<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Souveränität Archives</title>
	<atom:link href="https://novastan.org/de/tag/souveraenitaet/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://novastan.org/de/tag/souveraenitaet/</link>
	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Sat, 28 Feb 2026 13:27:56 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.1</generator>

<image>
	<url>https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/08/cropped-Logo_2_2000-1700-300DPI-32x32.png</url>
	<title>Souveränität Archives</title>
	<link>https://novastan.org/de/tag/souveraenitaet/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Geschichtsnarrative als Waffe: Warum Russland die Souveränität Zentralasiens anzweifelt</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/geschichtsnarrative-als-waffe-warum-russland-die-souveraenitaet-zentralasiens-anzweifelt/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/geschichtsnarrative-als-waffe-warum-russland-die-souveraenitaet-zentralasiens-anzweifelt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Feb 2026 13:27:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Dugin]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sergej Lawrow]]></category>
		<category><![CDATA[Souveränität]]></category>
		<category><![CDATA[Wladimir Solowjow]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=44126</guid>

					<description><![CDATA[<p>Immer wieder stellen russische Politiker:innen und Medienschaffende die Souver&#xE4;nit&#xE4;t der zentralasiatischen Staaten in Frage. Hook zeichnet die Entwicklung nach und stellt ein neues Buch vor, dass sich mit Russlands neuem, alten Imperialismus besch&#xE4;ftigt. Russische Propagandaorgane begannen das Jahr 2026 mit der Verk&#xFC;ndung der aggressiven neoimperialistischen Ambitionen des Kremls &#x2013; insbesondere mit Drohungen, den L&#xE4;ndern des [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/geschichtsnarrative-als-waffe-warum-russland-die-souveraenitaet-zentralasiens-anzweifelt/">Geschichtsnarrative als Waffe: Warum Russland die Souveränität Zentralasiens anzweifelt</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Immer wieder stellen russische Politiker:innen und Medienschaffende die Souveränität der zentralasiatischen Staaten in Frage. Hook zeichnet die Entwicklung nach und stellt ein neues Buch vor, dass sich mit Russlands neuem, alten Imperialismus beschäftigt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Russische Propagandaorgane begannen das Jahr 2026 mit der Verkündung der aggressiven neoimperialistischen Ambitionen des Kremls – insbesondere mit Drohungen, den Ländern des Kaukasus und Zentralasiens ihre Souveränität zu entziehen. Diese Drohungen beunruhigen die einen und überraschen die anderen, die mit Russlands politischen Traditionen nicht vertraut sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Blick in die Geschichte zeigt jedoch, dass solche Narrative Moskaus typische Vorgehensweise darstellen. Die historische Tradition des russischen Imperialismus wurde aus neuen Perspektiven untersucht und kürzlich in dem Buch <a href="https://www.perishedcivilization.com/about">Isschewnuwschaja Tsiwiilisatsija</a> („Die verschwundene Zivilisation“) veröffentlicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Große Geschenke“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Fragwürdige Äußerungen russischer Diplomaten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Bezug auf Zentralasien gibt es nicht erst seit Kurzem. Beispielsweise <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/12/13/kazakhstan/">erklärte</a> der russische Diplomat <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wjatscheslaw_Alexejewitsch_Nikonow">Wjatscheslaw Nikonow</a> im Jahr 2020 im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Perwy_kanal">Ersten Kanal</a>: <em>„Das Territorium Kasachstans ist ein großes Geschenk Russlands und der Sowjetunion.