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	<title>Flut Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Flut Archives</title>
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		<title>Der Klimawandel und Hochwasser: Ist Kasachstan gewappnet für neue Katastrophen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Apr 2024 07:40:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Flut]]></category>
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		<category><![CDATA[Überschwemmung]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kasachstan wurde von einem derart starken Frühlingshochwasser getroffen, dass in zehn Regionen des Landes der Ausnahmezustand verhängt wurde. Expert:innen sind sich einig: Das Ausmaß der diesjährigen Überschwemmungen ist Folge des menschengemachten Klimawandels. Um weiteren Katastrophen vorzubeugen, sind neue, regionale Ansätze notwendig.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 6.000 überflutete Häuser, über 117.000 evakuierte Anwohner:innen, Ausnahmezustand in zehn Regionen des Landes, sieben Todesopfer – das sind die Folgen der beispiellosen Überschwemmung in Kasachstan [Stand 19. April 2024]. Ökolog:innen und Klimatolog:innen bringen dies mit dem globalen Klimawandel in Verbindung und warnen: Überschwemmungen, Dürren und andere Naturkatastrophen könnten in Kasachstan zum Dauerzustand werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/ueberschwemmungen-in-kasachstan-klimanotstand-in-mehreren-regionen-ausgerufen/"><strong>Überschwemmungen in Kasachstan: Klimanotstand in mehreren Regionen ausgerufen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Solch große und zerstörerische Überschwemmungen wie im Jahr 2024 hat es in den letzten 80 Jahren in Kasachstan nicht gegeben. Expert:innen für Wasserressourcen meinen, dass die Ursachen große Niederschlagsmengen im Winter und ein ungewöhnlich warmer März waren, welcher zu einer starken Schneeschmelze führte. Der mit Feuchtigkeit übersättigte und stellenweise noch gefrorene Boden konnte das Schmelzwasser nicht aufnehmen. Das gesamte Wasser gelangte in die Flüsse, die infolgedessen über die Ufer traten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mehr Überschwemmungen und Dürren</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die auf Hochwasserrisiko spezialisierte Ingenieurin Renata Sadrtdinova untersucht den Zustand der Wasserressourcen in Kasachstan. Sie ist überzeugt, dass der Hauptgrund für den schneereichen Winter und den ungewöhnlich warmen März der globale Klimawandel ist. Die aktuelle Flut sei nur ein Vorbote zukünftiger Katastrophen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der Klimawandel wird bestehende Probleme, insbesondere Überschwemmungen und Dürren, weiter verschärfen“</em>, erklärt Sadrtdinova. <em>„Im letzten Jahrzehnt wurden viele Studien veröffentlicht, […] die den Klimawandel bis 2050 und bis 2100 vorhersagen. Prognosen zufolge werden die Temperaturen in ganz Kasachstan bis zum Jahr 2100 voraussichtlich um 7 Grad Celsius ansteigen. Gleichzeitig ist in sehr feuchten Regionen wie Ost- und Nordkasachstan mit verstärkten Niederschlägen zu rechnen, in trockenen Regionen wie dem </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mangghystau_%28Gebiet%29"><em>Gebiet Mañğystau</em></a><em> hingegen werden wir Dürreperioden beobachten, ähnlich denen, die bereits <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wegen-hitze-notstand-im-sueden-kasachstans/">2021 aufgetreten sind</a>.“</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph">Als Hauptursache für den Klimawandel nennt die Expertin den Faktor Mensch: Schadstoffemissionen in die Atmosphäre hätten die Prozesse des Klimawandels deutlich beschleunigt. <em>„Ohne menschliches Zutun würde sich das Klima auch ändern, allerdings viel langsamer“</em>, ist Sadrtdinova überzeugt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Regionale Ansätze notwendig</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kann man sich auf solche Katastrophen vorbereiten? Laut Quralaı İahieva, Expertin für Klimawandel und Koordinatorin des öffentlichen Fonds „Wasserpartnerschaft Kasachstans“, haben Wissenschaftler:innen bereits vor 10 bis 15 Jahren Alarm geschlagen. Die aktuellen Überschwemmungen seien nichts anderes als eine Folge mangelnder Aufmerksamkeit der Behörden gegenüber Umweltproblemem.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Kasachstan ist ein sehr großes Land. Wir haben Wälder, Steppen und Berge. Daher muss die Anpassung an den Klimawandel umfassend angegangen und für jede Region ein eigener wissenschaftlicher Ansatz entwickelt werden“</em>, meint İahieva.