<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>alinkor, Author at Novastan Deutsch</title>
	<atom:link href="https://novastan.org/de/author/alinkor/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://novastan.org/de/author/alinkor/</link>
	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Sun, 20 Aug 2023 14:26:05 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.1</generator>

<image>
	<url>https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/08/cropped-Logo_2_2000-1700-300DPI-32x32.png</url>
	<title>alinkor, Author at Novastan Deutsch</title>
	<link>https://novastan.org/de/author/alinkor/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Aus den Augen, aus dem Sinn</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/aus-den-augen-aus-dem-sinn/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/tadschikistan/aus-den-augen-aus-dem-sinn/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[alinkor]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Mar 2017 13:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=8035</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#x201E;Ich will weg&#x201C;, beantwortet Asisa die Frage, was sie nach ihrem Schulabschluss machen m&#xF6;chte. Die tadschikische Sch&#xFC;lerin wei&#xDF; noch nicht, ob oder was sie nach der Schule studiert, sie ist sich aber sicher, sie will nicht in Tadschikistan bleiben. Warum wird das Verlassen des Landes bei den jungen Leuten zu einem Lebensziel? Alin Kor hat [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/aus-den-augen-aus-dem-sinn/">Aus den Augen, aus dem Sinn</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><em><strong>„Ich will weg“, beantwortet Asisa die Frage, was sie nach ihrem Schulabschluss machen möchte. Die tadschikische Schülerin weiß noch nicht, ob oder was sie nach der Schule studiert, sie ist sich aber sicher, sie will nicht in Tadschikistan bleiben. Warum wird das Verlassen des Landes bei den jungen Leuten zu einem Lebensziel? <a href="http://daz.asia/blog/aus-den-augen-aus-dem-sinn/">Alin Kor hat für die Deutsche Allgemeine Zeitung</a> vier Personen dazu befragt. Wir übernehmen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Asisa besucht die 8. Klasse einer staatlichen Mittelschule in Duschanbe, der Hauptstadt von Tadschikistan. Mit ihren Mitschülern kommt sie nicht klar: <em>„Sie wollen alle nur heiraten.“</em> Die Lehrkräfte scheinen bei Asisas Berufswahl nicht hilfreich oder überhaupt nicht daran interessiert zu sein. Die Eltern wollen ihre Töchter nach der Schule glücklich verheiratet sehen. Asizas verheiratete Schwester empfiehlt ihr, etwas zu studieren, womit sie später in einer internationalen Firma in der Hauptstadt arbeiten kann.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest mehr auf Novastan:<a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/25-jahre-unabhngigkeit-tadschikistans-komplizierte-geschichte/"> 25 Jahre Unabhängigkeit: Tadschikistans komplizierte Geschichte<br />
</a></strong><br />
<em>„Aber ich will nur weg“,</em> erzählt die 14-Jährige. Niedrige Löhne, Wohnungsnot, Wehrpflicht und Mangel an Möglichkeiten, ein eigenes Geschäft oder Unternehmen zu gründen sind die Hauptgründe der Jugendmigration laut dem Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) <a href="http://staging.ilo.org/public/libdoc/ilo/2010/455257.pdf">„Migration and Development in Tajikistan – Emigration, Return and Diaspora“</a> von 2010.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Von Plattenbau zu Bauhaus</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nigora ist 28 und lebt seit eineinhalb Jahren in Weimar. Sechs Jahre lang hat Nigora Architektur an der Technischen Universität in Duschanbe studiert. Nach dem Studium arbeitete die junge Architektin für ein staatliches Projektierungsbüro. Während ihrer zweieinhalbjährigen Tätigkeit beendete sie 23 Bauprojekte mit einem monatlichen Lohn in Höhe von ca. 120 Euro.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Es gibt keine Zukunft für mich in Tadschikistan als Frau und Architektin – in diesem Bereich herrscht volles Patriarchat. Des Weiteren gibt es keine Entwicklung von Spezialisten – der Markt und der Kunde diktieren den Architekten, was sie machen sollen. Es gibt keine Unterstützung von Kreativität und Entwicklung der modernen Architektur.“</em> Nigora ist mit der <em>„strengen zentralisierten Kontrolle und dem Druck auf den eigenen Stil der Architektur“</em> unzufrieden. „<em>Das Wichtigste ist natürlich eine (bisher fehlende) Basis-Schule, in der man eigene Fähigkeiten schaffen und entwickeln kann.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Nicht als Letztes spielt auch die Geldfrage eine Rolle: „<em>Ich kann als Architektin verdienen, aber nur, wenn ich die sowjetischen Plattenbauten umsetze, wie der Kunde will.“</em> Das alles hat Nigora den Weg erleichtert, ihr Zuhause zu verlassen. Heute studiert sie Europäische Urbanistik an der Bauhaus-Universität in Weimar.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Jovid lebt seinen Pilottraum im Ausland.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Jovid gelang es im Gegenteil schwer, seine Heimat zu verlassen. Der ausgebildete Pilot vom Kyrgyz Aviation College arbeitete vier Jahre lang für eine tadschikische Fluggesellschaft in Duschanbe. „<em>Das war damals schon schwer, in die Fluggesellschaft reinzukommen. Ich hatte keine Beziehungen zu irgendeinem der Mitarbeiter. Alles, was ich hatte, waren sehr gute Noten in meinem Diplom und eine Hoffnung, dass alles, was ich gelernt habe, irgendwo gebraucht wird.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Der damalige Flugdirektor prüfte und testete Jovid, worauf er mit 22 Jahren einen Job als Pilot erhält. Drei Jahre später – eine Zeit voller Schwierigkeiten, Konflikte, Demütigungen und Erniedrigungen, kündigt er.<em> „Ich konnte nicht mehr.“</em> Er bewirbt sich bei internationalen Fluggesellschaften und bekommt schnell eine Stelle bei der nationalen Fluggesellschaft eines anderen Landes. „<em>Es ist nicht gut, wenn dein Schicksal von gierigen und habsüchtigen Chefs abhängt. Wenn du kein „extra“ Einkommen hast, ist jedem egal, was du alles kannst. Niemand braucht dich.“</em> Der 27-Jährige Pilot wohnt heute mit seiner Familie in Maskat (Oman). „<em>Wegen einigen inkompetenten Menschen muss ich heute weit weg von meiner Heimat leben.“<br />
</em><br />
<strong>Brain-Drain in Tadschikistan</strong></p>
<p style="text-align: justify"><a href="http://staging.ilo.org/public/libdoc/ilo/2010/455257.pdf">Laut dem Bericht der ILO </a>nehmen tadschikische Hochschulabsolventen und Graduierte im Brain-drain-Prozess am aktivsten teil (Brain-drain ist ein Begriff, der die Auswanderung hochqualifizierter Fachkräfte ins Ausland bezeichnet, Anm. d. Red.). Dazu zählen auch die besten Graduierten, die mit den Chancen auf dem Arbeitsmarkt in Tadschikistan unzufrieden sind, sowie auch die, die keinen entsprechenden Job in ihrem beruflichen Bereich finden konnten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest mehr auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/die-tadschiken-aussatzige-in-russland/">Die Tadschiken &#8211; Aussätzige in Russland</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">46% aller tadschikischen Migranten sind laut der <a href="http://www.iom.tj/pubs/Impact%20of%20remittances%20in%20Khatlon%20by%20Mughal.pdf">Internationalen Organisation für Migration IMO </a>unter 30. Nur knapp ein Viertel von ihnen (22.3%) hat einen universitären Abschluss, drei Viertel (76.2%) haben einen Schulabschluss</p>
<p style="text-align: justify">Dilbar aus Duschanbe ist Mutter von drei Kindern, und alle drei sind im Ausland. Die Tochter studiert in Kasan (Russland), ein Sohn arbeitet in Toronto (Kanada), und der jüngste Sohn macht sein Bachelorstudium in Deutschland. <em>„In einem Land, in dem Korruption im Bildungs– und Gesundheitswesen den zweiten und dritten Platz abwechselnd teilen, habe ich keine Zukunft für meine Kinder gesehen,“</em> erzählt die Mutter enttäuscht. „<em>Ich gab ihnen meinen Segen, das Land zu verlassen, um ihnen damit eine bessere Zukunft zu ermöglichen zur Erreichung ihrer Lebensziele.“</em></p>
<p style="text-align: right"><strong>Alin Kor</strong><br />
<strong><a href="http://daz.asia/blog/aus-den-augen-aus-dem-sinn/">Deutsche Allgemeine Zeitung,</a> Almaty</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/aus-den-augen-aus-dem-sinn/">Aus den Augen, aus dem Sinn</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/tadschikistan/aus-den-augen-aus-dem-sinn/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bürgerprotest gegen den geplanten Abriss des tadschikischen Majakowski-Theaters</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/burgerprotest-gegen-den-geplanten-abriss-des-tadschikischen-majakowski-theaters/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/tadschikistan/burgerprotest-gegen-den-geplanten-abriss-des-tadschikischen-majakowski-theaters/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[alinkor]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Oct 2016 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Urbanismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=3967</guid>

					<description><![CDATA[<p>W&#xE4;hrend in anderen L&#xE4;nder alte Denkm&#xE4;ler und Geb&#xE4;ude restauriert werden, werden diese in Duschanbe abgerissen. Das Geb&#xE4;ude des Majakowski-Theaters sollte laut Verordnung des Kultusministeriums bereits am 1. Mai 2016</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/burgerprotest-gegen-den-geplanten-abriss-des-tadschikischen-majakowski-theaters/">Bürgerprotest gegen den geplanten Abriss des tadschikischen Majakowski-Theaters</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Während in anderen Länder alte Denkmäler und Gebäude restauriert werden, werden diese in Duschanbe abgerissen. Das Gebäude des Majakowski-Theaters sollte laut Verordnung des Kultusministeriums bereits am 1. Mai 2016 zurückgebaut werden.</strong></p>
<p style="text-align: justify">„Dieses Theater haben unsere Großeltern und Eltern erlebt. Auch unsere Kinder haben es als ein Teil ihres Schullebens identifiziert, da dort alle festlichen Tagesvorstellungen für Kinder stattgefunden haben. Sie wollen uns unsere Geschichte nehmen,“ sagt Madina G., eine Einwohnerin von Duschanbe. Das nach Majakowski benannte Russische Dramentheater in Duschanbe wurde 1937 gegründet. Sein Ensemble hat Vorstellungen in vielen Ländern der Sowjetunion gegeben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Abriss einiger historischer Gebäude in der Innenstadt</strong></p>
<p style="text-align: justify">„Sie wollen, dass wir umziehen. Umziehen in das Gebäude des Kinos „Tadschikistan“, welches sich weit außerhalb der Innenstadt befindet. Es ist doch klar, dass kein Mensch da hingehen wird. Und die Akustik und die Ausstattung des Kinos sind nicht für Theatervorführungen geeignet,” erklärt Gulnora Akhmedova, die stellvertretende Direktorin des Majakowski-Theaters. „Man soll doch den Mut haben, zu sagen, dass man uns nicht mehr haben will.“ <a href="http://news.tj/ru/news/minkultury-nazvalo-svoi-argumenty-po-povodu-snosa-teatra-mayakovskogo">Laut des Kulturministeriums</a> hat das Theater lediglich einen Stock und nur 300 Plätze, was mit dem Profil eines modernen Theaters nicht übereinstimmt. Außerdem, so das  Kultusministerium, „gibt es in der Hauptstadt eine Tendenz zum Bau neuer, moderner Gebäude. Die alten Gebäude passen nicht mehr in die neue Architektur der Stadt.“ Das Majakowski-Theater gehört dazu.</p>
<p style="text-align: justify">Mit dieser Begründung hatte man 2015 auch das alte Teehaus Rochat abreißen wollen. Die Einwohner der Hauptstadt Duschanbe unterschreiben bis heute eine<a href="https://secure.avaaz.org/ru/petition/prezident_Respubliki_Tadzhikistan_Emomali_Rahmon_i_mer_Dushanbe_Mahmadsaid_Ub_Ostanovite_varvarskoe_unichtozhenie_pamyat_1/?abNEKdb"> Online-Petition mit dem Titel &#8222;Lasst uns die barabrische Zerstörung unwiederbringlicher Kulturdenkmäler stoppen&#8220;,</a> die sich an den Präsidenten Emomali Rachmon und an den Bürgermeister Duschanbes, Makhmadsaid Ubaydullaev, richtet. Mittlerweile haben 1.900 Menschen die Petition unterschrieben.</p>
<p style="text-align: justify">Das Abbau des Majakowski-Theaters läuft schon seit dem 23. Juni 2016. Die Szene, der Zuschauerraum, die Garderoben und die Verwaltungsräume sind bereits abgebaut, es stehen nur noch die Wände. Das Inventar wurde ins nahgelegene Staatliche Akademische Lokhuti-Theater transportiert, dort werden vorläufig auch die Vorstellungen stattfinden. Sobald die Bauarbeiten im ehemaligen Kino “Tadschikistan” beendet sind, ist es Zeit für den endgültigen Umzug.</p>
<p style="text-align: justify"><strong><img decoding="async" style="height: 331px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1361/luisa7.jpeg" alt="Majakowski-Theater, Duschanbe, Tadschikistan" /></strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Protest bekannter tadschikischer Künstler und Akademiker</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Künstler richteten eine schriftliche Eingabe mit der Bitte um die Erhaltung des Theaters an den Präsidenten des Landes.  Mit einer ähnlichen<a href="http://www.fergananews.com/news/24712"> Botschaft trat der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Tadschikistans Schodi Schabdolow</a> in Erscheinung: “Man darf nicht Gebäude abreißen, mit denen nicht nur die Theaterkultur des Landes verbunden ist, sondern auch seine politische Geschichte. […] Bis jetzt bezeugt diese Entscheidung der Staatsmacht ihre Versuche, die Erinnerungen an die sowjetische Vergangenheit, […], zu vernichten.”</p>
<p style="text-align: justify">Der bekannte tadschikische Historiker Gafur Shermatov veranschaulichte die Situation anhand eines <a href="http://www.news.tj/ru/news/shermatov-pochemu-my-ne-znaem-tekh-kto-vynosit-nashim-zdaniyam-prigovory">Beispiels</a> „Stellt euch vor, ihr habt absolut gesunde weiße Zähne, und plötzlich, auf einmal, zieht ihr diese und stellt an deren Stelle goldene. So machen wir es immer noch.“</p>