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss daran sandte Kasachstans Außenministerium eine Note an Nikonow, in der es feststellte, dass <em>„die immer häufiger auftretenden provokativen Angriffe einiger russischer Politiker gegen Kasachstan den Bündnisbeziehungen ernsthaften Schaden zufügen“</em>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Usbekistan ist kein Gemüsegarten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2023 <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2023/09/13/fyodorov/">protestierte</a> der russische Abgeordnete Jewgenij Fjodorow gegen die <em>„illegale Abspaltung der Republiken von der Sowjetunion“</em>. Fjodorow war der Ansicht, dass dies die territoriale Integrität des heutigen Russlands verletze und dass man gegen die nun unabhängigen Republiken „kämpfen“ müsse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abgeordnete des Oliy Majlis (Parlement Usbekistans) bezeichneten Fjodorow als <em>„einen weiteren Fantasten“</em>, und der Abgeordnete Odiljon Tojiyev merkte an, dass die Verfassung „über allen Gesetzen“ stehe und dass Artikel 72 der Verfassung besagte: <em>„Jede Unionsrepublik behält das Recht, frei aus der UdSSR auszutreten.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im November desselben Jahres <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2023/11/16/deputies/">erklärte</a> der russische Duma-Abgeordnete Pjotr ​​Tolstoi, dass die Beschäftigung von Bürgern aus Ländern, in denen Russisch nicht Amtssprache ist, „eingeschränkt“ werden sollte. Der Abgeordnete merkte außerdem an, dass Russland von den ehemaligen Sowjetrepubliken erwarte, dass sie Russisch und keine andere Sprache lehrten, da diese <em>„versuchten, die russische Sprache durch ihre eigenen Nationalsprachen zu ersetzen“</em>.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Der usbekische Parlamentarier Bobur Bekmurodov antwortete: <em>„Usbekistan ist nicht Tolstois Gemüsegarten. Er soll sich um die Probleme seiner Bürger und seines Landes kümmern. In Usbekistan ist Russisch die Sprache der freien Kommunikation. Wir verdienen den Status eines Verbündeten. Tolstoi aber nicht.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember 2023 schlug <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sachar_Prilepin">Sachar Prilepin</a>, Ko-Vorsitzender der Partei „Gerechtes Russland“, die <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2023/12/21/zahar-prilepin/">Annexion Usbekistans und anderer ehemaliger Sowjetgebiete</a> durch die Russische Föderation vor. Prilepin argumentierte, dass <em>„niemand dies verbieten würde“</em> und dass die Tatsache, dass eine gewisse Anzahl <em>„unserer Bürger“</em> in diesen Ländern lebt, eine Aneignung rechtfertige.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Abgeordnete Bekmurodov warnte Prilepin vor strafrechtlicher Verfolgung: <em>„Solche Ansichten, die von Prilepin und anderen russischen Politikern vertreten werden, sind nichts weiter als eine Illusion. Ob es einem gefällt oder nicht, Usbekistan ist ein unabhängiges Land mit starker Souveränität.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Pässe für „Gastarbeiter“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2024 meldete sich <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Michailowitsch_Mironow">Sergej Mironow</a>, Vorsitzender von „Gerechtes Russland“, <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2024/09/04/citizenship/">zu Wort</a>. Er schlug ein Moratorium für die Vergabe der russischen Staatsbürgerschaft an Menschen aus Zentralasien vor und argumentierte, dass die <em>„Massenvergabe von Pässen an Gastarbeiter nur einer Mafia korrupter Beamter zugutekomme“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober desselben Jahres <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2024/10/21/sergey-mironov/">äußerte</a> Mironow seine Empörung darüber, dass das usbekische Generalkonsulat in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kasan">Kasan</a> seine Bürger vor einer Teilnahme am Krieg Russlands gegen die Ukraine gewarnt hatte, und forderte die Einführung einer Visumpflicht für Usbek:innen. Er erklärte außerdem, Usbekinnen bräuchten in Russland kein Matkapital [eine Art einmaliges Kindergeld, Anm. d. Ü.] und <em>„solche Bürger sind hier nicht erwünscht“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/gibt-es-keinen-russischen-arzt-tadschikische-mediziner-ueber-fremdenfeindlichkeit-in-russland/"><strong>„Gibt es keinen russischen Arzt?