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erinnerte daran, dass Kasachstan an großen Konferenzen zum Klimawandel teilgenommen und Konventionen und Protokolle zum Thema Wasser unterzeichnet hat, sodass die Regierungsebene sich dieses Problems bewusst sein sollte. Allerdings wechselt die Leitung der für Gewässer zuständigen Regierungsbehörden sehr häufig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/ural-fluss-verschwindet/"><strong>Der Ural – ein Fluss verschwindet</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Im Jahr 2020 haben wir ein staatliches Programm zur Bewirtschaftung der Wasserressourcen vorbereitet. Aber aufgrund der Tatsache, dass der Ausschuss für Wasserressourcen von einem Ministerium zum anderen übertragen wurde, musste dieses Programm mehrmals neu genehmigt und die damit verbundenen Aktivitäten überarbeitet werden. All dies führte dazu, dass die von 2020 bis 2024 geplanten Aktivitäten nicht umgesetzt wurden. Wenn die Arbeiten im Rahmen dieses Programms rechtzeitig durchgeführt worden wären, hätte vieles vermieden werden können“, </em>so die Expertin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut İahieva hat sich aufgrund des Klimawandels auch die Hochwassersaison in Kasachstan verschoben: <em>„Das Hochwasser wurde immer im April erwartet. Im März ließ man Wasser aus den Stauseen ab und bereitete sich so auf das Hochwasser vor. Jetzt beginnen die Überschwemmungen Ende März, was bedeutet, dass im Januar und Februar Wasser aus den Stauseen abgelassen werden muss. Daher ist es zunächst notwendig, die gesamte Hydrologie der Flüsse Kasachstans erneut zu untersuchen, das System der Stauseen unter Berücksichtigung des Klimawandels zu überarbeiten und sich auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung auf weitere Naturkatastrophen vorzubereiten.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was macht die Regierung?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Renata Sadrtdinova spricht von einem ähnlichen Problem: <em>„Das Klima wird sich weiter verändern, insbesondere in Regionen wie Kasachstan, weil wir viel Methan und Kohlendioxid ausstoßen. Aber ich sehe nicht, dass die Regierung sich damit überhaupt beschäftigt.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch wird auf Regierungsebene regelmäßig über den Klimawandel gesprochen und der Wille bekundet, die Emissionen zu reduzieren. Im Dezember 2023 <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/izmenenie-klimata-kazahstane-ministr-otsenil-masshtabyi-520679/">bewertete</a> Kasachstans Minister für Ökologie und natürliche Ressourcen, Erlan Nysanbaev, das Ausmaß der Bedrohung durch den Klimawandel. Er erklärte, Kasachstan unternehme Schritte, <em>„um seinen Verpflichtungen nachzukommen und dem allgemeinen globalen Trend zur Reduzierung des Einsatzes fossiler Brennstoffe zu folgen“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/klimawandel-und-wasserressourcen-in-zentralasien-wachsende-unsicherheit/"><strong>Klimawandel und Wasserressourcen in Zentralasien: Wachsende Unsicherheit</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das Klima hat sich verändert. Und natürlich kann dieser Prozess […] gestoppt werden, wenn wir den Klimawandel beziehungsweise den Anstieg der Lufttemperatur auf dem Planeten Erde bei bis zu 1,5-2 Grad belassen. Heute verstehen die Staaten, dass dieses Problem eine Bedrohung für die Existenz der gesamten Menschheit darstellt. Da wir in der Vergangenheit große Mengen an fossilen Brennstoffen verbraucht haben, müssen wir in dieser Richtung sehr vorsichtig vorgehen, aber gleichzeitig die nachhaltige Entwicklung unserer Wirtschaft sicherstellen“</em>, erklärte der Minister.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan arbeitet mit vielen internationalen Organisationen zusammen, um die Folgen des Klimawandels zu minimieren. Das Land hat sich zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung verpflichtet und das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) und das Pariser Abkommen ratifiziert. Im Jahr 2023 wurde die <a href="https://adilet.zan.kz/rus/docs/U2300000121">Strategie zur Erreichung der CO2-Neutralität bis 2060</a> verabschiedet.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Ahmet Isaev für CABAR</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://cabar.asia/ru/izmeneniya-klimata-i-anomalnye-pavodki-gotov-li-kazahstan-k-novym-kataklizmam"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