<p style="text-align: right"><strong>Alin Kor</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redakteurin für Novaston.org</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redigiert von Luisa Podsadny</strong></p>
<p style="text-align: right">
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/burgerprotest-gegen-den-geplanten-abriss-des-tadschikischen-majakowski-theaters/">Bürgerprotest gegen den geplanten Abriss des tadschikischen Majakowski-Theaters</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/tadschikistan/burgerprotest-gegen-den-geplanten-abriss-des-tadschikischen-majakowski-theaters/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>25 Jahre Unabhängigkeit: Tadschikistans komplizierte Geschichte</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/25-jahre-unabhngigkeit-tadschikistans-komplizierte-geschichte/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/tadschikistan/25-jahre-unabhngigkeit-tadschikistans-komplizierte-geschichte/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[alinkor]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Sep 2016 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Jubiläum]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=3069</guid>

					<description><![CDATA[<p>Heute feiert Tadschikistan den 25. Jahrestag seiner Unabh&#xE4;ngigkeit. Ein B&#xFC;rgerkrieg und noch w&#xE4;hrende Konflikte zwischen den regionalen und ideologischen Linien pr&#xE4;gten das vergangene Vierteljahrhundert.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/25-jahre-unabhngigkeit-tadschikistans-komplizierte-geschichte/">25 Jahre Unabhängigkeit: Tadschikistans komplizierte Geschichte</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Heute feiert </strong><a href="https://www.liportal.de/tadschikistan/geschichte-staat/"><strong>Tadschikistan</strong></a><strong> den 25. Jahrestag seiner Unabhängigkeit. Seit der Trennung von der Sowjetunion befindet sich das zentralasiatische Land in einer politischen und ökonomischen Dauerkrise. Ein Bürgerkrieg und noch währende Konflikte zwischen den regionalen und ideologischen Linien prägten das vergangene Vierteljahrhundert. Wie veränderte sich Tadschikistan in den letzten 25 Jahren? Rückblick und Analyse.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Mit dem Zerfall der Sowjetunion blieben 1991 auch Moskauer Subventionen aus. Tadschikistan schlitterte so gewissermaßen unfreiwillig in die Unabhängigkeit.</p>
<p style="text-align: justify">In der gleichen Zeit entwickelte sich rasch ein Konflikt um die politische und wirtschaftliche Macht zwischen den drei entscheidenden Kräften: Kommunisten, Demokraten und Islamisten.</p>
<p style="text-align: justify">Dabei war das Ringen um die Macht durch Gewalt geprägt. Bereits 1992 eröffneten Regierungskräfte das Feuer auf Demonstranten. Unmut breitete sich aus.</p>
<p style="text-align: justify">Letztlich gelang es der Opposition, den regierenden Kommunisten Nabijew aus dem Amt zu drängen. Emomali Rachmonow, heute Emomali Rachmon, folgte ihm im Amt. Mithilfe russischer Truppen gewann der neue Präsident sukzessive die Kontrolle über die tadschikischen Institutionen und Straßen.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 399px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1332/14207634_1138283692908482_2684292025229239645_o.jpeg" alt="Rachmon Unabhängigkeit" /></p>
<p style="text-align: justify">Mehr als eine halbe Million Flüchtlinge und bis zu 100.000 Tote waren die traurige Bilanz des Bürgerkriegs. Bis die Konfliktparteien im Juli 1997 unter UNO-Vermittlung einen Friedensvertrag unterzeichneten. Der Partei der <em>Islamischen Wiedergeburt</em> unter Said Abdullah Nuri wurde die Mitarbeit in der Regierung zugesichert.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Sowjetisches Erbe</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die <a href="http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-16201087">Geschichte</a> des Landes ist eng mit den Entwicklungen in der Sowjetunion verbunden: Phänomene wie Kollektivierung, Umsiedlungsaktionen, politische Säuberungen, Sprach- und Schriftreformen prägen das Land und seine Bevölkerung bis heute.</p>
<p style="text-align: justify">Auf der anderen Seite gab es Maßnahmen wie die Alphabetisierung, den Aufbau eines Bildungs- und Gesundheitswesens, von Industrie und Infrastruktur, die das Land zur Modernisierung führten. Davon zehrt Tadschikistan noch heute.</p>
<p style="text-align: justify">Kamol Abdullajew lehrt an der Ohio State University über Zentralasien, war Fellow der Yale University und arbeitet(e) in verschiedenen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen als Analyst und Berater. Der tadschikische Historiker kommentiert die Lage seiner Heimat wie folgt:</p>
<p style="text-align: justify">“Die Tadschiken haben sehr viel von der Diversifikation der Job-Möglichkeiten, persönlichen Freiheit und dem Recht zum Reisen, die mit der Unabhängigkeit kamen und in der UdSSR verboten waren, profitiert.“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Korruptes Bildungssystem</strong></p>
<p style="text-align: justify">„Fast eine Million Tadschiken leben und arbeiten heute außerhalb Tadschikistans. Mobilität ist für viele die einzige Chance zum Überleben und zur Entfaltung ihrer Talente“, stellt Abdullajew fest.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 400px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1332/14206012_1138282876241897_2077845928601938595_o.jpeg" alt="Unabhängigkeit Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Vor allem das mangelhafte Bildungssystem steht vielen Tadschiken im Weg: „Tadschikistans ohnehin schlechtes Gesundheits- und Pflegesystem und der Zugang zur Bildung sind noch schlimmer geworden”, sagt Abdullajew.</p>
<p style="text-align: justify">Und tatsächlich: Die niedrigen Löhne für Lehrkräfte führen zu Korruption. Schüler und Studenten „kaufen“ sich ihre Noten. Der Zugang von Mädchen zu Bildung hat sich insbesondere im ländlichen Raum in den letzten Jahren verschlechtert. Und im ganzen Land ist das Phänomen des Studienabbruchs weit verbreitet – denn selbst Studenten heiraten oft schon mit nur 20 Jahren.</p>
<p style="text-align: justify"><strong><em>Lies auch bei Novastan.org:</em></strong> <a href="https://novastan.org/articles/uniolympiaden-in-tadschikistan-alles-hat-seinen-preis"><em>Uniolympiaden in Tadschikistan: Alles hat seinen Preis</em></a></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wirtschaft und Migration</strong></p>
<p style="text-align: justify">Aussiedlungen und Jugendmigration werden immer häufiger. Viele ethnische Russen zum Beispiel, die während der Sowjetzeit dienstlich nach Tadschikistan geschickt wurden, kehren mit ihren Familien zurück nach Russland.</p>
<p style="text-align: justify">“Kulturell und ethnisch ist Tadschikistan homogener geworden. Tadschikistan ist ein Land der Tadschiken &#8211; und für Tadschiken. Die Nation bewegt sich in Richtung eines mononationalen Staates, in dem nur eine Sprache und eine ethnische Gruppe dominiert. Fast 86% der gesamten Bevölkerung sehen Tadschikisch als ihre Nationalsprache und 100% aller staatlichen Büros nutzen Tadschikisch als offizielle Geschäftssprache”, fügt Abdullajew hinzu.</p>
<p style="text-align: justify"><strong><em>Lies auch bei Novastan.org:</em></strong> <a href="https://novastan.org/articles/einfach-nur-studieren-die-muhen-einer-jungen-studentin-in-tadschikistan"><em>Einfach nur Studieren &#8211; Die Mühen einer jungen Studentin in Tadschikistan</em></a></p>
<p style="text-align: justify"><a href="http://data.worldbank.org/country/tajikistan">»Laut der Weltbank leben 47% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.«</a> Auch deshalb halten sich von den geschätzt 8 Millionen Tadschiken mehr als eine Million als Arbeitsmigranten im Ausland auf. Die meisten gehen nach Russland. Sie erwirtschaften mit ihren Überweisungen knapp die Hälfte des BIP (2014 ca. 3,8 Milliarden US-Dollar).</p>
<p style="text-align: justify">Die westlichen Sanktionen gegen Russland treffen auch Tadschikistan schwer. Die wirtschaftliche Entwicklung ist gedämpft während die Lebenshaltungskosten steigen.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 400px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1332/14206084_1138282296241955_3331309021339458952_o.jpeg" alt="Unabhängigkeit Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Das Bildungs- und Gesundheitswesen sowie alle anderen sozialen Bereiche stagnieren und werden vor allem von internationalen Geberorganisationen am Leben erhalten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Menschenrechte</strong></p>
<p style="text-align: justify">Abdullajew betont: “Tadschikistan hat sich zunehmend autokratisch entwickelt. Trotz der Billionen, welche die USA, die Weltbank und andere westliche Institutionen und Regierungen investiert haben. Und die Armen werden noch ärmer als sie unter den Sowjets waren.“</p>
<p style="text-align: justify">Im Vergleich zur Zeit des Bürgerkriegs verbesserte sich die Menschenrechtslage zunächst deutlich. Tadschikistan ratifizierte alle wichtigen Menschenrechtskonventionen der Vereinten Nationen. Die Verhängung und Vollstreckung der Todesstrafe wurde kraft Gesetzes mit Rückwirkung zum 30. April 2004 ausgesetzt.</p>
<p style="text-align: justify">Für Frauen ist die Todesstrafe gänzlich abgeschafft. Insbesondere wurde 2009 ein sogenannter Ombudsmann &#8211; <em>&#8218;Beauftragter der Regierung für die Wahrung der Menschenrechte&#8216;</em> &#8211; per Dekret des Präsidenten eingesetzt. Seine Wirkmöglichkeiten sind jedoch begrenzt.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 399px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1332/14231888_1138285332908318_138189748230552622_o.jpeg" alt="Unabhängigkeit Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Defizite gibt es aber bei der Freiheit der Medien, bei Rechtsstaatlichkeit, Herstellung menschenwürdiger Bedingungen in Strafvollzugsanstalten sowie innerhalb der Streitkräfte.</p>
<p style="text-align: justify">Seit 2009 ist eine erneute Zunahme polizeilicher, geheimdienstlicher und militärischer Aktionen gegen Repräsentanten und Strukturen der Opposition und der Zivilgesellschaft zu beobachten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Demokratiedefizite</strong></p>
<p style="text-align: justify">Bei den letzten Präsidentschaftswahlen im November 2013 gewann Staatspräsident Rachmon nach offiziellen Angaben mit 86,6 Prozent der Stimmen. Seine neue Amtszeit endet 2020.</p>
<p style="text-align: justify">Echte Gegenkandidaten gab es nicht. Im März 2015 <a href="http://www.laender-analysen.de/zentralasien/pdf/ZentralasienAnalysen87.pdf">fanden Parlamentswahlen</a> statt, bei denen die Demokratische Volkspartei von Präsident Rachmon etwa 80% der Mandate gewann. Die übrigen Sitze gingen an Parteien, die ihm weitgehend folgen.</p>
<p style="text-align: justify">Die einzige in Zentralasien zugelassene islamische Partei (<em>Partei der Islamischen Wiedergeburt</em>) verlor ihre bisherigen zwei Sitze und ist damit nicht mehr im Parlament vertreten. Sie wurde mit einem bewaffneten Aufstand Anfang September 2015 assoziiert, zu einer terroristischen Vereinigung erklärt und im September vom Obersten Gericht verboten.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 400px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1332/14124365_1138279599575558_6687515693538121241_o.jpeg" alt="Unabhängigkeit Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Auch der oppositionellen Sozialdemokratischen Partei Tadschikistan (SDPT) gelang es erneut nicht, in das Parlament einzuziehen.</p>
<p style="text-align: justify">Sowohl die Parlaments- als auch die Präsidentschaftswahlen wurden vom ODIHR (<em>Office of Democratic and Human Rights</em> der OSZE) <a href="http://www.osce.org/odihr/elections/tajikistan/158081">beobachtet und deutlich kritisiert</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Abdullajew kritisiert: “Auf jeder Ebene der Demokratie, der staatlichen Steuerung und der Menschenrechte hat sich die Situation während der letzten 25 Jahre verschlechtert. Die Menschenrechte in Tadschikistan leiden letztlich durch den ‚Kampf gegen den Terrorismus’. Dieser Kampf wurde zynisch und rücksichtslos durch das Regime genutzt, um zivile Freiheiten außer Kraft zu setzen und den Widerstand in der politischen Opposition zu brechen &#8211; nicht nur der von islamischen Kämpfern.”</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Vetternpolitik und Misstrauen gegen die Elite</strong></p>
<p style="text-align: justify">Laut der <a href="http://www.bpb.de/internationales/weltweit/innerstaatliche-konflikte/54708/tadschikistan">Bundeszentrale für politische Bildung</a> beruht das politische System Tadschikistans im Wesentlichen auf personengebundenen Loyalitäten, die je nach machtpolitischen und ökonomischen Erwägungen geknüpft und aufgekündigt werden.</p>
<p style="text-align: justify">Alle Schlüsselpositionen in Politik, Wirtschaft und anderen gesellschaftlichen Bereichen sind mit Vertrauten und Familienangehörigen des Präsidenten besetzt. Formelle – d.h. institutionelle und von persönlichen Beziehungen unabhängige &#8211; Strukturen existieren nur auf dem Papier.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 400px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1332/14231812_1138282676241917_5165248117098977300_o.jpeg" alt="Unabhängigkeit Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Erfahrung mit der Sowjetherrschaft, dem Bürgerkrieg und dem System Rachmon sowie die mangelnden wirtschaftlichen Perspektiven und die grassierende Korruption führen bei großen Teilen der Bevölkerung zu tiefem Misstrauen gegenüber den politischen Eliten und zu Apathie gegenüber politischen Prozessen.</p>
<p style="text-align: justify">“Organisierte und systematisierte Korruption regiert und ist das größte Hindernis für die Hoffnung einer zu realisierenden Reform”, sagt Abdullajew im Gespräch mit Novastan.org.</p>