“ – Tadschikische Mediziner über Fremdenfeindlichkeit in Russland</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bobur Bekmurodov erklärte, Usbekistan werde niemals zulassen, dass seine Bürger in Kriege hineingezogen werden. <em>„Unser Konsulat hat jedes Recht, unsere Mitbürger vor Handlungen zu schützen, die in Usbekistan als illegal gelten. Das ist selbstverständlich und gerechtfertigt. [Darüber hinaus] tragen unsere Landsleute mit ihrer Arbeit zur russischen Wirtschaft bei. Sie zahlen Steuern. Sozialleistungen mit Handlungen zu vergleichen, die Menschenleben bedrohen, zeugt von Ignoranz und Absurdität“</em>, betonte der Abgeordnete.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Diplomatische Unverschämtheit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2025/04/25/sergey-lavrov/">Besuch</a> des russischen Außenministers <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Wiktorowitsch_Lawrow">Sergej Lawrow</a> in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samarqand">Samarkand</a> löste in Usbekistan eine öffentliche Debatte aus, nachdem er sich am Denkmal der „Trauernden Mutter“ geäußert hatte. Das Denkmal trägt auf beiden Seiten Inschriften in usbekischer und englischer Sprache. Lawrow fragte, warum die Inschriften in Usbekisch und Englisch, nicht aber in Russisch seien. <em>„Gibt´s hier Engländer? Schauen Sie, da drüben ist ein Schild auf Englisch“</em>, fragte er den Reiseleiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Shaxnoza Soatova, Philologin und Beraterin des Justizministers für Fragen zur Staatssprache, betonte, dass die Situation die Bedeutung des Schutzes der nationalen Identität verdeutliche: <em>„Wenn Lawrow als Gast mit dem Fehlen eines russischsprachigen Schildes in einem unabhängigen Land unzufrieden war, ist das sein persönliches Problem. Wir sollten es aber nicht zu unserem Problem machen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russland-und-kasachstan-eine-welle-von-einreiseverboten/"><strong>Russland und Kasachstan: eine Welle von Einreiseverboten</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Jurist und Blogger Xushnudbek Xudoyberdiyev nannte Lawrows Verhalten eine „<em>diplomatische Unverschämtheit“</em>. Er betonte, dass die Entscheidung, das Denkmal sowohl in usbekischer als auch in englischer Sprache zu gestalten, richtig gewesen sei.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Zum Teufel mit dem Völkerrecht“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Medien berichteten ausführlich über <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2026/01/12/soloviev/">Äußerungen</a> vom 11. Januar, als der kremlnahe Fernsehmoderator <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_Rudolfowitsch_Solowjow">Wladimir Solowjow</a> unter Bezugnahme auf die US-Operation in Venezuela sagte: <em>„Zum Teufel mit dem Völkerrecht! Wenn wir für unsere nationale Sicherheit eine strategische Militäroperation in der Ukraine durchführen mussten, warum können wir dann nicht auch in anderen Teilen unserer Einflusszone eine strategische Militäroperation starten? Der Verlust Armeniens ist ein gewaltiges Problem. Das Problem in unserem Zentralasien ist ein gewaltiges Problem, und wir müssen unsere Ziele und Absichten klar formulieren. Wir müssen erklären: Die Spielchen sind vorbei.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Tag erklärte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Geljewitsch_Dugin">Alexander Dugin</a>, einer der prominentesten Ideologen der „russischen Welt“: „<em>Wir können die Existenz souveräner Staaten wie Armenien, Georgien, Kasachstan und Usbekistan nicht akzeptieren… Sie werden entweder in unserem Lager stehen oder dem Westen oder China als Stützpunkt dienen.