im Nordwesten Kasachstans ging laut mehreren Branchenquellen am 27. Oktober um 25 bis 30 Prozent zurück. Am 22. Oktober gab das kasachstanische Energieministerium bekannt, dass die Gaslieferungen an die Verarbeitungsanlage in Orenburg wieder aufgenommen wurden und die Produktion in Karatschaganak wieder angelaufen ist, <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/orenburgskiy-gpz-vozobnovil-prim-kazahstanskogo-gaza-583808/">wie Tengrinews schreibt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/an-der-front-in-der-ukraine-sterben-weiterhin-zentralasiaten/">An der Front in der Ukraine sterben weiterhin Zentralasiaten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Karatschaganak ist die Öl- und Gasförderung eng verknüpft: Ein Rückgang der Gasverarbeitung schränkt automatisch die Ölförderung ein. Das Gas wird nicht nur für die Verarbeitung in Orenburg verwendet, sondern auch zur Reinjektion, um den Druck im Reservoir aufrechtzuerhalten, sowie zur lokalen Stromerzeugung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2024 wurden laut Reuters 263.000 Barrel Öl pro Tag aus Karatschaganak gefördert, das von einem Konsortium aus Chevron (18 Prozent), Shell und Eni (jeweils 29,25 Prozent), Lukoil (13,5 Prozent) und KazMunayGaz (10 Prozent) <a href="https://www.reuters.com/business/energy/ukraine-drone-attack-russian-gas-plant-hits-kazakh-output-sources-say-2025-10-20/">betrieben wird</a>. Das Öl wird hauptsächlich über das <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Caspian_Pipeline_Consortium">Caspian Pipeline Consortium</a> exportiert, das das Öl zum <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Port_of_Novorossiysk">Hafen von Noworossijsk</a> im Süden Russlands am Schwarzen Meer transportiert, von wo aus es hauptsächlich über die russische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%B6lleitung_Freundschaft">Druschba-Pipeline</a> nach Deutschland weitergeleitet wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Anstieg der Benzinpreise in Kirgistan und Tadschikistan erwartet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Tadschikistan sind die Preise für Erdölprodukte, die größtenteils aus Russland importiert werden, nach dem Angriff vorübergehend <a href="https://www.reuters.com/business/energy/ukrainian-strikes-russian-refineries-drive-fuel-price-rise-tajikistan-sources-2025-10-24/">gestiegen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstanische-russinnen-eine-bevoelkerung-die-im-zuge-des-krieges-in-der-ukraine-fluktuiert/">Kasachstanische Russ:innen: eine Bevölkerung, die im Zuge des Krieges in der Ukraine fluktuiert</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan befürchten Experten <a href="https://www.currenttime.tv/a/v-kyrgyzstane-opasayutsya-defitsita-topliva-tseny-na-benzin-i-dizel-mogut-uvelichitsya-na-15-/33568782.html">laut Current Time</a> ebenfalls einen Anstieg der Benzinpreise um bis zu 15 Prozent nach dem Angriff ukrainischer Drohnen. Bereits Anfang September 2025 hatte der Verband der Ölhändler Kirgistans angesichts der Angriffe der Kiewer Luftwaffe auf russische Ölraffinerien vor einer möglichen Kraftstoffknappheit und einem Preisanstieg gewarnt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Energieabhängigkeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Vorfall erinnert daran, wie anfällig die Energieinfrastruktur und -versorgung der Region seit Beginn des Krieges in der Ukraine ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan hatten Wartungsarbeiten im Werk Orenburg im September bereits zu einem Rückgang der Produktion des Feldes um 24 Prozent (im Vergleich zum August desselben Jahres) geführt. Astana hatte seinen westlichen Aktionären bereits die Idee eines Projekts zum Bau einer neuen Gasaufbereitungsanlage direkt am Feld mit einer Kapazität von 4 Milliarden Kubikmetern pro Jahr vorgelegt, um die Versorgung des Binnenmarktes zu erhöhen; doch