<p style="text-align: justify">Der Präsident ist laut Verfassung Staats- und Regierungsoberhaupt. Er kontrolliert die Exekutive, Legislative und Judikative, ernennt und entlässt die Provinzgouverneure und ist oberster Armeechef. Im Parlament hält seine Partei, die <em>Volksdemokratische Partei Tadschikistans</em>, die für Verfassungsänderungen notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit.</p>
<p style="text-align: justify">Ende 2015 verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das Emomali Rahmon zum &#8222;Führer der Nation&#8220; erhebt. Das sichert dem Präsidenten und seiner Familie Sonderrechte:</p>
<p style="text-align: justify">Lebenslange Immunität, unbegrenzte Wiederwahl und die Senkung des Alters für Präsidentschaftskandidaten von 35 auf 30 Jahre.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 400px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1332/14241640_1138282149575303_5034968280329760799_o.jpeg" alt="Unabhängigkeit Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Reform wurde im Mai 2016 per Referendum in der Verfassung verankert. Zur Abstimmung stand ein Paket von insgesamt 41 Verfassungsänderungen, das angeblich von 94,5% der Stimmberechtigten zu 92% bejaht worden sein soll.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Medien</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die meisten Medien Tadschikistans sind <a href="http://www.irex.org/resource/tajikistan-media-sustainability-index-msi">nicht unabhängig</a>. Der <a href="http://www.cpj.org/europe/tajikistan/">Druck gegen Journalisten</a> ist groß. Und trotz Zusagen von der Regierung, dass sie ihre <a href="https://rsf.org/en/tajikistan">restriktive Politik</a> gegen <a href="https://www.internews.org/where-we-work/eurasia/tajikistan">unabhängige Medien</a> lockern wolle, kämpfen unabhängig ausgerichtete Projekte weiterhin mit erheblichen Behinderungen.</p>
<p style="text-align: justify">Im Oktober 2010 kam es bei einem Konflikt in der Region Garm zu <a href="http://en.rsf.org/tadjikistan-after-using-civil-war-spectre-to-15-10-2010,38552.html">Behinderungen der Presse</a> und einer Sperrung von Websites unabhängiger Nachrichtenagenturen. Anfang 2012 sperrte die Regierung erneut Websites, auf denen regierungskritische Äußerungen publiziert wurden.  Auch Facebook und Youtube wurden abgeschaltet.</p>
<p style="text-align: justify">Auch bei jüngsten gewaltsamen Auseinandersetzungen in der autonomen Provinz Berg-Badachschan bediente sich die Regierung der Mittel von <a href="http://en.rsf.org/tadjikistan-access-to-one-of-tajikistan-s-main-25-07-2012,43109.html">Nachrichten- und Kommunikationssperren</a>.</p>
<p style="text-align: justify">In der aktuellen Rangliste von Reporter ohne Grenzen, welche die Lage der Pressefreiheit in 180 Ländern bewertet, rangiert Tadschikistan auf dem  150. Platz.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Internationale Politik</strong></p>
<p style="text-align: justify">Seit der Unabhängigkeit etablierte Tadschikistan viele neue Partnerschaften auf internationaler Ebene. <a href="http://www.rusemb.tj/ru/index/index/pageId/633/">D</a><a href="http://www.rusemb.tj/ru/index/index/pageId/633/">ie Russische Föderation</a> und die Volksrepublik China sind die wichtigsten außenpolitischen Partner. 2001 schlossen Tadschikistan, Russland, Weißrussland, Kirgistan und Kasachstan einen Sicherheitspakt.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 400px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1332/14242429_1138279119575606_6781946547122069687_o.jpeg" alt="Unabhängigkeit Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Mit Russland schloss Tadschikistan eine sicherheitspolitische Partnerschaft: ein Vertrag zur Stationierung von derzeit etwa 6.000 russischer Soldaten wurde im Oktober 2012 um weitere 39 Jahre verlängert.</p>
<p style="text-align: justify">Gleichzeitig zeigt sich Russland eher reserviert; etwa wenn es um die politische Unterstützung für die großen Wasserkraftprojekte Tadschikistans oder um die Sicherheit und den Status der zahlreichen tadschikischen <a href="http://tajmigrant.com/">„Gastarbeiter&#8220;</a> geht.</p>
<p style="text-align: justify">Tadschikistan seinerseits berührt seit 2009 vermehrt russische Empfindlichkeiten: Die Regierung forderte mehr Geld für die Stationierung des russischen Militärs, sie legte ein neues Sprachgesetz vor, das Russisch als Amtssprache außer Kraft setzt, sie schaltete den letzten russischen Fernsehsender <a href="http://rtr-planeta.com/about/">RTR Planeta</a> ab und Hetzartikel gegen die russische Führung erscheinen vermehrt in der tadschikischen Presse.</p>
<p style="text-align: justify">Doch bleibt <a href="http://www.nzz.ch/russland-staerkt-seine-position-in-zentralasien-1.18160764">der Einfluss Russlands</a> nach wie vor überaus stark und sei es nur deshalb, weil es auf Tadschikistan <a href="http://www.bpb.de/internationales/europa/russland/173433/analyse-migration-und-nationale-frage">verheerenden wirtschaftlichen Druck</a> ausüben kann.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 399px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1332/14249890_1138283662908485_299367053868428260_o.jpeg" alt="Unabhängigkeit Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">China ist in den letzten Jahren zu einem immer wichtigeren Wirtschaftspartner in Handel, Investitionen und auch Kreditgeber geworden. Auch auf politischer Ebene und in Fragen der Sicherheit hat sich die Zusammenarbeit in den letzten Jahren intensiviert. China, aber auch Indien, werden immer stärker als Partner mit geopolitischem Gewicht wahrgenommen.</p>
<p style="text-align: justify">Es bestehen auch gute Beziehungen zu den USA, der EU sowie ihren Mitgliedsstaaten, dem Iran und Katar. Letzterer ist ein wichtiger Investor.</p>
<p style="text-align: justify">Allerdings verschlechterten sich nach der Unabhängigkeit die <a href="http://centralasiaprogram.org/blog/2013/05/06/if-only-it-was-only-water-the-strained-relationship-between-tajikistan-and-uzbekistan/">usbekisch-tadschikischen Beziehungen</a>. Usbekistan verminte ganze Grenzabschnitte und behinderte den Reise- und Güterverkehr. Auch Querelen um Strom- und Gaslieferungen sowie um die Nutzung der Wasserreserven in Rogun belasten das Verhältnis zum westlichen Nachbarn.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 400px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1332/14305218_1138278702908981_8157832073687707241_o.jpeg" alt="Unabhängigkeit Tadschikistan" /></p>
<p>Nach den 25 Jahren der Unabhängigkeit von der Sowjetunion hat das Land also viel erlebt. Es ist schwierig einzuschätzen, ob sich die Lage verbessert oder verschlechtert hat.</p>
<p>Doch unabhängig davon füllten die Jubiläumsfeiern heute die Straßen des Landes. Stolz feierte man die eigenen Traditionen und die weiter als nur ein viertel Jahrhundert zurückreichende bunte tadschikische Kultur.</p>
<p style="text-align: right"><strong><em>Alin Kor<br />
Autorin und Redakteurin</em></strong>
</p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktion:<br />
Gregor Bauer<br />
Chefredakteur</strong></p>
<p><!--End mc_embed_signup--></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/25-jahre-unabhngigkeit-tadschikistans-komplizierte-geschichte/">25 Jahre Unabhängigkeit: Tadschikistans komplizierte Geschichte</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/tadschikistan/25-jahre-unabhngigkeit-tadschikistans-komplizierte-geschichte/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schweizer Käse und der Kampf tadschikischer Frauen gegen Russlands Krise</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/schweizer-kse-und-der-kampf-tadschikischer-frauen-gegen-russlands-krise/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/tadschikistan/schweizer-kse-und-der-kampf-tadschikischer-frauen-gegen-russlands-krise/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[alinkor]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jan 2016 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Käse]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=827</guid>

					<description><![CDATA[<p>In Tadschikistan f&#xFC;hrt die russische Krise zu sinkenden R&#xFC;ckzahlungen der Arbeitsmigranten. Eine Initiative von UN Women will tadschikischen Frauen helfen, eigene Gesch&#xE4;ftsmodelle zu verwirklichen.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/schweizer-kse-und-der-kampf-tadschikischer-frauen-gegen-russlands-krise/">Schweizer Käse und der Kampf tadschikischer Frauen gegen Russlands Krise</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><em><strong>Die Wirtschaftskrise in Russland hat Auswirkungen bis nach Tadschikistan, wo immer weniger Rückzahlungen ankommen. Die Frauen im Land sind nur selten erwerbstätig. Ein Austausch mit Schweizer Käserinnen soll nun zur Emanzipation und wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Frauen beitragen. </strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Anfang Dezember besuchten vier Schweizer Käserinnen Tadschikistan. Im Rahmen des von UN Women geförderten Projekts „Stärkung von verlassenen Frauen aus Migrantenfamilien in Tadschikistan“ besuchten sie die Gebiete Sughd, das Rascht-Tal und die Hauptstadt Duschanbe.</p>
<p style="text-align: justify">„Das Projekt ist ein Austausch von vier Tadschikinnen und vier Schweizerinnen, die mit der Milchverarbeitung Geld verdienen und ihr Fachwissen teilen wollen,“ sagt die Projektkoordinatorin Martina Schlapbach von UN Women Tajikistan.</p>
<p style="text-align: justify">In einem ersten Teil haben die Käserinnen zusammen die Milchverarbeitungskooperativen „Asamat“ und „Guncha“ besucht, jeweils in <u><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Jirgatol_District">Jirgatol</a></u> (im Nordosten) und in <u><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ghonchi">Gontschi</a></u> (im Norden). Im Februar findet der zweite Teil des Austauschs in der Schweiz statt.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 399px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1090/td_kse4.jpeg" alt="Käse Schweiz Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Frauen treffen sich, um etwas über die Käseverarbeitung in Tadschikistan und der Schweiz zu lernen. Dabei stehen sie selbst, nicht der Käse, im Zentrum. Wie Michela Esposto, Landwirtin aus Glarus, erzählt: „Wir durften die Familienhäuser besuchen, ihr Privatleben sehen. Ich habe die Zeit sehr genossen. Die Frauen wohnen hier mit ihren Familien in Mehrgenerationenhäusern und können zusammen praktisch alles machen!“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Frauenkooperativen in Tadschikistan</strong></p>
<p style="text-align: justify">In den ländlichen Gebieten Tadschikistans sind die meisten Männer nach Russland emigriert oder arbeitslos. Manche Frauen haben sich daher in Frauenkooperativen zusammengeschlossen. Für sie ist dies ein Weg, eigenes Geld zu verdienen, da ihre Männer wegen der russischen Krise nicht genug Geld zuschicken können oder als illegale Einwanderer <u><a href="http://jahonnamo.tj/en/politics/20684-over-30-000-illegal-migrants-deported-from-csto-member-states-csto-secretary-general.html">ausgewiesen wurden. </a></u></p>
<p style="text-align: justify">Tadschikistan ist das Land, in dem Rückzahlungen weltweit den größten Teil des BIP ausmachen – 2014 noch ca. 41 Prozent. Nicht nur der Staatshaushalt, sondern auch die Frauen sind damit stark von ihren Männern abhängig. Die Kooperativen sollen bei niedrigem Rubelkurs und stark sinkenden Rückzahlungen ihr wirtschaftliches Überleben sichern.</p>
<p style="text-align: justify">„Natürlich war es schwierig. Wir haben Gruppen aus Migrantenfamilien gegründet und eine Kasse gestiftet. Am Ende waren wir 30 Frauen. Jede von uns hatte 2-3 Kühe. Dann haben wir uns entschieden, eine gemeinsame Milchhalle zu schaffen. Die Koordinatorin der Frauenkooperative Mamlakat Abdusamatova stellt uns dafür kostenlos ein Gebäude zur Verfügung. Jede Frau hat 1.000 TJS (ca. 130 EUR) in die Kasse getan, um diese ehemalige Scheune zu renovieren. Die Organisation <u><a href="http://www.cesvi.org/projects/tajikistan-eng">CESVI</a></u>, Cooperazione e Sviluppo (Kooperation und Entwicklung), hat uns Geräte gespendet. So haben wir begonnen,“ erzählt Rukhsora Usmonova, Leiterin der Milchverarbeitungskooperative „Guncha“ in Gontschi (Sughd).</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 399px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1090/td_kse2.jpeg" alt="Käse Gontschi Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Frauen haben meist eine sehr traditionelle Rolle in Tadschikistan: viele Hochzeiten sind arrangiert und sie dürfen nicht arbeiten, müssen sich um Familie, Kinder und Haushalt kümmern. Die Arbeitslosigkeit ist im Land problematisch, es fehlt aber an genauen Zahlen: während die tadschikischen Behörden von wenigen Prozent ausgehen, sind es laut <a href="http://www.tj.undp.org/content/tajikistan/en/home/countryinfo.html">UNDP 33 Prozent</a>, der höchste Wert in Zentralasien.</p>
<p style="text-align: justify">Ein Ziel von UN Women ist die wirtschaftliche Förderung der Frauen. Zusätzlich zur häuslichen Arbeit müssen Frauen aus Migrantenfamilien Geld verdienen. Meist lassen sie sich auf einen schlecht bezahlten Job in der Landwirtschaft ein. Die höhere Belastung bringt aber keine Verbesserung des sozialen Status mit sich. In Abwesenheit des Ehemanns wird der Haushalt in der Regel von einem anderen Mann in der Familie oder von der ältesten Frau geleitet.</p>
<p style="text-align: justify">Wie der <u><a href="http://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/D0BE91603F325FCA492575CB00217D1F-Full_Report.pdf">UN-Rapporteur zu Gewalt gegen Frauen Yakin Ertürk</a></u> in seinem Bericht vom 29. April 2009 anmerkt, führt das zu immer stärkerer Belastung, starker Subordination, Missbrauch und großen Schwierigkeiten für die betroffenen Frauen. Emanzipierte Frauen werden von der Gesellschaft nicht positiv aufgenommen. Laut <u><a href="http://reports.weforum.org/global-gender-gap-report-2014/economies/#economy=TJK">Global Gender Gap Index</a></u> stand Tadschikistan 2014 in Sachen Gleichberechtigung bei 142 Ländern auf dem 102. Platz.</p>