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		<title>Ein Jahr nach dem Bruch des Sardoba-Damms: Erinnerungen, Veränderungen und Konsequenzen</title>
		<link>https://novastan.org/de/usbekistan/ein-jahr-nach-dem-bruch-des-sardoba-damms-erinnerungen-veraenderungen-und-konsequenzen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 May 2021 08:42:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Flut]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Nepotismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Jahr ist seit dem &#x201E;Dammbruch des Jahrhunderts&#x201C; am Sardoba-Stausee vergangen. Ein Reporter der usbekischen Onlinezeitung Kun.uz hat die Region Sardoba besucht und mit den Menschen vor Ort &#xFC;ber die Erinnerungen an jenen Tag sowie &#xFC;ber die Folgen der Flut gesprochen. Wir &#xFC;bersetzen den Artikel vom 2. Mai 2021 mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Heute [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Jahr ist seit dem „Dammbruch des Jahrhunderts“ am Sardoba-Stausee vergangen. Ein Reporter der usbekischen Onlinezeitung <a href="https://kun.uz/ru/54893198">Kun.uz</a> hat die Region Sardoba besucht und mit den Menschen vor Ort über die Erinnerungen an jenen Tag sowie über die Folgen der Flut gesprochen. Wir übersetzen den Artikel vom 2. Mai 2021 mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute wird mit Hilfe von Arbeitern und schwerer Technik der Wiederaufbau des erodierten Teils des Staudamms fortgesetzt. Die Menschen in Sardoba erinnern sich immer noch mit einem Schauder an den Morgen dieses unglücklichen Tages.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir stehen jeden Tag um 5 Uhr auf. Am Tag des Dammbruchs stand ich auch früh auf und ging im Hof herum. Plötzlich klopfte es sehr stark am Tor. Sie klopften so heftig, dass ich schimpfen wollte, wer auch immer es war. Ich ging zum Tor und öffnete es und da war der Junge eines Nachbarn. Er sagte: Opa, das Wasser kommt, der Stausee läuft über.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Junge weinte fast, es fiel ihm schwer zu sprechen. Zu dieser Zeit schliefen die Kinder zu Hause. Ich weckte sie schnell auf. Sie schnappten sich alles, was zur Hand war, und rannten auf die Straße. Meine Frau und ich haben es sogar geschafft, unsere Pässe mitzunehmen. Wir gingen auf die Straße. Alle waren dort, die von der Flut erfahren hatten. Alle stiegen in ihre Autos. Manch einer fuhr mit einem Esel-Karren, manch einer ging zu Fuß.</em></p>


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<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir legten 12-13 Kilometer zurück und erreichten die </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sowchos"><em>Sowchose</em></a><em> Nr. 7. Dort versammelten sich viele. Und von dort gingen sie in alle Richtungen. Wir sind zu unseren Söhnen gegangen, die im Bezirk Pahtakor in der Region </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Jizzax"><em>Jizzax</em></a><em> leben“</em>, erinnert sich ein Bürger namens Bahtiyor Narimonov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er fügt hinzu, dass er sich nicht gerne an diesen Tag erinnere. Wenn Kinder und Enkel ein Video der Flut zeigen, will er es nicht einmal sehen. <em>&#8222;Es war ein schwerer Schlag für uns&#8220;</em>, sagt er.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Wunden der Hinterbliebenen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Der von 2010 bis 2017 errichtete Staudamm bracht nur drei Jahre nach seiner Eröffnung. Drei Bezirke der Region waren davon betroffen. Gebäude, Straßen und Kommunikationsinfrastruktur wurden zerstört. Mehr als 60.000 Menschen wurden aus 22 Dörfern in den drei Bezirken evakuiert. Mehr als 6.000 Nutztiere starben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Katastrophe von Sardoba wurden zwei Frauen und vier Männer getötet, ein Bürger wird nach wie vor vermisst. Einer der Toten ist der Sergeant der Nationalgarde Husniddin Suyarov. Er wurde vom Wasser mitgerissen, als er andere Menschen evakuierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Husniddins Vater Zokir Suyarov erinnert sich an den letzten Tag, als er seinen Sohn sah. <em>„Letztes Jahr verbreitete sich das Coronavirus zu diesem Zeitpunkt. Es galt Quarantäne, jeder war zu Hause. Mein Sohn war eine Woche vor diesen Ereignissen mit dem Taxi nach Hause gekommen. Es war Ramadan, wir gingen zusammen auf den Markt. Wir haben zu