“</em> Er fügte hinzu, dass es in der gegenwärtigen Realität <em>„absolut keinen anderen Ausweg gibt, als Russland zum Imperium zu erklären und das Völkerrecht außer Acht zu lassen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der öffentlichen Debatte werden diese Personen häufig als kremlnah bezeichnet. Solowjow nimmt regelmäßig an Veranstaltungen der russischen Präsidialverwaltung teil, und im Januar 2025 verlieh ihm Putin persönlich den Titel „Verdienter Journalist Russlands“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-einfluss-in-kasachstan-die-illusion-der-schwaechung/"><strong>Russlands Einfluss in Kasachstan: Die Illusion der Schwächung</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dugin hingegen ist eine komplexere und einflussreichere Persönlichkeit. Westliche Medien <a href="https://www.foreignaffairs.com/articles/russia-fsu/2014-03-31/putins-brain">bezeichnen</a> ihn traditionell als „Putins Hirn“. Es wird angenommen, dass Dugins Ideen Putin bei Entscheidungen <a href="https://www.foreignaffairs.com/articles/russia-fsu/2014-03-31/putins-brain">beeinflusst haben</a>, die 2014 zur Annexion der Krim und 2022 zum Ausbruch des umfassenden Krieges in der Ukraine führten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der unbestreitbaren Verbindungen dieser beiden Persönlichkeiten zum offiziellen Moskau können ihre Äußerungen nicht als persönliche Meinungen gewertet werden; sie sind Ausdruck der Staatsposition, was nicht verwunderlich ist. Die im 14. Jahrhundert entstandene imperiale Logik bildet weiterhin das strukturelle Fundament der russischen Außenpolitik. Sie betrachtet die GUS-Staaten nach wie vor als Teil ihrer Einflusssphäre und missachtet deren Souveränität.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Die verschwundene Zivilisation“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Tendenzen werden in dem bereits erwähnten Buch des ukrainischen Autors Kuzari „Die verschwundene Zivilisation – Eine unbemerkte Katastrophe“ ausführlich analysiert. Darin zeigt der Autor detailliert auf, wie Moskaus Macht bereits im 14. Jahrhundert ein imperialistisches Modell prägte: Die religiöse Legitimierung der Moskauer Vorherrschaft sakralisiert ihre Macht und rechtfertigt die territoriale Expansion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moskau erklärte seine Expansion in den muslimischen Osten mit der Notwendigkeit, den „Glauben zu verteidigen“ und die „orthodoxe Welt“ zu erweitern. Es positionierte sich gegen die „Ungläubigen“. Die unverblümten Äußerungen russischer Propagandisten im Januar 2026 zeigen, dass Russlands Außenpolitik weiterhin auf imperialen Ambitionen beruht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gegenüberstellung von „treuen Christen“ unter Führung Moskaus und den „unreinen Ungläubigen“ des „Tatarenlandes“ legitimierte letztlich die Expansion in die ursprünglichen türkisch-muslimischen Gebiete. Und da seit der Zeit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschingis_Khan">Dschingis Khans</a> alle Turkvölker (mit Ausnahme der Osmanen) als Tataren bezeichnet wurden, war das potenzielle Expansionsgebiet „für den orthodoxen Glauben“ enorm und umfasste die Wolgaregion, Sibirien, Zentralasien und den Kaukasus, <a href="https://www.perishedcivilization.com/book/3-formirovanie-russkoj-ideologii-antityurkskoj-ekspansii-xiv-xvi-vv">heißt es im Buch</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wie-vor-100-jahren-die-bolschewiki-das-emirat-von-buxoro-und-das-khanat-von-xiva-zerstoerten/"><strong>Wie vor 100 Jahren die Bolschewiki das Emirat von Buchara und das Khanat von Xiva zerstörten</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Länder Zentralasiens, einschließlich Usbekistan, sind die neoimperialistischen Narrative Russlands, die der Autor am Beispiel des Südkaukasus aufzeigt, keine abstrakte Vorstellung. Das historische Gedächtnis der Region bewahrt die Erfahrung der direkten Kolonisierung <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turkestan">Turkestans</a> durch das Russische Reich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die militärische Expansion mit der Rhetorik einer „zivilisatorischen Mission“ und der Unterwerfung „rückständiger Randgebiete“ einherging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Sowjetzeit änderte sich lediglich die imperiale Logik. Das Wirtschaftsmodell