<p style="text-align: justify">Für die teilnehmenden Migrantenfrauen soll der Schweizer Käse das nun ändern. Die Produktion und Einführung dieses neuen Guts auf dem lokalen Markt soll als eine direkte Investition in die tadschikische Wirtschaft gegen die Folgen der Russlandkrise wirken.</p>
<p style="text-align: justify">„Mein Mann wurde aus Russland deportiert und arbeitet jetzt mit uns. Er verteilt die Produkte in die Geschäfte. Wir hoffen, dass bald alle unsere Männer aus Russland zurückkehren. Hier werden sie sicherlich ein Job kriegen,“ erzählt Mavchuda.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Besonderheiten des tadschikischen Käses</strong></p>
<p style="text-align: justify">Und der tadschikische Schweizer Käse hat durchaus Potential. Auf dem Programm des Austauschs mit den Schweizer Käse-Expertinnen stand ein fünftägiges Training zur Milchverarbeitung. Bei den Feldbesuchen von Molkereien, Sennereien und landwirtschaftlichen Betrieben haben die Schweizerinnen tadschikische Milchprodukte und Produktionsmethoden kennengelernt.</p>
<p style="text-align: justify">Die Käseverkäuferin und Theaterpädagogin Jelena Moser aus Zürich inspirierten ihre Besuche: „Der Käse wird ganz anders gemacht als in der Schweiz. Es ist alles anders: Die Milchqualität, die Technologien, die Hygiene. Ich fand es sehr spannend, dass man diese Herausforderungen kreativ lösen kann. Ich würde gerne die Rezepte mitnehmen, wie das von Qurut (saure Kugeln aus getrocknetem Joghurt, Anm. D. Red.), sie in der Schweiz mal ausprobieren und schauen, wie die Reaktionen sind.“</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 399px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1090/td_kse3.jpeg" alt="Käse Schweiz Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Käserinnen aus Tadschikistan haben zwar keine offizielle Qualifikation, sind aber schon lange bereit für eigenständige, gut bezahlte Arbeit. „Ich war überrascht, was sie schon alles mit der Milch machen können. Die Milchtradition gibt es in unseren beiden Ländern. Man hat schnell bemerkt, dass die Kolleginnen Ahnung haben, wie man mit der Milch umgeht,“ so Simone Burki, Älplerin, Sennerin und Umweltingenieurin für Graubünden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zukunftsperspektiven</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Frauenkooperative in Tadschikistan beliefern heute lokale Geschäfte im Sughd-Gebiet und im Gebiet Jirgatol mit ihren Produkten: Milch, Kefir, Butter, Sauerrahm, Qurut und teilweise Eis. „Jetzt wollen wir lernen, eigenen Hartkäse herzustellen,“ erklärt Rukhsora.</p>
<p style="text-align: justify">Mavchuda Ablokulova erzählt, dass sie dank des Projekts schon drei Rezepte für Käse kennen: Feta, Robiola und Mutschli. „Bald werden wir noch eine weitere spezielle Schweizer Käsesorte von unseren Schweizer Kolleginnen lernen: Ziger. Sie haben uns Geräte dagelassen, um Käse zu schmieren und auch einen speziellen Schrank für die Aufbewahrung gebaut,“ erklärt sie. Im Februar findet der zweite Teil des Austauschs in der Schweiz statt.</p>
<p style="text-align: justify">Rukhsora wünscht allen tadschikischen Frauen aus Migrantenfamilien, nicht die Hoffnung zu verlieren: „Man braucht einen Leader und eine kleine Kasse mit 3-5 TJS (40-60 Cent) pro Person. So kann man schon viel bewegen.“</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: right"><strong>Alin Kor<br />
Journalistin für Novastan.org</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktion: Florian Coppenrath</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/schweizer-kse-und-der-kampf-tadschikischer-frauen-gegen-russlands-krise/">Schweizer Käse und der Kampf tadschikischer Frauen gegen Russlands Krise</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/tadschikistan/schweizer-kse-und-der-kampf-tadschikischer-frauen-gegen-russlands-krise/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Anisa Sabiri: tadschikische Poetin, Künstlerin, Staatsbürgerin</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/anisa-sabiri-tadschikische-poetin-kunstlerin-staatsburgerin/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/tadschikistan/anisa-sabiri-tadschikische-poetin-kunstlerin-staatsburgerin/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[alinkor]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2015 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=1130</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit ihren 23 Jahren ist Anisa Sabiri eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen Tadschikistans. Ein Portr&#xE4;t.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/anisa-sabiri-tadschikische-poetin-kunstlerin-staatsburgerin/">Anisa Sabiri: tadschikische Poetin, Künstlerin, Staatsbürgerin</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><em>Anisa Sabiri, 23, ist heute eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen Tadschikistans. Im Vergangenen Herbst folgte sie einer Einladung zum PEN-Literaturkongress in Bischkek. Ihr erstes Buch „Devanagrad“, eine Sammlung ihrer Gedichte und Prosastücke, erschien 2014. Ein Porträt. </em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Noch nie war jemand in Tadschikistan so pünktlich wie Anisa Sabiri. Zum Interview in einem schönen Café der Hauptstadt Duschanbe erscheint sie schon vor der abgemachten Uhrzeit. Das Café Abstract in der Innenstadt ist genau der richtige Ort, um sich mit einer Künstlerin zu treffen. Sie trägt loses Haar und wirkt etwas müde nach ihrem letzten Literatursalon. Ein paar Tage zuvor hatte sie im Café Cotton Club dem Publikum ihre neuen Werke vorgelesen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lesen Sie auch bei Novastan.org: </strong><a href="https://novastan.org/articles/bischkek-soll-welthauptstadt-der-literatur-werden"><strong>Bischkek soll Welthauptstadt der Literatur werden</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Anisa hat schon mit 13 Jahren angefangen, Gedichte und Prosa auf Russisch zu schreiben. Das Schreiben kam wie ein Impuls, ihre Gedanken auszudrücken: „Als Kind hatte ich immer viele Fragen, da war ich auf der Suche nach Antworten. Die fand ich nicht in Büchern. Aber Malerei fand ich interessant.“ Es war die Bildkunst, die sie zu ihrem ersten Gedicht inspirierte. Ihr Handwerk lernte sie bei dem berühmten tadschikischen Schriftsteller <a href="http://www.zulfikarov.ru/news">Timur Sulfikarow</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Neben Fiktionswerken und Gedichten ist Anisa auch journalistisch tätig und schreibt für die unabhängigen Internetportale <a href="http://catoday.org/">Ozodagon</a> und <a href="http://www.asiaplus.tj/en">Asia-Plus</a>. Ihren Lebensunterhalt verdient sie vor allem durch ihre regelmäßige Kolumne bei Asia Plus und durch ihre Arbeit als Filmszenaristin. Ihr voriges Jahr erschienenes Buch „Devanagrad“ wurde von der nicht-staatlichen Organisation <a href="http://www.tojnews.org/ru/about/indem">INDEM</a> (Informatik für Demokratie und nationalen Fortschritt) finanziert.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 504px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/938/6.jpeg" alt="Devanagrad Sabiri" /></p>
<p style="text-align: justify">Ihr Studium hat sie in Russland abgeschlossen, an der Moskauer Universität des russischen Innenministeriums (MosU MVD Rossii), die sie mit dem Titel des Polizeileutnant verließ. Nach fünf Jahren in Moskau ist sie in ihre Heimatstadt Duschanbe zurückgekehrt. Beide Orte prägen ihre Sprache: „Ich schreibe auf Russisch und vermische es dabei mit Tadschikisch. Meiner Meinung nach haucht dieser „Sprachenmix“ Leben in Worte.“</p>
<p style="text-align: justify">Wie in einem ihrer <a href="http://www.stihi.ru/2015/01/02/10054">jüngeren Gedichte</a>, wo der erste Vers auf Tadschikisch steht und der zweite auf Russisch:</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Bahor, Bahor omad ba darahtoi andjirin,</em><br />
<em>Ti v etom mire mnogoslovnom, drug moy, ne odin…“</em><br />
<em>[Der Frühling, der Frühling kam zu Feigenbäumen,</em><br />
<em>Du, mein Freund, bist in dieser wortreichen Welt nicht allein]</em></p>
<p style="text-align: justify">„Ein solcher Sprachenmix ist sehr neu in Tadschikistan und wurde noch von keinem so realisiert“, bemerkt sie.</p>
<p style="text-align: justify">Obwohl sie noch so jung ist, hat sie auf dem in Russland sehr bekannten Portalen <a href="https://www.proza.ru/avtor/anisaabidova">proza.ru</a> und <a href="https://www.stihi.ru/avtor/anisaabidova">stihi.ru</a> schon eine breite Leserschaft gewonnen. Anfang Juni <a href="http://www2.asiaplus.tj/ru/news/poetessa-anisa-sabiri-i-poet-tolib-lukmon-poluchili-premiyu-soyuza-pisatelei-tadzhikistana">erhielt sie</a> den Literaturpreis des tadschikischen Schriftstellerverbandes.</p>
<p style="text-align: justify">Die Themen, die sie behandelt, sind breit aufgestellt: „Ich schreibe über eine Beobachtung des Lebens insgesamt. Ich gehe oft am Abend spazieren, beobachte die anderen. Meine Reisen durch Tadschikistan bringen mir auch viel Energie, das ist etwas Besonderes. Ich beobachte mich auch selbst, wie in einer Psychoanalyse.“</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 400px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/938/1.jpeg" alt="Anisa Sabiri Poster" /></p>
<p style="text-align: justify">Politik hält Anisa für etwas Unsinniges. Sie kann sich vorstellen, sich als Aktivistin zu engagieren, um die Gesellschaft zu verändern. Aber in die Politik will sie sich gar nicht einmischen: „Präsident zu werden, heißt nie wieder ein freier Mensch sein zu können. Ich persönlich würde nie Präsident werden. Ich schätze meine Freiheit zu sehr“, sagt sie mit einem Lächeln.</p>
<p style="text-align: justify">In ihren Antworten mischt die junge Frau jedoch gerne Kommentare zu vielen Themen wie Religion, Familie und Philosophie.</p>
<p style="text-align: justify">Zur Lage in Tadschikistan meint Anisa, die Journalistin: „Die Gesellschaft unseres Landes ist nicht tolerant. Wir sind eine junge Nation. Wir wissen nicht, wer wir sind und haben noch keine eigene Identität aufgebaut. Für die Meinungsfreiheit sind wir noch nicht ganz bereit. Es ist erst mal wichtig, das Bildungsniveau zu erhöhen und durch Literatur und Musik die Toleranz zu fördern. Wenn die Jugend sich so über verschiedene Meinungen austauschen kann, ist die Hälfte schon erreicht.“</p>
<p style="text-align: justify">In der <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/2015/">Rangliste der Pressefreiheit</a> von Reporter ohne Grenzen hat sich der Rang Tadschikistans im letzten Jahr von Platz 115 auf Platz 116 (von 180) verschlechtert.</p>
<p style="text-align: justify">„Die Globalisierung läuft zu schnell für junge Kulturen wie die Tadschikistans. Alles Neue kommt aus dem Westen zu uns.  Das ist kein Problem, solange diese Neuerungen den historischen Hintergrund der Länder berücksichtigen.  Manchmal ist es wichtiger, selbst Werte zu verstehen, als dass sie einem aufgezwungen werden. Deswegen haben wir viele Probleme im Land. Die westliche Emanzipation hat unseren Ländern eine höhere Scheidungsrate eingebracht. Die Frauen fühlen sich wie Männer, sie verdienen Geld wie Männer und deswegen existiert das Institut der Ehe nicht mehr.“</p>
<p style="text-align: justify">In Tadschikistan heiraten junge Frauen im Durchschnitt mit <a href="http://visualizing.org/full-screen/152399">Anfang 20</a>, doch Hochzeit kommt für Anisa bisher nicht in Frage: „Vielleicht weil ich noch keinen Mann getroffen habe, den ich heiraten würde. Ehe ist ein sehr seriöser Schritt im Leben, ein sehr wichtiger und verantwortlicher.“ Zuerst möchte sie ihr Studium fortsetzen.</p>
<p style="text-align: justify">Es ist Ramadan und abends trifft man viele junge Leute auf den Straßen, die in die Moschee zum Beten gehen. Deutlich mehr als vor ein paar Jahren noch. Ein <a href="http://www.rferl.org/content/tajik-president-says-200-tajik-jihadists-fight-in-iraq-syria/26595128.html">Teil der Jugend</a> schließt sich gar dem Islamischen Staat an, wie auch <a href="http://www.eurasianet.org/node/73626">vor kurzem</a> der ehemalige Chef der tadschikischen Sonderpolizei „OMON“.</p>
<p style="text-align: justify">„Die <a href="http://www.bbc.com/russian/international/2015/05/150511_tajikistan_beards">Islamisierung des Landes</a> entwickelt sich immer schneller“, bemerkt die junge Schriftstellerin. Und in der Tat ist auch in Tadschikistan die Hidschab-Pflicht <a href="http://comunicom.ru/kultura/68-culture-news/784-khidzhab.html">ein aktuelles Thema</a>. „Wenn ich die Wahl hätte, einen Hidschab zu tragen oder das Land zu verlassen, würde ich wohl die erste Option wählen, um im Land bleiben zu können. Aber es hängt auch vom Kontext ab.“</p>
<p style="text-align: justify">Anisa Sabiri musste schon einmal die schwierige Entscheidung treffen, ob sie länger in Russland bleibt, um weiterzustudieren oder zurückkehrt. „Mit Tadschikistan habe ich eine Verbindung. Etwas, was ich nicht beschreiben kann. Ich kriege hier Inspiration, die mir hilft, weiter zu leben.“</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 900px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/938/7.jpeg" alt="Anisa Sabiri" /></p>
<p style="text-align: justify">Ein erster wichtiger Schritt, um dem Land und der Nation zu helfen, ist für sie das Selbstverständnis. Tadschikistan und sein Volk sind jung, doch sie haben alte Wurzeln. „Wenn das Land auf diesen Wurzeln baut, ist schon ein Schritt zur Entwicklung getan. Ein Kind, das sich alt wähnt, wird sich immer auf dem Erbe seiner Eltern ausruhen. Daher sollten auch wir Tadschiken uns als ein junges Volk verstehen, um unseren eigenen Fortschritt bauen zu können“, teilt Anisa mit.</p>
<p style="text-align: justify">Was zukünftige Pläne der Schriftstellerin betrifft, würde die junge Autorin eine Literaturstiftung gründen, wenn sie das nötige Geld hätte, um die besten Werke von tadschikischen Autoren wie Dschaloliddin Rumi zu übersetzen und auf Deutsch, Englisch und Französisch herauszugeben.</p>
<p style="text-align: justify">Zum Ende des Gesprächs wünscht Anisa in der Reihenfolge Harmonie, Glück für die Verwandten und Freunde, Glück für das Volk, ein Lächeln für jeden Staatsbürger, Ordnung:  „Das Glück eines jeden wird auch mich glücklich machen. Das ist Toleranz. Wenn wir einander erlauben, auf eigene Art glücklich zu sein.“</p>
