{"id":9664,"date":"2017-07-11T13:37:04","date_gmt":"2017-07-11T11:37:04","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=9664"},"modified":"2017-07-11T21:21:20","modified_gmt":"2017-07-11T19:21:20","slug":"berlin-zentralasienseminar-durch-haushaltsplan-bedroht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/berlin-zentralasienseminar-durch-haushaltsplan-bedroht\/","title":{"rendered":"Berlin: Zentralasienseminar durch Haushaltsplan bedroht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Das einzige Zentralasienseminar Deutschlands an der Humboldt Universit&#xE4;t zu Berlin ist durch die anstehende Streichung einer Professur bedroht. Studierende und MitarbeiterInnen des Instituts f&#xFC;r Asien- und Afrikawissenschaften setzen sich f&#xFC;r ihren Erhalt ein. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Zentralasienseminar der Humboldt Universit&#xE4;t zu Berlin (HU) ist von Schlie&#xDF;ung bedroht. Die Universit&#xE4;tsleitung sieht vor, bis 2030 an allen Fakult&#xE4;ten acht Prozent des Haushalts einzusparen. An der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakult&#xE4;t (<a href=\"https:\/\/fakultaeten.hu-berlin.de\/de\/ksb\/\">KSBF<\/a>), an dessen Institut f&#xFC;r Asien- und Afrikawissenschaften (<a href=\"https:\/\/www.iaaw.hu-berlin.de\/de\/region\/zentralasien\">IAAW<\/a>) das <a href=\"https:\/\/www.iaaw.hu-berlin.de\/de\/region\/zentralasien\">Zentralasienseminar<\/a> angegliedert ist, sollen die notwendigen Einsparungen durch die K&#xFC;rzung einer Professur erreicht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dies entschied die Fakult&#xE4;t trotz mehrfacher alternativer Vorschl&#xE4;ge der Institutsleitung. In einem auf den 19. Februar datierten offenen Brief an die Pr&#xE4;sidentin der HU beklagt der Institutsleiter Boike Rehbein mitunter, das IAAW habe &#x201E;<em>zu jeder Sparrunde [&#x2026;] weit &#xFC;berproportional beigetragen<\/em>&#x201C; und weist darauf hin, dass jede weitere K&#xFC;rzung zu einem &#x201E;<em>Substanzverlust<\/em>&#x201C; des Instituts f&#xFC;hre.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am 30. Juni beschloss <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/finanzloch-die-humboldt-uni-quaelt-sich\/19844572.html?r=\">nach dem Akademischen Senat<\/a> auch das Kuratorium der HU den Strukturplan, inklusive Streichung einer Professur am IAAW. Am einfachsten w&#xE4;re diese durch die Nicht-Nachbesetzung einer ausfallenden Professur zu erreichen, wobei die Leiterin des Zentralasienseminars Dr. Ingeborg Baldauf als n&#xE4;chstes in den Ruhestand geht. Somit k&#xF6;nnte der Haushaltsplan der HU, falls dieser Weg gew&#xE4;hlt wird, bis 2030 zu einer Schlie&#xDF;ung des Zentralasienseminars f&#xFC;hren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Studierendenprotest <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Studierenden wurden nur indirekt &#xFC;ber die Entscheidungen der Universit&#xE4;tsleitung informiert. So gibt es auch von offizieller Seite keine Best&#xE4;tigung, dass gerade am Zentralasienseminar eine Professur gestrichen werden soll. &#x201E;<em>Der Entscheidungsprozess ist sehr undurchsichtig. Man hat keine konkreten Ansatzpunkte, um zu verstehen, was passiert und wie die Entscheidung getroffen wurde<\/em>&#x201C;, beklagt die Doktorandin Kyara Klausmann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Fr&#xFC;hjahr hat sich allm&#xE4;hlich eine Protestbewegung der Studierenden gegen die K&#xFC;rzung einer Professur und die drohende Schlie&#xDF;ung des Zentralasienseminars <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/kleine-faecher-asienwissenschaften-global-wichtig-lokal-entbehrlich\/19929260.html\">organisiert<\/a>. Unter dem Titel &#x201E;<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/weisserfleckzentralasien\/?fref=ts\">Wei&#xDF;er Fleck Zentralasien<\/a>&#x201C; haben sich Studierende des Seminars bereits an mehreren Stellen mit Plakataktionen und Flash-Mobs f&#xFC;r den Erhalt der Regionalstudien zu Zentralasien engagiert. Eine <a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/pr%C3%A4sidium-der-humboldt-universit%C3%A4t-zu-berlin-mehr-f%C3%B6rderung-statt-weiterer-beschneidung-der-berliner-asienwissenschaften-0d9f56fe-e14d-4ec3-8934-4bbc88ede455\">Petition gegen K&#xFC;rzungen am IAAW<\/a> im vergangenen Monat erhielt bereits &#xFC;ber 1500 Unterschriften und eine Sammlung guter Gr&#xFC;nde am Institut zu studieren kam auf ca. <a href=\"https:\/\/www.iaaw.hu-berlin.de\/de\/querschnitt\/medialitaet\/100-gute-gruende\">150 Eintr&#xE4;ge<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach der Absegnung des Plans durch das Kuratorium erkl&#xE4;ren die Studierenden ihre Forderungen noch einmal in einem Videostatement:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Wei&#xDF;er Fleck Zentralasien - Statement\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/kvc3fhrvTxw?