das ursprünglich für 2028 geplante Projekt wurde ausgesetzt. Die Regierung sucht nun nach neuen Investoren, insbesondere aus Kasachstan, um dieses Projekt zu verwirklichen, <a href="https://forbes.kz/articles/na-karachaganake-otlozhili-zapusk-proekta-po-obratnoy-zakachke-gaza-4210d0">berichtet Forbes Kasachstan</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Zoé Toulouse für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/asie-centrale-souffre-des-attaques-de-drones-ukrainiens-sur-la-russie/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Terroristischer Angriff in Tadschikistan: &#8222;Die Regierung versucht, den Angriff für sich zu nutzen&#8220;</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/terroristischer-angriff-in-tadschikistan-die-regierung-versucht-den-angriff-fur-sich-zu-nutzen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Coppenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Aug 2018 07:01:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Angriff]]></category>
		<category><![CDATA[Extremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Islamische Partei der Wiedergeburt]]></category>
		<category><![CDATA[Islamischer Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der terroristische Angriff gegen Radfahrer in Tadschikistan am 29. Juli ist der erste vom Islamischen Staat f&#xFC;r sich beanspruchte Angriff in diesem Land. Ein Interview mit Edward Lemon, Forscher und Spezialist f&#xFC;r den Islam in Tadschikistan an der Columbia University. Edward Lemon ist Post-Doc Forscher am Harriman Institute der Columbia University in den Vereinigten Staaten [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Der terroristische Angriff gegen Radfahrer in Tadschikistan am 29. Juli ist der erste vom Islamischen Staat für sich beanspruchte Angriff in diesem Land. Ein Interview mit Edward Lemon, Forscher und Spezialist für den Islam in Tadschikistan an der Columbia University. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Edward Lemon ist <a href="https://twitter.com/EdwardLemon3">Post-Doc Forscher</a> am Harriman Institute der Columbia University in den Vereinigten Staaten und hat seine <a href="https://www.academia.edu/28583047/Governing_Islam_and_Security_in_Tajikistan_and_Beyond_The_Emergence_of_Transnational_Authoritarian_Security_Governance">Doktorarbeit</a> über die Handhabung des Islams und die Sicherheit in Tadschikistan geschrieben. Er antwortet auf die Fragen von Novastan zu den Folgen des <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-vier-rad-touristen-von-bewaffneten-mannern-getotet/">kürzlichen Angriffs</a> auf vier ausländische Radfahrer in Tadschikistan.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Novastan: Wie repräsentativ ist dieses Ereignis für die Sicherheitslage in Tadschikistan und in Zentralasien. In letzter Zeit war ja eher von Öffnung die Rede, vor allem zwischen Tadschikistan und Usbekistan? </strong></p>
<p style="text-align: justify">Edward Lemon: Im Vergleich zu Nachbarregionen wir Südasien und dem Mittleren Osten ist Terrorismus in Zentralasien eher selten. Soweit ich weiß ist das der neunte Anschlag in der Region seit 2008 und nach dem Angriff auf die chinesische Botschaft [in Bischkek, Anm. d. Red] 2015 der zweite, der auf Ausländer zielt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="Noch%20mehr%20Zentralasien%20findet%20Ihr%20auf%20unseren%20Social%20Media%20Kanälen,%20schaut%20mal%20vorbei%20bei%20Twitter,%20Facebook,%20Telegram,%20Linkedin%20oder%20Instagram.%20Für%20Zentralasien%20direkt%20in%20Eurer%20Mailbox%20könnt%20ihr%20Euch%20auch%20zu%20unserem%20wöchentlichen%20Newsletter%20anmelden.">25 Jahre Unabhängigkeit – Tadschikistans komplizierte Geschichte</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der Angriff geschah in der Nähe der Heimatstadt des tadschikischen Präsidenten Emomalii Rachmon und galt Touristen, während in Tadschikistan das Jahr des Tourismus ausgerufen ist. Welche politischen Folgen wird er für das Land haben? </strong></p>