<p style="text-align: right">
<p style="text-align: right"><strong>Alin Kor<br />
Autorin für Novastan.org, Tadschikistan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktion:<br />
Gregor Bauer<br />
Florian Coppenrath</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/anisa-sabiri-tadschikische-poetin-kunstlerin-staatsburgerin/">Anisa Sabiri: tadschikische Poetin, Künstlerin, Staatsbürgerin</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/tadschikistan/anisa-sabiri-tadschikische-poetin-kunstlerin-staatsburgerin/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Russlands Reize schwinden für tadschikische Migranten</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/russlands-reize-schwinden-fur-tadschikische-migranten/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/tadschikistan/russlands-reize-schwinden-fur-tadschikische-migranten/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[alinkor]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jan 2015 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Gastarbeiter]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=1390</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die W&#xE4;hrungskrise in Russland hat auch Auswirkungen nach Zentralasien. Besonders Tadschikistan bekommt sie &#xFC;ber die R&#xFC;ckzahlungen seiner Migranten zu sp&#xFC;ren.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/russlands-reize-schwinden-fur-tadschikische-migranten/">Russlands Reize schwinden für tadschikische Migranten</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><u><a href="http://www.worldbank.org/en/news/feature/2013/10/02/migration-and-remittance-flows-in-europe-and-central-asia-recent-trends-and-outlook-2013-2016"><em><strong>Daten der Weltbank</strong></em></a></u><em><strong> zufolge ist Tadschikistan mehr als jedes andere Land auf der Welt von den Rückzahlungen seiner Migranten abhängig. 42% seiner Wirtschaft </strong></em><em><strong>hängen</strong></em><em><strong> an dem Geld, das tadschikische Wanderarbeiter &#8211; meistens aus Russland &#8211; nach Hause senden. </strong></em><em><strong>Di</strong></em><em><strong>e neuen Einschränkungen, die der Kreml den Migranten entgegensetzt und vor allem der </strong></em><u><a href="http://www.theguardian.com/business/2014/dec/16/falling-rouble-all-you-need-to-know"><em><strong>sinkende Rubel</strong></em></a></u><em><strong> haben einen starken Einfluss auf Tadschikistan, die ärmste der zentralasiatischen Republiken. </strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Wie Finanzanalyst Bekhruz Khimo <u><a href="http://rus.ozodi.org/content/article/26680026.html">radio Ozodi</a></u> erklärte, könnten Rückzahlungen in der zweiten Hälfte des Jahres 2014 um bis zu 20% zurückgegangen sein.</p>
<p style="text-align: justify">Durch den stürzenden Wechselkurs des Rubels verlieren Migranten und ihre Familien einen großen Teil ihres hart verdienten Geldes beim Umtausch in die lokale Währung. Im Juni war ein tadschikischer Somoni noch weniger als sieben Rubel wert, nun kostet er mehr als 11 Rubel.</p>
<p style="text-align: justify">Im September 2014 zählte die russische Migrationsbehörde 1.2 Mio tadschikische Staatsbürger auf russischem Territorium, dabei hat Tadschikistan eine Gesamtbevölkerung von gerade einmal 8 Mio. Trotz der Währungskrise versuchen viele weiterhin ihr Glück in Russland.</p>
<p style="text-align: justify">&#8222;Hier kann ich keinen Job finden, kein Geld verdienen&#8220;, sagt Alischer, ein 24 Jahre alter Mann aus Bundschikat, im Norden Tadschikistans. &#8222;Aber in Russland gibt es immer etwas zu bauen, zu putzen oder zu laden.&#8220;</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein trüber Arbeitsmarkt </strong></p>
<p style="text-align: justify">Wie viele junge Leute seiner Generation hat Alischer seit seinem Hochschulabschluss 2012 Schwierigkeiten, einen festen Job zu finden.</p>
<p style="text-align: justify">In 2013 maß die Weltbank eine Arbeitslosenquote von 11% in Tadschikistan, die höchste Zentralasiens. Doch Menschenrechtsorganisationen schätzen die reale Zahl von Arbeitslosen auf <u><a href="http://birduino.kg/blog/2014/12/09/iz-tadzhikistana-v-rossiyu-uyazvimost-i-protivopravnaya-ekspluatatsiya-trudyashhihsya-migrantov-i-ih-semej/">bis zu 40%</a></u>. Die Aussichten auf eine Arbeit stehen schlecht, und das bei einem Durchschnittslohn von US$175, dem niedrigsten in der ehemaligen Sowjetunion.</p>
<p style="text-align: justify">Der tadschikische Arbeitsmarkt ist von einem weiten informellen Sektor geprägt, wobei die Landwirtschaft sowohl die meisten Jobs als auch die niedrigsten Löhne bietet.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 667px;width: 500px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/818/img_5325.jpeg" alt="Botschaft Russland Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Nach der Ermordung ihres Ehemanns blieb Gulnora, aus Konibodom in der nördlichen Sughd-Provinz, allein mit ihren beiden Kindern.</p>
<p style="text-align: justify">&#8222;Um meine Kinder und mich zu ernähren, musste ich jeden Tag im Feld arbeiten. Es gab keine andere Arbeit. Irgendwann konnte ich es nicht mehr ertragen und entschied mich, nach Russland auszuwandern.&#8220;</p>
<p style="text-align: justify">Jetzt lebt sie seit sieben Jahr in der russischen Stadt Rostow am Don, zusammen mit ihren Kindern Tolik, 11 und Tatjana, 9.</p>
<p style="text-align: justify">&#8222;Ich habe meine Kinder so erzogen, dass sie nicht als &#8222;Tschurka&#8220; (eine russische Slang-Bezeichnung für Schwarzarbeiter aus der ehemaligen Sowjetunion) bezeichnet werden. Ihre veränderten Namen, ihre russische Staatsbürgerschaft… meine Kinder behalten nichts von ihrem Vaterland.&#8220;</p>
<p style="text-align: justify">Gulnora arbeitet sechs Tage pro Woche von 4 Uhr morgens bis 9 Uhr abends in einer Bäckerei. Im Vergleich zu ihrem früheren Leben ist ihr Gehalt von 120 tadschikischen Somoni (US$23) auf 40,000 Rubel (US$590) pro Monat gestiegen.</p>
<p style="text-align: justify">Viele von denen, die es schaffen, sich in Russland zu etablieren, müssen jedoch unterdurchschnittliche Löhne annehmen. Umed ist ein ausgebildeter Ingenieur aus Tadschikistan. Er lebt und arbeitet seit vier Jahren in Noginsk, in der Nähe von Moskau.</p>
<p style="text-align: justify">&#8222;Von 8 Uhr morgens bis 10 Uhr abends arbeite ich als Lader in einem Warenhaus. Ich verdiene 25,000 Rubel (US$370) im Monat, doch meine russischen Kollegen verdienen 40,000 (US$590) für dieselbe Arbeit. Ich habe keine Rechte, muss es also akzeptieren. Sollte ich irgendwelchen Ärger machen, würden die mich einfach feuern.&#8220;</p>
<p style="text-align: justify">Der tadschikischen Regierung ist die Bedeutung der Rückzahlungen bewusst. Sie unterstützt aktiv die Auswanderung seiner Migranten, da die Geldflüsse, die sie generieren, als ein Faktor für soziale Stabilität gesehen werden.</p>
<p style="text-align: justify">Seit 2013 veröffentlicht die Regierung sogar <u><a href="http://www.migration.tj/index.php/ru/2013-09-20-11-46-43/2013-09-20-12-27-10http:/www.migration.tj/index.php/ru/2013-09-20-11-46-43/2013-09-20-12-27-10">Notizen für Migranten</a></u>, mit praktischen Tipps für Tadschiken, die in Russland arbeiten wollen. Die Regierung hat auch spezifische Russischkurse für zukünftige Migranten eröffnet.</p>
<p style="text-align: justify">Ein Student der pädagogischen Universität, eine der berüchtigtsten Hochschulen des Landes, erinnert sich an eine Rede des Rektors. “Lernt Sprachen! Wenn ihr Chinesisch sprecht, geht in China arbeiten. Wenn ihr Englisch, Französisch oder Deutsch sprecht, geht nach Europa. Sprecht ihr Russisch, arbeitet ihr in Russland.”</p>
<p style="text-align: justify">Kein Wort jedoch über Arbeit in Tadschikistan.</p>
<p><strong>Dieser Artikel wurde ursprünglich bei <a href="http://www.equaltimes.org/russia-s-calling-fades-for-tajik#.VLVVziusUrU">Equal Times</a> veröffentlicht. </strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Alin Kor<br />
Florian Coppenrath</strong></p>
<p style="text-align: right">Redaktion:<br />
Luisa Podsadny</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/russlands-reize-schwinden-fur-tadschikische-migranten/">Russlands Reize schwinden für tadschikische Migranten</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/tadschikistan/russlands-reize-schwinden-fur-tadschikische-migranten/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Uniolympiaden in Tadschikistan: Alles hat seinen Preis</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/uniolympiaden-in-tadschikistan-alles-hat-seinen-preis/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/tadschikistan/uniolympiaden-in-tadschikistan-alles-hat-seinen-preis/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[alinkor]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Jun 2014 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=1731</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 25. April 2014 fand in der Stadt Chudschand in Tadschikistan das Landesfinale der Olympiade f&#xFC;r Geisteswissenschaften statt. Unsere Autorin berichtet.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/uniolympiaden-in-tadschikistan-alles-hat-seinen-preis/">Uniolympiaden in Tadschikistan: Alles hat seinen Preis</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="placeholder_white pull-left"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bildung"><u><strong>Bildung</strong></u><u> </u></a>(von <u><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Althochdeutsch">ahd.</a></u> <em>bildunga</em> ‚Schöpfung, Bildnis, Gestalt‘) bezeichnet die Formung des Menschen im Hinblick auf sein „<u><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mensch">Menschsein</a></u>“, seine <u><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geist">geistigen</a></u> Fähigkeiten. Der moderne dynamische und <u><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ganzheitlich">ganzheitliche</a></u> Bildungsbegriff steht für den lebensbegleitenden Entwicklungsprozess des Menschen, bei dem er seine geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten und seine personalen und <u><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Kompetenz">sozialen Kompetenzen</a></u> erweitert.</div>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Es gibt unzählige Möglichkeiten, um junge Menschen zu fördern. Eine in vielen Ländern praktizierte Variante ist das Veranstalten von Wissenschaftsolympiaden: Dabei werden besonders begabte Jugendliche ausgesucht, die anschließend durch finanzielle Unterstützung von Seiten des Staates zum Motor von Wissenschaft und Technik werden sollen. In Tadschikistan fand im April das Landesfinale der geisteswissenschaftlichen Olympiade statt, ob die Auszeichnungen aber wirklich an die besten Teilnehmer gingen, ist fraglich.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wissenschaftsolympiaden habe eine <a href="http://dic.academic.ru/dic.nsf/bse/116142/Олимпиада">lange Tradition</a>. Bereits im 13. bis 18. Jahrhundert fanden Mathematikwettbewerbe statt, an denen junge Wissenschaftler wie Fibonacci,Tortalia, Bernoulli, EIler, Leibniz und Newton teilnahmen. Diese Wettbewerbe hießen „Olympiade durch Briefe“, weil große Wissenschaftler den jüngeren Aufgaben per Post schickten. Wer als erster alles gelöst hatte, der war der Gewinner.</p>
<p style="text-align: justify">Im Jahr 1934 fand in Leningrad (heute Sankt Petersburg) zum ersten Mal eine Olympiade für Mathematik statt. Teilnehmen konnten Schüler aus der ganzen Sowjetunion. Die Matheolympiade fand von da an regelmäßig statt und wurde rasch zur Tradition. Ab den 60er Jahren führte man städtische, regionale und landesweite Olympiaden in allen Fächern durch.</p>
<p style="text-align: justify">Bis heute sind die Wettbewerbe in allen GUS-Staaten sehr populär. Mittlerweile werden sie nicht mehr nur an Schulen sondern auch an den Universitäten der Republik organisiert; dabei wird zwischen geisteswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Olympiaden unterschieden.</p>
<p style="text-align: justify">Neben dem Ansporn, sich Wissen anzueignen und die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln, dienen die Olympiaden den Studierenden auch zur Berufsberatung. Zudem offenbaren sie die Besten der Studierenden, denen sodann passende Hochschulen empfohlen werden können. Olympiaden zwischen Schülern und Studenten leiten immer nur die Bildungsministerien.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Startschwierigkeiten beim Wettbewerb in Chudschand</strong></p>
<p style="text-align: justify">Am 25. April 2014 fand in der Stadt Chudschand in Tadschikistan das Landesfinale der Olympiade für Geisteswissenschaften statt. Dazu kamen die Gewinner der Spiele zwischen den Fakultäten der einzelnen Universitäten in diese Stadt im Norden des Landes. Jeder Teilnehmer bekam 300-400 TJS (45-60 EUR) für Reisekosten und Verpflegung.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 766px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/658/gesetz.jpeg" alt="Gesetz Olympiade Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Die meisten Teilnehmer brauchten viele Stunden für die Fahrt, weshalb sie schon am Vortag zu der Olympiade anreisten und sich WG-mäßig in der Chudschander Uni einrichteten. Allerdings gab es in der vom Bildungsministerium organisierten Unterkunft zunächst kein Wasser. Erst gegen 1 Uhr nachts wurde die Wasserversorgung ausbessert. Nach 2 Stunden Schlangestehen konnten die letzten sauber ins Bett gehen, um schon drei Stunden später aufzuwachen.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 800px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/658/wohnheim.jpeg" alt="Wohnheim Olympiade Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Am Tag des Wettbewerbs sollten sich alle um 7 Uhr vor dem Gebäude der <u><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Tajikistan_State_University_of_Law,_Business,_%26_Politics">Tadschikischen Staatlichen Universität für Recht, Business und Politik</a></u> einfinden. Doch die Registrierung der Teilnehmer begann erst um 9 Uhr. Junge Konkurrenten – Freunde, Nachbarn und Verwandte aus verschiedenen Städten Tadschikistans – wollten alle den ersten Platz bekommen und warteten gespannt auf den Beginn des Wettkampfs.</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 450px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/658/konferenzraum_in_wohnheim.jpeg" alt="Konferenzraum Wohnheim Olympiade Tadschikistan" />Um 10:30 Uhr wurde die Olympiade offiziell von Rahmatullo Mirboboev, dem Stellvertreter des Bildungsministers, eröffnet. Nachdem alle Teilnehmer einer Studienrichtung jeweils nach Haupt- und Wahlfach in Gruppen eingeteilt worden waren, durften sie schließlich in ihre Auditorien gehen. Mit einiger Verzögerung konnte der Wettkampf beginnen.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 483px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/658/uni_gebude.jpeg" alt="Universität Chudschand" /></p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 450px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/658/buchveranstaltung_an_der_uni.jpeg" alt="Bücher Olympiade Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify"><strong>Zu kompliziert für die Besten der Besten</strong></p>