wurde so gestaltet, dass Usbekistan in einem System der Rohstoffspezialisierung gefangen war, dessen Folgen – vom Verschwinden des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a> bis hin zu demografischen und sozialen Ungleichgewichten – noch heute spürbar sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Usbekistan, das stets eine Politik strategischer Autonomie und vielseitiger Außenbeziehungen verfolgt hat, sind solche neoimperialistischen Äußerungen aus Moskau eine Mahnung: Wer die Vergangenheit nicht kritisch reflektiert, gefährdet die Zukunft. Der russische Imperialismus ist keine abstrakte historische Größe, sondern ein sich reproduzierendes Modell, das sich neuen Gegebenheiten anpasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue, umfassendere Perspektive, die in dem erwähnten Buch vorgestellt wird, ist insbesondere vor dem Hintergrund der Aussichten auf eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Armenien einerseits und Aserbaidschan sowie der Türkei andererseits, des Krieges in der Ukraine und der eskalierenden Konfrontation zwischen Russland und dem Westen, unter anderem in Zentralasien und im Südkaukasus, relevant.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Oleg Posternak für Hook</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://hook.report/2026/01/perished-civilization/"><strong>Russischen</strong></a><strong> (und gekürzt) von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/geschichtsnarrative-als-waffe-warum-russland-die-souveraenitaet-zentralasiens-anzweifelt/">Geschichtsnarrative als Waffe: Warum Russland die Souveränität Zentralasiens anzweifelt</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/geschichtsnarrative-als-waffe-warum-russland-die-souveraenitaet-zentralasiens-anzweifelt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Souveränität angesichts des Kriegs: Die ungewisse Zukunft der russischen Sprache in Kasachstan</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/souveraenitaet-angesichts-des-kriegs-die-ungewisse-zukunft-der-russischen-sprache-in-kasachstan/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/souveraenitaet-angesichts-des-kriegs-die-ungewisse-zukunft-der-russischen-sprache-in-kasachstan/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[hgardezi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 2024 19:08:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachisch]]></category>
		<category><![CDATA[Russisch]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Souveränität]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=39420</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nach dem Beginn des v&#xF6;lkerrechtswidrigen Angriffskriegs auf die Ukraine befinden sich kasachstanische und russische Beamt:innen und Aktivist:innen in einem sich ausweitenden Konflikt &#xFC;ber die Zukunft der russischen Sprache in Kasachstan. Die zunehmenden Spannungen erfordern eine genaue Analyse. In einem im M&#xE4;rz ver&#xF6;ffentlichten Film, der von dem russischen Abgeordneten Andrej Lugowoi produziert wurde, wird die Ukraine [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/souveraenitaet-angesichts-des-kriegs-die-ungewisse-zukunft-der-russischen-sprache-in-kasachstan/">Souveränität angesichts des Kriegs: Die ungewisse Zukunft der russischen Sprache in Kasachstan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nach dem Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs auf die Ukraine befinden sich kasachstanische und russische Beamt:innen und Aktivist:innen in einem sich ausweitenden Konflikt über die Zukunft der russischen Sprache in Kasachstan. Die zunehmenden Spannungen erfordern eine genaue Analyse.