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#x201E;<em>Wir werden nicht aufgeben und uns weiterhin gegen K&#xFC;rzungen in den Regionalstudien einsetzen. Wir fordern eine transparente Hochschulpolitik, die auf der inhaltlichen Auseinandersetzung mit Lehre und Forschung am Institut und derer wissenschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Relevanz basiert<\/em>&#x201C;, so Klausmann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch die Politik wird bem&#xFC;ht, sich gegen die K&#xFC;rzungen einzusetzen. In einem <a href=\"https:\/\/www.iaaw.hu-berlin.de\/de\/querschnitt\/medialitaet\/querschnitt\/aktuell\/offener-brief-final-2.pdf\">offenen Brief<\/a> an den amtierenden B&#xFC;rgermeister Michael M&#xFC;ller verwiesen Studierende des IAAW auf die Widerspr&#xFC;che zwischen seiner Rede zur langen Nacht der Wissenschaften und der K&#xFC;rzung der Mittel f&#xFC;r Forschung. &#x201E;<em>Damit&#xA0; Wissenschaften&#xA0; in&#xA0; Deutschland&#xA0; frei und unabh&#xE4;ngig bleiben k&#xF6;nnen, reicht es nicht, dem Populismus verbal den Kampf anzusagen. Den Instituten&#xA0; m&#xFC;ssen&#xA0; auch&#xA0; genug&#xA0; Gelder&#xA0; zur&#xA0; Verf&#xFC;gung&#xA0; stehen,&#xA0; damit sie&#xA0; diese&#xA0; Wissenschaft betreiben k&#xF6;nnen<\/em>&#x201C;, hei&#xDF;t es in dem Schreiben.&#xA0; Am 12. Juli ist zudem ein Termin mit dem Berliner Staatssekret&#xE4;r f&#xFC;r Wissenschaft und Forschung Steffen Krach angesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Das einzige deutsche Zentrum f&#xFC;r Zentralasienstudien<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das IAAW ist bereits jetzt schon karg besetzt daf&#xFC;r, dass es mit seinem Studienumfang drei Viertel der Weltbev&#xF6;lkerung abdeckt, wie es in einer <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/weisserfleckzentralasien\/photos\/a.1904747746458701.1073741829.1900108423589300\/1904747109792098\/?type=3&amp;theater\">Erkl&#xE4;rung<\/a> der Aktion hei&#xDF;t. Momentan besteht das Seminar aus elf Professuren und rund 34 wissenschaftlichen MitarbeiterInnen f&#xFC;r rund 1400 Studierende. Im Jahr 1994 lag die Zahl der Professuren noch bei 24.<\/p>\n<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/hochschulen-in-kasachstan\/\">Studieren in Kasachstan &#x2013; Wof&#xFC;r das ganze Geld? <\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Zentralasienseminar ist momentan das einzige in Deutschland, das sich in einer regionalwissenschaftichen Herangehensweise mit Zentralasien befasst. Unter anderem k&#xF6;nnen dort mehrere &#x201E;kleine&#x201C; aber sehr gefragte Sprachen, wie die in Afghanistan verbreiteten Dari und Paschtu, gelernt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Florian Coppenrath<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"text-align: justify\">Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len, schaut mal vorbei bei&#xA0;<a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company-beta\/5246815\/\">Linkedin<\/a>&#xA0;oder&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><em>Edit: In einer fr&#xFC;heren Version des Artikels stand f&#xE4;lchlischerweise, dass die Studierenden sich am 12. Juli mit dem Staatssekret&#xE4;r f&#xFC;r Bildung treffen. Die Information wurde korrigiert.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das einzige Zentralasienseminar Deutschlands an der Humboldt Universit&#xE4;t zu Berlin ist durch die anstehende Streichung einer Professur bedroht. Studierende und MitarbeiterInnen des Instituts f&#xFC;r Asien- und Afrikawissenschaften setzen sich f&#xFC;r ihren Erhalt ein. Das Zentralasienseminar der Humboldt Universit&#xE4;t zu Berlin (HU) ist von Schlie&#xDF;ung bedroht. 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