<p style="text-align: justify">Wir können schon beobachten, wie die Regierung den Angriff nutzt, um gegen die Opposition vorzugehen. Sie beschuldigt die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Partei_der_Wiedergeburt_Tadschikistans">Islamische Partei der Wiedergeburt Tadschikistans</a> (IPWT) und behauptet, der Anführer der verantwortlichen Gruppe, Hussein Abdusamadow, habe im Iran ein Parteimitglied der IPWT getroffen. Ähnliche Anschuldigungen kamen dem Verbot der Partei im Jahr 2015 zuvor.</p>
<p style="text-align: justify">Die Verbindung zwischen der Partei und dem Angriff ist aber kaum plausibel. Die IPWT betont schon lange ihr Engagement für Frieden und Demokratie in Tadschikistan. Das hört sich wie eine weitere Ausrede an, Parteimitglieder zu verhaften und Rachmons macht zu stärken.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Hussein Abdusamadow, einer der Attentäter, wurde verhaftet und von der Regierung als Anführer der Gruppe <a href="http://mvd.tj/index.php/ru/sobytiya/20458-6598623232-2">bezeichnet</a>. Er wurde im Iran trainiert und hat laut dem tadschikischen Innenministerium dort Nosirdschon Ubajdow, IPWT Mitglied und  vermeintlicher Kopf der Operation getroffen. Was weiß man über Ubajdow und seine Verbindungen zur IPWT und in den Iran ? Das Innenministerium erwähnt auch, dass Abdusamadows Bruder, der auch „Mullah Omar“ genannt wird, als Mitglied der „Islamischen Bewegung von (Ost)turkestan“ im Gefägnis sitzt. Was wissen wir über ihn und seine Zugehörigkeit zu dieser Organisation?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ich habe mit führenden Mitgliedern der IPWT gesprochen und sie bestreiten, dass Ubajdow ein Parteimitglied ist oder war. Sie sagen, sie kennen ihn nicht.</p>
<p style="text-align: justify">Ich habe von Abdusamadows Bruder Bachtijor weder gehört, noch von seiner Verhaftung gelesen. Eine schnelle Google-Suche auf russisch und tadschikisch ergibt keine Meldungen dazu. Er mag im Gefängnis sein, aber es gibt sehr wenige oder gar keine Tadschiken, die als Mitglieder der Islamischen Bewegung Turkestans identifiziert wurden. Die Bewegung konzentriert sich vor allem auf [die chinesiche Provinz] Xinjiang.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Abdusamadov ist in den Iran gereist, wurde dort trainiert, hat einen Bruder, der als Teil einer terroristischen Organisation im Gefägnis sitzt und konnte eine große Gruppe versammeln, um ausländische Touristen anzugreifen. Was sagt das über die Effizienz der tadschikischen Sicherheitsdienste? </strong></p>
<p style="text-align: justify">Verwandte [von Mitgliedern extremistischer Organisationen] stehen üblicherweise unter Beobachtung. Wenn all diese Angaben stimmen, ist der Angriff daher umso überraschender.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Erwähnung des Iran durch die tadschikischen Behörden bei den Ermittlungen zum Angriff zeigt erneut das komplizierte Verhältnis zwischen den beiden Ländern, das viele dem wachsenden Verhältnis zwischen Tadschikistan und Saudi-Arabien gegenüberstellt. Könnte es sich um ein weiteres Kapitel in den Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran handeln?  </strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Gedanke kam mir auch. Saudi-Arabien hat sich gerühmt, den Iran aus Tadschikistan treiben zu wollen, dessen Regierung in den letzten Jahren sehr Iran-kritisch war. Die Regierung könnte also diese vermeintliche Verbindung zwischen Iran und IPWT zu ihren eigenen Zwecken nutzen, und als Wink an Saudi-Arabien.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/expertenanalyse-religioser-extremismus-in-turkmenistan-tadschikistan-und-usbekistan/">Expertenanalyse – Religiöser Extremismus in Turkmenistan, Tadschikistan und Usbekistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die ganze Verbindung zwischen Iran und IPWT ist höchst unwahrscheinlich, besonders in Anbetracht des kürzlich <a href="https://www.cbsnews.com/news/isis-claims-tajikistan-attack-cyclists-2-americans-dead-tajiks-blame-islamists/">erschienen Videos</a> des Islamischen Staats.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der Islamische Staat hat sich zum Angriff bekannt. Wie interpretieren Sie diese Ankündigung? </strong></p>