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem im März veröffentlichten Film, der von dem russischen Abgeordneten Andrej Lugowoi produziert wurde, wird die Ukraine mit Kasachstan verglichen. Wie <a href="https://rus.azattyq.org/a/deputat-gosdumy-lugovoy-vypustil-film-o-rusofobii-kazahstana-nazvav-ego-marionetkoy-anglosaksov-kak-reagiruyut-v-astane-/32895669.html">Radio Azattyq, der kasachstanische Dienst von Radio Free Europe</a>, berichtete, wird Kasachstan darin als <em>&#8222;zunehmende russophobes Land&#8220;</em> bezeichnet. Es ist nicht das erste Mal, dass solche Äußerungen zu hören sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einem Gastauftritt in der Politsendung des kremlnahen Moderators <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_Rudolfowitsch_Solowjow">Wladimir Solowjow</a>, erklärte der russische Politologe <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%94%D1%80%D0%BE%D0%B1%D0%BD%D0%B8%D1%86%D0%BA%D0%B8%D0%B9,_%D0%94%D0%BC%D0%B8%D1%82%D1%80%D0%B8%D0%B9_%D0%9E%D0%BB%D0%B5%D0%B3%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">Dmitrij Drobnitskij</a> im <a href="https://x.com/Gerashchenko_en/status/1595041154202058752">November 2022</a>: <em>&#8222;Wir sollten darauf achten, dass Kasachstan nicht zum nächsten Problemfall wird, da dort die gleichen Nazi-Entwicklungen wie in der Ukraine beginnen könnten. Und es leben viele Russen dort&#8220;</em>.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Drobnitskij spricht eine klare Drohung aus, die, obschon sie nicht von offizieller Seite stammt, trotzdem dazu beiträgt, ein Klima der Spannung zwischen den beiden Ländern in der Frage der russischen Sprache in Kasachstan zu schaffen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gute Beziehungen in Kriegszeiten – eine Gratwanderung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese zunehmende Schärfe im Tonfall kommt nur wenig überraschend. Seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine versucht Kasachstan die Beziehungen zu all seinen Partnern aufrechtzuerhalten – von Russland bis hin zu den westlichen Ländern, <a href="https://www-eeas-europa-eu.translate.goog/kazakhstan/european-union-and-kazakhstan_en?s=222&amp;_x_tr_sl=en&amp;_x_tr_tl=fr&amp;_x_tr_hl=fr&amp;_x_tr_pto=sc">inklusive der Europäischen Union</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies lässt sich gut am Besuch des französischen Präsidenten <a href="https://de.euronews.com/2023/11/01/macron-in-kasachstan-tiefgehende-ubereinstimmungen">Emmanuel Macron</a> in Astana im Jahr 2023 veranschaulichen, der das Land kurz nach dem russischen Präsidenten <a href="https://www.rnd.de/politik/russlands-staatsprasident-wladimir-putin-besucht-kasachstan-bbd6c6f0-389c-4693-a04f-b9e7b974acf4.html">Wladimir Putin</a> bereiste. Und auch die Passivität Kasachstans im Zusammenhang mit der Unterstützung Russlands bei den Kriegshandlungen in der Ukraine trägt sicherlich zu den harschen Worten in den russischen Talkshows bei.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Im Widerspruch mit der kasachstanischen Souveränität?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Konflikt in der Ukraine scheint noch weitere Probleme aufzuzeigen, vor allem im Zusammenhang mit der Selbstwahrnehmung des zentralasiatischen Landes. Indem Dmitrij Drobnitskij die Präsenz einer zahlenmäßig <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-der-krieg-in-der-ukraine-die-auswanderung-von-russinnen-aus-kasachstan-nach-russland-beeinflusst/?noredirect=de-DE">großen russischen Bevölkerung</a> in Kasachstan betont, öffnet er die Tür zu einer generellen Reflexion über die Zukunft der russischen Sprache und Kultur in Kasachstan. Dies wiederum ist ein wichtiges Anliegen für die kasachstanische Souveränität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Schauplatz zahlreicher Debatten, Reformen und Kurskorrekturen folgt Kasachstan einem klassischen Muster der Unsicherheit zwischen einer <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-krieg-in-der-ukraine-verleiht-der-kasachischen-sprache-auftrieb/?noredirect=de-DE">definitiven Rückkehr</a> zu seiner ethnischen Turksprache, welche über lange Zeit vernachlässigt wurde, und der <a href="https://taz.de/Sprachproblem-Kasachisch-versus-Russisch/!5934758/">fortschreitenden Verwendung des Russischen</a> zur Erleichterung der interethnischen und regionalen Verständigung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-krieg-in-der-ukraine-verleiht-der-kasachischen-sprache-auftrieb/?noredirect=de-DE">Der Krieg in der Ukraine verleiht der kasachischen Sprache Auftrieb</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden Amtssprachen sind in Kasachstan weder gesellschaftlich noch symbolisch gleichgestellt. Russisch ist nach wie vor die <em>lingua franca</em> Zentralasiens und wird von fast der gesamten kasachstanischen Bevölkerung verstanden und gesprochen. <a href="https://www.asianews.it/news-en/The-'de-colonisation'-of-young-Kazakhs-58453.html">Im Gegenzug</a> geben nur 40 Prozent der 18- bis 29-jährigen an, Kasachisch im Alltag zu verwenden, bei den über 60-jährigen sind es sogar nur 25 Prozent.