Hause ungefähr eine Stunde lang geredet. Dann verabschiedete er sich und ging. Dies war das letzte Mal, dass ich ihn gesehen habe “</em>, sagt der Vater. Ihm zufolge war Husniddin ein offener, fröhlicher Mensch. Er wollte die Leute nicht enttäuschen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Wiederaufbau</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Diese von Menschen verursachte Katastrophe störte den Frieden der Menschen nicht nur in Usbekistan, sondern auch im benachbarten Kasachstan. Mehr als 31.000 KasachstanerInnen mussten ihre Häuser verlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im vergangenen Jahr hat sich das Erscheinungsbild der infolge des Dammbruchs überfluteten Dörfer grundlegend geändert. Die Menschen zogen in neue Häuser, die als Entschädigung gebaut wurden. <em>„Wir haben uns bereits an die neuen Häuser gewöhnt&#8220;</em>, sagt ein Mann namens Anvar. Er bedankte sich auch dafür, dass die UsbekInnen und EinwohnerInnen anderer Staaten Lebensmitteln und Kleidung geschickt als Unterstützung geschickt haben. <em>„Jetzt tragen wir immer noch diese Kleidung&#8220;</em>, sagt unser Gesprächspartner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor der Flut litten die Bewohner der Region unter einem Mangel an Erdgas und an Stromausfällen. Heute existiert dieses Problem nicht mehr. Die Region verfügt über eine gute Infrastruktur. <em>„Wir sind mit allen Bedingungen zufrieden. Vielen Dank an den Präsidenten und die Regierung. Zusätzlich zu den Häusern erhielten wir jeweils weitere 40 Millionen Sum [circa 3120 Euro, Anm. d. Ü.] “</em>, sagte ein anderer Bürger namens Alikuzi.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/zwischen-klimakatastrophe-und-nepotismus-der-bruch-des-sardoba-damms-in-usbekistan/">Zwischen Klimakatastrophe und Nepotismus – der Bruch des Sardoba-Damms in Usbekistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es gibt noch ein anderes Problem: Arbeitslosigkeit. <em>„Wenn es Industrieunternehmen in der Nähe gäbe, würde jeder arbeiten“</em>, sagen die BürgerInnen, die in einem der mehrstöckigen Gebäude leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schulen wurden renoviert und die Kinder haben wieder Unterricht. <em>„Nach der Flut wurde unsere Schule renoviert. Das Innere der Schule ist im Winter warm und in der Hitze kühl. Früher gab es in der Schule kein Gas und kein Wasser, aber jetzt wird sie versorgt“</em>, sagt Gafur Abdurahimov, Direktor der Schule Nr. 20.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Arbeitslosigkeit ist nicht das einzige Problem der Flutopfer. Wo das Wasser war, keimen nach Angaben der lokalen Bevölkerung die Pflanzen infolge der Versalzung der ausgewaschenen Böden nicht mehr. <em>„Unser Dorf wurde überflutet. In anderen Dörfern ist bereits grünes Gras aufgetaucht, aber auf unserem Land wächst nichts. Ich glaube, dass das Wasser die fruchtbare Schicht der Erde weggespült hat. Wir hatten Obstbäume in unserem Garten &#8211; Aprikosen, Pfirsiche, und jetzt ist alles trocken“</em>, klagt ein Anwohner namens Kural.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Wer ist schuld?</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Im In- und Ausland gibt es unterschiedliche Meinungen, wer an den Sardoba-Ereignissen die Schuld trägt. Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> sagte, dass alles getan werden muss, um die eine gute Lösung für die Betroffenen zu finden. <em>„Ich versichere: Alle Täter, wer auch immer sie sind und welche Position sie auch innehaben, werden am Ende der Untersuchung vor dem Gesetz zur Rechenschaft gezogen“</em>, erklärte Usbekistans Staatsoberhaupt.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Derzeit findet vor dem Obersten Gerichtshof für Strafsachen ein Gerichtsverfahren zu den Folgen der Sardoba-Flut statt. 17 Personen stehen vor Gericht. Der Fall wird in einer geschlossenen Gerichtssitzung verhandelt, da er <em>„in direktem Zusammenhang mit Staatsgeheimnissen steht&#8220;. </em>Wie dem auch sei, für viele Menschen wird die Sardoba-Katastrophe ein unvergessliches Ereignis sein, und die durch die Flut verursachten Wunden werden nicht bald heilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Fotos zu der Reportage findet ihr aus bildrechtlichen Gründen im <a href="https://kun.uz/ru/54893198">Originalartikel</a>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Ilyas Safarov für Kun.uz</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>


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