<p style="text-align: justify">Jetzt wo sie ein Video veröffentlicht haben, in dem die Angreifer sich zum Islamischen Staat bekennen und erklären, dass sie ausländische Touristen im Land angreifen wollen, scheint die Gruppe auf eine oder die andere Weise involviert gewesen zu sein. Bisher ist unklar, of die Angreifer direkt rekrutiert wurden, persönlich oder Online, oder ob sie selbst von Social-Media inhalten inspiriert waren.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der Angriff wurde von sehr jungen Männern ausgeübt. Was sagt der Fall aus über die Radikalisierung der Gesellschaft in der Region? </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Angreifer sind extreme jung. Im Video sprechen sie zögernd und mit wenig Selbstvertrauen. Wir müssen noch mehr über ihre einzelnen Profile erfahren. Momentan ist es zu früh, um zu spekulieren, was sie bewegt hat. Tatsächlich sind sie jünger als die durchschnittlichen IS-Rekruten aus der Region, die meist Ende 20 sind.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie sollen ihrer Meinung nach europäische Staaten auf das Ereignis reagieren?  </strong></p>
<p style="text-align: justify">Europäische Staaten sollten mit den tadschikischen Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten, um sicher zu gehen, dass es eine ausführliche und transparente Ermittlung rund um den Angriff und seine Motive gibt. Frühere Ermittlungen waren sehr politisiert und voller Unkonsequenzen. Eine Beteiligung von europäischen Strafverfolgungsagenturen sollte helfen, ein vollständigeres Bild davon zu gewinnen, was am 29. Juli passiert ist.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Denken Sie, der Tourismus in Tadschikistan wird nach diesem Angriff eine Krise erleiden? </strong></p>
<p style="text-align: justify">Es ist sehr schade, dass das gerade im Jahr des Tourismus passiert ist. Laut den Behörden haben sich die Tourismuszahlen dieses Jahr bisher vervierfacht. Tadschikistan ist ein schönes Land, dessen Einwohner fremden gegenüber äußerst gastfreundlich sind. Ich denke, manche Besucher werden von dem Angriff abgeschreckt sein. Aber da Tadschikistan vor allem ein Reiseziel für abenteuerlustige Reisende ist, denke ich nicht, dass die Besucherzahlen dramatisch zurückgehen werden. Sollte es weitere Vorfälle geben, kann sich das aber natürlich ändern.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Das Interview führte die Redaktion per Email</strong></p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/terroristischer-angriff-in-tadschikistan-die-regierung-versucht-den-angriff-fur-sich-zu-nutzen/">Terroristischer Angriff in Tadschikistan: &#8222;Die Regierung versucht, den Angriff für sich zu nutzen&#8220;</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Tadschikistan: Vier Rad-Touristen von bewaffneten Männern getötet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Arnaud Enderlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jul 2018 17:31:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vier Touristen &#x2013; zwei Amerikaner, ein Schweizer und ein Niederl&#xE4;nder &#x2013; sind am 29. Juli in Tadschikistan ums Leben gekommen. Sie wurden absichtlich von einem Auto &#xFC;berfahren. Manche von ihnen sollen auch erstochen worden sein. Am 29. Juli hat ein motorisiertes Fahrzeug eine Gruppe bestehend aus sieben Fahrrad-Touristen in der N&#xE4;he Duschanbes, der tadschikischen Hauptstadt, [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-vier-rad-touristen-von-bewaffneten-mannern-getotet/">Tadschikistan: Vier Rad-Touristen von bewaffneten Männern getötet</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Vier Touristen – zwei Amerikaner, ein Schweizer und ein Niederländer – sind am 29. Juli in Tadschikistan ums Leben gekommen. Sie wurden absichtlich von einem Auto überfahren. Manche von ihnen sollen auch erstochen worden sein. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Am 29. Juli hat ein motorisiertes Fahrzeug eine Gruppe bestehend aus sieben Fahrrad-Touristen in der Nähe Duschanbes, der tadschikischen Hauptstadt, überfahren. Der Zusammenstoß führte zu vier Toten und drei Verletzen. Die Radfahrer waren auf der Straße von Danghara nach Duschanbe unterwegs, auf dem Gebiet des Dorfes Dschamoata Sebiston, unweit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Danghara">Dhangara</a> im Zentrum des Landes.</p>
<p style="text-align: justify">Zunächst als Unfall eingestuft, wurde das Ereignis diesen Montag von den tadschikischen Behörden als vorsätzliche Tat bestätigt. Die tadschikische Sparte von Radio Free Liberty, Ozodio, hat ein <a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/incidents/20180730/moment-napadeniya-na-turistov-snyali-na-video-naezd-bil-namerennim">Video</a> veröffentlicht, in dem ersichtlich ist, wie das Täterauto umkehrte, eher es die bereits auf dem Boden liegenden Radler erneut überfuhr. Daraus lässt sich schließen, dass es sich um keinen Unfall handelt.</p>
<p style="text-align: justify">Der tadschikische Innenminister Ramazon Rakhimzoda schließt nicht aus, dass es sich hierbei um einen Terrorakt handelt, auch wenn die laufenden <a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/security/20180730/dtp-razboi-i-terroristicheskii-akt-mvd-rassmatrivaet-neskolko-versii-proisshestviya-v-dangare">Ermittlungen noch kein Ergebnis hervorgebracht haben</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein Franzose unter der Gruppe</strong></p>
<p style="text-align: justify">Unter den Opfern befinden sich zwei Amerikaner, ein Niederländer und ein Schweizer, wie aus den Berichten von Agence France Presse und <a href="https://www.rt.com/news/434597-tajikistan-american-dutch-cyclists-car-ramming/">Russia Today</a> <a href="https://www.rt.com/news/434597-tajikistan-american-dutch-cyclists-car-ramming/">RT</a> hervorgeht. In der Gruppe der insgesamt sieben Touristen befand sich auch ein französischer Staatsangehöriger. Die französische Botschaft in Duschanbe bestätigte diese Information gegenüber Novastan und teilte mit, der Franzose habe sich mit einigem Abstand hinter der Gruppe befunden. Er sei nach den Ereignissen am Tatort eingetroffen und stünde noch unter Schock.</p>
<p style="text-align: justify">Wie das tadschikische Online-Medium <a href="https://news.tj/ru/news/opinion/20180730/posolstvo-ssha-napadavshie-ni-v-koei-mere-ne-predstavlyayut-gostepriimnii-narod-tadzhikistana">Asia-Plus</a> berichtet, zog es die amerikanische Botschaft vor, Namen und Bilder der Opfer nicht zu veröffentlichen, sicherte aber den tadschikischen Behörden ihre volle Unterstützung in ihren Bemühungen zu, die Verantwortlichen zu stellen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der Präsident nimmt die Sache persönlich in die Hand</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der tadschikische Präsident <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Emomalii_Rahmon">Emomalij Rachmon</a> drückte den niederländischen, amerikanischen und schweizerischen Staatsoberhäuptern sein Beileid aus und bestätigte den Tod der Opfer, so <a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/20180730/emomali-rahmon-virazil-soboleznovaniya-prezidentam-ssha-shveitsarii-i-korolyu-niderlandov">Asia-Plus</a>. „<em>Die Dienste dieses Landes ergreifen alle Maßnahmen, um die der Täter dieser grausamen Tat zu stellen und zu verurteilen“, </em>so Rachmon auf Telegram<em>.