<p style="text-align: justify">Doch der Wettbewerb konnte keineswegs die Erwartungen aller Teilnehmer erfüllen. Vom Test in der Disziplin „Russisch“ etwa berichtet eine Teilnehmerin, die anonym bleiben möchte: „Das Diktat für die russische Sprache hat uns eine Lehrerin geben, die an der Gastgeberuniversität unterrichtet. Sie laß viel zu klar, jedes Wort Silbe für Silbe betont, wie für einen Schüler der 1. Klasse, und mit allen Kommas.“ Die Studentin kritisiert nicht nur den Diktierstil, sie empfand auch den weiteren Verlauf des Wettbewerbs als unfair: „Nach dem Diktat kam die Ausschussvorsitzende des Fachs „Russische Sprache und Literatur“ persönlich ins Auditorium und teilte die Testfragen aus. Insgesamt waren es 30 Fragen. Ungefähr eine Stunde später kam die Vorsitzende mit einem kleinem Blatt Papier zu dem Mädchen, das neben mir saß.“ Der Zettel sei für sie beide, habe die Frau gesagt. „Ich hatte diese Frau noch nie gesehen und habe nicht verstanden, warum sie uns hilft,“ erzählt die Teilnehmerin. Doch später habe sich herausgestellt, dass sie die Lehrerin ihrer Banknachbarin, Sarvinoz*, sei.</p>
<p style="text-align: justify">Nach Informationen von Novastan gab es im Fach „Russisch“ weitere Unregelmäßigkeiten: kurz nach dem ersten Zwischenfall seien noch zwei Lehrerinnen der Chudschander Universität in den Seminarraum gekommen. Sie hätten sich leise sprechend zu einer Gruppe an den Tisch gesetzt und angefangen, den Test selbst zu schreiben. Nach kurzer Zeit hätten sie den Studenten so sechs Antworten gesagt. Anscheinend dachten sie, dass es viel zu kompliziert für die Besten der Besten des Landes sein könnte. Alle mit Vorwürfen belasteten Lehrer sind wissenschaftliche Betreuer eines der anwesenden Studenten, von denen zwei im Finale Plätze auf dem Siegertreppchen belegten. „Meine Nachbarin, sie studiert an der Universität Chudschand, hat das ganze Diktat aus dem Handy abgeschrieben. Sie hatte mir so dumme Fragen aus dem Test gestellt, und nach den ersten Resultaten hat sie den dritten Platz bekommen. Das kann doch nicht sein!“, erzählt Dilbar* weinend.</p>
<p style="text-align: justify">Nach lauten Auseinandersetzungen der Lehrer wegen der ungerechten Auszählung der Punkte, wurden alle Antwortbögen von der Ausschussvorsitzenden des Fachs „Russische Sprache und Literatur“ erneut kontrolliert und geprüft. Allerdings von eben jener Vorsitzenden, die ein paar Minuten früher ihrer Studentin Sarvinoz in der Olympiade geholfen hatte.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Drei Medaillen, drei Unis, aber vier Gewinner</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Siegerehrung fand noch am gleichen Tag um 20:30 Uhr statt. Drei Studentinnen erreichten die gleiche Punktzahl. Trotzdem bekam nur eine von ihnen &#8211; die Studentin, die an der Universität, an der die Olympiade läuft, studiert – den ersten Platz. Auf die Frage, warum es kein Stechen zwischen diesen Studentinnen gegeben habe, antworteten die Lehrer der Chudschander Universität: „Wir sind hier bei uns zu Hause, und ihr seid als Gäste bei uns. Wenn wir ihr wären, würden wir nicht streiten“.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 450px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/658/ergebnisse.jpeg" alt="Ergebnisse Olympiade Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Ähnliches ist wohl auch vor einem Jahr geschehen, als die landesweite Olympiade in der Stadt Qurghonteppa der Provinz Khatlon durchgeführt wurde. Eine Lehrerin der Universität Duschanbes sagte, dass es eine Art Übereinkommen unter einigen Fächern gab, dass Khatlon die meisten Medaillenplätze bekommt. „Also, es ist immer so: wenn die Olympiade in Duschanbe stattfindet, dann sind die Gewinner aus Duschanbe, und genauso ist es in Chudshand“.</p>
<p style="text-align: justify">Letztendlich sah das Ergebniss der Russischolympiade so aus:</p>
<p style="text-align: justify">1.Platz – <strong>34</strong> Punkte – Chudshand – 1.000 TJS (150 EUR) Preisgeld</p>
<p style="text-align: justify">2.Platz – <strong>34</strong> Punkte – Duschanbe – 800 TJS (120 EUR) Preisgeld</p>
<p style="text-align: justify">3.Platz – <strong>34</strong> Punkte – Duschanbe – kein Preis</p>
<p style="text-align: justify">0.Platz – <strong>33</strong> Punkte – Duschanbe – kein Preis, kein Platz &#8211; <strong>Dilbar</strong></p>
<p style="text-align: justify">3.Platz – <strong>32</strong> Punkte – Duschanbe – 600 TJS (90 EUR) Preisgeld – <strong>Sarvinoz</strong></p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 800px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/658/hngen_der_ergebnissen.jpeg" alt="Teilnehmer Olympiade Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Dilbar hat keinen Platz gewonnen, obwohl sie mehr Punkte als Sarvinoz hatte. Begründet wurde dies mit der Behinderung von Sarvinoz: Sie hat nur ein funktionstüchtiges Bein. Man „schenke“ der Schwerbeschädigten jährlich den 3.Platz und das Preisgeld, um sie für das nächste Jahr motivieren.</p>
<p style="text-align: justify">„Ich verstehe das nicht, wir haben hier doch keine Paraolympiade! Wir wetteifern hier mit unseren Kenntnissen, Dauervorbereitung und mit der hartnäckigen Arbeit der Studenten und Lehrer. Auch Sarvinoz wusste, wohin sie fährt“, empört sich eine Studentin lautstark.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Unzufriedenheit unter den angereisten Teilnehmern</strong></p>
<p style="text-align: justify">Auch in den anderen Fächern der Kategorie Hauptfach, bekamen Vertreter der Provinzhauptstadt im Norden die ersten Plätze, nur im Fach „Geschichte des tadschikischen Volkes“ gewann ein Student aus der Universität aus Duschanbe mit einem Abstand von 12 Punkte den ersten Preis.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 800px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/658/besprechung_der_ergebnissen.jpeg" alt="Olympiade Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Um 10 Uhr am nächsten Tag wurde die ganze Gewinnerliste veröffentlicht. Eine Stunde später konnten die, die mit den Ergebnissen nicht einverstanden waren, Berufung einlegen. Aber die Berufung war rein formell und konnte nicht auf die Resultate einwirken. Zum Beispiel versammelten sich 12 Studenten, die eine Berufung für das Fach „Englisch als Hauptfach“ eingelegt hatten, in einem Raum. Eine Lehrerin, Mitglied des Ausschusses, erklärte: „Eine Studentin hat in der Olympiade für „Englisch als Wahlfach“ teilgenommen, doch sie studiert Englisch im Hauptfach. Wir haben sie ge<em>cancelt</em>. Jetzt seid ihr alle frei. Bitte schön“. Mit dieser Mitteilung verabschiedete sich das „Gericht der Gerechten“, und alle wurden gebeten, in den Saal für die Preisverleihung zu gehen.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 450px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/658/studenten_wollen_die_berufung_einlegen.jpeg" alt="Berufung Olympiade Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Teilnehmer aus Duschanbe, sowie aus verschiedenen Städten der Provinzen Khatlon und Badachschan nahmen nicht an der Verleihungszeremonie der „richtigen Gewinner“ teil. Stolz aber allein feierten die Gastgeber ihren „Gewinn“ unter sich.</p>
<p style="text-align: justify">Die Spiele sind vorbei und die Gewinner haben die Gratulationen entgegengenommen. Über die vertraglichen Wettkämpfe, also abgesprochene Siege, zu sprechen, bedeutet nicht das Rad neu zu erfinden. Eine alte Lehrerin saß mit ein paar Studenten und Lehrern in einem großen Auditorium, weinend teilte sie ganz leise ihre Meinungen und Gedanken mit: „Die Gewinner der wissenschaftlichen Olympiaden zwischen den Hochschulen sind das zukünftige Potential der Wissenschaft und Bildung meines Landes. Wie kann sich das Land entwickeln, wenn diejenigen, die ihre Kenntnisse teilen und Bildung an die Leute tragen sollen, diejenigen sind, die heute Gewinner wurden? Pech, so ein Pech.“ Ohne hartnäckigen Kampf entwickele sich die Wissenschaft nicht. Denn geniale Persönlichkeiten und Nobelpreisträger würden da geboren, wo wissbegierige Geister aufeinander träfen, wo harte Kämpfe für das Erreichen des menschlichen Verstandes durchgeführt würden, meint die Lehrerin. „Aber da, wo alles schon klar ist, da herrschen Pseudowissenschaft und Pseudolehren und so erschleichen sich manche in jüngstem Alter Erfolge durch Abschreiben und Betrug. Das alles bringt das Land zum Rückschritt“.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Text und Bilder von Alin Kor<br />
Journalistin für Novastan.org</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktion: Sophia Sotje</strong></p>
<p>* &#8211; der Name wurde geändert</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/uniolympiaden-in-tadschikistan-alles-hat-seinen-preis/">Uniolympiaden in Tadschikistan: Alles hat seinen Preis</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/tadschikistan/uniolympiaden-in-tadschikistan-alles-hat-seinen-preis/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Zerren um die Ziege &#8211; Buzkashi in Tadschikistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/das-zerren-um-die-ziege-buzkashi-in-tadschikistan-2/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/tadschikistan/das-zerren-um-die-ziege-buzkashi-in-tadschikistan-2/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[alinkor]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Apr 2014 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Buzkachi]]></category>
		<category><![CDATA[Nouruz]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Tradition]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=1860</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wettk&#xE4;mpfe d&#xFC;rfen bei den Nouruz-Feierlichkeiten nicht fehlen. Eines der beliebten Reiterspiele ist Buzkashi: eine Art Polo gespielt mit einem Ziegenrumpf. Eindr&#xFC;cke der Spiele in Bulyoni-Bolo, Khatlon.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/das-zerren-um-die-ziege-buzkashi-in-tadschikistan-2/">Das Zerren um die Ziege &#8211; Buzkashi in Tadschikistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„</strong><em><strong>Wenn zwei Drachen kämpfen, sterben die friedlichen Kleintiere.</strong></em><strong>“</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>So lautet ein altes tadschikisches Sprichwort. Der Wettkampf „Buzkashi“ ist überall in Zentralasien bekannt. Alle Menschen fahren ins Dorf, um das spannende Spiel zu sehen. Alle wollen sehen, wie die stärksten Männer auf Pferden um einen Ziegenkörper kämpfen. Aber wo es Kämpfe gibt, da gibt es auch Opfer. Sponsoren investieren Geld, stellen ihre Pferde den Teilnehmern zur Verfügung und </strong><strong>manche Reit</strong><strong>er verletzen sich während des Wettkampfs, ohne versichert zu sein. Also, wer ist eigentlich ein Opfer in Tadschikistan? Wer ist ein Kleintier und wer ein Drache?</strong></p>
<p><em><strong>Auch bei Novastan.org: <a href="http://francekoul.com/articles/nouruz-ein-zweites-neues-jahr-in-zentralasien">Nouruz, ein zweites neues Jahr in Zentralasien</a></strong></em></p>
<p><strong>Buzkashi in Tadschikistan</strong></p>
<p style="text-align: justify">Zur Nouruz-Zeit finden in Tadschikistan traditionelle Wettkämpfe, wie Pferdeturniere, statt. Ein besonders erwähnenswertes Reiterspiel ist das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Buzkashi">Buzkashi</a>, das alljährlich in den Dörfern und Städten Zentralasiens organisiert wird. Die Geschichte dieses Spiels kann auf die Regierungszeiten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tschingis_Khan">Tschingizhans </a>zurückgeführt werden.</p>
<p><img decoding="async" style="height: 402px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/583/1.jpeg" alt="Schnell, rau und staubig geht es beim Buzkashi zu." /></p>
<p><img decoding="async" style="height: 402px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/583/2.jpeg" alt="Buzkashi nouruz Wettkampf Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">2014 wurde Buzkashi in einem Dorf der Heimatregion des Präsidenten Tadschikistans <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Emomalii_Rahmon">Emomalii Rahmon</a> veranstaltet. Viele Buzkashispieler nehmen am Wettkampf teil, aber nur wenige davon sind herausragend.</p>
<p><img decoding="async" style="height: 402px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/583/3.jpeg" alt="Ohne Helme und teils ohne Sattel Buzkashi Tadschikistan" /></p>
<p>Das Spiel ähnelt dem Polo, wird aber mit dem Rumpf eines Ziegenbocks gespielt.</p>
<p style="text-align: justify">Ziel ist es, den Ziegenbock zu fassen (oder zu „stehlen“), und ihn so lange, wie möglich, zu halten, um die Zuneigung der Zuschauer zu erobern.</p>