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Russisch ist noch immer weit verbreitet</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://365info.kz/2023/10/vlasti-nakonets-opredelilis-kogda-kazahstan-perejdet-na-latinitsu">zahlreichen</a> und <a href="https://www.researchgate.net/publication/340124510_Features_and_problems_of_implementation_of_trilingual_system_in_the_secondary_school_in_Kazakhstan">ehrgeizigen</a> Reformen, die die kasachstanische Regierung vorantreibt, um das Erlernen der kasachischen Sprache zu fördern, machen deutlich, wie viel noch zu tun ist. Von der Intensivierung des Kasachisch-Unterrichts in den Schulen bis hin zu der Idee, statt dem <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstans-langsamer-aber-bestimmter-weg-zum-lateinischen-alphabet/?noredirect=de-DE">kyrillischen das lateinische Alphabet</a> zu nutzen: Die Regierung Kasachstans hat sich das Ziel gesetzt, die Sprachlandschaft mittel- bis langfristig stark umzugestalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die <a href="https://countrymeters.info/en/Kazakhstan">19.9 Millionen Einwohner:innen</a>, von denen <a href="https://minorityrights.org/country/kazakhstan/">sich circa 15 Prozent zu der russischen Minderheit zählen</a>, steht jedoch viel auf dem Spiel. Schätzungen zufolge sind nach der russischen Invasion der Ukraine im Jahr 2022 zehntausende <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-folgen-der-russischen-mobilmachung-fuer-zentralasien/">russische Staatsbürger:innen hinzugekommen</a>, die vor dem Regime in Moskau geflohen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da seit Kriegsausbruch ein größer Teil der Bevölkerung, inklusive der russischen Minderheit Kasachisch lernen möchte, vermutet <a href="https://www.rferl.org/a/kazakhstan-language-club-russia-ukraine-invasion/32105411.html">Radio Free Europe</a>, dass das Interesse an der kasachischen Sprache eng mit dem Wunsch nach größerer Unabhängigkeit und Souveränität verwoben ist. Sich von der russischen Sprache zu distanzieren wird so zu einem Mittel, sich von dem politischen und kulturellen Einfluss Russlands zu emanzipieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kontroverse Aussagen von Entscheidungsträgern</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf diese Dynamik hat das Kreml-Regime bereits mehrfach reagiert und die sprachlichen und kulturellen Entwicklungen in Kasachstan kritisiert. Vor allem die Äußerungen von Außenminister<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Wiktorowitsch_Lawrow"> Sergej Lawrow</a> im November 2021 lösten dabei öffentlichen Unmut aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem Artikel mit dem Titel &#8222;Russland und Kasachstan: Zusammenarbeit ohne Grenzen&#8220; <a href="https://mid.ru/en/nota-bene/1785538/">erklärte Lawrow</a>: &#8222;<em>Leider wurden wir in letzter Zeit Zeugen einer Reihe von medienwirksamen fremdenfeindlichen Handlungen gegen russischsprachige Bürger Kasachstans, die größtenteils auf das Konto externer Akteure gehen und die spezielle Informationsmethoden verwenden, welche darauf ausgelegt sind, Lokalpatriotismus anzustacheln und die Zusammenarbeit mit Russland zu diskreditieren</em>.