</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan : </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/die-vereinigten-staaten-helfen-tadschikistan-bei-der-grenzsicherung/"><strong>Die Vereinigten Staaten helfen Tadschikistan bei der Grenzsicherung</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Der tadschikische Innenminister bestätigte <a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/incidents/20180730/dvoe-sovershivshih-naezd-na-turistov-ubiti-odin-zaderzhan-drugoi-v-roziske">diesen Montag in einer Pressekonferenz</a>, der Präsident habe die Sache persönlich in die Hand genommen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Angreifer sollen identifiziert worden sein</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die tadschikischen Behörden sind der präsidialen Anweisung schnell nachgekommen und sind rasch ausgeschwärmt, um die Verdächtigen ausfindig zu machen. Noch am selben Abend wurde ein <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Daewoo_Leganza">Daewoo Leganza</a> im benachbarten Dorf Torbulok gefunden. Der Wagen ähnelt dem, der während der Attacke benutzt wurde. Die Beschädigungen, die er aufweist, konnten den Verdacht nur bestätigen, berichtet Asia-Plus.</p>
<p style="text-align: justify">Der Besitzer des Wagens, der diesen während des Angriffs auch gefahren haben soll, ist 21 Jahre alt. Er wurde im Dorf <a href="https://www.google.com/maps/place/Torbulok,+Tadjikistan/data=!4m2!3m1!1s0x38b670da7c80293f:0x9bc26e491abc1074?sa=X&amp;ved=2ahUKEwiVn5LL_MbcAhULKMAKHYdhA5EQ8gEwAHoECAEQAQ">Torbulok</a> mit drei anderen Mitfahrer verhaftet. Eine weitere Person wurde verhaftet. Während der Verhaftung sollen zwei seiner Komplizen von den Sicherheitskräften getötet worden sein. „<em>Ein kriminelles Refugium wurde im Dorf Torbulok geortet. Ein Verbrecher wurde verhaftet, zwei andere sind eliminiert worden als sie sich widersetzen</em>“, so der Innenminister in einer Mitteilung.</p>
<p style="text-align: justify">Ein zweiter Einsatz wurde auf dem Gebiet des Dorfes Osmondar geführt, infolgedessen drei gesuchte Männer durch die Ordnungskräfte „<em><a href="http://mvd.tj/index.php/ru/sobytiya/20442-3856825355235-2">identifiziert und unschädlich gemacht</a></em>“ worden seien. Mehr Details sind nicht bekannt</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Welche Auswirkungen auf den Tourismus nach der Attacke?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Tadschikistan ist Zentralasiens ärmstes Land. Nach einem fünfjährigen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tadschikischer_B%C3%BCrgerkrieg">Bürgerkrieg</a> infolge seiner Unabhängigkeit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zerfall_der_Sowjetunion">1991</a>, strebt das Land die Entwicklung einer Tourismus-Industrie an, welche das Land ökonomisch voranbringen soll.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan :</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/afghanistan-eine-herausforderung-fur-zentralasien/">Afghanistan – eine Herausforderung für Zentralasien</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Touristen buchen weiterhin Flugtickets nach Tadschikistan und setzen ihre Reisen fort</em>“, beteuert Numon Abdugafforsoda, der Präsident des <a href="http://traveltajikistan.tj/">tadschikischen Komitees für Entwicklung und Tourismus</a>, einen Tag nach dem tragischen Vorfall.</p>
<p style="text-align: justify">Nichtsdestotrotz bedeutet solch ein Angriff gegen ausländische Besucher nichts Gutes für Tadschikistans Ehrgeiz. Sollte die Sicherheit der Touristen gefährdet sein, würden sie nicht mehr ins Land kommen, so wie es früher der Fall war.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Karl Haddad</strong><br />
<strong>Redakteur für Novastan in Bichkek</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Arnaud Enderlin</strong></p>
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