<p><img decoding="async" style="height: 402px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/583/4.jpeg" alt="Allen wollen an den Ziegenkörper Buzkashi Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Buzkashi fängt um etwa 9 Uhr morgens und dauert den ganzen Tag. Eine Runde endet nach ca. 20 Minuten und dann wechseln Teilnehmer. Die Anzahl der Teilnehmer ist flexibel; jeder kann teilnehmen. Entweder bildet man eine Gruppe mit 10 oder mehr Personen, oder jeder spielt für sich.</p>
<p><img decoding="async" style="height: 402px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/583/5.jpeg" alt="Die Spieler wechseln, das Publikum bleibt gespannt. Buzkashi Tadschikistan" /></p>
<p><img decoding="async" style="height: 402px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/583/6.jpeg" alt="Spielfeld Buzkashi Tadschikistan" /></p>
<p>Viele Zuschauer fahren ins Dorf, um das alljährliche Spiel zu sehen.</p>
<p style="text-align: justify">Auch ein Feuerwehrwagen ist da, um die Erde vor der Tribüne nass zu machen, sonst werden alle Leute staubig, wenn die Pferde vorbeigaloppieren.</p>
<p><img decoding="async" style="height: 402px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/583/7.jpeg" alt="Gegen den Staub im Einsatz: die Feuerwehr auf dem Buzkashi-Feld. Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Wo es einen Feuerwehrwagen gibt, kann man auch Polizei finden. Die Polizei passt entweder auf Publikum und Spiel auf, oder auf den Sohn des Präsidenten, der kommt, um das Buzkashi in seinem Heimatort zu sehen. Daher wurden alle Kameras kontrolliert.</p>
<p><img decoding="async" style="height: 402px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/583/8.jpeg" alt="Mitfiebern während des Diensts: Polizisten am Buzkashi-Feld." /></p>
<p style="text-align: justify">Der Schlachtkörper des Tiers (&#8222;buz&#8220;, tadschikisch für „Ziege“) muss frühzeitig mit einem Durchschnittsgewicht von 35-40 Kilo vorbereitet sein. &#8222;Früher musste man den Schlachtkörper 72 Stunden im Wasser liegen lassen, damit er schwerer wird, und so konnte man dann den besten Superman in ganz Tadschikistan finden&#8220;, erzählt ein Bürger von Khatlon, &#8211; &#8222;aber jetzt köpft man den Ziegenbock erst kurz vor dem Spiel!&#8220;</p>
<p>Wie in dieser Metzgerei im Markt von Danghara.</p>
<p><img decoding="async" style="height: 896px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/583/9.jpeg" alt="Letzte, aber wichtigste Vorbereitung auf das Spiel: Last Minute-Schlachtung. Buzkashi Tadschikistan" /></p>
<p>Zusätzliche Ziegenböcke und Pferde stehen immer bereit.</p>
<p><img decoding="async" style="height: 402px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/583/10.jpeg" alt="Nachschub an Pferden und Ziegenböcken Buzkashi Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Buzkashi ist nicht nur eine Tradition in Tadschikistan, sondern hat auch eine wirtschaftliche Bedeutung. Für die Zeit des Wettkampfs werden Kleinverkaufsstellen für Souvenirs &amp; Lebensmittel, sowie Cateringpunkte am Ort des Reitsportwettkampfs organisiert.</p>
<p><img decoding="async" style="height: 402px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/583/11.jpeg" alt="Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Buzkashi Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Am Ende des Spiels bekommt der Gewinner den Ziegenbock, mit dem er gespielt hat. Das bringt ihm Ehre. Aber das ist nicht der einzige Preis, sondern die Gewinner können auch Ziegen, Kühe, Kamele (!), Geld, Fernsehgeräte, einen traditionellen Teppich oder wie zuletzt sogar ein Auto bekommen. Die Preise hängen von den Sponsoren und das Geld vom Totalisator ab.</p>
<p><img decoding="async" style="height: 402px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/583/12.jpeg" alt="Nach Spielende zerstreut sich die Reiterschar. Buzkashi Tadschikistan" /></p>
<p><img decoding="async" style="height: 402px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/583/13.jpeg" alt="Wer die Ziege zum Schiedsrichter bringt, wird als Sieger verehrt und reich beschenkt. Buzkashi Tadschikistan" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right"><strong>Text von Alin Kor</strong><br />
<strong>Autorin für Novastan.com, Tadschikistan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktion: Sophia Sotje</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/das-zerren-um-die-ziege-buzkashi-in-tadschikistan-2/">Das Zerren um die Ziege &#8211; Buzkashi in Tadschikistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/tadschikistan/das-zerren-um-die-ziege-buzkashi-in-tadschikistan-2/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nouruz: Ein zweites neues Jahr in Zentralasien</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/nouruz-ein-zweites-neues-jahr-in-zentralasien/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kirgistan/nouruz-ein-zweites-neues-jahr-in-zentralasien/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[alinkor]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Mar 2014 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Fest]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Nourus]]></category>
		<category><![CDATA[Nouruz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=1888</guid>

					<description><![CDATA[<p>Auf den Beginn des Fr&#xFC;hlings warten weltweit viele Menschen sehns&#xFC;chtig und begehen ihn auf unterschiedlichste Weise. In den Zentralasiatischen L&#xE4;ndern ist das nationale Fest Nouruz der Anlass, ihn zu feiern.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/nouruz-ein-zweites-neues-jahr-in-zentralasien/">Nouruz: Ein zweites neues Jahr in Zentralasien</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><em>Auf den Beginn des Frühlings warten weltweit viele Menschen sehnsüchtig und begehen ihn auf unterschiedlichste Weise. Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan sind nur drei Länder Zentralasiens, die den Beginn dieser prachtvollen Jahreszeit und des – in diesem Sinne – neuen Jahres am 20. oder 21. März mit Nouruz, dem altiranischen Neujahrs- und Frühlingsfest, begehen. </em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Erste Erwähnungen des Neujahrsfestes findet man im heiligen Buch &#8222;Awesta&#8220; und damit in der auf den iranischen Religionsstifter Zarathustra zurückgehenden Religion Zoroastrismus, die sich in heidnischen Gebieten Zentralasiens, des Irans, Afghanistans, Pakistans und Transkaukasiens verbreitete.</p>
<p style="text-align: justify">„Ein neuer Tag“ bedeutet „Nouruz“ wörtlich übersetzt. Daraus lässt sich die Bedeutung des Festes leicht erschließen: Der Beginn des neuen Jahres und einer neuen Jahreszeit stehen an diesem Tag im Mittelpunkt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein Fest mit alten Wurzeln</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Tradition dieses Festes entstand vor über 2000 Jahren in Persien und wird heute nicht nur im iranischen Kulturraum, sondern auch auf der Balkanhalbinsel, in der Schwarzmeerregion, im Kaukasus, in Zentralasien und auch im Nahen Osten gefeiert. Heute wird es in all den Ländern und Regionen teilweise sehr unterschiedlich gefeiert, die ursprüngliche Intention dieses Festes wiegt diese Unterschiede jedoch auf. Denn der Beginn der zum überleben notwendigen Aussaht wartete zu Beginn des Frühlings auf die Menschen.</p>
<p style="text-align: justify">Wann Nouruz in Zentralasien Einzug gehalten hat, kann nicht genau gesagt werden, es entwickelte sich jedoch rasch zu einem sehr bedeutenden Volksfest, dem weder die früheren islamistischen Bewegungen noch die Sowjetisierungsmaßnahmen zu Beginn des 20. Jahrhunderts etwas anhaben konnten.</p>
<p style="text-align: justify">Erst vor nicht allzu langer Zeit hat das ehemalige Erntefest begonnen, seine frühere Bedeutung als Neujahrsfest zu verlieren – heute wird es als reines Frühlingsfest betrachtet, als Fest der warmen Tage, des Pflanzen- und Bäumeblühens.</p>
<p style="text-align: justify">Am 19. Februar 2010 wurde Nouruz auf die Initiative verschiedener Länder in einem <a href="http://www.un.org/en/events/nowruzday/">Beschluss der 64. Generalversammlung der Vereinten Nationen</a> als internationaler Nouruz-Tag anerkannt. Am 30. September wurde er von der UNESCO in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Typisch zentralasiatische Bräuche</strong></p>
<p style="text-align: justify">Vor allem in der zentralasiatischen Region wird dieses bedeutende Fest von vielen Ländern auf gleiche Art und Weise begangen. Trotz der oftmals weiten Distanz zwischen den einzelnen Ländern sind gewisse Bräuche unverändert geblieben oder unterscheiden sich nur minimal voneinander.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/nouruz-in-berlin/">Nouruz in Berlin</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Sowohl in Usbekistan, als auch in Tadschikistan und Kirgistan ist es ein Fest der Familie, auf das man sich gemeinsam mit 15 bis 20 Nachbarsfamilien vorbereitet. Die Männer setzen die Blumen und tünchen die Bäume, die Frauen bereiten traditionelle Gerichte, wie Halim, Pelmeni und Samsa zu. Sumalak, Mittelpunkt und Hauptgericht des Festes, hat eine jahrhundertealte Geschichte und schmückt sich mit zahlreichen Sagen über seinen Ursprung.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 450px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/566/sam_9469.jpeg" alt="Sumalak Usbekistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Eine ist jedoch in allen drei Ländern bekannt und verrät zugleich seine Zubereitungsart. Nach ihr war die Erfinderin des Sumalak eine arme Frau, die ihren Kindern einen Hungertod ersparen wollte und so aus der Not heraus ihren größten Kessel mit Wasser und Steinen füllte, um darin ausgewaschenen Weizen zu kochen. Sie schlief dabei jedoch ein und erblickte am nächsten Morgen das Wunder, das über Nacht geschehen war: Der Kessel war gefüllt mit braunem Brei, der nicht nur die Familie der armen Frau, sondern auch alle Verwandte und Nachbarn sättigte.</p>
<p style="text-align: justify">Nach dieser Tradition teilt man den Sumalak auch heute noch mit Freunden und Verwandten. Die Zubereitung dieser Festspeise dauert einen ganzen Tag und unterliegt den Frauen, die sie mit Tänzen und Gesang von Frühlingsliedern gestalten. Auch heute noch werden Steine in den Kessel gelegt. Dieser Brauch dient jedoch lediglich der Tradition: Demjenigen, der eines dieser Steinchen in seinem Teller findet, steht eine glückliche Zukunft bevor.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Einen Monat Frühlingsfest</strong></p>
<p style="text-align: justify">Insgesamt dauert das Fest fast einen ganzen Monat, offiziell ist jedoch zumeist die Rede von nur drei bis sieben Tagen. In dieser Zeit soll jeder Mensch nur gute Taten leisten und gut gestimmt sein, um bis zum nächsten Nouruz glücklich zu leben. Aus diesem Gedanken ist die Tradition geboren, Kinderheime, kranke Menschen und kinderlose Familien aufzusuchen, sie zu dem Fest zu beglückwünschen und ihnen beizustehen.</p>
<p style="text-align: justify">Die Bedeutsamkeit dieses Festes spiegelt sich auch im Umgang vieler Bildungsanstalten mit der Organisation dieser Feierlichkeit wider. Grundsätzlich wird den Schülern und Studenten genehmigt, vor und während der Feierlichkeiten auf den Unterricht zu verzichten. So organisieren beispielsweise Studenten des achten Studiensemesters der Weltsprachen Universität Taschkent einen sogenannten Sumalakabend und ein Mittagessen, zu dem Plow, das Nationalgericht Usbekistans, serviert wird.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 420px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/566/buzkaschi.._credit_robert_blake.jpeg" alt="Buzkaschi" /></p>
<p style="text-align: justify">Auch traditionelle Wettkämpfe, wie Pferdeturniere, Kupkari genannt finden zu dieser Zeit statt. Besonders erwähnenswert ist das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Buzkashi">Buzkashi</a> (oder Kök-Börü, also &#8222;Blauer Wolf&#8220; auf kirgisisch), ein Reitsportwettkampf, der alljährlich in den Dörfern und Städten Zentralasiens organisiert wird. Die Geschichte dieses Spiels kann auf die Regierungszeiten Tschengis-Chans zurückgeführt werden. Das Spiel ähnelt dem Polo, wird aber mit dem Rumpf eines Ziegenbocks gespielt.  Ziel ist es, den Ziegenbock zu erfassen (oder „stehlen“), und ihn so lange, wie möglich, zu halten, um die Zuneigung der Zuschauer zu erobern. Der Schlachtkörper des Tiers (&#8222;buz&#8220;) muss mit einem 35-40 Kilo Durchschnittsgewicht  frühzeitig vorbereitet sein.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/das-zerren-um-die-ziege-buzkashi-in-tadschikistan-2/">Das Zerren um die Ziege &#8211; Buzkashi in Tadschikistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">In der Hauptstadt Bischkeks werden auf dem zentralen Platz „Alatoo“ bereits in der Frühe des Festtages Theateraufführungen durchgeführt, die auch von offiziellen Staatsvertretern besucht werden. Auch Kirgistans Grünanlagen und Parks werden für verschiedenste Wettbewerbe und Pferdespiele genutzt. In den Innenhöfen organisieren Bewohner öffentliche Spiele für Kinder. Das traditionelle Gericht, Plow, darf auch hier nicht fehlen und wird als Festtagsgericht gereicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right"><strong>Alin Kor<br />
Autorin für Novastan.org, Tadschikistan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Emilia Shermamat Kyzy</strong><br />
<strong>Autorin für Novastan.org, Kirgistan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Benazir</strong><br />
<strong>Autorin für Novastan.org, Usbekistan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktion: Olga Zoll</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/nouruz-ein-zweites-neues-jahr-in-zentralasien/">Nouruz: Ein zweites neues Jahr in Zentralasien</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/kirgistan/nouruz-ein-zweites-neues-jahr-in-zentralasien/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Einfach nur Studieren &#8211; Die Mühen einer jungen Studentin in Tadschikistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/einfach-nur-studieren-die-muhen-einer-jungen-studentin-in-tadschikistan/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/tadschikistan/einfach-nur-studieren-die-muhen-einer-jungen-studentin-in-tadschikistan/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[alinkor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Feb 2014 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=1936</guid>