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstans-langsamer-aber-bestimmter-weg-zum-lateinischen-alphabet/?noredirect=de-DE">Kasachstans langsamer, aber bestimmter Weg zum lateinischen Alphabet</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn Sergej Lawrow seither einen milderen Ton gegenüber Kasachstan und dessen Regierung anschlägt, ist er bei weitem nicht der einzige russische Politiker, der sich zu diesem Thema geäußert hat. So berichtet etwa <a href="https://www.themoscowtimes.com/2023/08/28/moscows-consul-in-kazakhstan-dismissed-after-criticizing-decline-of-russian-language-teaching-a82272">The Moscow Times</a>, dass der russische Generalskonsul in Kasachstan, Jewgeni Bobrow, 2023 das Land verlassen musste, nachdem er den kasachstanischen Staat und das Bildungsministerium beschuldigt hatte, russischsprachige Schulen zu diskriminieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Aktivistische Bestrebungen auf beiden Seiten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der russischen Kritik an den gegenwärtigen und zukünftigen Bemühungen in Kasachstan ist der Wunsch der Aktivist:innen im Land, die Bedeutung der kasachischen Kultur zu stärken, unvermindert geblieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele junge kasachische Aktivist:innen, die in <a href="https://astanatimes.com/2022/08/kazakh-language-is-gaining-increasing-popularity-but-needs-greater-support-to-sustain-interest-says-expert/">traditionellen Nachrichtenmedien</a> und <a href="https://www.tiktok.com/@melodieospan/video/7346210695417023749">sozialen Netzwerken</a> aktiv sind, fordern zunehmend eine Rückbesinnung auf die „traditionelle“ kasachische Kultur und brechen dabei mitunter Gesetze: <a href="https://www.rferl.org/a/kazakhstan-language-activist-flees/31436983.html">Radio Free Europe</a> berichtete 2021 über Quat Ahmetov, der aus Kasachstan in die Ukraine geflohen war, weil gegen ihn wegen Volksverhetzung ermittelt wurde. Er hatte sich gefilmt, wie er russischsprachige Kasach:innen aufforderte, ihm auf Kasachisch zu antworten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umgekehrt schrecken auch die Verteidiger der russischen Sprache nicht vor harschen Zurechtweisungen zurück. So empörte sich <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%B0%D0%BD%D0%B4%D0%B5%D0%BB%D0%B0%D0%BA%D0%B8,_%D0%A2%D0%B8%D0%BD%D0%B0">Tina Kandelaki</a>, die wie Solowjow als Fernsehmoderatorin arbeitet, im Januar 2024 in den sozialen Medien über die Entscheidung Bahnhöfe in Kasachstan nunmehr nur noch auf Kasachisch anzuschreiben. Laut Kandelaki sei dies ein erste Schritt zur Ausgrenzung der Russen aus dem öffentlichen Leben in Kasachstan, so <a href="https://eurasianet.org/kazakhstan-faces-new-wave-of-provocative-statements-from-russia">Eurasianet</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mögliche Szenarien eines sich anbahnenden Konflikts</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan gab es seit der Unabhängigkeit im Jahr 1991 keine größeren ethnischen Konflikte, doch das Szenario einer Auseinandersetzung mit Russland darf – obschon noch weit von der Realität entfernt – nicht völlig ignoriert werden. So wies das <a href="https://quincyinst.org/research/ethnic-divisions-and-ensuring-stability-in-kazakhstan-a-guide-for-u-s-policy/">Quincy Institute</a> 2023 auf den sich ausbreitenden Nationalismus in der kasachischen Bevölkerung und Kultur hin und empfahl den USA sich auf eine mögliche Destabilisierung des Landes vorzubereiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der großen Herausforderung, den Frieden zu bewahren, muss Kasachstan versuchen, die Gratwanderung zwischen einer Zurückweisung des russischen Imperialismus und einer sprachlichen Inklusion des Russischen zu meistern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Helmand Gardezi für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Übersetzt aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/spectre-ukraine-souverainete-kazakhe-lavenir-incertain-russe/">Französischen</a> von Maximilian Rau</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/souveraenitaet-angesichts-des-kriegs-die-ungewisse-zukunft-der-russischen-sprache-in-kasachstan/">Souveränität angesichts des Kriegs: Die ungewisse Zukunft der russischen Sprache in Kasachstan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/souveraenitaet-angesichts-des-kriegs-die-ungewisse-zukunft-der-russischen-sprache-in-kasachstan/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