					<description><![CDATA[<p>Muhabbat w&#xFC;rde gerne Sprachen studieren, doch ohne Geld sind in dem Bildungssystem nicht alle gleich.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/einfach-nur-studieren-die-muhen-einer-jungen-studentin-in-tadschikistan/">Einfach nur Studieren &#8211; Die Mühen einer jungen Studentin in Tadschikistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify">Ein schwüler Sommerabend. Muhabbat<a href="#sdendnote1sym" name="sdendnote1anc"><sup>i</sup></a> fährt zu ihren Angehörigen in die Hauptstadt. Sie denkt an den nächsten Morgen und daran, was sie noch alles zu erledigen hat. Außer ihrer Mutter weiß niemand, warum sie wirklich nach Duschanbe fährt. Den Rest ihrer Familie und Freunde hat sie angeschwindelt. Studieren, das will sie. Nicht ohne Ausbildung bleiben, wie ihre Schwestern und Freundinnen. Sie will zur Universität gehen, denn seit ihrer Kindheit hat sie einen Traum: später einmal nach Amerika auswandern, für immer.</p>
<p style="text-align: justify">Die Hauptstadt! Mit ihren 20 Jahren hat Muhabbat noch nie ihr Heitmatdorf verlassen. Angekommen bei ihren Angehörigen hofft das Mädchen auf einen herzlichen Empfang. Aber da hat sie sich getäuscht, denn in die Stadt läuft vieles anders. Die Menschen sind nicht gutmütig wie die Leute vom Dorf. Keine Spur von Einfachheit und Aufgeschlossenheit. Trotz des kühlen Empfangs und der Unzufriedenheit ihrer Verwandten bleibt aber das magische Gefühl, dass bald ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Muhabbat versucht, alle dunklen Gedanken zu verdrängen und freut sich auf den nächsten Tag.</p>
<p style="text-align: justify"><u><strong>Ein neues Kapitel</strong></u></p>
<p style="text-align: justify">Der erste Morgen ihres neuen Lebens. Es ist 7 Uhr. Noch keine Studentin, aber auch kein Schulmädchen mehr. Vor dem Universitätsgebäude hat sich eine große Menschentraube gebildet aus jungen, etwas verloren wirkenden Leuten, so wie sie. Nachdenklich sucht Muhabbat in dieser Menge ein bekanntes Gesicht, doch sie findet keins. Nachdem sie das Tor der berühmten Universität durchschreitet, sucht sie zielstrebig die Fremdsprachenabteilung auf. Schon vor dem ersten Beratungsgespräch ist ihre Entscheidung gefallen. Englisch will sie studieren, da ist sie sich sicher.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 450px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/542/1_2.jpeg" alt="Das Tadschikische Institut für Unternehmertum und Service" /></p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Nur noch die Aufnahmeprüfung trennt sie von ihrem Glück. Gebannt wartet sie nach dem Tests auf ihre Ergebnisse. Mit Erschrecken stellt sie beim Blick auf den Aushang fest, dass es nicht gereicht hat, drei Punkte fehlen ihr. War es das jetzt? Alles vorbei?! Im Kopf des junges Mädchens geht alles drunter und drüber – was soll sie jetzt bloß ihrer Mutter, ihrer Familie sagen? Seit der 7. Klasse hat sie Englisch auf der Schule in ihrem Dorf gelernt. Zwei Jahre lang brachten die Lehrer ihnen das Alphabet bei – den Rest mussten die Schüler sich selbst aneignen. Nach der Schule fing Muhabbat an, Koreanisch zu lernen – auch das im Selbststudium.</p>
<p style="text-align: justify">Sie war schon immer ein ehrgeiziges und zielstrebiges Mädchen, das einzige Kind in der Familie, das sich dem Vater widersetzte und nicht direkt nach dem Schulabschluss heiratete. Stattdessen blieb sie an der Schule um zu arbeiten. Sportlehrerin, Englisch- und Tadschikisch-Lehrerin, Putzfrau, für keine Arbeit war sie sich zu fein. Der Vater von Muhabbat arbeitet als Taxifahrer, ihm war an der Bildung seiner Kinder nicht viel gelegen. Drei Töchter hat er zur Frau gegeben, seine Söhne fuhren nach Russland um dort Geld zu verdienen. Nur die eine Tochter schlich sich abends aus dem Haus, um am Englischunterricht teilzunehmen.</p>
<p style="text-align: justify"><u><strong>Jeder bekommt eine zweite Chance</strong></u></p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 443px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/542/2_2.jpeg" alt="Die Tadschikische Technologische Universität" /></p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Die Aufnahmeprüfung, die ihr einen Studienplatz mit einem staatlichen Stipendium garantiert hätte, hat Muhabbat nicht bestanden. Nur einen Gedanken hat sie im Kopf – wie soll sie jetzt ihr Studium finanzieren? Eintausend Dollar braucht sie für die Studiengebühren, doch wo hernehmen? Von ihrer armen Mutter? Aber Muhabbat hat Glück im Unglück. Die Zulassungskommission schlägt sie für das Studium der deutschen Sprache vor – da dieses Fach weniger begehrt ist, sind noch Plätze frei, und mit fünfhundert Dollar sind die Studiengebühren auch nur halb so hoch. Muhabbat weiß zwar nicht genau, wo Deutschland liegt – es gab keinen Erdkundeunterricht an ihrer Schule – aber sie ist sich sicher, dass es auch dort schön ist.</p>
<p style="text-align: justify">15 Tage hat die junge Studentin, um die fünfhundert Dollar aufzutreiben. Sie verschuldet sich, bei der Tante, dem Onkel, Verwandten und Bekannten. Bei allen, außer ihren Eltern. Die Hälfte des Geldes bekommt sie so beisammen. Nachdem das erste Semester bezahlt ist, kann sie aufatmen. Doch Muhabbat weiß, sechs Monate gehen schnell vorbei. Sie braucht jetzt einen Job, anders wird sie sich das Studium nicht leisten können.</p>
<p style="text-align: justify"><u><strong>Studieren und/oder arbeiten?</strong></u></p>
<p style="text-align: justify">Die junge Studentin findet einen Job als Geschirrspülerin. Von acht Uhr abends bis fünf Uhr morgens arbeitet sie, für zehn Dollar pro Tag. Müde und schläfrig kommt sie nach der Arbeit ins Wohnheim. Umziehen, zur Uni&#8230; mit rot unterlaufenen Augen und einem hohlwangigen Gesicht. Der graue Star macht ihr zu schaffen, auf dem Dorf musste sie bei Kerzenlicht ihre Hausaufgaben erledigen und machte sich dabei die Augen kaputt. Eigentlich braucht sie eine Augen-OP, doch das Geld reicht nur für Konkaktlinsen. Irgendwie muss sie sich schließlich ihr Studium finanzieren.</p>
<p style="text-align: justify">Einen Rückzieher zu machen kann sie sich jetzt nicht mehr erlauben, und Zeit für Zweifel hat sie auch keine. Im Studium hängt Muhabbat hinterher: Sie fiel in einer Prüfung durch, da die Zeit nicht reichte für das viele Vokabelpauken. Und schlimmer noch: Das Geld, das sie für das zweite Semester beiseite gelegt hatte, zerrinnt in ihren Händen. An der Universität muss man für alles selbst aufkommen – für die Putzfrau, die die Hörsäle reinigt, für neue Teppichläufer für den Flur, für die Glühbirnen, die Kreide, das Klassenbuch. Und das sind nur die Nebenkosten – das, was man zahlen muss, um am Unterricht teilnehmen zu dürfen. Prüfungswiederholungen kosten auch, und zwar 5 Somoni (ca. 1$) pro Versuch. So pendeln viele Studenten zwischen Arbeit und Studium, und scheitern oft an beidem.</p>
<p style="text-align: justify">Eine <a href="http://rus.ozodi.org/content/article/25048740.html">Umfrage </a><a href="http://rus.ozodi.org/content/article/25048740.html">unter Studenten</a> von Radio Ozodi (Radio Free Europe in Tadschikistan) hat ergeben, dass nur 10,6% der Befragten glauben, dass die Leistungen bei der Aufnahmeprüfung das ausschlaggebende Kriterium sind. Eine Mehrheit von 56,5% ist der Ansicht, dass das Geld entscheidet. Nicht ohne Grund kam die Agentur für Korruptionsbekämfpung in Tadschikistan zum Ergebnis, dass das Bildungsministerium und mit ihm die Hochschulen zu den korruptesten Institutionen des Landes gehören.</p>
<p style="text-align: justify">Indessen <a href="https://www.google.com/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=2&amp;cad=rja&amp;ved=0CC4QFjAB&amp;url=http://unesdoc.unesco.org/images/0015/001555/155515e.pdf&amp;ei=4cANU9y9E8GXtAbtjYHIBw&amp;usg=AFQjCNGBeVRYvg0dwSs5FyT6VYyWWr7JLQ&amp;bvm=bv.61965928,d.Yms">berichtet</a> eine Studentin einer Tadschikischen Universität davon, wie sie sich eine gute Note erkauft hat: „Ehrlich gesagt war ich nie wirklich gut in dem Fach. Ich habe ein bisschen Geld zusammengespart, dann ging ich zum Professor. Er sagte mir, dass er meine Abschlussarbeit für mich schreiben kann, wenn ich das selbst nicht schaffe. Ich zahlte ihm insgesamt 290 Somoni (ca. 60$) und bekam eine 2 als Note.“ Noch schlimmer sind die Zustände an der Medizinischen Fakultät, wo man über „Vermittler“ gegen eine <a href="http://rus.ozodi.org/content/article/25060967.html">Zahlung von 25.000$</a> einen garantierten Studienplatz bekommt.</p>
<p style="text-align: justify">So hat auch Muhabbat mit den Kosten des Studiums in Tadschikistan zu kämpfen. Die Zahlung der Semestergebühren steht an, und dabei steckt sie doch ohnehin schon bis zum Hals in Schulden. Um das restliche Geld auf der Arbeit zu verdienen ist die Zeit zu knapp, die erste Zahlungsfrist hat sie bereits verpasst. Der Dekan drohte ihr mit der Ausweisung, ihre Tränen konnte sie nicht mehr zurückhalten. Man wirft sie heraus mit den Worten: „Trau dich ja nicht, ohne das Geld wiederzukommen.“</p>
<p style="text-align: justify">Sie verlässt das Unigebäude. Was soll sie nun tun? Sich weiter verschulden, bei Kommilitonen, Nachbarn, Verwandten?</p>
<p style="text-align: justify">Achtzig Dollar fehlen ihr… Es ist 11 Uhr abends, bis zur letzten Zahlungsfrist bleiben Muhabbat noch 9 Stunden. Erschöpft ist sie, und ihr ist kalt. Sie setzt sich auf eine Bank und wählt die Handynummer ihrer Mutter. Sie will ihr alles beichten, die nicht bestandenen Prüfungen und den ganzen Rest der Wahrheit. Aber plötzlich…</p>
<p style="text-align: justify">Muhabbat sieht, wie ein Jeep neben ihr hält. Ein Mann öffnet das Fenster an der Fahrerseite und ruft ihr etwas zu. Es regnet, und Muhabbat versteht nicht, was er sagt. Diesmal lauter: „Steig ein, ich nehm dich mit.“ Das Mädchen vom Dorf steigt ein in den Jeep. Auf die Frage wie es ihr geht, erzählt sie ihm alles…</p>
<p style="text-align: justify">8 Uhr morgens, an der Universität. Muhabbat geht zur Kasse und zahlt die Studiengebühren für das zweite Semester. Sie bekommt eine Quittung, geht zum Dekanat der Fakultät und schreibt eine schriftliche Erklärung für den Grund ihrer verspäteten Einzahlung. Nun möchte sie in den Hörsaal, doch im Klassenbuch ist sie aufgrund ihrer Abwesenheit vermerkt und muss nochmal zum Dekanat zurück, 5 Somoni Strafe für ihr Zuspätkommen. Sie zahlt das Geld, und das Studium kann weitergehen.</p>
<p style="text-align: justify"><u><strong>Bildungsanspruch und Realität</strong></u></p>
<p style="text-align: justify">„Alle Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen müssen Erleichterungen für Mädchen aus ländlichen Regionen bei der Zulassung und Weiterbildung schaffen“, lautet das Gesetz der Republik Tadschikistan „Über die staatliche Garantie der Gleichberechtigung von Mann und Frau und der Verwirklichung ihrer Chancengleichheit“ vom 1. März 2005. Aber viele Studien zeigen, wie schlecht es um die Gleichberechtigung der Geschlechter steht – insbesondere auf dem Land. Verglichen mit 31% aller Jungen eines Jahrganges beginnen nur <a href="http://www3.weforum.org/docs/WEF_GenderGap_Report_2013.pdf">16% aller Mädchen</a> ein Studium. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede in Tadschikistan beginnen bereits in der Schule und setzten sich später an den Unis fort, wo Frauen aus ländlichen Regionen stark unterrepräsentiert sind.</p>
<p style="text-align: justify">Hinzu kommt, dass das im tadschikischen Frauenideal Ehe und Kinder eine zentrale Rolle einnehmen. Zu Zeiten der Sowjetunion war es durchaus möglich, Karriere mit Familie zu vereinbaren. Doch unter den heutigen wirtschaftlichen Bedingungen müssen sich die meisten Frauen zwischen Hochzeit und Studium entscheiden. Und fällt ihre Wahl auf das Studium, müssen sich viele auf erheblichen Widerspruch der Eltern einstellen. Insbesondere in Familien aus ärmeren Verhältnissen ist es üblich, die Töchter bereits im Alter von 19 oder 20 zu verheiraten, was vielen die Entscheidungsmöglichkeit nimmt.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 400px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/542/3.jpeg" alt="Tadschiksiches Diplom" /></p>
<p style="text-align: justify">Junge Studierende in Tadschikistan nehmen einiges auf sich, um das begehrte Dokument mit der Aufschrift „Diplom“ zu erhalten. Nur wenige Frauen wagen es, sich gegen den Widerstand ihrer Eltern durchzusetzen und ein Studium zu beginnen – mit höchst ungewissem Ausgang.</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: right"><strong>Alin Kor<br />
<span style="font-size: 13px">Journalistin für Novastan.org Tadschikistan</span></strong>
</p>
<p style="text-align: right"><strong><span style="font-size: 13px">Redaktion : Alexander Maier</span></strong></p>
<p><a href="#sdendnote1anc" name="sdendnote1sym">i</a>Der Name wurde geändert</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Quellen</strong></p>
<p><strong>Radio Ozodi (RU)</strong></p>
<p><em><a href="http://rus.ozodi.org/content/article/25048740.html">Можно ли в Таджикистане стать студентом без денег?</a> </em>(Kann man in Tadschikistan ohne Geld Student werden?)</p>
<p><em><a href="http://rus.ozodi.org/content/article/25060967.html">$25 000 (!!!) за поступление в медицинский университет?</a> </em>($25 000 um auf die medizinische Universität zu kommen?)</p>
<p><strong>UNESCO</strong> – Education for All Global Monitoring Report 2008 – <a href="http://unesdoc.unesco.org/images/0015/001555/155515e.pdf">Tajikistan country case study</a></p>
<p><strong>World Economic Forum</strong> – <a href="http://www3.weforum.org/docs/WEF_GenderGap_Report_2013.pdf">The Global Gender Gap Report 2013</a></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/einfach-nur-studieren-die-muhen-einer-jungen-studentin-in-tadschikistan/">Einfach nur Studieren &#8211; Die Mühen einer jungen Studentin in Tadschikistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/tadschikistan/einfach-nur-studieren-die-muhen-einer-jungen-studentin-in-tadschikistan/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
